Arbeitslose und Effe´s Äußerung (von Sport)

Hallo Ralf,

Es ist nun mal eine Tatsache, dass die Chancen auf dem
Arbeitsmarkt für kranke 57-jährige praktisch gleich Null sind.

Keine Frage.

Dass sich diese Leute nicht noch Absagen und Beulen abholen,
die schlicht unvermeidlich sind (und Geld für Bewerbungskosten
ausgeben), ist schlicht verständlich.

Bewerbungskosten zahlt bei Arbeitslosen und Schülern sehr häufig das Arbeitsamt. Ein Argument, was ich nicht so ohne weiteres stehen lasse. Und auch wenn die Möglichkeiten schlecht sind, so schließt du ja nicht aus, dass es sie gibt. Und die sind in der Tat auch vorhanden. Nur wir haben uns angewöhnt (auch die Firmen), ältere Menschen eher in Ruhestand zu schicken, damit wir sie „los sind“. Wobei dies nicht in jeder Branche zutrifft.
Ich kenne persönlich nur einen älteren Menschen, der unter 65 in Ruhestand geschickt wurde. Dies war aber in meinen Augen auch richtig. Er hat dem Unternehmen letztendlich mehr gekostet, weil er nix geschafft hat und auch nicht willes war, neues zu lernen, als er einbrachte. Da er zudem auch den Sozialfrieden im Unternehmen behinderte, habe ich mit solchen Menschen kein Problem. Er hat seine Abfindung kassiert (Weiterbezahlung der Bezüge (nur 12 Gehälter und keine Lohnsteigerungen) bis 65) und im Unternehmen herrschte Frieden. Er darf sich auch nicht arbeitslos melden. Fällt also nicht in die Statistik. Aber im Gegenzug sind mir sehr viele Fälle bekannt, bei denen die Mitarbeiter mit 65 in den Ruhestand mussten, weil das Gesetz es so will. Das Unternehmen hätte sie gern noch weiter genutzt.

Aha. Aus welchem denn? Und hast Du als Steuerzahler etwas
davon, wenn dies aus einem anderen Topf finanziert wird?

Wenn er nicht mehr arbeiten kann, ist er erwerbsunfähig. Diese Kosten bekommt er eh schon. Ihn also als arbeitslos zu zählen, wäre nicht richtig, denn von dort bekommt er kein Geld. Die EU-Rente wird von anderen Gelden bezahlt (sicherlich auch durch mich, dem Steuerzahler), aber nicht durch die Steuern.

Ja. Und die ist oftmals gleich Null. Aber die Kritik geht dann
an die Arbeitslosen.

Weil sie hier in meinen Augen vermehrt anzutreffen ist.

Mag ja sein, dass dies für Dich zutrifft. Vermute mal: Single,
unter 30, räumlich flexibel, zeitlich flexibel, mehrsprachig
(wahrscheinlich dreisprachig), gutaussehend (kannst also auch
im Außendienst arbeiten), nicht auf den Mund gefallen (kannst
auch verkaufen), gute Computerkenntnisse (na ja, zumindest
Word, Excel etc.), gute Ausbildung (vielleicht BWL).

Richtig…

Wenn Du diese Eigenschaften hast und mal arbeitslos warst, dann :wäre Dir wirklich nicht zu helfen gewesen. Das bedeutet aber :nicht, dass Du Deine Erfahrung auf Menschen, ohne all diese
Eigenschaften übertragen kannst.

Woran liegt es aber, dass sie diese Eigenschaften nicht haben? Die Möglichkeit hat in einem Staat wie Deutschland ausnahmslos jeder. Mal von dem Faktor Aussehen abgesehen.

Aber auch ich war zwischen Studium und Ausbildungsende nur nicht arbeitslos, weil ich mich frühzeitig drum bemüht habe, dass ich neue Möglichkeiten habe.
Wenn ich dann aber wiederum nach meiner Ausbildung keine Arbeit finde, dann muss ich, wenn ich noch kein Abitur habe, eben dieses nachmachen. Somit steigen meine späteren Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wo kommen wir aber wieder hin? Zur Bequemlichkeit. Es ist ja herrlich, morgens lange zu schlafen und dafür noch Geld zu bekommen.
Ich kenne auch genügend andere Beispiele, die eben Realschulabschluss gemacht haben, dann eine Ausbildung. Anschließend haben sie keinen Job gefunden, also haben sie das Abi nachgemacht und nun sind sie seitdem in Anstellung. Sie wollten. Andere haben einen Teilzeitjob (und Gehaltsverlust!!) in Kauf genommen und sind nun festangestellt im Ganztagsjob, weil sie sich bewiesen haben und die Firma ihre Eignung festgestellt hat.

Ach so. Und wer sich dann da bewirbt, bekommt automatisch die
Stelle? Noch einmal: es gibt mehr Arbeitslose als freie
Stellen.

Klar. Die gibt es. Aber nicht so wahnsinnig viel mehr. Wenn ich allein bei uns im Unternehmen gucke. Wir sind 650 Mitarbeiter und haben soweit ich weiß 30 offene Planstellen… dazu ca. 15 Ausbildungsplätze an bundesweiten Standorten frei… nur wir finden keinen… worin liegt hier das Problem, wenn wir nichtmal welche für die Ausbildung finden? Sicherlich nicht daran, dass unsere Anforderungen zu hoch sind.

Eben. Aber auch hier: die Kritik richtet sich stets auf die
„unflexiblen“ Arbeitslosen (die es natürlich auch gibt, klar).
Dass viele Arbeitgeber aber kaum noch ausbilden (wollen), wird
kaum behandelt.

Siehe oben. In den Firmen, in denen ich bisher gearbeitet habe, hat man glaube erkannt, dass man jetzt die Leute von morgen ausbildet. Daher war es bisher immer so, dass man über den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet hat.

Was ist das denn für eine Logik? Sag das mal einem z.B.
gehbehinderten 52-jährigen Arbeitslosen.

Und das sind 4 Millionen? Also bitte… Wenn es 1% der Arbeitslosen wäre, dann wäre das glaube schon übertrieben. Aber was ist mit den anderen 99%? Sicherlich gibt es Härtefälle, aber keine 4 Millionen!!! Und wenn man diesen Härtefällen mehr unter die Arme greift, dann ist allen damit geholfen. Der Steuerzahler wird entlastet und der Härtefall bekommt mehr. Gleichzeitig fördert dies aber nicht den Unmut vieler Menschen. Ein Härtefall kann mehr bekommen. Aber nicht 4 Millionen.

Nein. Wenn z.B. alle Arbeitslosen Köche und alle freie Stellen
für Tischler sind, die Arbeitgeber aber für ihre freien
Stellen nur Tischler suchen und nicht bereit sind, Köche
umzuschulen, dann bleibt die Differenz auch wenn die
Arbeitslosen noch so motiviert sind.

In dem Fall hast du recht. Nur macht das eben auch keine 4 Millionen aus :smile:

Und würde ich arbeitslos werden, könnte ich z.B. auch mit noch :so einer großen Motivation nicht als Tischler anfangen. Denn :dazu gehört nicht nur Motivation. Ich kann ja kaum einen Nagel :gerade in die Wand schlagen.

Ist es gehässig, wenn ich hier erwider: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr?

Aber wer macht das schon? Wer nimmt nicht Steuervorteile mit,
wenn er nicht in der Gefahr steht, die Berechtigung hierzu
nachweisen zu müssen (da geht es dann natürlich nicht um
Hundertausende, sondern vielleicht nur um zig Euro, aber
immerhin)?

Was du nicht nachweisen musst, kannst du nur über Pauschalbeträge geltend machen. Da der Gesetzgeber dies zulässt, sehe ich hier keinen Betrug, denn Aufwendungen für den Beruf und für deine Vorsorge hast du sehr wahrscheinlich darüber hinaus gehabt. Nur eben nicht am Stück.

Wer setzt nicht ein Buch, das eigentlich als
Geschenk für einen Freund gedacht ist, von der Steuer ab, wenn
er hierzu die Möglichkeit hat?

ICH… meins ist meins… und was ich verschenke, gebe ich nicht noch an… bin doch nicht völlig deppert. Wenn sowas rauskommt? MV? Neeneenee…

Gruß
Marco

Hallo Marco,

so viel habe ich mitbekommen: Bei Herrn Effenberg scheint es sich um einen Menschen zu handeln, der beruflich Fußball spielt - na ja… Solche Leute benutzen den Kopf wohl in erster Linie dazu, einen Ball zu treffen.

Andererseits muß nicht alles automatisch falsch sein, was jemand erzählt, der beruflich einem Ball hinterher hechelt. Unsinnig sind aber allemal Patentrezepte, die alle Arbeitslosen über einen Kamm scheren. Schließlich kann es nicht unanständig sein, nötigenfalls Versicherungsleistungen in Anspruch zu nehmen, für die Arbeitgeber und Beschäftigte Beiträge entrichten.

Trotz vieler arbeitslos gemeldeter Menschen (das scheint eine andere Zahl als die der Arbeitssuchenden zu sein) ist es in einigen Bereichen so gut wie unmöglich, qualifiziertes Personal zu bekommen. Dabei kann ich allerdings nur den Bürobereich und die Situation in einigen technischen Berufen übersehen. Immer noch bewegen wir uns durchweg auf einem Niveau, daß PC-Kenntnisse der Erwähnung wert sind. Die Anwendung gängiger Textverarbeitung, Graphikprogramme und Tabellenkalkulation muß so selbstverständlich sein wie Lesen und Schreiben. Die Erfahrung zeigt, daß wir davon weit entfernt sind. Eine Bürokraft, der die Schreib- und Gestaltungsregeln nach DIN5008 nicht geläufig sind, der ein einfacher Buchungssatz ein Buch mit 7 Siegeln ist, die nicht den Schatten einer Ahnung hat, was eine Auftragsbestätigung ist, wie man ein Büro organisiert, daß man Schriftsätze je wieder auffindet… solche Leute finden sich nur zu oft unter den Arbeitssuchenden.

Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung aus den Elektro- und Metallberufen, die aber auch nach Jahren einfach keine Ahnung von ihrem Beruf haben, sind leider die Regel. Fachleute sind ganz dünn gesät. Seit Jahrzehnten kenne ich es kaum anders, daß ich einem Feinmechaniker vormachen muß, wie ein Werkzeug anzuschleifen ist; daß ich ein Stockwerk höher sitzend höre, wenn eine Maschine nicht sauber läuft, aber der daneben stehende Mann bekommt rein nichts mit…würg…wir haben einen massiven Bildungsnotstand nicht erst seit der Pisa-Studie, sondern seit vielen, vielen Jahren.

Lang ist’s her, da war ich weltfremd genug und wollte Mitarbeiter ausbilden und fördern. Weiterbildungsangebote ohne Ende am Schwarzen Brett. Firma zahlt alles, Fahrtkosten, Unterkunft, Kurskosten, Lohnfortzahlung sowieso. Resonanz: Null!

Ich sehe eine verbreitete Hängematten-Mentalität. Es muß alles vorgekaut werden, aus eigenem Antrieb geschieht höchst selten etwas und dann auch nur, wenn die Freizeit nicht leidet. Die Freizeit-, Spaß- und Versorgungsorientierung zieht sich durch einen großen Teil der Bevölkerung, unabhängig davon, ob sie in Lohn und Brot stehen oder arbeitslos sind. Mit solcher Einstellung und den überwiegend geradezu lächerlich geringfügigen Berufskenntnissen ist eben kein Staat zu machen.

Weil ein erheblicher Teil unserer Bevölkerung einfach nur verwöhnt ist, Leistung weder bringen kann noch will und auch der Gedanke an permanente Fortbildung (ja, auch in der Freizeit!) vielen Menschen völlig fremd ist, haben wir auf der einen Seite mehrere Millionen Arbeitslose und auf der anderen Seite fehlen Fachleute, fehlen Kräfte für Büroorganisation, fehlen fähige Handwerker und Techniker. Dafür haben wir zig Millionen Menschen, die nur ein paar Handgriffe beherrschen, die man auch Schimpansen beibringen könnte. Letztere hätten beim Lernen wahrscheinlich deutlich mehr Freude als der durchschnittliche Beschäftigte, der nach 35 Stunden (pro Woche, nicht am Stück) akribisch Überminuten aufschreibt. Na, wenigstens das bekommen die meisten gerade noch fertig.

Gruß
Wolfgang

Hallo,

ist denn das Thema Effenberg so wichtig, dass es beinahe überrall diskutiert wird ?

Ich vermag nichts Neues zu erkennen. Schröder, Stoiber, Merkel und Riester beschimpfen seit Monaten die Arbeitslosen.

Was also ist anderes gesagt worden von Effe wie von unseren Politikern ? Nichts ! Er hat einfach mal nachgeplappert. Es ist in DE modern, Minderheiten zu beschimpfen.

Gruss Günter

Hallo Wolfgang,

Andererseits muß nicht alles automatisch falsch sein, was
jemand erzählt, der beruflich einem Ball hinterher hechelt.
Unsinnig sind aber allemal Patentrezepte, die alle
Arbeitslosen über einen Kamm scheren.

Das habe ich ja auch gesagt. Meiner Meinung nach ist aber eben ein Großteil zu unmotiviert… Dennoch: Die, die wirklich Arbeit suchen, mit denen diskutieren ich gern darüber. Aber andere, die brauchen gar nicht erst ankommen.

Schließlich kann es
nicht unanständig sein, nötigenfalls Versicherungsleistungen
in Anspruch zu nehmen, für die Arbeitgeber und Beschäftigte
Beiträge entrichten.

Prinzipiell unterschrieben… aber nicht über Jahre…

Trotz vieler arbeitslos gemeldeter Menschen (das scheint eine
andere Zahl als die der Arbeitssuchenden zu sein)

So arg differiert die aber selbst laut Bundesanstalt für Arbeit nicht nicht Vielleicht 40 vielleicht aber auch 50-60% suchen keine Arbeit in dem Sinne, wie es eigentlich vorgeschrieben wäre. Der Staat nutzt seine Möglichkeiten nicht aus, die Gelder zu kürzen, weil er es nicht kann (unzureichende Kontrollen)… Es dürften maximal 5% in meinen Augen sein, die nicht wollen. Die kann die Gemeinschaft tragen.

ist es in
einigen Bereichen so gut wie unmöglich, qualifiziertes
Personal zu bekommen.

Du sprichst mir aus der Seele…

Dabei kann ich allerdings nur den
Bürobereich und die Situation in einigen technischen Berufen
übersehen.

Bei uns ist es nicht anders… da brauchst du dich in keine Illusionen bewegen. Office-Programme? What´s that? :smile:

solche Leute finden sich nur zu oft unter
den Arbeitssuchenden.

Mein Reden… warum? Bequemlichkeit… in meinen Augen… Aber du deutest es ja später auch an… :smile:

Lang ist’s her, da war ich weltfremd genug und wollte
Mitarbeiter ausbilden und fördern. Weiterbildungsangebote ohne
Ende am Schwarzen Brett. Firma zahlt alles, Fahrtkosten,
Unterkunft, Kurskosten, Lohnfortzahlung sowieso. Resonanz:
Null!

