Antidepressiva verschreiben

Hallo Allerseits!

Könnte mir bitte mal jemand darüber Auskunft geben, wer Antidepressiva verschreiben darf/ das normalerweise tut??
Allgemeinmediziner?
Therapeut?
jede Apotheke??

Kein Plan - bitte um Hilfe! Hab übrigens keinen Hausarzt, oder wie das heißt, zu dem ich immer hin gehe oder so…

Liebe Grüße
Lyra

Hallo,

Könnte mir bitte mal jemand darüber Auskunft geben, wer
Antidepressiva verschreiben darf/ das normalerweise tut??

Jeder Arzt, der eine Depression diagnostiziert hat.

Allgemeinmediziner?

Ja

Therapeut?

Bedingt, wenn er auch Mediziner ist.

jede Apotheke??

apotheken verschreiben keine Medikamente. Antidepressiva sind verschreibungspflichtig.#

Ausnahme: Johanniskraut und Produkte daraus sind nicht verschreibungspflichtig.

Kein Plan - bitte um Hilfe! Hab übrigens keinen Hausarzt, oder
wie das heißt, zu dem ich immer hin gehe oder so…

dann geh doch mal zu einem und lass erst mal dignostizieren, ob du diese Medikamente überhaupt brauchst!

alternativ kannst ja auch ma einfach ein paar Kreislaufmedikamente einschmeißen, oder wie wärs mit aktivanad, soll auchnoft helfen, oder wie wärs mit …

Helfen tut alles, bleibt die Frge was man eigentlich hat!

Nichts ist gefährlicher als Selbstmdeikation bei behandlungsbedürftigen Krankeheiten.

gruss

Hi local,

aktivanad

Was ist das für ein Mittel? Interessiert mich…
Danke,
Anja

Hey local!

dann geh doch mal zu einem und lass erst mal dignostizieren,
ob du diese Medikamente überhaupt brauchst!

ich will aber nicht irgendeinem Arzt, den ich nicht kenne „mein Herz ausschütten“. Auch wenn’s mir wirklich schei*e geht…

alternativ kannst ja auch ma einfach ein paar
Kreislaufmedikamente einschmeißen, oder wie wärs mit
aktivanad, soll auchnoft helfen, oder wie wärs mit …
Helfen tut alles, bleibt die Frge was man eigentlich hat!

Ich nehm ja schon „irgendwas“ (Sedariston-Beruhigungsmittel) aber das hilft nicht mehr und ich dreh total durch. Nur ich krieg beim Arzt den Mund nicht auf, deswegen sind diese dummen Beruhigungsmittel ja auch ohne ärztl. Verordnung ausser Apotheke…
Kann man beim Arzt nicht einfach sagen, man sei der Meinung man braucht das und der verordnet es einem dann??

Tschü!
Lyra

Hallo Lyra,

wenn Du keinen Hausarzt hast und sonst keinen Arzt Deines Vertrauens kennst, dann bleibt Dir nur "

irgendeinem Arzt, den ich nicht kenne, „mein Herz aus[zu]schütten“.

Oder Du besorgst Dir illegal ein Antidepressivum. Davon rate ich aber dringend ab.

Kann man beim Arzt nicht einfach sagen, man sei der Meinung
man braucht das und der verordnet es einem dann??

Doch, kann man und manche Ärzte machen das auch. Ich halte davon nichts. Psychopharmaka sind keine Bonbons, die man sich schnell ´mal reinschüttet, sondern Drogen, die Deine Gehirnprozesse verändern. Bevor Du einen solchen Eingriff in Dein Gehirn vornimmst, sollte sicher sein, daß es auch notwendig ist. Das findet im Idealfall in einer ärztlichen Untersuchung statt. Wenn ein vorzugsweise Fach-Arzt mit Dir über Deine Situation gesprochen hat und zu dem Schluß kommt, daß Du unter Depressionen leidest, dann bekommst Du mit ziemlicher Sicherheit, ein Antidepressivum verschrieben. Das ist meistens kein Problem.

Gruß,

Oliver Walter

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Hi local,

aktivanad

Was ist das für ein Mittel? Interessiert mich…
Danke,
Anja

Kräutermix in jeder
Apotheke frei erhältlich ähnlich Doppelherz oder Galama soll aktivieren, wie der Name schon sagt.

gruss

Hallo,

Oder Du besorgst Dir illegal ein Antidepressivum. Davon rate
ich aber dringend ab.

das Risiko daß sie das über längere Zeit macht dürfte gering sein. Die Mittel kosten und sicher nicht weniger auf dem Schwarzmarkt und entfalten ja meist ihre Wirkung ohnehin nur bei längerer Einnahme.

