Angst, Unsicherheit - deshalb Probleme im Job

Hallo zusammen,

ich brauche dringend euren Rat: Ich stecke in den letzten Zügen meines PR-Volontariats und werde in 1 Woche Beraterin. Ich arbeite unheimlich gern da. Aber in letzter Zeit verzweifle ich.

Als Beraterin muss man 1000 Bälle in der Luft halten. Aber ich bin - vermutlich stressbedingt - furchtbar vergesslich geworden, so dass ich in der Agentur schon den Ruf eines Verpeilerlis habe. Ich versuche, mich mit To-Do-Listen, Prios und einem aufgeräumteren Schreibtisch besser zu organisieren, bisher mit mauem Erfolg, Agenturalltag und Prios passt irgendwie nicht zusammen :wink:.

Mit meiner (recht perfektionistischen) Ausbilderin verstand ich mich bisher super. Aber in letzter Zeit ist sie extrem unzufrieden mit mir, und dass mir dauernd Schnitzer unterlaufen, macht es nicht besser. Heutige Ausbeute: vor Ostern vergessen, jemanden cc in die Mail zu setzen („Gut, dass wir noch einen Puffer hatten, sonst wäre das nicht richtig angekommen“). Dann vergessen, dass wir vor Ostern schon eine Freigabe für einen Arbeitsauftrag bekommen hatten. Da sagte sie vor einer Kollegin: „Das hast du mich jetzt nicht wirklich gefragt, oder???“ Es kommen in letzter Zeit auch dauernd Rüffel, ich würde zu unsicher oder zu nett kontakten, manchmal wäre ich nicht genug auf den Punkt, oder es kommen Anspielungen wie „Na, als Beraterin müsstest du das selbst machen.“ Ich traue mich schon gar nicht mehr, eine Mail alleine wegzuschicken, aus Angst, nicht auf den Punkt genau zu formulieren. Ich habe das Gefühl, alles aus dem Blick zu verlieren. Und immer wieder fallen Dinge hinten runter. Da wir aber grad mit einem Kunden etwas Trouble haben, dürfte mir das nicht passieren. Und andere schaffen ihr Arbeitspensum auch, lassen um 18 Uhr 1 den Stift fallen – und das ohne Überstunden!!! Neee, so viel Spaß wie der Job mir eigentlich macht und so gut wie meine Texte bisher immer waren – momentan könnte ich alles hinschmeißen!!!

Gibt es sinnvolle, erprobte Tricks, mit denen ich mich besser organisieren kann? Mein Mann sagte, To-Do-Listen mit Unterpunkten wäre eine Sache. Und was kann ich gegen Vergesslichkeit tun? Ich fühle mich wirklich unwohl, sitze nur noch schweigsam an meinem Platz und denke die ganze Zeit wie ein verschrecktes Reh „Flucht! Flucht! Flucht!“, weil ich merke, dass ich selbst wohlgesonnene Kollegen nerve.

Vielen Dank, dass ich mich mal ausheulen konnte und schon im Voraus für Tipps,
schleichrabe

Hallo,

Ich stecke in den letzten
Zügen meines PR-Volontariats und werde in 1 Woche Beraterin.

Schön, ist doch alles geklärt.

Aber ich
bin - vermutlich stressbedingt - furchtbar vergesslich
geworden

Du wirst halt mit vielen Aufgaben zugeschüttet, weil du sie offensichtlich ohne Murren zu bewältigen versuchst.

Mit meiner (recht perfektionistischen) Ausbilderin verstand
ich mich bisher super. Aber in letzter Zeit ist sie extrem
unzufrieden mit mir

Der unvermeidliche Abschiedskuss. Sie muss halt was mitgeben…

Heutige Ausbeute: vor
Ostern vergessen, jemanden cc in die Mail zu setzen

War er/sie wichtig? Für wen? Irgendein Schaden entstanden?

Dann vergessen, dass wir vor Ostern
schon eine Freigabe für einen Arbeitsauftrag bekommen hatten.

Ihr Job eigentlich?

Es kommen in letzter Zeit auch
dauernd Rüffel

Es sind Tipps und Ratschläge. Man kann sie so oder so anbringen.

manchmal wäre ich nicht genug auf den Punkt, oder es kommen
Anspielungen wie „Na, als Beraterin müsstest du das selbst
machen.“

Nobody is perfect, ist ja noch nicht dein Job.

Ich traue mich schon gar nicht mehr, eine Mail
alleine wegzuschicken, aus Angst, nicht auf den Punkt genau zu
formulieren.

Wenn ein Vorgesetzter zufrieden ist, dann ist er fehl am Platz.

Und immer wieder fallen Dinge hinten runter. Da wir
aber grad mit einem Kunden etwas Trouble haben, dürfte mir das
nicht passieren.