Ich würde… soviel ich kann soetwas annehmen… (und mache dies auch) Ich will abends ins Bett steigen und wissen, dass ich an diesem Tag was gelernt habe. Und seien dies nur, dass ich dieses oder jenes besser machen kann. Da ich aber auch Angst habe, mir könnte etwas entgehen, bleibt der TV und das Radio bis kurz vor Mitternacht an… :smile:

Wir leben nicht umsonst in einer Kommunikationsgesellschaft…

Gruß
MArco

Hi Wolfgang,

ich wette mit dir, daß es unter den Arbeitslosen mehr Qualifizierte gibt, als unter denen, die in Beschäftigung sind.

winkel

Hallo Winkel,

da wette ich gegen… oder kommen zu uns nur die Trottel? Hauen auf den Putz, dass sie wissen, was Sache ist und sie ja schon
Jahre lang in der Branche tätig sind und und und und…

Am Ende stelle ich denen mehrere leichte Fragen und es kommen fast ausschließlich falsche Antworten raus… wobei ich aber die Antwort weiß… dies kam nicht nur einmal vor, weil Kunden zu ihrer Sicherheit (!!) nochmal anriefen und ich mich über das wunderte, was sie mir erzählten. Ich fragte die Personen und bekam die Aussage, die der Kunde mir eben zuvor gesagt hatte… genauso falsch…

Und wenn es denn solche „Käpsele“ sind… warum liegen sie dann auf der faulen Haut? Wer rastet der rostet heißt es nicht
umsonst…

Gruß
Marco

So arg differiert die aber selbst laut Bundesanstalt für
Arbeit nicht nicht Vielleicht 40 vielleicht aber auch 50-60%
suchen keine Arbeit in dem Sinne, wie es eigentlich
vorgeschrieben wäre. Der Staat nutzt seine Möglichkeiten nicht
aus, die Gelder zu kürzen, weil er es nicht kann
(unzureichende Kontrollen)… Es dürften maximal 5% in meinen
Augen sein, die nicht wollen. Die kann die Gemeinschaft
tragen.

Das liegt nicht an den Kontrollen sondern schlicht, dass viele Arbeitslose in Problemgruppen sind (Alte, Kranke etc.), für die es auf dem Markt keine Arbeitsplätze gibt. Natürlich kann man kritisieren, wenn jemand nach der 100.sten erfolglosen Bewerbung aufgibt, neue zu schreiben. Nur ist dies Motivationsloch schlicht ein psychologischer Selbstschutz. Und es ist fraglich, wie diejenigen, die das kritisieren, auf 100 erfolglose Bemühungen reagieren würden.

ist es in
einigen Bereichen so gut wie unmöglich, qualifiziertes
Personal zu bekommen.

Du sprichst mir aus der Seele…

Eben. Weil die Industrie sich vielfach weigert die Leute, die sie auf dem Arbeitsmarkt bekommen kann (Alte, Kranke) auszubilden.

Dabei kann ich allerdings nur den
Bürobereich und die Situation in einigen technischen Berufen
übersehen.

Bei uns ist es nicht anders… da brauchst du dich in keine
Illusionen bewegen. Office-Programme? What´s that? :smile:

Auch hier: warum bildet ihr die Leute dann nicht darin aus? Ist natürlich einfacher zu verlangen, dass jeder exakt euren Anforderungen entspricht. Und wenn das die Leute nicht tun, dann nicht selbstkritisch eure Anforderungen überprüfen sondern die Leute kritisieren. Ist einfacher.

solche Leute finden sich nur zu oft unter
den Arbeitssuchenden.

Mein Reden… warum? Bequemlichkeit… in meinen Augen…
Aber du deutest es ja später auch an… :smile:

Richtig: Bequemlichkeit der Arbeitgeber. Aufgrund der schon langandauernden hohen Arbeitslosigkeit ist jede Initiative bei deutschen Arbeitgebern verloren gegangen, mehr zu tun als nur Anzeigen zu schalten und zu meckern.

Bewerbungskosten zahlt bei Arbeitslosen und Schülern sehr
häufig das Arbeitsamt.

Nein. Nur bis zu einem bestimmten Betrag (ca. 50 Bewerbungen?). Wenn Du dies überschritten hast, musst Du die Bewerbungskosten selbst tragen. Was natürlich absurd ist, da Du als Arbeitsloser eh nicht viel Geld hast (normalerweise).

Ein Argument, was ich nicht so ohne
weiteres stehen lasse. Und auch wenn die Möglichkeiten
schlecht sind, so schließt du ja nicht aus, dass es sie gibt.

Ja, natürlich gibt es sie. Es sind ja auch nicht immer die gleichen 4 Millionen arbeitslos. Eine Fluktuation besteht da ja schon (wobei es natürlich auch einen Sockel von Langzeitarbeitslosen gibt).

Und die sind in der Tat auch vorhanden. Nur wir haben uns
angewöhnt (auch die Firmen), ältere Menschen eher in Ruhestand
zu schicken, damit wir sie „los sind“. Wobei dies nicht in
jeder Branche zutrifft.

Eben.

Aha. Aus welchem denn? Und hast Du als Steuerzahler etwas
davon, wenn dies aus einem anderen Topf finanziert wird?

Wenn er nicht mehr arbeiten kann, ist er erwerbsunfähig. Diese
Kosten bekommt er eh schon. Ihn also als arbeitslos zu zählen,
wäre nicht richtig, denn von dort bekommt er kein Geld. Die
EU-Rente wird von anderen Gelden bezahlt (sicherlich auch
durch mich, dem Steuerzahler), aber nicht durch die Steuern.

„Sicherlich auch durch … de(n) Steuerzahler…, aber nicht durch die Steuern“. Selbst wenn es stimmt: ist es Dir denn so wichtig, dass Du es nicht über Steuern zahlst, wenn Du es schließlich doch zahlst?

Ja. Und die ist oftmals gleich Null. Aber die Kritik geht dann
an die Arbeitslosen.

Weil sie hier in meinen Augen vermehrt anzutreffen ist.

Nein. Die Hauptverantwortung liegt meiner Meinung nach bei den satten und trägen Arbeitgebern.

Mag ja sein, dass dies für Dich zutrifft. Vermute mal: Single,
unter 30, räumlich flexibel, zeitlich flexibel, mehrsprachig
(wahrscheinlich dreisprachig), gutaussehend (kannst also auch
im Außendienst arbeiten), nicht auf den Mund gefallen (kannst
auch verkaufen), gute Computerkenntnisse (na ja, zumindest
Word, Excel etc.), gute Ausbildung (vielleicht BWL).

Richtig…

Wenn Du diese Eigenschaften hast und mal arbeitslos warst, dann :wäre Dir wirklich nicht zu helfen gewesen. Das bedeutet aber :nicht, dass Du Deine Erfahrung auf Menschen, ohne all diese
Eigenschaften übertragen kannst.

Woran liegt es aber, dass sie diese Eigenschaften nicht haben?
Die Möglichkeit hat in einem Staat wie Deutschland ausnahmslos
jeder. Mal von dem Faktor Aussehen abgesehen.

Nein. Nicht jeder kann Single sein (oder kann schon, aber willst Du eine Gesellschaft nur aus Singles). Nicht jeder kann unter 30 Jahre sein. Nicht jeder kann 3 Sprachen lernen (auch wenn er will und motiviert ist, das ist nun mal auch eine Frage der geistigen Kapazität). Nicht jeder kann lernen sich gut nach außen darzustellen (kann man etwas trainieren, aber nicht vollständig). Nicht jeder kann BWL studieren (ist sicherlich nicht das schwerste Studium, aber auch nicht jeder hat die geistigen Fähigkeiten, Abitur zu machen). Und so weiter

Aber auch ich war zwischen Studium und Ausbildungsende nur
nicht arbeitslos, weil ich mich frühzeitig drum bemüht habe,
dass ich neue Möglichkeiten habe.
Wenn ich dann aber wiederum nach meiner Ausbildung keine
Arbeit finde, dann muss ich, wenn ich noch kein Abitur habe,
eben dieses nachmachen. Somit steigen meine späteren Chancen
auf dem Arbeitsmarkt.

Das Abitur wird heute als zu leicht kritisiert. Denn ist es nun mal so, dass es für viele in Deutschland eine zu hohe Hürde ist (ist ja auch gut so. Soll ja wirklich nicht sein, dass das jeder „Idiot“ machen kann).

Wo kommen wir aber wieder hin? Zur
Bequemlichkeit.

Nein, zu Menschen mit unterschiedlich hohen Fähigkeiten.

Es ist ja herrlich, morgens lange zu schlafen
und dafür noch Geld zu bekommen.
Ich kenne auch genügend andere Beispiele, die eben
Realschulabschluss gemacht haben, dann eine Ausbildung.
Anschließend haben sie keinen Job gefunden, also haben sie das
Abi nachgemacht und nun sind sie seitdem in Anstellung. Sie
wollten.

Und konnten (intellektuell)!!!

Ach so. Und wer sich dann da bewirbt, bekommt automatisch die
Stelle? Noch einmal: es gibt mehr Arbeitslose als freie
Stellen.

Klar. Die gibt es. Aber nicht so wahnsinnig viel mehr. Wenn
ich allein bei uns im Unternehmen gucke. Wir sind 650
Mitarbeiter und haben soweit ich weiß 30 offene
Planstellen… dazu ca. 15 Ausbildungsplätze an bundesweiten
Standorten frei… nur wir finden keinen… worin liegt hier
das Problem, wenn wir nichtmal welche für die Ausbildung
finden? Sicherlich nicht daran, dass unsere Anforderungen zu
hoch sind.

Doch genau daran wird es liegen. Oder würdet ihr einen 40-jährigen mit Hauptschulabschluß (nur mal so als Beispiel) einstellen?

Eben. Aber auch hier: die Kritik richtet sich stets auf die
„unflexiblen“ Arbeitslosen (die es natürlich auch gibt, klar).
Dass viele Arbeitgeber aber kaum noch ausbilden (wollen), wird
kaum behandelt.

Siehe oben. In den Firmen, in denen ich bisher gearbeitet
habe, hat man glaube erkannt, dass man jetzt die Leute von
morgen ausbildet. Daher war es bisher immer so, dass man über
den eigenen Bedarf hinaus ausgebildet hat.

Dann scheint das eine Ausnahme zu sein. Ich kenne mehr Firmen, die nur fertig ausgebildete Leute nehmen. Ok, im kleinen Rahmen bilden sie aus. Beispiel: Informatiker. Sollen ausgebildet sein, mehrere Sprachen können. Oft haben die Firmen aber eigene Software mit einer Programmsprache, die es nur in diesem Unternehmen gibt. Darin bildet das Unternehmen dann doch aus. Aber sie würden natürlich niemand nehmen, der nicht mindestens ein, zwei Jahre Informatik gelernt hat. Von Grund auf bilden die wenigsten Unternehmen heute noch aus. Noch das betriebsinterne „Sahnehäubchen“ wird meistens noch geleistet.

Was ist das denn für eine Logik? Sag das mal einem z.B.
gehbehinderten 52-jährigen Arbeitslosen.

Und das sind 4 Millionen? Also bitte… Wenn es 1% der
Arbeitslosen wäre, dann wäre das glaube schon übertrieben.

2/3 der Arbeitslosen (habe ich aus dem Kopf, kann auch falsch sein, aber ich meine die Größenordnung stimmt): sind zu alt für den Arbeitsmarkt, zu krank für den Arbeitsmarkt oder Alleinerziehend. Und wo gibt es schon ausreichend Teilzeitstellen? Oder ausreichend Möglichkeiten gut betreut das Kind abzugeben. Welches Unternehmen hat z.B. einen Betriebskindergarten?

Nein. Wenn z.B. alle Arbeitslosen Köche und alle freie Stellen
für Tischler sind, die Arbeitgeber aber für ihre freien
Stellen nur Tischler suchen und nicht bereit sind, Köche
umzuschulen, dann bleibt die Differenz auch wenn die
Arbeitslosen noch so motiviert sind.

In dem Fall hast du recht. Nur macht das eben auch keine 4
Millionen aus :smile:

Keine 4 Millionen, aber eben den Großteil. Anforderung der Unternehmen und Qualifikation der Arbeitslosen passen oftmals nicht. Natürlich sind hieran nur die Arbeitslosen schuld. Klar.

Und würde ich arbeitslos werden, könnte ich z.B. auch mit noch :so einer großen Motivation nicht als Tischler anfangen. Denn :dazu gehört nicht nur Motivation. Ich kann ja kaum einen Nagel :gerade in die Wand schlagen.

Ist es gehässig, wenn ich hier erwider: Was Hänschen nicht
lernt, lernt Hans nimmer mehr?

Empfinde ich nicht als gehässig sondern schlicht als falsch. Auch als Jugendlicher hätte ich einen guten Umgang mit dem Hammer nicht gelernt. Jedenfalls nicht ausreichend für einen Tischler (ist ja mehr als Nagel in die Wand schlagen). Dafür habe ich schlicht keine Begabung.
Und die Anforderung ändern sich ja auch schnell. Vor 10 Jahren gab es einen hohen Bedarf an BWLern. Also lernt der 20-jährige Hans BWL. Als er rauskommt, gibt es zu viel BWLer, aber zu wenig Informatiker. Also lernt der 25-jährige Hans Informatik. Als er fertig ist, gibt es zu viele Informatiker, aber zu wenig Lehrer. Also lernt der 30-jährige Hans Pädagogik.
Ist es verständlich? Die Wirtschaft kann schnell die Anforderungen verändern. Die Menschen aber nicht so schnell ihre Qualifikation.

Aber wer macht das schon? Wer nimmt nicht Steuervorteile mit,
wenn er nicht in der Gefahr steht, die Berechtigung hierzu
nachweisen zu müssen (da geht es dann natürlich nicht um
Hundertausende, sondern vielleicht nur um zig Euro, aber
immerhin)?

Was du nicht nachweisen musst, kannst du nur über
Pauschalbeträge geltend machen. Da der Gesetzgeber dies
zulässt, sehe ich hier keinen Betrug, denn Aufwendungen für
den Beruf und für deine Vorsorge hast du sehr wahrscheinlich
darüber hinaus gehabt. Nur eben nicht am Stück.

Genau das ist es aber: Betrug. Der Staat kontrolliert nicht, weil die Kontrolle zu teuer wäre. Wenn Du aber 100 Euro Pauschalbeträge absetzen kannst, Du aber nur Kosten in Höhe von 50 Euro hattest, aber 100 Euro angibst, in der Gewißheit nicht kontrolliert zu werden - was ist das denn anderes als Betrug? Allerdings begeht dieses Verbrechen wohl fast jeder.

Wer setzt nicht ein Buch, das eigentlich als
Geschenk für einen Freund gedacht ist, von der Steuer ab, wenn
er hierzu die Möglichkeit hat?

