Araberhengst, Fuchswallach, Amtsschimmel

Hallo MitleserInnen,

da ich eben in einem anderen Brett eine Entgegnung schrieb, möchte ich Euch en passent von einem Brief erzählen, der heute in meinem Briefkasten lag.
Am 14. November hatte ich (in Frankfurt) einen Vollstreckunsgbescheid mit beiliegendem Brief an das

Finanzamt Karlsruhe-Stadt
Schlossplatz 14
76131 Karlsruhe

geschickt.
Heute erhielt ich die Sachen zurück, versehen mit Stempeln und einem Begleitschreiben, in dem stand, dass man mir „die Unterlagen zuständigkeitshalber“ übersende, denn: "Anbei erhalten Sie Ihre Unterlagen zurück. Mit Ihrem Anliegen wenden Sie sich bitte an das

Amtsgericht Karlsruhe
Schlossplatz 23
76131 Karlsruhe

Mit freundlichen Grüssen …"

Da hat man also nun 14 Tage, einen Sachbearbeiter und 1,10 DM Porto gebraucht, um zu erklären, dass man nicht zuständig ist, sondern das einige Häuser entfernt liegende Amt. Anscheinend sind diese Ämter bereits privatisiert, denn auf meinem Brief gerade mal die Hausnummer zu ändern und über die interne Post laufen zu lassen ist wohl nicht vorgesehen.

Marco

PS: Weil ich mir unsicher war, hatte ich schon Anfang November bei einem Amt in Karlsruhe angerufen, und dort wurde mir die Hausnummer 14 genannt, an die ich ja meinen Brief geschickt hatte.

Ein Araberhengst - edel, schnell, wendig, zäh, lernfähig, klug - dadurch zeichnen sich diese Tiere aus. Wie kannst Du nur damit eine Behörde in Zusammenhang bringen!? Entschuldige Dich bitte auf der Stelle bei allen Pferden!

Gruß
Wolfgang

Ein Araberhengst - edel, schnell, wendig, zäh, lernfähig, klug

  • dadurch zeichnen sich diese Tiere aus. Wie kannst Du nur
    damit eine Behörde in Zusammenhang bringen!? Entschuldige Dich
    bitte auf der Stelle bei allen Pferden!

Danke, Wolfgang,

Du hast mir für diesen Tag doch noch einen schönen Ausklang beschert, nachdem ich heute zudem in einem anderen Brett kleinere T-Online-Probleme diskutiert hatte. Ich musste bei Deinen Zeilen erst einmal herzhaft lachen, obwohl ich natürlich weiss, dass sie todernst gemeint waren! ;o)

Marco

Euren Späßen eine Allgemeinbilung hinzufügend…

sind Gericht keine Behörden.

Wolltet Ihr beiden jetzt Gerichte oder Behörden verhohnepiepeln?
Gruß, bebro

sind Gericht keine Behörden.

Wolltet Ihr beiden jetzt Gerichte oder Behörden
verhohnepiepeln?

  1. Ich danke Dir für die Richtigstellung und für diese wesentliche Bereicherung meiner Allgemeinbildung. Auf Gerichte treffen natürlich die Eigenschaften eines Araberhengstes (unberechenbar, teuer) voll und ganz zu.

  2. Niemals würde ich mir erlauben, Gerichte oder Behörden zu verhohnepiepeln. Das sind doch Autoritäten! Du solltest mich inzwischen so weit kennen.