Gruss
Enno

Danke owT

-))

Hey Mädchen,
das erlaube ich mir aufgrund Deines Alters - liebevoll - zu sagen…

ich will aber nicht irgendeinem Arzt, den ich nicht kenne
„mein Herz ausschütten“. Auch wenn’s mir wirklich schei*e
geht…

Wenn es Dir Sch… geht, wer soll Dir sonst helfen, außer einem Arzt? Glaub’ doch bitte nicht, dass Du einzigartig bist mit Deinem Problem. Das ist Gang und Gäbe…

Ich nehm ja schon „irgendwas“ (Sedariston-Beruhigungsmittel)
aber das hilft nicht mehr und ich dreh total durch.

Selbstmedikation ist vielleicht bei Kopfschmerzen unter Zuhilfenahme von Aspirin angesagt…

Nur ich
krieg beim Arzt den Mund nicht auf,

Sag’ doch einfach, wie oben, mir geht’s Sch…e, wenn der Doc was taugt, wird er Dir schon die entsprechenden Fragen stellen.

deswegen sind diese dummen
Beruhigungsmittel ja auch ohne ärztl. Verordnung ausser
Apotheke…

Es gibt mittlerweile eine breite Palette von Antidepressiva - und die kann, glücklicherweise, nur ein Facharzt verschreiben, der Dein Problem einschätzen kann…

Kann man beim Arzt nicht einfach sagen, man sei der Meinung
man braucht das und der verordnet es einem dann??

Das kannst du irgendeinem Quacksalber sagen, davon gibt’s ja leider viel zu viele. Ein ernsthafter Arzt wird sich glücklicherweise mit einer derartigen Forderung nicht abfinden.

Liebe

Lyra

es geht ja nicht nur darum, sich durch irgendein Mittelchen die Symptome wegdoktorn zu lassen. Vielleicht nennst Du das ja nur Depression und es ist etwas ganz anderes. Aber egal, was es nun ist, Du wirst nicht darum herumkommen, herausfinden zu müssen, warum es Dir so Sch…e geht - und das funktioniert nur über reden, reden, reden…
Tu’ was, sei mutig,
LG,
Anja

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Hallo Anja!

Wenn es Dir Sch… geht, wer soll Dir sonst helfen, außer
einem Arzt?

Ich glaube nur, Ärzte sind für körperliche Leiden zuständig. Für seelischen Müll gibts Therapeuten…oder nicht? Deswegen hab ich Angst, dass ein Arzt, der ja sowas gar nicht gelernt hat, mich einfach nicht versteht und nach Hause schickt - das ist mir ja schonmal passiert…

Sag’ doch einfach, wie oben, mir geht’s Sch…e, wenn der Doc
was taugt, wird er Dir schon die entsprechenden Fragen
stellen.

Muss der nicht mit meinen Erziehungsberechtigten reden, wenn ich Antidepressiva will/brauche?

  • und das funktioniert nur über reden, reden, reden…
    Tu’ was, sei mutig,

ich bin nur leider der letzte Mensch auf Erden, den ich als „mutig“ bezeichnen würde…!! *heul*

Nagut, werd mal versuchen nen Arzt zu finden, komm ich wohl nicht umhin… :o(

Danke für die Antwort!
Grüße, Lyra

Hallo Lyra,

ich will aber nicht irgendeinem Arzt, den ich nicht kenne
„mein Herz ausschütten“. Auch wenn’s mir wirklich schei*e
geht…

Kennst Du denn vielleicht eine Vertrauenslehrerin oder Schulpsychologin mit der Du sprechen könntest? Die können Dir sicher einen vertrauenswürdigen Arzt oder eine Ärztin nennen der Du Dein Herz ausschütten kannst.
Eines weiss ich sicher - ganz egal wie Deine Probleme sind - es muß dir nicht peinlich sein. Alle möglichen Leute, jung oder alt, haben Schwierigkeiten die sie nicht unbedingt anderen auf die Nase binden wollen. Aber Ärzte und Therapeuten hören sowas den ganzen Tag - also trau Dich.
Und dass Du Dich einem anderen anvertraust ist schon der erste Schritt damit es Dir wieder besser geht.

Was die wahllose Verschreibung von Antidepressiva angegeht muß ich den anderen zustimmen. Ein Arzt der sowas macht ist auf jeden Fall eine Null.

Alles Gute - Sue

keine Angst !
Hallo Lyra,

wenn Du zu einem Arzt gehst (am besten ein Neurologe, aber der Hausarzt tuts auch) brauchst Du ihm nicht Dein ganzes Herz ausschütten und das hat auch nichts mit Couch, Therpie und so zu tun.

Wenn er eine Depression bei Dir erkennt, (das geht nach 10 Minuten Gespräch) verschreibt er Dir ein Medikament. Da gibt es verschiedene, je nach Gefühlslage. Wenn Du z.B. noch nebenbei grosse Sorgen und Ängste hast, gibts da spezielle Medizin für. Depression ist eine Krankheit, und die kann man mit Medikamenten behandeln. In der Regel fehlt im Gehirn ein Botenstoff, das Medikament bringt das wieder in Ordnung.