ICH… meins ist meins… und was ich verschenke, gebe ich
nicht noch an… bin doch nicht völlig deppert. Wenn sowas
rauskommt? MV? Neeneenee…

Na ja, wie soll es rauskommen? Jedenfalls wenn es ein sehr enger Freund war (vielleicht Dein Bruder) und Du ihm das Geschenk im internen Familienkreis überreichst.

Falsch…
Hallo Ralf,

Das liegt nicht an den Kontrollen sondern schlicht, dass viele
Arbeitslose in Problemgruppen sind (Alte, Kranke etc.), für
die es auf dem Markt keine Arbeitsplätze gibt.

Eine von vielen Schutzbehauptungen… meiner Meinung nach, würdest du sie genauso nehmen. Ob mit Bewerbungen oder ohne. Du generierst dem alten Bewerber sowieso eine Absage, auch nach der 100. Bewerbung. Folge: Warum soll ich mich überhaupt bewerben, wenn ich schon vorher weiß, dass ich nichts bekomme? Ich spare mir Absagen und Geld.
Und genau das ist falsch.

Natürlich kann man kritisieren, wenn jemand nach der 100.sten :erfolglosen Bewerbung aufgibt, neue zu schreiben.

Siehe oben…

Nur ist dies Motivationsloch schlicht ein psychologischer :Selbstschutz.

Mit welchem Grund? Als Sportler weiß ich, dass ich auch ein Tief habe… aber wie komme ich da raus? Nur durch mich.

Und es ist fraglich, wie diejenigen, die das kritisieren, auf :100 erfolglose Bemühungen reagieren würden.

Ich weiß, dass ich soviele Bewerbungen nicht schreiben werde. Nicht hinter dem Schutz der Bewerbung und des Papiers bewerben, sondern persönlich vorstellen und die Unterlagen abgeben. Sicherlich lässt sich dies nicht immer realisieren, aber man hat damit schon mal viele ausgepunktet. Dann geht auch ein Anruf. Man ist für den Personaler nicht mehr „Mister X“ sondern z.B. Marco. Ich behaupte jetzt und hier, dass ich keine 20 Bewerbungen schreibe und Arbeit habe… Warum? Weil ich in meiner Ausbildung nicht Schmalspur gefahren bin, sondern schon über den Teller geschaut habe…

Eben. Weil die Industrie sich vielfach weigert die Leute, die
sie auf dem Arbeitsmarkt bekommen kann (Alte, Kranke)
auszubilden.

Falsch. In jeder Firma, die ich bisher aufgrund der Arbeit besucht habe, gab es die Weiterbildung. Allerdings, da geb ich dir recht, wird auch kein 60 Jähriger Tischler eingestellt, um fortan Maschinenbauer zu werden. Mal von wenigen persönlichen Eignungen abgesehen, wäre dies aus ökonomischen Gründen in keinster Weise gerechtfertigt. Allerdings gibt es mit Sicherheit auch beim Gasthof zum Goldenen M Arbeit. Nur warum arbeitet da kaum ein Deutscher? Prestigedenken… Ach, was denken die Menschen, wenn sie mich hier sehen?

Auch hier: warum bildet ihr die Leute dann nicht darin aus?

  1. Ist es so, dass man auch ohne EDV sich organisieren können sollte.
  2. Eine Sekretärin sollte auch so tippen können (z.B. auf der Schreibmaschine)
  3. Das Arbeitsamt bietet genug solcher Forbildungskurse an, die sehr oft nicht vollständig belegt sind. Aber das sind offene Geheimnisse, dass soetwas eine Eingangsvoraussetzung ist. Warum also macht der Arbeitnehmer nichts, damit er diesen Wünschen gerecht wird?
  4. Es ist auch keine Aussage, dass derjenige perfekt sein soll, aber er sollte zumindest Grundlagen haben.
  5. Ich persönlich kenne wiederum genug über 60jährige, die sich mit EDV und Officeprogrammen beschäftigen. Oftmals zwar auch nur autodidaktisch, aber so what? … sie haben alle immer Arbeit gehabt… bis zur Rente… sicherlich nicht ohne Grund…

Ist natürlich einfacher zu verlangen, dass jeder exakt euren
Anforderungen entspricht.

Nein… aber zumindest annähernd. In einem Beruf, in dem man mit der EDV arbeitet und sie auch benutzt, kann man erwarten, dass ein Mitarbeiter sich damit auch auskennt. Zumindest rudimentär.

Und wenn das die Leute nicht tun,
dann nicht selbstkritisch eure Anforderungen überprüfen
sondern die Leute kritisieren. Ist einfacher.

Falsch… warum haben viele Bewerber eben nicht diese Voraussetzung, obwohl sie wissen, dass diese Anforderungen nunmal nötig sind? Es ist genau so, wie es schon gesagt wurde: Der Deutsch verschanzt sich mit einer Arroganz hinter seinem Zaun nach dem Motto: Ihr wollt, dass ich arbeite, dann aber bitte zu meinen Bedingungen.

Wenn ich die Wahl zwischen einem habe, der Office halbwegs versteht und einem, der nicht mal weiß, wie der Rechner angeht. Welchen sollte ich wohl nehmen? Als Angestellten. In der Ausbildung spielt dies keine (bzw. kaum eine) Rolle.

Richtig: Bequemlichkeit der Arbeitgeber. Aufgrund der schon
langandauernden hohen Arbeitslosigkeit ist jede Initiative bei
deutschen Arbeitgebern verloren gegangen, mehr zu tun als nur
Anzeigen zu schalten und zu meckern.

Falsch: Ich biete meine Dienstleistung als Arbeitnehmer an. Damit ich attraktiv bin, muss ich gute Konditionen haben. Bin ich unattraktiv, will mich keiner. Das ist wie mit dem schimmligen Brot im Regal. Würdest du das kaufen?

Es ist Marktwirtschaft und der Arbeitnehmer ist das Produkt.

In diesem Sinne…

MArco

… warum bildet ihr die Leute dann nicht darin aus?
Ist natürlich einfacher zu verlangen, dass jeder exakt euren
Anforderungen entspricht. Und wenn das die Leute nicht tun,
dann nicht selbstkritisch eure Anforderungen überprüfen
sondern die Leute kritisieren.

Hallo Ralf,

da bietet jemand seine Arbeitskraft an, verfügt aber nicht über elementare Fertigkeiten. Wenn ich eine Bürokraft brauche, die keine ausreichenden PC-Kenntnisse mitbringt, aber inkl. Sozialabgaben 3000 EUR im Monat kostet und zusätzlich noch jemanden für die Ausbildung bindet, ist so eine „Arbeitskraft“ einfach nur ein Klotz am Bein, aber keine Hilfe. Firmen- und produktspezifische Dinge muß das Unternehmen vermitteln. Dafür ist aber eine Basis erforderlich, auf der man aufbauen kann, eben elementare Kenntnisse. Statt solche Substanz in Form elementarer Fertigkeiten mitzubringen, melden sich berufliche Analphabeten. Wer Gewinn erwirtschaften muß , weil er andernfalls den Laden mit Mann und Maus an die Wand fährt, darf sich mit solchen Leuten nicht belasten. Von Arbeitslosen mit Defiziten in den Kenntnissen und Fertigkeiten muß man erwarten (erwarte ich jedenfalls), daß sie sich selbst in einen wettbewerbsfähigen Zustand bringen. Das AA leistet dafür Hilfestellung und darüber hinaus ist es nicht zu viel verlangt, Abendkurse z. B. an der VHS zu belegen und diese nötigenfalls selbst zu bezahlen.

In einem Industrieland, wie es Deutschland nun einmal ist, muß man von jedem Beschäftigten mindestens Hauptschulwissen voraussetzen dürfen, Kenntnisse des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Systems; das Bewußtsein, das nur bezahlt werden kann, was zuvor erwirtschaftet wurde, einige Brocken wenigstens einer Fremdsprache, elementare Fertigkeiten im Umgang mit einem PC, einen Führerschein sowie einen wie auch immer gearteten Berufsabschluß. Wer irgendwo in dieser Aufzählung Defizite aufweist, kann nicht auf einen Betrieb hoffen, sondern muß die Lücken selbst schließen.

Die Realität sieht leider anders aus. Schon die Grundrechenarten bereiten Probleme. Ich erlebte bei einer Bürokraft mit Abitur das Unvermögen, 2% Skonto zu errechnen. Nicht nur bei jungen Leuten beschränken sich Kenntnisse auf die Besetzung im Big-Brother-Container. Mancher etwas Ältere erscheint bei nur geringfügigen Veränderungen regelrecht verblödet. Viele Menschen haben verlernt, zu lernen und etwas für sich zu tun.

Als sich noch jeder Betrieb jemanden zum Geradeklopfen von Nägeln leisten konnte, als noch ein Millionenheer mit reiner Knochenarbeit sein Geld verdiente, mochte es reichen, wenn jemand nur für einfachste Verrichtungen nach Anweisung einsetzbar war. Viele Menschen bekommen noch die Aufstellung einer Fußballmannschaft oder die gerade aktuellen Schlager mit, finden es aber nicht der Mühe wert, etwas für ihre berufliche Entwicklung zu tun.

Weil es keine Betriebe mehr gibt, wo Nägel gerade zu klopfen sind, müssen Menschen in die berufliche Qualifikation. Es ist einfach nicht bezahlbar und von der Gesellschaft nicht leistbar, gesunde, aber nicht zeitgemäß ausgebildete Menschen auf Dauer durchzufüttern. Wirtschaftsunternehmen sind nicht die Caritas. Sie können ohne adäquate Leistung jedes Einzelnen keine Gehälter zahlen.

Vor Jahrzehnten gab es täglich in den Nachrichten des Hamburger Lokalsenders die Aufforderung an Hafenarbeiter, sich beim Arbeitsamt in der Admiralitätsstraße zu melden. Damals reichten irgendeine Arbeitskarte und gesunde Knochen, um für ein paar Tage in Lohn und Brot zu kommen. Viele verhalten sich noch genau so, als wäre die Zeit stehen geblieben. Wir brauchen aber eine Kultur des dauerhaften Lernens für alle, breite Bildung als Selbstverständlichkeit und permanente Fortbildung bis zum Rentenalter.

Wie wäre es z. B., wenn Gewerkschaften, statt in Volksfestmanier Warnstreiks zu veranstalten und in einem überkommenen Zeremoniell um Prozente zu feilschen, sich um Qualifizierungsmaßnahmen für ihre Mitglieder kümmern?

Gruß
Wolfgang

Hallo Ralf,

Nein. Nur bis zu einem bestimmten Betrag (ca. 50
Bewerbungen?). Wenn Du dies überschritten hast, musst Du die
Bewerbungskosten selbst tragen. Was natürlich absurd ist, da
Du als Arbeitsloser eh nicht viel Geld hast (normalerweise).

Eben. Schutzbehauptung. Fertig. Aus. „Ich habe eh kein Geld. Warum soll ich mich bewerben? Ist eh nur rausgeschmissenes Geld. Und einen Job bringt es eh nicht ein, soviele Arbeitslose wie es gibt.“
Diejenigen, die trotz vieler Gesuche keine Arbeit finden, die seien entschuldigt. Hier würde ich dann allerdings mal meine Methodik überdenken. (-> siehe anderer Text dazu von mir in einer anderen Message)

Ja, natürlich gibt es sie. Es sind ja auch nicht immer die
gleichen 4 Millionen arbeitslos. Eine Fluktuation besteht da
ja schon (wobei es natürlich auch einen Sockel von
Langzeitarbeitslosen gibt).

Der viel zu hoch ist. Und dort schlummern die meisten „Fälle“…

„Sicherlich auch durch … de(n) Steuerzahler…, aber nicht
durch die Steuern“. Selbst wenn es stimmt: ist es Dir denn so
wichtig, dass Du es nicht über Steuern zahlst, wenn Du es
schließlich doch zahlst?

Ja… weil die Abgaben habe ich, so oder so. Sie würden sich nicht senken (zumindest sehr wahrscheinlich nicht, wenn man beachtet, was in der Vergangenheit dann passierte) und nicht erhöhen. Also so what?
Nur die anderen Gelder müssen extra finanziert werden.

Nein. Die Hauptverantwortung liegt meiner Meinung nach bei den
satten und trägen Arbeitgebern.

Zum Beispiel VW? Zum Beispiel BMW? Zum Beispiel SAP? Zum Beispiel Jenoptik? Es gibt genug Beispiele, die deiner These widerlegen. Du wirst mir wahrscheinlich auch genug Gegenbeispiele bringen, aber mich davon nicht überzeugen können, dass die Arbeitslosen mindestens genauso unflexibel sind.

Nein. Nicht jeder kann Single sein (oder kann schon, aber
willst Du eine Gesellschaft nur aus Singles). Nicht jeder kann
unter 30 Jahre sein. Nicht jeder kann 3 Sprachen lernen (auch
wenn er will und motiviert ist, das ist nun mal auch eine
Frage der geistigen Kapazität). Nicht jeder kann lernen sich
gut nach außen darzustellen (kann man etwas trainieren, aber
nicht vollständig). Nicht jeder kann BWL studieren (ist
sicherlich nicht das schwerste Studium, aber auch nicht jeder
hat die geistigen Fähigkeiten, Abitur zu machen). Und so
weiter

Aber alle die unter 30 sind, können örtlich flexibel sein und theoretisch ein Abitur machen. Einen Realschulabschluss kann man allerdings jedem Zumuten.

Nein, zu Menschen mit unterschiedlich hohen Fähigkeiten.

Und zu vielen, die ihr Potential aufgrund von Bequemlichkeiten nicht ausnutzen.

Doch genau daran wird es liegen. Oder würdet ihr einen
40-jährigen mit Hauptschulabschluß (nur mal so als Beispiel)
einstellen?

Es gibt für die Ausbildung eine Mindestvoraussetzung. Das ist der Realschulabschluss. Es gibt aber sehr viele Versicherer, die diese Personen einstellen und diese auch ausbilden zum Versicherungsfachmann. Darunter sind auch wieder ein paar Menschen, die nur wild eingestellt werden. Das kann ich nicht gutheißen und sorgt für unseren teilweise schlechten Ruf.

Und wo gibt es schon ausreichend Teilzeitstellen?

Im Sekretariat mindestens zur Aushilfe in fast jeder Firma, die mehr als 10 Mitarbeiter hat. Vorausgesetzt, sie kann mit einem Rechner umgehen.

Oder ausreichend Möglichkeiten gut betreut
das Kind abzugeben. Welches Unternehmen hat z.B. einen
Betriebskindergarten?

Dies ist in der Tat ein Schwachpunkt. Daher empfinde ich diesen Weg der derzeitigen Regierung durchaus lobenswert. Besser zumindest als das Familiengeld und diese, in meinen Augen frauenverachtende Aussage von Merz und den Vorhaben der Union.

Keine 4 Millionen, aber eben den Großteil.

Wage ich anzuzweifeln…

Empfinde ich nicht als gehässig sondern schlicht als falsch.
Auch als Jugendlicher hätte ich einen guten Umgang mit dem
Hammer nicht gelernt.

