Antisemitismus

Moin Leute,

ich habe da ein Problem, daß meiner Meinung nach hier hin gehört und nicht ins Außlandsbrett.
Aufgrund der deutschen Geschichte im 3. Reich und der Behandlung der Juden in Europa davor, kann ich ja den Begriff Antisemitismus verstehen (so hoffe ich jedenfalls).
Als Spätgeborener, habe ich trotzdem immer Bedenken Israel zu kritisieren, aus der Befürchtung heraus hinterher als Antisemit dazustehen.
Zur Auslandspolitik eines beliebigen Landes kann man sich auch noch so stringend äußern, nur bei Israel nicht.
Letzendlich ist doch Israel auch „nur“ Ausland wie hunderte andere Staaten auch.
Habe ich hier einen übergroßen Respekt vor der Geschichte ?

Gruß, Lutz

Hallo Lutz,

bedauerlicherweise zeigte sich der Antisemitismus nicht erst im 3. Reich, sondern rührt schon aus der Zeit des Kaiserreiches her. In dieser Zeit wurden die grundlegenden antisemitischen Thesen „entwickelt“, die Hitler später nahezu 1:1 kopierte und zur Grundlage seines verbrecherischen Handelns machte. Der nationalsozialistische Antisemitismus konnte daher auf Gedanken aufbauen, mit denen viele - vom Arbeiter bis zum Akademiker - damals aufgewachsen sind.

Ich mache daher die große Verantwortung nicht nur an den Verbrechen des Nationalsozialismus fest, sondern auch an der erwähnten tiefen Verankerung antisemitischer Ideen im damaligen deutschen Volk. Für Gegenwart und Zukunft bedeutet dies für mich, daß es nicht dazu kommen darf, antisemitischen Thesen einen Stellenwert im heutigen Denken einzuräumen.

Allerdings darf man eines nicht verwechseln: Kritik an Israel ist, sofern es sich um konkrete Kritik z.B. an der dortigen Regierungspolitik oder am Likud-Block handelt, nicht gleichzusetzen mit Antisemitismus. Wer das tut, übersieht, daß er/sie damit unglaubwürdig wird und somit eine Chance, gegen Antisemitismus aufzutreten, verspielt.

Du brauchst also keine Bedenken zu haben, wenn Du konkrete israelische Politik kritisierst. Das muß möglich sein und ist auch möglich. Was nicht möglich ist, ist eine Pauschalisierung - wie z.B. „die Juden waren schon immer Aufwiegler, was die Geschichte gezeigt hat“, „die Juden kommen mir in den Medien zu häufig vor“. Dahinter stehen Gedanken einer generelle Abwertung einer bestimmten Gruppe von Menschen, und weil es sich auf „die Juden“ bezieht, ist es Antisemitismus. Weil wir wissen, wohin solche Äußerungen führen können, dürfen sie keine Bedeutung für unser Handeln gewinnen - es sei denn, man geht dagegen an.

Gruß,

Oliver

Hallo Lutz,

also ich verstehe unter Antisemitismus Rassenhass und nicht Judenhass.

Wenn man als Antisemit bezeichnet wird, weil mein die Methoden der israelischen Regierung gleichfalls als antisemitisch gegenueber den Palaestinensern bezeichnet, dann ist das ziemlich schwach.

Jeder Mensch sollte dazu berechtigt sein, seine Meinung zu politischen Vorgaengen offen aeussern zu duerfen. Die Argumente sollten dann natuerlich wiederum nicht auf semitischen Spezifikationen beruhen.

Wie ich finde, ist es auch wichtig, hierbei nicht von einem Juden-Moslem-Konflikt zu sprechen, sondern von einem Konflikt zwischen Israelis (wie sich die Juden im heiligen Land bezeichnen) und den Palaestinensern (was nichts anderes als Araber sind).
Die Extremisten, die daraus einen faelschlich verstandenen „heiligen Krieg“ machen, gehoeren verurteilt.

Die Diskussion, die zwischen einigen Mitgliedern der FDP und dem Zentralrat der Juden in Deutschland entbrannt ist, ist mehr als laecherlich. Man moechte meinen, die Herrschaften sind auf dem Niveau eines Vorschulkindes haengen geblieben.

Ich frage mich, wie lange sich Israel noch auf die Greueltaten vom 2. Weltkrieg berufen will, um sein Unrecht gegen die Palaestinenser zu schuetzen und sich von USA den PoPo streicheln zu lassen.

In diesem Sinne, und natuerlich wie immer voellig vorurteilsfrei …

Salam.

Kris.

Sem, Ham, Jafet
Hallo Lutz,

übrigens ist der Begriff „Antisemitismus“ im israelisch-palästinensischen Konflikt besonders deplatziert [schreibt man das jetzt so?].

Der Ausdruck „Semiten“ kommt ja aus der sog. Völkertafel Genesis (1 Mose) 10, wo alle Völker der Erde auf die drei Söhne Noahs zurückgeführt werden: Sem, Ham und Jafet. Danach galten die Völker des Ostens als „Semiten“, die des Südens als „Hamiten“ und die des Nordens als „Jafetiten“.

Zu den Semiten zählen daher (sprachwissenschaftlich bis heute) auch die Araber (die mythische Verwandtschaft über Abraham ist ja bekannt).

Gruß,
Pietro

Der Antisemitismus entstammt ursprünglich aus Rußland, (s. z.B.das Musical Anatevka). Rassenhass, gegen jemand bestimmten gerichtet, unterliegt keiner substantiellen Analyse, sondern ist lediglich ein blödes Nachäffen eines vorgefertigten Urteils.
Wenn Du gerechtfertigte Kritik gegen politisches oder aggressives Handeln verurteilst, unterliegst Du natürlich keinesfalls einem grundlosen Nachäffen, sondern deiner rational/analytischen Meinung und die ist keineswegs antisemitisch, da sie nicht gegen eine Rasse, sondern gegen das Handeln von einigen Israelis gerichtet ist. Selbst in Isreal sind nicht alle Menschen mit den Aktivitäten ihrer Regierung einverstanden, sogar beim Militär gibt es inzwischen Verweigerer.
Wärst du Antisemit, müßtest du auch gegen die opponierenden Isrealis ein Vorurteil haben und das ist wohl nicht der Fall.
Aufgrund der Geschichte unterliegen die anständigen (!) Deutschen einem kollektiven, ererbten schlechten Gewissen.
Während die wirklich Schuldigen kurioser Weise diesem nicht unterliegen, die unbelehrbaren Altnazis fühlen sich oftmals noch immer im Recht. Wenn die Isrealis so unsensibel sind und nicht begreifen, daß sie mit ihren ungerechtfertigten Antisemitismusvorwürfen lediglich bei den Falschen Wirkung erzielen und somit Wasser auf die Mühlen der wirklichen Antisemiten gießen, selbst ihre Freunde mit ihren Gegnern in einen Sack stecken, dann stehen sie eines Tages wirklich da, was sie jetzt lauthals kritisieren: ALLEIN! Kausal betrachtet: eigendynamisch und selbstinitiiert.
„Mein ist die Rache“ heißt es in der Bibel und im Vater Unser:
„Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern!“
Dies und nur dies allein ist die Chance für die Menschheit auf Frieden. Sei es der isrealisch-palästinensische Konflikt oder welcher auch immer. Solange Menschen von Rache, unterwürfigem schlechtem Gewissen etc. beherrscht sind, (was sich irgendwann ins Gegenteil drehen kann!), wird es keinen Frieden geben.
Unsere Vorfahren haben Schuld auf sich geladen und Fehler gemacht, daraus muß man lernen, Schuld und Fehler anderer aus schlechtem Gewissen heraus zu tolerieren, ist kein Lernen, sondern ein „sichimkreisdrehen“!
Es ist eine Welt und keine in verschiedene Rassen differenzierte!
Wenn auch verschiedene Rassen darauf leben, atmen sie dieselbe Luft, lieben dieselbe Liebe, hassen denselben Hass…

Gruss
HC

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Letzendlich ist doch Israel auch „nur“ Ausland wie hunderte
andere Staaten auch.
Habe ich hier einen übergroßen Respekt vor der Geschichte ?

