Diese Frage richtitet sich an ernsthafte Anhänger ihrer
jeweiligen Religion, unabhänigig davon welche:
Schön, ich fühl mich also angesprochen.
Ist es euch lieber, wenn jemand überhaupt keinen Glauben hat
oder wenn jemand einen anderen Glauben hat, der euerm
widerspricht?
So gestellt macht die Frage nicht wirklich viel Sinn. Lieber wofür? oder warum? Zum Diskutieren, Arbeiten, Lieben, Heiraten etc.?
Beispielsweise würde ich vermeiden mit einem missionierenden Atheisten über gewisse Teile meiner Arbeit zu sprechen, weil man sich dann nur wieder in altbekannten Grabenkämpfen wiederfindet, die keinen weiterbringen… Das gilt für alles andere ebenso.
Also wenn ihr z. B. Christen seid, sind euch dann Atheisten
lieber, die keinen Glauben haben, aber auch keinen der euerm
widerspricht, oder z. b. Heiden, die zwar auch einen Glauben
haben, der aber mit euerm eigenen nicht vereinbar ist?
Nochmal, lieber inwiefern? Solange keiner versucht mir was aufzudrängen, ist mir doch der Glauben des anderen egal. Solange man den Glauben des Anderen zum Thema macht, hat das für mich immer einen schalen Beigeschmack. Den eigenen Glauben thematisieren ist gefragt. Das hält einen auch von Pauschalurteilen ab. Diese Regel gilt für mich auch in allen anderen Diskussionsbereichen wo’s um Andersartigkeit geht: solange Du die Hautfarbe, Ethnie, Herkunft etc. noch siehst, und nicht den Menschen, ist es immer Diskriminierung, die sich dann posisitv (in Bevorzugung) oder negativ (in Verfolgung) äussert. Just my 2 cents…
wenn man die unterschiede auf den punkt bringt, läuft es sich
immer drauf hinaus, daß das eine das andere logisch
ausschließt.
Schon. Aber Religionen (hat man mir gesagt) bestehen ja nicht hauptsächlich aus diesen kleinen Details.
wenn das nicht so wäre, dann gäbe es nur eine
religion beispiel: ENTWEDER die maria ist als heilige
anzubeten oder eben nicht (das ist unterschied zwischen
christlichen strömungen).
Aber eben jene christlichen Strömungen verstehen sich ja verhältnismäßig gut miteinander.
entweder mohammed war ein prophet
oder nicht. entweder jesus ist der messias oder nicht. es kann
nicht beides wahr sein.
Nein, aber solange Jesus und Mohammed im Kern das Gleiche behaupten, können die jeweiligen Anhänger recht gut miteinander auskommen. Es wird kleine Streitereien über Details geben, d.h. solange bis die einen oder anderen anfangen zu missionieren.
dann füllen wir das mit inhalten?
Okay.
X meint:
„wer an ABC glaubt kommt in den himmel“
Y meint:
„NUR wer an ABC glaubt kommt in den himmel“
Na da können X und Y doch durchaus miteinander harmonieren. X wird denken Y sei ein wenig zu radikal und Y wird denken X sei zu liberal, aber kleine Unterschiede wird es ja zwischen verschiedenen Menschen (hoffentlich) immer geben!
X und Y Aussagen unterscheiden sich fast nicht.
die unterscheiden sind sogar sehr stark!
Du bist ja noch polarisierender als ich!!! *schauder*
Hallo,
als „ernsthafte Anhängerin“ einer Religon werde ich auch antworten:
Spontan wollte ich antworten, daß es mir gleich ist, woran jemand glaubt. Diese Aussage gefällt mir, zeigt sie doch, wie tolerant ich bin:wink:
Grundsätzlich stimmt das auch nach längerem Nachdenken. Aber ich habe festgestellt, daß es mir wichtig ist - bei einem engeren Kontakt mit jemanden - daß er nicht versteckt, woran er glaubt. Egal, ob das nun ein Gott, ein System oder auch nur bestimmte Werte sind.