Falsch. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg. Nur du musstest es wahrscheinlich nie machen… somit keine Übung und erst die macht einen Meister…
Ich könnte hier noch mehr Phrasen dreschen… alle mit dem selben Inhalt… keiner kann etwas von Anfang und… und handwerklich begabt ist jeder Mensch… man muss ihm eben nur zeigen, wie es geht… und das nicht erst, wenn er alt ist.

Genau das ist es aber: Betrug. Der Staat kontrolliert nicht,
weil die Kontrolle zu teuer wäre.

Der Staat weiß: durchschnittlich verursacht der Deutsche Steuerpflichtige eben Kosten in dieser Höhe. Also gibt er den Betrag. Da diese Summe schon seit Jahren so ist, die Kosten dafür aber mehr werden, dürfte man eigentlich auch davon ausgehen, dass diese Pauschalbeträge eigentlich auch mal angepasst werden müssten.

Gruß
Marco

Hallo Ralf,

Das liegt nicht an den Kontrollen sondern schlicht, dass viele
Arbeitslose in Problemgruppen sind (Alte, Kranke etc.), für
die es auf dem Markt keine Arbeitsplätze gibt.

Eine von vielen Schutzbehauptungen… meiner Meinung nach,
würdest du sie genauso nehmen. Ob mit Bewerbungen oder ohne.
Du generierst dem alten Bewerber sowieso eine Absage, auch
nach der 100. Bewerbung. Folge: Warum soll ich mich überhaupt
bewerben, wenn ich schon vorher weiß, dass ich nichts bekomme?
Ich spare mir Absagen und Geld.
Und genau das ist falsch.

Die Mehrzahl der Arbeitslosen liegt in der Kategorie alt oder krank oder alleinerziehend (oder mehreres davon). Das ist keine Schutzbehauptungen. Und es ist nun mal so, dass die Arbeitgeber junge, gesunde Singles (vor allem) suchen. Das ist nun mal Fakt.

Natürlich kann man kritisieren, wenn jemand nach der 100.sten :erfolglosen Bewerbung aufgibt, neue zu schreiben.

Siehe oben…

Nur ist dies Motivationsloch schlicht ein psychologischer :Selbstschutz.

Mit welchem Grund? Als Sportler weiß ich, dass ich auch ein
Tief habe… aber wie komme ich da raus? Nur durch mich.

Noch einmal: wenn das Tief das Alter, die Krankheit oder das Kind ist, wie kommst Du aus diesem Tief heraus? Ok, Kind kann man erwürgen, aber sonst?

Und es ist fraglich, wie diejenigen, die das kritisieren, auf :100 erfolglose Bemühungen reagieren würden.

Ich weiß, dass ich soviele Bewerbungen nicht schreiben werde.
Nicht hinter dem Schutz der Bewerbung und des Papiers
bewerben, sondern persönlich vorstellen und die Unterlagen
abgeben. Sicherlich lässt sich dies nicht immer realisieren,
aber man hat damit schon mal viele ausgepunktet.

Kommt natürlich auf die Stelle. Der Personalchef, der 700 (oder mehr) Bewerbungen bekommt, wird sich sicherlich freuen, wenn die alle persönlich bei ihm antanzen, um ihm die Bewerbungsunterlagen zu geben. Wer übernimmt eigentlich dann die Fahrtkosten, denn man soll doch bundesweit flexibel sein, oder?

Dann geht
auch ein Anruf. Man ist für den Personaler nicht mehr „Mister
X“ sondern z.B. Marco. Ich behaupte jetzt und hier, dass ich
keine 20 Bewerbungen schreibe und Arbeit habe… Warum? Weil
ich in meiner Ausbildung nicht Schmalspur gefahren bin,
sondern schon über den Teller geschaut habe…

Natürlich gibt es diese Leute, bestreitet ja keiner. Aber das sind eben meistens nicht die, die arbeitslos sind. Man muss ja wohl beim Arbeitslosenproblem von denen ausgehen, die eben arbeitslos sind. Alles andere ist Selbstbetrug.

Eben. Weil die Industrie sich vielfach weigert die Leute, die
sie auf dem Arbeitsmarkt bekommen kann (Alte, Kranke)
auszubilden.

Falsch. In jeder Firma, die ich bisher aufgrund der Arbeit
besucht habe, gab es die Weiterbildung. Allerdings, da geb ich
dir recht, wird auch kein 60 Jähriger Tischler eingestellt, um
fortan Maschinenbauer zu werden.

Eben. WEITERbilldung nicht AUSbildung. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Mal von wenigen persönlichen
Eignungen abgesehen, wäre dies aus ökonomischen Gründen in
keinster Weise gerechtfertigt. Allerdings gibt es mit
Sicherheit auch beim Gasthof zum Goldenen M Arbeit. Nur warum
arbeitet da kaum ein Deutscher? Prestigedenken… Ach, was
denken die Menschen, wenn sie mich hier sehen?

Vielleicht weil der Gasthof auch lieber junge hübsche Menschen als einen alten Tattergreis (polemisch gesagt) einstellen will.

Auch hier: warum bildet ihr die Leute dann nicht darin aus?

  1. Ist es so, dass man auch ohne EDV sich organisieren können
    sollte.
  2. Eine Sekretärin sollte auch so tippen können (z.B. auf der
    Schreibmaschine)
  3. Das Arbeitsamt bietet genug solcher Forbildungskurse an,
    die sehr oft nicht vollständig belegt sind. Aber das sind
    offene Geheimnisse, dass soetwas eine Eingangsvoraussetzung
    ist. Warum also macht der Arbeitnehmer nichts, damit er diesen
    Wünschen gerecht wird?

Die sind meistens belegt (selbst wenn sie nicht sinnvoll sind). Schon weil sonst der Anspruch aufs Arbeitslosengeld verloren geht.

  1. Es ist auch keine Aussage, dass derjenige perfekt sein
    soll, aber er sollte zumindest Grundlagen haben.

Eben. Man kann ja schließlich nicht verlangen von den Unternehmen, dass sie ihre Mitarbeiter AUSbilden.

  1. Ich persönlich kenne wiederum genug über 60jährige, die
    sich mit EDV und Officeprogrammen beschäftigen. Oftmals zwar
    auch nur autodidaktisch, aber so what? … sie haben alle
    immer Arbeit gehabt… bis zur Rente… sicherlich nicht ohne
    Grund…

Wie gesagt: man muss von den ausgehen, die arbeitslos sind. Nicht von denen, die es nicht sind. Sonst wird die Diskussion nur albern.

Ist natürlich einfacher zu verlangen, dass jeder exakt euren
Anforderungen entspricht.

Nein… aber zumindest annähernd. In einem Beruf, in dem man
mit der EDV arbeitet und sie auch benutzt, kann man erwarten,
dass ein Mitarbeiter sich damit auch auskennt. Zumindest
rudimentär.

Eben. Und wenn nicht, dann stelle ich eben keinen ein und beschwere mich öffentlich, dass ich keinen einstellen kann, obwohl ich es wollte. Deutlich wird dabei nur Denkfaulheit und Bequemlichkeit der Arbeitgeber. Aber macht ja nichts.

Und wenn das die Leute nicht tun,
dann nicht selbstkritisch eure Anforderungen überprüfen
sondern die Leute kritisieren. Ist einfacher.

Falsch… warum haben viele Bewerber eben nicht diese
Voraussetzung, obwohl sie wissen, dass diese Anforderungen
nunmal nötig sind? Es ist genau so, wie es schon gesagt wurde:
Der Deutsch verschanzt sich mit einer Arroganz hinter seinem
Zaun nach dem Motto: Ihr wollt, dass ich arbeite, dann aber
bitte zu meinen Bedingungen.

Wenn ich die Wahl zwischen einem habe, der Office halbwegs
versteht und einem, der nicht mal weiß, wie der Rechner
angeht. Welchen sollte ich wohl nehmen? Als Angestellten. In
der Ausbildung spielt dies keine (bzw. kaum eine) Rolle.

Und wenn Du die Wahl hast zwischen einem, der nicht einmal weiß, wie der Rechner angeht und keinem, wen nimmst Du dann. Richtig: keinen. Der Fehler liegt dann aber nicht beim Arbeitslosen.

Richtig: Bequemlichkeit der Arbeitgeber. Aufgrund der schon
langandauernden hohen Arbeitslosigkeit ist jede Initiative bei
deutschen Arbeitgebern verloren gegangen, mehr zu tun als nur
Anzeigen zu schalten und zu meckern.

Falsch: Ich biete meine Dienstleistung als Arbeitnehmer an.
Damit ich attraktiv bin, muss ich gute Konditionen haben. Bin
ich unattraktiv, will mich keiner. Das ist wie mit dem
schimmligen Brot im Regal. Würdest du das kaufen?

Ok, vergleichen wir einen Arbeitslosen mit einem schimmligen Brot im Regal. Soll ich dieses Menschenbild, was da zum Ausdruck kommt, ernsthaft kommentieren?

Es ist Marktwirtschaft und der Arbeitnehmer ist das Produkt.

Und wenn die Arbeitgeber einen Arbeitsplatz auf dem Arbeitsmarkt anbieten, für den - aufgrund zu hoher Anforderung - keine Nachfrager besteht, ist das dann der Fehler der Anbieter oder Nachfrager?

Hallo Ralf,

Nein. Nur bis zu einem bestimmten Betrag (ca. 50
Bewerbungen?). Wenn Du dies überschritten hast, musst Du die
Bewerbungskosten selbst tragen. Was natürlich absurd ist, da
Du als Arbeitsloser eh nicht viel Geld hast (normalerweise).

Eben. Schutzbehauptung. Fertig. Aus. „Ich habe eh kein Geld.
Warum soll ich mich bewerben? Ist eh nur rausgeschmissenes
Geld. Und einen Job bringt es eh nicht ein, soviele
Arbeitslose wie es gibt.“
Diejenigen, die trotz vieler Gesuche keine Arbeit finden, die
seien entschuldigt.

Das war ja auch nur meine Antwort auf die Bemerkung, dass der Staat die Bewerbungskosten übernimmt. Das stimmt halt nur am Anfang. Das sollte nicht heißen, dass man, weil man nach 50(?) Bewerbungen die Kosten selbst tragen sollte, nicht mit der ersten Bewerbung anfangen soll. Wäre ja Blödsinn. Tut ja auch niemand.

Ja, natürlich gibt es sie. Es sind ja auch nicht immer die
gleichen 4 Millionen arbeitslos. Eine Fluktuation besteht da
ja schon (wobei es natürlich auch einen Sockel von
Langzeitarbeitslosen gibt).

Der viel zu hoch ist. Und dort schlummern die meisten
„Fälle“…

Eben. Die meisten Alten, Kranken und Alleinerziehenden. Gesunde, junge Singles sind zwar auch mal arbeitslos, aber eben selten lange.

„Sicherlich auch durch … de(n) Steuerzahler…, aber nicht
durch die Steuern“. Selbst wenn es stimmt: ist es Dir denn so
wichtig, dass Du es nicht über Steuern zahlst, wenn Du es
schließlich doch zahlst?

Ja… weil die Abgaben habe ich, so oder so. Sie würden sich
nicht senken (zumindest sehr wahrscheinlich nicht, wenn man
beachtet, was in der Vergangenheit dann passierte) und nicht
erhöhen. Also so what?
Nur die anderen Gelder müssen extra finanziert werden.

Welche Abgaben hast Du eh? Wenn jemand aufgrund langer Arbeitslosendauer depressiv wird, wieso hast Du die Krankheitskosten auch, wenn er nicht lange arbeitslos gewesen wäre? Wovon sprichst Du hier eigentlich genau?

Nein. Die Hauptverantwortung liegt meiner Meinung nach bei den
satten und trägen Arbeitgebern.

Zum Beispiel VW? Zum Beispiel BMW? Zum Beispiel SAP? Zum
Beispiel Jenoptik? Es gibt genug Beispiele, die deiner These
widerlegen. Du wirst mir wahrscheinlich auch genug
Gegenbeispiele bringen, aber mich davon nicht überzeugen
können, dass die Arbeitslosen mindestens genauso unflexibel
sind.

Na ja, mit „genauso“ (vielleicht können wir uns auf das Weglassen des mindestens noch einigen) wäre ich ja schon sehr zufrieden. Ich sage ja nicht, dass alle Arbeitslose an ihrer Arbeitslosigkeit unschuldig sind. Aber die Schuld ausschließlich bei den Arbeitslosen zu suchen und nicht auch bei den Arbeitgebern, wie es meistens gemacht wird, ist schlicht falsch, meiner Meinung nach.

Nein. Nicht jeder kann Single sein (oder kann schon, aber
willst Du eine Gesellschaft nur aus Singles). Nicht jeder kann
unter 30 Jahre sein. Nicht jeder kann 3 Sprachen lernen (auch
wenn er will und motiviert ist, das ist nun mal auch eine
Frage der geistigen Kapazität). Nicht jeder kann lernen sich
gut nach außen darzustellen (kann man etwas trainieren, aber
nicht vollständig). Nicht jeder kann BWL studieren (ist
sicherlich nicht das schwerste Studium, aber auch nicht jeder
hat die geistigen Fähigkeiten, Abitur zu machen). Und so
weiter

Aber alle die unter 30 sind, können örtlich flexibel sein und
theoretisch ein Abitur machen.

Nein, jedenfalls kann nicht jeder ein Abitur machen. Auch mit der örtlichen Flexibilität ist es ein Problem, wenn Du ein kleines Kind hast. Zum Beispiel als Alleinerziehender übernimmt das Kind häufig die Großeltern. Sollen die mitumziehen?

Einen Realschulabschluss kann
man allerdings jedem Zumuten.

Zumuten ja, aber nicht jeder hat die intellektuellen Fähigkeiten hierfür.

Nein, zu Menschen mit unterschiedlich hohen Fähigkeiten.

Und zu vielen, die ihr Potential aufgrund von Bequemlichkeiten
nicht ausnutzen.

Gibt es auch. Sind aber Einzelfälle.

Doch genau daran wird es liegen. Oder würdet ihr einen
40-jährigen mit Hauptschulabschluß (nur mal so als Beispiel)
einstellen?

Es gibt für die Ausbildung eine Mindestvoraussetzung. Das ist
der Realschulabschluss.

Eben. Sag ich doch: zu hohe Anforderungen.

Es gibt aber sehr viele Versicherer,
die diese Personen einstellen und diese auch ausbilden zum
Versicherungsfachmann. Darunter sind auch wieder ein paar
Menschen, die nur wild eingestellt werden. Das kann ich nicht
gutheißen und sorgt für unseren teilweise schlechten Ruf.

Was heißt „wild eingestellt“?

Und wo gibt es schon ausreichend Teilzeitstellen?

Im Sekretariat mindestens zur Aushilfe in fast jeder Firma,
die mehr als 10 Mitarbeiter hat. Vorausgesetzt, sie kann mit
einem Rechner umgehen.

Nein. In den Firmen, in denen ich war, gab es diese Stellen nicht. Jedenfalls keine freien.

