Hallo Frank,
deine Zeit, die du dich opferst, ist wirklich beachtlich.
Erstmal danke dafür 
ist angekommen. Erwarte aber bitte nicht mehr allzuviel von mir.
ja, kenne ich, nur wird hier nicht die Zeit definiert, sondern
die Maßeinheit der Zeit, die Sekunde. Das ist ein
Unterschied.
Wo ist da der Unterschied? Wie definierst du nun Zeit, wenn
nicht als Ablauf lokaler Prozesse?
Die Frage, was die Zeit ‚eigentlich‘ ist, kann weder ich noch die Physik noch sonstwer beantworten. Man kann die Zeit aber prima messen und reproduzieren und ihre Einheit(!) definieren, und darauf kommt es letztlich an.
OK. Ich nehme einen Funksender in Hamburg, welcher einen
Zahlenwert 0 abgibt. Wenn das Signal München erreicht, wird
diese Uhr sofort 0 gesetzt. Jetzt muß ich noch die Laufzeit
des Signals dazuaddieren. In Hamburg dasselbe, nur benötige
ich letzteres nicht.
Ja, exakt so muß man es machen, Frank! Statt Funk kannst Du auch Licht nehmen, denn beides sind ja elektromagnetische Wellen, die stets mit c unterwegs sind.
Also: Ein Blitzgerät in H blitzt sowohl die Uhr in H als auch die Uhr in M mit einem Blitz an. In H ist es ganz einfach: Die H-Uhr setzt sich beim Empfangen des Blitzes auf „Null“ und läuft von da ab weiter. Bei der Uhr in M ist es etwas komplizierter. Sie darf durch den Empfang des Blitzes nicht auf den Zählerstand „Null“ gesetzt werden, weil das Licht für die 620 km von H nach M 2.06 ms benötigt. Das muß man berücksichtigen! Man muß die M-Uhr also so programmieren, daß sie sich beim Empfang auf den Stand „00:00:00.002060“ (= der Stand, den die H-Uhr zu diesem Zeitpunkt schon erreicht hat) setzt und von da ab weiterzählt.
Der Vorteil liegt darin, dass unsere Uhren absolut gleich gehen.
Sag besser „synchronisiert“. Sie laufen jetzt genau gleich schnell (weil es Atomuhren sind) und sie laufen synchron. Wir können daher sicher sein, daß z. B. der Inhalt des Displays der M-Uhr genau dann auf „03:18:58.000000“ umspringt, wenn das auch bei der H-Uhr der Fall ist.
Nun wäre alles ganz prima, wenn es da nicht dieses Raumschiff gäbe, welches über Deutschland nordwärts fliegt, Route München – Erfurt – Hamburg (E liegt genau in der Mitte zwischen H und M). Dieses Rschiff fliegt mit 0.5 c.
Die Astronauten darin haben Langeweile und machen folgendes. Als das RSchiff gerade exakt zwischen E und M ist, zünden sie eine Blitzlampe. Die schickt einen kurzen Lichtpuls nach vorne (Richtung H) und nach hinten (Richtung M) weg.
Der Rückwärts-Puls wird schon bald die Uhr in M erreichen. Die M-Uhr ist nun so eingerichtet, daß ihr Zähler bei Eintreffen eines Lichtpulses angehalten wird. Sie „speichert“ also gerade die Eintreffzeit des Blitzes . Außerdem steckt auf der Uhr ein Spiegel, der das Lichtsignal zum Raumschiff zurückreflektiert. Genauso verhält es sich bei der H-Uhr. Der Zähler der H-Uhr wird durch den Vorwärts-Lichtpuls angehalten und das Signal wird ebenfalls zurück zum Rschiff reflektiert.
Was geschieht? Die beiden reflektierten Signale werden irgendwann wieder beim Rschiff eintreffen. Wenn man sich die Sache auf Papier aufmalt, sieht man, daß sie sogar gleichzeitig wieder einteffen, und zwar dann, wenn sich das Rschiff exakt in der Mitte zwischen E und H befindet (das Rschiff ist natürlich zwischenzeitlich weitergeflogen, um genau 310 km von M-E-Mitte zu E-H-Mitte).
Die Astronauten werden nun also nach 2.06 ms von dem Blitz geblendet, den sie ausgesandt haben, und denken „Hoppla!“. Sie kontaktieren die Erdbewohner: „Hey, Erdbewohner, wir haben gerade aus Jux zwei Signale abgefeuert und die sind gleichzeitig wieder zurückgekommen! Wir haben aus der Laufzeit berechnet, daß sich in H und in M je ein Reflektor befinden muß. Da der Blitz nach vorne und nach hinten gleichzeitig abgegangen ist und die Reflexe auch gleichzeitig
wieder eingetroffen sind, müssen auch die Reflexionen in H und in M gleichzeitig stattgefunden haben.“
Was tun die Erdbewohner? Sie gucken nach, wann die Reflexionen stattgefunden haben. Sowohl die H-Uhr als auch die M-Uhr haben die Reflexionszeiten ja glücklicherweise abgespeichert! Sie lesen also einfach auf den Displays die Zeiten ab und stellen fest, daß die Zeiten nicht identisch sind (herauszufinden, wie genau die Zählerstände der Uhren sind, überlasse ich Dir). Und die Sache ist „wasserdicht“, weil die Uhren ja synchronisiert waren.
