Arbeitslose und Effe´s Äußerung (von Sport)

Wenn ich eine Bürokraft brauche…

… Wenn es schwer ist, Schreibkräfte mit Computerkenntnissen :zu finden…

Hallo Ralf,

das Eingehen auf alle anderen Punkte Deines Postings kann ich uns ersparen, weil die Aussage am Anfang schon die ganze Problematik beinhaltet. Ich schrieb etwas von Bürokraft und Du machst eine Schreibkraft daraus. Dazwischen liegen Welten, die beiden Anforderungsprofile haben nicht einmal Ähnlichkeiten.

Am Arbeitsmarkt finden sich tatsächlich genügend Leute, die eine einzige Tätigkeit ausfüllen können. Das sind die Menschen, die bei geringfügiger Veränderung des Anforderungsprofils hinten herunter fallen. Um im Beispiel zu bleiben: Reine Schreibkräfte wurden tatsächlich früher gebraucht. Ganze Räume voller Schreibkräfte in Gerichten, Firmen, überall. Das leistet sich heute niemand mehr, das kann sich niemand mehr leisten. Die Menschen müssen heute deutlich breiter qualifiziert sein. Die Fähigkeit, einen Brief nach Diktat oder Band zu schreiben, reicht zum Broterwerb nicht mehr.

Jede Kraft kostet einschließlich Krankheit, Urlaubskosten und Sozialversicherung 60.000 DM im Jahr. Um das bezahlen zu können, muß man in meiner Branche den Überschuß aus 300.000 DM Umsatz verwenden. Ja, zum Teufel, wo soll denn das alles herkommen? Ein kleiner Betrieb - und das ist nun einmal das Gros unserer Wirtschaft - schafft eine oder wenige Mio Umsatz p. a… Da ist einfach nichts übrig, um Leute durchzufüttern, die unzureichend einsetzbar sind. Ich kann auch nur jeden Unternehmer davor warnen, sich mit solchen Leuten zu belasten, weil die nämlich das Jahresergebnis auffressen.

Die betriebsspezifischen Dinge muß jeder Betrieb natürlich selbst leisten und vermitteln. Damit ist er bis an die Halskrause belastet. Wenn ein Betrieb Ausbildung leisten will und kann, muß er einen Auszubildenden einstellen, aber keine voll zu bezahlende Kraft.

Wer heute noch glaubt, auf schmaler Spur sein Berufsleben hinter sich bringen zu können, ist gründlich schief gewickelt. Das gilt übrigens auch für die von Dir erwähnten Friseure oder Verkäufer. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Kunde sich nicht einfach nur die Haare schneiden lassen will, sondern vorher auf dem PC-Bildschirm sein Konterfei samt neuem Haarschnitt sehen möchte. In wenigen Jahren sind alle Supermärkte heutiger Art verschwunden. Dann brauchst Du keine Kassiererinnen und keine Regalauffüller mehr, dann gehst Du durch die Gänge, von jedem Artikel steht dort genau ein Stück, das der Kunde nur antippt und wenn er den Laden verläßt, steht dort die Tüte mit der Ware und das Geld ist von der Geldkarte abgebucht.

Die Altersstruktur der Bevölkerung wird es absehbar für Betriebe unumgänglich werden lassen, auch ältere Arbeitnehmer einzustellen, so sie denn nicht völlig verknöchert nur noch an Rente denken. Wer heute 50 Jahre alt und arbeitslos ist, sollte ruhig noch einmal etwas ganz Neues lernen, immerhin sind es noch volle 15 Jahre bis zur Rente, wahrscheinlich sogar eher mehr.

Das alles können nicht die Betriebe leisten. Es ist eine gesellschaftliche Aufgabe und eine Aufgabe für jeden Einzelnen. Wenn wir uns dieser Aufgabe nicht schleunigst, mit aller Kraft und sehr viel Geld stellen, gibt es nichts, was uns davor bewahrt, binnen kurzer Frist auf dem Wohlstandsniveau Portugals oder Polens zu landen. Wir können es uns nicht länger leisten, daß junge Leute die Schule verlassen und gerade noch ihren Namen schreiben können. Wie wichtig übrigens die von mir erwähnten Kenntnisse unseres wirtschaftlichen und sozialen Systems sind, zeigt sich bei einem Blick auf Struktur und Personalstärke des öffentlichen Dienstes und auf Deine Postings. Mit dem Wissen, daß wir nur ausgeben können, was zuvor erwirtschaftet wurde, wäre es nie zur vorhandenen aufgeblähten öffentlichen Verwaltung gekommen. Mit dem gleichen Wissen käme auch niemand auf die Idee, dem Freiberufler oder selbständigen Handwerker die Grundlagenausbildung der Arbeitnehmerschaft aufbürden zu wollen.

Gruß
Wolfgang

pessimistisch… (+Meinung zum Arbeitsamt)

Mit welchem Grund? Als Sportler weiß ich, dass ich auch ein
Tief habe… aber wie komme ich da raus? Nur durch mich.

Etwas pessimistische Einstellung, nicht?

Hilfe muss man nur annehmen.

Suche jedoch nicht beim Arbeitsamt danach.
Sowas von „Der Weg war umsonst.“
habe ich in meinem Leben selten erlebt.

Zitat des Sachbearbeiters: „Sie haben ja schon
sooooo viele tolle Angebote, da sollten Sie sich
erst mal darauf konzentrieren.“ Klartext: Toll das Sie
mir keine Arbeit machen. … Und diese „Hilfe“
erhielt ich nach fast drei Wochen Wartezeit.

Gruss,
Marco

Hallo Marco,

Etwas pessimistische Einstellung, nicht?

Okay… sagen wir mal so… ich muss mich drum kümmern, dass ich gefragt bin. :smile:

Hilfe muss man nur annehmen.

Ja… aber auf jeden Fall musst du dich drum kümmern. Kein Arbeitgeber oder gar das Arbeitsamt. Das letzteres nicht hilft, wissen wir ja :smile:

Suche jedoch nicht beim Arbeitsamt danach.

*zustimm*

Sowas von „Der Weg war umsonst.“
habe ich in meinem Leben selten erlebt.

Beim Arbeitsamt? Oder generell? Klar gibt es Wege, die umsonst sind… aber man lernt dazu und du verbesserst dich im Normalfall zumindest.

Zitat des Sachbearbeiters: „Sie haben ja schon
sooooo viele tolle Angebote, da sollten Sie sich
erst mal darauf konzentrieren.“ Klartext: Toll das Sie
mir keine Arbeit machen. … Und diese „Hilfe“
erhielt ich nach fast drei Wochen Wartezeit.

Wie gesagt… ich gehe davon aus, dass ich mich kümmern muss und nicht andere dafür sorgen müssen, dass ich in Lohn und Brot komme.

Falls du es zynisch ausdrücken wolltest, so habe ich ihn trotz der Bemühungen nicht ganz erkennen können (da er sonst widersprüchlich wäre). Daher nehme ich an, dass es schon so gemeint war, wie es da steht.

Gruß
Marco

unterschrieben *owt*
.

Okay… Wenn jemand aufgrund seiner Krankheit nicht mehr
arbeiten kann, dann bekommt er eine Erwerbsunfähigkeits- oder
Berufsunfähigkeitsrente.

Gilt aber dennoch als Arbeitslos. Er kann ja in einer anderen
Branche arbeiten. Nur Schwerbehinderte nimmt kaum jemand.

Maximal der BU-Empfänger wäre arbeitslos. Der EU-Empfänger
sicher nicht.

Ok, richtig. Dennoch verstehe ich nicht, warum Du lieber BU als AU bezahlst. Jedenfalls wenn beides gleich hoch sein sollte. Könnte Dir doch ziemlich wurscht sein unter welchem Ettikett, derjenige das Geld bekommt.

Genau das ist der Fehler. An den meisten Ursachen der
Unflexibilität können die Arbeitslosen nichts ändern. Da ist
dann das Problem der Arbeitgeber, dass sie nicht von ihren
Erwartungen runter wollen.

Moment. Warum können die Arbeitslosen nichts an ihrer
Unflexibilität ändern?

Habe ich schon mehrmals gesagt: am Alter kann man nichts machen, am Kind nicht (ist aber wohl nicht das Thema), an Behinderung/Krankheit nicht etc.

Nein, das Hauptproblem liegt bei den Arbeitgebern. Die können
sich aufgrund der langanhaltenden Massenarbeitslosigkeit gar
nicht mehr vorstellen, dass sie ihre Stellen auch so
ausrichten müssen, dass sie attraktiv sind (ausser bei Stellen
für Hochspezialisten). Sie gehen davon aus, dass sie einfach
etwas anbieten und ausreichend qualifizierte Bewerber
erhalten.

Bekommen sie auch… über kurz oder lang… nur dauert es
mitunter so eben länger.

Dann ist ja gut. Dann ist ja auch ein Arbeitsloser von der Straße weg. Es geht mir hier um die Arbeitgeber, die man manchmal im Fernsehen sieht: „Ich habe alles gemacht, um die Stelle anzubieten: Anzeige, war beim Arbeitsamt etc. Habe aber keinen Arbeitslosen bekommen oder nur Arbeitsunwillige.“ Genauso gut könnte er sagen: „Ich bin völlig unfähig als Unternehmer. Bin aber auch zu faul, träge, phantasielos und zu wenig selbstkritisch, dass ich das selbst einsehe. Stattdessen zeige ich lieber allen meine Unfähigkeit und schieb die Schuld auf andere.“ Ich schwanke bei solchen Leuten zwischem laut lachen und peinlich berührt sein, über so viel offen dargebotenes Elend.

Wenn dem nicht so ist, ändern sie nicht ihr Produkt
sondern beschimpfen die Nachfrager. Bei keinem anderen Produkt
würden Arbeitgeber so verfahren.

Wie gesagt… der Arbeitslose muss sich mehr ändern, denn der
kann sich selbst verändern. Eine Firma kann dies nicht bzw.
nur begrenzt.

Umgekehrt: eine Firma kann sich ändern und viel leichter ändern als ein Arbeitsloser. Es geht ja auch nicht um die Firma sondern um die Stelle und die Ansprüche, die man an diese Stelle hat. Wenn man eben keinen 20-jährigen bekommt, muss man es halt mit einem 50-jährigen versuchen. Oder die Arbeitszeiten variabler gestalten. Kooperation mit einem Kindergarten. Möglichkeiten zur Einstellung eines Schwerbehinderten nutzen. Und so weiter

Und warum sie die Nachfrager beschimpfen (wenn
du es so bezeichnen willst)? Weil sie ganz gerne die Lücken
eher ausfüllen würden, wenn sie jemanden finden würden. Aber
es ist keiner da, der das Anforderungsprofil (und das wird
selten das Alter beinhalten, sondern meist berufliche Dinge)
nicht erfüllt ist.

Ich sage ja: lieber die Kunden beschimpfen als Phantasie und Flexibilität zeigen. Für solche Unternehmer gibt es eigentlich nur noch eine Behandlung: mit dem Fußtritt wegen erwiesener Unfähigkeit rausschmeissen.

