Hallo Jeanny,
die Wasserausscheidung der Niere wird über ADH, einem Hormon aus dem Hypothalamus, gesteuert. Wird das Blut zu dick bzw. zu salzig, so wird das Hormon freigesetzt und bewirkt in der Niere eine verstärkte Wasserrückresorption aus dem frisch gebildeten Harn, was dann das Blut wieder verdünnt.
Scheidet die Niere zu viel Wasser aus, so nennt man das (mit einer gewissen Vereinfachung) „Diabetes“ (zu Deutsch: Durchfluß). Dies kann einmal dadurch bedingt sein, daß im Urin wasserbindende Moleküle vorhanden sind, so daß es die Niere einfach nicht schaffen *kann*, Wasser zu retten. Beispiel hierfür ist Zucker, welcher im Rahmen eines erhöhten Blutspiegels in den Urin überläuft. Dies ist dann deR „Diabetes mellitus“, zu Deutsch der „honigsüße Durchfluß“. Tatsächlich, die bedauernswerten Docs mußten einst die Diagnose mit der Zungenspitze stellen (Huhu Renate, es lebe das Labor *umarm*). Die zweite, geschmacksneutrale Variante (insipidus) ist entweder das Fehlen der ADH-Sekretion seitens des Hypothalamus („zentraleR Diabetes insipidus“ oder das fehlende Ansprechen der Niere auf korrekt ausgeschüttetes ADH („renaleR Diabetes insipidus“). Im letzteren Falle liegt entweder ein dirketer Nierenschaden vor, oder es sind Substanzen im Spiel, die den Wirkeffekt von ADH an der Niere aufheben (Alkohol oder Koffein).
Den Diabetes mellitus diagnostiziert man durch den Nachweis von Zucker im Urin, eben mittels Zunge (ungeschickt) oder Labor (viel besser). Die beiden Formen des Diabetes insipidus kann man hingegen im sogenannten „Durstversuch“ differenzieren: Der Patient darf einige Stunden nichts mehr trinken; dabei schaut man, ob der Harn korrekt eingedickt wird. Wenn ja, so sind Niere und Hypothalamus in Ordung. Es liegt also gar keine der Diabetesformen vor, sondern eine zu hohe Wasserzufuhr (psychogen). Bleibt der Harn hingegen dünn und voluminös, so gibt man ADH, und schaut was dann passiert. Der Rest ist simple Logik: reagiert die Niere, so ist das Problem eine zu gerine ADH-Ausschüttung seitens des Hypothalamus, reagiert sie nicht, so ist die Niere oder Alkohol/Koffeinzufuhr das Problem.
Therapie: Bei der zentralen Form Substitution des ADH in Form von Nasenspray (wird rasch resorbiert), bei einem Nierenschaden hingegen kann man nur noch symptomatisch handeln.
Bei Dir besteht das Problem schon seit langer Zeit und wird nicht schlimmer (?). Dies macht einen Nierenschaden schon mal recht unwahrscheinlich. Eine weitere Abklärung ist m.E. nur dann erforderlich, falls Dich die Rennerei extrem nerven sollte.
Eine gute Idee wäre es, mal den Kaffee wegzulassen oder auf ein koffeinfreies Produkt umzuschwenken. Kann gut sein, daß Du zu denjenigen Leuten gehörst, die besonders hefig auf Koffein reagiern.
Übrigens finde ich, daß in deutschen Amtsstuben ohnehin viel zu viel Kaffee getrunken wird, Frau Regierungsoberinspektorin, auch wenn man von Kaffeetrinken so hübsche dunkle Augen wie Du bekommt
)
Oliver