Fazit: Für die Raumfahrer haben die Reflexionen ihrer Blitze an den Uhren gleichzeitig stattgefunden, für die Erdbewohner nicht.
Die Erdbewohner schlagen nun vor, daß man das Spiel ja auch umkehren könne. Vorne und hinten am Raumschiff werden also zwei Uhren installiert und von den Astronauten synchronisiert. Die Erdbewohner schicken nun von Erfurt aus einen Blitz zu den Uhren im sich bewegenden RSchiff. Sie können es so einrichten, daß die Reflexe von den Uhren wieder gleichzeitig in Erfurt zurückkehren. Für sie haben damit die Reflexionen an den Raumschiff-Uhren gleichzeitig stattgefunden. Die Raumfahrer werden jedoch beim Überprüfen der beim Blitzeinschlag gespeicherten Zählerstände ihrer Uhren feststellen, daß die Einschläge vorne und hinten für sie nicht gleichzeitig stattgefunden haben, wie die nicht-identischen Zählerstände verraten.
Der Rest in Kürze: Man kann 100000 Uhren in ganz Deuschland aufstellen und sie synchronisieren. Damit kann man dann allen Ereignissen Orte und Zeiten zuweisen; man kann also genau sagen, was wann wo passiert ist. Die Astronauten können ebenso 100000 Uhren in ihrem Raumschiff verteilen, sie synchronisieren und dann mit ihrer Hilfe ihrerseits auch alle Ereignisse genau nach Ort und Zeit protokollieren. Ob ein Ereignis auf der Erde oder im Rschiff stattfindet, ist dabei ganz egal (Ereignis ist Ereignis).
Insbesondere erlaubt es den Astronauten wie den Erdbewohnern den zeitlichen Abstand zweier Ereignisse zu messen. Dabei werden sie dann feststellen, daß dieser keine absolut bestimmbare Größe ist. Er hängt davon ab, von welchem Bezugssystem aus die Zeitpunkte der Ereignisse bestimmt werden. Es kann vorkommen, daß dieselben zwei Ereignisse von einem Bezugssystem aus beurteilt nacheinander stattfinden, während sie in einem relativ dazu bewegten Bezugssystem gleichzeitig stattfinden. Diese Tatsache ist eine direkte Konsequenz aus dem Prinzip von der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit.
Ich habe hier zu unseren beiden Tabellen ein
Gedankenexperiment gemacht:
http://kds-nano.dyndns.biz/relativitaet/Widersprüche…
Das ist nämlich nach deiner Betrachtung nicht von der Hand zu
weisen. Du merkst hoffentlich, dass die Betrachtung wirklich
etwas komplizierter ist. Deine Darstellung habe ich sehr wohl
verstanden.
Sorry, Frank, bitte verzeih mir, aber ich hab jetzt so langsam auch genug. Du wirst nicht müde, die Sachen ständig irgendwie zu verkomplizieren. Jetzt muß ein Mond ran, um Deine „Nein-es-geht-wirklich-nicht-Überzeugung“ zu untermauern. Morgen läßt Du 18 Raumschiffe herumfliegen und behauptest, daß es einen Widerspruch zwischen Rschiff 3 und Rschiff 15 gibt. Tut mir leid – ich mag nicht mehr. Wenn Du weiterhin glauben willst, daß die RT Humbug ist, und alle, die sie jemals gelehrt oder auf ihr gearbeitet haben, entweder doof (weil sie die Widersprüche nicht gesehen haben) oder böse (weil es nur drum geht, Forschungsgelder locker zu machen) waren bzw. sind, dann tu es einfach. Es ist OK für mich. Ich habe auch nichts persönlich gegen Dich. Ich sehe jetzt nur, daß ich nicht fähig genug bin, Dich mit halbwegs angemessenem Aufwand zu überzeugen. Aber Du hast ja in einem anderen Thread weiter oben erwähnt, daß Du schon Jahre über die RT in Physikbüchern gelesen und versucht hast, etwas zu verstehen (leider hast Du nicht dazugeschrieben, ob Du selbst den Versuch eher als ge- oder eher als mißglückt empfindest). Vielleicht kannst Du Deine Studien ja wiederaufnehmen und meine Postings im Hinterkopf behalten. Wenn sie Dir dann bei der Lektüre irgendwie nützen, würde mich das sehr freuen.
Mit freundlichem Gruß
Martin
PS: Die Astronauten können sich den Mond angucken. Dies ist jedoch keine Geschwindigkeitsmessung. Wenn sie die Geschwindigkeit des Mondes „richtig“ messen, werden sie stets Werte