Ich erlaube es mir, weil ich es sehe, dass es so ist und mir
dabei der Kamm schwillt. Ich sehe, dass die Leute, die ewig
arbeitslos waren, jetzt wieder Arbeit haben. Warum? Vorher
haben sie sich hinter diesen Behauptungen versteckt. Dann sind
sie von deren Eltern gehörig getreten worden und nun arbeiten
sie wieder… grundlos? Wo ein Wille, da ein Weg. Ich will
arbeiten, dann bekomme ich auch Arbeit. Egal wo.
Wenige Ausnahmen ausgenommen. Aber eben keine 4 Mio.

Ok, sagen wir 2 Millionen. Und die anderen 2 Millionen sind eben keine Langzeitarbeitslosen. In dieser Zahl steckt ja auch eine hohe Fluktuation. Es sind ja nicht seit 10 Jahren stets die gleichen 4 Millionen Menschen arbeitslos.

Wieso „darf“ man?

Weil es ganz einfach so ist. Warum sollte ich ein Produkt
kaufen und dafür 100 € bezahlen, wenn es keine 50 € wert ist?

Sollst Du ja nicht. Aber wenn Du ein Produkt anzubieten hast (Stelle) und nicht verkauft bekommst, solltest Du Dich vielleicht mal fragen, ob es nicht an Deinem Produkt liegen könnte.

Wenn Du ein Produkt am Markt anbietest
(Stelle) und hierfür trotz allgemeiner Nachfrage (Arbeitslose)
keine Käufer (Bewerber, die die Stelle wollen) findest, dann
sind nicht die Nachfrager schuld sondern der, der das Produkt
anbietet.

Vielleicht nicht genug angeboten, vielleicht gibt es in der
Region keine bzw. nur wenige Arbeitslose (z.B. Deutschlands
Süden).

Und das ist Grund genug für innere Unflexibilität des Arbeitgebers? Dann geht man eben in den Norden mit seinem Angebot und macht es dort den Arbeitslosen schmackhaft (mit Hilfe bei Wohnungssuche, sozialen Kontakten etc.). Man muß schon etwas tun, wenn man sich als Unternehmer nicht der Lächerlichkeit preisgeben will.

Wenn Du gewisse mathematische Fähigkeiten verlangst,
aber nur Hauptschüler ohne diese Fähigkeiten findest, dann
musst Du ihnen halt eine bessere und weitergehende Ausbildung
anbieten. So einfach ist das.

Halt: Wenn jemand keinen Realschulabschluss schafft, dann hat
er intellektuelle Probleme oder Defizite. Du hast es selber
gesagt. Wie soll ich jemandem etwas beibringen, was er
aufgrund seiner Defizite nicht lernen kann? Es wäre verlorene
Liebesmüh.

Nicht zwingend. Ein Schüler muss verschiedene Fächer gleichzeitig lernen, um zu bestehen. Wenn er sich jetzt nur auf Mathematik konzentrieren kann (und da nicht auf die ganze sondern auf die für den Job erforderliche), kann dies durchaus funktionieren.

Definitiv nein. Du hast auch hier wieder ein zu hohes
Menschenbild, um anschließend die Menschen leichter
beschimpfen zu können.

Bis auf wenige Ausnahmen, kann jeder einen handwerklichen
Beruf ausfüllen. Mehr oder weniger gut, keine Frage. Aber er
kann es.

Nein. Definitiv nicht. Ich glaube, Du hast schlicht keine Ahnung, welche handwerklichen Fähigkeiten z.B. im Friseurberuf verlangt werden. Auch zeitlich: als Lehrling kannst Du für einen Herrenhaarschnitt meinetwegen eine Stunde brauchen (wenn er dann gut ist), aber nicht mehr im 10. Berufsjahr.

Wieso das denn? Es gibt 1000 Bürger. Die durchschnittlichen
Aufwendungen liegen bei 100 Euro (ingesamt also 100.000 Euro).
Die Spannweite liegt jedoch zwischen 0 und 300 Euro. Der
Pauschalbetrag liegt bei 200 Euro. Jeder gibt jetzt 200 Euro
an. Der Staat „zahlt“ also 200.000 Euro. So läuft es doch im
Prinzip. Das sind nicht die gleichen „Ausgaben“.

Du hast einen Fehler in deinem Gedanken: Der Staat weiß von
der durchschnittlichen Höhe der Ausgaben von 100 € nämlich.
Das bedeutet: Warum sollte er hier einen Pauschalbetrag von
200 € ansetzen?

Erstens weil er eben nicht die durchschnittliche Höhe der Ausgaben absetzt. Zweitens ist die Argumentation eh merkwürdig. Ich habe keine Kosten, betrüge aber den Staat um €100 und begründe dies damit, dass jemand anders mehr Kosten als €100 hat, diese aber nicht zurückerstattet bekommt. Und dadurch ist mein Betrug kein Betrug mehr?
Beispiel: Ein Modegeschäft berechnet 1% seines Umsatzes (€ 1.000.000) als Diebstahl. In der Jahresabrechnung ergibt sich, dass nur für € 500.000 gestohlen wurde. Dies erfährt eine Verkäuferin und nimmt sich flugs für € 500.000 Ware mit. Ist ja - nach Deiner Auffassung - kein Diebstahl.

Am Arbeitsmarkt finden sich tatsächlich genügend Leute, die
eine einzige Tätigkeit ausfüllen können. Das sind die
Menschen, die bei geringfügiger Veränderung des
Anforderungsprofils hinten herunter fallen. Um im Beispiel zu
bleiben: Reine Schreibkräfte wurden tatsächlich früher
gebraucht. Ganze Räume voller Schreibkräfte in Gerichten,
Firmen, überall. Das leistet sich heute niemand mehr, das kann
sich niemand mehr leisten. Die Menschen müssen heute deutlich
breiter qualifiziert sein. Die Fähigkeit, einen Brief nach
Diktat oder Band zu schreiben, reicht zum Broterwerb nicht
mehr.

Ich sage ja: Ignoranz der Arbeitgeber. Sagen schlicht: höhere Fähigkeiten werden heute verlangt, sind aber nicht bereit dafür auch nur das Geringste zu tun.

Jede Kraft kostet einschließlich Krankheit, Urlaubskosten und
Sozialversicherung 60.000 DM im Jahr. Um das bezahlen zu
können, muß man in meiner Branche den Überschuß aus 300.000 DM
Umsatz verwenden. Ja, zum Teufel, wo soll denn das alles
herkommen?

Wenn ein Unternehmer nicht weiß, wie er ein Betrieb in den schwarzen Zahlen halte kann, sollte er sich einen anderen Job suchen.

Ein kleiner Betrieb - und das ist nun einmal das
Gros unserer Wirtschaft - schafft eine oder wenige Mio Umsatz
p. a… Da ist einfach nichts übrig, um Leute durchzufüttern,
die unzureichend einsetzbar sind. Ich kann auch nur jeden
Unternehmer davor warnen, sich mit solchen Leuten zu belasten,
weil die nämlich das Jahresergebnis auffressen.

Warnst Du Unternehmer auch allgemein vor dem Anwenden von Phantasie und Flexibilität? Es soll doch noch den ein oder anderen auf diesem Platz geben, der den Anforderungsprofil an einen Unternehmen auch nur ungefähr entspricht.

Wer heute noch glaubt, auf schmaler Spur sein Berufsleben
hinter sich bringen zu können, ist gründlich schief gewickelt.
Das gilt übrigens auch für die von Dir erwähnten Friseure oder
Verkäufer. Es wird nicht mehr lange dauern, bis der Kunde sich
nicht einfach nur die Haare schneiden lassen will, sondern
vorher auf dem PC-Bildschirm sein Konterfei samt neuem
Haarschnitt sehen möchte. In wenigen Jahren sind alle
Supermärkte heutiger Art verschwunden. Dann brauchst Du keine
Kassiererinnen und keine Regalauffüller mehr, dann gehst Du
durch die Gänge, von jedem Artikel steht dort genau ein Stück,
das der Kunde nur antippt und wenn er den Laden verläßt, steht
dort die Tüte mit der Ware und das Geld ist von der Geldkarte
abgebucht.

Ist das eine Entschuldigung für Unternehmer, die geistig nicht flexibel genug sind, zu begreifen, dass auch Stellen Produkte sind, die sie an einem Markt anbieten müssen? Natürlich ändert sich das Berufsbild. Aber mit Unternehmern, die nicht in der Lage sind, sich den geänderten Anforderungen anzupassen (auch am Arbeitsmarkt: da muss man bald mehr bieten als nur eine Anzeige aufgeben und wenn man keinen Erfolg hat zu meckern), ist tatsächlich kein Staat zu machen. Das Hauptproblem in Deutschland liegt doch in der Unfähigkeit der deutschen Unternehmer zu begreifen, dass der Arbeitsmarkt ein MARKT ist. Arbeitslose hingegen haben das schon längst begriffen.

Die Altersstruktur der Bevölkerung wird es absehbar für
Betriebe unumgänglich werden lassen, auch ältere Arbeitnehmer
einzustellen, so sie denn nicht völlig verknöchert nur noch an
Rente denken. Wer heute 50 Jahre alt und arbeitslos ist,
sollte ruhig noch einmal etwas ganz Neues lernen, immerhin
sind es noch volle 15 Jahre bis zur Rente, wahrscheinlich
sogar eher mehr.

Das alles können nicht die Betriebe leisten. Es ist eine
gesellschaftliche Aufgabe

Ich dachte, wir leben in einer Marktwirtschaft. Können deutsche Unternehmer eigentlich noch etwas anderes als
a) nach Steuersenkung und allgemein weniger Staatsausgaben und
b) nach mehr Aufgaben und Aktionen des Staates rufen?
Vielleicht sollte man deutschen Unternehmern mal sagen, dass Unternehmer etwas mit UNTERNEHMEN zu tun hat.

und eine Aufgabe für jeden
Einzelnen. Wenn wir uns dieser Aufgabe nicht schleunigst, mit
aller Kraft und sehr viel Geld stellen, gibt es nichts, was
uns davor bewahrt, binnen kurzer Frist auf dem
Wohlstandsniveau Portugals oder Polens zu landen. Wir können
es uns nicht länger leisten, daß junge Leute die Schule
verlassen und gerade noch ihren Namen schreiben können.

Vor allem können wir uns schon lange nicht mehr die deutschen Unternehmer leisten.

Wie
wichtig übrigens die von mir erwähnten Kenntnisse unseres
wirtschaftlichen und sozialen Systems sind, zeigt sich bei
einem Blick auf Struktur und Personalstärke des öffentlichen
Dienstes und auf Deine Postings. Mit dem Wissen, daß wir nur
ausgeben können, was zuvor erwirtschaftet wurde, wäre es nie
zur vorhandenen aufgeblähten öffentlichen Verwaltung gekommen.

Richtig. Die deutschen Unternehmer fordern ein Abbau der öffentlichen Verwaltung und mehr Aufgaben für die öffentliche Verwaltung. Ein Abbau der Subvention und mehr finanzielle Hilfe durch die öffentliche Hand. und so weiter

Mit dem gleichen Wissen käme auch niemand auf die Idee, dem
Freiberufler oder selbständigen Handwerker die
Grundlagenausbildung der Arbeitnehmerschaft aufbürden zu
wollen.

