Andere Weltreligionen

Schönen guten Morgen,

um mal einen bißchen größeren Blickwinkel zu bekommen, was sagen eigentlich die anderen Weltreligionen zum Thema Homosexualität / Lebensgemeinschaften?

Ciao

Thomas

Der Buddhismus hat dazu nicht viel zu sagen - er hält sich aus dem „Privatleben“ größtenteils heraus. Zwar gibt es die sich ergänzenden männlichen und weiblichen Prinzpien (auch „Aktivität“ und „Weisheit“), allerdings hat das weniger mit der äußeren Form eines Menschen zu tun. Der Buddhismus glaubt an die Wiedergeburt und an das göttliche in einem selbst, das unabhängig vom Ego ist. Jeder ist ein zeitloses Wesen, ein Buddha, der nur noch nicht erleuchtet ist. Die augenblickliche Form (Körper) ist ein Ausdruck von Teil-Aspekten, dieses zeitlosen Wesens. Dennoch kann ein Mann augeprägte weibliche Aspekte besitzen oder anders herum.

Buddhismus
Moin Thomas,

aus Fragen wie Ehe und Homosexualität hält sich der Buddhismus weitestgehend raus.

Diese Aspekte finden nur indirekt durch die buddhistische Ethik Beachtung, in der jedoch generell von sexuellem Fehlverhalten die Rede ist. Was man darunter versteht, wird zum Beispiel in diesem Artikel gut und knapp erklärt:
http://www.buddhanetz.org/texte/silawans.htm

Ich zitiere:

„Buddhismus verdammt nicht die Sexualität. Der Buddha nannte jedoch den Mißbrauch sexuellen Verlangens eine Verletzung menschlicher Würde. Jede Art Sexualität, die durchdrungen ist von Praktiken wie Dominanz, Ausnutzung von Armut und Abhängigkeit, sollte vermieden werden. Dies schließt insbesondere Kindesmißbrauch und Vergewaltigung mit ein. Dieses SILA bedeutet: Abstand zu halten von jeder Art sinnlicher Befriedigung auf Kosten anderer.“

Dabei ist es völlig unerheblich, ob dieses „sexuelle Fehlverhalten“ innerhalb von Ehen, außerhalb von Ehen, in homosexuellen oder welchen Lebensgemeinschaften, One-Night-Stands oder was auch immer vorkommt.

Ansonsten gibt es immer mal wieder Diskussion, ob schwule Mönche z.B. aus Ordensgemeinschaften ausgeschlossen werden sollen. Dafür findet sich aber selten eine auf buddhistischen Lehren gründende Rechtfertigung, sondern hier handelt es sich häufig um eine Reflektion der Gesellschaft, in der sich dieser Buddhistischen Gemeinschaften befinden, und ihrer Einstellung zur Homosexualität.

Die Ehe gilt im Buddhismus als weltliche Regelung zwischen Partnern, auf welche die allgemeine buddhistische Ethik Anwendung findet. Irgend etwas Spezielles für die Ehe (wie Rituale, Gebote etc.) sind mir aus der buddhistischen Lehre nicht bekannt.

Gruss
Marion

Moin Andreas,

mal abgesehen von alldem anderen, was du hier schreibst, und worüber man sicher trefflich diskutieren könnte, aber was mit der Ausgangsfrage nichts mehr zutun hat…

…verwechselst du das hier:

Der Buddhismus glaubt

an die Wiedergeburt und an das göttliche in einem selbst, das
unabhängig vom Ego ist.

Nicht mit Hinduismus ? Mir ist aus der buddhistischen Lehre nichts dergleichen bekannt, aber ich weiss ja auch nicht alles :smile: Was soll denn dieses „göttliche“ in einem selbst nach buddhistischer Lehre sein ?

Gruss
Marion

Moin Andreas,

mal abgesehen von alldem anderen, was du hier schreibst, und
worüber man sicher trefflich diskutieren könnte, aber was mit
der Ausgangsfrage nichts mehr zutun hat…

Wieso nicht zu tun? Die Frage war doch nach der Einstellung zur Homosexualität - und die habe ich ebenso beantwortet wie du. Alles weitere war eine Erläuterung dazu.
Lass uns gerne darüber diskutieren! Hauptsächlich wird ja über das Christentum, noch häufiger über den Katholizismus und wohl am häufigsten über „Die Kirche“ diskutiert… was mich alles nicht so interessiert.