Erst wenn das nicht hilft, schlägt er Dir eine Therapie vor. Aber wenn Du nicht gerade eine schwere Depression hast, gibt es da ganz klasse Medikamente, wie z.B. Seroxat.
Alle Antideprssiva haben einen Vor- und einen Nachteil : Der Vorteil ist, sie machen nicht abhängig. Der Nachteil ist, sie wirken nicht sofort, wie eine Schmerztablette, sondern erst nach 1-2 Wochen.

Tip : Du solltest nicht gerade zu einem Arzt gehen, der auf Natur schwört. Der würde Dir nur Johanniskraut (hochdosiert) verschreiben. Das ist zwar auch gut, aber die „chemischen“ sind besser.

Tröste Dich : jeder zweite Mensch hat im Laufe seines Lebens eine Depression, das ist fast eine Volkskrankheit. Das Problem ist meist, dass viele Leute „geistige“ Krankheiten nicht wahrhaben wollen, weil sie sich schämen.

Gruss Hans-Jürgen
***

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Hi Gangsterin in Ausbildung…

Ich glaube nur, Ärzte sind für körperliche Leiden zuständig.
Für seelischen Müll gibts Therapeuten…oder nicht? Deswegen
hab ich Angst, dass ein Arzt, der ja sowas gar nicht gelernt
hat, mich einfach nicht versteht und nach Hause schickt - das
ist mir ja schonmal passiert…

Nö, es gibt einmal so etwas wie eine Grundausbildung für alle Ärzte, und da wird auch sowas wie „psychosomatische Krankheiten“ gelehrt incl. einer Einführung in die Psychologie… Außerdem gibt es Neurologen, die neben der rein physisch-nervenärztlichen Fähigkeiten alle psychischen Krankheiten zu ihrem Fachgebiet zählen… Ich würde mich aber dennoch freuen, wenn Du zunächst einen vertrauenswürdigen Hausarzt finden könntest…

Muss der nicht mit meinen Erziehungsberechtigten reden, wenn
ich Antidepressiva will/brauche?

Bin kein Rechtsexperte, aber m.W. nach mit über 16 Jahren nicht…

  • und das funktioniert nur über reden, reden, reden…
    Tu’ was, sei mutig,

ich bin nur leider der letzte Mensch auf Erden, den ich als
„mutig“ bezeichnen würde…!! *heul*

Manchmal muss man/frau sich in den A…h treten, sonst geht’s nicht weiter. Weiß selbst, wie schwer das ist…

Nagut, werd mal versuchen nen Arzt zu finden, komm ich wohl
nicht umhin… :o(

Nimm dir für morgen Abend was Schönes vor, unter einer Bedingung : Vorher einen Arztbesuch vereinbart zu haben… Damit habe ich mir manchmal geholfen…

Danke für die Antwort!

Gern geschehen :smile:)
LG, Anja

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DANKE euch allen!!!
Ich seh mich gezwungen, einen Arzt aufzusuchen…

Danke für eure Infos! Da hab ich wenigstens ein bisschen weniger Angst…

Hoffe nur, ich treff auf den richtigen Arzt…

Liebe Grüße
Lyra

Hallo,
evtl. nochwas - der Arzt wird sinnvollerweise zunächst organische Ursachen ausschließen. Warst Du nicht diejenige, die Leistungssport betrieben hat (bin mir nicht mehr sicher aber Dein Name ist nicht alltäglich) ? Dann wäre es bedeutend wahrscheinlicher, daß durch den vielen Sport ein Mangel an Nährstoffen/Vitaminen/Mineralien besteht. Sowas kann die Laune komplett kippen - schlagartig ! Und natürlich ließe sich diese Ursache leicht beseitigen, ohne symptomatisch mit Mitteln zu experimentieren, die ihrerseits eine ganze Menge Nebenwirkungen haben.

Gruss
Enno

Hallo Lyra,

Könnte mir bitte mal jemand darüber Auskunft geben, wer
Antidepressiva verschreiben darf/ das normalerweise tut??
Allgemeinmediziner?
Therapeut?
jede Apotheke??
Kein Plan - bitte um Hilfe! Hab übrigens keinen Hausarzt, oder
wie das heißt, zu dem ich immer hin gehe oder so…

Hier noch ein paar Ergänzungen zu den bisherigen Zuschriften:

a) Ein Antidepressivum ist ein recht kräftiges Medikament, und für die Verschreibung sind ausschließlich Ärzte zuständig.

b) Als erstes müßte der Arzt aufgrund eines ausführlicheren Gespräches feststellen, ob bei Dir wirklich eine klassische Depression vorliegt - es kann sich theoretisch z.B. auch um Stimmungsschwankungen bei einer sogenannten „emotional instabilen Persönlichkeit(sstörung)“ vom Borderline-Typus, um eine Angsterkrankung oder um ein anderes Krankheitsbild handeln, dann wäre u.U. eine Psychotherapie wichtiger als ein Medikament.