Richtig. Es ist ja so einfach nach dem Staat zu rufen. Dann kann man sich als Unternehmer wenigstens auf die faule Haut legen.

Vergleich von Äpfel mit Birnen.
Hallo Ralf,

Ok, richtig. Dennoch verstehe ich nicht, warum Du lieber BU
als AU bezahlst. Jedenfalls wenn beides gleich hoch sein
sollte. Könnte Dir doch ziemlich wurscht sein unter welchem
Ettikett, derjenige das Geld bekommt.

Wie gesagt: BU - Empfänger (das sind die schwerbehinderten) machen 4 % aus. Das sind lächerliche 160.000 Menschen in Deutschland. Die zahle ich gerne über meine Steuern. Die anderen zahle ich eh über die Rentenabgabe. Auch dies mache ich gern. Umlageverfahren. Für mich zwar dumm, aber so ist das Leben. Ich mache es und knurre nicht.

Aber es sind 96% dabei die nicht BU-Empfänger sind. Es geht mir schlicht um diese. Und wer eben Nur noch einen Arm hat, weil er seine Arme unter die Kreissäge gelegt hat, dann muss er eben als Pförtner sich hinsetzen oder Kassierer an einer Scannerkasse. Falls er nicht sowieso schon EU ist. Aber… arbeitslos sein und behindert. Das muss nicht identisch sein. Ich kann mich auch fortbilden und komme so wieder zu einem Job.
Die, die so schwer behindert sind, dass sie wirklich nichts oder kaum was machen können, das sind die 4%. Ich wiederhole es nochmal: Gerne zahle ich die.

Habe ich schon mehrmals gesagt: am Alter kann man nichts
machen,

Nein… aber an seinen Fähigkeiten.

am Kind nicht (ist aber wohl nicht das Thema), an

Siehst du…

Behinderung/Krankheit nicht etc.

4% und keine 100%
Und falls ich Handwerker bin und aufgrund von Beschwerden nicht mehr körperlich tätig sein kann, dann schule ich mich um und setze mich ins Büro und plane. Die Praktiker werden auch da gesucht…

Dann ist ja gut. Dann ist ja auch ein Arbeitsloser von der
Straße weg. Es geht mir hier um die Arbeitgeber, die man
manchmal im Fernsehen sieht: „Ich habe alles gemacht, um die
Stelle anzubieten: Anzeige, war beim Arbeitsamt etc. Habe aber
keinen Arbeitslosen bekommen oder nur Arbeitsunwillige.“
Genauso gut könnte er sagen: „Ich bin völlig unfähig als
Unternehmer. Bin aber auch zu faul, träge, phantasielos und zu
wenig selbstkritisch, dass ich das selbst einsehe. Stattdessen
zeige ich lieber allen meine Unfähigkeit und schieb die Schuld
auf andere.“ Ich schwanke bei solchen Leuten zwischem laut
lachen und peinlich berührt sein, über so viel offen
dargebotenes Elend.

Auch hier… man sucht sich für die Presse gerne immer die Ausnahmen aus… und die bestätigen die Regel…

Umgekehrt: eine Firma kann sich ändern und viel leichter
ändern als ein Arbeitsloser. Es geht ja auch nicht um die
Firma sondern um die Stelle und die Ansprüche, die man an
diese Stelle hat. Wenn man eben keinen 20-jährigen bekommt,
muss man es halt mit einem 50-jährigen versuchen. Oder die
Arbeitszeiten variabler gestalten. Kooperation mit einem
Kindergarten. Möglichkeiten zur Einstellung eines
Schwerbehinderten nutzen. Und so weiter

Welche Firma sucht denn nur 20jährige? Schau mal in die Anzeigen. Dort werden Erfahrungen gesucht. Habe ich die mit 20 Jahren? Sicher nicht.

Ich sage ja: lieber die Kunden beschimpfen als Phantasie und
Flexibilität zeigen. Für solche Unternehmer gibt es eigentlich
nur noch eine Behandlung: mit dem Fußtritt wegen erwiesener
Unfähigkeit rausschmeissen.

Der Arbeitnehmer ist nur mein Kunde, wenn er Waren von mir einkauft. Mein Arbeitsplatz ist allerdings keine Ware. Da bin ich Kunde als Arbeitgeber… so einfach wird ein Schuh draus.
Wie ich schon sagte. Das Pferd wird von hinten gesattelt… und nicht von vorne, wie du es machst.

Ok, sagen wir 2 Millionen. Und die anderen 2 Millionen sind
eben keine Langzeitarbeitslosen. In dieser Zahl steckt ja auch
eine hohe Fluktuation. Es sind ja nicht seit 10 Jahren stets
die gleichen 4 Millionen Menschen arbeitslos.

Nur warum fluktuieren sie? Weil der Arbeitgeber nach 6 Monaten feststellt, dass sie doch der Stelle nicht gewachsen sind.

Sollst Du ja nicht. Aber wenn Du ein Produkt anzubieten hast
(Stelle) und nicht verkauft bekommst, solltest Du Dich
vielleicht mal fragen, ob es nicht an Deinem Produkt liegen
könnte.

Auf dem Arbeitsmarkt ist ein Käufer vorhanden und ein Verkäufer.
Oder anders ausgedrückt: Arbeitsanbieter und Arbeitsnachfrager.
Der Arbeitsanbieter ist der private Haushalt. Die Arbeitsnachfrage wird durch den Arbeitgeber ausgelöst.
Das dies so ist, brauchst du nicht zu diskutieren, sondern einfach mal ein Wirtschaftsbuch aufblättern und unter Arbeitsmarkt nachlesen.

Somit hat der Arbeitslose sein Produkt zu vermarkten. Schluss aus. Punkt. Sicherlich hat der Arbeitgeber gewisse Dinge zu tun. Aber eben nur bis zu einer Grenze. Die ist in meinen Augen schon fast erreicht. Die der Arbeitslosen hingegen ist noch sehr erschöpflich…

Und das ist Grund genug für innere Unflexibilität des
Arbeitgebers? Dann geht man eben in den Norden mit seinem
Angebot und macht es dort den Arbeitslosen schmackhaft (mit
Hilfe bei Wohnungssuche, sozialen Kontakten etc.). Man muß
schon etwas tun, wenn man sich als Unternehmer nicht der
Lächerlichkeit preisgeben will.

hierzu äußere ich mich nicht weiter, sondern verweise auf oben… Der Arbeitgeber wirbt die Leute woanders ab, holt sie in seine Gegend. nur damit löst du das Problem nicht. Und der Arbeitgeber kann andererseits auch eben nicht nur dahingehen, wo die Leute auf ihn (angeblich) warten.

Nicht zwingend. Ein Schüler muss verschiedene Fächer
gleichzeitig lernen, um zu bestehen. Wenn er sich jetzt nur
auf Mathematik konzentrieren kann (und da nicht auf die ganze
sondern auf die für den Job erforderliche), kann dies durchaus
funktionieren.

Aber auch im Job braucht er nicht nur die Fähigkeiten der Mathematik. Er braucht Deutsch. Er braucht dies und jenes. Und wer aufgrund geistiger Defizite einen Realschulabschluss nicht geschafft hat, der wird auch selten einen Beruf bestehen, der einen Realschulabschluss als Eingangsvoraussetzung hat.

Nein. Definitiv nicht. Ich glaube, Du hast schlicht keine
Ahnung, welche handwerklichen Fähigkeiten z.B. im Friseurberuf
verlangt werden.

Wahrscheinlich. Weitere Äußerungen verkneife ich mir hier.

Auch zeitlich: als Lehrling kannst Du für
einen Herrenhaarschnitt meinetwegen eine Stunde brauchen (wenn
er dann gut ist), aber nicht mehr im 10. Berufsjahr.

Übung macht den Meister… keine Frage… aber das habe ich die ganze Zeit auch gesagt…

Erstens weil er eben nicht die durchschnittliche Höhe der
Ausgaben absetzt.

Der Staat macht genau das. Er geht wahrscheinlich sogar unter diesen durchschnittlichen Satz. Da brauchst du dich in keine Illusionen begeben…

Zweitens ist die Argumentation eh
merkwürdig.

Nein…

Ich habe keine Kosten, betrüge aber den Staat um
€100

Zeige mir den, der bei den Pauschalbeträgen nicht mindestens 1 € Kosten hatte. Es ist wohl eher die Ausnahme. Die Masse treibt sich eben bei 100 € rum.

Beispiel: Ein Modegeschäft berechnet 1% seines Umsatzes (€
1.000.000) als Diebstahl. In der Jahresabrechnung ergibt sich,
dass nur für € 500.000 gestohlen wurde. Dies erfährt eine
Verkäuferin und nimmt sich flugs für € 500.000 Ware mit. Ist
ja - nach Deiner Auffassung - kein Diebstahl.

Hier vergleichst du nun Äpfel mit Birnen. Während das eine illegal ist, ist das andere legal.

In diesem Sinne… Gruß
MArco

Hallo Marco,

kannst Du mir mal verraten, woher die Quelle ist, dass es bei uns nur 160.000 Menschen mit EU gibt. Diese Zahl scheint mir viel zu niedrig. BU/EU-Rentner sind selbstverständlich Schwerbehinderte. Die BU sind jedoch nach einer Umschulung in einen anderen Beruf/Tätigkeit in der Lage, wieder zu arbeiten. Ich vermute mal, dass der BU beim Arbeitsamt als „nach Umschulung vermittelbar“ geführt wird.

Der EU-Rentner ist erwerbsunfähig und kann in einem anderen Beruf oder in demselben entweder vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr arbeiten. Der EU-Rentner wird beim Arbeitsamt nicht geführt. Er gilt schlichtweg als arbeitsunfähig.

Die frühere Regelung hatte unterschiedliche wirtschaftliche Konsequenzen.

Aber es sind 96% dabei die nicht BU-Empfänger sind. Es geht
mir schlicht um diese. Und wer eben Nur noch einen Arm hat,
weil er seine Arme unter die Kreissäge gelegt hat, dann muss
er eben als Pförtner sich hinsetzen oder Kassierer an einer
Scannerkasse.

Gerade der aber erhält BU-Rente und nicht EU-Rente. Und keine Sorge, wer Rente BU oder EU erhält, wird mehr kontrolliert als jeder Arbeitnehmer, der mehrfach im Jahr krank wird.

Gruss Günter

Hallo Ralf,

Ich sage ja: Ignoranz der Arbeitgeber. Sagen schlicht: höhere
Fähigkeiten werden heute verlangt, sind aber nicht bereit
dafür auch nur das Geringste zu tun.

Wie ich dir schon mehrfach nachgewiesen habe: Die Unternehmen machen es. Du aber bist mir deinen Nachweis noch schuldig. Also… deine 2 .Chance.

Wenn ein Unternehmer nicht weiß, wie er ein Betrieb in den
schwarzen Zahlen halte kann, sollte er sich einen anderen Job
suchen.