Hallo Lutz,

der Begriff „Antisemitismus“ ist von vornherein irreführend, zumindest wird er allgemein irreführend verwendet. Es geht überhaupt nicht um semitische Völker schlechthin. Was ist tatsächlich gemeint? Nicht einmal über den Begriff scheint es Konsens zu geben. Da gibt es Leute, die machen den Begriff am Judentum fest, also an einer Glaubensrichtung. Andere verbinden mit dem Begriff rassistische Vorbehalte, wobei festzustellen ist, daß ein Bekenntnis zum jüdischen Glauben rein nichts mit irgendwelchen Rassen zu tun hat. Wieder andere sprechen vom Antisemitismus, sobald der Staat Israel oder seine Organe kritisiert werden. In letztgenanntem Zusammenhang wird auch von „sekundärem Antisemitismus“ geredet.

Begriffe und Inhalte gehen bunt durcheinander; etliche Politiker, Journalisten und Kommentatoren verwenden sie kreuz und quer in einem Atemzug innerhalb eines Satzes. Einigkeit scheint darüber zu bestehen, daß Antisemitismus etwas Schlimmes ist, allemal geeignet, einen Menschen zu outen.

Es gibt bei uns noch eine ganze Reihe weiterer Begriffe, die geschichtlich begründet, gerne mißbraucht werden, um Menschen ohne lange Diskussion an den Pranger zu stellen. Wenn Menschen irgendwo demonstrieren, weil ihnen die Politik von Herrn Bush nicht gefällt, ist schnell von „antiamerikanischen“ Demonstranten die Rede. Wobei auch schon das Wort „Demonstrant“, ähnlich wie „Asylant“, einen irgendwie negativen Beigeschmack bekommen hat. Besonders originell oder neu ist das bei uns alles nicht. Wer bis vor wenigen Jahrzehnten den Mund aufmachte, weil ihm etwas nicht paßte, sah sich mit Aussagen wie „Du Kommunist“ oder „Nestbeschmutzer“ konfrontiert. Insofern hat sich seit dem Mittelalter nichts geändert, als der Vorwurf reichte, es mit dem Teufel zu treiben, um als Hexe verbrannt zu werden.

Während meiner Schulzeit (bis 1966) hörte der Geschichtsunterricht mit der Einführung der Reichsverfassung 1871 durch Bismarck auf. Es war eine Lehrergeneration, die die Kriegszeit erlebt hatte. Das alles wollte man vergessen. So waren auch Justiz und Politik geprägt. Überall saßen noch die gleichen Leute, viele hatten eine erheblich belastete Vergangenheit, aber keiner hat je etwas gewußt oder bemerkt. Die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte fand in einem Umfeld aus schlechtem Gewissen nicht statt. Die Berliner Luftbrücke 48/49 aus überwiegend amerikanischen Flugzeugen war noch nicht lange her und (nicht nur) damit verbunden ein Gefühl der Dankbarkeit. Etwas später Anfang der 60er die Kuba-Krise, deren Lösung hier bewundert wurde, das Kennedy-Wort „ich bin ein Berliner“ und später die Verteidigung unserer Freiheit durch amerikanische Soldaten in Vietnam (mit genau diesen Worten wurde uns Schülern der Krieg in Fernost begründet).

Jede Kritik an amerikanischer Politik war ein Sakrileg, einfach undenkbar. Presse, Funk und das noch junge Fernsehen betätigten sich im wesentlichen als Hofberichterstatter. Kritische oder auch nur neutrale Berichte waren äußerst selten. Das alles änderte sich langsam erst Ende der 60er/Anfang der 70er. Die Aufarbeitung scheint überhaupt erst möglich mit dem Aussterben aller Beteiligten. Aber immer noch - nach dem 11. September geschah das mehrfach - stellen sich mit Kritik an ihrem Handeln in z. B. Afghanistan konfrontierte Amerikaner hin, erinnern an die Luftbrücke, fordern ungeniert Dankbarkeit und deshalb Zustimmung zu amerikanischem Tun ein. Sie wissen, es funktioniert bei diesem Volk mit seinem gestörten Verhältnis zur eigenen Geschichte. Das wissen auch einige israelische und jüdische Funktionsträger (ich mache nur an dieser Stelle keinen Unterschied, weil Herr Friedmann kein Israeli ist).

Vor dem Hintergrund nicht aufgearbeiteter Geschichte sind die Tabus entstanden, amerikanisches und israelisches Handeln zu kritisieren. Wer heute das 70ste Lebensjahr noch nicht überschritten hat, trug zur Zeit des 2. Weltkrieges kurze Hosen, aber keine Entscheidungen. Die heute lebenden Generationen müssen die Geschichte zur Kenntnis nehmen und die Lehren daraus ziehen. Wir dürfen unser Heil nicht im Nationalismus und in der Abgrenzung suchen und wir dürfen uns nicht das Denken verbieten lassen. Gerade Letzteres ist eine Lehre aus der Geschichte. Dazu gehört, daß wir Verbrechen als solche erkennen und beim Namen nennen, eben nichts unter den Teppich kehren. Dazu gehört, daß wir nicht nach Religion und Hautfarbe fragen. Wenn wir aber nicht danach fragen, dürfen und müssen wir auch einem Amerikaner oder Israeli über den Mund fahren und in den Arm fallen, wenn er Dummheiten macht, Verbrechen begeht oder den Frieden gefährdet. Dazu gehört auch, daß wir uns mit verbogenen Antisemitismus-Vorwürfen nicht in die Sünderecke zum Schämen stellen lassen.

Wenn Herr Friedmann Kritik an seiner Person als „antisemitisch“ betrachtet, nimmt der Mann sich arg wichtig. Letztlich sieht er sich dann offenkundig als Repräsentanten aller Semiten. Das ist er aber nicht und es ist auch nicht anzunehmen, daß er das wirklich sein möchte. Sein Gehabe ist diesbezüglich doch recht hohlköpfig.

Grundsätzlich muß man jeden und alles kritisieren dürfen. Schade nur, daß sich so viele Repräsentanten unseres Staates, angefangen beim Bundespräsidenten, über Kanzler und Kanzlerkandidaten, Minister, bis zu etlichen Parteienvertretern so wenig Gedanken über den Sinn eines Wortes machen und statt dessen in die allgemeine Aufgeregtheit einstimmen.

