Auf zum Glück in der Brokerage!

Guten Tag liebe Experten, Broker und zukünftige Millionäre, möge euch das Glück auf der Börse anlachen!

Aber zum Geschäft: Ich hab eine sehr laienhafte Frage.

Nehmen wir an jemand mit einem Girokonto…bei irgendeiner Bank…die da rein zufällig Postbank heisst, möchte sein Glück an der Onlinebrokerage versuchen. Er eröffnet sein Depot und möchte sogleich loslegen.

Was muss diesre Jemand vorallem beachten?
Wo lernt er schnell und leicht den Lauf der Börse?
Was sind seine Chancen und Risiken?
Welche Quellen sollte er benutzen um die Kursschwankungen zu analysieren?
Welchen Experten, Zeitschriften und Webseiten soll er trauen?

Ich bin bereits jetzt für jede Gedankenanregung in Form einer Antwort dankbar!

Michail

Hallo Michail

Guten Tag liebe Experten, Broker und zukünftige Millionäre,
möge euch das Glück auf der Börse anlachen!

Aber zum Geschäft: Ich hab eine sehr laienhafte Frage.

Nehmen wir an jemand mit einem Girokonto…bei irgendeiner
Bank…die da rein zufällig Postbank heisst, möchte sein Glück
an der Onlinebrokerage versuchen. Er eröffnet sein Depot und
möchte sogleich loslegen.

Was muss diesre Jemand vorallem beachten?

sich mal ein gutes Börsenbuch kaufen

Wo lernt er schnell und leicht den Lauf der Börse?

an der Börse, am besten erst mal ohne Kohle spielen

Was sind seine Chancen und Risiken?

wer soll das hier wissen, wenn nicht der Anleger selber, also erst mal rausfinden, was für ein Anlegertyp er ist

Welche Quellen sollte er benutzen um die Kursschwankungen zu
analysieren?
Welchen Experten, Zeitschriften und Webseiten soll er trauen?

am besten gar keinen

Ich bin bereits jetzt für jede Gedankenanregung in Form einer
Antwort dankbar!

lese grad im Videtext: Iran hat „Google“ ausgesperrt…hier funktioniert es aber noch, werter Michail

Michail

LG
Mikesch

Hallo Michail,

Nehmen wir an jemand mit einem Girokonto…bei irgendeiner
Bank…die da rein zufällig Postbank heisst, möchte sein Glück
an der Onlinebrokerage versuchen. Er eröffnet sein Depot und
möchte sogleich loslegen
.

Ein verständlicher Wunsch. So habe ich das auch einmal gemacht. Es endete mit Verlusten im Neuen Markt … von daher würde ich sagen: Nimm dir die Zeit, dich erst ausreichend zu informieren.

Was muss diesre Jemand vorallem beachten?

Nicht vergessen, einen Stop-Loss-Kurs zu setzen.

Wo lernt er schnell und leicht den Lauf der Börse?

Schnell und leicht zwar vielleicht nicht, aber lernen ist eine gute Idee. Auf der Website http://www.boerse-online.de wird das Buch „Money Management“ angeboten. Außerdem gibt es da eine CD, die man am PC abspielen kann und in der die Grundlagen der Charttechnik erklärt werden. Auch wenn du auf amazon nach „Charttechnik“ suchst, wirst du alle möglichen Bücher finden.

Mein Rat wäre, zumindest eines dieser Bücher zu lesen, bevor du anfängst, zu handeln.

Welchen Experten, Zeitschriften und Webseiten soll er trauen?

Jeder kann sich täuschen. Vor allem in derart turbulenten Zeiten. Da muss man sich nur einmal ein paar Wochen in Folge z.B. Börse Online kaufen und sieht dann, wie einige Anlageempfehlungen wieder korrigiert werden … andere haben 30 oder 40% Gewinn eingefahren.

Vertrauen im wahrsten Sinn des Wortes sollte man also niemandem. Stell dir einfach vor, du fragst in einer fremden Stadt nach dem Weg: Wahrscheinlich gibt sich der andere Mühe, dich nicht in die Irre zu schicken. Es ist trotzdem keine gute Idee, loszugehen, ohne selber noch mitzudenken oder noch einmal eine zweite Person zu fragen.