Tja… nur 100.000 DM müssen erstmal zusätzlicher Gewinn erwirtschaftet werden. Warum sollte ich meine 100.000 DM Gewinn, die mein Laden abwirft in eine Arbeitskraft stecken?
Ich bin selbständig, weil ich Gewinne haben will und nicht, weil ich ±0 am Monatsende dastehen will. Nur der Gewinn ist mein Unternehmerlohn. Habe ich den nicht, dann kann ich Arbeitnehmer werden. Oder Arbeitsloser. Da verdiene ich dann mehr.

Ist das eine Entschuldigung für Unternehmer, die geistig nicht
flexibel genug sind, zu begreifen, dass auch Stellen Produkte
sind, die sie an einem Markt anbieten müssen?

Falsch. Die Wirtschaft besagt ganz klar, der Arbeitsmarkt hat die Aufteilung, die ich dir oben gesagt habe. Dem muss sich der Arbeitnehmer/Arbeitslose anpassen. Streng genommen auch so, wie du es gesagt hast: Studium zum Lehrer, Ausbildung zum Chemiker, Studium zum Informatiker. Und dann… halt weitersehen…
Wenn ein Arbeitgeber sich zum Arbeitsanbieter hinbewegt, dann okay… und er macht es auch… aber doch bitte schön nicht soweit, wie es dir vorschwebt.

Weitere Aussagen möchte ich mir hier ersparen.

Das Hauptproblem in
Deutschland liegt doch in der Unfähigkeit der deutschen
Unternehmer zu begreifen, dass der Arbeitsmarkt ein MARKT ist.

Nein. Im Gegenteil. Er verhält sich genauso, wie es der ARBEITSMARKT verlangt.

Arbeitslose hingegen haben das schon längst begriffen.

Darf ich mal lauthals loslachen? Biete bitte schön nicht 3 Menschen aus der Bild als repräsentativen Querschnitt der Arbeitslosen an. Ausnahmen bestätigen die Regel. So wird es immer bleiben. Und das, was Effe gesagt hat, trauen sich nur viele, mit Hinblick auf ihre „soziale“ Verantwortung, nicht zu sagen.

Vor allem können wir uns schon lange nicht mehr die deutschen
Unternehmer leisten.

Eben… Genau da liegt dein Problem. Jemand der Gewinne haben will ist Kapitalist und soetwas darf es nicht geben.

Richtig. Die deutschen Unternehmer fordern ein Abbau der
öffentlichen Verwaltung und mehr Aufgaben für die öffentliche
Verwaltung.

Nicht nur die… schau sie dir an: Die letzten Jahre hat man es begriffen und aus dem Wasserkopf einen halbwegs erkennbaren Kopf geformt. Aber wie sieht es mit den Ruhegehältern aus? Das ist ein anderes Thema… bleiben wir bei unserem…

Marco

Aber…
arbeitslos sein und behindert. Das muss nicht identisch sein.
Ich kann mich auch fortbilden und komme so wieder zu einem
Job.

Ich habe nie von identisch gesprochen. Aber der Anteil ist halt höher. Und sei es, weil ein Arbeitgeber seinen Betrieb nicht rollstuhlgerecht ausstatten will. Oder ein Behindertenlesegerät anschaffen will. Da nützt Dir dann auch keine Ausbildung.

Habe ich schon mehrmals gesagt: am Alter kann man nichts
machen,

Nein… aber an seinen Fähigkeiten.

Nützt Dir wie gesagt nichts, wenn Arbeitgeber nicht bereit sind einzustellen. Wie gesagt: es gab in Zeiten hoher Ingeniersnachfrage eine hohe Arbeitslosigkeit bei Ingenieuren über 50.

Behinderung/Krankheit nicht etc.

4% und keine 100%

Und falls ich Handwerker bin und aufgrund von Beschwerden
nicht mehr körperlich tätig sein kann, dann schule ich mich um
und setze mich ins Büro und plane. Die Praktiker werden auch
da gesucht…

Was machen denn Rückenkranke, die nicht stundenlang sitzen können (aber auch nicht stehen). BU sind die nicht.

Dann ist ja gut. Dann ist ja auch ein Arbeitsloser von der
Straße weg. Es geht mir hier um die Arbeitgeber, die man
manchmal im Fernsehen sieht: „Ich habe alles gemacht, um die
Stelle anzubieten: Anzeige, war beim Arbeitsamt etc. Habe aber
keinen Arbeitslosen bekommen oder nur Arbeitsunwillige.“
Genauso gut könnte er sagen: „Ich bin völlig unfähig als
Unternehmer. Bin aber auch zu faul, träge, phantasielos und zu
wenig selbstkritisch, dass ich das selbst einsehe. Stattdessen
zeige ich lieber allen meine Unfähigkeit und schieb die Schuld
auf andere.“ Ich schwanke bei solchen Leuten zwischem laut
lachen und peinlich berührt sein, über so viel offen
dargebotenes Elend.

Auch hier… man sucht sich für die Presse gerne immer die
Ausnahmen aus… und die bestätigen die Regel…

Na, ist doch schon mal was, dass Du diesen Unternehmer - wenn auch nicht explizit - auch als unfähig bezeichnest. Hätte ich gar nicht erwartet.

Umgekehrt: eine Firma kann sich ändern und viel leichter
ändern als ein Arbeitsloser. Es geht ja auch nicht um die
Firma sondern um die Stelle und die Ansprüche, die man an
diese Stelle hat. Wenn man eben keinen 20-jährigen bekommt,
muss man es halt mit einem 50-jährigen versuchen. Oder die
Arbeitszeiten variabler gestalten. Kooperation mit einem
Kindergarten. Möglichkeiten zur Einstellung eines
Schwerbehinderten nutzen. Und so weiter

Welche Firma sucht denn nur 20jährige? Schau mal in die
Anzeigen. Dort werden Erfahrungen gesucht. Habe ich die mit 20
Jahren? Sicher nicht.

Kommt auf die Stelle an. Klar für höhere Position sucht man die 40-jährigen. Aber eben für die unteren 20-jährige.

Ich sage ja: lieber die Kunden beschimpfen als Phantasie und
Flexibilität zeigen. Für solche Unternehmer gibt es eigentlich
nur noch eine Behandlung: mit dem Fußtritt wegen erwiesener
Unfähigkeit rausschmeissen.

Der Arbeitnehmer ist nur mein Kunde, wenn er Waren von mir
einkauft. Mein Arbeitsplatz ist allerdings keine Ware.

Doch genau das ist Dein Arbeitsplatz. Und solange das die Arbeitgeber nicht begreifen, dass dies eine Ware ist und man diese Ware genauso anpreisen und attraktiv machen muss, wie jede andere Ware solange stehen wir in Deutschland auf der Stelle. Diese Denkblockaden der Arbeitgeber ist ja das Hauptproblem, das wir gegenwärtig in Deutschland haben.

Ok, sagen wir 2 Millionen. Und die anderen 2 Millionen sind
eben keine Langzeitarbeitslosen. In dieser Zahl steckt ja auch
eine hohe Fluktuation. Es sind ja nicht seit 10 Jahren stets
die gleichen 4 Millionen Menschen arbeitslos.

Nur warum fluktuieren sie? Weil der Arbeitgeber nach 6 Monaten
feststellt, dass sie doch der Stelle nicht gewachsen sind.

Auch. Aber meistens weil mal ein Betrieb pleite geht oder was auch immer. Die meisten Arbeitslosen waren nicht vor 6 Monaten arbeitslos.

Sollst Du ja nicht. Aber wenn Du ein Produkt anzubieten hast
(Stelle) und nicht verkauft bekommst, solltest Du Dich
vielleicht mal fragen, ob es nicht an Deinem Produkt liegen
könnte.

Auf dem Arbeitsmarkt ist ein Käufer vorhanden und ein
Verkäufer.
Oder anders ausgedrückt: Arbeitsanbieter und
Arbeitsnachfrager.
Der Arbeitsanbieter ist der private Haushalt. Die
Arbeitsnachfrage wird durch den Arbeitgeber ausgelöst.
Das dies so ist, brauchst du nicht zu diskutieren, sondern
einfach mal ein Wirtschaftsbuch aufblättern und unter
Arbeitsmarkt nachlesen.

Das ist falsch. Ein Arbeitgeber hat eine freie Stelle und bietet diese freie Stelle auf dem Arbeitsmarkt an. Ist aber auch wurscht. Sowohl Anbieter als auch Nachfrager müssen sich auf dem Arbeitsmarkt präsentieren und attraktiv gestalten. Die Arbeitgeber von heute haben aufgrund der Bequemlichkeit durch die langanhaltende Massenarbeitslosigkeit längst vergessen, dass dies auch für sie gilt. Und daran krankt das deutsche System zum größten Teil.

Somit hat der Arbeitslose sein Produkt zu vermarkten. Schluss
aus. Punkt.

Das kannst Du noch so vehement behaupten. Es ist schlicht falsch und nur ein Zeichen, dass Du die heutigen Anforderungen des Arbeitsmarktes anscheinend nicht begriffen hast.

Sicherlich hat der Arbeitgeber gewisse Dinge zu
tun. Aber eben nur bis zu einer Grenze. Die ist in meinen
Augen schon fast erreicht.

Die Arbeitgeber haben noch nicht einmal den ersten Schritt gemacht. Von Grenze zu sprechen, ist völlig absurd.

Die der Arbeitslosen hingegen ist
noch sehr erschöpflich…

Die Arbeitslosen haben hingegen schon fast alles unternommen. Der Ball liegt gegenwärtig eindeutig im Feld der Arbeitgeber. Da sind noch einige Denkblockaden aufzubrechen, wie man bei Dir sehr deutlich beobachten kann.

hierzu äußere ich mich nicht weiter, sondern verweise auf
oben… Der Arbeitgeber wirbt die Leute woanders ab, holt sie
in seine Gegend. nur damit löst du das Problem nicht. Und der
Arbeitgeber kann andererseits auch eben nicht nur dahingehen,
wo die Leute auf ihn (angeblich) warten.

Sagen wir so: ein fähiger Arbeitgeber kann dies nicht nur, er hat schlicht die Pflicht dazu. Ein unfähiger Arbeitgeber wird dies natürlich nicht tun. Nur: benötigt Deutschland wirklich unfähige Arbeitgeber?

Nicht zwingend. Ein Schüler muss verschiedene Fächer
gleichzeitig lernen, um zu bestehen. Wenn er sich jetzt nur
auf Mathematik konzentrieren kann (und da nicht auf die ganze
sondern auf die für den Job erforderliche), kann dies durchaus
funktionieren.

Aber auch im Job braucht er nicht nur die Fähigkeiten der
Mathematik. Er braucht Deutsch. Er braucht dies und jenes. Und
wer aufgrund geistiger Defizite einen Realschulabschluss nicht
geschafft hat, der wird auch selten einen Beruf bestehen, der
einen Realschulabschluss als Eingangsvoraussetzung hat.

Wieder diese Denkblockade.

Nein. Definitiv nicht. Ich glaube, Du hast schlicht keine
Ahnung, welche handwerklichen Fähigkeiten z.B. im Friseurberuf
verlangt werden.