…verwechselst du das hier:

Der Buddhismus glaubt

an die Wiedergeburt und an das göttliche in einem selbst, das
unabhängig vom Ego ist.

Nicht mit Hinduismus ? Mir ist aus der buddhistischen Lehre
nichts dergleichen bekannt, aber ich weiss ja auch nicht alles

-) Was soll denn dieses „göttliche“ in einem selbst nach

buddhistischer Lehre sein ?

Der Buddhismus und der Hinduismus sind zT. miteinander verwandt - schließlich entwickelte sich der Buddhismus in Indien.
Die Wiedergeburt ist ein zentraler Bestandteil des Buddhismus. Das „göttliche in einem“ ist allerdings meine eigene Wortwahl, um es bildlich zu machen: Im tibetischen Buddhismus sind alle Menschen in ihrem Wesen Buddhas (wird benutzt als Eigenname der „historischen“ Person des Prinzen Siddharta aber auch Bezeichnung des unsterblichen, reinen Wesens), die nur noch nicht erleuchtet sind. Sie werden in der Folge ihres Karmas, das sie aufbauen und verantworten, stets wiedergeboren, um sich weiterzuentwickeln. Diese Wiedergeburten und die damit einhergehende Anhaftung an die „stoffliche Welt“ (Sansara) sind aber nicht bewusst gesteuert. Erst mit der Erleuchtung kann der Buddhist „entscheiden“, wiedergeboren zu werden, um anderen Wesen auf ihrem Weg zu helfen (wie zB der Dalai Lama), oder aber der Samsara zu entfliehen.

Was der Dalai Lama meint
Kleine Ergänzung:

In einer Kritik zu diesem Buch

Winston Leyland (Ed.) (2000). Queer Dharma, Vol. 1. Gay Sunshine Press.

habe ich gelesen, dass es sehr gegensätzliche Texte zur Homosexualität in den diversen buddhistischen Strömungen gibt. So hat beispielsweise Seine Heiligkeit (sagt man so?), der ich-weiß-nicht-wievielte Dalai Lama, wohl ziemlich eindeutig bestimmte sexuelle Praktiken abgelehnt, nämlich Anal- und Oralverkehr. Das bedeutet dann wohl, dass Homosexualität völlig okay ist, solange man sich ein klein wenig einschränkt…

Gruß
Michael

Buddhismus und Homosexualität, wer was so meint
Moin Michael

habe ich gelesen, dass es sehr gegensätzliche Texte zur
Homosexualität in den diversen buddhistischen Strömungen gibt.

Ich hab hier noch einen schönen link entdeckt, wo es einiges zum Thema Buddhismus und Homosexualität nachzulesen gibt:

http://www.pitaka.ch/gay.htm

So hat beispielsweise Seine Heiligkeit (sagt man so?), der
ich-weiß-nicht-wievielte Dalai Lama, wohl ziemlich eindeutig
bestimmte sexuelle Praktiken abgelehnt, nämlich Anal- und
Oralverkehr. Das bedeutet dann wohl, dass Homosexualität
völlig okay ist, solange man sich ein klein wenig
einschränkt…

Und wie lautet die Begründung entsprechend buddhistischer Lehre für die Ablehnung bestimmter Praktiken ? Ich weill ja nicht meckern, aber so recht mag ich das nicht glauben, was du da schreibst.

Gruss
Marion

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Hallo Marion,

schöner Link!

Und wie lautet die Begründung entsprechend buddhistischer
Lehre für die Ablehnung bestimmter Praktiken ? Ich weill ja
nicht meckern, aber so recht mag ich das nicht glauben, was du
da schreibst.

Hier kann ich nur zustimmen.

Hallo Thomas,

jüdische Positionen zur Homosexualität sind sehr unterschiedlich je nach dem um welche Richtung des Judentums es geht. Orthodoxe Juden lehnen Homosexualität ab.

In den liberalen Richtungen des Judentums (konservativ, rekonstruktionistisch, reform und Jewish renewal) ist Homosexualität akzeptiert. Schwule und Lesben können Rabbiner / Rabbinerin werden.
Im Reformjudentum und bei den Jewish Renewal Leuten gibt es auch Trauunggsrituale für jüdische Schwule und Lesben.

