Hallo zusammen,
kennst sich hier jemand aus?
Nach einer abgeschlossenen Psychoanalyse muss man ja zwei Jahre pausieren. Danach erst darf man wieder eine neue Therapie beantragen.
Gilt das auch für Psychoanalyse? Bekommt man auch mehrere Analysen genehmigt über die Jahre (wenn notwendig) oder gibt es da eine Regel, dass man z. B. nur eine Analyse machen darf. (wie man z. B. nur eine Blinddarm-OP haben kann (blödes Beispiel *g)).
Danke für die Infos
Grüße
meta-ebene
Hallo!
NAch 2 JAhren geht auch wieder Analyse, meines Wissens nach muss aber die Diagnose eine andere sein,was nicht ein Problem sein muss, denn ein williger Therapeut findet bestimmt eine andere Diagnose.
Gruß, Zahira
Zudem bestünde auch die Möglichkeit, einen Laienanalytiker zu konsultieren, der die Aufgabe ehrenamtlich übernimmt, also unabhängig von Krankenkasse und sonstigen Finanzen.
Hi Joshua,
meintest du das ernsthaft?
Wo bitte findet man ehrenamtliche Laienanalytiker
?
Sowas macht ja Sinn für diese zwei-Jahres-Übergänge.
Wie ist eine Kompetenz gewährleistet?
Vielleicht magst ja noch was dazu sagen?
Viele Grüße
meta-ebene
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Wo bitte findet man ehrenamtliche Laienanalytiker
?
Im Internet beispielsweise.
Wie ist eine Kompetenz gewährleistet?
Wie findest Du die zwei folgenden Kriterien?
1- Kompetenz wird gewährleistet durch einen persönlichen zwischenmenschlichen Test auf eigene Gefahr und Verantwortung. Verfügt mein Gegenüber über eine mich gefühlsmäßig irgendwie beeindruckende soziale Kompetenz, Einfühlungsvermögen? Liefert er plausible Antworten auf meine Fragen? Klärt er sie gegebenenfalls durch Fragen seinerseits, um sicher zu stellen mich richtig zu verstehen? Reagiert er sachlich auf Kritik?
2- Wie Freud in seiner Abhandlung zu dieser Frage schrieb, wird Kompetenz weiterhin dadurch gewährleistet, dass der Laienanalytiker selber eine Behandlung auf der Coutch zu absolvieren hat, also eine Lehranalyse, wo immer möglich unter Beanspruchung eines bereits erfahren(er)en Analytikers. In Freuds Fall bestand sie - notgedrungen - aus seiner Selbstanalyse…
Sowas macht ja Sinn für diese zwei-Jahres-Übergänge.
Wenn es keine Kompetenz gibt, wo wäre überhaupt der „Sinn“? Anderseits läßt sich Kompetenz anhand der Ausbildung zum akademischen Analytiker auch nicht zwangsläufig garantieren. Im Zweifelsfall würde ich eher dem Laienanalytiker einen jederzeit wieder entziehbaren Vertrauensvorschuß einräumen, der Test (1) so weit besteht und bei mir auch sonst in jeder Hinsicht den Eindruck erweckt, dass er sich tatsächlich ausführlich über Jahre mit seiner inneren Situation auseinander gesetzt hat - auf keinen Fall jenen vielen akademischen Analytikern, die die kurze vorgeschriebene Lehranalyse nur eben knapp am Rande mitgenommen, aber alle Prüfungsfragen brav auswendig gelernt haben um ihre sehr profitable Anerkennung von den Krankenkassen zu erhalten. Natürlich gibt es unter den akademischen Analytikern auch Ausnahmen, für sie gilt aber ebenfalls Deine erste Frage: Wo findet man die, und wie?
Die Psychoanalyse hat als Kassenleistung eine Regelhöchstgrenze von 300 Stunden! Die gesetzliche Krankenversicherung bezahlt hierfür 24.000 Euro bei einem Stundensatz von 80 Euro.
Es sollte nur wenige und wirklich schwere Ausnahmefälle geben, bei denen es gerechtfertigt ist, dass die Allgemeinheit der Kassenpatienten eine längere Analyse bezahlt.
In einem System, in dem nur begrenzt Mittel zur Verfügung stehen, muss das Geld da hin, wo es wirklich nötig ist. Daher ist es wichtig, dass auch immer wieder geguckt wird, ob eine Leistung nötig ist.
Wenn für jemanden bereits 24.000 Euro für eine Therapiereihe bezahlt wurde, muss die Frage gestellt werden, ob die Analyse überhaupt etwas bringt, das über einen Selbsterfahrungstrip oder allgemeine Lebenshilfe hinaus geht. Liegt ein schwerwiegendes Krankheitsbild vor, dann kann und muss auch über einen Therapieformwechsel nachgedacht werden, der möglicherweise effizienter ist.
Liegt kein schwerwiegendes Krankheitsbild vor, dann ist es Pflicht des Therapeuten seinen Patienten rechtzeitig dahin zu führen, dass er alleine klar kommt. Oder der Patient muss seine Lebenshilfe aus eigener Tasche bezahlen.
Nur, dass das nicht die Frage war.
Die Frage war, geht es, oder nicht.
Ja, es geht.