Oder ausreichend Möglichkeiten gut betreut
das Kind abzugeben. Welches Unternehmen hat z.B. einen
Betriebskindergarten?

Dies ist in der Tat ein Schwachpunkt. Daher empfinde ich
diesen Weg der derzeitigen Regierung durchaus lobenswert.
Besser zumindest als das Familiengeld und diese, in meinen
Augen frauenverachtende Aussage von Merz und den Vorhaben der
Union.

Ja, in Frankreich und Holland hat das viele Arbeitsplätze gebracht. Gegenwärtig gibt es dies aber noch nicht in Deutschland, daher haben gegenwärtig die Alleinerziehenden eben noch diese Schwierigkeiten.

Keine 4 Millionen, aber eben den Großteil.

Wage ich anzuzweifeln…

Empfinde ich nicht als gehässig sondern schlicht als falsch.
Auch als Jugendlicher hätte ich einen guten Umgang mit dem
Hammer nicht gelernt.

Falsch. Wo ein Wille, da ist auch ein Weg.

Das ist eben falsch. Ich habe nicht die Arroganz zu behaupten, ich hätte alles machen können. Ich habe gewissen intellektuelle Fähigkeiten und habe es bis zur abgeschlossenen Promotion gebracht. Meine Schwester z.B. hat gewisse handwerkliche Fähigkeiten und hat es bis zu einem eigenen Friseurgeschäft gebracht. Meine Schwester hätte nie promovieren können. Ich hätte nie eine Friseurgesellenprüfung bestanden, auch wenn ich mich noch so eifrig bemüht hätte. Das kann ich einfach nicht.

So haben wir beide unsere Fähigkeiten. Keiner von uns hat die „besseren“ Fähigkeiten. Keiner hätte den Weg des anderen einschlagen können. Auch nicht mit einem noch so großen Willen.

Genau das ist es aber: Betrug. Der Staat kontrolliert nicht,
weil die Kontrolle zu teuer wäre.

Der Staat weiß: durchschnittlich verursacht der Deutsche
Steuerpflichtige eben Kosten in dieser Höhe. Also gibt er den
Betrag.

Eben durchschnittlich. Aber nicht jeder. Aber jeder gibt den Höchstbetrag an, weil es eh nicht kontrolliert wird (zu teuer). Das ist nun mal Betrug. Macht aber halt (fast) jeder.

Hallo Ralf,

du beißt der Katze in den Schwanz.
Wir sollen über Menschen diskutieren, die arbeitslos sind, aber die außer Acht lassen, die es nicht sind.

Nur warum sind Menschen ohne Arbeit und andere nicht? Weil die Menschen, die arbeitslos waren und wieder welche haben oder gar nahtlos den Job wechseln konnten, einfach ihre Vorzüge hatten. Sie waren flexibler als andere oder hatten wissentliche bzw. ausbildungstechnische Vorteile gegenüber den Mitbewerbern.
Die alten und kranken Arbeitslosen machen im Leben keine 66% aus. Es sei denn, du definierst alt schon bei 30+

Noch einmal: wenn das Tief das Alter, die Krankheit oder das
Kind ist, wie kommst Du aus diesem Tief heraus? Ok, Kind kann
man erwürgen, aber sonst?

Managment muss hier betrieben werden. Ich sehe bei vielen Müttern, dass es geht: Wenn die Eltern schon arbeitslos (manchmal auch schon Rentner) sind, warum muss die Tochter es auch sein? Hier geht mindestens eine Teilzeitstelle… Also Kind dahin geben und arbeiten und falls sich ein Hort findet, kann das Kind auch dort abgegeben werden.
Auch hier: Ich habe ein Kind und kann nicht arbeiten, das ist auch in meinen Augen sehr oft eine Schutzbehauptung.
Jetzt wirst du wieder mit dem Argument kommen, dass Frauen dann aber öfter aufgrund des Kindes fehlen werden. Das ist ein Risiko, was der Arbeitgeber immer mehr eingeht. Eben aus seiner gesellschaftlichen Verantwortung heraus. So wie die Betriebskindergärten immer mehr zunehmen.

Kommt natürlich auf die Stelle. Der Personalchef, der 700
(oder mehr) Bewerbungen bekommt, wird sich sicherlich freuen,
wenn die alle persönlich bei ihm antanzen, um ihm die
Bewerbungsunterlagen zu geben. Wer übernimmt eigentlich dann
die Fahrtkosten, denn man soll doch bundesweit flexibel sein,
oder?

Es wird nicht jeder bei ihm antanzen und auf jede Stelle werden sich auch keine 700 Menschen bewerben. Extrembeispiele nehmen um Gründe zu rechtfertigen finde ich nicht unbedingt spannend.
Und ich sagte auch, dass man anrufen kann.

Natürlich gibt es diese Leute, bestreitet ja keiner. Aber das
sind eben meistens nicht die, die arbeitslos sind. Man muss ja
wohl beim Arbeitslosenproblem von denen ausgehen, die eben
arbeitslos sind. Alles andere ist Selbstbetrug.

Siehe oben… warum sind eben die einen arbeitslos und die anderen nicht? Weil das eine Produkt besser ist, als das andere…

Vielleicht weil der Gasthof auch lieber junge hübsche Menschen
als einen alten Tattergreis (polemisch gesagt) einstellen
will.

Der Gasthof war McDonalds (goldenes M)… und da habe ich noch keine (kaum) schönen Frauen gesehen. Gerade die sind sich oftmals eben dafür zu schade…

Eben. Man kann ja schließlich nicht verlangen von den
Unternehmen, dass sie ihre Mitarbeiter AUSbilden.

Falsch. Grundlagen werden ausgebaut und somit auch ausgebildet. Menschen werden auch ausgebildet oder angelernt. aber wo nichts ist (keine Vorkenntnisse), werd ich bei alten Menschen auch kaum was erreichen.

Wie gesagt: man muss von den ausgehen, die arbeitslos sind.

Doch… genau das muss man. Wie ich schon sagte: Warum sind sie arbeitslos? Weil es andere gibt, die besser sind/waren. Woran liegt es? Sehr häufig an den Arbeitslosen.

Und wenn Du die Wahl hast zwischen einem, der nicht einmal
weiß, wie der Rechner angeht und keinem, wen nimmst Du dann.
Richtig: keinen. Der Fehler liegt dann aber nicht beim
Arbeitslosen.

Falsch. Dieses Problem werde ich nicht haben. Unter den Blinden war schon immer der Einäuge der König. Und nur eine Bewerbung wird es nicht geben. Somit ist mindestens eben einer mehr geeignet, als alle anderen.

Ok, vergleichen wir einen Arbeitslosen mit einem schimmligen
Brot im Regal. Soll ich dieses Menschenbild, was da zum
Ausdruck kommt, ernsthaft kommentieren?

Du verstehst es nicht: Ich wollte ein Beispiel zwischen 2 Produkten geben:

Frisches Brot und schlechtes Brot. Welches kaufst du?
Ich habe nicht den Mensch als schimmliges Brot bezeichnet.
Aber der Vergleich zwischen einem Arbeitnehmer und einem Arbeitslosen trifft eben auch auf den Vergleich von gutem Brot und schlechtem Brot zu.
Es ist sozusagen adäquat.

Und wenn die Arbeitgeber einen Arbeitsplatz auf dem
Arbeitsmarkt anbieten, für den - aufgrund zu hoher Anforderung

  • keine Nachfrager besteht, ist das dann der Fehler der
    Anbieter oder Nachfrager?

Tja… wo wir wieder beim Punkt wären, dass du das Pferd aus der falschen Richtung sattelst. Bei dir ist der Kapitalist die Ursache. Bei mir der Arbeitnehmer.

Fragen wir uns doch mal, wer sich auf dem Arbeitsmarkt als Nachfrager und wer als Anbieter befindet…

Nachfrager ist der, der eine Dienstleistung nachfragt. Anbieter, wer diese Dienstleistung anbietet.

Jetzt gibt es den Punkt des Marktes, an dem der Tausch am höchsten ist. Habe ich als Arbeitnehmer weniger zu bieten als andere, kann ich nicht soviel Geld dafür verlangen, wie andere. Sonst werde ich meine Arbeitskraft nicht los. Es gibt in Deutschland einen Mindestlohn. Das macht Sinn, sonst würde sich der Arbeitnehmer ausbeuten lassen. Nur wenn ich ich nichtmal den Mindestlohn wert bin, warum soll ein Arbeitgeber mich dann einstellen? Also muss ich dafür sorgen, dass ich mindestens diesen Lohn auch wert bin. Und folglich werde ich eingestellt.
Das dies dennoch nicht so ganz hinhaut, liegt daran, dass der Arbeitgeber nicht unbedingt für 2 Mitarbeiter eine neue Filiale auf dem Land aufmachen kann, damit diese Arbeit haben, weil diese z.B. nicht in die Stadt wollen. Ist daran auch wieder der Arbeitgeber schuld?

Gruß
Marco

Hallo Ralf,

Tut ja auch niemand.

Doch… mehr als genug… weil man sich eben auch die Gelder sparen will (wobei diese dann wiederum auch meist nichts von den Fördergeldern wissen).

Eben. Die meisten Alten, Kranken und Alleinerziehenden.

Dies (wenn es denn überhaupt stimmt) liegt aber nicht nur an den Anforderungen, sondern an der Flexibilität. Mein Großeltern kennen erst seit 12 Jahren EDV und dennoch sind sie fitter, als manch 20-jähriger. Und glaube mir, das Problem mit der Arbeitslosigkeit ist mir nicht unbekannt und dennoch sehe ich jedesmal, dass man auch einen Job bekommt, wenn man will. Deswegen kann ich diese Gründe einfach nicht so stehen lassen.

Welche Abgaben hast Du eh? Wenn jemand aufgrund langer
Arbeitslosendauer depressiv wird, wieso hast Du die
Krankheitskosten auch, wenn er nicht lange arbeitslos gewesen
wäre? Wovon sprichst Du hier eigentlich genau?

Okay… Wenn jemand aufgrund seiner Krankheit nicht mehr arbeiten kann, dann bekommt er eine Erwerbsunfähigkeits- oder Berufsunfähigkeitsrente. Die alten können davon noch recht gut leben. Ich werde es nicht mehr können. Damit habe ich kein Problem. Dafür, dass ich weiß, dass es denen dadurch besser geht, zahle ich gern.
Meine Rentenversicherungsbeiträge finanzieren diese Gelder. Ich muss zusätzlich für mich selber sorgen. Das ist unglücklich, lässt sich aber nicht vermeiden.
Die Krankheitskosten wiederum belasten meine Krankenkasse. Auch diese muss ich zahlen. Wirken sich aber weniger aus, als z.B. eine Steuererhöhung der Mehrwertsteuer um 1%.

Na ja, mit „genauso“ (vielleicht können wir uns auf das
Weglassen des mindestens noch einigen) wäre ich ja schon sehr
zufrieden.

Das können wir nicht. Für mich liegt bei den Arbeitslosen die größere Seite der Unflexibilität.

Ich sage ja nicht, dass alle Arbeitslose an ihrer
Arbeitslosigkeit unschuldig sind. Aber die Schuld
ausschließlich bei den Arbeitslosen zu suchen und nicht auch
bei den Arbeitgebern, wie es meistens gemacht wird, ist
schlicht falsch, meiner Meinung nach.

Nicht ausschließlich… aber weitestgehend.

Nein, jedenfalls kann nicht jeder ein Abitur machen. Auch mit
der örtlichen Flexibilität ist es ein Problem, wenn Du ein
kleines Kind hast. Zum Beispiel als Alleinerziehender
übernimmt das Kind häufig die Großeltern. Sollen die
mitumziehen?

Nur ich kann nicht nur bei mir im Ort suchen, dann muss ich eben 20 km fahren. Oder 30. Je Richtung. Aber das ist vielen auch schon wieder zuviel, weil sie ja noch früher aufstehen müssen und noch weniger Freizeit haben und noch weniger von diesem und jenem…

Zumuten ja, aber nicht jeder hat die intellektuellen
Fähigkeiten hierfür.

Auch die hat in meinen Augen ausnahmslos jeder. Nur soziale Schwächen und Gepflogenheiten hindern ihn oftmals daran.

Gibt es auch. Sind aber Einzelfälle.

Eher umgekehrt. Diejenigen, die keinen Realschulabschluss aufgrund intellektueller Möglichkeiten schaffen kann, dürfte die Ausnahme sein… Ich sagte nichts von einer 1. Bestanden heißt auch 4.

Eben. Sag ich doch: zu hohe Anforderungen.

Problem hierbei: Du musst gewisse Dinge rechnen können, die man als Voraussetzung ruhig verlangen darf. Diese wiederum kommen meist erst in der 10. Klasse vor.

Was heißt „wild eingestellt“?

Damit ich jemanden habe und ihn auf Kunden „loslassen“ kann…
Dies ist ein Schwachpunkt meiner Branche. Man will auch nahezu zeitgleich aus diesen Menschen ziehen und macht damit zugleich Gutes wieder schlecht.

Das ist eben falsch. Ich habe nicht die Arroganz zu behaupten,
ich hätte alles machen können.

Wenn du es als Arroganz bezeichnen möchtest. Bitte. Ich hätte handwerkliche Tätigkeiten sicherlich nie so gut und in der Zeit machen können, wie andere in meiner Familie. Aber ich hätte sie so machen können, das ich meiner Dienstleistung gerecht geworden wäre. Maler, Lackierer, Holzbauer… Und dies lässt sich ohne weiteres auf jeden Menschen umlegen. Hamburger kann jeder belegen. Dazu kann man einfach nicht zu dusslig oder unbegabt sein.

Keiner hätte den Weg des anderen
einschlagen können. Auch nicht mit einem noch so großen
Willen.

In meinen Augen eben schon… nur eben nicht mit dem gleichen Ergebnis. aber deswegen nicht mit so einem Ergebnis, welches keiner haben will.

Eben durchschnittlich. Aber nicht jeder. Aber jeder gibt den
Höchstbetrag an, weil es eh nicht kontrolliert wird (zu
teuer). Das ist nun mal Betrug. Macht aber halt (fast) jeder.

Unterm Strich hat der Staat dann aber wiederum die gleichen Einnahmen und Ausgaben… also?

Gruß
Marco

Hallo Ralf,

du beißt der Katze in den Schwanz.
Wir sollen über Menschen diskutieren, die arbeitslos sind,
aber die außer Acht lassen, die es nicht sind.

Nur warum sind Menschen ohne Arbeit und andere nicht? Weil die
Menschen, die arbeitslos waren und wieder welche haben oder
gar nahtlos den Job wechseln konnten, einfach ihre Vorzüge
hatten.

Richtig soweit.

Sie waren flexibler als andere oder hatten
wissentliche bzw. ausbildungstechnische Vorteile gegenüber den
Mitbewerbern.

Auch richtig soweit.

