Angenommen

Hallo liebe Eltern!
Neulich entbrannte bei uns eine mehr oder minder heftige Diskussion und ich würde sehr gerne wissen was Ihr darüber denkt.
Bitte nicht ins Religiöse ziehen (nach dem Motto: „Gottes Wille ist…“ oder „Wir alle sind Gottes…“). Dafür danke!
Im Vorfeld vielen Dank für Eure Meinungen!

Also Ihr habt ein KiGa-Kind, der bis jetzt unauffällig war. Langsam fallen Euch bestimmte Veränderungen auf und geht mit zum Arzt. Nun stellt er eine soooo gravierende Erkrankung der Niere fest, daß nur eine Transplantation das Leben Eures Kindes retten kann. Mit einer Dialyse-Therapie kann Eure Kind evtl. ca. 3 Jahre leben aber dann braucht er unbedingt eine transplantierte Niere. Nun, nachdem alle Menschen untersucht wurden, kommt keiner als Spender in Frage. In Niederlande, wo die europäische Zentrale für Transplantationen ist, gibt es auch nichts.

Nun meine Frage:
In wie fern befürwortet oder seid Ihr gewillt, nochmals ein Kind zu kriegen, in der Hoffnung, daß dieser evtl einen Niere für sein Bruder spendet???

Für Eure Meinungen vielen herzlichen Dank!

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hi,

das ist eine Frage die man erst einmal sacken lassen muss und dabei Gedanken bekommt wie, hoffentlich stehen wir nie vor so einer schweren Entscheidung. Alles in allem kann ich diese Frage auch nicht so oder so beantworten denn auf der einen Seite wäre es vielleicht eine vergebene Chance auf der anderen Seite würde sich mir die Frage stellen wie ich dem zweiten Kind später im Leben begegnen will mit dem Wissen es ist nur als „Ersatzteillager“ (bitte nicht falsch verstehen!!!) gezeugt worden.

Dann ist da noch der Gedanke, was ist wenn das zweite Kind den gleichen Nierenfehler aufweist. Könnte ich damit leben wenn mir das gleiche schwere Schicksal zweimal passiert?

Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass ich es versuchen würde aber eine schwere Entscheidung bliebe es allemal.

Liebe Grüsse
Me

die frage schlägt wirklich ins gemüt, auf die idee wäre ich nie gekommen. wie metoo schon sagte, ein ersatzteillager, gruselige vorstellung.

dazu gibt es doch sicher auch statistiken? wie würde die chance liegen, dass das kind eine niere spenden könnte?
wie hoch wäre die wahrscheinlichkeit, dass es selbst krank wäre?

aber wie gesagt, für mich würde so was nicht in frage kommen.
„eigentlich wollten wir keine kinder mehr, aber dein geschwisterchen brauchte eine niere.“ find ich irgendwie krank, die idee - sorry.

Hallo helena

[Nierenschaden beim Kinde]
In wie fern befürwortet oder seid Ihr gewillt,
nochmals ein Kind zu kriegen, in der Hoffnung,
daß dieser evtl einen Niere für sein Bruder spendet???

Ich halte davon gar nichts. Ein Kind, auch
mein eigenes, gehört mir nicht, es ist kein
Ersatzteilspender.

Diese Gedanken sind meiner Ansicht nach
„aus Verzweiflung heraus“ zu verstehen
aber ich will Dich sehen, wie Du später
Deinem Kind erklärst: „Du wurdest, geplant,
gemacht und geboren um als Ersatzteilspender
für Deinen Bruder zu dienen“. Oder willst Du
es belügen?

Grüße

CMБ

Hallo,

diese Frage würde ich differenziert betrachten:

Es gab ja den Fall, daß Eltern ein 2. Kind bekommen haben in der Hoffnung, daß es seinem älteren Geschwisterkind mit einer Knochenmarktransplantation helfen kann. Hier sage ich ehrlicherweise, sehe ich wenig verwerfliches darin, ich denke, daß dieses Kind mindestens genauso geliebt wird und die Spende ihm vermutlich keinerlei Einschränkung seines zukünftigen Lebens verursacht.