In Amerika gibt es auch schwul-lesbische-Synagogen, wobei auch Heteros Mitglieder werden können.

Die liberale Synagoge Or Chadasch in Wien hat einen speziellen G-ttesdienst zum Christopher-Street-Day entwickelt. Er heißt „Gay Pride“.

Es gibt auf nationaler und internationaler Ebene Organisationen für jüdische Schwule und Lesben. In Deutschland heißt dieser Zusammenschluß „Yachad“ (gemeinsam).

Hier noch weiterführende Infos:
Homosexualität und Judentum
http://www.hagalil.com/yachad/homosexual.htm

Yachad Berlin:
http://www.berlin-judentum.de/gruppen/yachad.htm
mit Foto vom Yachad-Wagen beim CSD

und hier ein Coming-out-Gebet:
http://www.berlin-judentum.de/gruppen/coming-out.htm

Die „Agudah“ ist der nationale Verband für Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle in Israel.
die deutschsprachige Seite ist hier:
http://agudah.israel-live.de/

viele Grüße

Iris

Seine Heiligkeit über Sex und Fortpflanzung
Keine Ahnung, ob diese Quelle authentisch ist. Ich möchte nicht in den Ruf kommen, üble Verleumdungen zu verbreiten. Außerdem bitte ich zu entschuldigen, dass ich keine Übersetzung anfüge (das ist mir jetzt einfach zu mühsam).

Michael

Und in diesem Interview äußert sich der Dalai Lama zu diversen sexuellen Praktiken:

http://www.pitaka.ch/dl.htm

Und wie lautet die Begründung entsprechend buddhistischer
Lehre für die Ablehnung bestimmter Praktiken ? Ich weill ja
nicht meckern, aber so recht mag ich das nicht glauben, was du
da schreibst.

Hi Marion,

ich stelle gerade fest, dass sich die Quelle, die ich oben noch mal angeführt habe, auf derselben Website befindet, die Du auch gefunden hast. Inzwischen habe ich auch noch ein paar andere Texte gefunden, das letzte Interview datiert von 2001. Den Interviews kann ich keinerlei Begründung für die Ablehnung der genannten Sexualpraktiken entnehmen. Insgesamt wirkt Seine Heiligkeit so, als wäre Sex nicht gerade ein Thema, bei dem er sich zuhause fühlt.

Michael

Moin Michael,

Den Interviews kann ich keinerlei Begründung für die Ablehnung
der genannten Sexualpraktiken entnehmen.

Auch bei genauerem Hinschauen kann ich in dem Interview nicht mal eine Ablehnung dieser Praktiken erkennen. Ich finde, der Dalai Lama hat sich da sehr schön diplomatisch nichtssagend ausgedrückt *g*.

Insgesamt wirkt Seine

Heiligkeit so, als wäre Sex nicht gerade ein Thema, bei dem er
sich zuhause fühlt.

*lach* kein Wunder.
Im Gegensatz offensichtlich zum christlichen Klerus sind die buddhistischen Ordinierten für Fragen dieser Art auch eigentlich nicht zuständig. Mir scheint, der Dalai Lama nahm das ganze auch eher humorvoll :smile:

Gruss
Marion

Moin Andreas,

Wieso nicht zu tun? Die Frage war doch nach der Einstellung
zur Homosexualität - und die habe ich ebenso beantwortet wie
du. Alles weitere war eine Erläuterung dazu.

Schon ok, ich schnumzelte ein wenig über die „männlichen“ und „weiblichen“ Prinzipien und weiss nicht so recht, wo in der buddhistischen Lehre ich das einordnen soll :smile:

Nicht mit Hinduismus ? Mir ist aus der buddhistischen Lehre
nichts dergleichen bekannt, aber ich weiss ja auch nicht alles

-) Was soll denn dieses „göttliche“ in einem selbst nach

buddhistischer Lehre sein ?

Der Buddhismus und der Hinduismus sind zT. miteinander
verwandt - schließlich entwickelte sich der Buddhismus in
Indien.
Die Wiedergeburt ist ein zentraler Bestandteil des Buddhismus.
Das „göttliche in einem“ ist allerdings meine eigene Wortwahl,

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Buddhismus und Hinduismus war aber, dass der Buddhismus eine Wiedergeburt von etwas, was über den Tod hinaus Bestand hat, verneint.