Die alten und kranken Arbeitslosen machen im Leben keine 66%
aus. Es sei denn, du definierst alt schon bei 30+

Für viele Arbeitgeber wäre das die richtige Definition. Aber mal ein paar Zahlen:
Anteil der…an der Gesamtzahl der Arbeitslosen:
älter als 55 Jahre 21%
Alleinerziehend 3%
Ausländer/Spätaussiedler 14%
Schwerbehindert 4%

Die geringe Zahl bei den alleinerziehenden überrascht mich. Aber immerhin mehr als ein Fünftel ist über 55 Jahre und ich tippe mal mehr als ein Drittel (wäre ja nur zusätzlich 12%) älter als 50 Jahre. Schwerbehindert sind natürlich nur wenige, aber ich denke mal ungleich mehr sind behindert. Die Bescheinigung „Schwerbehindert“ ist ja nicht so „einfach“ zu bekommen.

http://www.arbeitsamt.de/hst/services/anba/jg_2000/h…

Allerdings muss noch hinzugefügt werden, dass der Anteil dieser Personengruppen unter den Langzeitarbeitslosen sicher ungleich höher liegt. Habe hierfür aber keine Zahlen gefunden.

Noch einmal: wenn das Tief das Alter, die Krankheit oder das
Kind ist, wie kommst Du aus diesem Tief heraus? Ok, Kind kann
man erwürgen, aber sonst?

Managment muss hier betrieben werden. Ich sehe bei vielen
Müttern, dass es geht: Wenn die Eltern schon arbeitslos
(manchmal auch schon Rentner) sind, warum muss die Tochter es
auch sein? Hier geht mindestens eine Teilzeitstelle… Also
Kind dahin geben und arbeiten und falls sich ein Hort findet,
kann das Kind auch dort abgegeben werden.
Auch hier: Ich habe ein Kind und kann nicht arbeiten, das ist
auch in meinen Augen sehr oft eine Schutzbehauptung.
Jetzt wirst du wieder mit dem Argument kommen, dass Frauen
dann aber öfter aufgrund des Kindes fehlen werden. Das ist ein
Risiko, was der Arbeitgeber immer mehr eingeht. Eben aus
seiner gesellschaftlichen Verantwortung heraus. So wie die
Betriebskindergärten immer mehr zunehmen.

Das Argument nehme ich bei 3% eh zurück. Ist wohl tatsächlich nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem ist wohl das Alter.

Kommt natürlich auf die Stelle. Der Personalchef, der 700
(oder mehr) Bewerbungen bekommt, wird sich sicherlich freuen,
wenn die alle persönlich bei ihm antanzen, um ihm die
Bewerbungsunterlagen zu geben. Wer übernimmt eigentlich dann
die Fahrtkosten, denn man soll doch bundesweit flexibel sein,
oder?

Es wird nicht jeder bei ihm antanzen und auf jede Stelle
werden sich auch keine 700 Menschen bewerben.

Was heißt bei „ihm“? Es gibt genug Stellen mit 700 Bewerbungen. Sicher wird nicht jeder bei ihm antanzen, aber Du propagierst dies doch für alle Arbeitslose. Also muss man sich vorstellen, alle Arbeitslose würden dies tun.

Extrembeispiele
nehmen um Gründe zu rechtfertigen finde ich nicht unbedingt
spannend.
Und ich sagte auch, dass man anrufen kann.

Extrembeispiele sind 700 Bewerbungen auf eine Stelle eigentlich nicht (jedenfalls nicht bei bundesweit ausgeschriebenen Stellen). Und 700 Anrufe für den Personalchef sind sicherlich auch nicht gerade prickelnd.

Natürlich gibt es diese Leute, bestreitet ja keiner. Aber das
sind eben meistens nicht die, die arbeitslos sind. Man muss ja
wohl beim Arbeitslosenproblem von denen ausgehen, die eben
arbeitslos sind. Alles andere ist Selbstbetrug.

Siehe oben… warum sind eben die einen arbeitslos und die
anderen nicht? Weil das eine Produkt besser ist, als das
andere…

Richtig. Fragt sich nur, was die Arbeitslosen mit der Produkteigenschaft „älter als 55“ machen sollen.

Vielleicht weil der Gasthof auch lieber junge hübsche Menschen
als einen alten Tattergreis (polemisch gesagt) einstellen
will.

Der Gasthof war McDonalds (goldenes M)… und da habe ich noch
keine (kaum) schönen Frauen gesehen. Gerade die sind sich
oftmals eben dafür zu schade…

Ok, McDonalds hat ein sehr spezielles Problem: sehr geringe Bezahlung, sehr schlechte Sozialleistungen, schlechtes Image (jetzt nicht bezüglich Hamburger sondern bezüglich Betriebsklima). Es gibt nun mal den ArbeitsMARKT. Wenn ein Arbeitnehmer keine Stelle findet, muss er sich fragen, was er tun kann, um sein Produkt zu verbessern, damit er auf dem Markt attratkiver wirkt. Einfach nur beklagen, gilt nicht.
Wenn wein Arbeitgeber keine Bewerber findet, muss er sich fragen, was tun kann, um sein Produkt zu verbessern, damit er auf dem Markt attraktiver wirkt. Einfach nur beklagen gilt nicht.
Das ist aber genau das, was McDonalds macht. Dabei gäbe es gerade bei McDonalds viel zu verbessern.

Eben. Man kann ja schließlich nicht verlangen von den
Unternehmen, dass sie ihre Mitarbeiter AUSbilden.

Falsch. Grundlagen werden ausgebaut und somit auch
ausgebildet. Menschen werden auch ausgebildet oder angelernt.
aber wo nichts ist (keine Vorkenntnisse), werd ich bei alten
Menschen auch kaum was erreichen.

Ja, kommt natürlich darauf an, was Du als „Grundlagen“ bezeichnest. Es gibt ja gerade das schon klassische Beispiele, wo Ingenieure (älter als 50) auch mit noch so viel Motivation und bundesweiten Bewerbungen auch bei Ingenieursmangel keine Stelle finden, da den Arbeitgebern deren Grundlage zu gering sind (schon mehr als 20 Jahre aus der Uni raus).

Wie gesagt: man muss von den ausgehen, die arbeitslos sind.

Doch… genau das muss man. Wie ich schon sagte: Warum sind
sie arbeitslos? Weil es andere gibt, die besser sind/waren.
Woran liegt es? Sehr häufig an den Arbeitslosen.

Nein, sehr häufig an den faul und bequem gewordenen Arbeitgebern.

Und wenn Du die Wahl hast zwischen einem, der nicht einmal
weiß, wie der Rechner angeht und keinem, wen nimmst Du dann.
Richtig: keinen. Der Fehler liegt dann aber nicht beim
Arbeitslosen.

Falsch. Dieses Problem werde ich nicht haben. Unter den
Blinden war schon immer der Einäuge der König. Und nur eine
Bewerbung wird es nicht geben. Somit ist mindestens eben einer
mehr geeignet, als alle anderen.

Das ist keine Antwort.

Ok, vergleichen wir einen Arbeitslosen mit einem schimmligen
Brot im Regal. Soll ich dieses Menschenbild, was da zum
Ausdruck kommt, ernsthaft kommentieren?

Du verstehst es nicht: Ich wollte ein Beispiel zwischen 2
Produkten geben:

Frisches Brot und schlechtes Brot. Welches kaufst du?
Ich habe nicht den Mensch als schimmliges Brot bezeichnet.
Aber der Vergleich zwischen einem Arbeitnehmer und einem
Arbeitslosen trifft eben auch auf den Vergleich von gutem Brot
und schlechtem Brot zu.
Es ist sozusagen adäquat.

Noch einmal: wenn Du die Wahl zwischen schimmligen und keinem Brot hast, kaufst Du dann das schimmlige Brot?

Und wenn die Arbeitgeber einen Arbeitsplatz auf dem
Arbeitsmarkt anbieten, für den - aufgrund zu hoher Anforderung

  • keine Nachfrager besteht, ist das dann der Fehler der
    Anbieter oder Nachfrager?

Tja… wo wir wieder beim Punkt wären, dass du das Pferd aus
der falschen Richtung sattelst. Bei dir ist der Kapitalist die
Ursache. Bei mir der Arbeitnehmer.

Womit Du nur zeigst, dass Du keine Ahnung von einer Volkswirtschaft hast. Ein ArbeitsMARKT ist ein Markt und wenn es zu einem Ungleichgewicht auf diesem Markt kommt, kann man nicht einseitig den Nachfragern sondern ebenso den Anbietern die Schuld geben. Die Nachfrager haben zu geringe Qualifikationen, die Anbieter zu hohe Anforderungen.

Fragen wir uns doch mal, wer sich auf dem Arbeitsmarkt als
Nachfrager und wer als Anbieter befindet…

Nachfrager ist der, der eine Dienstleistung nachfragt.
Anbieter, wer diese Dienstleistung anbietet.

Jetzt gibt es den Punkt des Marktes, an dem der Tausch am
höchsten ist. Habe ich als Arbeitnehmer weniger zu bieten als
andere, kann ich nicht soviel Geld dafür verlangen, wie
andere. Sonst werde ich meine Arbeitskraft nicht los. Es gibt
in Deutschland einen Mindestlohn. Das macht Sinn, sonst würde
sich der Arbeitnehmer ausbeuten lassen. Nur wenn ich ich
nichtmal den Mindestlohn wert bin, warum soll ein Arbeitgeber
mich dann einstellen? Also muss ich dafür sorgen, dass ich
mindestens diesen Lohn auch wert bin.

Also, z.B. einen Verjüngungstrank einnehmen und jünger werden.

Und folglich werde ich
eingestellt.
Das dies dennoch nicht so ganz hinhaut, liegt daran, dass der
Arbeitgeber nicht unbedingt für 2 Mitarbeiter eine neue
Filiale auf dem Land aufmachen kann, damit diese Arbeit haben,
weil diese z.B. nicht in die Stadt wollen. Ist daran auch
wieder der Arbeitgeber schuld?

Wenn der Arbeitgeber Leute einstellen will, aber niemanden findet, dann ist in der heutigen Arbeitsmarktlage schlicht der Arbeitgeber schuld. Aufgrund zu hoher Erwartungen, zu geringer Leistung und/oder zu geringer Ausbildungsbereitschaft. Nur klagen gilt nicht (auch nicht für Arbeitgeber). Aktiv werden und etwas verändern ist die Devise.

Gruß
Marco

Hallo Ralf,

Tut ja auch niemand.

Doch… mehr als genug… weil man sich eben auch die Gelder
sparen will (wobei diese dann wiederum auch meist nichts von
den Fördergeldern wissen).

Na dann aber nur wenige. Und dass Arbeitslose nicht wissen, dass sie Bewerbungskosten vom Arbeitsamt erstattet bekommen, halte ich doch für eine Ausnahme. Zumal jeder Arbeitslose mindestens einmal (zu Beginn seiner Arbeitslosigkeit) beim Arbeitsamt antanzen muss. Und da bekommt er es gesagt. Das Problem sind hier auch wieder die Langzeitarbeitslosen, die die Bewerbungskosten eben nicht mehr erstattet bekommen.

Eben. Die meisten Alten, Kranken und Alleinerziehenden.

Dies (wenn es denn überhaupt stimmt) liegt aber nicht nur an
den Anforderungen, sondern an der Flexibilität. Mein
Großeltern kennen erst seit 12 Jahren EDV und dennoch sind sie
fitter, als manch 20-jähriger. Und glaube mir, das Problem mit
der Arbeitslosigkeit ist mir nicht unbekannt und dennoch sehe
ich jedesmal, dass man auch einen Job bekommt, wenn man will.
Deswegen kann ich diese Gründe einfach nicht so stehen lassen.

Wir sind bei Dir ja schon durchgegangen. Du vereinigst alle positiven Profile in Dir (jung, gutaussehend, redegewandt, Single, ohne Kind, mehrsprachig, gut ausgebildet…). Das trifft aber für das Gros der (Langzeit-)Arbeitslosen nicht zu. Und an den meisten Punkten können die auch nichts ändern.

Welche Abgaben hast Du eh? Wenn jemand aufgrund langer
Arbeitslosendauer depressiv wird, wieso hast Du die
Krankheitskosten auch, wenn er nicht lange arbeitslos gewesen
wäre? Wovon sprichst Du hier eigentlich genau?

Okay… Wenn jemand aufgrund seiner Krankheit nicht mehr
arbeiten kann, dann bekommt er eine Erwerbsunfähigkeits- oder
Berufsunfähigkeitsrente.

Gilt aber dennoch als Arbeitslos. Er kann ja in einer anderen Branche arbeiten. Nur Schwerbehinderte nimmt kaum jemand.

Na ja, mit „genauso“ (vielleicht können wir uns auf das
Weglassen des mindestens noch einigen) wäre ich ja schon sehr
zufrieden.

Das können wir nicht. Für mich liegt bei den Arbeitslosen die
größere Seite der Unflexibilität.

Genau das ist der Fehler. An den meisten Ursachen der Unflexibilität können die Arbeitslosen nichts ändern. Da ist dann das Problem der Arbeitgeber, dass sie nicht von ihren Erwartungen runter wollen.

Ich sage ja nicht, dass alle Arbeitslose an ihrer
Arbeitslosigkeit unschuldig sind. Aber die Schuld
ausschließlich bei den Arbeitslosen zu suchen und nicht auch
bei den Arbeitgebern, wie es meistens gemacht wird, ist
schlicht falsch, meiner Meinung nach.

Nicht ausschließlich… aber weitestgehend.

Nein, das Hauptproblem liegt bei den Arbeitgebern. Die können sich aufgrund der langanhaltenden Massenarbeitslosigkeit gar nicht mehr vorstellen, dass sie ihre Stellen auch so ausrichten müssen, dass sie attraktiv sind (ausser bei Stellen für Hochspezialisten). Sie gehen davon aus, dass sie einfach etwas anbieten und ausreichend qualifizierte Bewerber erhalten. Wenn dem nicht so ist, ändern sie nicht ihr Produkt sondern beschimpfen die Nachfrager. Bei keinem anderen Produkt würden Arbeitgeber so verfahren.

Nein, jedenfalls kann nicht jeder ein Abitur machen. Auch mit
der örtlichen Flexibilität ist es ein Problem, wenn Du ein
kleines Kind hast. Zum Beispiel als Alleinerziehender
übernimmt das Kind häufig die Großeltern. Sollen die
mitumziehen?

Nur ich kann nicht nur bei mir im Ort suchen, dann muss ich
eben 20 km fahren. Oder 30. Je Richtung. Aber das ist vielen
auch schon wieder zuviel, weil sie ja noch früher aufstehen
müssen und noch weniger Freizeit haben und noch weniger von
diesem und jenem…

Da die Arbeitslosigkeit unter Alleinerziehenden doch geringer ist als ich dachte (wahrscheinlich weil Alleinerziehende ja in der Regel jung sind, zumindest unter 40), scheint dies nicht wirklich das Problem zu sein. Die Bereitschaft ist anscheinend da.

Zumuten ja, aber nicht jeder hat die intellektuellen
Fähigkeiten hierfür.