c) *Wenn* eine Depression besteht, müßte der Arzt zusammen mit Dir herausfinden, ob diese „aus heiterem Himmel“ entstanden ist und in zeitlich klar abgegrenzten „Phasen“ verläuft (früher sprach man hier von „endogenen“, d.h. hauptsächlich durch Stoffwechselstörungen im Gehirn und nicht so sehr lebensgeschichtlich bedingten Depressionen) oder ob sie vielmehr im Zusammenhang mit psychosozialen Belastungen und lebensgeschichtlichen Konflikten steht.
Nur im ersteren Fall wären Antidepressiva die Behandlung der Wahl, im zweiten Fall stattdessen eher eine gute Psychotherapie.
Natürlich gibt es auch Mischformen, nach dem Motto: jemand hat sowieso schon eine Anlage zu Depressionen, aber erst die gegenwärtigen Probleme auf der Schule oder in der Familie haben das Faß zum Überlaufen gebracht; dann wäre eine Kombination aus Antidepressivum *und* Psychotherapie zu erwägen.

d) Mit anderen Worten: je nach Art und Entstehung Deiner Probleme ist vielleicht eher eine ambulante Psychotherapie angesagt als Medikamente. *Wenn* jedoch tatsächlich ein Antidepressivum, dann muß dies sorgfältig ausgewählt werden. Von der in diesem Board aufgebrachten Idee, sich ein Antidepressivum illegal zu besorgen, halte ich überhaupt nichts - das kann mehr schaden als nützen und sogar gefährlich sein. Auch der Vorschlag, „Kreislaufmedikamente einzuschmeißen“, ist Blödsinn.

e) Das ebenfalls erwähnte „Aktivanad“ enthält die Vitamine B1, B2, C, Nicotinamid und (sic!) Koffein! Es ist zugelassen für die Indikationen „Förderung der Genesung nach Erkrankungen, Operationen und Geburten, Abgeschlagenheit und Erschöpfung und Leistungsschwäche“.
Bestenfalls wirst Du Dich dadurch (und es ist teuer!) ein paar Tage lang etwas frischer und vitaler fühlen, das ist aber auch alles.
Eine spezifische *antidepressive* Wirkung hat dieses Mittel nicht.
Was das von manchen ins Gespräch gebrachte, nicht verschreibungspflichtige Johanniskraut betrifft, so ist eine Wirksamkeit bei leichten bis allenfalls mittelschweren Depressionen nachgewiesen. Wichtig ist, daß man es in hoher Dosierung (ab 425 mg pro Tag, am besten noch mehr!) und regelmäßig einnimmt. Es dauert zwei bis drei Wochen, bis Du eine deutliche Wirkung verspürst. Hauptsächliche Nebenwirkung ist die sogenannte
„Photosensibilisierung“. D.h., man bekommt leichter Sonnenbrand (in dieser Jahreszeit wohl ziemlich irrelevant, es sei denn, Du gehst ins Solarium…). Immerhin wirkt das Johanniskraut spezifischer als Dein pflanzliches *Beruhigungsmittel* Sedariston, was auf Dauer ja auch keine Lösung sein kann und nicht von ungefähr 54,7 % Alkohol enthält!

f) Wie andere auf diesem Board gesagt haben, muß der Arzt natürlich auch organische Ursachen ausschließen. Es gibt z.B. Fälle, wo eine Schilddrüsenunterfunktion die Ursache der Depressionen war. Auch die Anti-Baby-Pille kann, je nach Präparat, depressive Verstimmungen auslösen, genau wie eine Vielzahl anderer Medikamente und natürlich erst recht Drogen wie Alkohol, Cannabis, Ecstasy usw.

g) Ein Antidepressivum wird vorzugsweise von einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie verschrieben, die kennen sich am besten damit aus (es hat nämlich auf dem Gebiet der Antidepressiva in den letzten 15 Jahren mehr neue Entwicklungen gegeben als in den 100 Jahren davor). Prinzipiell *kann* es auch ein Hausarzt verordnen, doch zeigen alle Studien, daß Hausärzte - es sei denn, Du findest einen ganz besonders kompetenten - Depressionen sehr oft übersehen oder wenn, dann häufig mit den falschen Medikamenten oder in zu geringer Dosierung behandeln, und *Psychotherapien* werden von Hausärzten noch seltener in die Wege geleitet.
Psychologen dürfen keine Medikamente verschreiben, und Apotheken natürlich erst recht nicht. Selbst „ärtzliche Psychotherapeuten“ haben - anders als es in diesem Brett angedeutet wurde - in der Regel keine Kassenzulassung, um Antidepressiva zu verschreiben. Am besten ist also ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (u.U. lange Wartezeiten – deshalb stellst Du Dich bei der Anmeldung am besten als „Notfall“ vor).