Gruß
Wolfgang

hallo,

ja schon klar,

es gibt viele semiten in vielen ecken der erde, nur
antisemitismus wurde als erstes geschoepft wider juden, weil sie juden sind, und nur gegen juden in wort und tat bis dato angewendet. ergo ist antisemitismus nur und ausschliesslich gegen juden gewandt, egal ob es auch nichtsemitische juden und semitische nichtjuden gibt.

ein guter link hier zum beginn des politischen antisemitismus ist

http://www.idgr.de/lexikon/stich/a/antisemitismus/an…

das semitisch ein philologischer begriff ist, ist hier eine ganz andere frage. beides sollte jeweils ihmo omsprach-brett oder im innen-aussen-politik-brett besprochen werden, es sei denn, wir wollten hier geschichtlich alten religioesen antijudaismus besprechen.

beste gruesse, lego

Hallo du.

Antisemitismus im Sinne von rassistischer Judenfeindschaft ist nicht nur eine blödsinnige Sache, sondern auch ein blödsinniges Wort, das von der Unbildung seiner Anhänger zeugt. Das war der Sinn meines Beitrags. Verstanden?

Schönen Sonntag,
Pietro

hallo pietro,

Antisemitismus im Sinne von rassistischer Judenfeindschaft ist
nicht nur eine blödsinnige Sache,

schoen waere es, ja

sondern auch ein
blödsinniges Wort,

ja, richtig, aber ein wort eben, von Wilhelm Marr gepraegt, von anderen spaeter benutzt, ob richtig oder falsch ist eine andere sache.

das von der Unbildung seiner Anhänger
zeugt. Das war der Sinn meines Beitrags.

welche meinst du? diejenigen, die antisemitismus nachgehen oder diejenigen, welche das wort fuer ihre zwecke instrumentalisieren und es dabei doch nicht verstehen, ob bewusst oder unbewusst.

Verstanden?

ich glaube schon :wink:

beste gruesse, lego

Hallo!

Was willst Du von mir?

Gruß,

Oliver

Wenn Herr Friedmann Kritik an seiner Person als
„antisemitisch“ betrachtet, nimmt der Mann sich arg wichtig.

Darum ging es bei der Diskussion nicht - siehe auch Brett
Politik „Inland“, sondern um den Sachverhalt, daß von Möllemann gesagt wurde, das Verhalten von Friedman bzw. Scharon fördere Antisemitismus hierzulande.

Letztlich sieht er sich dann offenkundig als Repräsentanten
aller Semiten.

Historisch bezieht sich der Begriff „Antisemitismus“ auf Juden - gemeint ist also „Judenfeindschaft“ in ihren unterschiedlichen Ausprägungen, dabei ist es völlig egal, ob die betroffene Person religiös als Jude praktiziert oder nicht, sondern es geht darum, ob ihr die Zuschreibung „Jude“ zuteil wird.

Viele der im dritten Reich als Juden verfolgte Leute waren evangelische oder katholische Christen, denen von den Nazis die Rasse-Definition „Jude“ zuteil wurde.

Viele Grüße

Iris

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Nehme an, du meinst mich Oliver?
Von dir natürlich nichts, habe meine Antwort auf den Titel nur unten angestellt. So läufts bei anderen Foren, des besseren Überblicks wegen. Ist etwas verwirrend manchmal, vor allem wenn man auf verschiedene statements antwortet und es liegt keine chronologische Reihenfolge vor.

Grüss Dich
HC

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

…sondern um den Sachverhalt, daß von Möllemann
gesagt wurde, das Verhalten von Friedman bzw. Scharon fördere
Antisemitismus hierzulande.

Hallo Iris,

genau daran entzündete sich der Streit. Wenn man sich nicht an der Semantik und grundsätzlichen Mißverständlichkeit des Wortes stört, kann man in diesem Zusammenhang unter „Antisemitismus“ einen Vorbehalt gegen das Handeln des Staates Israel oder Vorbehalte gegen Juden sehen. Dabei halte ich die Möllemann-Äußerung für durchaus vertretbar. Das hat rein nichts damit zu tun, ob ich diese Meinung teile oder nicht. Wenn jemand die Person Friedmann nicht mag, den Herrn z. B. für blasiert und überheblich hält, dann ist das eine persönliche Aversion, etwas Gewöhnliches, mit dem niemand hinter dem Berg halten muß. Ich halte es auch für ohne weiteres vertetbar, im blasierten oder überheblichen Auftritt eines Vertreters einer Organisation eine Schädigung deren Ansehens zu vermuten. So weit zu Herrn Friedmann.

Es erscheint keineswegs weit hergeholt, daß das Handeln Herrn Scharons Vorbehalte gegenüber Israel erzeugt oder fördert. Wer nicht bereit ist, zu unterscheiden, kann aus dem Tun Scharons auch Vorbehalte gegenüber Juden drechseln. Allemal läßt sich feststellen, daß die israelische Regierung und ihr Chef nicht gerade der Hort von Friedensideen und Interessenausgleich sind. Solche Leute erzeugen Vorbehalte, die über das Persönliche deutlich hinaus gehen können. Diese Feststellungen sind keine Aufregung wert.

Der Rest Deiner Ausführungen entspricht der geschichtlichen Wahrheit. Aus dem Rassismus weitgehend ausgestorbener Generationen und ihrer Sündenbock-Mentalität (keine Erfindung der Nazis, so „kreativ“ waren sie auch wieder nicht), aus dem Unfug, eine Glaubensrichtung zur Rasse zu machen, aus all dieser Idiotie nun zu konstruieren, man dürfe weder Juden noch den Staat Israel kritisieren, ist nicht minder idiotisch und nur aus dem gestörten Verhältnis zu unserer Geschichte zu erklären.

Ich plädiere nicht für das Vergessen. Ganz im Gegenteil. Vergessen und Verdrängen war über Jahrzehnte die bei uns gängige Methode. Zur Geschichte zu stehen, sie zur Kenntnis zu nehmen, mündet in der Verpflichtung, alte Fehler, Verbrechen und Verirrungen nicht zu wiederholen. Aber es ist keine Verpflichtung der später Geborenen, jede Untat später geborener Israelis oder jüdischer Funktionäre gutzuheißen. Wieder ganz im Gegenteil: Wir müssen aus unserer Geschichte u. a. die Lehre ziehen, jedem Volk sein Selbstbestimmungsrecht zuzubilligen und wir müssen jeden beim Namen nennen, der versucht, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, ganz egal, ob ein Israeli, ein Amerikaner, Palästinenser oder wer auch immer betroffen ist.

Es ist nicht zu übersehen, daß es vielerorts noch oder schon wieder braunes Gedankengut gibt. Aber deren Zulauf ist gewiß nicht dadurch zu verhindern, daß man jüdischen Funktionären oder israelischen Politikern eine schützende Käseglocke oder Narrenfreiheit zubilligt.