Trouble wegen dir grundsätzlich? Oder eher doch Festmachen möglicher weiterer Fehler an dir und dir die ganze Schuld anlasten?

Und andere schaffen ihr Arbeitspensum auch,
lassen um 18 Uhr 1 den Stift fallen – und das ohne
Überstunden!!!

Volontäre?

…momentan
könnte ich alles hinschmeißen!!!

Lass mal, du bist aufgeregt ohne nennenswerten erkennbaren Grund.

Grüße
Tommy

berufsanfängerin?
schleichrabe?

wie kann man nur so einen unterwürfigen namen im netz haben? wenn es dein wirklicher nachname sein sollte, kannst du nix dafür, aber auch das kann einem den mut im leben (und im job) etwas versauen…

zum thema:

nimm es hin, wenn du an deine grenzen stösst. alle welt will einem immer vermitteln: „du kannst alles schaffen -du musst es nur wollen!“ das ist natürlich vollkommener blödsinn, was habe ich über die szene mit jürgen vogel gelacht, der im zu ostern ausgestrahlten film „kleinohrhasen“ mit gebleechten zähnen und schönheits-op´s diese typisch amerikanischen management-statements abgibt: „you can make it happen -you can make it real!“ -du bist berufsanfängerin, da glaubt man oft an so´n zeug.

die chemie zwischen dir und der firma, zwischen dir und den kollegen und dir und der chefin ist das magische dreick, in dem du eine leichte überforderung erlebst. vermeide es, fehler zu kaschieren, sondern nimm sie als wichtige hinweise, dass du etwas brauchst, um es besser zu machen und überlege, was es ist. die kritik der chefin ist für dich auch sehr wertvoll, solange sie angemessen und respektvoll formuliert wird.

versuche einen humorvollen umgang mit deinen unzulänglichkeiten, die hat jeder. solange du dich besonders irritiert zeigst, nur weil du cc in der email vergessen hast, fehlt dir die selbstsicherheit, das nutzen andere gerne aus, um von ihren fehlern abzulenken, das erhöht deren selbstwert, in dem man dich abwerten kann. gib dich locker.

zum schluss musst du auch deine eigene persönliche leistungsfähigkeit und das arbeitspensum für dich auswiegen. ich habe das früher kennen gelernt, wie es ist, wenn anspruch an sich und realität mit sich nicht übereinstimmen…man muss eben auf sich aufpassen!

Hallo Schleichrabe,

ins Blaue vermutet, würde ich sagen, dass du mit deinem Volontariat vielleicht einige Monate verbracht hast. Grad genug, um den Anfänger-Bonus in den Augen deiner Kollegen zu verlieren („Jetzt sollte sie es aber mal langsam kapiert haben“), aber bei Weitem nicht genug, um echte Routine in deinem Job zu bekommen. Das ist eine stressige Phase, da die Anforderungen an dich steigen, deine Routine und damit deine Effizienz aber noch nicht mithalten kann. Da ist es ganz normal, dass du viel vergisst, weil dein Gehirn eben noch sehr mit Details beschäftigt ist, die es später „automatisch“ erledigt. Es braucht meiner Erfahrung nach etwa 1,5 Jahre, bis sich in einem Job wirklich Routine einstellt.

Mit dem Auto fahren lernen oder einer neuen Sportart ist es auch nicht anders. :smile:

Ich habe an mir selbst in neuen Jobs und an vielen Neueinstellungen genau dieses beobachtet. meiner beobachtung nach, ist das auch ziemlich unabhängig von dem Level des „Anfängers“. Auf unterschiedlichem Niveau geht es da Arbeiter und leitendem Angestellten sehr ähnlich.

Das braucht Geduld. Von dir und deinen Chefs.

Gruß
Burkh

Hallo Tommy,

Wenn ein Vorgesetzter zufrieden ist, dann ist er fehl am
Platz.

das wollte ich mal nicht unwidersprochen lassen. Das Gegenteil trifft zu: Ein Vorgesetzter, der mit Unzufriedenheit zu führen versucht, ist fehl besetzt.

Gruß
Burkh

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Vielen Dank für euren Zuspruch, das hilft auf jeden Fall.

Hallo Burkh,

Wenn ein Vorgesetzter zufrieden ist, dann ist er fehl am
Platz.

das wollte ich mal nicht unwidersprochen lassen. Das Gegenteil
trifft zu: Ein Vorgesetzter, der mit Unzufriedenheit zu führen
versucht, ist fehl besetzt.