Zudem kann auch eine Nabelblutspende dem 1. Kind helfen. Medizinisch bin ich nicht so fit – aber es scheint so zu sein, daß bei sehr kleinen Geschwisterkindern eine Spende recht aussichtsreich ist, so daß auch eine nicht 100 % Übereinstimmung von Spender und Empfänger überbrückt werden kann. (Bitte nicht schlagen – ich meine, daß dies der Grund für das Geschwisterbaby ist….)

Die Spende einer Niere ist in meinen Augen eine andere Situation. Mit nur 1 Niere zu leben ist für das 2. Kind eine große Belastung, kann u.U. auch hier zu lebenslangen Einschränkungen führen. Womöglich ist die Nierenproblematik in der Familie vererbbar – was dann? Lebendspenden sind zudem in Deutschland nicht so ohne weiteres erlaubt – ein Säugling oder Kleinkind KANN gar nicht zustimmen – zu Recht! Denn er kann gar nicht absehen, was für Folgen auf ihn zukommen. Das Jugendamt wird nicht zustimmen. Die Operation allein ist für einen Säugling schon eine Riesenbelastung. Ob er die überlebt?

Mit der Nierenspende hat man dem 1. Kind zudem gerade mal 10 Jahre erkauft (das scheint die übliche Lebensdauer eines transplantierten Organs zu sein) – will man dann für das 13 jährige Kind ein neues Kind zur Welt bringen und alles von vorne angehen?

In diesem Fall sage ich ganz klar: NEIN.

Und hier ist meine Meinung nicht religiös geprägt….

Wendy

Hi,

ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube, dass Lebendspenden nur mit Einwilligung desjenigen erlaubt sind, dem das Organ gehört. Und dann auch nur, bei bestimmten Organen wie der Niere (weil 2 davon vorhanden und mit einer überlebt werden kann). Da das Kind noch zu klein wäre um zuzustimmen, erübrigt sich das Ganze. Die Eltern dürfen in so einem Fall rechtlich gesehen nicht die Entscheidung treffen.

Zudem käme aus medizinischer Sicht noch hinzu, dass eine Säuglingsniere wahrscheinlich nicht den Anforderungen eines größeren Körpers gewachsen wäre. Außerdem könnte die Niere genauso geschädigt sein wie beim Geschwisterkind. Das kann man im Vorfeld nicht vorraus sagen.

Das ganze ist doch ein sehr hypothetischer Fall. Wahrscheinlicher wäre so eine Denkweise dann, wenn es um eine Knochmarkstransplantation ginge.

Gruß

Phoebe

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

ehrlich gesagt, verstehe ich nicht, wie man diese Frage überhaupt diskutieren kann.

Selbst wenn es sich nicht um eine Organspende, sondern „nur“ um eine Knochenmarkspende handeln würde.

Der Grund ein weiteres Kind zu bekommen kann nicht darin bestehen, dieses zweite Kind hoffentlich zur Behandlung des ersten Kindes nutzen zu können.

Gerhard

Hallo Helena,
dies war am Montag um 20:15 Tehma in 3Sat.
Die Frage ist was geschiet mit den Embrios die durch den Gen-Check fallen? es müssen ja eine menge Eizellen befruchtet werden die dann auf den Gentyp des andern Kindes geteste werden.
Für meine Tochter alles versuchen auch wenn diese Frage offen bleibt.

Gruß
schnorz

Hallo Helena,

so eine Entscheidung wünsche ich niemandem!

Ich glaube aber, daß man sich immer (und nur dann!) für ein Baby entscheiden sollte, wenn und weil man dieses Kind um seiner selbst willen haben will.

Ich glaube, ein Kind kommt unter einem sehr ungünstigen Stern zur Welt, wenn seine gesamte Existenz instrumentalisiert wird. D.h., wenn ich das Kind nicht bekomme, weil ich es will , sondern weil es zu irgend etwas dienen soll. Sei das nun, die zerrüttete Ehe zu kitten, oder aber, so hart das klingt, sein Geschwisterkind zu retten.

Diese „Aufgabe“ würde ein kleines Leben schon vor der Geburt belasten, glaube ich. Und das steht uns Eltern nicht zu.

Nur meine persönliche Meinung, die anderen Antworten habe ich nicht vorweg gelesen.

Herzliche Grüße,
Nike

Hi!

In wie fern befürwortet oder seid Ihr gewillt, nochmals ein
Kind zu kriegen, in der Hoffnung, daß dieser evtl einen Niere
für sein Bruder spendet???

