Anzugsmomente für Gewindeverschraubungen

Hallo www’ler … kennt jemand eine gute Quelle (oder idealerweise eine gültige Norm bzw. int. Standard ), der die Anzugsmomente für Gewindeverschraubungen mit verschiedenen Dichtungswerkstoffen/Typen definiert.

Im aktuellen Fall geht es um ein G1/2 Gewinde mit einer Edelstahl-Flachdichtung. Die Werte, die ich im Netz (und internen Unterlagen) gefunden habe, schwanken zwischen 20 Nm und 250 Nm !!!

Scheint ein mistiges Thema zu sein.

Danke + Gruss
Kai G.

Im aktuellen Fall geht es um ein G1/2 Gewinde mit einer
Edelstahl-Flachdichtung

Hallo

Bei Rohrgewinden ist eine Anzugsmomentangabe sinnlos.
Das sind keine tragenden Schrauben, die an die Festigkeitsgrenze gehen müssen. Zug Wechsellasten im Schraubenschaft. Mat 12.9 ist Tabelle sinnvoll.

Anziehen von Hand bis es nicht mehr geht ist hier bei Rohrgew. angesagt.
Für was Tabelle?

Bei Hochdruckverschraubungen 50 bar bis 600 bar verwendet man dann nur noch die konischen Aussengewinde verleimt.

Gruss
Beat

Hallo Kai
Diese Anzugsmomente sind (wie Baet schon schrieb) nicht definiert. Eine Dichtung sollte aus weichem Material sein. Kunststoffdichtungen aus PE oder PA brauchen nur geringe Anzugsmomente. Bei Metalldichtungen aus Al oder Cu sind die Anzugsmomente höher. Diese richten sich aber auch immer nach Dichtfläche und Durchmesser. Die Dichtung soll sich an die Dichtfläche anpassen und damit abdichten. Beim Lösen und anschließender neuen Verbindung muss die Dichtung erneuert werden.
In Deinem Fall - wenn es unbedingt „Edelstahl“ Dichtung sein muss, ich nehme an es ist CrNi Stahl. Die Anzugsmomente sollten zwischen 150 bis 200 Nm liegen. -nur um eine Zahl zu nennen, da nicht die Dichtfläche, die Zugfestigkeit der Edelstahldichtung, die Festigkeit der Verbindungselemente, der Systemdruck, die Belastungsart, und was weis ich nicht alles, als ? dagegen steht- es läßt sich eh nicht berechnen. Faustregel: weiche Dichtung- wenig Kraft; festere Dichtungen - mehr Kraft- halt bis es dicht ist.
Gruß Bernd

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Faustregel …
Faustregel: weiche Dichtung- wenig Kraft; festere Dichtungen - mehr Kraft- halt bis es dicht ist. Und nach fest kommt ab :wink:

Ist schon klar … aber die Werkstoffe der zu verschraubenden Teile … die Schmierung der Gewinde … Gewindegröße und Art … Dichtungswerkstoff und Ausführung.

Alles spielt leider eine Rolle. Ein guter, erfahrener Schlosser braucht das alles nicht. Aber es wird immer mehr „Papier“ im Vorfeld/Dokumentation gefordert, wo solche Sachen vordefiniert beschrieben sind.

Interessant wären also empirische ermittelte Versuchsreihen igendwelcher Verschraubungshersteller oder etwas vergleichbares.

Gruss Kai G.

Hast Du denn eine Drehmomentrohrzange? Oder wie willst Du es überhaupt messen? Ein Handelsüblicher Drehmomentschlüssel wird ja für Deinen Anwendungsfall nicht geeignet sein.

Ich messe gar nix. Ich soll von Schreibtisch aus eine Angabe über die zu verwendenden Drehmomente bei der Montage machen. Einen Schlosser auf der Baustelle in 50 Meter Höhe werden die Nm-Werte eh nicht interessieren, aber die Planung verlangt die Angaben für die Dokumentation.
Die Fittinge haben dann einen Sechskant und sind somit über einen Drehmomentschlüssel zu montieren.

Gruss Kai G.

Hallo und Guten Abend!

…wo wir gerade von Faustregeln schnacken…

Wie pflegte mein alter Kollege „Werkstoff- und Anwendungsberatung“ für Gewindeschraubenstähle immer zu bemerken:

„Es gibt bei Gewindeschrauben mit Muttern zwei Zustände: fest und ab.“

:wink:

Herzliche + heitere Grüße

Helmut