Und ich komme auch nicht mit Leute klar, die sich selbst absolut setzen, ihre Meinung vom Leben und „Gott und der Welt“ allgemein, die eine „ich bin ich und das ist gut so“-Haltung an den Tag legen. Ich komme nicht damit klar, wenn jemand nicht an sich selbst zweifelt, heißt das wohl. Und mir ist auch bewußt geworden, daß ich diese Haltung aus meinem Glauben heraus habe, von dem ich mich täglich gefordert fühle, diesem wiederum nicht zu widersprechen.
Und solche Menschen, mit denen ich nicht klar komme, können wiederum an alles mögliche glauben, selbst Sonntags neben mir sitzen…
Aber in einer Richtung ist Deine Frage sicherlich sehr berechtigt, denn tatsächlich ist es wohl so, daß das, woran wir glauben und wie wir diesen Glauben verstehen udn praktizieren, durchaus bestimmt, mit welchen Menschen wir klarkommen.
Andererseits ist diese Feststellung auch erschreckend banal:wink:
Da
sympathisiere ich eher mit den Atheisten. Sie sind durch keine
Art von Dogmen beschränkt und im allgmeinen offener für alles
Neue.
Wenn du dieses Forum eine Weile beobachtest, solltest du bald feststellen, dass es sie gibt; die tief überzeugten Atheisten, die mit missionarischen Eifer den Atheismus predigen.
Bezüglich ihrer atheistischen Glaubensüberzeugungen stehen sie christlichen oder islamischen Fundamentalisten in nichts nach.(Naja, zumindestens halten sie sich mit Bombenattentaten auf Kirchen und Moscheen zurück.)
Also wenn ihr z. B. Christen seid, sind euch dann Atheisten
lieber, die keinen Glauben haben, aber auch keinen der euerm
widerspricht, oder z. b. Heiden, die zwar auch einen Glauben
haben, der aber mit euerm eigenen nicht vereinbar ist?
So aus dem Bauch heraus, sind mir die Ignoranten am unangenehmsten,
diejenigen, die sich keine Gedanken machen, was sie glauben.
Sie gehören einer Glaubensgemeinschaft an oder sind Atheisten, weil sie es so von ihren Eltern und Verwandten kennen. Ihre Glaubensvorstellungen sind völlig konfus und haben keinerlei konsistens.
Und es interessiert sie auch nicht.
Diese Frage richtitet sich an ernsthafte Anhänger ihrer
jeweiligen Religion, unabhänigig davon welche:
Ist es euch lieber, wenn jemand überhaupt keinen Glauben hat
oder wenn jemand einen anderen Glauben hat, der euerm
widerspricht?
Nun denn,
dieser „Jemand“ ist doch ein einzelner Mensch - in einer bestimmten Gegend geboren, mit Regeln und Kulturbräuchen erzogen/aufgewachsen, hat Freude und Leid gesehen und erfahren.
Das ZUERST heraushören oder erkennen, wo des anderen seine Zuneigung / Abneigung liegt; eine wichtige Disziplin für >friedliche Gespräche.
Nur wer Seine Überzeugung[Glauben] mit EIGENEN WORTEN dem anderen erläutern kann, besitzt auch diese Überzeugung - den „Glauben“, daß die Welt um ihn herum soo IST -.-
(„Zitaten-Schleuderer“ und „Dogmen-Prediger“ sind mir [ich kann es nur schwerlich ändern] ein Aber.)
Gehen seine Aussagen / Argumente in die Richtung -„Was Du nicht willst das man Dir tut, daß füg´ auch keinem andren zu“ ~ ~ ~ und er kontrolliert sein Handeln auch auf diesen Grundgedanken -
eine ´schwer -vorstellbare Palette´ von Freundschaften und guten Beziehungen habe, und erlebe ich immer wieder; Moslem, Thai, Albaner, Sufi, „Frei-Gläubige“, Hindi.