Wahrscheinlich. Weitere Äußerungen verkneife ich mir hier.

Ist auch besser so.

Auch zeitlich: als Lehrling kannst Du für
einen Herrenhaarschnitt meinetwegen eine Stunde brauchen (wenn
er dann gut ist), aber nicht mehr im 10. Berufsjahr.

Übung macht den Meister… keine Frage… aber das habe ich
die ganze Zeit auch gesagt…

Ok, nur finde mal einen Friseurbetrieb, wo man 10 Jahre lang üben kann.

Erstens weil er eben nicht die durchschnittliche Höhe der
Ausgaben absetzt.

Der Staat macht genau das. Er geht wahrscheinlich sogar unter
diesen durchschnittlichen Satz. Da brauchst du dich in keine
Illusionen begeben…

Zweitens ist die Argumentation eh
merkwürdig.

Nein…

Ich habe keine Kosten, betrüge aber den Staat um
€100

Zeige mir den, der bei den Pauschalbeträgen nicht mindestens 1
€ Kosten hatte. Es ist wohl eher die Ausnahme. Die Masse
treibt sich eben bei 100 € rum.

Meinetwegen. Dann betügst Du den Staat um €99. Die Masse kann sich nicht bei 100 € rumtreiben, weil es einige gibt, die stark drüber liegen und dann könnte das nicht der Durchschnitt sein.

Beispiel: Ein Modegeschäft berechnet 1% seines Umsatzes (€
1.000.000) als Diebstahl. In der Jahresabrechnung ergibt sich,
dass nur für € 500.000 gestohlen wurde. Dies erfährt eine
Verkäuferin und nimmt sich flugs für € 500.000 Ware mit. Ist
ja - nach Deiner Auffassung - kein Diebstahl.

Hier vergleichst du nun Äpfel mit Birnen. Während das eine
illegal ist, ist das andere legal.

Richtig. Den Staat darf man legal betrügen. Einen Unternehmer zu betrügen, ist illegal. Genau das ist das Denken, das ich herausarbeiten wollte. Danke dafür.

Hallo Günter,

vielleicht kam es eben falsch rüber.

kannst Du mir mal verraten, woher die Quelle ist, dass es bei
uns nur 160.000 Menschen mit EU gibt. Diese Zahl scheint mir
viel zu niedrig. BU/EU-Rentner sind selbstverständlich
Schwerbehinderte. Die BU sind jedoch nach einer Umschulung in
einen anderen Beruf/Tätigkeit in der Lage, wieder zu arbeiten.
Ich vermute mal, dass der BU beim Arbeitsamt als „nach
Umschulung vermittelbar“ geführt wird.

Ralf hat gesagt, dass Schwerbehinderte etwa 4% der Arbeitslosen stellen. Das macht bei 4 Mio. 160.000.
Um diese 160.000 Arbeitslose geht es mir nicht. Die sollen ihr Geld bekommen. Vielleicht auch mehr, als jetzt. Damit habe ich kein Problem. Aber eben mit denen, die es abzocken, um es mal beim Namen zu nennen.

Der EU-Rentner ist erwerbsunfähig und kann in einem anderen
Beruf oder in demselben entweder vorübergehend oder dauerhaft
nicht mehr arbeiten. Der EU-Rentner wird beim Arbeitsamt nicht
geführt. Er gilt schlichtweg als arbeitsunfähig.

Das ist meine Rede die ganze Zeit. Der wird durch meine Rentenbeiträge finanziert. Juckt mich also auch nicht. Dieser Prozentsatz ist da eingerechnet. Würde er weniger werden, würde deswegen mein Beitragssatz sich nicht senken.

Die frühere Regelung hatte unterschiedliche wirtschaftliche
Konsequenzen.

Mir weitestgehend bekannt. :smile:

Gerade der aber erhält BU-Rente und nicht EU-Rente. Und keine
Sorge, wer Rente BU oder EU erhält, wird mehr kontrolliert als
jeder Arbeitnehmer, der mehrfach im Jahr krank wird.

Den brauchen sie von mir aus auch nicht kontrollieren, wenn er ordentlich BU-geschrieben ist und sich nicht hat dabei helfen lassen.
Ein Mensch mit einem Arm, der unter schwerbehindert geführt wird, der juckt mich auch nicht die Bohne. (weil eben in den 4% enthalten)
Wer dort (in der Schwerbehindertenstatistik) nicht geführt wird, der kann aus irgendwelchen Gründen einen Job ausüben und muss sich nicht, wie es mir häufig scheint, hinter seiner Krankheit verstecken.

Gruß
Marco

Ich sage ja: Ignoranz der Arbeitgeber. Sagen schlicht: höhere
Fähigkeiten werden heute verlangt, sind aber nicht bereit
dafür auch nur das Geringste zu tun.

Wie ich dir schon mehrfach nachgewiesen habe: Die Unternehmen
machen es.

Nein, Du hast es immer bestritten (stimmt ja auch). Die Unternehmen sind eben NICHT bereit in AUSbildung zu investieren. Weiterbildung ist eine Selbstverständlichkeit, darum geht es mir nicht.

Du aber bist mir deinen Nachweis noch schuldig.
Also… deine 2 .Chance.

Was? Soll ich aufzählen wie viel Arbeitslose Fortbildungsmassnahmen des Arbeitsamtes besuchen? Wie viele VHS-Kurse (und nicht nur „wie lerne ich stricken?“) besuchen? Was soll ich da nachweisen? Dürfte selbst Dir bekannt sein.

Wenn ein Unternehmer nicht weiß, wie er ein Betrieb in den
schwarzen Zahlen halte kann, sollte er sich einen anderen Job
suchen.

Tja… nur 100.000 DM müssen erstmal zusätzlicher Gewinn
erwirtschaftet werden. Warum sollte ich meine 100.000 DM
Gewinn, die mein Laden abwirft in eine Arbeitskraft stecken?
Ich bin selbständig, weil ich Gewinne haben will und nicht,
weil ich ±0 am Monatsende dastehen will. Nur der Gewinn ist
mein Unternehmerlohn. Habe ich den nicht, dann kann ich
Arbeitnehmer werden. Oder Arbeitsloser. Da verdiene ich dann
mehr.

Noch einmal: Du hast eine Stelle und findest dafür keine Beschäftigten. Anstatt etwas bei Dir zu verändern, weinst Du, beklagst Dich und drehst Däumchen. Das sind nicht die Fähigkeiten, die von einem Unternehmer verlangt werden. Wenn man keinen findet für die Stelle, die man zu vergeben hat, muss man halt Phantasie und Aktivität an den Tag legen. Aber da mangelt es bei den deutschen Unternehmern.

Ist das eine Entschuldigung für Unternehmer, die geistig nicht
flexibel genug sind, zu begreifen, dass auch Stellen Produkte
sind, die sie an einem Markt anbieten müssen?

Falsch. Die Wirtschaft besagt ganz klar, der Arbeitsmarkt hat
die Aufteilung, die ich dir oben gesagt habe.

Welche Wirtschaft besagt das ganz klar? Der Arbeitsmarkt ist ein MARKT von Anbietern und Nachfragern. Auf einem MARKT hat nicht nur eine Seite die Aufgabe etwas zu bieten. Wenn das Produkt am Markt nicht ankommt, muss man halt etwas am Produkt verändern. Aber was soll man von Unternehmern auch erwarten können, die noch nicht einmal das elementarste Gesetz der Marktwirtschaft begriffen haben?

Dem muss sich
der Arbeitnehmer/Arbeitslose anpassen. Streng genommen auch
so, wie du es gesagt hast: Studium zum Lehrer, Ausbildung zum
Chemiker, Studium zum Informatiker. Und dann… halt
weitersehen…

Das Problem ist halt nur, dass sich der Markt schneller verändern kann als ein Arbeitnehmer. Ein Studium dauert halt seine Zeit (auch wenn man sich noch so sehr beeilt).

Wenn ein Arbeitgeber sich zum Arbeitsanbieter hinbewegt, dann
okay… und er macht es auch… aber doch bitte schön nicht
soweit, wie es dir vorschwebt.

Warum nicht? Nur weil Du Deine Bequemlichkeit und Faulheit behalten willst? Sorry, so einfach ist das Leben heute nicht mehr. Selbst Arbeitgeber müssen heute hin und wieder mal arbeiten und Leistung zeigen. Auch wenn es für sie völlig ungewohnt sein sollte.

Das Hauptproblem in
Deutschland liegt doch in der Unfähigkeit der deutschen
Unternehmer zu begreifen, dass der Arbeitsmarkt ein MARKT ist.

Nein. Im Gegenteil. Er verhält sich genauso, wie es der
ARBEITSMARKT verlangt.

Eben. Und von diesem ArbeitsMARKT scheinst Du absolut keine Ahnung zu haben. Ein ArbeitsMARKT ist halt grundsätzlich nichts anderes als ein ZitronenMARKT oder WaschmaschinenMARKT.

Arbeitslose hingegen haben das schon längst begriffen.

Darf ich mal lauthals loslachen? Biete bitte schön nicht 3
Menschen aus der Bild als repräsentativen Querschnitt der
Arbeitslosen an. Ausnahmen bestätigen die Regel. So wird es
immer bleiben. Und das, was Effe gesagt hat, trauen sich nur
viele, mit Hinblick auf ihre „soziale“ Verantwortung, nicht zu
sagen.

Ich weiß. Weil halt viele Leute so wie Du anscheinend keine Ahnung von der MARKTwirtschaft haben.

Vor allem können wir uns schon lange nicht mehr die deutschen
Unternehmer leisten.

Eben… Genau da liegt dein Problem. Jemand der Gewinne haben
will ist Kapitalist und soetwas darf es nicht geben.

Doch. So jemanden muss es geben - jedenfalls in einer MARKTwirtschaft. Aber er sollte auch wissen, was ein MARKT ist und sich danach richten. Wenn Unternehmer das 1*1 der MARKTwirtschaft nicht begreifen, gehören sie aussortiert.

Hallo Marco,

mir geht nur um die Frage, woher die Zahl kommt. Ich persönlich halte sie für erheblich höher. Wobei man durchaus beachten muss, dass nicht jede Schwerbehinderung im Sinne des Gesetzes dazu geeignet ist, dass jemand nicht trotzdem einen Job voll ausüben kann.

Ralf hat gesagt, dass Schwerbehinderte etwa 4% der
Arbeitslosen stellen. Das macht bei 4 Mio. 160.000.
Um diese 160.000 Arbeitslose geht es mir nicht. Die sollen ihr
Geld bekommen. Vielleicht auch mehr, als jetzt. Damit habe ich
kein Problem. Aber eben mit denen, die es abzocken, um es mal
beim Namen zu nennen.

Hier sehe ich die Begriffsverwirrung, die so nicht funktioniert.
Wir haben die Schwerbehinderten, die aus einer Krankheit heraus oder einer OP Schwerbehinderung erhalten. So kann eine Frau mit einer Brust-OP 80 % oder gar 100 % schwerbehindert sein. Sie kann trotzdem arbeiten. Es gibt Erkrankungen, die werden mit mehr als 50 % eingetragen, weil der Arbeitnehmer durch besondere Medikamente oder Einschränkungen steuerrechtliche Vorteile hat. Er ist trotzdem voll arbeitsfähig.

