Aquarellfarben mischen

Hallo,
ich versuche mich gerade an Aquarellmalerei. Wobei ich noch keine „richtigen“ Aquarellfarben habe, weil ich noch nicht weiß, welche Farben man da am besten nimmt.
Ich habe jetzt so einen China-20-Euro-Wasserfarbkasten, der aber zum üben ganz gut geht.

Was ich mich aber frage ist nun, wie man Farben „richtig“ mischt. Ich habe da ein tolles Buch, da steht dann sowas wie „Mische etwas Umbra mit etwas Ultramarin“… Und nun gehe ich mit dem Pinsel auf die eine Farbe, bis er Farbe aufgenommen hat und gehe auf meine Mischpalette und habe dann ein fitzelchen Farbe auf der Mischpalettte, die sich dann auch mehr oder weniger in Wohlgefallen auflöst. Nach einigen hin und her habe ich dann einen Tropfen Farbe auf der Palette, nun wasche ich den Pinsel aus und nehme die nächste Farbe. Nach einigem hin und her habe ich da eine Mischfarbe, die aber weitab von dem ist, was der „Künstler mir vorgibt“.
Im Moment schiebe ich es eher auf die schlechten Farben, sehe aber auch nicht unbedingt ein besseres Ergebnis bei teureren Farben…
Also ich will sagen, wo nur wenig Wasser/Farbe am Pinsel bleibt, kann ja nie etwas entstehen, womit ich am Ende eine füllende Fläche mit bemalen kann.
Anders natürlich bei Aquarellfarben in Tuben form, die ich dann relativ gezielt in den Napf geben kann. Aber dann müsste ich ja auch gleich alle Farben noch mal als Tube haben - oder nur diese.

Bevor ich jetzt weiter darüber grübel, wie es richtig abläuft, dachte ich mal, dass ich hier mal nachfrage.
Und welche Farben gut zu benutzen sind. Also so gut, dass man Spaß am Ergebnis hat und auch lange dran Freude hat. Im Moment tendiere ich zu den Schmincke Academy Farben.

Vielen Dank

Servus,

wir haben ja schon darüber geschrieben - nein, Deckfarben aka Wasserfarben sind keine Aquarellfarben, und ihre Gemeinsamkeiten bestehen fast ausschließlich darin, dass man sie mit Wasser und Pinsel aufträgt.

Das tolle Buch ist - finde ich - nicht dafür geeignet, den Umgang mit Deckfarben oder den mit Aquarellfarben zu lernen. Man kann gemischte Farben nur kennen lernen, wenn man mit den drei Grundfarben Blau - Gelb - Rot (jeweils möglichst rein / neutral) anfängt und aus diesen alle Farben und Farbtöne mischt, die man daraus mischen kann. Dabei wird man dann auch bald sehen, dass Farbtöne wie Umbra, Indigo, Ocker bereits selber gemischt sind - vor allem bei Deckfarben wird das sehr leicht und sehr schnell unansehnlich trüb, wenn man ausgehend von gemischten Farben weitermischt.

Lass alle Pinsel auf der Seite außer einem Nr. 10 und einem Nr. 12. Scher Dich den Deubel drum,

und freunde Dich mit den Farben an: Wasser, viel Wasser. Farbe, richtig viel Farbe. Erinner Dich an Torfrock: „Dat matscht so schön und tut sou gut“. Schürze an, und auf einem Tisch arbeiten, der alles abkann. Wenn Du nicht mehr so zögerlich an die Farbstücke rangehst, klappt das auch mit dem Mischen und mit den größeren Flächen.

Umbra kommt dann später, jetzt gehts erstmal richtig in die Vollen: Schau Dir mal Sachen von Max Beckmann an - wer behauptet denn, Schwarz sei keine Farbe?

Und wenn man das vielleicht irgendwann doch noch darf, solange die große Anselm Kiefer - Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim läuft: Schau Dir mal an, was dieser Mann mit ausgesprochener Vorliebe für billigste Materialien schafft.

Zum Üben mit Deckfarben: Der Pelikan K12. Der K24 hat zu viele Farbtöne, damit kann man kein Mischen lernen.

Das heißt, Du willst offenbar gleichzeitig das Arbeiten mit Deckfarben und das Aquarellieren lernen - nun ja, des Menschen Wille ist sein Himmelreich, aber Du kannst Dich ziemlich darauf verlassen, dass das enttäuschend ausgehen wird: Die Techniken sind verschieden bis gegensätzlich. Die Reihenfolge - wie an der Schule - zuerst Deckfarben, dann Aquarell ist sicherlich sinnvoll, aber erst an die teils vollkommen anderen Techniken beim Aquarell gehen, wenn Du mit Deckfarben frei und ohne Verkrampfen umgehen kannst.

Schöne Grüße - hau rein!

MM

Keine Ahnung wie du das meinst. Warum sind denn jetzt die Farben von Schmincke Deckfarben, die ich als Aquarellfarben nutzen will… Häh?
Klar wird da viel Schmuh getrieben, wenn dort ein 5-Euro-12-Farben „Aquarellfarbkasten“ angeboten wird, dass dieses kein Hochwertiges Produkt ist.
Aber wenn ich da einen 40-Euro „Schmincke Akademy Aquarell“ Kasten habe mit 12 Farben, denke ich doch, dass dies „echte“ Aquarellfarben sind.