Wir hatten eine ähnliche Diskussion zu dem Thema hier vor kurzem:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Von daher würde es mich interessieren, was du mit „das göttliche in einem“ bezeichnest (auch wenn es deine eigene Wortwahl ist, was bezeichnest du damit ?)

um es bildlich zu machen: Im tibetischen Buddhismus sind alle
Menschen in ihrem Wesen Buddhas (wird benutzt als Eigenname
der „historischen“ Person des Prinzen Siddharta aber auch
Bezeichnung des unsterblichen, reinen Wesens), die nur noch
nicht erleuchtet sind. Sie werden in der Folge ihres Karmas,
das sie aufbauen und verantworten, stets wiedergeboren, um
sich weiterzuentwickeln. Diese Wiedergeburten und die damit
einhergehende Anhaftung an die „stoffliche Welt“ (Sansara)
sind aber nicht bewusst gesteuert. Erst mit der Erleuchtung
kann der Buddhist „entscheiden“, wiedergeboren zu werden, um
anderen Wesen auf ihrem Weg zu helfen (wie zB der Dalai Lama),
oder aber der Samsara zu entfliehen.

hm…na ganz so geht es auch nicht :smile:
Grade der Tibetische Buddhismus arbeitet hier mit dem Prinip des Konditionalnexus, also der bedingten Leerheit, auch dazu gibt es was in dem oben verlinkten Thread.

Ansonsten bin ich bei buddhistischen Themen immer gerne dabei, schlag eins vor :smile:

Gruss
Marion

Hi Marion,

Auch bei genauerem Hinschauen kann ich in dem Interview nicht
mal eine Ablehnung dieser Praktiken erkennen.

Echt nicht? Micha staunt…

Dalai Lama: Then, if the practitioner is sexual, it is not prohibited. But sexual includes homosexual also, and…
Interpreter: … oral sex…
Dalai Lama: … and the other hole. These, you see, even with one’s own wife, of both sex is considered sexual misconduct.

… das verstehe ich so, dass oraler Sex, und Sex, der das andere Loch (wie niedlich!) betrifft als sexuelles Fehlverhalten verstanden wird. Unabhängig davon, ob er es homo- oder heterosexueller Sex ist. Oder kann man das auch anders verstehen?

Steve Peskind, der den Dalai Lama 1997 in San Francisco traf, schrieb im Jahr 2001 (http://www.hivnet.ch:8000/asia/sea-aids/viewR?2773):

I am very happy that the Dalai Lama is teaching in the Bay Area this May, and sharing his wisdom and liberating laugh with us once again. However, I find it sad that the author of „The Art of Happiness“ and „Imagine All the People“ in 2001 apparently cannot imagine gay and lesbian Buddhists and other sexual men and women of good faith leading fulfulling, happy, and „ethical“ sexual lives.

While saying that no real love between people can be condemned and that any discrimination and violence based on sexual orientation must end, the Dalai Lama nevertheless considers the natural sexual expressions of sexual minority orientation – manual, oral, and anal sex – „wrong“, „unwholesome“, „bad action“ and „vices“ – not conducive to enlightenment and liberation, according to THE Buddhist teaching. Most recently he articulated this view in the French magazine Dimanche. The last two years he has clearly stated his position in Newsweek, the London Observer, and the Orange County Register, to name three venues of which I am aware.

Gruß
Michael

Buddhismus - was: Andere Weltreligionen
Hallo Marion ,

Schon ok, ich schnumzelte ein wenig über die „männlichen“ und
„weiblichen“ Prinzipien und weiss nicht so recht, wo in der
buddhistischen Lehre ich das einordnen soll :smile:

Hm, vielleicht war das auch ein Mißverständnis. Ich wollte ausdrücken, dass es zwar einige Eigenschaften gibt, die im Buddhismus als „die 5 (weiblichen) Weisheiten“ und „die 5 (männlichen) Aktivitäten“ gelten, und dass in der Verbindung von Mann und Frau (oder auch von männlichen und weiblichen Buddhasaspekten) einige Besonderheiten liegen - dass dies aber lediglich „Ausdrucksformen“ eines noch nicht erleuchteten, prinzipiell geschlechtslosen Buddhawesens sind, das in der Regel durch einen entsprechenden männlichen oder einen weiblichen Körper zum Ausdruck kommt. Aber prinzipell ist der Körper nicht so relevant und somit die Frage nach einer homosexuellen Ehe nebensächlich.

