Ich habe heute erfahren dass ich übernächsten Samstag vor 700 Leuten sprechen muss. Leider habe ich noch keine Erfahrung mit einer solchen Situation und wollte euch nach Tipps fragen.
Gibt es Tricks die Nervosität in den Griff zu kriegen?
Gibt es vielleicht Medikamente die mir der Arzt gegen das Zittern verschreiben kann, was auch bis dahin wirkt? (Bitte nichts pflanzliches. Hab schon viel versucht!)
Ich neige leider zum extremen zittern! Und das krieg ich nicht so einfach in den Griff!
Mir hat damals Entspannungstraining geholfen - aber ich hatte mehr als 10 Tage Zeit, mich darauf vorzubereiten.
Für Prüfungen habe ich mal eine „Prüfungsmischung“ aus Bachblüten bekommen. Ob es der Placebo war der half - keine Ahnung. Ich war entspannt und locker. Das allein zählte.
Wieso sagt man dir erst so kurz vorher Bescheid? Vielleicht mal mit Hypnose pobieren - dass man dir Selbstvertrauen „einflößt“ und die Angst nimmt. Hypnose hilft ja bei Rauchern etc. auch.
Sonst weiß ich nichts, was so schnell helfen könnte.
Bist du denn fachlich TOP? Und wer sind die Zuhörer?
vielleicht könnten die Betablocker helfen. Sie reduzieren körperliche Symptome, ohne das Denkvermögen zu beeinträchtigen. Dein Arzt kann dir da sicher weiterhelfen.
Ein Trick, den einer meiner Professoren uns für diese Zwecke genannt hat ist, einen spitzen, wirklich unbequemen Stein in den Schuh zu tun. Das kann wohl helfen, die körperlichen Empfindungen weitestgehend auf diesen Bereich zu konzentrieren. Ausprobiert habe ich das mangels Redeangst allerdings nie.
Wenn du öfter Reden halten musst, wäre ein entsprechendes Verhaltenstraining sicher keine schlechte Idee.
fachlich habe ich keine probleme, da bin ich fit. die zuhörer sind allesamt mitarbeiter der firma aus ganz deutschland und dem ausland.
öfter muss ich das nicht machen, deshalb bin ich auch so aufgeregt. ich bin wie gesagt fachlich gut, aber kein großer redner. das ist nicht meine stärke.
von den beta blockern habe ich oft gelesen. helfen die bis dahin?
Viel wichtiger ist, ob du einen Arzt findet, der dir dieses verschreibungspflichtige Medikament ohne gesundenheitlich Notwendigkeit aufschreibt.
Jedes Medikament hat auch Nebenwirkungen und um mein Vertrauen in Ärzte nicht ganz zu zerstören, hoffe ich, dass es keiner verschreibt! Außerdem tritt die Wirkung auch erst zeitverzögert ein, so dass ich mich darauf nicht verlassen würde.
von den beta blockern habe ich oft gelesen. helfen die bis dahin?
Die helfen auch unmittelbar vorher. Auch wenn in der Therapie von Herzerkrankungen Spiegel aufgebaut werden, zeigt sich der Effekt eines Betablockers in der Regel ca. 1,5 Stunden nach Einnahme. Unter Künstlern sind sie sehr verbreitet, etliche mir bekannte Symphoniker nehmen Betablocker vor Konzerten.
Natürlich gibt es Indikationen, die gegen eine Einnahme sprechen können, aber da sie verschreibungspflichtig sind, kannst du die Entscheidung darüber vertrauensvoll in die Hand deines Arztes legen.
Ich neige leider zum extremen zittern! Und das krieg ich nicht
so einfach in den Griff!
Ich bin für jeden Tipp dankbar!!!
Bitte: Mittel der Wahl ist Propanolol (Dociton).
Auch wenn Maren das Vertrauen in die Ärzte verliert. Ich dachte nämlich immer, Aufgabe der Ärzte sei es, den Leuten zu helfen. Wie man sich irren kann!
es ist aber ein Medikament, welches u. U. für Jahrzehnte, also quasi per se als Dauerzustand eingenommen wird. Natürlich hat es Nebenwirkungen, teilweise auch recht gravierende manchmal (Impotenz zum Beispiel), aber die dürften sich doch wohl bei einer ärztlich überwachten einmaligen Einnahme doch sehr in Grenzen halten, vorausgesetzt es bestehen keine Unverträglichkeiten von deiner Seite aus.
