Hallo Matthias,
eigentlich wollte ich auf Deinen Artikel nicht eingehen, um Dir Gelegneheit zu geben, ihn noch einmal zu überdenken und neu zu formulieren. Ich gehe daher mal auf Deine Denkweise ein, weil Deine Fakten zu haarsträubend sind:
die Werbestrategen haben längst erkannt, wie absatzmindernd
ein schlechtes Image beim Verbraucher ankommt, weshalb man
sich bei E-on wieder aus dem Vertrag mit Temelin gelöst hat.
Das war aus marketingstrategischen Gründen notwendig.
Das Image einer Firma fließt in marketingstrategische Überlegungen mit ein. Was sagst Du also Neues?
Mit dem Unterschied, daß diese Folgekosten überschaubar sind,
nicht aber die der AKW’s in 100-10.000 Jahren, da muß ich dem
Mic schon Recht geben.
Was ist unüberschubar an einer gewissen Anzahl Kubikmeter
Beton, in welche man ein AKW eingießt?
Wenn die radioaktive Verseuchung an der Mauer stopp machen würde und diese Mauer nie brüchig werden würde, hättest Du sogar Recht, was das Areal des AKW’s selbst angeht. Nicht aber dessen Mitarbeiter und schon lange nicht die verstrahlte Bevölkerung samt Lebensmitteln und übriger Umwelt.
Der deutsche Atomstrom wird immer teurer sein als der aus den
Ostblockstaaten, das hängt mit den Lohnkosten zusammen, die
sich beim Errichten und Betreiben der Anlage ergeben. Aber
die unkalkulierbaren Folgekosten bei einem GAU entfallen bei
den regenerativen Energieformen allemal. Und die Angst der
Bürger vor Verstrahlung und Tod mit allen psychischen
Begleiterscheinungen ist nicht in Geld auszudrücken. Allein
das ist der Abschied von der Kernkraft wert, und das wissen
auch die Politker; denn die wollen wiedergewählt werden.
Du gehst hier von falschen Voraussetzungen aus.
Dein Vergleich geht davon aus, daß die Kernenergie völlig
durch andere, regenerative Energieformen ersetzt werden kann.
Das aber ist schlichtweg unrichtig.
Faktisch gesprochen gehen in Deutschland mit Abschaltung der
Kernkraftwerke die Lichter aus.
So viel geballten Unsinn auf einmal habe ich lange nicht mehr gelesen: Zum einen werden die AKWs bei uns erst nach und nach abgeschaltet, um in der Zwischenzeit z.B. Offshore-Windkraftanlagen aufzubauen und zum anderen verkennst Du künftige Einsparmöglichkeiten bzw Kraft-Wärme-Koppelungsmöglichkeiten (Wenn ich mit jedem Tropfen Heizöl, der in deutschen Heizungsanlagen - industriell wie privat - verbrannt wird, gleichzeitig Strom erzeugen würde, brächten wir ab sofort kein einziges AKW mehr).
Regenerative Energien ersetzen vielleicht 10% der Kernenergie.
Also MUSS Strom aus dem Ausland importiert werden. Woher wird
das sein? Aus Frankreich zunächst einmal. Und wie erzeugt
Frankreich den Großteil sei´nes Stroms? Mit Kernkraftwerken.
Der Strom in Europa kursiert ständig hin und her, je nachdem, wo er gerade am günstigsten eingesetzt werden kann. Das wird sich auch nicht ändern, wenn kein einziges AKW mehr steht. Auch bei den Franzosen nimmt die Akzeptanz für Atomstrom ab. Wenn die erst einmal ihre Korruptionsmentalität in den Griff gekriegt haben werden und mehr und mehr Exgeneraldirektoren die pekunäre Verquickung von Politik und Industrie (auch Filz genannt) zugegeben haben werden (s. Elf-Aquitaine), werden sich auch etliche Geheimnisse um Millionen unbekannter Provenienz bei unseren Parteien lüften.
Wir drehen uns mit unserer deutschen Insellösung im Kreis.
Denn der Rest der Welt will in diesem Fall nicht wirklich
genesen am deutschen Wesen, sondern wittert ein dickes
Geschäft. Und das werden sie auch machen - auf Kosten des
deutschen Verbrauchers. Danke Rot-Grün.
Naja, ein bißchen Polemik bei der Lektüre Deiner geistigen Genüsse tut ja noch gut, auch wenn sie ins Leere läuft. Aber im Ernst: Befasse Dich mal mit EEG (Erneuberbare Energien Gesetz) und einem Politiker, der seine Ansprüche an die Allgemeinheit für sich selbst auch lebt:
http://www.hans-josef-fell.de
Gruß Richard