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Buddhismus und
Hinduismus war aber, dass der Buddhismus eine Wiedergeburt von
etwas, was über den Tod hinaus Bestand hat, verneint.

Tut mir leid, wenn ich das Gegenteil behaupten muss.
Oder vielleicht habe ich dich falsch verstanden?

Wir hatten eine ähnliche Diskussion zu dem Thema hier vor
kurzem: […]

Ich habe das Posting gelesen - auch wenn es mir ein wenig zu philosphisch-wissenschaftlich gestelzt war - doch die darin enthaltene Aussage (wenn ich sie richtig verstanden habe), dass Buddha ein „Selbst“ ein „Ego“ verneint, ist korrekt - ich weiß nicht, wo dies mit der Frage der Wiedergeburt in Konflikt steht.

Von daher würde es mich interessieren, was du mit „das
göttliche in einem“ bezeichnest (auch wenn es deine eigene
Wortwahl ist, was bezeichnest du damit ?)

Der Buddhismus sagt, dass alle Buddhas sind, es nur noch nicht erkannt haben. Solange dies der Fall ist, befindet man sich in der bedingten Welt und verbleibt dort, wird auch dort wiedergeboren. In diesem Zustand vermeint man, ein „Ego“ zu besitzen, eine der Ursachen dafür, dass man „Störgefühle“ wie Neid, Zorn, Eifersucht, etc. verspürt. Der Buddhismus lehrt aber, dass dies „Ego“ eine Illusion ist, die lediglich Teil der bedingten Welt und somit von ihr abhängig ist. Das erleuchtete Wesen, der „Buddha“, ist jedoch auf einer höheren Ebene und Teil einer Ganzheit, eines seit Ewigkeiten andauernden Bewußtseinsstroms.

[…]

hm…na ganz so geht es auch nicht :smile:
Grade der Tibetische Buddhismus arbeitet hier mit dem Prinip
des Konditionalnexus, also der bedingten Leerheit, auch dazu
gibt es was in dem oben verlinkten Thread.

Mal abgesehen davon, dass ich deine Wortwahl erneut nicht nachvollziehen kann („nach dem Prinzip des Konditionalnexus arbeiten“ klingt mir sehr „verkopft“, wenn du verstehst, was ich meine) und mir somit über die Bedeutung, dessen, was du da schreibst, nicht sicher bin, kenne ich sehr wohl „bedingt“ und „Leerheit“ aus dem Buddhismus, doch beides zusammen habe ich noch nie gehört: Die „Leerheit“ (die in Ermangelung eines besseren Wortes nichts mit Leere oder Nichts zu tun hat) ist in jedem Fall ohne Bedingung.

Ansonsten bin ich bei buddhistischen Themen immer gerne dabei,
schlag eins vor :smile:

Sind wir nicht gerade dabei?

Gruss
Marion

Der Dalai Lama…
… ist übrigends nicht das Oberhaupt aller Buddhisten (wie der Papst das Oberhaupt aller Katholiken), sondern lediglich das Oberhaupt der Gelupa-Schule. Das ist eine prominente Strömung im Buddhismus, ist aber nicht gleichbedeutend mit „DER Buddhismus“.Das stellt die Aussagen des Dalai Lama in einen gewissen Kontext.
Aber wahrscheinlich wusstet ihr das ja schon … ;o)

Ergänzung und Filmhinweis
Es gibt inzwischen den ersten offen schwul lebenden orthodoxen Rabbiner in New York.

Außerdem hat Sandy Simcha DuBowski einen sehr beeindruckenden Dokumentarfilm gedreht. Er hat 10 Jahre lang orthodoxe jüdische Schwule und Lesben in Israel, Amerika und Großbritannien interviewt.