Es war wohl wieder einmal etwas zu knapp ausgedrückt. Ein Vorgesetzter muss dezent und selten mal ein Lob aussprechen, und es dann einfach so stehen lassen. Häufiger dagegen seine „Unzufriedenheit“ (ich setze es jetzt bewusst in „“) zum Ausdruck bringen, im Wiederholungsfall deutlich. Als Vorgesetzter muss/sollte er bessere Qualitäten und Qualifikationen haben und diese dann entsprechend in Form von Korrekturen einbringen. Seine Ziele unterscheiden sich deutlich von denen der Mitarbeiter.

Beides, das rare Lob und die häufigeren Unzufriedenheitsäußerungen, sind motivierend. Sie verbessern das Niveau der Mitarbeiter, sie locken Reserven. OK, die Mischung und Art und Weise sind auch entscheidend.

Wenn ich einen Volontär, Neuling oder Lehrling übernehme, dann begründe ich meine Entscheidung mit einem kleinen Lob über ihn, aaaaber… ich lege ihn mir für die gemeinsame Zukunft auch schon zurecht :smile:

So habe ich das UP zumindest gelesen.

Grüße
Tommy

Hallo!

Beides, das rare Lob und die häufigeren
Unzufriedenheitsäußerungen, sind motivierend.

Wenn ich den Satz bloß lese, graust es mir schon davor, unter einem solchen Vorgesetzen zu arbeiten. Das finde ich nicht sonderlich motivierend.

Lob und auch Unzufriedenheit müssen vor allem eines zu sein: Nämlich authentisch, angemessen und ehrlich - und nicht „taktisch“. Wenn ich gute Arbeit mache, will ich dafür gelobt werden, auch wenn ich schon dreimal diese Woche gelobt wurde. Die gute Arbeit wird nämlich nicht dadurch weniger wert, daß ich mehr davon abliefere. Und wenn ein Chef meint, er müsste auf einmal den dritten Krümel im vierten Komma kritisieren, damit ich ein ausreichendes Maß an „Unzufriedenheitsäußerungen“ abbekomme, dann wird er mich damit restlos demotivieren.

Wenn ich einen Volontär, Neuling oder Lehrling übernehme, dann
begründe ich meine Entscheidung mit einem kleinen Lob über
ihn, aaaaber

Und wenn mir als frischgebackenem Gesellen ein Meister damit kommen würde, daß er mich erst mal zurechtlegt, würde ich mich schnell nach einer besseren Stelle umsehen. Solche durchschaubaren pseudopsychologischen Spielchen zeugen nicht gerade von Führungsqualität.

So habe ich das UP zumindest gelesen.

Ja, ich auch. Und was hat die Führungskraft erreicht? Die Mitarbeiter ist verängstigt und denkt über Flucht nach. Das ist keine gute Vorausetzung, um künftig weniger Fehler zu machen.

Ich sehe keinen Sinn darin, wenn ein Vorgesetzer anfängt, kurz vor Ende der Ausbildung Dinge zu kritisieren, die bisher nicht kritisiert wurden. Falls es wirklich gravierende Dinge sind, dann ist es deutlich zu spät. Und falls es nur eine Masche ist, damit dem Lehrling keine Flügel wachsen … dann macht er damit eine Menge kaputt.

Gruß,
Max

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Hallo,

Ein Vorgesetzter muss dezent und selten mal ein
Lob aussprechen,und es dann einfach so stehen :lassen.

Also so ganz kann ich dem auch nicht zustimmen. Klar, dass Lob für jeden selbstverstndlichen Kleinkram nichts bringt. Und dass ein Vorgesetzter ab und zu auch mal „taktisch“ loben muss.

Aber ich freue mich sehr über Lob, wenn es angebracht ist. Erbsenzählerei wegen Kleinigkeiten und Motivation passt für mich nicht zusammen.

Gruß schleichrabe

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Hallo Tommy,

ich habe etwas gezögert, zu antworten, weil wir uns ein wenig vom Brettthema entfernen, aber weil Schleichrabe mit der Diskussion scheinbar etwas anfangen kann, antworte ich doch noch einmal.

Es war wohl wieder einmal etwas zu knapp ausgedrückt.

Ja, das war es, allerdings ist auch diese Antwort von dir eventuell noch zu knapp oder wir sind grundlegend unterschiedlicher Auffassung.

Ein Vorgesetzter muss dezent und selten mal ein Lob aussprechen,
und es dann einfach so stehen lassen. Häufiger dagegen seine
„Unzufriedenheit“ (ich setze es jetzt bewusst in „“) zum
Ausdruck bringen, im Wiederholungsfall deutlich.

Ich bin eher vom Gegenteil überzeugt. Loben so laut, öffentlich und deutlich wie möglich, gern in größerer Runde. Kritik immer konstruktiv (wenn ich Druck aufbaue, muss ich auch zeigen, wo die Tür ist, durch die ich den Mitarbeiter haben will), im möglichst kleinen Kreis (am Besten unter 4 Augen) und nur so viel, wie erforderlich. Unzufriedenheit, bzw. zielloses Meckern: nie!