Übrigens unterliegst du einem leider recht verbreiteten Irrtum. Klar gibt es theoretisch etliche pflanzlich recht wirksame Äquivalente aus dem Bereich der Naturheilkunde (wobei die eben, Stichwort „Sanfte Medizin“, genau nicht gleich bei der ersten Einnahme anschlagen dürften, somit in deinem Falle eher von untergeordnetem Interesse wären, denn wenn du diese Naturheilmittel nur aufgrund einer einzigen Gelegenheit, in der du die mal bräuchtest, monatelang vorher einschmeissen musst, dann kann man wirklich nicht mehr von sanfter Medizin sprechen).
Es handelt sich bei diesem Beta-Blocker-„Ersatz“ allerdings eben auch um richtige Medikamente mit richtigen Wirkstoffen. Diese mit dem über den reinen Placeboeffekt (und das auch nur bei Leuten, die daran wahrhaftig glauben) hinaus absolut wirkungslosen esoterischen Schwachfug „Bachblüten“ in einen Topf zu werfen, sollte man bleiben lassen
Alles gute wünscht dir
Annie (die ebenfalls bei Auftritten vor Publikum immer nahe der Ohnmacht weilt)
ich rate DRINGEND von der Einnahme irgendwelcher Medikamente ab - die „beruhigen“ Dich meist nicht nur, sondern lassen Dich anders „auftreten“ als Du eigentlich bist . . .
Offenbar ängstigt Dich die Zahl von 700 Zuhörern; lass´ Dich davon nicht zu sehr beeindrucken, weil ab einer bestimmten Menge an Zuhörern lediglich der Unterschied darin besteht, dass Du Dich damit verrückter machst.
Ich empfehle Dir, die verbleibende Zeit damit zu nutzen, Deinen „Auftritt“ zu üben - fachlich hast Du das Thema drauf, also geht es (nur) noch um die „Verpackung“: Probe vor der Familie, vor Freunden und/oder Kollegen Deinen Part, sprich´ bewusst langsam (das gibt auch innerlich Ruhe), greife Verbesserungsvorschläge auf und geh´ am Tag X als der in die Bütt, der Du wirklich bist und nicht als ein medikamentös abgeschossener Zombie. Wenn es Dir hilft, sag´ ruhig zu Beginn Deiner Ausführungen, dass Du noch nie vor so vielen Menschen gesprochen hast und Du furchtbar nervös bist - dann ist es raus und ggf. geht´s Dir danach besser.
Viel Erfolg mit meinem ultimativen Tipp für Rede-Einsteiger: Reden lernt man nur durch reden oder „Schweigen ist silber, reden ist Gold“!
Genauso habe ich es auch gemacht - und in den Griff bekommen. auch das mit dem „vorher ansprechen der Nervosität“. Die meisten im Publikum würden sich im Leben nicht auf die Bühne stellen und was sagen - und hatten immer Verständnis. Inzwischen macht es sogar Spaß - ohne vorherige Ankündigung.
Grad erst gelesen, sorry
…deinen neuen Beitrag, meine ich.
fachlich habe ich keine probleme, da bin ich fit. die zuhörer
sind allesamt mitarbeiter der firma aus ganz deutschland und
dem ausland.
Ach sooo… Also kein Theaterauftritt. Keine Oscar-Rede. Nichts, aber auch gar nichts, wo die eloquente Bühnenreife, die Performance eine herausgehobene Rolle spielen müsste und sollte.
In meinem langen Leben war ich schon in zahllosen derartigen Veranstaltungen. Diejenigen, die den Danton vorm Tribunal zu geben in der Lage sind, sind in der absoluten Minderheit. Es geht unglaublich vielen dort genauso wie dir und mir. Aber da es ihnen ja primär um die Vermittlung von Information geht und nicht um einen Stand-Up-Kabarettpreis, lesen die einfach eiskalt vom Blatt ab. Streckenweise auch mit einigermassen zittriger Stimme. Schon tausendfach erlebt. Überhaupt kein Problem. Mach dir nicht so einen Kopp.
Außerdem tritt die Wirkung auch erst
zeitverzögert ein, so dass ich mich darauf nicht verlassen
würde.
Das ist nicht korrekt.
Die Betablocker stellen eine Möglichkeit dar, v.a. beruhend auf diversen Ansätzen zur Entwicklung von Angst. Ob ich meinem gesunden Herzlein allerdings zumuten würde, die Rezeptoren blockiert zu bekommen, würde ich mir genau überlegen.