Jedoch - die „fleißigen Kirchgänger“ der christl. Religionen haben irgendwie Angst vor mir…
Vielleicht liegt es ja auch daran, das Westliche[christliche] Kultur Krieg und Folter nicht nur Diskutiert, sondern auch anwendet…
Ich muß Dir gestehen, mir ist eine direkte Meinung, selbst wenn sie grob vorgetragen wird lieber, als das scheinheilige süßliche Gesäusel meiner gläubigen Mitmenschen.
Wobei der negative (aka schwache) Atheismus IMO schon fast
nicht mehr vom Agnostizismus bzw. der Unreligiösität
unterschieden werden kann. Man kann darüber diskutieren und
vielleicht nennt sich der eine oder andere lieber Atheist,
aber die praktischen Unterschiede sind minimal.
stimmt. der unterschied ist rein akademisch.
von einem naturwissenschafter wird erwartet, daß er den schwachen atheismus stillschweigend vertritt. „es gibt keinen grund für die annahme von höheren wesen“ MUSS garantiert werden, weil man sonst den boden der wissenschaft verläßt. der wissenschafter darf natürlich trotzdem tiefreligiös sein.
Nein, der Agnostiker meint, diese Frage sei unbeantwortbar.
Einen Sinn ergibt sie natürlich schon.
solange niemand versucht, mich zu seinem Glauben zu bekehren, ist mir jeder anders Gläubige genauso recht wie „meine Mitchristen“. Ich war als Jugendliche einmal sehr irritiert und fühlte mich sehr unwohl in einer Gruppierung ausgesprochen pietistischer württembergischer Protestanten und habe mit andersgläubigen eine verblüffende Begegnung bei einer Hochzeit in Indien gehabt. War dorthin vom Bräutigamsvater eingeladen worden (Brieffreund), von dem ich 15 Jahre lang gedacht hatte er sei Hindu. Es stellte sich nur zufällig heraus, dass seine ganze Familie dem Islam zugehört. Gäste bei dieser Hochzeit waren ferner Christen, Juden, Hindus und Sikhs. Keiner hat dem anderen seine Religion aufs uge gedrückt; die einzig religiöse Szene war natürlich die mohammedanische Trauung. Wir haben miteinander musiziert, Gesellschaftsspiele gespielt, sind zu 30 Hand in Hand und singend am Strand spazieren gegangen. Es war ein Stück Paradies. Ich denke, wir haben alle daran geglaubt, dass man seine Mitmenschen lieben kann. Da war die religiöse Ausrichtung nicht von Bedeutung.
Für mich sind eben alle Extreme schlimm - und Fanatiker hat es leider in jeder Religion bzw. Philosophie.
anzubeten oder eben nicht (das ist unterschied zwischen
christlichen strömungen). entweder mohammed war ein prophet
oder nicht. entweder jesus ist der messias oder nicht. es kann
nicht beides wahr sein.
Sehe das ähnlich, Datafox. Zumal ja die Religionen nicht gerade so liberal und offen miteinander umgehen, wie Anwar das uns glauben machen möchte. Man hat ja oft genug erlebt, wie sich die Leute die Schädel eingeschlagen haben wegen religiöser Streitigkeiten.
So interessant der nicht-ethnozentrische, religionswissenschaftliche Ansatz ist, so abtörnend sind die Auswüchse religiösen Denkens.
Der christliche Glauben basiert grundsätzlich auf der Aussage
Jesu: „Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“ (Joh.14,6)
Aber das ist ja wohl gerade eines der Grundprobleme, Harald, das all diese fanatischen Religionen meinen, ihr Weg sei der einzige. Diese bornierte Ethnozentrik brachte uns doch mehr Tote als die unselige Nazizeit.
Aber eben jene christlichen Strömungen verstehen sich ja
verhältnismäßig gut miteinander.
das kann man in Nord-Irland immer wieder beobachten ;-(
Das ist völliger BS, sorry. Der Nordirland-Konflikt ist ein politischer, mit Religion hat das nur *ganz* am Rande etwas zu tun. Die Religion wird hier nur mal wieder als Aushängeschild benutzt, weil’s so schön praktisch ist.