h) Es hat schon seine Gründe, warum solche Medikamente nur vom Experten verordnet werden sollten! Nicht von ungefähr waren z.B. trizyklische Antidepressiva in den USA, wo man leichter drankommt als bei uns, jahrelang die Todesurache Nummer 1.
In Amerika haben sich nämlich mehr Leute mit Antidepressiva suizidiert (oder sind an Neben- und Wechselwirkungen verstorben) als im gesamten Staßenverkehr ums Leben gekommen sind!!!

i) Nur ein kompetenter Arzt kann beurteilen, welches Mittel und welche Dosierung für Dich das richtige ist, und ob Kontraindikationen bestehen (wenn Du z.B. zu epileptischen Anfällen neigst, darfst Du bestimmte Antidepressiva nicht einnehmen). Wenn er gründlich und sorgfältig arbeitet, wird er auch Kontrolluntersuchungen veranlassen, z.B. regelmäßige Gespräche mit Dir in den nächsten Wochen, Blutuntersuchungen, EEG usw.
Die Vorstellung, zu einem Arzt, der nicht umsonst 15 Jahre lang die Diagnostik und Behandlung von Krankheiten gelernt hat, hineinzuspazieren und zu sagen „ich glaube, ich habe X, also verschreiben Sie mir bitte Y!“, klingt etwas anmaßend…

k) Was bisher noch gar nicht angesprochen wurde, ist, daß Du nicht schwanger werden darfst, solange Du Antidepressiva einnimmst.
Aufgrund der Gefahr von Mißbildungen sollen Antidepressiva nämlich in der Schwangerschaft in der Regel sofort abgesetzt werden.

l) Ein weiteres Problem ist, daß Du minderjährig bist.
Für gewöhnlich sollten die Erziehungsberechtigten damit einverstanden sein, daß Du Medikamente einnimmst: wenn nicht und Du - was statistisch unwahrscheinlich ist - schlimme Nebenwirkungen bekommen oder Dich mit dem Mittel gar umbringen solltest, könnte der Arzt ziemlichen Ärger kriegen.
Ich habe mich bei der Ärtzekammer nach der Rechtslage erkundigt.
Ein Frauenarzt darf z.B. einer 15jährigen durchaus die Pille auch ohne Wissen der Eltern verschreiben, wenn ihm das Mädchen „erwachsen genug“ erscheint. Wie es mit Psychopharmaka aussieht, wußte die Ärztekammer am Telefon nicht sofort. Man will mir nun entsprechende Unterlagen zuschicken - wen das speziell interessiert, der kann in ein paar Tagen nochmal bei mir nachfragen.

m) Du siehst an allen diesen Punkten also, daß die Sachlage etwas komplexer ist und eine „Selbstmedikation“ ziemliche Gefahren in sich birgt. Du solltest also wirklich (evt. über den bereits angesprochenen Zwischenschritt Vertrauenslehrer, Beratungsstelle udgl.) baldmöglichst einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aufsuchen, vielleicht kannst Du neben den „Gelben Seiten“ ja auch Empfehlungen einholen, wer gut und vertrauenswürdig ist - möglicherweise wäre Dir ja eine Frau lieber als ein Mann.
Wie in diesem Brett bereits gesagt wurde, sind die in der Regel sehr nett und einfühlsam, denn die Beratung von Menschen in seelischen Notlagen ist ja ihr tägliches Brot, und wer da unfreundlich und kalt auftritt, der kann bald seine Praxis schließen, weil sich sowas rumspricht…
Wenn es wirklich auf die Verschreibung eines Antidepressivums hinausläuft, so gibt es da - wenn richtig angewandt - heute sehr effiziente und verträgliche Präparate. Die brauchen alle eine Anlaufzeit von ca. zwei Wochen, aber dann wirken sie sehr gut. Auch die meisten Nebenwirkungen (je nach Mittel z.B. leichte Übelkeit, leichter Durchfall) treten, wenn, dann in den ersten Tagen auf, später dann meist nicht mehr, da sich der Körper an die neue Substanz gewöhnt hat.
Wichtig ist (denn viele haben dieses Vorurteil), daß Antidepressiva *nicht abhängig* machen und die neueren (meist so genannte SSRIs) auch nicht „ruhigstellen“ oder zu Müdigkeit führen - es sei denn, dies ist erwünscht, weil der Patient starke Schlafstörungen hat.
Eine (schwere) Depression ist ein ernstzunehmendes Krankheitsbild (15 % der Betroffenen bringen sich früher oder später um!) und gehört richtig behandelt, bevor sie chronisch wird oder immer wieder auftritt.
Ob aber ein Medikament oder vielleicht doch eher eine gute Psychotherapie die richtige Behandlung ist, kann nur ein Experte beurteilen (im letzteren Fall würde der Facharzt Dir z.B. auch helfen, einen geeigneten Psychologen zu finden).