Schönes Wochenende!
Gruß
Wolfgang

Hallo MitleserInnen,

da ich eben in einem anderen Brett eine Entgegnung schrieb,

Hallo Marco,
kein Ahnung über Dein Alter , Beruf ect. aber viel Erfahrung mit Behörden scheinst Du noch nicht zu haben.
Als Normalbürger wirst Du im Laufe Deines Lebens feststellen, daß die Bediensteten der öffentlichen Hand nur eines im Sinne haben: uns das Leben so schwer wie möglich zu machen. Auf der einen Seite ist es Neid,auf der anderen aber auch manchmal nur pure Dummheit, denn einmal in dem Laden angekommen wird auf Weiterbildung so gut wie keinen Wert gelegt.Schau sie dir an, diese ewig frustrierten Gesichter die jeden Morgen mit Ihrer Tasche zum Amt fahren und keine richte Aufgabe haben. Mir würden sie leid tun, wenn ich nichts mit ihnen zu tun hätte. Doch ich habe… und deswegen… Gruß Wena

kein Ahnung über Dein Alter , Beruf ect. aber viel Erfahrung
mit Behörden scheinst Du noch nicht zu haben.

Mit einem Klick hätte Dir ein Blick einen Einblick darüber ansatzweise gegeben, Onno! (Visitenkarte) ;o)

Marco

Wolltet Ihr beiden jetzt Gerichte oder Behörden
verhohnepiepeln?

Auf diese Idee würde ich niemals nie kommen, bebro! Ich bin ebenso umgänglich, offen, gerecht und respektvoll ihnen gegenüber, wie sie es zu mir sind.

Ähm, ja… und gute Nacht!

Marco

Traurige Vorurteile
Hallo Wena,

wo immer du diese Erfahrungen gesammelt hast, machen sie gleichwohl den Anschein, von Vorurteilen genährt zu sein.
Gruß, bebro

wo immer du diese Erfahrungen gesammelt hast, machen sie
gleichwohl den Anschein, von Vorurteilen genährt zu sein.

mein Nachbar ist Finanzbeamter . Er hat in unserer Gartenrunde erzählt : " Ich mußte mich mit jemanden 3 Stunden unterhalten (über irgendwelche finanztechnische Probleme), danach war ich richtig kaputt ! " Ich hatte Tränen in den Augen ; ich weiß nur nicht mehr ; vor Mitleid oder vor Lachen !?!?
noch Fragen ???

wo immer du diese Erfahrungen gesammelt hast, machen sie
gleichwohl den Anschein, von Vorurteilen genährt zu sein.

noch ein Vorurteil ; ich , hübsche 18 Jahre jung , stehe auf dem Gang des STVA und warte vor dem Schalter K auf die Ausgabe meiner Fahrerlaubnis ca 1,5 Stunden . Ausgabezeit , nachdem man mich bemerkt hat , ca. 3 Minuten . Erklärung : im Nachbarraum lief eine Geburtstagsfeier !

wo immer du diese Erfahrungen gesammelt hast, machen sie
gleichwohl den Anschein, von Vorurteilen genährt zu sein.

noch ein Vorurteil ; ich , hübsche 18 Jahre jung

IN DEINER VISITENKARTE STEHT BEI ALTER: 38 - 39 JAHRE!

Willst du mich auf den Arm nehmen?

, stehe auf

dem Gang des STVA

Vielleicht ist Straßenverkehrsamt die Ausnahme, da habe ich schon einmal drei Stunden auf mein Autokennzeichen gewartet.

und warte vor dem Schalter K auf die Ausgabe

meiner Fahrerlaubnis ca 1,5 Stunden . Ausgabezeit , nachdem
man mich bemerkt hat , ca. 3 Minuten . Erklärung : im
Nachbarraum lief eine Geburtstagsfeier !

Erklärung wofür? Für die 1,5 Stunden oder für die 3 Minuten?

.

noch ein Vorurteil ; ich , hübsche 18 Jahre jung

IN DEINER VISITENKARTE STEHT BEI ALTER: 38 - 39 JAHRE!