Dann kommt die Gruppe der BU. Und dann die EU. Wobei nach meiner Erinnerung diese Gruppen ab 01.01.2002 nicht mehr wie früher bewertet werden.

Gerade der aber erhält BU-Rente und nicht EU-Rente. Und keine
Sorge, wer Rente BU oder EU erhält, wird mehr kontrolliert als
jeder Arbeitnehmer, der mehrfach im Jahr krank wird.

Den brauchen sie von mir aus auch nicht kontrollieren, wenn er
ordentlich BU-geschrieben ist und sich nicht hat dabei helfen
lassen.
Ein Mensch mit einem Arm, der unter schwerbehindert geführt
wird, der juckt mich auch nicht die Bohne. (weil eben in den
4% enthalten)

Dich vielleicht nicht, aber den Sozialversicherungsträger. Der muss zahlen, vor Rentenbeginn und hat dafür wenig Interesse.

Wer dort (in der Schwerbehindertenstatistik) nicht geführt
wird, der kann aus irgendwelchen Gründen einen Job ausüben und
muss sich nicht, wie es mir häufig scheint, hinter seiner
Krankheit verstecken.

Stimme ich zu. Wer aber eine Behinderung nicht nachweisen kann, soll doch in der Regel von einem Amtsarzt untersucht werden und wenn er als arbeitsfähig befunden wird, trotzdem nicht weill, gibt es doch auch keine ALG. Wobei ich aus Erfahrung da meine Probleme habe.

Gruss Günter

Ohje…
Hallo Ralf,

Was machen denn Rückenkranke, die nicht stundenlang sitzen
können (aber auch nicht stehen). BU sind die nicht.

Der Arbeitgeber funktioniert immer mehr Arbeitsplätze in Steh/Sitz Arbeitsplätze um. Keine Bange. Es gibt dafür also genug Stellen.

Na, ist doch schon mal was, dass Du diesen Unternehmer - wenn
auch nicht explizit - auch als unfähig bezeichnest. Hätte ich
gar nicht erwartet.

Doch explizit sogar. Aber er ist eben genauso die Ausnahme, wie der eifrige Arbeitslose, der langzeitarbeitslos ist.

Kommt auf die Stelle an. Klar für höhere Position sucht man
die 40-jährigen. Aber eben für die unteren 20-jährige.

Es steht selten explizit in einer Stellenausschreibung drin. Nur die Menschen implizieren dies sehr oft in eine Ausschreibung. Gerade im IT-Bereich.

Doch genau das ist Dein Arbeitsplatz.

Aber keine Ware, die vom Arbeitgeber angeboten wird. Sondern die ich haben will. Oder eben nicht und Geld vom Amt einstreiche.

Das ist falsch.

Okay. Nur zur Wiederholung: Es ist falsch, dass der Arbeitgeber derjenige ist, der Arbeitskraft sucht (Nachfrage) und der Arbeitnehmer derjenige ist, der sie anbietet (Angebot).

Okay… damit bist du derjenige Mensch, der alle Wirtschaftstheorien, die bisher auf der Welt entwickelt wurden ad absurdum stellst.

Ein Arbeitgeber hat eine freie Stelle und
bietet diese freie Stelle auf dem Arbeitsmarkt an.

Genau das ist falsch. Hierzu würde ich dir mal dringlichst ein Wirtschaftsbuch empfehlen. Und ich kann mich da nur Wolfgang anschließen.

Ist
aber auch wurscht.

Nein… denn darauf baut ja deine ganze Theorie. Und sie ist halt einfach falsch. Es sei denn, alle Wirtschaftstheorien der Volkswirtschaft sind bis zum heutigen Tage falsch gewesen.

Die Arbeitslosen haben hingegen schon fast alles unternommen.

Beispiele bitte… deine 3. Chance.

Sagen wir so: ein fähiger Arbeitgeber kann dies nicht nur, er
hat schlicht die Pflicht dazu. Ein unfähiger Arbeitgeber wird
dies natürlich nicht tun. Nur: benötigt Deutschland wirklich
unfähige Arbeitgeber?

Am besten dann ganze Landstriche entvölkern? Ich glaube, das kann auch kaum in deinem Interesse sein, da somit die Natur nicht mehr verteilt belastet wird.

Wieder diese Denkblockade.

Fakten. Warum bitte schön sollte ein Hauptschüler eine Kaufmannsausbildung schaffen, wenn er den Realschulabschluss nicht geschafft hat? Ich will es nicht gänzlich ausschließen, aber die Wahrscheinlichkeit dürfte sich im Promillebereich bewegen.

Ok, nur finde mal einen Friseurbetrieb, wo man 10 Jahre lang
üben kann.

3 Jahre langen dafür dicke aus…

Meinetwegen. Dann betügst Du den Staat um €99. Die Masse kann
sich nicht bei 100 € rumtreiben, weil es einige gibt, die
stark drüber liegen und dann könnte das nicht der Durchschnitt
sein.

Du scheinst auch von einer Durchschnittsberechnung nicht allzuviel zu verstehen.
Ein Kuh mit einer Schulterhöhe von 1 m ist in einem Fluß ertrunken, der durchschnittlich nur 50 cm tief war.

Anderes Beispiel gefällig?

Du hast 10 Menschen:
2* 1 €
4* 5 €
3* 6 €
1* 12 €

Der Durchschnitt beträgt nun: 5,2 € in der Tasche. Du siehst. Deine Theorie hinkt wieder. Es gibt 1% der deutlich drüber, aber dem Gesetz der Großen Zahl zufolge ist dies völlig irrelevant bei einer entsprechend großer Anzahl von beobachteten Einheiten. Steuerzahler sind in Deutschland schützungsweise 40 Mio. Ich denke, diese Zahl dürfte groß genug sein.

Richtig. Den Staat darf man legal betrügen. Einen Unternehmer
zu betrügen, ist illegal. Genau das ist das Denken, das ich
herausarbeiten wollte. Danke dafür.

Falsch. Du vergleichst wie ich schon sagte Äpfel mit Birnen.
Der Staat räumt jedem die Möglichkeit ein, die Steuer zu senken und somit weniger Einkommenssteuer zu erhalten.
Dies ist im Haushalt eingeplant, der Staat rechnet also nicht mit einem Ertrag. Ich sehe hier auch nicht den Staat, sondern eine Firma. Kommt der Ertrag doch höher, dann freut sich der Staat, aber erlaubt es dennoch keinem, sich darüber hinaus zu bedienen.

Bei der Firma ist so, dass sie dafür Rückstellungen gebildet hat. Diese muss sie nunmehr wieder auflösen. Auch hier freut sie sich, wenn dadurch der Gewinn schöner wird.

Dein Beispiel umgelegt hinkt nämlich an der Stelle, dass einerseits der Kunde betrügt und andererseits der Angestellte. Das würde in etwa dem entsprechen, dass der Steuerbeamte feststellt, dass der Staat am Jahresende mehr Steuern eingenommen hat, als kalkuliert und sich diesen Betrag anweisen würde.

Erst so passt dein Beispiel. Und dann ist beides illegal. Wenn du vergleichst, dann bitte auch die Vergleiche passend machen und nicht wie es am besten passt.

Gruß
Marco

Hallo Ralf,

Nein, Du hast es immer bestritten (stimmt ja auch). Die
Unternehmen sind eben NICHT bereit in AUSbildung zu
investieren. Weiterbildung ist eine Selbstverständlichkeit,
darum geht es mir nicht.

Unternehmen bilden mehr aus, als du vermutest. Nur auch hier… es gibt jedes Jahr mehr als genug offene Stellen für die Ausbildung. Warum? Weil der Azubi diesen Beruf als dreckig oder nicht attraktiv empfindet.

Aber da mangelt es bei den deutschen Unternehmern.

Falls du meine Antworten nicht immer ordentlich gelesen hast… bitte … es gibt genug Firmen, die bewiesen haben, dass die Deutsche Wirtschaft Arbeitsmodelle aller Art entwickelt und umsetzt.

Welche Wirtschaft besagt das ganz klar?

Die Wirtschaftspolitik. Derjenige, der das Produkt hat, muss sich dem Markt anpassen. Derjenige der das Produkt hat, ist der Arbeitnehmer. Verlangt er für sich zuviel, wird er nicht gekauft. Also muss er sich ändern. Oder weniger verlangen. Manchmal ist aber eben auch schon der Mindestlohn zuviel. Also muss er schleunigst was ändern. Nur das muss er eben einsehen.
Der Arbeitgeber kann nicht einfach etwas bezahlen, was seinen Preis nicht wert ist. Deswegen bekommt ein Azubi auch weniger Lohn, als ein normaler Angestellter.
Die Wirtschaft kann auf den Markt gehen und sagen, ich zahle den Mindestlohn. Wenn es aber kein Produkt gibt, was dem Preis der dafür geboten wird entspricht, dann findet kein Umsatz statt. Unter den Mindestlohn darf das Unternehmen nicht gehen.
Wie ich schon mehrfach sagte, auch das macht Sinn, da wir sonst Ausbeutung hätten.

Aber was soll man von Unternehmern auch erwarten
können, die noch nicht einmal das elementarste Gesetz der
Marktwirtschaft begriffen haben?

Vielleicht tut dir ein Wirschaftsbuch doch gar nicht so schlecht.

Das Problem ist halt nur, dass sich der Markt schneller
verändern kann als ein Arbeitnehmer. Ein Studium dauert halt
seine Zeit (auch wenn man sich noch so sehr beeilt).

Dann muss ich mich während des Studiums anpassen. So einfach.

Selbst Arbeitgeber müssen heute hin und wieder mal
arbeiten und Leistung zeigen. Auch wenn es für sie völlig
ungewohnt sein sollte.

Das ist unbestritten und keine Frage…

Eben. Und von diesem ArbeitsMARKT scheinst Du absolut keine
Ahnung zu haben.

Wir drehen uns im Kreis. Ein Arbeitsmarkt ist eben kein Normaler Markt, da er Grenzen hat. Und eigene Gesetze.

Ein ArbeitsMARKT ist halt grundsätzlich
nichts anderes als ein ZitronenMARKT oder WaschmaschinenMARKT.

Eben… aber auch nur grundsätzlich. Mit Ausnahme der Faktoren Mindestumsatz.

Sagen wir, du musst für eine Brot mindestens 5 € zahlen. Du hast ein steinhartes Brot zur Auswahl und ein schimmliges Brot. Welches würdest du nehmen?
Welches würdest du geschenkt nehmen?

Ich weiß. Weil halt viele Leute so wie Du anscheinend keine
Ahnung von der MARKTwirtschaft haben.

-)

Mehr dazu nicht :smile:

Gruß
Marco

Hallo Günter,

mir geht nur um die Frage, woher die Zahl kommt. Ich
persönlich halte sie für erheblich höher.