Auch die hat in meinen Augen ausnahmslos jeder. Nur soziale
Schwächen und Gepflogenheiten hindern ihn oftmals daran.

Gibt es auch. Sind aber Einzelfälle.

Eher umgekehrt. Diejenigen, die keinen Realschulabschluss
aufgrund intellektueller Möglichkeiten schaffen kann, dürfte
die Ausnahme sein… Ich sagte nichts von einer 1. Bestanden
heißt auch 4.

Du scheinst Dir ein hohes Menschenbild zu malen. Um von diesem hohen Menschenbild besser diejenigen als faul und träge beschimpfen zu können, die Deinem Menschenbild nicht entsprechen. Es ist nun mal die Realität, dass auch Realschule bestimmte Anforderungen hat, die halt nicht jeder erfüllen kann.

Eben. Sag ich doch: zu hohe Anforderungen.

Problem hierbei: Du musst gewisse Dinge rechnen können, die
man als Voraussetzung ruhig verlangen darf. Diese wiederum
kommen meist erst in der 10. Klasse vor.

Wieso „darf“ man? Wenn Du ein Produkt am Markt anbietest (Stelle) und hierfür trotz allgemeiner Nachfrage (Arbeitslose) keine Käufer (Bewerber, die die Stelle wollen) findest, dann sind nicht die Nachfrager schuld sondern der, der das Produkt anbietet. Wenn Du gewisse mathematische Fähigkeiten verlangst, aber nur Hauptschüler ohne diese Fähigkeiten findest, dann musst Du ihnen halt eine bessere und weitergehende Ausbildung anbieten. So einfach ist das.

Das ist eben falsch. Ich habe nicht die Arroganz zu behaupten,
ich hätte alles machen können.

Wenn du es als Arroganz bezeichnen möchtest. Bitte. Ich hätte
handwerkliche Tätigkeiten sicherlich nie so gut und in der
Zeit machen können, wie andere in meiner Familie. Aber ich
hätte sie so machen können, das ich meiner Dienstleistung
gerecht geworden wäre.

Mag für Dich ja stimmen (daher sage ich ja auch nicht, dass Du arrogant bist, kann ich nicht beurteilen). Würde ich dies aber behaupten, dann wäre dies arrogant, da ich meine handwerklichen Fähigkeiten kenne.

Maler, Lackierer, Holzbauer… Und
dies lässt sich ohne weiteres auf jeden Menschen umlegen.

Definitiv nein. Du hast auch hier wieder ein zu hohes Menschenbild, um anschließend die Menschen leichter beschimpfen zu können.

Hamburger kann jeder belegen. Dazu kann man einfach nicht zu
dusslig oder unbegabt sein.

Daher liegen die Probleme für McDonalds, wenn sie keine Bewerber finden, ja auch in einem anderen Bereich. Aber auch dann ist es die Schuld von McDonalds nicht der Bewerber.

Keiner hätte den Weg des anderen
einschlagen können. Auch nicht mit einem noch so großen
Willen.

In meinen Augen eben schon… nur eben nicht mit dem gleichen
Ergebnis. aber deswegen nicht mit so einem Ergebnis, welches
keiner haben will.

Na gut, was heißt „nicht mit dem gleichen Ergebnis“? Ich hätte sicherlich trotz aller Bemühungen nicht die Gesellenprüfung geschafft. Kennst Du jemanden, der z.B. 20 Jahre im Friseursalon arbeitet ohne die Gesellenprüfung bestanden zu haben? Der wäre längst wegen Unfähigkeit rausgeflogen.

Eben durchschnittlich. Aber nicht jeder. Aber jeder gibt den
Höchstbetrag an, weil es eh nicht kontrolliert wird (zu
teuer). Das ist nun mal Betrug. Macht aber halt (fast) jeder.

Unterm Strich hat der Staat dann aber wiederum die gleichen
Einnahmen und Ausgaben… also?

Wieso das denn? Es gibt 1000 Bürger. Die durchschnittlichen Aufwendungen liegen bei 100 Euro (ingesamt also 100.000 Euro). Die Spannweite liegt jedoch zwischen 0 und 300 Euro. Der Pauschalbetrag liegt bei 200 Euro. Jeder gibt jetzt 200 Euro an. Der Staat „zahlt“ also 200.000 Euro. So läuft es doch im Prinzip. Das sind nicht die gleichen „Ausgaben“.

da bietet jemand seine Arbeitskraft an, verfügt aber nicht
über elementare Fertigkeiten. Wenn ich eine Bürokraft brauche,
die keine ausreichenden PC-Kenntnisse mitbringt, aber inkl.
Sozialabgaben 3000 EUR im Monat kostet und zusätzlich noch
jemanden für die Ausbildung bindet, ist so eine „Arbeitskraft“
einfach nur ein Klotz am Bein, aber keine Hilfe.

Daher verlange ich von den Firmen Flexibilität und Ideen. Wenn es schwer ist, Schreibkräfte mit Computerkenntnissen zu finden (weiß nicht, ob dem so ist): warum setzen sich dann nicht 10 Unternehmen zusammen, erklären dass sie 10 Personen ein halbes Jahr ausbilden (halbes Jahr dürfte reichen) und dann eine Einstellungsgarantie übernehmen.

Firmen- und
produktspezifische Dinge muß das Unternehmen vermitteln. Dafür
ist aber eine Basis erforderlich, auf der man aufbauen kann,
eben elementare Kenntnisse. Statt solche Substanz in Form
elementarer Fertigkeiten mitzubringen, melden sich berufliche
Analphabeten. Wer Gewinn erwirtschaften muß , weil er
andernfalls den Laden mit Mann und Maus an die Wand fährt,
darf sich mit solchen Leuten nicht belasten. Von Arbeitslosen
mit Defiziten in den Kenntnissen und Fertigkeiten muß man
erwarten (erwarte ich jedenfalls), daß sie sich selbst in
einen wettbewerbsfähigen Zustand bringen. Das AA leistet dafür
Hilfestellung und darüber hinaus ist es nicht zu viel
verlangt, Abendkurse z. B. an der VHS zu belegen und diese
nötigenfalls selbst zu bezahlen.

Ich weiß, die Kunden beschimpfen (in diesem Fall die Arbeitslosen = Kunden für eine Stelle) und nach dem Staat rufen (der soll die Ausbildungskosten übernehmen), ist einfacher. Macht aber kein Arbeitgeber bei irgendeinem anderen Produkt. Auf dem Arbeitsmarkt ist dieses Vorgehen aber mittlerweile Usus geworden (außer bei Hochqualifizierten).

In einem Industrieland, wie es Deutschland nun einmal ist, muß
man von jedem Beschäftigten mindestens Hauptschulwissen
voraussetzen dürfen,

Ok, Hauptschulwissen haben wohl selbst die meisten Langzeitarbeitslosen, denke ich mal. Das ist wohl nicht das Problem.

Kenntnisse des politischen,
wirtschaftlichen und sozialen Systems;

Warum? Ist das wirklich so wichtig für eine Stelle oder klingt das einfach nur gut?

das Bewußtsein, das nur
bezahlt werden kann, was zuvor erwirtschaftet wurde, einige
Brocken wenigstens einer Fremdsprache,

Kommt auf die Stelle an. Und was heißt Fremdsprache? Würdest Du einen perfekt türkischsprachler als Bürokraft einstellen? Du meinst wohl in der Regel englisch. Und damit hast Du wieder - je nach Stelle natürlich - eventuell zu hohe Anforderungen. Wenn Du dann die Stelle nicht ausfüllen kannst, liegt es nicht an den Arbeitslosen sondern an den unflexiblen Arbeitgebern.

elementare Fertigkeiten
im Umgang mit einem PC,

Auch hier kommt es auf die Stelle an. Ist z.B. für einen Friseur irrelevant.

einen Führerschein

Warum? Ich kenne hochqualifizierte Personen ohne Führerschein. Das ist mir zu pauschal und für die meisten Stellen (Bürokraft) schlicht irrelevant.

sowie einen wie
auch immer gearteten Berufsabschluß.

Warum? Ist auch für die meisten Stellen irrelevant.

Wer irgendwo in dieser
Aufzählung Defizite aufweist, kann nicht auf einen Betrieb
hoffen, sondern muß die Lücken selbst schließen.

Du scheinst mir ein Paradebeispiel für einen Arbeitgeber zu sein, der geistig Unflexibel und innerlich bequem ist und - anstatt an seiner Einstellung zu arbeiten - lieber auf die Arbeitslosen schimpft.

Die Realität sieht leider anders aus. Schon die
Grundrechenarten bereiten Probleme. Ich erlebte bei einer
Bürokraft mit Abitur das Unvermögen, 2% Skonto zu errechnen.

Und? Dann gehört das zu Deiner Aufgabe, sie darin zu schulen. Immerhin scheint sie ja - da Abitur - die intellektuellen Fähigkeiten haben, dies grundsätzlich zu begreifen.

Nicht nur bei jungen Leuten beschränken sich Kenntnisse auf
die Besetzung im Big-Brother-Container. Mancher etwas Ältere
erscheint bei nur geringfügigen Veränderungen regelrecht
verblödet. Viele Menschen haben verlernt, zu lernen und etwas
für sich zu tun.

Als sich noch jeder Betrieb jemanden zum Geradeklopfen von
Nägeln leisten konnte, als noch ein Millionenheer mit reiner
Knochenarbeit sein Geld verdiente, mochte es reichen, wenn
jemand nur für einfachste Verrichtungen nach Anweisung
einsetzbar war. Viele Menschen bekommen noch die Aufstellung
einer Fußballmannschaft oder die gerade aktuellen Schlager
mit, finden es aber nicht der Mühe wert, etwas für ihre
berufliche Entwicklung zu tun.

Ist mir schlicht zu schwachsinnig hierauf ernsthaft einzugehen.

Weil es keine Betriebe mehr gibt, wo Nägel gerade zu klopfen
sind, müssen Menschen in die berufliche Qualifikation. Es ist
einfach nicht bezahlbar und von der Gesellschaft nicht
leistbar, gesunde, aber nicht zeitgemäß ausgebildete Menschen
auf Dauer durchzufüttern. Wirtschaftsunternehmen sind nicht
die Caritas. Sie können ohne adäquate Leistung jedes Einzelnen
keine Gehälter zahlen.

Richtig. Sie sind aber verpflichtet, die Fähigkeiten des Einzelnen herauszubilden, wenn sie ansonsten niemanden für die Stelle bekommen. Einfach nur die Hände in den Schoß zu legen, kann nicht die richtige Einstellung für einen Unternehmer sein. So sind aber viele Unternehmer heute in Deutschland.

Vor Jahrzehnten gab es täglich in den Nachrichten des
Hamburger Lokalsenders die Aufforderung an Hafenarbeiter, sich
beim Arbeitsamt in der Admiralitätsstraße zu melden. Damals
reichten irgendeine Arbeitskarte und gesunde Knochen, um für
ein paar Tage in Lohn und Brot zu kommen. Viele verhalten sich
noch genau so, als wäre die Zeit stehen geblieben. Wir
brauchen aber eine Kultur des dauerhaften Lernens für alle,
breite Bildung als Selbstverständlichkeit und permanente
Fortbildung bis zum Rentenalter.

Und die Bereitschaft der Unternehmen daran mitzuarbeiten. Denn nur nach dem Staat zu rufen, sollte Unternehmer, die doch meinen in der Marktwirtschaft zu agieren, eigentlich unter ihrer Würde sein. Ist es aber nicht.

Wie wäre es z. B., wenn Gewerkschaften, statt in
Volksfestmanier Warnstreiks zu veranstalten und in einem
überkommenen Zeremoniell um Prozente zu feilschen, sich um
Qualifizierungsmaßnahmen für ihre Mitglieder kümmern?

Wie wäe es z.B. wenn Arbeitgeber, statt in Stammtischmanier ihre Kunden (Arbeitslosen) zu beschimpfen und in einem überkommenen Zermoniell an ihrer Unflexibilität, sich um Ausbildungsmaßnahmen für Neubeschäftigte zu kümmern?

Hi Ralf,

Richtig soweit.
Auch richtig soweit.

Dann sind wir uns ja einig,…

Für viele Arbeitgeber wäre das die richtige Definition. Aber
mal ein paar Zahlen:
Anteil der…an der Gesamtzahl der Arbeitslosen:
älter als 55 Jahre 21%
Alleinerziehend 3%
Ausländer/Spätaussiedler 14%
Schwerbehindert 4%

Soweit so gut zu den Zahlen: Es sind also insgesamt 42%. Das bedeutet gemäß Dreisatz, dass bei 4 Mio. Arbeitslosen 2,32 Mio zuviel arbeitslos sind, weil die ja eigentlich Arbeit bekommen müssten. Selbst wenn wir die über 50jährigen mit 1/3 bezeichnen, kommen wir auf 54%. Macht also immer noch 1,84 Mio. Arbeitslose zuviel.
Eine weitere Frage stellt sich mir, ob der Arbeitgeber keine Ausländer einstellen will, oder woran das denn jetzt wieder liegt… auch mangelnde Einstellung der Arbeitgeber? Oder vielmehr doch ein fehlerhaftes „Produkt“?

Allerdings muss noch hinzugefügt werden, dass der Anteil
dieser Personengruppen unter den Langzeitarbeitslosen sicher
ungleich höher liegt. Habe hierfür aber keine Zahlen gefunden.

Keine Frage… denn je länger man dem Arbeitsmarkt fern bleibt, umso mehr kann der Arbeitgeber davon ausgehen, dass der Arbeitnehmer seine berufliche Qualifikation verloren hat.

Das Argument nehme ich bei 3% eh zurück. Ist wohl tatsächlich
nicht das Hauptproblem. Das Hauptproblem ist wohl das Alter.

Selbst wenn wir 33% für die über 50jährigen annehmen (was ja implizit sagt, dass der Arbeitgeber keine älteren einstellen will), was ist mit den restlichen Arbeitslosen? Wurden die auch nicht eingestellt, weil der Arbeitgeber zu unflexibel ist? Oder haben die vielleicht doch eher woanders ihre „Schwächen“?

Es wird nicht jeder bei ihm antanzen und auf jede Stelle
werden sich auch keine 700 Menschen bewerben.

Was heißt bei „ihm“?

Beim Arbeitgeber…

Es gibt genug Stellen mit 700 Bewerbungen.

Keine Frage…

Sicher wird nicht jeder bei ihm antanzen, aber Du
propagierst dies doch für alle Arbeitslose. Also muss man sich
vorstellen, alle Arbeitslose würden dies tun.

Ja… eben drum, sollte man es auch machen. 1. Man zeigt wirklich Interesse am Job und will ihn haben. Man hebt sich ja gerade deshalb aus der Masse heraus, weil es derzeitig kaum einer macht. Wenn es mal mehr machen sollten, dann muss man sich was neues einfallen lassen. Aber so hebt man sich derzeitig von der Masse ab.

Extrembeispiele sind 700 Bewerbungen auf eine Stelle
eigentlich nicht (jedenfalls nicht bei bundesweit
ausgeschriebenen Stellen).