Beides, das rare Lob und die häufigeren
Unzufriedenheitsäußerungen, sind motivierend.

Sorry, das sind Führungsvorstellungen aus den 60ern. Lange überholt. So killt man Bereitschaft zur Eigenverantwortung bei den Mitarbeitern. Ich persönlich möchte nicht in einem Unternehmen arbeiten, das noch so geführt wird. Ich würde mir auch sehr überlegen, ob ich noch einmal so eines kaufe.

Gruß
Burkh

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Hallo zusammen,
um noch einmal auf die Ursprungsdiskussion zu kommen: Hat denn jemand praktische Tipps, wie man Arbeitsabläufe besser strukturieren kann? Wie macht ihr das, wenn ihr kein Land mehr seht? Und hat jemand Erfahrungen gemacht mit Gedächtnisübungen, Gingko oder anderen Ernährungstricks?
Danke,
schleichrabe

Hallo,

Beides, das rare Lob und die häufigeren
Unzufriedenheitsäußerungen, sind motivierend.

Wenn ich den Satz bloß lese, graust es mir schon davor, unter
einem solchen Vorgesetzen zu arbeiten. Das finde ich nicht
sonderlich motivierend.

Dich stört „Motivation“ durch Unzufriedenheitsäußerung. Wie bringst du eigentlich Kritik an? Demotivierend?
Ist Kritik für dich ein Ding der Unmöglichkeit?
Dann würde ich darauf antworten, du hast keinerlei Führungsqualitäten. Kritik muss sein, ist unvermeidbar. Die Art und Weise ist ein anderes Thema.

Lob und auch Unzufriedenheit müssen vor allem eines zu sein:
Nämlich authentisch, angemessen und ehrlich

  • und nicht „taktisch“.

Du unterstellst mir jetzt, dass ich es nicht so handhabe.
Ich lebe mit und von der Leistung Untergebener. Ich äußere meine Kritik offen und ehrlich, manchmal begründend, manchmal nicht. Über das Gefühlsleben und die Erwartungshaltung des/der Empfangenden kann ich ich mir wenig Gedanken machen, weil nicht beeinflussbar.

Wenn ich gute Arbeit mache, will ich dafür gelobt
werden, auch wenn ich schon dreimal diese Woche gelobt wurde.

Du wirst als AN in erster Linie bezahlt. Das ist das Lob. Alles weitere ist Erwartungshaltung, die erfüllt wird oder auch weniger oder gar nicht.
Ein wenig Realitätsnähe vermisse ich hier. Wir reden hier von Jobs, Unternehmen, Wirtschaftlichkeit, Aus- und Weiterbildung, Verdienst, Produktivität. Nicht von Streicheleinheiten, Schmusekurs, Gefälligkeiten, Wohlbefinden usw.

Die gute Arbeit wird nämlich nicht dadurch weniger wert, daß
ich mehr davon abliefere.

Habe ich etwas von Quantität geschrieben? Kritik mit dem Ziel der Verbesserung dient in erster Linie der Qualität. Nicht mehr.

Und wenn mir als frischgebackenem Gesellen ein Meister damit
kommen würde, daß er mich erst mal zurechtlegt, würde ich mich
schnell nach einer besseren Stelle umsehen. Solche
durchschaubaren pseudopsychologischen Spielchen zeugen nicht
gerade von Führungsqualität.

Du unterschlägst Authentizität, Angemessenheit und Ehrlichkeit wie oben schon geschrieben, und bestreitest sie mir gegenüber.

Ja, ich auch. Und was hat die Führungskraft erreicht? Die
Mitarbeiter ist verängstigt und denkt über Flucht nach.

Letzteres wohl nicht. Ich habe ihr geschrieben, dass gewisse und erklärbare Verhaltensweisen dahinter stehen.

Das ist keine gute Vorausetzung, um künftig weniger Fehler zu
machen.

Könnte es möglicherweise sein, dass gewisse Kritik auch zu Recht erfolgt ist? Für den anstehenden Job?

Grüße
Tommy

Hallo,

wenn ich „kein Land mehr sehe“, viel vergesse und den Überblick verliere, dann weiß ich, dass ich dringend Erholung brauche - und versuche mir die, soweit es geht, zu verschaffen.

Meine Tips wären also:

  • Fang bloß nicht an, Dich zusätzlich mit Gedächtnistrainung zu stressen.
  • Gesteh Dir zu, dass das gerade eine schwierige Zeit mit hohen Anforderungen ist - und dass dabei Fehler passieren. (Jaja, das schreibt sich leicht hin.)
  • Und wenn es geht, schau, dass Du mal ein entspanntes Wochenende verbringst. (Ich hoffe, das ruft jetzt nicht nur hysterisches Lachen hervor!)