JETZT würde ich sagen: Nie im Leben! Ich kann doch kein Kind zeugen, damit es als Ersatzteillager dienen kann!

ABER: Ich bin heute morgen aus dem Haus und habe vorher noch meinen Zwerg mit einem Apfel und etwas zum Trinken versorgt (bevor hier Missversändnisse aufkommen: Meine Frau hat derzeit Urlaub und befand sich noch in ihrer Wach-Werd-Phase…). Sein Lächeln und sein verpenntes Gesicht haben mir den Tag erst mal gerettet…

Wenn ich WÜSSTE, dass dies die einzige Chance ist, sein Leben zu retten, würde ich JETZT nicht dafür garantieren, dass es für mich keine Option wäre!

Ich weiß, dass es eigentlich ein klares JAIN ist, aber nachdem ich diese Thematik erst mal verdaut habe, WEISS ich es einfach nicht besser!

LG
Guido

…daß ich keine Kinder bekomme :smile:

Mahlzeit, Helena,

die Frage stellt sich mir als Mann nicht. Letztendlich muß sie jeder für sich beantworten. Oder würdest du Eltern, die sich dafür (bzw. dagegen, je nach eigenem Standpunkt) entscheiden, verurteilen?

Saludos

Sancho

Definitiv: NEIN
Hallo,

Nun meine Frage:
In wie fern befürwortet oder seid Ihr gewillt, nochmals ein
Kind zu kriegen, in der Hoffnung, daß dieser evtl einen Niere
für sein Bruder spendet???

Das ist abartig.
Wie krank muss man sein um sowas ersthaft in Erwägung zu ziehen.

Für Eure Meinungen vielen herzlichen Dank!

Bitte
Stefan

Keine Kinder?
Hallo,

Wie krank muss man sein um sowas ersthaft in Erwägung zu
ziehen.

Man muß gar nicht abartig sein. Man muß nur sein Kind lieben. Ich denke, jeder, der Kinder hat, würde das zumindest in Erwägung ziehen, auch wenn er sich hinterher dagegen entscheidet.

Und ich muß Guido beipflichten: ich traue mir nicht zu, jetzt zu sagen, wie ich mich gegebenenfalls entscheiden würde.

Gruß Kubi

frag dich doch einmal, wie DU dich fühlen würdest, wenn dir deine mutter eröffnete, wir haben dich nur als ersatzteillager gezeugt, nun wirst du operiert und man nimmt dir ein organ raus…

wie willst du das einem kind klarmachen?? horrorvorstellung…nicht immer sollte das, was medizinisch möglich sein mag, auch durchgezogen werden und das hat nun gar nix mit religion zu tun, einfach mit mitgefühl für den armen wurm, der nicht um seiner selbst gezeugt wurde…

grüsse
karin

Doch
Hallo auch,

Wie krank muss man sein um sowas ersthaft in Erwägung zu
ziehen.

Man muß gar nicht abartig sein. Man muß nur sein Kind lieben.
Ich denke, jeder, der Kinder hat, würde das zumindest in
Erwägung ziehen, auch wenn er sich hinterher dagegen
entscheidet.

Ok, hast recht, die Frage stellt sich natürlich, weil es sie gibt.
Trotzdem, je mehr mir das durch den Kopf geht umso wütender werde ich und schuld ist der Autor dieser Frage.
Das eigentlich abartige (;kranke; widerliche; ekelerregende; …) ist der Umstand, dass diese Frage (vor allem in dieser Form) hier überhaupt zu Debatte gestellt wurde.

Und ich muß Guido beipflichten: ich traue mir nicht zu, jetzt
zu sagen, wie ich mich gegebenenfalls entscheiden würde.

Ok, jeder so wie er kann.
Ich finde es allerdings wichtig, zu solchen Fragen eindeutig und unmissverständlich Stellung zu beziehen.

Gruß Kubi

Gruss auch
Stefan

VIELEN HERZLICHEN DANK!
Hallo!

Vielen herzlichen Dank an alle, die meine Frage beantwortet haben. Und nochmals extra danke dafür daß Ihr das nicht ins Religiöse gezogen habt.

Von allen Antworten, mir am nächsten kommt die von Guido.