Ich will nicht behaupten, dass ich da den totalen Durchblick habe, aber so ganz kann ich deine Ausführung nicht nachvollziehen.

Das man gemischte Farben schwerlich weitermischen kann mag ich noch verstehen - auch wenn die Künstlerin in dem Buch dieses so vorgibt.

Du schreibst

d.h. Du beschäftigst Dich derzeit mit Deckfarben, nicht mit Aquarellfarben.

Ein paar Zeilen weiter schreibst Du

und in der Reihe „Schmincke Academy“ gibt es keine Deckfarben. Das sind Aquarellfarben.

Du willst also offenbar den Umgang mit Deckfarben aka Wasserfarben und den mit Aquarellfarben gleichzeitig lernen, obwohl die Technik dabei teils sehr verschieden und teils sogar gegensätzlich ist. Nun ja, mach wie Du denkst - ich hab Dir schon gesagt, was ich davon halte.

man kann es, wenn man die dabei entstehenden Ergebnisse unter Kontrolle hat.

Aber Mischen lernen kann man nur mit den drei Grundfarben, alle drei möglichst neutral / rein.

ist dieses Buch meines Erachtens nicht geeignet, um den Umgang mit Wasserfarben zu lernen. Aber ich wiederhole mich.

Wichtig ist, wenn ich Deine Beschreibung richtig deute, jetzt vor allem eines: Geh mit mehr Schmackes an die Sache ran, gib die zögerliche Zurückhaltung auf. Wie gesagt: Kleinster Pinsel erstmal Nr. 10, und dann die Farben mit nassem Pinsel auf dem Farbstück richtig anmatschen. Mit dem Pinsel, der richtig satt voll ist, auf die Mischpalette gehen. Der Pinsel muss keine fünf Jahre halten, so teuer ist der nicht - da darf ruhig auch Körpereinsatz im Spiel sein.

Das sieht dann später beim Aquarellieren ganz anders aus, aber mit Wasserfarben kannst Du erstmal die Zurückhaltung ein wenig ablegen. Wenn Du mit Wasserfarben den ersten richtigen Porno gemacht hast, der Dir selber gut gefällt, kannst Du dann immer noch ans Aquarellieren gehen.

Hier schau mal, das ist Malerei mit Körpereinsatz, dabei überaus zart und sensibel:

Schöne Grüße

MM

Ach, so meinst du das…
Ich will es mal so umschreiben: Wenn du in der Formel 1 fahren willst, dann kannst du nicht den Führerschein machen, die einen Formel 1 Wagen kaufen und sagen „Ich bin jetzt Formel 1 Fahrer“… Du wirst dich sicherlich erstmal herantasten.
Das meine Ausrüstung da tinneff ist, weiß ich natürlich auch. Aber es war zum „üben“ erstmal gut. Überhaupt mal zu sehen, ob mir dieses Malen zusagt. Nun habe ich sehr schnell festgestellt, dass ich die Art zu malen sehr interessant finde. Ich habe auch ein paar Videos zum Thema angeschaut. (Das Buch nehme ich da eher als Nachschlagewerk, oder „Kreativvorlage“).
Deswegen möchte ich die Deckfarben nun den Nachbarkindern schenken und mir selber etwas höherwertiges, bzw. etwas „richtiges“ zulegen um zu sehen, ob mir das dann vielleicht sogar noch mehr Spaß macht.

Das bedeutet aber nicht, dass ich das malen mit Deckfarben UND Aquarellfarben lernen möchte (und selbst wenn; darf man in seinem Leben nur in einer Art malen?).
Mit den Deckfarben bin ich quasi fertig. Kein Mensch sagt, dass ich beides machen möchte… :wink:

Über das Video verkneife ich mir mal jeglichen Kommentar :smiley:

Hallo Takima,
die Unterhaltung wischen Dir und AprilFisch habe ich gerade mit Amusement gelesen.
Aprilfisch hat - was Deine Frage nach dem Mischen von Aquarellfarben angeht - völlig recht. Es geht nicht anders, als von Aprilscherz erklärt.

Du willst aber ja was viel völlig Anderes wissen.Unterschied zwischen Deck- und Aquarellfarben, PInselart und -qualität, geeignetes Papier für welchen Zweck.

Was Du für welche Malerei auch immer als Basis (bevor es tolle Bilder gibt), brauchst, ist wenig, aber gutes Material. Und Geduld, Geduld, Geduld und Übung Übung Übung.
Und ein bisschen im Internet aneigbares Grundwissen.

Den Spass will ich Dir ja nicht nehmen. Erste wesentliche Erfahrungen kannst Du ohne große Ausgaben ganz einfach machen.

  • nimm einen Zettel und bestreiche ihn mit dem Saft von roter Bete,
  • bestreich einen Teil der „rote Bete“-Fläche mit Zitronensaft.
  • bereicher einen Teil mit abgeriebene Spinat.

Das Ganze machst Du dann auf einem andesfarbigen Untergrund.
Peu a peu wirst Du ein einigermaßen sicheres Gefühl für Farben bekommen.
Irgendwelche Markenprodukte spielen erstmal keine Rolle.

Also ausprobieren.
LG
Amokoma1