Arbeitszeugnis gut oder schlecht?

Oh Hölle - ein AWO-Zeugnis
Hi,

vorab: Es ist ein Zeugnis der AWO, da gelten geringfügig andere Maßstäbe…

Ich versuche mich trotzdem mal, da mir die Teile im privaten Kreis das ein oder andere Mal vor die Augen kamen.

Frau S, geb. XX.XX.XXXX, war in der Zeit vom XX.XX.XXXX

Da wäre ein Datum erecht hilfreich.
Es macht einen Unterschied, ob Du 8 Monate oder 12 Jahre dort beschäftigt warst.

Seit August XXXX sind wir eine Mehrsprachige Einrichtung mit
den Sprachen Deutsch und Englisch. Der Bereich des native
speaker

Erste Frage: Oben wirst Du als bilinguale Kraft genannt, hier ist die Rede vom native speaker.
Bist Du der native speaker, oder warum steht das da?
Wenn Du es bist, muss es auch genannt werden.

Frau S führte Angebote in Klein- und in der Gesamtgruppe
selbständig durch. Sie war neben ihrem Schwerpunkt der
Bilingualen Erziehung, mitverantwortlich für die Planung,
Durchführung und Auswertung der Gruppenarbeit und
pflegerischen Aufgaben. Frau S übernahm ihre Aufgaben im
pädagogischen Bereich gewissenhaft. Ihre geplanten Aktivitäten
basierten auf Beobachtungen aus dem Freispiel und Gesprächen
mit Kolleginnen. Frau S setzte sowohl ihr aufgetragene
Aufgaben, als auch die pädagogische und situationsbezogene
Arbeit nach den Grundsätzen der Arbeiterwohlfahrt, wie
Demokratie, Toleranz, Freiheit und Teilhabe am
gesellschaftlichen und politischen Leben, unter Einbeziehung
der Aspekte von Frieden und Umwelt, zu unserer vollen
Zufriedenheit um.

Ellenlage Aufgabenneschreibung (die üblich bei der AWO ist) und dann ein paar mickrige Wörter zum Arbeitsverhalten?
…setzte…zu unserer vollen Zufriedenheit um

Kein „STETS“ oder das grammatikalisch miserable „voll st en“?

Frau S nahm vom ersten Tag Kontakt zu den Kindern auf.

Bei einer Erzieherin wohl selbstverständlich

Es
gelang ihr schnell das Vertrauen der Kinder zu gewinnen und
konnte so ein herzliches und partnerschaftliches Verhältnis zu
den Kindern aufbauen.

Da sehe ich jetzt nichts Schlimmes.

Die Kinder haben Frau S als
Spielpartnerin, aber auch als Erzieherin, zu jeder Zeit
akzeptiert.

Da gehört wohl die Erzieherin besser VOR die Spielpartnerin.
Eine Spielpartnerin ist in der Regel auch jede Schulpraktikantin, eine Erzieherin hat da einen völlig anderen (höheren) Stellenwert.
(Grundsätzlich in Zeugnissen: Das Wichtigste immer an die erste Stelle)

Frau S war es wichtig die Bedürfnisse der
einzelnen Kinder aufzugreifen und in den Gruppenalltag zu
integrieren. Dadurch gelang es ihr sehr gut die Kinder an die
zuerst noch fremde Sprache zu gewöhnen.
Durch die gute Mitarbeit von Frau S ist es uns gelungen die
Bilinguale Arbeit in unserer Einrichtung zu integrieren und zu
festigen.

Auch da sehe ich jetzt nicht wirklich etwas Schlechtes

Für die Eltern war Frau S *Vertrauensperson und
Ansprechpartnerin.

Selbstverständlichkeit, oder?
„immer eine“ oder „stets bevorzugte“ an die Stelle des * macht aus der Aussage etwas ganz Anderes.

Sie unterstützte die Arbeit mit den Eltern
durch Elternabende, Elterngespräche und Familienangebote.

Auch das ist (gerade bei der AWO) selbstverständlich

Frau S war eine hilfsbereite Kollegin, die immer ihre
Unterstützung in der pädagogischen Arbeit anbot und umsetzte.
Sie ergänzte das Team durch Fachkompetenz in der praktischen
Umsetzung der Bilingualen Erziehung.

Auch das ist selbstverständlich

Wir wünschen Frau S für die Zukunft alles Gute.

Kein Erfolg?
Kein Dank?

Alles in allem würde ich da eine „3“ als Note erkennen wollen.
Allerdings ist es wirklich wesentlich davon abhängig, wie lange die Beschäftigung andauerte. Wenn es über mehrere Jahre ging, halte ich die Nennung von fast ausschließlich Selbstverständlichem für eher negativ, war es eine „kürzere“ Dauer, dann wiegt das nicht so schwer.

Ich hoffe, es meldet sich noch eine andere Person, da die AWO nun wirklich ein Fall für sich ist…

LG
Guido