Es ist eine verdammt schwere Frage und ich wünsche mir diese nie stellen zu brauchen. Allein diese Gedanke ist für mich entsetzlich und zwar deshalb weil ich mir nicht vorstellen WILL , daß mein Sohn so dermaßen krank wird.

Auf den anderen Seite ist es bei mir so, daß ich den hypothetischen 2. Kind nicht nur deshalb haben würde und ich würde ihn zu 100% ganz bestimmt auch seinerselbst Wille lieben. Später (im Gegensatz zu manch einer Äusserung hier) würde ich ihn erzählen wie krank mal sein Bruder mal war und wie stolz wir alle auf ihn sind, daß er das Organ gespendet hat. Auf wessen Einwilligung auch immer.

Ansonsten den Durchschnittsalter eines transplantiertes Organs ist nicht 10 Jahre sondern fast 13. Und da die Hoffnung zuletzt stirbt, würde ich mir sehnlichst wünschen, daß bis dahin eine kompatible Niere gefunden wird.

Was ich ABSOLUT und UNBEDINGT nicht machen würde ist, das Gesetz zu brechen um auf irgendeine Weise an eine Niere zu kommen.

Daß neulich in TV eine Sendung mit dieser Inhalt kam, wußte ich nicht.

Natürlich, wenn das 2. Kind nicht in Frage käme, dann erübrigt sich die Transplantation beim 1. Kind. Und ich würde weiter hoffen, daß es nicht zu spät eine passende Niere gespendet wird.

So das sind meine Gedanken dazu in Anlehnung auf Eure Antworten.
Für Eure Anregungen bedanke ich mich nochmals!

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Deine Unart
Hallo

Ok, hast recht, die Frage stellt sich natürlich, weil es sie
gibt.
Trotzdem, je mehr mir das durch den Kopf geht umso wütender
werde ich und schuld ist der Autor dieser Frage.

Damit wirst Du wohl leben müssen, denn gerade dafür sind Foren da: Um Fragen zu stellen und bestimmt nicht um mit Schimpfwörter tituliert zu werden.

Das eigentlich abartige (;kranke; widerliche; ekelerregende;
…) ist der Umstand, dass diese Frage (vor allem in dieser
Form) hier überhaupt zu Debatte gestellt wurde.

Und wie stellst Du es Dir vor?
Was ist denn so ekelerregend dabei eine Frage zu stellen, die sich bestimmt mancher bereits gestellt haben???
Wie hochgeadelt fühlst Du dich eine Frage so zu betitteln und vorallem warum??
Warum ist krank eine Frage zu stellen, die sich mit der heutigen Gegenwart der medizin auseinandersetzt?
Für was hälts du Dich eigentlich?

Und ich muß Guido beipflichten: ich traue mir nicht zu, jetzt
zu sagen, wie ich mich gegebenenfalls entscheiden würde.

Ok, jeder so wie er kann.
Ich finde es allerdings wichtig, zu solchen Fragen eindeutig
und unmissverständlich Stellung zu beziehen.

Eben! Und das bedarf eine (möglichst öffentliche) Frage.
Von Krankhaft, Ekelhaft oder widerlich keine Spur… ausser evtl in Dein Hirn.

Gruß
Helena (die Autor dieser hier gepostete Frage)

Hi,
je nachdem, was die Ursache war (genetisch oder nicht),
und wie hoch die Heilungschancen bzw Risiken für BEIDE Kinder sind,
JA…
warum?
Wer jemals wirklich über das Leben seines (geliebten) Kindes
entscheiden musste, der würde (wieder) ALLES tun, damit das
Kind überlebt.
Mit meiner Meinung stehe ich LEIDER nicht allein (Deja vu).
LG
D

Mahlzeit, Daggi,

Mit meiner Meinung stehe ich LEIDER nicht allein (Deja vu).

was heißt denn bitte das „leider“? Hast du deine Meinung unfreiwillig?

Grübelt

Sancho

Rehi Sancho,

Mahlzeit, Daggi,

Mit meiner Meinung stehe ich LEIDER nicht allein (Deja vu).

was heißt denn bitte das „leider“? Hast du deine Meinung
unfreiwillig?

Ja, ich stand vor der Wahl.
Und viele Eltern, deren Kids bei meiner auf der Station lagen,
denken, leider, wie ich.

Grübelt

*trotzdem-grins* *froh, dass alles doch ok wurde*

Sancho

D