Was wäre wohl geschehen, wenn Herr Möllemann z. B. einem türkischen oder kurdischen Funktionär vorgeworfen hätte, seine überhebliche Art leiste dem Ausländerhass Vorschub? Das hätte man - wenn überhaupt - zur Kenntnis genommen und Schluß. Jedenfalls hätte es darüber keine Statements der gesamten politischen Kaste gegeben, keine Talkshows, keine Rücktrittsforderungen und keine Schlagzeilen quer durch die gesamte Presselandschaft. Daraus ist zu erkennen, daß nicht etwa Möllemanns Äußerung „politisch inkorrekt“ war, sondern daß wir es mit einem kranken öffentlichen Bewußtsein zu tun haben.

Schließlich halte ich die Problematik im Religionsbrett für gut aufgehoben, hier kann es nicht nur um die Diskussion von Bibeltexten gehen. Es geht letztlich um das Zusammenleben verschiedener Kulturen, Religionen und Weltanschauungen.

Gruß
Wolfgang

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hallo Wolfgang,
sehr gut beschrieben!
Zur Vervollständigung nur noch eines:
äußert ein Politiker eine Meinung, die nicht in das Regierungsschema passt, ist er ein Populist.
An und für sich ist dieses Wort kein schimpfwort, denn es bedeutet nichts anderes, als dass dieser Mann so spricht, wie das Volk.
Es wurde aber zum Schimpfwort umfunktioniert (vielleicht deshalb, weil die Regierung eben nicht das will, was das Volk will?).
Heutige bedeutung: Etwas sagen, was falsch ist (im Sinne der augenblicklichen Regierung), was rechtsgerichtet ist (nahe dem Antisemitismus; wird auch im gleichem Atemzug verwendet),
Grüße
Raimund

hallo Iris,

Wenn Herr Friedmann Kritik an seiner Person als
„antisemitisch“ betrachtet, nimmt der Mann sich arg wichtig.

Darum ging es bei der Diskussion nicht - siehe auch Brett
Politik „Inland“, sondern um den Sachverhalt, daß von
Möllemann gesagt wurde, das Verhalten von Friedman bzw.
Scharon fördere Antisemitismus hierzulande.

Womit er ja auch absolut Recht hat. Zumindest wäre es eine Diskussion wert. Doch was Friedmann daraus macht, ist billige Hetze und der Versuch, in die Regierungsverantwortung einzugreifen. Das hat Bubis damls gekonnter gemacht. War der klüger?
Ich lehne es vollkommen ab, dass irgend eine Gruppe, auch nicht der Zentralrat, die Möglichkeit hat, zu bestimmen, was Politker zu tun und zu lassen haben. Das steht ihnen einfach nicht zu! Die einzige legitime Form der Beeinflussung ist die Wahl.

Letztlich sieht er sich dann offenkundig als Repräsentanten
aller Semiten.

Historisch bezieht sich der Begriff „Antisemitismus“ auf Juden

  • gemeint ist also „Judenfeindschaft“ in ihren
    unterschiedlichen Ausprägungen, dabei ist es völlig egal, ob
    die betroffene Person religiös als Jude praktiziert oder
    nicht, sondern es geht darum, ob ihr die Zuschreibung „Jude“
    zuteil wird.

Viele der im dritten Reich als Juden verfolgte Leute waren
evangelische oder katholische Christen, denen von den Nazis
die Rasse-Definition „Jude“ zuteil wurde.

Abgesehen davon, dass es grundsätzlich verwerflich ist, jemanden auf Grund seiner Volkszugehörigkeit, seines Gleichbens, seiner Meinung… zu verfolgen, war das wohl das dümmste, was wir Deutsche uns geleistet haben, leider! Ich weiß nicht, ob ich das schon mal erwähnt habe: in München wohnte ein Jude (ob Christ oder jüd. Gelaubens weiß ich nicht). Er war hoch dekorierter Soldat des ersten Weltkrieges, schwerverletzt, überzeugter Deutscher. Er wurde verfolgt. Er hatte zwar bei einigen SS-Leuten, die in sein Haus einquartiert wurden Schutz (als hochdekorierter Soldat), doch letztendlich hatte er keine Freiheit mehr zu tun und zu lassen, was jeder damalige Deutsche tun durfte. leider hatte er zudem noch eine (deutsche)Frau, die sich nach dem Wind richtete. Dies und die politische Ausweglosigkeit ließ ihm keine andere Wahl (meinte er) als sich selbst zu töten.
Ein Verlusst!

Grüße
Raimund

Vielleicht geht es ja um ‚Zeugnisablegung‘
Hi Iris,

vorweg:
Ich glaube, die Frage danach, „wie man reden darf“ wird in Religionen auch als Frage des „Zeugnisablegens“ bezeichnet. Das ist nur eine schwache Erinnerung von mir, da ich seit langen Jahren Atheist bin. Dennoch bitte ich (die Mod.) um Zulassung meines Beitrages im Sinne eines Dialoges auch mit Atheisten.

Nunmehr zur Sache:

Wenn Herr Friedmann Kritik an seiner Person als
„antisemitisch“ betrachtet, nimmt der Mann sich arg wichtig.

Darum ging es bei der Diskussion nicht - siehe auch Brett
Politik „Inland“, sondern um den Sachverhalt, daß von
Möllemann gesagt wurde, das Verhalten von Friedman bzw.
Scharon fördere Antisemitismus hierzulande.

In diesem „Rückwirkungsstreit“ scheint mir der Kern der ganzen Kontroverse zu liegen. Ich nehme zur Kenntnis, dass es eine politische Definition eines historisch-politischen Antisemitismusbegriffs gibt, der die Behauptung einer Rückwirkungsmöglichkeit von Verhalten (staatlichem, von Organisationen oder Personen, die irgendwie auch jüdisch verortet sind oder verortet werden) auf „den Antisemitismus“, als „Bedienung einer antisemitischen Stereotype“ definiert.

Ich sage, eine politische Definition, nicht etwa eine „jüdische Definition“, zumal mir diese Definition eher spitzfindig-deutsch als sonstwie anmutet. Das mit dem spitzfindig-deutsch, müssten die Deutschen jetzt mal wegstecken.

(Bräuchten sie eigentlich nicht, aber solange es als nicht als heikel gilt, die Formel „typisch deutsch“ ausschliesslich bei negativ gemeinten Charakterisierungen anzuwenden, mache ich da mal einfach mit. Wäre das allerdings mal explizites Thema, dann würde ich das auch mal explizit anprangern.)

Im Sinne seiner bestimmten politischen Definiertheit gewinnen Friedmann und alle, die das so sehen wollen, natürlich jedes Wortspiel um die Frage, ob jemand sich antisemitischer Ressentiments bedient, wenn er Sharon oder sonst wen zeiht, die antisemitische Karte zu spielen. Dieses Sprachspiel bin ich bereit zu respektieren, in dem Sinne, dass ich es vermeide, weil ich es für intellektuell blöde halte.

Wenn ich allerdings irgendwie zum Ausdruck bringen möchte, dass ich der Meinung bin, Sharon schade der Sache Israels, dann möchte ich gerne ein anderes Sprachspiel spielen, als das, wie das, des oben beschriebenen historisch-politisch definierten Antisemitismusbegriffs.

