Hallo,
ich hab ein paar Dinge anders erlebt und schreib einfach mal, wie’s bei mir so ist/war, betrifft allerdings die Niederlande…
- Du meldest Dich in Deutschland bei Deiner Wohngemeinde ab.
Ganz ab, Du darfst keinen Nebenwohnsitz in Deutschland
behalten, wenn Dein Hauptwohnsitz im Ausland ist.
Wieso das denn? Ist das was Österreich-spezifisches? Kann doch nicht sein, ist doch auch EU. Meine Meinung: Selbstverständlich kann man zwei Wohnsitze haben (oder ggf. mehr). Heißt dann allerdings in D nicht Nebenwohnsitz, man hat schlicht und ergreifend einen deutschen Wohnsitz und einen im Ausland; bei mir zumindest. Ich hab vor meinem Weggang beim Bezirksamt nachgefragt, und die meinten, nee, wenn ich den deutschen Wohnsitz behalten möchte, bräuchte ich von deutscher Seite aus gar nichts machen (bin verheiratet und führe in D eine WE-Beziehung, wir haben in D eine gemeinsame Wohnung, in NL bin ich alleine gemeldet). D.h. z.B. alles was Wahlen angeht, kriege ich ganz normal an meinen dt. Wohnsitz geschickt. Bei der EU-Wahl bekam ich einen holländischen Schrieb, bei dem ich mich entscheiden konnte, ob ich in NL oder in D wählen will (beides geht natürlich nicht (ginge vermutlich theoretisch, wenn man betrügen wollte)).
(Solltest du dich in D abmelden wollen, so bist du zumindest für die Bundestagswahl theoretisch immernoch wahlberechtigt, für deine Wahlunterlagen musst du dich dann allerdings ans Konsulat wenden; das weiß ich jetzt von Freunden, die eine Zeit lang in der Schweiz waren. Das kann aber dauern!)
- Du meldest Dich in Österreich beim Meldeamt an. Dort
bekommst Du einen Wisch namens „Meldezettel“ der Deine weitere
Existenz begründet. Heb den bloss gut auf und mach am besten
noch 1-5 Kopien davon
Hintergrund ist der, dass Du keinen
deutschen Perso mehr verlängert bekommst (und der alte gilt
halt munter vor sich hin bis zum Verfallsdatum) und Dich damit
nur mit Pass und Meldezettel vollständig ausweisen kannst.
Als ich nach ca. 10 Tagen Hotel eine Wohnung hatte, hab ich mich ganz normal beim Rathaus gemeldet. Nach ein paar Wochen kam ein Brief von der Gemeinde, mit dem man sich dann bei der Fremdenpolizei melden musste (das ist der Nachweis für die, dass die Adresse stimmt), dort habe ich dann mein ‚Verbleibsdokument‘ bekommen (Scheckkartenformat). Die sagten mir, als EU-Bürger würde ich das nicht unbedingt brauchen, aber es sei doch gut etwas zu haben, was keine Umstände mache (ich hatte bei der Meldung schon so eine Art Visum bekommen - also, ein Dokument, das so ähnlich aussieht, wie die Dinger, die sie einem normalerweise in den Reisepass kleben. Hätten sie vermutlich auch getan, aber zu diesem Zeitounkt hatte ich keinen Reisepass mit).
- in Deiner Firma läuft alles wie in Deutschland auch.
— Krankenkasse: da hast Du nicht die Auswahl wie in
Deutschland. Das macht aber Dein Arbeitgeber für Dich, wenn Du
keine grossartigen Sonderwünsche hast.
Ich musste mich in NL zwangsweise privat versichern, weil die Regeln hier anders sind, kann natürlich in Österreich komplett anders sein. Hab aber Informationen an meinem ersten Arbeitstag vom Arbeitgeber bekommen (hätte ich vermutlich auch noch vor Arbeitsbeginn nach D zugeschickt bekommen, aber ich hatte gesagt, dass ich so schnell wie möglich anfangen wollte, weswegen ich Arbeitsvetrag sowie Welcome-Paket mit sämtlichen Informationen eben erst am ersten Arbeitstag bekommen habe).
— Rentenversicherung: Du bist halt in Österreich
Pflichtrentenversichert und bekommst ab dem Tag x eben ne
Überweisung aus der Alpenrepublik. Was Du privat darüber
hinaus in D oder Ö tust ist eh Deine Sache.
Dito. Mein Vater hat früher kurze Zeit in der Schweiz gearbeitet. Da kriegt er jetzt irgendwie 1000-2000 Euro Rente im Jahr. Er hat das so abgemacht, dass da eine Jahresüberweisung draus wird und muss regelmäßig einen Nachweis schicken, dass er noch lebt.