Ich weiß nicht, ob Dir das jetzt hilft… mittendrin in dem Kuddelmuddel kann man solche Sätze ja manchmal schlecht brauchen.

Du wirst schon Deinen Weg finden!

Viele Grüße,

Jule

Hallo!

Dich stört „Motivation“ durch Unzufriedenheitsäußerung. Wie
bringst du eigentlich Kritik an?

In dem ich Kritik äußere.

Lob und auch Unzufriedenheit müssen vor allem eines zu sein:
Nämlich authentisch, angemessen und ehrlich

  • und nicht „taktisch“.

Du unterstellst mir jetzt, dass ich es nicht so handhabe.

So verstehe ich Deinen Beitrag. Denn wenn ich mich an der Formel „rares Lob und viel Unzufriedenheit“ orientiere, kann ich den guten Mitarbeiter, der viel Lob verdient und wenig Kritik, nicht authentisch und ehrlich loben oder kritisieren, sondern muß Lob unter deen Tisch fallen lassen und Kritik aufbauschen. Wenn ich aber ehrlich lobe und kritisieren, brauche ich keine Formel, sondern muss mich an dem orientieren, was der Mitarbeiter tut.

Ein wenig Realitätsnähe vermisse ich hier.

Ebenso wie ich bei dir. Offensichtlich stösst dein Patentrezept einigen Menschen hier unangenehm auf. Nun, Mitarbeiter sind auch Menschen. Das erinnert mich an einen Manager, mit dem ich mal ein Gespräch hatte. Der hatte mit einer grandiosen Aktion sämtliche Mitarbeiter demotiviert und wurde nicht müde zu erklären, das das die völlig verkehrte Reaktion gewesen sei, die Mitarbeiter hätten eigentlich motiviert sein müssen. Willkommen in der Realität!

Die gute Arbeit wird nämlich nicht dadurch weniger wert, daß
ich mehr davon abliefere.

Habe ich etwas von Quantität geschrieben?

Ich meine damit die Menge des Lobes: Für viel gute Arbeit will ich auch viel Lob haben. Wenn der Chef meint, mich trotzdem „rar“ loben zu müssen, motiviert er mich nicht.

Du unterschlägst Authentizität, Angemessenheit und Ehrlichkeit
wie oben schon geschrieben, und bestreitest sie mir gegenüber.

Ja, weil ich sie für ausgeschlossen halte, wenn amn sich an deine Formel hält. Entweder man betrachtet die Menschen ODER man krassllt sich an die Formel.

Könnte es möglicherweise sein, dass gewisse Kritik auch zu
Recht erfolgt ist? Für den anstehenden Job?

Natürlich. Das hatte ich ja geschrieben.

Gruß,
Max

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Hallo,

mal vorab: Hast du Mitarbeiter, die du führen musst? Als Chef mit Verantwortung für dein Geld? Oder als Angestellter so zwischendrin?

Dich stört „Motivation“ durch Unzufriedenheitsäußerung. Wie
bringst du eigentlich Kritik an?

In dem ich Kritik äußere.

Motivierend oder demotivierend? Das waren meine weitere Fragen in diesem Zusammenhang, im gleichen Absatz. Just picking ist unfaire Taktik. Beschreib doch mal, wie du motivierend oder demotivierend kritisierst, und weshalb vielleicht einmal so oder so.

Du kritisierst meine Ansichten hinsichtlich „Kritik“, und begründest es ausschließlich mit dem Argument „Lob“. Du Gutmensch, ich Schlechtmensch. So einfach ist es aber nun wirklich nicht.

Du unterstellst mir jetzt, dass ich es nicht so handhabe.

So verstehe ich Deinen Beitrag.
Denn wenn ich mich an der
Formel „rares Lob und viel Unzufriedenheit“ orientiere, kann
ich den guten Mitarbeiter, der viel Lob verdient und wenig
Kritik, nicht authentisch und ehrlich loben oder kritisieren,

Wenn ich mich stattdessen an einer „Formel“ viel Lob und wenig Kritik" orientiere, geschieht folgendes:

Offensichtlich stösst dein
Patentrezept einigen Menschen hier unangenehm auf.

Du wertest das an dich gerichtete anonyme Lob nicht nur als Bestätigung deiner Ansicht, nein, du wertest es sofort als meine falsche Ansicht. Das Lob wertet dich für dich gegenüber mir automatisch auf. Anstiftung zum Mobbing im Berufsleben auf den Zwischenebenen der Hierarchie.

Nun, Mitarbeiter sind auch Menschen.

Nein. SCNR. Just picking.

