Antwort geträumt / Unterbewusstsein 'anzapfen'

Tach zusammen!

Mein Stiefvater, Jahrgang 1900, verstorben im Jahr 1986, war um 1921 in Freiburg an der Uni. Er war dort in einer Studentenverbindung, von der er mir einige Male erzählt hat.

In letzter Zeit habe ich öfter mal darüber nachgedacht, wie diese Studentenverbindung hieß und bin ums Verrecken nicht darauf gekommen. Ich habe bestimmt seit 15 Jahren nicht mehr darüber nachgedacht.

Vergangene Woche Donnerstag habe ich nun geträumt, mein Vater säße vor mir und würde mir von dieser „schlagenden“ Verbindung und auch, wie es zu seinem „Schmiss“ gekommen ist, erzählen. Und er nannte immer wieder den Namen „Saxo Silesia“.

Morgens habe ich meine Mutter angerufen und sie gefragt, ob das richtig sei, dass mein Vater in der Verbindung „Saxo Silesia“ gewesen wäre. Sie bejahte dies und erzählte mir auch von Einzelheiten, die ich während meines Traumes von meinem Vater erzählt bekommen habe, die ich aber im Wachzustand längst nicht mehr wusste.

Woher kommt es, dass man „Antworten“ auf bestimmte Dinge träumen kann? Das ist mir schon öfter passiert!

Wie kommt es, dass ich es im Traum schaffe, mein Unterbewusstsein anzuzapfen? Kann ich lernen, dies auch zu kontrollieren? Kann ich mir vornehmen, eine „vergrabene“, eine vergessene Antwort auf eine Frage zu träumen?

Ich weiß nicht, ob es in dem Zusammenhang relevant ist, dass ich jede Nacht sehr intensiv träume und mich (meistens!) morgens an die Träume noch sehr gut erinnere.

Danke für eine plausible Antwort,

Luzie
(schwer verwundert!)

Hi Golden Luzie,

ich denke, wenn Du ein Problem „mit ins Bett nimmst“, Dich also vor dem Einschlafen intensiv damit beschäftigst, gegünstigst Du damit Deine Chance, das Thema auch im Traum zu behandeln. Ob bz. dass allerdings IMMER eine Frage beantwortet oder eine Problem gelöst wird, wage ich zu bezweifeln.

Hallo Luzie

Woher kommt es, dass man „Antworten“ auf bestimmte Dinge
träumen kann?

Träume können unter anderem einen „kompensatorischen Effekt“ haben, d.h. die Dinge, über die wir in unserenm Tagesbewusstsein nonchaant oder verdrängend hinweggehen (vielleicht weil sie uns nicht in unser derzeitiges Konzept passen), können in Träumen deutlicher herauskommen. Das kann man immer wieder mal sehr schön beobachten bei amibivalenten Situationen, in denen man sich einseitig auf die eine Seite schlägt, um eine Enscheidung zu forcieren. Dann kommt die Gegenseite oft im Traum entsprechend stark herüber.

Wie kommt es, dass ich es im Traum schaffe, mein
Unterbewusstsein anzuzapfen?

Du zapfst da nicht groß, sondern es reguliert sich gleichsam homöostatisch, damit deine Bewusstseinlage nicht zu einseitig bleibt und eine Integration der tiefer liegenden Gefühle, Wünsch und Befürchtungen uns Bewusstsein möglich wird.

Kann ich lernen, dies auch zu
kontrollieren? Kann ich mir vornehmen, eine „vergrabene“, eine
vergessene Antwort auf eine Frage zu träumen?

Es reicht , wenn Du Dir klarmachst, dass Deine Träume Dir interessantes Material bieten, das sich lohnt, näher betrachtet zu werden.

Ich weiß nicht, ob es in dem Zusammenhang relevant ist, dass
ich jede Nacht sehr intensiv träume und mich (meistens!)
morgens an die Träume noch sehr gut erinnere.

Ich schreibe viele meiner Träume auf und kann sie dann in den Tagebüchern noch nach Jahren nachlesen. Sie gehen so nicht verloren.
Gruß,
Branden

Wie kommt es, dass ich es im Traum schaffe, mein
Unterbewusstsein anzuzapfen? Kann ich lernen, dies auch zu
kontrollieren? Kann ich mir vornehmen, eine „vergrabene“, eine
vergessene Antwort auf eine Frage zu träumen?

Hallo Luzi. Zu der ersten Frage: Das kommt es daher, weil es der Sinn des Unbewussten ist, dem Ich/Bewusstein Antworten auf Fragen jeglicher Art zu liefern, mit denen es für sich selbst überfordert wäre. Allerdings müssen die Fragen ernsthafte sein (irgendwie von großer Bedeutung für Dich, wie der Verwandte in Deinem Privatgedächtnis oder allgemein die Phänomene des Lebens im Kollektiven Unbewussten). Außerdem müsstest Du Dir eine fundierte Methode zur Deutung aneignen, weil in aller Regel erfolgen die Antworten verschlüsselt in Symbolen.

Hallo Luzie,
schöne Träume hast du! (das ist jetzt gar nicht zynisch gemeint!). Ein bekanntes Beispiel ist ja „Kekulés Traum“ - er träumte, wie die chemische Verbindung des Benzolrings aussieht, nachdem ihm das tagsüber nicht eingefallen war.
Wenn du dir tagsüber öfter in positiv und einfach formulierter Art etwas selbst sagst, und abends kurz vor dem Einschlafen (du kannst dir eine Holzkette mit ca. 40 Perlen basteln und diese „abbeten“, also 40 Wiederholungen deines Vorhabens), dann wird sich das irgendwann in deinem Unterbewusstsein niederschlagen…
Gruß, Susanne