Offzielle Zahl des Arbeitsamtes…

Wobei man durchaus
beachten muss, dass nicht jede Schwerbehinderung im Sinne des
Gesetzes dazu geeignet ist, dass jemand nicht trotzdem einen
Job voll ausüben kann.

Eben :smile:

Wir haben die Schwerbehinderten, die aus einer Krankheit
heraus oder einer OP Schwerbehinderung erhalten. So kann eine
Frau mit einer Brust-OP 80 % oder gar 100 % schwerbehindert
sein. Sie kann trotzdem arbeiten. Es gibt Erkrankungen, die
werden mit mehr als 50 % eingetragen, weil der Arbeitnehmer
durch besondere Medikamente oder Einschränkungen
steuerrechtliche Vorteile hat. Er ist trotzdem voll
arbeitsfähig.

Aber ich glaube nicht, dass diese (noch sonst voll arbeitsfähigen) Menschen dann unter der Gruppierung „Schwerbehindert“ geführt werden. Wobei ich es nicht weiß.

Dann kommt die Gruppe der BU. Und dann die EU. Wobei nach
meiner Erinnerung diese Gruppen ab 01.01.2002 nicht mehr wie
früher bewertet werden.

Du meinst vom Arbeitsamt oder vom GRV-Träger?

Dich vielleicht nicht, aber den Sozialversicherungsträger. Der
muss zahlen, vor Rentenbeginn und hat dafür wenig Interesse.

Schon… aber mir ist es egal, ob diese Leute von mir durch ALG oder durch EU/BU bezahlt werden. Es ist in jedem Fall nicht die Masse, die arbeitslos ist und solche Bezüge hat. und nur die können sich in meinen Augen die Krankheit als Grund nehmen, dass sie keine Arbeit mehr finden/nicht mehr arbeiten brauchen.

Gruß
Marco

Hallo Marco,

Danke,

Offzielle Zahl des Arbeitsamtes…

Wir haben die Schwerbehinderten, die aus einer Krankheit
heraus oder einer OP Schwerbehinderung erhalten. So kann eine
Frau mit einer Brust-OP 80 % oder gar 100 % schwerbehindert
sein. Sie kann trotzdem arbeiten. Es gibt Erkrankungen, die
werden mit mehr als 50 % eingetragen, weil der Arbeitnehmer
durch besondere Medikamente oder Einschränkungen
steuerrechtliche Vorteile hat. Er ist trotzdem voll
arbeitsfähig.

Aber ich glaube nicht, dass diese (noch sonst voll
arbeitsfähigen) Menschen dann unter der Gruppierung
„Schwerbehindert“ geführt werden. Wobei ich es nicht weiß.

Doch, wenn Du mehr als 50 % hast, fällst Du unter das SchwerBG

Dann kommt die Gruppe der BU. Und dann die EU. Wobei nach
meiner Erinnerung diese Gruppen ab 01.01.2002 nicht mehr wie
früher bewertet werden.

GRV-Träger?

Gruss Günter

Na, ist doch schon mal was, dass Du diesen Unternehmer - wenn
auch nicht explizit - auch als unfähig bezeichnest. Hätte ich
gar nicht erwartet.

Doch explizit sogar. Aber er ist eben genauso die Ausnahme,
wie der eifrige Arbeitslose, der langzeitarbeitslos ist.

Leider sind unfähige Unternehmer, die nicht begriffen haben und auch nicht begreifen wollen, dass der Arbeitsmarkt ein Markt ist, die Regel. Eifrige Langzeitarbeitslose sind tatsächlich die Ausnahme. Die Gründe hierfür habe ich schon mehrfach dargelegt.

Kommt auf die Stelle an. Klar für höhere Position sucht man
die 40-jährigen. Aber eben für die unteren 20-jährige.

Es steht selten explizit in einer Stellenausschreibung drin.
Nur die Menschen implizieren dies sehr oft in eine
Ausschreibung. Gerade im IT-Bereich.

Richtig, es steht selten explizit in den Stellenausschreibungen drin. Das Sieben nach dem Alter geschiet aber mit als erstes beim Aussortieren.

Doch genau das ist Dein Arbeitsplatz.

Aber keine Ware, die vom Arbeitgeber angeboten wird. Sondern
die ich haben will. Oder eben nicht und Geld vom Amt
einstreiche.

Eben nicht. Ein Arbeitsplatz ist eine Ware, die vom Arbeitgeber angeboten wird. Ein Unternehmer schreibt entweder ein Anzeige:
Neuer PC - dies Merkmale - jener Preis
Hierfür suchen sie Kunden
Oder eine Anzeige:
Neue Stelle - diese Merkmale - jenes Gehalt
Hierfür suchen sie Bewerber (Kunden)
Ist im Grunde dasgleiche und immer wieder überraschend, dass Arbeitgeber dies nicht begreifen wollen.

Das ist falsch.

Okay. Nur zur Wiederholung: Es ist falsch, dass der
Arbeitgeber derjenige ist, der Arbeitskraft sucht (Nachfrage)
und der Arbeitnehmer derjenige ist, der sie anbietet
(Angebot).

Okay… damit bist du derjenige Mensch, der alle
Wirtschaftstheorien, die bisher auf der Welt entwickelt wurden
ad absurdum stellst.

Nein. Das was ich sage ist 1. Semester Volkswirtschaftslehre. Aber welcher Unternehmer hat schon Volkswirtschaftslehre studiert?

Ein Arbeitgeber hat eine freie Stelle und
bietet diese freie Stelle auf dem Arbeitsmarkt an.

Genau das ist falsch. Hierzu würde ich dir mal dringlichst ein
Wirtschaftsbuch empfehlen. Und ich kann mich da nur Wolfgang
anschließen.

Sorry. Habe in VWL promoviert. Ich weiß schon, was ich hier schreibe.

Ist
aber auch wurscht.

Nein… denn darauf baut ja deine ganze Theorie. Und sie ist
halt einfach falsch. Es sei denn, alle Wirtschaftstheorien der
Volkswirtschaft sind bis zum heutigen Tage falsch gewesen.

Nein. Was ich hier schreibe ist allerunterster Standard.

Die Arbeitslosen haben hingegen schon fast alles unternommen.

Beispiele bitte… deine 3. Chance.

Habe ich hier schon mehrmals geschrieben: ich habe keine Lust mich ständig zu wiederholen. Ließ die Ausgangspostings nach. Fortbildungskurse und VHS-Kurse sind überlaufen. Was für Beispiele willst Du denn hören? Es gibt kaum einen Arbeitslosen, der nichts unternimmt, außer der, der nach langer Suche resigniert. Ist ihm vorzuwerfen, aber eine menschliche Reaktion.

Sagen wir so: ein fähiger Arbeitgeber kann dies nicht nur, er
hat schlicht die Pflicht dazu. Ein unfähiger Arbeitgeber wird
dies natürlich nicht tun. Nur: benötigt Deutschland wirklich
unfähige Arbeitgeber?

Am besten dann ganze Landstriche entvölkern? Ich glaube, das
kann auch kaum in deinem Interesse sein, da somit die Natur
nicht mehr verteilt belastet wird.

Was ist das denn für ein Argument? Arbeitgeber werden nicht aktiv und jammern nur rum, dass sie keine Leute finden, weil sie Mecklenburg-Vorpommern nicht entvölkern wollen. Ich danke…

Wieder diese Denkblockade.

Fakten. Warum bitte schön sollte ein Hauptschüler eine
Kaufmannsausbildung schaffen, wenn er den Realschulabschluss
nicht geschafft hat? Ich will es nicht gänzlich ausschließen,
aber die Wahrscheinlichkeit dürfte sich im Promillebereich
bewegen.

Ich habe nicht von einer Kaufmannsausbildung gesprochen. Es ging um eine Stelle, wo ein Realschulabschluß verlangt wird, man aber keinen Realschüler findet. Dann muß man es halt mit einem Hauptschüler versuchen. Ist ja eh ein wenig einfach gedacht: Hauptschüler sind dumm, Realschüler mittelintelligent und Gymnasiasten intelligent. Aber so einfach denken Unternehmer nun mal. Daran krankt unser System. Zu papiergläubig.

Ok, nur finde mal einen Friseurbetrieb, wo man 10 Jahre lang
üben kann.

3 Jahre langen dafür dicke aus…

Für mich hätten 10 Jahre nicht ausgereicht, um das vernünftig hinzubekommen.

Meinetwegen. Dann betügst Du den Staat um €99. Die Masse kann
sich nicht bei 100 € rumtreiben, weil es einige gibt, die
stark drüber liegen und dann könnte das nicht der Durchschnitt
sein.

Du scheinst auch von einer Durchschnittsberechnung nicht
allzuviel zu verstehen.
Ein Kuh mit einer Schulterhöhe von 1 m ist in einem Fluß
ertrunken, der durchschnittlich nur 50 cm tief war.

Anderes Beispiel gefällig?

Du hast 10 Menschen:
2* 1 €
4* 5 €
3* 6 €
1* 12 €

Der Durchschnitt beträgt nun: 5,2 € in der Tasche. Du siehst.
Deine Theorie hinkt wieder. Es gibt 1% der deutlich drüber,
aber dem Gesetz der Großen Zahl zufolge ist dies völlig
irrelevant bei einer entsprechend großer Anzahl von
beobachteten Einheiten. Steuerzahler sind in Deutschland
schützungsweise 40 Mio. Ich denke, diese Zahl dürfte groß
genug sein.

Das ist schon klar. Hatte nicht damit gerechnet, dass „einige“ für Dich so wenige sind. Aber ist nicht sehr relevant.

Richtig. Den Staat darf man legal betrügen. Einen Unternehmer
zu betrügen, ist illegal. Genau das ist das Denken, das ich
herausarbeiten wollte. Danke dafür.

Falsch. Du vergleichst wie ich schon sagte Äpfel mit Birnen.
Der Staat räumt jedem die Möglichkeit ein, die Steuer zu
senken und somit weniger Einkommenssteuer zu erhalten.
Dies ist im Haushalt eingeplant, der Staat rechnet also nicht
mit einem Ertrag.

Richtig, weil er die Menschen kennt. Und weil eben Kontrolle zu teuer wäre. Nur: Du gibst bewusst eine falsche Angaben an, weil Du weisst, dass der Staat nicht kontrolliert und er mit Deinen falschen Angaben rechnet. Es bleibt aber eine falsche Angabe. Und nur weil der andere mit Deinem Betrug rechnet, bleibt es immer noch Betrug.

Ich sehe hier auch nicht den Staat, sondern
eine Firma. Kommt der Ertrag doch höher, dann freut sich der
Staat, aber erlaubt es dennoch keinem, sich darüber hinaus zu
bedienen.

Eben. „Kommt der Ertrag doch höher, dann freut sich der Staat,“ Ergo der Steuerzahler, der Bürger.

Bei der Firma ist so, dass sie dafür Rückstellungen gebildet
hat. Diese muss sie nunmehr wieder auflösen. Auch hier freut
sie sich, wenn dadurch der Gewinn schöner wird.