Mein Sprachspiel folgt den Regeln, nach denen man sagen kann, dass Figuren wie Idi Amin, oder Majestät Bokassa der Sache Afrikas, das Sache des Antikolonialismus, ja vielleicht sogar der Sache des Antirassismus geschadet haben. Ich kenne keinen Schwarzen, der sagt, dass eine solche Behauptung, Ressentiments einer „Anti-Negritude“ (Negritude im dem Sinne, wie ihn der senegalesische Politiker und Poet Senghor geprägt hat) benutze, adressiere oder nähre. unjd ich wüsste auch nicht, dass Schwarze, die sagen, Amin oder Bokassa seien a shame for the black people, dahingehend angegangen würden, sie redeten einem angepassten Uncle Tom Leitbild das Wort.

Ich kann die Frontstellung, die viele Juden gegen jedwede „Empfehlung“ zu Anpassung und Wohlverhalten einnehmen, aus eigener Erfahrung nachvollziehen. Wie komme ich als Nichtjude denn dazu? Nun, ich habe einmal eine längere Geschäftsreise mit einem jüdischen Kollegen (polischer Familienherkunft) durch Polen unternommen. Der Kollege ist von seinem Verhalten her ein ausgesprochen zurückgenommener, „profilscheuer“ und um jedwede Aneckungsvermeidung bemühter Mensch. (gewesen, vielleicht hat er sich geändert). Die „Bilanz an Antisemitismus“ bei unseren polischen Gesprächspartnern war verheerend. So etwas hatte ich noch nie vorher erlebt. Fast jeder Pole, mit dem wir gesprochen hatten, fand irgendeine „Gelegenheit“, mich zu fragen, warum ich mich denn „mit Polen“ abgeben oder einlassen würde, was die denn inzwischen in Deutschland alles zu sagen hätten usw. Es war eine echte Katastrophe, nervlich, völkerfreundschaftlich, sozial, persönlich, freundschaftlich und geschäftlich. Ich habe darüber ein sehr schwieriges Gespräch mit dem Kollegen geführt und wir haben beschlossen, die nicht vertuschbare (geschäftliche) Dimension des Desasters als mangelnde Reife des polnischen Marktes für unsere tollen Produkte nach oben auszugeben. Da hatte es Pech, der polnische Markt und musste noch etwas warten auf die Segnungen westlicher Produkte. Aus dieser Erfahrung heraus, empfinde ich die Abneigung vieler Juden gegenüber jedweder „Konformitätsempfehlung“ als eine, die ich auch an den Tag legen würde.

Soweit also d’accord. Nur folgt daraus nicht, der nach meinem Empfinden allzu simple Umkehrschluss, jeder Mensch sei, wenn er ein Jude ist, (Staaten, Organisationen analog) mithin per se von jedweder Anlastbarkeit eigenen Verhalten freizustellen, weil die Antisemiten halt sowieso hassen, wie sie wollen. Sicher, es gibt solche Leute, aber es gibt nicht nur solche Leute. Ich vermute, dass es ein paar Leute gibt, die in völliger „Naivität“ sich enie Meinung über Israel nicht anders bilden, als die es bei Uganda tun. (Ich vergleiche hier nicht Sharon mit Idi Amin, sondern die unterschiedliche Zulässigkeit einer Zurechnung von Politikerverhalten zum „Staatsimage“) Diese Leute, die vielleicht sagen, dass sie keine Produkte aus einem Land kaufen wollen, von dessen Staatschefpolitik ihnen graut, die haben sicher eine Debatte über den Sinn und Unsinn von Boykotten verdient und Hinweise darauf, dass eh immer die Falschen leiden. Nur in dem Fall, dass ihre Boykottidee mal Israel trifft, passiert etwas völlig anderes. Da werden sie auf einmal in die Tradition nationalsozialistisch-antisemitischer Boykotthetze a la “Kauft nicht bei Juden“ gestellt.

Die Ungleichheit in der Zulässigkeit, eine Rückwirkung von Verhalten auf „Image“ annehmen zu dürfen, an dieser „Sonderlogik“ entzündet sich der Streit. Ich rechne diese Sonderlogik ausdrücklich nicht einem „jüdischen Denken“ zu, sondern sehe sie viel eher als ein akademisches Projekt der deutschen (z. Tl. auch europäischen) intellektuellen Linken. Was die Linke macht, ist mir egal, die kann sich von mir aus schaden, wie sie will. Soweit das ganze als „intellektuell“ gelten soll, halte ich es für einen Skandal und sage das dort, wo man intellektuell sein will. Soweit es doch als ein Teil „jüdischer Identität“ gelten soll, soweit ist es mir auch egal, weil es eine dann wohl wirklich eine „jüdische Angelegenheit“ ist, die mich als tief überzeugten Atheisten nicht zu scheren hat. Soweit sich allerdings das Ganze zu einer Debatte auswächst, von der ich den Eindruck habe, dass der Platz, den sie einnimmt, anderen Themen schmerzhaft fehlt, versuche ich deutlich zu machen, wie diese Debatte sich auflädt, und warum sie zu nichts führt. Ich war mal religiös. Damals hätte ich diese Debatte als gotteslästerlich charakterisiert. Gut, dass diese Schärfe weg ist.

Der Antisemitismusbegriff ist eine Sache seiner Anhänger. Die, die ihn nicht kennen und trotzdem benutzen, fallen natürlich rein, machen sich lächerlich und können dann leicht von Friedmann und anderen Menschen, denen Medienwirksamkeit nachgesagt wird, „vorgeführt werden“. Die ganz schlichten Naturen fühlen sich dann gegängelt und gemein behandelt, anstatt mal in einem guten Rhetorikbuch nachzulesen, wie man so etwas macht.

Und am Ende haben wir einen völlig unheiligen Streit, bei dem die antiantisemitische Kritik auf alles dann schießt, was sich bewegt, wenn die Stereotypsensoren Berührung melden, was sie tun, sobald ein kritisches Wort auf eine jüdische Angelegenheit und deren „Imagewirkung“ Bezug nehmen will.

Ich erkenne an, dass die Monströsität der Erfahrung der Shoah, nach schützenden Tabus verlangt. Das nehmen andere Gruppen bei (weit) weniger mönströsen Leiderfahrungen auch; in Anspruch; Schwule, Frauen (soweit von feministischem Selbstverständnis) Behinderte, Schwarze, alle die, die Verfolgung, Diskriminierung und Leid in einer Ecke von Minderheit oder Marginalisierung erfahren haben. Das bildet dann eben die allgemeine Kultur der politischen Korrektheit, zu der jeder die Haltung finden mag, die zu ihm passt.

Nur: Die semantische Konstruktion des Antisemitismusbegriffs lässt den Nichtkennern keine Chance einer stereotypfreien kritischen Kommunikation.

Tausende von Menschen verschören sich Jahr für Jahr gegen oder für etwas (stellen jedenfalls US-Gerichte fest) Sind unter diesen Menschen auch Juden? Wenn „ja“ dann ist die Antwort, eine Überführung des Beantwortenden, das antisemitische Stereotyp einer „jüdischen Verschwörung“ zu bedienen. Wenn „nein“, dann haben wir einen Fall von Philosemitismus, einer raffinierten nachkriegsdeutschen sekundär-antisemitischen Variante.