n) Daß Ärzte „nur für körperliche Leiden zuständig“ sind, ist natürlich Blödsinn. Die gesamte Forschungs- und Literaturlage der letzten Jahre läuft darauf hinaus – und das ist auch jedem erfahrenen Arzt bekannt -, daß psychische Erkrankungen (und psychische Mitbedingtheit körperlicher Krankheiten!) extrem häufig und auch schon bei Minderjährigen weit verbreitet sind - es gibt also keinen Grund, sich dafür zu schämen.
Im Gegenteil: *wenn* Du Deine Hemmschwelle überwindest und Dich einem Fachmann oder einer Fachfrau anvertraust, sind die Chancen sehr viel größer, daß es Dir bald wieder besser geht, als wenn Du bloß darauf wartest, daß dies von allein geschieht…

o) Zum Schluß möchte ich - für Interessierte - noch erwähnen, daß fast alle Medikamente (also nicht nur Psychopharmaka) so gut wie gar nicht an Minderjährigen erforscht worden sind! Dies liegt wohl u.a. daran, daß niemand bereit ist, sein Kind für Pharmastudien zur Verfügung zu stellen, und daß die Rechtslage da hinsichtlich der Einwilligungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen sehr kompliziert ist. So verständlich das auch ist, so traurig sind doch die Konsequenzen: das bedeutet nämlich, daß der Kinderarzt im Grunde gar nicht genau weiß, wie die aus der Erwachsenenmedizin bekannten Präparate bei Minderjährigen wirken.
Man könnte ja - „Pi mal Daumen“ - denken: okay, ein 70 kg schwerer Erwachsener braucht *eine* Tablette dieses Bluthochdruckmittels, also wird für ein 35 kg schweres Kind auch eine halbe Tablette pro Tag reichen… So etwas ist aber Quatsch! Manchmal ist es sogar so, daß ein Kind eine *höhere* Dosis braucht, weil die kindliche Leber diesen Wirkstoff viel schneller verstoffwechselt als ein Erwachsener! Hier besteht also großer Nachholbedarf…
Generell ist man bei der Behandlung psychischer Krankheiten von Minderjährigen viel vorsichtiger - die Hemmschwelle zur dauerhaften Einnahme eines Medikamentes ist zum Glück wesentlich höher als bei Erwachsenen.

Für Dich selbst, liebe Lyra, ist das jedoch kaum relevant, denn als 16/17jährige wirst Du wahrscheinlich praktisch den Stoffwechsel einer Erwachsenen haben.

Jedenfalls hoffe ich, Dir mit diesen ergänzenden Anmerkungen weitergeholfen zu haben.

Für die Zukunft alles Gute!

Dr. Stefan Müschenich

Ja stimmt, habe Leistungssport gemacht.
Hab aber auch sonst „nen Klacks an der Waffel“.
Heute noch nicht getraut, einen Arzt zu fragen, altes Medikament gekauft. Werde im Januar meine Therapeutin fragen, was sie dazu meint…
Bin ab Februar eh in einer Psychiatrie… *schnüff* Vielleicht gedulde ich mich ja einfach und hoffe drauf, dass die mir da was verschreiben wenn ich anfange durchzudrehen, denn klar geworden ist ja, dass ADs erst nach ner Weile wirken. Ich glaube, bevor ich die habe und die auch wirken, bin ich eher schon in der Klinik…

Herzlich dankende Grüße
(auch an DR. Müschenich für die besonders ausführliche Antwort!)
Lyra

Werde im Januar meine Therapeutin fragen,
was sie dazu meint…
Bin ab Februar eh in einer Psychiatrie… *schnüff* Vielleicht
gedulde ich mich ja einfach und hoffe drauf, dass die mir da
was verschreiben wenn ich anfange durchzudrehen, denn klar
geworden ist ja, dass ADs erst nach ner Weile wirken. Ich
glaube, bevor ich die habe und die auch wirken, bin ich eher
schon in der Klinik…

Tja, Lyra, das hast Du vorher nicht geschrieben… Schade eigentlich, denn ich fühle mich aufs Glatteis gelockt mit meiner Anteilnahme…
Dennoch:
wünsche Dir, dass Du Deinen Weg findest…
LG, Anja

Lieber Dr. Müschenich,

Als Mitlesende in diesem thread bedanke ich mich ebenfalls für diese schöne Übersicht, die Sie hier gegeben haben. Solche Zusammenfassungen hebe ich mir immer gerne auf.