Du hast Recht , da habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt , damals im zarten Alter von 18 Jahren . heute würde mir das nicht mehr passieren . Meinst Du , wie schnell ich beim Amtsleiter wäre !?!?
Und der andere Punkt : das war die Erklärung für die 1,5 Stunden . Ich stand allein vor dem Schalter ( ein kleiner pubertierender Junge , dem Gesetz nach reif fürs Autofahren aber noch jung genug , in einem Amt Angst vor der Staatsmacht zu empfinden) und die Leute hinter dem Glas ( Beamte , in ihrer Freizeit vielleicht auch Menschen ) nahmen von ihm keine Notiz !
Gruß
Dietmar

Lustige Vorurteile

Hallo Dietmar,

wenn der Vorfall schon 20 Jahre her ist, dann denke ich, sollten wir den in einem neu zu eröffenenden Brett „Antiquariat“ publik machen. Das fände ich richtig gut. Und dann vergleichen wir mal mit heute.

meine Pleite bei der Kennzeichenstelle ist übrigens gerade mal ein halbes Jahr her…

Einen schönen Abend noch wünscht bebro

Lektion 1: Wie adressiere ich einen Brief richtig
Hallo Marco,

Heute erhielt ich die Sachen zurück, versehen mit Stempeln
und einem Begleitschreiben, in dem stand, dass man mir „die
Unterlagen zuständigkeitshalber“ übersende, denn: "Anbei
erhalten Sie Ihre Unterlagen zurück. Mit Ihrem Anliegen wenden
Sie sich bitte an das

Amtsgericht Karlsruhe
Schlossplatz 23
76131 Karlsruhe

Mit freundlichen Grüssen …"

Eine völlig korrekte Vorgehensweise vonseiten des Finanzamtes. Denn bei der offenbar zuständigen Stelle handelt es sich ja um das Amtsgericht.

Da hat man also nun 14 Tage, einen Sachbearbeiter und 1,10 DM
Porto gebraucht, um zu erklären, dass man nicht zuständig ist,
sondern das einige Häuser entfernt liegende Amt.

Auch in Firmen wird nicht immer alles noch am gleichen Tag erledigt und das sollte man hin und wieder auch unseren Behörden zugestehen.

Anscheinend

sind diese Ämter bereits privatisiert, denn auf meinem Brief
gerade mal die Hausnummer zu ändern und über die interne Post
laufen zu lassen ist wohl nicht vorgesehen.

Es handelte sich keineswegs nur darum, die Hausnummer zu korrigieren. Denn Du hast an das Finanzamt geschrieben und zuständig ist das Amtsgericht. Hättest Du eine Nachfrage gehabt, wo hättest Du wohl angerufen?

PS: Weil ich mir unsicher war, hatte ich schon Anfang November
bei einem Amt in Karlsruhe angerufen, und dort wurde mir die
Hausnummer 14 genannt, an die ich ja meinen Brief geschickt
hatte.

Das Finanzamt befindet sich ja offenbar immer noch auf Hausnummer 14 und keineswegs auf Nr. 23, denn das ist das Amtsgericht…*lach*

Ich denke wir Bürger sind zumindest gefordert, die Schreiben auch aufmerksam zu lesen und wenn wir antworten, zumindest eine Ahnung zu haben an welche Behörde der Brief gehen soll.

In diesem Sinne…*g*

Gruss
Eve*

Hallo Eve!

Eine völlig korrekte Vorgehensweise vonseiten des Finanzamtes.
Denn bei der offenbar zuständigen Stelle handelt es sich ja um
das Amtsgericht.

Sicherlich ist das korrekt, und Du weisst ja: „Wir“ Deutschen sind stets korrekt, dass wir… (Belassen wir’s dabei.) Ohne Antragsformular zur Bestätigungsanmeldung der Nichtigkeit geht bei uns nichts.

Auch in Firmen wird nicht immer alles noch am gleichen Tag
erledigt und das sollte man hin und wieder auch unseren
Behörden zugestehen.