Ich meine damit die Menge des Lobes: Für viel gute Arbeit will
ich auch viel Lob haben. Wenn der Chef meint, mich trotzdem
„rar“ loben zu müssen, motiviert er mich nicht.

Lies doch noch mal meinen Absatz „Du wirst als AN in erster Linie bezahlt. …“.

Ja, weil ich sie für ausgeschlossen halte, wenn amn sich an
deine Formel hält. Entweder man betrachtet die Menschen ODER
man krassllt sich an die Formel.

Ich habe keine Formel, da kannst du uneingeschränkt davon ausgehen. Alle individuellen Probleme von Mitarbeitern, die sie an mich herantragen, egal welcher Art, private, mit Kollegen oder sonstiges, werden ausschließlich mit diesen besprochen. Alles andere wird für alle gleichermaßen gehandhabt, ohne Unterschied. Und wenn du dabei nur Lob-um-dich-werfend durch den Laden läufst, wirst du in wenigen Tagen das perfekte Chaos hervorrufen.

Grüße
Tommy

Hallo!

mal vorab: Hast du Mitarbeiter, die du führen musst? Als Chef
mit Verantwortung für dein Geld?

Ich bin Selbständiger und habe in verschiedenen Projekten die Teamleitung. Als Redakteur habe ich Volontäre geführt, als Chefredakteur auch schon Redaktionen. Zudem habe ich mit vielen Freien Autoren, Fotografen und Gestaltern zusammengearbeitet.

Was ich aber noch viel wichtiger finde: Ich bin als Volontär und Redakteur auch schon geführt worden. Und deswegen weiß ich sehr genau, was mich und meine Kollegen damals motiviert hat und was nicht.

Ich habe zudem in den vergangenen Jahren ein paar Inneneinsichten bekommen in Abteilungen bei Großkonzernen wie Siemens und auch in die Organisationsstruktur zweier großer, bundesweiter Vereine - wo das Motivationsproblem wegen der fehlenden Bezahlung ja noch eine größere Rolle spielt. Und überall habe ich immer wieder fassungsloses Erstaunen auf der Führungsebene beobachten können, weil die blöden Mitarbeiter so ganz anders ticken als Manager denkt. :smile: Und immer wieder die Beteuerung, daß die Reaktion der Mitarbeiter „falsch“ ist und die Methode „richtig“.

Motivierend oder demotivierend?

Es versteht sich von selbst, daß man mit Kritik nicht demotiverenm sollte. Das steht hier auch nicht zur Debatte. Mir ging es um Deine Aussage, daß „Rares Lob und häufige Unmutsäußerungen“ motivierend sein sollen. Und daß ein Vorgesetzter, der nicht zufrieden ist, fehl am Platz ist.

Du kritisierst meine Ansichten hinsichtlich „Kritik“,

Nein, tue ich nicht. Ich kritisiere Deine Aussage, daß ein Chef wenig loben und viel kritisieren soll. Und das ein Vorgesetzer per Definitition unzufrieden sein muß.

Wenn ich mich stattdessen an einer „Formel“ viel Lob und wenig
Kritik" orientiere,

Was ich allerdings auch nie behauptet habe. Mir ging es darum, daß Mitarbeiter ihren Leistungen angemessen gelobt und kritisiert werden sollen - und nicht nach irgendeiner Formel. Weder der einen, noch der anderen.

Du wertest das an dich gerichtete anonyme Lob

Nein, ich werte die drei anderen kritischen Postings neben meinem als Kritik an Dich. Und das anonyxme Lob an mich als Bestätigung meiner Ansicht. Mehr nicht.

Ich habe keine Formel, da kannst du uneingeschränkt davon
ausgehen.

Wie war deinwe Aussage mit dem raren Lob und den häufigen Unmutsäußerungen denn dann gemeint? Das ist eine ehrlich gemeinte Frage. Bei mir ist es als taktisches, formelhaftes Verhalten angekommen. Wenn ich dein Mitarbeiter wäre und ich hätte diese Zeilen gelesen, dann wäre ich ziemlich demotiviert. Bei mir hat’s also schon mal nicht funktioniert.

Alle individuellen Probleme von Mitarbeitern, die
sie an mich herantragen, egal welcher Art, private, mit
Kollegen oder sonstiges, werden ausschließlich mit diesen
besprochen.

Stand das irgendwo zur Debatte? Habe ich das irgendwo angezweifelt?

Und wenn du dabei nur
Lob-um-dich-werfend durch den Laden läufst

Was ich nie geschrieben habe. Ganz im Gegenteil: Lob muss angemessen sein.