Die Leute durchschauen das Spiel nicht, fallen auf die Nase und sind beleidigt. Und dann kommen die Möllemänner und sagen, ey Leute, ist doch doof, das man uns immer so vorführt.
Und die Friedmänner sagen, da haben wir es, schon wird wieder für die Antisemiten zu sammeln geblasen.

Wie gesagt, soweit das als intellektuell gelten soll rechne ich mit diesem begrifflichen in-sich-Geschäft in aller Schärfe, soweit es eine staatsräsonpolitische Konsequenz aus der Geschichte sein soll auch. Was mich enttäuscht, aber das ist mein privates Bier, ist dass ich meine hohe Meinung vom jüdischen Humor (ohne Anführungsstriche) irritiert fühle. Wer die Torheit der Welt so vorführen kann, der müsste über solchen Sprachspielen stehen. Ob Friedmann einen jüdischen Witz kennt? Ich finde, daran begründet er Zweifel.

Mich würde wirklich eine Antwort von dir interessieren. Anderen Leuten habe ich auch schon weniger geschrieben, weil mich da eine Antwort weniger interessiert hatte.

„Stimmt es dass die Juden so reich sind?
Das will wohl sein, wo sie doch für alles bezahlen müssen“

Das finde ich zehnmal souveräner und weiser als uns „Hoppla, Friedman“; übrigens auch bei anderen Themen.

Mehr Chuzpe!

Thomas

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Hallo Humancrossing!

So läufts bei anderen Foren, des besseren
Überblicks wegen.

Andere Foren - andere Sitten. Hier läuft´s so, daß Du Dich gern an den Artikel dranhängen darfst, zu dem Du etwas schreiben möchtest. Durch die Angabe des Datums des Postings ist gewähleistet, daß jeder nachvollziehen kann, in welcher Reihenfolge etwas geschrieben wurde. Andernfalls kommt es zu Irrungen und Wirrungen.

Freundlicher Gruß,

Oliver

ja, richtig, aber ein wort eben, von Wilhelm Marr gepraegt,
von anderen spaeter benutzt, ob richtig oder falsch ist eine
andere sache.

Nein, sondern die Sache meines Beitrags.

P.

Hallo Thomas,

Ich glaube, die Frage danach, „wie man reden darf“ wird in
Religionen auch als Frage des „Zeugnisablegens“ bezeichnet.
Das ist nur eine schwache Erinnerung von mir, da ich seit
langen Jahren Atheist bin.

Das „zeugnis ablegen“ ist eine spezifisch christliche Angelegenheit.

In der jüdischen Tradition hat es immer eine sehr breite Diskussionskultur gegeben.

Ich verstehe überhaupt nicht, was Du mit „Rückwirkungsstreit“ meinst.

In der Frankfurter Rundschau vom Samstag war ein guter Artikel. Leider ist das Archiv nur befristet zugänglich, deswegen kopiere ich ihn hier rein. Ich denke Deine Fragen - soweit ich sie verstanden habe - sind damit großenteils beantwortet.

Viele Grüße

Iris

Von der Leine gelassen

Vom primären zum sekundären Antisemitismus

Von Thomas Haury

Hat sich Jürgen Möllemann lediglich durch „engagierte Äußerungen zum
Nahostkonflikt“ (Ulrike Flach, Stellvertreterin Möllemanns) hervorgetan?
Praktiziert er mit seinen Attacken auf Michel Friedman den
„Schulterschluss mit Antisemiten“ (Paul Spiegel) oder hat er sich gar
„als Antisemit geoutet“ (Charlotte Knobloch)? Fragen über Fragen. Da
kann es hilfreich sein, die veränderten Bedingungen, Antriebe und
Artikulationsformen, die den Antisemitismus der Gegenwart auszeichnen,
zu klären.

Im Kaiserreich bildete sich der Antisemitismus als umfassende
welterklärende Ideologie heraus. Die gesamte als bedrohlich empfundene
moderne Gesellschaft wurde als Produkt verderblichen jüdischen Tuns
fantasiert. „Die Juden“ standen dem „deutschen Volk“ als absoluter Feind
entgegen. Die Juden identifiziert mit Geld und Handel, Banken und Börse.
Angeblich kontrollierten sie weltweit die Wirtschaft, Krisen und
Ausbeutung wurden ihnen zur Last gelegt. In der Wahrnehmung
antisemitischer Stereotypen beeinflussen oder bestimmen die Juden gar
die Politik, sei es durch Infiltration von Parlament und Verwaltung,
durch Bestechung oder die Abhängigkeit der Staaten von Krediten. Schon
seit 1840 spielte die Behauptung eine Rolle, „die Juden“ beherrschten
die Tagespresse. Als „unumschränkte Gebieter der öffentlichen Meinung“
würden sie sowohl das Volk manipulieren als auch die Regierungen in
ihrem Sinne lenken.

Antisemitismus nach Auschwitz

Vor 1945 galt der Antisemitismus als relativ reputable Weltanschauung,
zu der man sich offen bekennen konnte. Seit dem nationalsozialistischen
Mord an den europäischen Juden dagegen ist vor allem in den westlichen
Staaten offener Antisemitismus moralisch diskreditiert und aus dem
öffentlichen Diskurs ausgeschlossen. Als private Einstellung allerdings
existiert er trotzdem weiter. Umfragen in Deutschland ergeben, dass rund
fünfzehn Prozent der Bevölkerung stark antisemitisch eingestellt sind.
Antisemitismus nach Auschwitz ist jedoch weniger ein geschlossenes
Weltbild denn ein diffuses Ressentiment. Es macht sich vor allem
anlassbezogen bemerkbar, sei es in Form ausdeutbarer Anspielungen oder
als eindeutig antisemitische Entgleisung.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert steht der Antisemitismus vor dem
Problem, angesichts von Millionen ermordeter Juden den Judenhass
rechtfertigen zu müssen - auch vor sich selbst. Deshalb werden die Juden
als Täter gebraucht, nicht als Opfer. Seit der Gründung des Staates
Israel 1948 konnte der neue „jüdische Täter“ präsentiert werden . Zwar
wird behauptet, man habe nichts gegen Juden, sondern beanstande
lediglich die israelische Politik. Doch von der „normalen“ Kritik an
einem beliebigen Staat unterscheidet sich die antisemitisch motivierte
Israelfeindschaft durch zahlreiche Merkmale.

Sie ist gekennzeichnet durch doppelte Beurteilungsstandards. Die
israelische Politik wird in glühendem Zorn gegeißelt; die arabischen
Monarchien und Diktaturen sowie die Palästinenser werden hingegen
wohlwollend beurteilt bis hin zur Billigung des Terrors gegen Israel.
Der „Judenstaat“ wird zum „Juden unter den Staaten“ gemacht. Er gehe
brutal wie kein anderer Staat vor, trage allein die Schuld am Konflikt
und gefährde mithin den Weltfrieden. Das alte Motiv der jüdischen
Weltverschwörung feiert seine Wiederkehr .