Zu dem Absatz m) und im speziellen zu der Aussage, dass Antidepressiva nicht abhängig machen, möchte ich folgende Information, die ich erst vor wenigen Tagen erhalten habe, weitergeben:

Quelle: Arznei-Telegramm 2003, Jg. 34, Nr. 11, Institut für Arzneimittelinformation, Berlin

auszugsweise:

Stromschlag-ähnliche Symptome nach Absetzen von SSRI

Absetzen selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer kann mit Entzugssymptomen (In einem Teil der Literatur und insbesondere in SSRI-Herstellerinformationen wird der Begriff „Entzug“ vermieden und stattdessen von „Absetzsymptomen“ gesprochen…)
wie Schwindel, Kopfschmerz, Parästhesien…einhergehen.
…Mehrfach wird in der Literatur über Elektroschock-artige Parästhesien im Rahmen der SSRI- oder Venlafaxin-Entzugsbeschwerden berichtet. Die für Sekunden anhaltenden Blitz- oder Stromschlag-artigen Missempfindungen setzen überwiegend im Kopf- und Nackenbereich ein und können sich dann wellenartig auf andere Körperbereiche wie Brust, Arme und Beine ausbreiten…
…Verkennungen oder Fehlinterpretationen der Stromschlag-artigen Beschwerden haben zu notfallmäßigen Krankenhausaufnahmen geführt oder weitreichende unnötige Untersuchungen nach sich gezogen.
Vor diesem Hintergrund ist es dringend erforderlich, dass diese Missempfindungen in alle Fachinformationen von SSRI und verwandten Antidepressiva aufgenommen werden…"

Ich kann leider hier keinen link zu der Textstelle setzen, da der Zugang zu dieser Seite an ein Abo gebunden ist. Die Firma, in der ich beschäftigt bin, besitzt dieses Abo, ich habe aber keinen Zugriffscode. Mir wurde eine Hartkopie des Artikels zugeschickt.

Grüße
Irene

Wichtig ist (denn viele haben dieses Vorurteil), daß
Antidepressiva *nicht abhängig* machen und die neueren (meist
so genannte SSRIs) auch nicht „ruhigstellen“ oder zu Müdigkeit
führen - es sei denn, dies ist erwünscht, weil der Patient
starke Schlafstörungen hat.

Liebe Irene,

Lieber Dr. Müschenich,
Als Mitlesende in diesem thread bedanke ich mich ebenfalls für
diese schöne Übersicht, die Sie hier gegeben haben. Solche
Zusammenfassungen hebe ich mir immer gerne auf.

Danke, das freut mich.

Zu dem Absatz m) und im speziellen zu der Aussage, dass
Antidepressiva nicht abhängig machen, möchte ich folgende
Information, die ich erst vor wenigen Tagen erhalten habe,
weitergeben:
Quelle: Arznei-Telegramm 2003, Jg. 34, Nr. 11, Institut für
Arzneimittelinformation, Berlin
auszugsweise:
Stromschlag-ähnliche Symptome nach Absetzen von SSRI
Absetzen selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer kann mit
Entzugssymptomen (In einem Teil der Literatur und insbesondere
in SSRI-Herstellerinformationen wird der Begriff „Entzug“
vermieden und stattdessen von „Absetzsymptomen“
gesprochen…)
wie Schwindel, Kopfschmerz, Parästhesien…einhergehen.
…Mehrfach wird in der Literatur über Elektroschock-artige
Parästhesien im Rahmen der SSRI- oder
Venlafaxin-Entzugsbeschwerden berichtet. Die für Sekunden
anhaltenden Blitz- oder Stromschlag-artigen Missempfindungen
setzen überwiegend im Kopf- und Nackenbereich ein und können
sich dann wellenartig auf andere Körperbereiche wie Brust,
Arme und Beine ausbreiten…
…Verkennungen oder Fehlinterpretationen der
Stromschlag-artigen Beschwerden haben zu notfallmäßigen
Krankenhausaufnahmen geführt oder weitreichende unnötige
Untersuchungen nach sich gezogen.
Vor diesem Hintergrund ist es dringend erforderlich, dass
diese Missempfindungen in alle Fachinformationen von SSRI und
verwandten Antidepressiva aufgenommen werden…"

Was Sie da sagen, ist richtig.
Es ist in der Psychiatrie der letzten Jahre bekannt, daß SSRIs (Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer - die gebräuchlichsten Präparate-Namen habe ich in meinem ersten Posting erwähnt) nach längerfristiger hochdosierter Einnahme zu *Absetz-Phänomenen* - nicht jedoch eigentlichen „Entzugserscheinungen“ - führen können wie z.B. leichter Schwindel, leichte Kopfschmerzen, Reizbarkeit, ein Gefühl des Unwirklichen („Depersonalisationsempfinden“ genannt), leichte Blutdruckschwankungen, Schlafstörungen, diskrete Mißempfindungen udgl.

Dabei ist jedoch mehrererlei zu beachten:

  1. Diese Effekte sind vorübergehend, d.h., wenige Tage nach dem Absetzen verschwinden sie.

  2. Diese Effekte sind ungefährlich. Wenn jemand langfristig täglich große Mengen Alkohol oder Benzodiazepine (wie Diazepam = Valium) zu sich nimmt und dann plötzlich absetzt, kann er lebensgefährliche Entzugserscheinungen erleiden, wie z.B. einen tödlichen epileptischen Krampanfall. So etwas kann beim abrupten Absetzen von SSRIs nicht passieren, man fühlt sich lediglich ein paar Tage lang etwas unwohl.