Du hattest geschrieben, daß ein Vorgesetzer „bessere Qualitäten und Qualifikationen“ haben muss als die Mitarbeiter. Das bedeutet aber umngekehrt auch, daß die Mitarbeiter niemals besser sein werden als der Vorgesetzte. Aber wie soll das funktionieren? Als Chefredakteur hätte ich ja dann besser sein müssen als mein bester Redakteur, bester Autor, bester Fotograf, bester Layouter … bin ich eine eierlegende Wollmichsau? Und wenn ich das behaupten würde: Wie glaubwürdig bin ich dann noch?

Ich muss eigentlich nur ein besserer Chefredakteur sein als andere - und dazu gehört, daß ich Qualität erkenne, wenn ich sie sehe, und fördere, wenn ich die Möglichkeit habe. Und wenn ich mit den besten Leuten zusammenarbeite, dann werde ich die nicht mit „rarem Lob und häufigeren Unzufriedenheitsäußerungen“ führen können, ohne mich lächerlich zu machen. Das geht vielleicht bei mittelmäßigen oder schlechten Leuten. Und umgekehrt: Wenn das mein Führungsstil ist, werde ich auf Dauer auch nur die mittelmäßigen oder schlechten Leuten behalten können.

Liebe Grüße,
Max

PS:

die drei anderen

Sorry: zwei.

M.

Hallo,

worin könnten unsere unterschiedlichen Ansichten begründet sein?
Branche? Individuelle Erwartungshaltung? Berufliche Entwicklung? Unterschiedliche Wahrnehmung?

Ich bin Selbständiger und habe in verschiedenen Projekten die
Teamleitung.
Als Redakteur habe ich Volontäre geführt, als
Chefredakteur auch schon Redaktionen. Zudem habe ich mit
vielen Freien Autoren, Fotografen und Gestaltern
zusammengearbeitet.

Branche ist schon mal zutreffend. Ausführendes Mittelstandunternehmen Gebäudetechnik. Rein technisches, kaufmännisches und rechtliches Denken, kaum künstlerische Ambitionen und Kenntnisse notwendig. Hieraus würde ich auch die unterschiedlichen individuellen Erwartungshaltungen begründen.

Was ich aber noch viel wichtiger finde: Ich bin als Volontär
und Redakteur auch schon geführt worden.
Und deswegen weiß ich
sehr genau, was mich und meine Kollegen damals motiviert hat
und was nicht.

Die ersten Jobs prägen sicherlich. Ich weiß aber ebenso auch, was für mich motivierend ist (und für die Kollegen. Sie wissen es auch für sich selbst). Letztendlich sind die individuellen und gemeinsamen Erfolge entscheidend. Lob „darf“, muss aber nicht ausdrücklich ausgesprochen sein. Das betrifft Lob von oben nach unten wie umgekehrt.

Ich habe zudem in den vergangenen Jahren ein paar
Inneneinsichten bekommen in Abteilungen bei Großkonzernen wie
Siemens und auch in die Organisationsstruktur zweier großer,
bundesweiter Vereine

Es gibt offensichtlich deutliche Unterschiede, nicht nur hinsichtlich Branche, auch hinsichtlich Unternehmensgröße. Letzteres ist die Basis für „falsches/intrigantes“ Lobhudeln und Mobbing. Darin haben wir ähnliche Erfahrungen und Kenntnisse.

Motivierend oder demotivierend?

Es versteht sich von selbst, daß man mit Kritik nicht
demotiveren sollte. Das steht hier auch nicht zur Debatte.

Doch, für mich schon. Ehrlichkeit, Angemessenheit, Motivation und Nutzen in einer Kritik mitzugeben ist wesentlich schwieriger als „nur loben“. Entsprechend ist der Motivationseffekt auch unterschiedlich anhaltend und intensiv. Ein Lob motiviert sicherlich, richtig gesetzte Kritik mehr. OK, sie ist verbunden mit einem Lob dergestalt „das passiert nun mal, war keine Absicht, das kriegen wir schon wieder hin, …“ (ich sehe den Verriss jetzt schon vor Augen ob der umständlichen Beschreibung).

Mir ging es um Deine Aussage, daß „Rares Lob und häufige
„Unmutsäußerungen““ motivierend sein sollen.
Ich kritisiere Deine Aussage, daß ein
Chef wenig loben und viel kritisieren soll.

Hab ich jetzt versucht zu erläutern.