Der Film wird immer wieder auf jüdischen oder schwul/lesbischen Filmfestivals gezeigt oder in anspruchsvolleren Programmkinos
Er heißt: Trembling before g-d
Zittern im Angesicht des Herrn

Iris

Moin Andreas

Schon ok, ich schnumzelte ein wenig über die „männlichen“ und
„weiblichen“ Prinzipien und weiss nicht so recht, wo in der
buddhistischen Lehre ich das einordnen soll :smile:

Hm, vielleicht war das auch ein Mißverständnis. Ich wollte
ausdrücken, dass es zwar einige Eigenschaften gibt, die im
Buddhismus

in welcher buddhistischen Schule ? Mir ist nichts dergleichen bekannt, aber ich kenn eben auch nicht alles, ein Hinweis auf welche buddhistische Schule du dich hier beziehst, wäre also hilfreich :smile:

als „die 5 (weiblichen) Weisheiten“ und "die 5

(männlichen) Aktivitäten" gelten, und dass in der Verbindung
von Mann und Frau (oder auch von männlichen und weiblichen
Buddhasaspekten) einige Besonderheiten liegen - dass dies aber
lediglich „Ausdrucksformen“ eines noch nicht erleuchteten,
prinzipiell geschlechtslosen Buddhawesens sind, das in der
Regel durch einen entsprechenden männlichen oder einen
weiblichen Körper zum Ausdruck kommt. Aber prinzipell ist der
Körper nicht so relevant und somit die Frage nach einer
homosexuellen Ehe nebensächlich.

Sorry, aber für mich klingt das alles eher ein bisschen nach Küchenbuddhismus aus der esoterischen Ecke.

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen Buddhismus und
Hinduismus war aber, dass der Buddhismus eine Wiedergeburt von
etwas, was über den Tod hinaus Bestand hat, verneint.

Tut mir leid, wenn ich das Gegenteil behaupten muss.

Du kannst behaupten was du willst, aber kannst du es auch begründen? :smile: Auch hier wäre ein Hinweis auf deine buddhistischen Quellen hilfreich.

Oder vielleicht habe ich dich falsch verstanden?

Siehe unten…

doch die darin

enthaltene Aussage (wenn ich sie richtig verstanden habe),
dass Buddha ein „Selbst“ ein „Ego“ verneint, ist korrekt - ich
weiß nicht, wo dies mit der Frage der Wiedergeburt in Konflikt
steht.

Wenn, wie du selbst sagset, kein „Selbst“, kein „Ego“ etc. existierte, was ist dann deiner Meinung das von Bestand, das wie du oben behauptest, wiedergeboren werden soll ?

Von daher würde es mich interessieren, was du mit „das
göttliche in einem“ bezeichnest (auch wenn es deine eigene
Wortwahl ist, was bezeichnest du damit ?)

Der Buddhismus sagt, dass alle Buddhas sind, es nur noch nicht
erkannt haben.

wer alle ? Wer/was ist ein Buddha, wenn es doch, wie du selbst sagst, kein Ego, kein „selbst“ gibt ?

Solange dies der Fall ist, befindet man sich in

der bedingten Welt und verbleibt dort, wird auch dort
wiedergeboren. In diesem Zustand vermeint man, ein „Ego“ zu
besitzen, eine der Ursachen dafür, dass man „Störgefühle“ wie
Neid, Zorn, Eifersucht, etc. verspürt. Der Buddhismus lehrt
aber, dass dies „Ego“ eine Illusion ist, die lediglich Teil
der bedingten Welt und somit von ihr abhängig ist.

Das ist die so ungefähr die Lehre des bedingten Entstehens, d’accord.

Das

erleuchtete Wesen, der „Buddha“, ist jedoch auf einer höheren
Ebene und Teil einer Ganzheit, eines seit Ewigkeiten
andauernden Bewußtseinsstroms.

Sorry, aber was du oben beschreibst, ist haar genau das hinduistische Konzept von Atman und Brahman. Das ist hinduistische Lehre, und nicht buddhistische…und wieder meine Frage nach deiner Quelle.

hm…na ganz so geht es auch nicht :smile:

Grade der Tibetische Buddhismus arbeitet hier mit dem Prinip
des Konditionalnexus, also der bedingten Leerheit, auch dazu
gibt es was in dem oben verlinkten Thread.