Schöne Grüße

Petra

Hallo Michail,

Nehmen wir an jemand mit einem Girokonto…bei irgendeiner
Bank…die da rein zufällig Postbank heisst, möchte sein Glück
an der Onlinebrokerage versuchen. Er eröffnet sein Depot und
möchte sogleich loslegen
.

Ein verständlicher Wunsch. So habe ich das auch einmal
gemacht. Es endete mit Verlusten im Neuen Markt … von daher
würde ich sagen: Nimm dir die Zeit, dich erst ausreichend zu
informieren.

verluste gehören aber dazu–das ist ganz normal

Was muss diesre Jemand vorallem beachten?

Nicht vergessen, einen Stop-Loss-Kurs zu setzen.

stop-loss kann sehr nachteilig sein–kann man machen,muss man aber nicht.

Wo lernt er schnell und leicht den Lauf der Börse?

Schnell und leicht zwar vielleicht nicht, aber lernen ist eine
gute Idee. Auf der Website http://www.boerse-online.de wird
das Buch „Money Management“ angeboten. Außerdem gibt es da
eine CD, die man am PC abspielen kann und in der die
Grundlagen der Charttechnik erklärt werden. Auch wenn du auf
amazon nach „Charttechnik“ suchst, wirst du alle möglichen
Bücher finden.

Mein Rat wäre, zumindest eines dieser Bücher zu lesen, bevor
du anfängst, zu handeln.

mein rat ist,zeit zu investieren,aber ich empfehle kein buch–das ist nur theorie.

Welchen Experten, Zeitschriften und Webseiten soll er trauen?

Jeder kann sich täuschen. Vor allem in derart turbulenten
Zeiten. Da muss man sich nur einmal ein paar Wochen in Folge
z.B. Börse Online kaufen und sieht dann, wie einige
Anlageempfehlungen wieder korrigiert werden … andere haben
30 oder 40% Gewinn eingefahren.

wenn man ein börsenblatt anschaut,kann man schon unterscheiden,ob das solide oder reisserisch ist.

Vertrauen im wahrsten Sinn des Wortes sollte man also
niemandem. Stell dir einfach vor, du fragst in einer fremden
Stadt nach dem Weg: Wahrscheinlich gibt sich der andere Mühe,
dich nicht in die Irre zu schicken. Es ist trotzdem keine gute
Idee, loszugehen, ohne selber noch mitzudenken oder noch
einmal eine zweite Person zu fragen.

man kann aber,wenn man will,aus allen informationen etwas lernen–aber den zeitfaktor nicht unterschätzen.
bei mir geht börse aus dem bauch heraus und das mit guten ergebnissen.

verluste gehören aber dazu–das ist ganz normal

(…)

bei mir geht börse aus dem bauch heraus und das mit guten
ergebnissen.

Hm…

Hi

bei mir geht börse aus dem bauch heraus und das mit guten
ergebnissen.

Das kann durchaus klappen. Mit echtem Geld würde ich sowas zwar nie machen, aber in grauer Vorzeit hat die Abteilung in der ich damals arbeitete 2mal bei einem Börsespiel gewonnen.

Wir hatten keine Ahnung und kauften daher Wertpapiere die vom Namen her gut geklungen haben und das war es dann auch schon.

Nachdem wir mit dieser Methode zweimal hintereinander unsere Kundenbetreuer weit hinter uns ließen durften wir nicht mehr mitspielen :wink:

Gruß
Edith

Welchen Experten, Zeitschriften und Webseiten soll er trauen?

Hallo,

hier ein paar Anregungen:
http://de.wikiquote.org/wiki/Andr%C3%A9_Kostolany

hier der Wiki-Artikel über Kostolany:
http://de.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Kostolany

Da Ich wenig Geld habe, darf ich nicht spekulieren…:wink:
Musst du oder kannst du spekulieren?

grüsse
dragonkidd

Hallo,

bei mir geht börse aus dem bauch heraus und das mit guten
ergebnissen.