In Deutschland kam nach 1945 noch ein zusätzliches Moment zum Tragen.
Denn hier ging durch die „deutsche Tat Auschwitz“ verloren, worauf jedes
Bedürfnis nach „nationaler Identität“ konstitutiv angewiesen ist: die
fraglose Gewissheit, einer „guten Nation“ anzugehören. Auschwitz bildet
eine Schranke für jedes Bedürfnis nach „nationaler Identität“. Hieraus
resultiert ein starker Wunsch nach Entlastung von der deutschen
Vergangenheit, der nur allzu leicht in einem Antisemitismus „nicht
trotz, sondern wegen Auschwitz“ (Henryk M. Broder) mündet. Dieser
„sekundäre Antisemitismus“ macht die Juden für den prekären Zustand
einer „deutschen Identität“ verantwortlich und wird spätestens dann mani
fest und aggressiv, wenn sich das Bedürfnis nach „Normalität“ und
„Schlussstrich“ durch Einspruch von jüdischer Seite bedroht sieht. Dies
belegen alle vergangenheitspolitischen Debatten der letzten Jahre.

Der Mechanismus ist immer gleich. Die Deutschen sind das unschuldige
Opfer, Juden die schuldigen Täter. Folgerichtig kann den Juden wieder
vorgeworfen werden, sie seien selbst schuld am Antisemitismus. Nichts
anderes trieb Martin Walser, als er 1998 gegen „die unaufhörliche
Präsentation unserer Schande“ klagte und Ignatz Bubis aggressiv anfuhr:
„Dann müssen Sie sich nicht wundern, wenn die Leute sich wehren.“

Innerhalb dieser spezifisch deutschen Situation erbringt die
Gleichsetzung Israels mit dem Nationalsozialismus einen zusätzlichen
ideologischen Mehrwert. Nicht nur werden die Juden zu schuldigen Tätern
erklärt, sondern gleichzeitig wird die störende deutsche Vergangenheit
entsorgt. Insbesondere die Neue Linke leistete auf diesem Feld der
Vergangenheitsbewältigung Pionierarbeit, wenn sie zum Beispiel
anlässlich des Libanon-Feldzuges 1982 vom „Holocaust“ an den
Palästinensern und der „Endlösung der Palästinenserfrage“ sprach.

Jamal Karsli setzte mehrfach Israel dem NS gleich, schrieb von
„Nazimethoden“ einer „rücksichtslosen Militärmacht“ und einer drohenden
„Vernichtung der Palästinenser“. Ebenfalls mehrfach fantasierte er von
einer mächtigen „zionistischen Lobby“, die „jede auch noch so bedeutende
Persönlichkeit kleinkriegen“ könne. Zu Recht antisemitisch grundierter
Israelkritik bezichtigt, sieht sich Karsli jetzt selbst als Opfer einer
weltweiten jüdischen Verschwörung, die im Hintergrund die Fäden ziehe
und ihre Gegner vernichte. Sein Fall sei auf Betreiben des Zentralrats
der Juden von den Medien „innerhalb kürzester Zeit zu einer großen
Kampagne aufgebauscht worden“, um an einem Israelkritiker „ein Exempel
zu statuieren“.

Möllemann, langjähriger Präsident der Lobby-Vereinigung
Deutsch-Arabische-Gesellschaft (D-A-G), erhob bereits im Herbst letzten
Jahres den Vorwurf, Israel betreibe mit seiner Liquidierungsliste
„Staatsterrorismus“ und Sharon würde „seine Soldateska im Westjordanland
von der Leine lassen“. Er bekräftigte das Existenzrecht Israels, zeigte
allerdings erheblich mehr Verständnis und Sympathie für die
palästinensische Seite. Möllemann verlautbarte damals, dass in
Deutschland „aus einem Gefühl der Schuld heraus“ sich kaum jemand
getraue, die Politik Israels zu kritisieren. „Die ganze Nation duckt bei
diesem Thema weg.“ Selbst Außenminister Fischer habe „Angst zu sagen,
was ist. Er macht eine liebdienerische Politik gegenüber Israel.“ Wer
jage den Deutschen so viel Angst ein? Michel Friedman. „Wer sich mit ihm
im Fernsehen anlegt, wird zum Antisemiten erklärt.“

Möllemanns eindeutig vieldeutige Haltung gegenüber den palästinensischen
Selbstmordattentaten und seine militärischen Kampffantasien führten zu
heftigen Reaktionen keineswegs nur des Zentralrates der Juden. Seinem
verhinderten Parteifreund Karsli gegenüber legte Möllemann eine mehr als
nachsichtige Haltung an den Tag: Er wollte bei diesem keinen
Antisemitismus, sondern lediglich entschuldbare „missratene
Formulierungen“ erkennen. Er bat deshalb Karsli, seine Wortwahl zu
überdenken, da „Begriffe wie zionistische Lobby in Deutschland leicht
antisemitisch missdeutet werden“ könnten. Die Frage, wie sich Möllemann
eine richtige Deutung von „zionistischer Lobby“ vorstellt, hat er nicht
beantwortet. Vielmehr konterte Möllemann die Kritik an seiner Haltung
umgehend mit Anwürfen an Michel Friedman. Dabei bediente er sich des
typischen antisemitischen Vorwurfs, die Juden seien selbst schuld am
Antisemitismus. Oder wie soll zu verstehen sein, dass, so Möllemann,
„kaum jemand den Antisemiten mehr Zulauf verschafft hat als Herr Scharon
und in Deutschland ein Herr Friedman mit seiner untoleranten, gehässigen
und überheblichen Art“?

Tabus brechen

Auf den Sturm der Entrüstung und den vom Zentralrat der Juden bis hin zu
Otto Graf Lambsdorff erhobenen Vorwurf des Antisemitismus reagierte
Möllemann nach dem Motto: „Jetzt erst recht!“ Er habe nichts
zurückzunehmen und werde trotz der „öffentlichen Hetzjagd“ weiterhin das
aussprechen, was alle denken. Während „die Kluft zwischen dem, was die
politische Klasse sagt, und dem, was die Menschen empfinden“, immer
größer werde, werde er, Möllemann, von einer Woge der Zustimmung des
„ganzen Volkes in ganz Deutschland“ umbrandet und erhalte Tausende von
zustimmenden Briefen. Denn er breche endlich das Tabu und lasse sich in
seiner Israelkritik nicht länger vom Zentralrat der Juden bevormunden.

Der Verlauf der Auseinandersetzung ist aufschlussreich. Sie begann zwar
mit Möllemanns heftiger Israelkritik. Aber richtig in Fahrt kam dieser
erst durch die Kritik des Zentralrats. Virtuos spielt Möllemann seitdem
auf der Klaviatur des antisemitisch-nationalistischen Ressentiments. Die
Medienmacht der Juden, personifiziert in Michel Friedman und dem von ihr
wachgehaltenen „Gefühl der Schuld“, sei so groß, dass niemand in
Deutschland, nicht einmal der Außenminister, sagen könne, was er
eigentlich denke. Sich selbst präsentiert Möllemann als von Juden
verfolgte Unschuld, die sich durch die ungerechtfertigten
Antisemitismusvorwürfe nicht davon abhalten lasse, der Stimme des Volkes
Ausdruck zu verleihen. Solche Populismen tendieren eindeutig zu einem
sekundären, spezifisch deutschen Antisemitismus.