Was ich allerdings auch nie behauptet habe. Mir ging es darum,
daß Mitarbeiter ihren Leistungen angemessen gelobt und
kritisiert werden sollen

„Ned gschimpft is globt gnua“. Du bist doch ein Bayer, wenn ich mich nicht irre, oder? Back to the roots! (das war jetzt ein wenig OT :smile:

Du hattest geschrieben, daß ein Vorgesetzer „bessere
Qualitäten und Qualifikationen“ haben muss als die
Mitarbeiter. Das bedeutet aber umgekehrt auch,

Nein, es bedeutet nicht grundsätzlich

daß die
Mitarbeiter niemals besser sein werden als der Vorgesetzte.

a) Unterschiedliche Funktionen
b) Aufstiegsmöglichkeiten bestehen durchaus und werden auch wahrgenommen

Zur Erläuterung unsere „Aufstellung“:
Das Team (ca. 20 Personen, im Laufe der letzten zehn Jahre langsam gewachsen) zur Bearbeitung und Abwicklung von gebäudetechnischen Projekten besteht aus mehreren Teams, gleichrangig. Projektleiter, Zeichner, Bauleiter (Ingenieure und Techniker). Teams zum Teil auf besondere Aufgabenstellungen spezialisiert, dennoch alle Mitarbeiter mehr oder weniger in anderen Teams einsetzbar. Projektverantwortung/Team in der Größenordnung von 3-5 Mio/a. Und daraus täglich resultierende Problemen durch individuelle Fehler oder von außen hereingetragene Probleme. Und daraus resultierend 80-90% „Kritik“, in angemessener Form. Abgänge? Ein einziger Mitarbeiter in 10 Jahren. Zahlen? Schwarz, mit Ausnahme eines Jahres.

Unterschiedliche Wahrnehmung des alltäglichen Geschäfts. Ich beurteile Lob und Kritik nach Häufigkeit, du vielleicht eher nach eigener Wertigkeit. Scheinbar funktionieren beide Systeme, für die Branche, die Kollegen, und und und…

Als Chefredakteur hätte ich
ja dann besser sein müssen als mein bester Redakteur, bester
Autor, bester Fotograf, bester Layouter …

Nun, ich könnte sicherlich auch nicht jeden Kollegen gleichwertig ersetzen

Wie glaubwürdig bin ich dann noch?

Das kommt darauf an, wie man seine Funktion aus- und erfüllt.

Grüße
Tommy

Hallo!

Ehrlichkeit, Angemessenheit, Motivation
und Nutzen in einer Kritik mitzugeben ist wesentlich
schwieriger als „nur loben“.

Ich habe nie geschrieben, daß man nur loben soll. Das schreibe ich glaube ich inzwischen zum 3. oder 4. Mal. Kritik ist angebracht, wenn Kritik angebracht ist, Lob ist angebracht, wenn Lob angebracht ist.

Ehrlich gesagt weiß ich inzwischen gar nicht mehr, was Du denkst. Ich finde alle Deine Postings sehr widersprüchlich. Dein Ausgangsposting hatte ich so verstanden, daß der Fragestellerin quasi rätst, die Unzufriedenheit ihrer Vorgesetzten nicht zu ernst zu nehmen, weil Vorgesetzte nun mal immer unzufrieden sind, weil sie sonst keine guten Vorgesetzten sind.

Aber gleichzeitig vertrittst Du nun die Ansicht, daß gute Vorgesetze ehrlich und angemessen kritisieren. Aber wenn die Kritik ehrlich und angemessen ist, dann sollte man sie sich doch auch zu Herzen nehmen, oder?

Ich verstehe das ganze überghaupt nicht mehr.

„Ned gschimpft is globt gnua“.

Ist meiner Meinung nach geradezu tödlich für Motivation.

Unterschiedliche Wahrnehmung des alltäglichen Geschäfts. Ich
beurteile Lob und Kritik nach Häufigkeit, du vielleicht eher
nach eigener Wertigkeit.

Den Satz verstehe ich auch nicht. Mir ging es immer nur um Angemessenheit.

Aber lassen wir’s.

Gruß,
Max

Branche!
Hallo!

Branche?

Teufel auch, da könntest Du recht haben. :smile: Ich habe mir gerade überlegt, für was Lob in meiner Branche wichtrig ist, und habe festgestellt: Es gibt eigentlich nur sehr schwammige Kriterien, wann eine Arbeit gut oder sehr gut oder nur „grad so“ ist. Bei handwerklichen und technischen Berufen ist das vermutlich anders, da gibt „Harte“ Kriterien: Einem Klempner, der ein Waschbecken angeschlossen hat und anschließend den Hahn aufdreht und sich die Hände wäscht, muß man nicht sagen, daß er das gut gemacht hat - das sieht er selbst. :smile:

Ob ein Text oder ein Layout „gut“ ist, hängt aber auch immer ein bißchen davon ab, wie er von den Lesern aufgenommen wird - und der Chef ist oft der erste Leser. Klar gibt’s auch da Kriterien, aber gerade die „Feinabstimmung“ ist eher schwammig. Wenn ich einme geniale Glosse geschrieben habe und zum Chef gehe, will ich wissen, ob er sie auch genial findet. Wenn dann nur kommt „Da isn Kommafehler drin“ dann ist das frustrierend.

Lg,
Max