@UP: Ich selbst bin auch schüchtern (das meint man nicht, wenn man mich sieht). Meine Taktik: Einfach so tun, als sei ich selbstbewusst. Brust raus, Bauch rein, Schultern zurück, feste Stimme, freundliches, aber bestimmtes Auftreten. Wenn man es schafft, diese Stimmung zu verinnerlichen, adaptiert der Körper das und die lähmende Nervosität verschwindet.
Grüße
Liete
P.S.: Der lerntheoretische Ansatz der Betablocker und der positiven „Selbsttäuschung“, die ich beschrieben habe, ist ein ganz ähnlicher, nur dass Letzterer ohne Medikamente auskommt
du schreibst, dass du fachlich topfit bist und dich auskennst. Das ist schon mal gut. Die Zuhörer sind Kollegen, das ist auch gut, da du keine Anfeindungen zu erwarten hast.
Also was macht dich nervös? Ist es vielleicht die Angst, den Faden zu verlieren oder nicht mehr zu wissen, was du sagen sollst?
Da kann es helfen, wenn du den kompletten Vortrag ausformulierst und ausdruckst (zweizeilig, Schriftgröße je nachdem wie gut deine Augen sind mindestens 12-14, bei Bedarf größer). Das machst du nicht in schriftlicher Sprache, sondern in mündlicher Sprache, also genau so wie man sprechen würde. Und wichtige Stichworte machst du im Text fett, so dass du immer weißt, wo du jetzt ungefähr bist.
Das bedeutet natürlich nicht, dass du den ganzen Vortrag ablesen sollst! Das auf keinen Fall. Es kann aber helfen, die ersten zwei oder drei Sätze abzulesen. Und wenn du wirklich den Faden verlieren solltest, dann kannst du wieder zwei oder drei Sätze ablesen, bis du wieder im Thema drin bist.
Übrigens, das ist jetzt nichts, was ich mir alleine ausgedacht habe. Eine (übrigens sehr gute!) Professorin bei uns an der Uni hat uns mal ihre Aufzeichnungen zu einem bestimmten Themenbereich zur Verfügung gestellt. Der Grund dafür war, dass ihr Vorgänger unfähig war und daher über ein Drittel der Studenten durch die Prüfung gefallen sind. … Nun ja, und die hat es genau so gemacht, wie ich es hier beschrieben habe. Ihr Vortrag war in mündlicher Sprache komplett ausformuliert. Ich erkannte einige Formulierungen aus der Vorlesung wieder, an anderen Stellen hat sie sich etwas vom Text gelöst.
Also probier’s ruhig auch mal mit so einem Manuskript. Und viel Erfolg!
ich rate DRINGEND von der Einnahme irgendwelcher Medikamente ab - die „beruhigen“ Dich meist nicht nur, sondern lassen Dic :anders „auftreten“ als Du eigentlich bist . . .
Das ist z.B. in Bezug auf Betablocker eine völlig unsinnige Behauptung.
ich rate DRINGEND von der Einnahme irgendwelcher Medikamente ab - die „beruhigen“ Dich meist nicht nur, sondern lassen Dic :anders „auftreten“ als Du eigentlich bist . . .
Das ist z.B. in Bezug auf Betablocker eine völlig unsinnige
Behauptung.
mag sein, dass Du medizinisch recht hast, ich halte es allerdings dennoch für falsch, sich vor so einem Auftritt medikamentös (oder durch Drogen) „runter bringen zu wollen“ - überdies halte ich es (als Laie) für riskant, mit Betablockern zu experimentieren . . .
Aber - wie gesagt - ich bin medizinisch nur Laie, allerdings habe ich einige habe ich in der Bütt bzw. auf der Bühne einige untergehen sehen, die sich auf derartige Hilfsmittel verließen (gottlob haben die das selbst nicht so mitbekommen oder es hat ihnen in dem Moment nicht viel ausgemacht) . . .
Das ist z.B. in Bezug auf Betablocker eine völlig unsinnige Behauptung.
Begründung?
Hast du freiwillig oder musstest du jemals Betablocker nehmen?
Hast du die Nebenwirkungen der Einschleichphasen und die der Dauermedikamentation über einige Jahre erfahren?
Die Unterschiede zwischen erster Einnahme und längerfristiger selbst erlebt?
Deine hier mehrfach öffentlich dargestellte Verharmlosung der Einnahme von Betablockern, nur weil man mal einen Vortrag vor vielen Menschen halten muss, ist … fahrlässig. Hilflosigkeit?