Mein Sohn, 3 Jahre alt, hat panische Angst vor Blitz und Donner.
Obwohl wir immer mit gutem Beispiel vorangehen, und ein Gewitter als etwas Schönes bezeichnen und zusammen zum Fenster rausschauen, lässt er sich nicht beruhigen, erst recht nicht, wenn er abends im Bett liegt und eigentlich schlafen sollte.
Jetzt habe ich von einer kleinen Geschichte vom Regenmacher gehört, der ein Regenfass über die Wolken rollt, welches eben den Donner verursacht. Kennt jemand diese Geschichte und kann sie mir komplett erzählen? Vielleicht nimmt das ja die Angst…
Oder gibt es Bilderbücher, die man gemeinsam anschauen könnte?
Hallo,
probiere es doch mal mit Physik - erkläre ihm in Ruhe wie es zum
Gewitter kommt (die Sache mit kalter und warmer Luft und Elektrizität).
Oft verliert man doch die Angst, wenn etwas verständlich wird.
Physikalische Erklärungen bringen bei einem 3jährigen nichts, meiner Meinung nach. Ganz abgesehen davon, dass die wenigsten Erwachsenen wirklich wissen, was bei einem Gewitter physikalisch vor sich geht …
Noch eine Schlußbemerkung: es ist einfach so, dass Kinder in dem Alter oft Angst vor Gewitter haben, das ist normal und gibt sich wieder. Ist doch was schönes, zusammen im Elternbett zu kuscheln, wenn’s draußen so richtig ungemütlich und scheußlich ist.
Nachmittagsgewitter abwarten, Kind und Eltern Badesachen anziehen, mitten im Gewitter raus in den Platzregen und kreischend und schreiend im Regen rumtoben.
Sorry, aber das ist gar keine gute Idee. Wenn es dich erwischt, dann sind die Überlebenschancen nicht gerade rosig. Man sollte schon vorsichtig sein, wenn ein Gewitter nur in Hörweite ist, denn Blitze können riesige Entfernungen überbrücken. Es sind nicht wenige Fälle bekannt, wo einzelne Blitze plötzlich und unerwartet deutlich außerhalb des sichbaren Gewitters eingeschlagen sind und auch Opfer gefordert haben. Die freie Natur ist kein Laborbetrieb und wo ein Blitz wann genau einschlägt hängt von so viel Faktoren ab, dass man es außerhalb des Labors nicht vorhersagen kann. D.h. man ist auch im Schatten eines hohen Hauses oder Baumes nicht in Sicherheit.
Es sind nicht wenige Fälle bekannt, wo einzelne
Blitze plötzlich und unerwartet deutlich außerhalb des
sichbaren Gewitters eingeschlagen sind und auch Opfer
gefordert haben.
Die Zahl der Blitztoten liegt in Deutschland bei unter zehn pro Jahr. Eine Zahl der Verletzten habe ich nicht griffbereit. Getrennte Statistiken über die Entfernung eines Einschlagortes zum Gewitterzentrum kenne ich nicht. Es sind aber schon Wolkenblitze mit bis zu 140 Km gemessen worden, und das zeigt, wie weit so ein Blitz wandern kann. Einige Kilometer sind immer drin.
Die Zahl der Blitztoten liegt in Deutschland bei unter zehn
pro Jahr.
Und wieviele davon hats erwischt, während sie während eines Gewitterregens hinter ihrem Haus im Garten im Regen rumhüpften ?
Ja, ich weiß auch, dass man vom Blitz getroffen werden kann, aber wieviele Leute fahren während eines Gewitters in der Stadt rum etc… Das kann doch nicht alles fahrlässiges „Leben riskieren“ sein.
Nachmittagsgewitter abwarten, Kind und Eltern Badesachen
anziehen, mitten im Gewitter raus in den Platzregen und
kreischend und schreiend im Regen rumtoben.
Hat zwar was, würde ich aber mit meinem
Kind nicht machen, weil ich es selber
auch nicht machen würde
als das irgendwann mal thematisiert wurde, habe
ich ihr erklärt, dass Blitze zwar sehr gefährlich
sind und einen verbrennen können, wir aber „im Haus“
sicher sind,
justament in dieser Diskussion bin ich mit ihr
rausgegangen und hab ihr die Stelle gezeigt, an der
am Haus der Blitzableiter die Wand runterkommt und
in der Erde verschwindet,
Seit dem fragt sie immer, wann wir wieder ein
richtiges Gewitter bekommen. Letztens wurden
wir bei Bekannten im Garten überrascht, - als
es dann losging kam der „wissende Kommentar“:
„das sind ja nur kleine Blitze“
Ja stimmt … ich würde ja auch nicht das Buch vorlesen, sondern vielleicht die Bilder zeigen und eine eigene Geschichte dazu erfinden, die harmloser ist … Fiel mir halt nur ein im Bezug auf „Unwettergestalten“.
diese Angst bei Gewitter haben wohl viele Kinder. Ich erinnere mich noch gut an die Furcht, die ich hatte, aber auch an die Faszination, die Blitz und Donner auf mich ausübten.
Meine Kinder ließen es sich mit „Physik“ erklären, die meiner Freundin beruhigten sich bei der Vorstellung von kegelnden Engeln im Himmel, die einen Riesenspaß hatten. Jeder reagiert halt anders.
Hat zwar was, würde ich aber mit meinem
Kind nicht machen, weil ich es selber
auch nicht machen würde
Stadtkind ?