Gebe ich dir recht…

Und 700 Anrufe für den Personalchef
sind sicherlich auch nicht gerade prickelnd.

Auch hier… die wird es nicht geben. Sagen wir, es bewerben sich 1000 Leute, dann gibt es solche Anrufe oder Vorstellungen maximal 50.

Richtig. Fragt sich nur, was die Arbeitslosen mit der
Produkteigenschaft „älter als 55“ machen sollen.

Die können diese Produkteigenschaft nicht zurückdrehen. Aber sie können an dem Punkt Ausbildung vielleicht noch was machen oder aber am Punkt Flexibilität. Wenn eine über 55jährige als Sekretärin arbeiten will und heutzutage nicht mit einem PC umgehen kann, dann ist sie leider dafür nicht geeignet. Warum sollte man sie dann einstellen? Hat sie Ahnung vom PC, so wird sie sicherlich nicht wegen ihrem Alter nicht eingestellt. Aber genau bei dem Wissen mit dem Umgang klemmt es dann halt häufig.

Ok, McDonalds hat ein sehr spezielles Problem: sehr geringe
Bezahlung,

Ich empfand sie eher nicht so schlecht. Immerhin gab es etwa 14 DM bei vergleichbar einfacher Arbeit. Stressfrei…

sehr schlechte Sozialleistungen,

Wie kommst du denn darauf? Sie zahlen Sozialleistungen wie jeder andere Arbeitgeber. Was zahlen andere Arbeitgeber denn mehr, als McD? Nebenbei… man darf sogar dort für umsonst essen, wenn man an dem Tag dort arbeitet. Ob man das Essen mag. Hin oder her… aber welcher Arbeitgeber zahlt das Essen?

schlechtes Image (jetzt nicht bezüglich Hamburger sondern :bezüglich Betriebsklima).

Auch da kann ich mich nicht beschweren. Wenn jetzt jemand sagt, da kann ich nicht hingehen und arbeiten, weil meine Nachbarn dann denken: Hach, wie ist der denn drauf? Da arbeiten ja sonst nur „Ausländer“. Ist er jetzt auch etwa einer?
Dann ist das zugegeben ein schlechtes Image. Aber durch wen produziert? Nicht durch den Arbeitgeber. McD zahlt Tariflohn. Das der gering ist, unbestritten. Aber dafür kann ja McD nix. Warum sollten sie mehr zahlen? Sie bekommen doch ihre Angestellten. Nur dem wohlhabenden Deutschen ist dies zu wenig. Schließlich bekommt er ja beim Amt mehr. Dafür muss er dann nicht sich das dann nicht antun und neben Ausländern arbeiten.
Auch hier gilt: Soviel Integration sollte man zeigen, dass man mit den Menschen zusammenarbeitet, die in Deutschland wohnen.

Es gibt nun mal den ArbeitsMARKT. Wenn ein
Arbeitnehmer keine Stelle findet, muss er sich fragen, was er
tun kann, um sein Produkt zu verbessern, damit er auf dem
Markt attratkiver wirkt. Einfach nur beklagen, gilt nicht.

Richtig…

Wenn wein Arbeitgeber keine Bewerber findet, muss er sich
fragen, was tun kann, um sein Produkt zu verbessern, damit er
auf dem Markt attraktiver wirkt. Einfach nur beklagen gilt
nicht.

An diesem oben beschriebenen „Image“ kann der Arbeitgeber nichts oder nur begrenzt etwas ändern. Dies ist subjektives Denken.
Aber ansonsten muss natürlich auch der Arbeitgeber sich ändern. Und wie ich schon sagte: Es gibt Rahmenvoraussetzung, die ein Arbeitgeber haben will. Erscheint ein Arbeitnehmer nur weitestgehend diesem Muster gewachsen, dann wird er zumindest auf Probe eingestellt.

Ja, kommt natürlich darauf an, was Du als „Grundlagen“
bezeichnest. Es gibt ja gerade das schon klassische Beispiele,
wo Ingenieure (älter als 50) auch mit noch so viel Motivation
und bundesweiten Bewerbungen auch bei Ingenieursmangel keine
Stelle finden, da den Arbeitgebern deren Grundlage zu gering
sind (schon mehr als 20 Jahre aus der Uni raus).

Wie ich schon sagte: Zu lange aus dem Job als Angestellter, da gebe ich dir recht. Aber warum sucht er dann nur eine Position als Ingenieur? Er kann mit Sicherheit nicht nur das. Und die, die wirklich nicht mehr können, die machen nicht solche Anzahl aus.

Nein, sehr häufig an den faul und bequem gewordenen
Arbeitgebern.

Du wirfst mir vor, ich sage, der Arbeitnehmer ist faul. Aber selber behauptest du, der Arbeitgeber ist faul. Mmhh… ich habe dir genug Beispiele aufgelistet, die zig Arbeitsplätze geschaffen haben und keine Faulheit des Arbeitgebers nachweisen.
Vielleicht könntest du mir die Trägheit des Arbeitgebers mal nachweisen. Und belegen, dass der Arbeitslose im Gegenzug flexibel genug ist (nicht nur in wenigen Ausnahmen) und versucht seine Qualität nachhaltig zu verbessern, weil er es will… nicht weil er diesen Fortbildungskurs besucht, damit er sein Geld weiterbekommt. Eine Weiterbildung, die ich nicht mit Spaß und Energie bestreite, brauche ich eigentlich auch gar nicht bestreiten.

Falsch. Dieses Problem werde ich nicht haben. Unter den
Blinden war schon immer der Einäuge der König. Und nur eine
Bewerbung wird es nicht geben. Somit ist mindestens eben einer
mehr geeignet, als alle anderen.

Das ist keine Antwort.

Das war die Antwort, die du hören wolltest. Zeige mir eine Stelle, auf die es nur eine einzige Bewerbung gibt.
Dann stehe ich vor dem Problem. In der Tat. Dann würde ich mich für keinen entscheiden, denn so brauche ich nicht noch jemanden einstellen, der ihn einlernt.

Noch einmal: wenn Du die Wahl zwischen schimmligen und keinem
Brot hast, kaufst Du dann das schimmlige Brot?

Ich kaufe keins. Jetzt stellt sich mir aber die Frage: Woran liegt es, dass das Brot schimmelt? Weil ich nicht täglich in den Laden komme und schaue, was es für Brote gibt? Oder weil das Brot keine Beine hat und zu mir kommt?
Ich sage Antwort 2. Denn ich habe nicht nur einen Bäcker.
Initiative zeigen. Schon das bringt Punkte.

Womit Du nur zeigst, dass Du keine Ahnung von einer
Volkswirtschaft hast.

Wenn du denn das meinst… bitte…

Ein ArbeitsMARKT ist ein Markt und wenn
es zu einem Ungleichgewicht auf diesem Markt kommt, kann man
nicht einseitig den Nachfragern sondern ebenso den Anbietern
die Schuld geben. Die Nachfrager haben zu geringe
Qualifikationen, die Anbieter zu hohe Anforderungen.

Richtig. Nur es sind Grundanforderungen, die man für ein Grundgehalt auch verlangen kann. Somit herrscht das Ungleichgewicht auf Seiten des Nachfragers (Arbeitgeber) weniger.

Also, z.B. einen Verjüngungstrank einnehmen und jünger werden.

Nein. Warum die Leute im Alter nicht eingestellt werden ist einfach die Tatsache, dass sie oftmals nicht neu lernen wollen/können. Der Wandel vollzieht sich sehr häufig schneller, als diese Menschen ihn vollziehen können. Wenn er seine Qualifikation hat und will, dann bekommt er einen Job. Die Beispiele, die durch die Prese laufen, dass sind die Ausnahmen. Aber Ausnahmen bestätigen eben die Regel und die macht nunmal 4 Mio. aus.

Wenn der Arbeitgeber Leute einstellen will, aber niemanden
findet, dann ist in der heutigen Arbeitsmarktlage schlicht der
Arbeitgeber schuld.

Siehst du… ich sage Arbeitnehmer, du Arbeitgeber. Wenn ich das von Arbeitnehmer behaupte, zeige ich keine Kenntnis der Marktes. Du aber hast dann die Kenntnis? :smile:

Aufgrund zu hoher Erwartungen, zu geringer
Leistung und/oder zu geringer Ausbildungsbereitschaft. Nur
klagen gilt nicht (auch nicht für Arbeitgeber).

Auch hier: Unter Mindestlohn oder sogar Tariflohn wird nicht gezahlt. Also woran hängt hierbei das Problem? Der Arbeitslose bekommt mehr Geld, vom Amt, als vom Arbeitgeber. Warum soll er sich dann einen Arbeitsplatz nehmen? Die anderen beiden Argumente treffen sicherlich mehr oder weniger auf beide Gruppen zu. Macht aber 2:3 Punkte für den Arbeitnehmer. Ergo hat er ein Übergewicht in seinem Verhalten zu beachten.

Aktiv werden und etwas verändern ist die Devise.

Das habe ich dir ja aufzeigen wollen, dass der Arbeitgeber dies schon mittlerweile sehr häufig macht. Gerade deswegen lasse ich das Argument beim Arbeitgeber nicht stehen, da ich zu häufig sehe, dass er sich dem Arbeitsmarkt anpasst.

Gruß
Marco

Hallo Ralf,

Okay… Wenn jemand aufgrund seiner Krankheit nicht mehr
arbeiten kann, dann bekommt er eine Erwerbsunfähigkeits- oder
Berufsunfähigkeitsrente.

Gilt aber dennoch als Arbeitslos. Er kann ja in einer anderen
Branche arbeiten. Nur Schwerbehinderte nimmt kaum jemand.

Maximal der BU-Empfänger wäre arbeitslos. Der EU-Empfänger sicher nicht.

Genau das ist der Fehler. An den meisten Ursachen der
Unflexibilität können die Arbeitslosen nichts ändern. Da ist
dann das Problem der Arbeitgeber, dass sie nicht von ihren
Erwartungen runter wollen.

Moment. Warum können die Arbeitslosen nichts an ihrer Unflexibilität ändern?

Nein, das Hauptproblem liegt bei den Arbeitgebern. Die können
sich aufgrund der langanhaltenden Massenarbeitslosigkeit gar
nicht mehr vorstellen, dass sie ihre Stellen auch so
ausrichten müssen, dass sie attraktiv sind (ausser bei Stellen
für Hochspezialisten). Sie gehen davon aus, dass sie einfach
etwas anbieten und ausreichend qualifizierte Bewerber
erhalten.

Bekommen sie auch… über kurz oder lang… nur dauert es mitunter so eben länger.

Wenn dem nicht so ist, ändern sie nicht ihr Produkt
sondern beschimpfen die Nachfrager. Bei keinem anderen Produkt
würden Arbeitgeber so verfahren.

Wie gesagt… der Arbeitslose muss sich mehr ändern, denn der kann sich selbst verändern. Eine Firma kann dies nicht bzw. nur begrenzt. Und warum sie die Nachfrager beschimpfen (wenn du es so bezeichnen willst)? Weil sie ganz gerne die Lücken eher ausfüllen würden, wenn sie jemanden finden würden. Aber es ist keiner da, der das Anforderungsprofil (und das wird selten das Alter beinhalten, sondern meist berufliche Dinge) nicht erfüllt ist.

Du scheinst Dir ein hohes Menschenbild zu malen. Um von diesem
hohen Menschenbild besser diejenigen als faul und träge
beschimpfen zu können, die Deinem Menschenbild nicht
entsprechen. Es ist nun mal die Realität, dass auch Realschule
bestimmte Anforderungen hat, die halt nicht jeder erfüllen
kann.

Ich erlaube es mir, weil ich es sehe, dass es so ist und mir dabei der Kamm schwillt. Ich sehe, dass die Leute, die ewig arbeitslos waren, jetzt wieder Arbeit haben. Warum? Vorher haben sie sich hinter diesen Behauptungen versteckt. Dann sind sie von deren Eltern gehörig getreten worden und nun arbeiten sie wieder… grundlos? Wo ein Wille, da ein Weg. Ich will arbeiten, dann bekomme ich auch Arbeit. Egal wo.
Wenige Ausnahmen ausgenommen. Aber eben keine 4 Mio.

Wieso „darf“ man?

Weil es ganz einfach so ist. Warum sollte ich ein Produkt kaufen und dafür 100 € bezahlen, wenn es keine 50 € wert ist?

Wenn Du ein Produkt am Markt anbietest
(Stelle) und hierfür trotz allgemeiner Nachfrage (Arbeitslose)
keine Käufer (Bewerber, die die Stelle wollen) findest, dann
sind nicht die Nachfrager schuld sondern der, der das Produkt
anbietet.

Vielleicht nicht genug angeboten, vielleicht gibt es in der Region keine bzw. nur wenige Arbeitslose (z.B. Deutschlands Süden). Vielleicht wohnt der Arbeitslose aber auch zu weit weg und er will diese Stelle nicht? Du siehst, wir drehen uns im Kreis mit unseren Meinungen.

Wenn Du gewisse mathematische Fähigkeiten verlangst,
aber nur Hauptschüler ohne diese Fähigkeiten findest, dann
musst Du ihnen halt eine bessere und weitergehende Ausbildung
anbieten. So einfach ist das.

Halt: Wenn jemand keinen Realschulabschluss schafft, dann hat er intellektuelle Probleme oder Defizite. Du hast es selber gesagt. Wie soll ich jemandem etwas beibringen, was er aufgrund seiner Defizite nicht lernen kann? Es wäre verlorene Liebesmüh.

Definitiv nein. Du hast auch hier wieder ein zu hohes
Menschenbild, um anschließend die Menschen leichter
beschimpfen zu können.

Bis auf wenige Ausnahmen, kann jeder einen handwerklichen Beruf ausfüllen. Mehr oder weniger gut, keine Frage. Aber er kann es.

Wieso das denn? Es gibt 1000 Bürger. Die durchschnittlichen
Aufwendungen liegen bei 100 Euro (ingesamt also 100.000 Euro).
Die Spannweite liegt jedoch zwischen 0 und 300 Euro. Der
Pauschalbetrag liegt bei 200 Euro. Jeder gibt jetzt 200 Euro
an. Der Staat „zahlt“ also 200.000 Euro. So läuft es doch im
Prinzip. Das sind nicht die gleichen „Ausgaben“.

Du hast einen Fehler in deinem Gedanken: Der Staat weiß von der durchschnittlichen Höhe der Ausgaben von 100 € nämlich. Das bedeutet: Warum sollte er hier einen Pauschalbetrag von 200 € ansetzen? Er setzt natürlich nur die 100 € an. Der eine ist dann bevorteiligt, der andere benachteiligt. Unterm Strich bleibt das gleiche für den Staat zu zahlen. Und der Staat zahlt natürlich keine 200.000 € sondern ermäßigt die Einkommenssteuer um diesen Betrag. Macht also etwa 25% Steuereinnahmen weniger (durchschnittlich). Das ist das, was der Staat effektiv zahlt.

In diesem Sinne…

Gruß
Marco