— Arbeitslosigkeit: Da ist’s einfach, weil beides EU ist.
Sprich, Du „nimmst“ Deine deutschen Ansprüche mit.
(Disclaimer: ich glaub, Du musst in Ö ne Weile gearbeitet
haben, bevor das greift, da bin ich aber nicht sicher…)
In NL greift das schneller, einfacher und effizienter (in D zB wurden mir von 18 Monaten Einzahlung nur 10 Monate anerkannt, weswegen ich dann gar keinen Anspruch hatte). Ginge ich jetzt arbeitslos nach D, könnte ich die niederländische Arbeitslosenunterstützung noch maximal drei Monate nach D weiterbezahlt bekommen, danach könnte mein Anspruch nach Antrag an die Arbeitsagentur übertragen werden (Würde ich nach meinem Aufenthalt und nach ein paar Monaten in D arbeitlos, so würde meine Arbeitszeit in NL mitgezählt). Ich gehe davon aus, dass es mit Österreich eine ähnliche Regelung gibt. Nicht nur weil es sich ebenfalls um ein EU-Land handelt, sondern weil es ein enges Nachbarland mit großem gemeinsamen Hintergrund ist (sprich: es gab schon so viele vor dir, dass ich sicher bin, dass solche Probleme bekannt sind und bereits in gemeinsamen Abkommen berücksichtigt wurden).
Sonst läuft auch das vergleichbar wie in Deutschland ab. Kohle
bekommst Du von dem Land wo Du Deinen Hauptwohnsitz hast. Die
Höhe? Ich bin nicht ganz sicher, war aber der Meinung, dass
die Kohle in Österreich geringfügig mehr und geringfügig
länger gezahlt wird als in D.
??? Das Geld kriegt man bekanntlich vom Arbeitgeber nicht von einem Land. Ich hatte mal ne Grobübersicht ‚Arbeiten im Ausland‘, weiß grade aber nicht mehr wo. Hab aber auch im Kopf, dass die Gehälter in Ö niedrieger sind
— Gehälter: Die Kohle wird üblicherweise in 14 Gehältern
überwiesen, wobei Nummer 13 und 14 (Sommer und Weihnachten)
steuerlich sehr begünstigt sind. Generell ist’s steuerlich ein
wenig günstiger als in Deutschland, hauptsächlich schlägt da
die Kirchensteuer rein, die nur etwa 1/10 des deutschen
ausmacht. Aber auch ohne das macht’s ein paar Prozent aus.
— Urlaub: die paradiesischen 30 Tage die man mancherorts in
Deutschland findet hab ich in Ö noch nicht gesehen, das sind
eher 25.
— Feiertage: hast Du dafür ein wenig mehr. Die feiern alle
katholischen (also sowas wie den 15.8, 8.12 und so) und wenn
Du evangelisch bist, bekommst am Karfreitag einen
Extra-Feiertag (die katholischen und
sonstwieodergarnichtgläubigen Kollegen müssen schaffen *fg*).
Je nach Bundesland gibt’s da noch nen Bundeslandefeiertag 
Was ist denn am 8.12.?
Tja, und das ich auch schon alles. Österreich ist EU, das
heisst, Probleme mit Zoll und Umzugsgut und so haste nicht, Du
tust einfach was nötig ist 
Was mir noch eingefallen ist, wobei ich aber nicht weiß, wie das in Ö ist: Hätte ich innerhalb 6 Monate vor meiner Umsiedlung ein Auto gekauft, so hätte ich das einführen müssen. Der Führerschein muss hier (wg. aktuellem Foto) alle 10 Jahre neu beantragt werden, weswegen ich meinen deutschen auch gegen einen holländischen tauschen musste (dass ich noch einen deutschen Wohnsitz habe interessiert die Holländer diesbezüglich einen Scheißdreck).
Ich hab noch einen Bericht von einem Holländer im Ohr, der ziemliche Probleme mit dem Zoll bei seinem Umzug von Deutschland nach Italien hatte, weswegen ich denke, dass das nicht einfach heißt ‚EU und prima iss‘. Das Problem trat dann aber auch an der österreichisch-italienischen Grenze auf, was heißt, dass die Grenze D-Ö kein Problem war.
Was fällt mir sonst noch ein?
Wenn du rumfährst, tanken ist in Ö billiger. Ärzte und sowas in in Nl für einen Deutschen ungewohnt, aber ich nehme an, dass das in Ö netter ist.
Viel Glück,
foo