Wenn Du Ämter und Firmen vergleicht, möchte ich doch den so hochgepriesenen, aber kaum vorhandenen Service und die Kulanz nennen. Wir sind quasi Kunden diese Ämter, denn wir bezahlen sie mit unsere Steuergeldern. Etwas Service und Kulanz von deren Seite statt - autoritätsbewusst? - von Deiner Seite die Behörden zu verteidigen, wäre eher angebracht.
Aber ich vergass ja leider, dass es Staatsdienst und nicht Bevölkerungsdienst heisst.

Das Finanzamt befindet sich ja offenbar immer noch auf
Hausnummer 14 und keineswegs auf Nr. 23, denn das ist das
Amtsgericht…*lach*

Dann hast Du es anscheinend nicht verstanden. Ich habe das übernommen, was mir diese Amtsperson am Telefon nannte. Leider schien sie es selbst nicht genau zu wissen.

Ich denke wir Bürger sind zumindest gefordert, die Schreiben
auch aufmerksam zu lesen und wenn wir antworten, zumindest
eine Ahnung zu haben an welche Behörde der Brief gehen soll.

Dann bleibe anständig und ein „wir Bürger“. Du wirst Dich spätestens dann rückentsinnen, wenn es auf einem Amt mal wieder nicht so verläuft, wie von Dir gewünscht. Aber vielleicht übst du diese „Zurückhaltung“ auch nur, weil Du selbst einer Tätigkeit in einer Behörde nachgehst.

Ebenfalls in diesem Sinne…

Marco

Hallo MitleserInnen,

ich zeige mich erstaunt über die grosse Resonanz zu dieser banalen Angelegenheit. Dabei musste ich bedauerlicherweise feststellen, wie genügsam der Mensch von heute doch geworden ist.

Marco

Hallo Dietmar,

wenn der Vorfall schon 20 Jahre her ist, dann denke ich,
sollten wir den in einem neu zu eröffenenden Brett
„Antiquariat“ publik machen. Das fände ich richtig gut. Und
dann vergleichen wir mal mit heute.

meine Pleite bei der Kennzeichenstelle ist übrigens gerade mal
ein halbes Jahr her…

Hi!

In den letzten 20 Jahren hat sich da wohl nicht viel geändert.
Als Normalmensch bist Du auf den Ämtern nicht viel Wert.
Sobald Du schwanger, mit Kleinkind, alt o.ä. bist allerdings, läuft das.
Daher leihe ich mir jetzt immer einen Wicht im Freundeskreis aus, wenn ich zu Ämtern muß. Das läuft perfekt und die ewig drängelnden Kampfemanzen hat man auch gleich ausgebremst, da sie nun ja kein Argument mehr haben, sich an Dir vorbeizudrängeln…

Gruß,

Mathias

Das mit der Kulanz ist so eine Sache. Das geht normalerweise bei Ämtern nicht, da diese auf Grund des Legalitätsprinzips an das Gesetz gebunden sind - und wenn eine Gesetzesvorschrift eine solche Rechtsfolge vorsieht, so kann es keine Kulanz geben.

Hi Marco,
es scheint mit, als seiest du über irgend etwas sehr verbittert.

Aber das hat sicher nichts damit zu tun, dass hier ein Schreiben nicht in deinem Sinne weiter geleitet worden ist.

Die Behörden haben eine eigenständige Organisation, die es ermöglicht, die Interessen der Bürger angemessen und im Sinne der Gesetze zu berücksichtigen und mit den Steuergeldern sorgsam umzugehen.
In den Poststellen wird zunächst geprüft, ob das Schreiben überhaupt an diese Behörde addressiert ist. Von dort aus kann ein Schreiben nicht an eine andere Behörde weitergeleitet werden. Das würde Kosten auslösen (und wenn es nur DM 1,10 ist), für die die Steuergelder nicht zur Verfügung stehen.
Also geht das Schreiben zurück. Es ist eine Frage des Systems, nicht die einer persönlichen Entscheidung eines Beamten oder einer Behörde.
Diesen Umstand solltest du akzeptieren und kein Politikum daraus machen. das ist es nicht wert.
Gruß,
Francesco