Dein Beispiel umgelegt hinkt nämlich an der Stelle, dass
einerseits der Kunde betrügt und andererseits der Angestellte.
Das würde in etwa dem entsprechen, dass der Steuerbeamte
feststellt, dass der Staat am Jahresende mehr Steuern
eingenommen hat, als kalkuliert und sich diesen Betrag
anweisen würde.

Nein, das passt nicht. Der Steuerbeamte entspricht dem Controller oder Wirtschaftsprüfer des Unternehmen. Von dem habe ich nicht gesprochen. Ich habe vom Angestellten und vom Bürger gesprochen, um mein Beispiel vergleichbar zu machen.

Es macht ja keinen Sinn, ein Beispiel extra so zu stricken, dass es hinten und vorne nicht passt, wie Du es mir gerade vorgeschlagen hast.

Erst so passt dein Beispiel. Und dann ist beides illegal. Wenn
du vergleichst, dann bitte auch die Vergleiche passend machen
und nicht wie es am besten passt.

Genau das habe ich getan. Nur weil es Dir anscheinend nicht passt hier öffentlich als Betrüger und Verbrecher geoutet zu werden (ok, machen fast alle Deutsche - nur entschuldigt das was?), kann ich nicht die Wahrheit verschweigen, dass Betrug Betrug ist. Beim Staat gilt dies als Kavaliersdelikt (nicht wirklich als Verbrechen), beim Unternehmen schon.

Auch an dieser Ungleichbehandlung krankt der Staat.

Unternehmen bilden mehr aus, als du vermutest. Nur auch
hier… es gibt jedes Jahr mehr als genug offene Stellen für
die Ausbildung.

Falsch. Lange Zeit gab es mehr Ausbildungswillige als Stellen hierfür (Lehrstellenmangel). Hat sich in den letzten Jahren gebessert. Aber einen 40-jährigen bildet auch heute kaum jemand aus, selbst wenn dieser ausbildungswillig ist. Würde ja ein Umdenken vom Arbeitgeber verlangen. Und im (um)denken, liegt halt nicht deren Stärke.

Aber da mangelt es bei den deutschen Unternehmern.

Falls du meine Antworten nicht immer ordentlich gelesen
hast… bitte … es gibt genug Firmen, die bewiesen haben,
dass die Deutsche Wirtschaft Arbeitsmodelle aller Art
entwickelt und umsetzt.

Es gibt Firmen, ja. Aber bei weitem nicht genug. Die meisten leben noch in der Arbeitswelt der 70er Jahre.

Welche Wirtschaft besagt das ganz klar?

Die Wirtschaftspolitik. Derjenige, der das Produkt hat, muss
sich dem Markt anpassen. Derjenige der das Produkt hat, ist
der Arbeitnehmer. Verlangt er für sich zuviel, wird er nicht
gekauft. Also muss er sich ändern. Oder weniger verlangen.

Was für eine altertümliche Wirtschaftspolitik soll das sein? In der Wirtschaft agieren Anbieter und Nachfrager. Fragt der Nachfrager nach und findet für seine Nachfrage keinen Anbieter, muss er sich anpassen (oder auf die Nachfrage verzichten). Bietet der Anbieter etwas an und findet für sein Angebot keine Nachfrage, muss er sich anpassen (oder auf das Angebot verzichten). Eine Wirtschaftspolitik, wo nur der Anbieter agiert, verdient den Namen „Wirtschaftspolitik“ nicht.

Manchmal ist aber eben auch schon der Mindestlohn zuviel. Also
muss er schleunigst was ändern. Nur das muss er eben einsehen.
Der Arbeitgeber kann nicht einfach etwas bezahlen, was seinen
Preis nicht wert ist.

Richtig. Nur wenn er für sein Angebot keine Nachfrage findet, könnte es vielleicht am Preis des Angebots (oder an einer anderen Produkteigenschaft) liegen?

Aber was soll man von Unternehmern auch erwarten
können, die noch nicht einmal das elementarste Gesetz der
Marktwirtschaft begriffen haben?

Vielleicht tut dir ein Wirschaftsbuch doch gar nicht so
schlecht.

LOL! Sonst keine Argumente mehr? Ärmlich…

Das Problem ist halt nur, dass sich der Markt schneller
verändern kann als ein Arbeitnehmer. Ein Studium dauert halt
seine Zeit (auch wenn man sich noch so sehr beeilt).

Dann muss ich mich während des Studiums anpassen. So einfach.

Ein Studium dauert fünf Jahre? Wie schnell ändert sich der Bedarf am Arbeitsmarkt? Wie oft willst Du von BWL über Jura und Ingenieur zu Pädagogik und zurück springen. Denn das letzte Studium, das, das Du abschließt, dauert nun mal 5 Jahre (ungefähr).

Eben. Und von diesem ArbeitsMARKT scheinst Du absolut keine
Ahnung zu haben.

Wir drehen uns im Kreis. Ein Arbeitsmarkt ist eben kein
Normaler Markt, da er Grenzen hat. Und eigene Gesetze.

Ach so. Strommarkt hat keine Grenzen (jetzt nicht physische sondern preisliche, qualitative, siehe Regulierungsbehörde)? Gesundheitsmarkt hat keine Grenzen und Gesetze? Lebensmittelmarkt hat keine Grenzen und Gesetze? Es gibt viele Märkte, die bestimmte Grenzen und Gesetze haben. Allen bleibt aber unabänderlich die Gesetze von Angebot und Nachfrage. Die gelten auch für den Arbeitsmarkt. Und auch für Arbeitgeber.

Hallo Ralf,

Richtig, es steht selten explizit in den
Stellenausschreibungen drin. Das Sieben nach dem Alter
geschiet aber mit als erstes beim Aussortieren.

Vorurteil… mehr nicht.

Hierfür suchen sie Bewerber (Kunden)
Ist im Grunde dasgleiche und immer wieder überraschend, dass
Arbeitgeber dies nicht begreifen wollen.

Sie suchen Bewerber, das ist richtig… aber der Kunde bietet sich letztendlich an. Also ist er der Anbieter und der Unternehmer der Nachfrager.

Nein. Das was ich sage ist 1. Semester Volkswirtschaftslehre.
Aber welcher Unternehmer hat schon Volkswirtschaftslehre
studiert?

Mhh… ich weiß es… meine Vika wirst du sicherlich schon zwischenzeitlich studiert haben. Aber wie ich schon sagte: Das mit dem Markt… vollkommen richtig. Nur der Arbeitsmarkt hat seine eigenen Gesetze und Rahmenbedingungen. Du kannst ihn daher nicht mit einem Zitronenmarkt vergleichen. Hier gibt es keine Mindestpreise.

Sicherlich muss auch der Arbeitgeber einen Schritt zur Marktmitte gehen. Aber er kann nicht einfach jeden einstellen, nur damit er einen Mitarbeiter hat. Wenn er den normal anfallenden Arbeiten nicht gerecht wird und sie ausführen kann, dann brauche ich ihn nicht einstellen. Das weiß ich spätestens dann, wenn ich ihn zu mir eingeladen habe.

Sorry. Habe in VWL promoviert. Ich weiß schon, was ich hier
schreibe.

Das eine hat nicht unbedingt mit dem anderen etwas zu tun.
Ich kann auch in Lebensversicherung meine Prüfung bestehen und muss deswegen von Sachversicherung nicht unbedingt eine Ahnung haben. Beides Male habe ich aber in Versicherung meine Prüfung bestanden. Das musst du jetzt nicht auf die umsetzen, es ist nur ein Beleg dafür, dass das eine ganz und gar nicht was mit dem anderen zu tun haben muss.

Was ist das denn für ein Argument? Arbeitgeber werden nicht
aktiv und jammern nur rum, dass sie keine Leute finden, weil
sie Mecklenburg-Vorpommern nicht entvölkern wollen. Ich
danke…

Nein. So ganz nicht verstanden. Ich kenne viele Beispiele, die im Osten ihre Mitarbeiter „rekrutieren“. Die örtlich flexiblen gehen dann zum Arbeitsplatz. Nachdem schon jetzt fast nur die guten und vor allem auch die jungen Menschen den Osten verlassen, ist es dort fast gar nicht möglich, überhaupt was gescheites aufzubauen, weil die Fachkräfte einfach weg sind. Denn kurz nach dem Mauerfall sind die meisten gegangen, die damals was drauf hatten und jetzt gehen die, die die Lücken füllen könnten.
Wenn jetzt ein Unternehmer in den Osten geht. Was passiert dann?
Er hat keine Fachleute da. Und wieder, wenn es überhaupt möglich ist, müssen entweder die Leute umziehen (werden sie aber in den meisten Fällen nicht machen, warum auch… sie finden auch an dem bisherigen Ort einen Arbeitsplatz oder gehen stempeln) oder aber er muss investieren. Und das kostet Geld.
Er befindet sich hier also in einer unheimlichen Zwickmühle. Gesellschaftlich müsste er es machen, aber die Kasse gibt es nicht her. Was also macht er? Er wirbt sie ab zu sich und der Landstrich entvölkert weiter. Folge: Es wird wieder schwerer, dorthin zu gehen.

Ich habe nicht von einer Kaufmannsausbildung gesprochen. Es
ging um eine Stelle, wo ein Realschulabschluß verlangt wird,
man aber keinen Realschüler findet.

Eben… für eine Kaufmannsausbildung wird Realschulabschluss gefordert. Also was macht der Unternehmer… soll er dafür jetzt einen Hauptschüler einstellen, der aufgrund geistiger Defizite (das war übrigens auch deine Wortwahl) oder sonstiger Vorkommnisse den Realschulabschluss nicht geschafft hat oder gar keinen?

einem Hauptschüler versuchen. Ist ja eh ein wenig einfach
gedacht: Hauptschüler sind dumm, Realschüler mittelintelligent
und Gymnasiasten intelligent. Aber so einfach denken
Unternehmer nun mal. Daran krankt unser System. Zu
papiergläubig.

Das habe ich nie behauptet. Es gibt mit Sicherheit auch Hauptschüler, die in gewissen Bereichen und in Einzelfällen besser sind, als ich. Tendenziell ist es doch wohl aber so, dass die Rechnung zumindest dem Unterschied zwischen Hauptschule/Realschule recht gibt. Zwischen Realschule und Hauptschule würde ich das nicht mehr so unterscheiden. Der eine will eben weiter zur Schule, der andere nicht. Deswegen ist er nicht dümmer.

Das ist schon klar. Hatte nicht damit gerechnet, dass „einige“
für Dich so wenige sind. Aber ist nicht sehr relevant.

Eben… das Gesetz der großen Zahl…

Nein, das passt nicht. Der Steuerbeamte entspricht dem
Controller oder Wirtschaftsprüfer des Unternehmen. Von dem
habe ich nicht gesprochen. Ich habe vom Angestellten und vom
Bürger gesprochen, um mein Beispiel vergleichbar zu machen.

Eben… der Angestellte wiederum weiß aber nicht, wieviel Verlust der Unternehmer durch Diebstahl eingeplant hat. Dies weis nur ein kontrollierendes Organ…
Es bleibt also ein nicht richtiges Beispiel…weil du die Hierarchieebenen unbeachtet lässt.

Gruß
Marco