  3. Auch andere Kriterien einer echten *Abhängigkeit* fehlen: man gelangt durch SSRIs nicht in einen rauschhaften Zustand, es kommt nicht zur Dosissteigerung, zur Toleranzentwicklung und zum Kontrollverlust wie bei wirklichen Drogen. Auch schaden die SSRIs dem Körper nicht (eine Droge hingegen muß schädliche bzw. toxische Wirkungen haben).

  4. Diese Absetzphänomene treten nicht bei jedem, sondern nur bei einem Teil der Patienten auf.

  5. Vorzugsweise sind sie dann zu beobachten, wenn jemand z.B. monatelang 60 mg Fluctin oder Cipramil pro Tag eingenommen hat und das dann abrupt und auf einen Schlag absetzt. So etwas sollte man als Arzt natürlich nicht tun. Vorzugsweise werden alle Antidepressiva *schrittweise* ausgeschlichen, also z.B. erst auf 40 mg/d reduzieren, zwei Wochen später dann auf 20 mg/d, wieder 14 Tage später auf
    10 mg/d, und dann erst das endgültige Absetzen.
    In solch einem Fall treten in der Regel keine - oder nur ganz moderate - Absetzphänomene auf.

Mir ist diese Unterscheidung deswegen wichtig, weil die allermeisten Leute das Vorurteil haben, daß Antidepressiva erstens abhängig machen würden und man nie wieder davon loskommt (hier liegt wohl eine Verwechselung mit Benzodiazepinen vor…) und zweitens „ruhigstellen“ würden. Beides trifft auf die SSRIs *nicht* zu, und das sollte man in der Öffentlichkeit auch immer wieder betonen.

Natürlich ist ein Antidepressivum ein chemischer Stoff, und jeder von uns wünscht sich, auch ohne solche Psychosubstanzen auskommen zu können (gerade bei Minderjährigen sollte man da besonders zurückhaltend sein und nicht jede Unaufmerksamkeit des Kindes gleich mit Ritalin und nicht jede Pubertätskrise gleich mit Antidepressiva behandeln!). Wie ich in meinem Posting an Lyra betont habe, ist für viele psychische Störungen eher eine Psychotherapie ratsam als Medikamente.
Als chemische Stoffe können Antidepressiva natürlich, wie andere Medikamente auch, zu Nebenwirkungen führen. Trotzdem ist der Nutzen dieser Medikamente zweifellos größer als ihre Nachteile.
Die Einführung der modernen Antidepressiva hat in den letzten Jahrzehnten zu einer dramatischen Verminderung der Leidenszeiten und der Selbstmordraten von schwer Depressiven geführt.
Als Arzt und Psychologe, der viele Jahre lang Akutpsychiatrie an zwei großen Universitätskliniken betrieben hat, habe ich Hunderte von Menschen kennengelernt, denen die *rechtzeitige* Einnahme eines Antidepressivums oder Neuroleptikums sehr viel Leid und Chronifizierung erspart hätte, und daher ärgert mich das schlechte Image, das die Psychopharmaka in der Öffentlichkeit besitzen…

Der umgekehrte Trend - in den USA weit verbreitet - ist jedoch ebenfalls kritisch zu sehen: nämlich die „Psychopharmakologisierung“
der Bevölkerung, insbesondere der Kinder. Also die Vorstellung, daß man für jedes störende „Symptom“ oder jede Verstimmung sofort eine Pille einwerfen müsse, um wieder funktionieren zu können.
Die meisten amerikanischen Lastwagenfahrer stehen unter Amphetaminen (Aufputschmitteln), um 20 Stunden am Stück fahren zu können, und jedes dritte Schulkind oder so nimmt Ritalin (ein Medikament nach dem Betäubungsmittelgesetz!) ein, um sich in der Schule besser konzentrieren zu können… - da wird mir schlecht, wenn ich sowas höre.

Ich denke, die Wahrheit liegt in einer *differenzierten* Sichtweise.
Für jedes Zipperlein gleich eine Pille einschmeißen zu wollen (gerade die Hausärzte verschreiben jammernden Hausfrauen z.B. viel zu viele Benzodiazepine, die *wirklich* abhängig machen können!!) ist ebenso schlecht wie bei tatsächlich bestehender schwerer psychischer Erkrankung hartnäckig die Verschreibung von Antidepressiva zu verweigern.
Ergo: da, wo sie nichts zu suchen haben bzw. gar keine richtige Krankheit vorliegt, sind Psychopharmaka schlecht - da, wo eine tatsächliche Krankheit ohne Medikamente ein Jahr dauern würde, mit Medikamenten jedoch nur drei Monate, würde ich sie nachdrücklich empfehlen.

Viele Grüße,

Dr. Stefan Müschenich

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