Mal abgesehen davon, dass ich deine Wortwahl erneut nicht
nachvollziehen kann („nach dem Prinzip des Konditionalnexus
arbeiten“ klingt mir sehr „verkopft“, wenn du verstehst, was
ich meine) und mir somit über die Bedeutung, dessen, was du da
schreibst, nicht sicher bin, kenne ich sehr wohl „bedingt“ und
„Leerheit“ aus dem Buddhismus, doch beides zusammen habe ich
noch nie gehört: Die „Leerheit“ (die in Ermangelung eines
besseren Wortes nichts mit Leere oder Nichts zu tun hat) ist
in jedem Fall ohne Bedingung.

Der Konditionalnexus wird im tibetischen Buddhismus dazu verwendet, das Prinzip der Wiedergeburt mit der Vorstellung in Einklang zu bringen, dass es nichts Beständiges gibt. Das Wesen von allem ist leer (Anatman). Dies ist einer der zentralen Gedanken, um bspw. den Mahayan mit dem Theravada Buddhismus auseinander zu halten. Diese Differenzierungen sind wichtig, denn es gibt sehr viele Punkte, bei denen es den Buddhismus nicht gibt, sondern je nach buddhistischer Schule ganz unterschiedliche Auffassungen. Der Punkt Wiedergeburt ist einer davon, in sofern ist eine Aussage wie " Der Buddhismus im Zusammenhang mit Wiedergeburt per se ungenau, wenn nicht falsch.

Ansonsten bin ich bei buddhistischen Themen immer gerne dabei,
schlag eins vor :smile:

Sind wir nicht gerade dabei?

*lach* nein, noch nicht, wir sind noch dabei zu klären, was überhaupt tatsächlich als buddhistisches Gedankengut einzuordnen ist und was nicht. Insofern wiederhole ich meine Frage nach deiner Quelle. Wenn du mir diese nennst, erübrigt sich vielleicht schon sehr viel Herumfragerei meinerseits :smile:

Gruss
Marion

Hallo Micha *g*

Auch bei genauerem Hinschauen kann ich in dem Interview nicht
mal eine Ablehnung dieser Praktiken erkennen.

Echt nicht? Micha staunt…

-)

Dalai Lama: Then, if the practitioner is sexual, it is not
prohibited. But sexual includes homosexual also, and…
Interpreter: … oral sex…
Dalai Lama: … and the other hole. These, you see, even with
one’s own wife, of both sex is considered sexual misconduct.

… das verstehe ich so, dass oraler Sex, und Sex, der das
andere Loch (wie niedlich!) betrifft als sexuelles
Fehlverhalten verstanden wird. Unabhängig davon, ob er es
homo- oder heterosexueller Sex ist. Oder kann man das auch
anders verstehen?

Nein, schon recht, aber in dem was er anschließend sagt, relativiert er das IMHO wieder. (Mal abgesehen davon dass das ganze Interview sprachlich kaum zu verstehen ist, ich finde da ist auch einiges an Interpretation dabei). Auf jeden Fall finde ich, dass die Aussage, dass der Dalai Lama Anal- und Oral-Verkehr eindeutig als sexuelles Fehlverhalten ansieht, zumindest wenn sie sich auf dieses Interview begründet, doch sehr wackelig.

Steve Peskind, der den Dalai Lama 1997 in San Francisco traf,
schrieb im Jahr 2001
(http://www.hivnet.ch:8000/asia/sea-aids/viewR?2773):

Tja, der eine sagt dies, der andere sagt das. Und nun ? :smile:
Ich muss dir ehrlich sagen, dass ich diese Auseinandersetzung nicht wirklich wichtig finde. Gefragt war ja die Haltung des Buddhismus zu Homosexualität und Ehe, und die lässt sich IMHO ausschließlich aus der Buddhistischen Lehre begründen, und da weiss ich nunmal von nichts, was dagegen sprechen würde. Dass Buddhisten darüber hinaus auch noch eine persönliche Überzeugung zu diesen Themen haben, die aber nicht unbedingt in der buddhistischen Lehre begründet ist sondern beispielsweise im kulturellen Umfeld des jeweiligen Buddhisten, ist natürlich klar.

Gruss
Marion

…wobei der Dalai Lama im Westen (wo immer das sein mag) sicherlich als Einzelperson eine größere Wertschätzung erfährt, denn als Füherer einer doch eher kleinen Strömung innerhalb des Buddhismus.

Auch das war sicherlich schon allen bekannt…

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