Solche Äußerungen haben in Möllemanns Umfeld Tradition. Liest man im
Internet den Newsletter der D-A-G, traut man kaum seinen Augen. Dessen
Herausgeber, Ministerialrat Harald M. Bock, Generalsekretär der von
Möllemann präsidierten Vereinigung, ergeht sich hier Monat für Monat in
antisemitischen Ausfällen. In Deutschland sieht Bock eine „wie auf
Fernsteuerung sich empörende Presse“ eine „Hexenverfolgung“ gegen alle
Israelkritiker veranstalten, in Berlin säßen lediglich „gewählte
Politclaqueure“, „geistige Lakaien“, die ständig „Ergebenheitsadressen
nach . . . Tel Aviv senden“.

Beim Thema Israel angelangt, bricht es dann erst richtig aus Bock
heraus. „Scharon und seine Totschlägerregierung“ führten nichts anderes
als einen „Vernichtungskrieg gegen das palästinensische Volk“. Die
israelische „Vernichtungs- und Tötungsmaschinerie“ habe das „Lager
Dschenin förmlich ausradiert“ und ziele auf eine „ethnische Säuberung“,
um die Westbank „palästinenserfrei“ zu machen. Bocks Urteil hält in
seiner Offenheit nicht hinter dem Berg: „Israel hat jeden Kredit
verspielt.“ Was das heißt? „Israel wird auf diesem Wege vollends seiner
physischen Rechtfertigung verlustig gehen.“ Je genauer man hinschaut, desto antisemitischer schaut es zurück.

Im September erscheint Thomas Haurys Buch „Antisemitismus von links.
Kommunistische Ideologie, Nationalismus und Antisemitismus in der frühen
DDR“ im Verlag Hamburger Edition.

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…sondern um den Sachverhalt, daß von Möllemann
gesagt wurde, das Verhalten von Friedman bzw. Scharon fördere
Antisemitismus hierzulande.

Wenn jemand die Person Friedmann nicht mag, den Herrn z. B.
für blasiert und überheblich hält, dann ist das eine
persönliche Aversion, etwas Gewöhnliches, mit dem niemand
hinter dem Berg halten muß. Ich halte es auch für ohne
weiteres vertetbar, im blasierten oder überheblichen Auftritt
eines Vertreters einer Organisation eine Schädigung deren
Ansehens zu vermuten. So weit zu Herrn Friedmann.

Es geht hier nicht um eine Organisation, die einen charmanteren oder einen weniger charmanten Vertreter hat.
Ob man Friedman sympathisch findet oder nicht ist eine Sache - ob man aus Antipathie daraus ableitet, er würde Antisemitismus fördern, ist nochmal eine andere Sache.

Das ist so ähnlich, wie wenn mir das Auftreten von Herrn Westerwelle nicht paßt. Wenn ich daraus ableiten würde, daß dieses mir nicht genehme Auftreten von Westerwelle Schwulenfeindlichkeit fördern würde, ginge ein lauter Aufschrei durch die Menge …

Es erscheint keineswegs weit hergeholt, daß das Handeln Herrn
Scharons Vorbehalte gegenüber Israel erzeugt oder fördert. Wer
nicht bereit ist, zu unterscheiden, kann aus dem Tun Scharons
auch Vorbehalte gegenüber Juden drechseln.

Genau das läuft doch reihenweise - und mit welcher Berechtigung.
Aber das hatten wir bereits im Politik-Brett.

Ich plädiere nicht für das Vergessen. Ganz im Gegenteil.
Vergessen und Verdrängen war über Jahrzehnte die bei uns
gängige Methode. Zur Geschichte zu stehen, sie zur Kenntnis zu
nehmen, mündet in der Verpflichtung, alte Fehler, Verbrechen
und Verirrungen nicht zu wiederholen. Aber es ist keine
Verpflichtung der später Geborenen, jede Untat später
geborener Israelis oder jüdischer Funktionäre gutzuheißen.

Hat das jemand behauptet? Ich bin es ehrlich gesagt müde, immer wieder mantramäßig wiederholen zu müssen, daß israelische Politik immer kritisiert worden ist.
Wenn deutsche Nichtjuden meinen sich selbst zensieren zu müssen, ist das ihr Problem. Aber das brauchen sie nicht auf Juden oder Israelis abzuschieben.

Wieder ganz im Gegenteil: Wir müssen aus unserer Geschichte u.
a. die Lehre ziehen, jedem Volk sein Selbstbestimmungsrecht
zuzubilligen und wir müssen jeden beim Namen nennen, der
versucht, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören,
ganz egal, ob ein Israeli, ein Amerikaner, Palästinenser oder
wer auch immer betroffen ist.

? Ich entsinne mích noch sehr, sehr gut an den
Selbstmordanschlag in der Pizzeria, nach der Sharon KEINE Maßnahmen gegen
die Palästinenser durchführte. Wie wurde dies Israel gedankt? Mit weiteren
Selbstmordanschlägen. Wie reagierte die westliche Presse? Mit „Verwunderung“
über die Zurückhaltung des doch sonst so bösen Falken Sharon. Wie reagierte
die westliche Presse, nachdem - ausgelöst durch weitere Selbstmordanschläge,
der Falke nun doch reagierte? Mit Empörung über das brutale Vorgehen der
Israelis. Wenn Sharon still hält, gilt er als „für seine Verhältnisse
unnormal friedlich“ - schließlich sind ER und ganz Israel die Bösen -, wehrt
sich Israel, dann war es ja klar, bei dem brutalen Typen …

Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, daß die Wahrnehmungsmuster oft schon sehr festgelegt sind.

Es ist nicht zu übersehen, daß es vielerorts noch oder schon
wieder braunes Gedankengut gibt. Aber deren Zulauf ist gewiß
nicht dadurch zu verhindern, daß man jüdischen Funktionären
oder israelischen Politikern eine schützende Käseglocke oder
Narrenfreiheit zubilligt.

Ich wiederhole mich ungern:

Am Sexismus sind nicht die Frauen schuld.
Am Rassismus sind nicht die Schwarzen schuld.
Und am Antisemitismus sind nicht die Juden schuld, also auch nicht die jüdischen Funktionäre oder israelischen Politiker.

Auch in Ländern, in denen es noch nie Juden gegeben hat, gibt es Antisemitismus.

Was wäre wohl geschehen, wenn Herr Möllemann z. B. einem
türkischen oder kurdischen Funktionär vorgeworfen hätte, seine
überhebliche Art leiste dem Ausländerhass Vorschub? Das hätte
man - wenn überhaupt - zur Kenntnis genommen und Schluß.

Das ist spekulativ! Und selbst wenn, dann würde ich einen Sturm der Entrüstung vermuten.

Jedenfalls hätte es darüber keine Statements der gesamten
politischen Kaste gegeben, keine Talkshows, keine
Rücktrittsforderungen und keine Schlagzeilen quer durch die
gesamte Presselandschaft.

Das wissen wir nicht, weil es spekuliert und konstruiert ist.

Gruss

Iris

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