Gewitter zählen für mich zu den typschen Naturgewalten, die man in diesen Breitengraden so erleben kann, ähnlich wie Sturm, Meeresbrandung etc.
Als norddeutsches Landei war ich automatisch immer ziemlich nahe an diesen Naturgewalten dran. Ich kann mich aber nicht erinnern, dass ich davor tatsächlich Angst hatte. Diese Nähe hat bei mir eher zu einer gewissen Faszniation, gepaart mit Respekt geführt. Mir war immer klar, dass von diesen Naturgewalten auch eine Gefahr ausgeht (entwurzelte Bäume gehören zu einer sehr frühen Erinnerung), allerdings ohne das Gefühl von Angst. Ich hab keine Ahnung, wieso diese Gealten bei einigen Kindern (und ja auch bei etlichen Erwachsenen) zu Angst führen. Mir scheint, dass Kinder vielleicht instinktiv merken, dass etwas „Besonderes“ vor sich geht, etwas mit viel potentieller Gewalt und Zerstörungskraft. Wenn Kinder davor dann Angst haben, bezweifele ich, dass ein Buch in Verbindung mit „ist es nicht schön“ oder irgend welchen Verniedlichungen hier irgendwas ausrichten kann. Ein Gewitter ist nicht „schön“, es ist gewaltig und ich glaube, Kinder kennen diesen Unterschied sehr wohl.
wir haben unserer Großen (bald 4) erklärt, dass die Blitze elektrische Entladungen sind, so ähnlich als ob sie beim rutschen auf der Rutsche im Garten sich manchmal auflädt und es dann kurz „funkt“, nur viel größer und stärker. Wir haben erklärt, dass man bei Gewitter nicht draußen baden darf und am besten ins Haus oder ins Auto geht, weil man da sicher ist.
Den Donner haben wir erklärt, dass da „die Wolken zusammenrumpeln“, was nicht 100% korrekt ist, aber auch kein totaler Blödsinn (sie war damals kaum 3 und zwar verständig, aber es wissen ja nicht mal alle Erwachsenen). War mir lieber als irgendwelche Hilfsfiguren. Darauf aufbauend kann man mit wachsendem Verständnis die korrekte Erklärung nachreichen.
So kann sie bei Gewitter durchaus einschlafen, zumindest wenn es nicht allzu stark ist. Wenn nachts ein Gewitter sie weckt, dann darf sie, genau wie ihre kleine Schwester (bald 2 J.) zu uns ins Bett.
alternativ könnte man ja, wenns fürs kind so gefährlich ist, das kind von anderen leuten ausleihen?
wenns geht, eines, was dem eigenen kind letzte woche mit der schüppe uffn kopp jehauen hatte, da im sandkasten?
rechnen wir mal die spezifischen Unfallzahlen für radfahrende Kinder aus, darf kein Kind mehr mit dem Rad fahren, oder gar eine Straße überqueren oder unter einem Baum sitzen (es könnte ja ein Ast herunterfallen…
Tschuldige bitte Wiz, aber ich bin bessere Beiträge von Dir gewohnt.
Die Gefahr in der Nähe eines Hauses oder in einem Hof vom Blitz getroffen zu werden ist fast so hoch wie von einem UFO entführt zu werden.
rechnen wir mal die spezifischen Unfallzahlen für radfahrende
Kinder aus, darf kein Kind mehr mit dem Rad fahren, oder gar
eine Straße überqueren oder unter einem Baum sitzen (es könnte
ja ein Ast herunterfallen…
Sicherlich ist die Wahrscheinlichkeit vom Blitz getroffen zu werden recht gering, und ich bin ja auch immer ein Vertreter der Meinung, dass es nichts bringt kleine Risiken mit großem Aufwand und großen Einschränkungen zu minimieren. Aber genau dieser zweite Teil der Aussage ist es doch, der die Frage des Schutzes vor Blitzen anders beantworten lässt, als die Frage des Radfahrens, Bäume Bekletterns, …
Die Blitzgefahr ist auf einen kurzen zeitlichen Moment ganz konkret da und eine Vermeidung bedeutet keinerlei Verlust von Lebensfreude oder sonstige Einschränkung. Und es ging hier ja auch nicht darum, panisch beim erste besten Donnergrollen ins Haus zu rennen, sondern um die Aussage mit Absicht rauszurennen, wenn gerade über einem ein Gewitter tobt.
Auch wenn wir beide unsere lieben Kleinen sicherlich gerne draußen mit dem Fahrrad fahren lassen, würden wir sie vielleicht doch für einen Nachmittag auf andere Gedanken bringen wollen, wenn vor der Haustür ein Motorradrennen veranstaltet wird, oder?
Die Zahl der Blitztoten liegt in Deutschland bei unter zehn
pro Jahr.
Man sollte dazu sagen, dass zu Zeiten wo man nicht im Auto durch die Gegend rollte und Feldarbeit noch gang und gebe war - also im 19. Jahrhundert - die Zahl bei über 100 pro Jahr lag.
Weniger Blitze sinds bestimmt nicht, sondern zunehmender Schutz.
Für die USA weiss ich von Durchschittlich jährlich 73 Toten und über 300 Verletzten.
langsam entwickelt sich ein Streit um des Kaisers Bart
Auf einem offenen Feld würd ich kein Kind bei einem Gewitter spielen lassen, genausowenig wie ich es auf die Straße schicken würde wenn ein Motorradrennen stattfindet.
Wenn ein weiterer Diskussionsbedarf besteht ziehen wir aber besser ins Plauderbrett um