Das kann durchaus klappen. Mit echtem Geld würde ich sowas
zwar nie machen, aber in grauer Vorzeit hat die Abteilung in
der ich damals arbeitete 2mal bei einem Börsespiel gewonnen.

ich hatte da noch einen zweiten Abschnitt zitiert, der mir aufgefallen war. Ich halte Verluste eben nicht für normal, sondern vielmehr durch vernünftige vorherige Information für vermeidbar.

Gruß
Christian

ich hatte da noch einen zweiten Abschnitt zitiert, der mir
aufgefallen war. Ich halte Verluste eben nicht für normal,
sondern vielmehr durch vernünftige vorherige Information für
vermeidbar.

wie funktioniert das in der praxis?
ich hab z.bs. gerade einen titel mit ca.60% verlust,aber auch einen anderen mit 130% plus—halte 18 titel,im schnitt bin ich gut im gewinn.
die vermögensexperten hatten nur verluste und kassierten noch gebühren.

Liebe Experten, ich bitte um mehr Tipps und Tricks, mehr Know-how, mehr
mehr mehr! Wie und was und wohin investieren. Was ist klüger was ist dümmer? Persönliche Erfahrungen etc.

Vielen Dank im Voraus

Michail

…du hast doch schon ne menge an informationen—setz das ersteinmal um!

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Hi

ich hatte da noch einen zweiten Abschnitt zitiert, der mir
aufgefallen war. Ich halte Verluste eben nicht für normal,
sondern vielmehr durch vernünftige vorherige Information für
vermeidbar.

Im großen und ganzen stimmt es sicherlich, daß man Verluste vermeiden kann, wenn sich regelmäßig informiert.
Aber es gibt auch Umstände bei denen es keine vorhergehenden Informationen gibt. Zumindestens keine Informationen, die der Öffentlichkeit zugänglich wären.

Meinl und Bawag um nur 2 ziemlich aktuelle Fälle aus Ö zu erwähnen.

Gruß
Edith

ich hab z.bs. gerade einen titel mit ca.60% verlust,

entschuldige bitte, aber genau das zeigt doch ein typisches Privatanlegermanko… den Wunsch Verluste nie zu realisieren.

Wenn eine Aktie um 50% fällt, so muss sie anschliessend 100% steigen um wieder auf Einstandsniveau zu kommen.

Hätte hier durch ein früheres realisieren des Verlustes und Anlage in einen anderen Wert, so viel totes Kapital vermieden werden können?

Daher bin ich ein Freund des Stopp-Loss - sofern der Titel nicht u eng dafür ist.

Gruss Ivo

ich hab z.bs. gerade einen titel mit ca.60% verlust,

entschuldige bitte, aber genau das zeigt doch ein typisches
Privatanlegermanko… den Wunsch Verluste nie zu realisieren.

Wenn eine Aktie um 50% fällt, so muss sie anschliessend 100%
steigen um wieder auf Einstandsniveau zu kommen.

Hätte hier durch ein früheres realisieren des Verlustes und
Anlage in einen anderen Wert, so viel totes Kapital vermieden
werden können?

Wer sagt, dass das Kapital tot ist? Also ohne Kenntnis des Werts, in dem der Vorposter investiert ist, kann man ja wohl nicht sagen, wie gut die Chancen auf eine künftige Kapitalvermehrung stehen. Wenn man einen Wert gekauft hat, weil man fundamental/langfristig an ihn glaubt und diese Kaufgründe nach dem Kurssturz immer noch zutreffen, warum sollte man verkaufen? Man müsste ja die gleiche Kaufentscheidung wieder treffen und ihn zurückkaufen.

Daher bin ich ein Freund des Stopp-Loss - sofern der Titel
nicht u eng dafür ist.

Ich bin kein Freund. Ich finde, Stop Loss Limit macht nur in wenigen Fällen Sinn. Etwa wenn man mehr oder weniger sowieso verkaufen will und aber hofft, dass ein Aufwärtstrend noch ein wenig anhält (Stop Loss nachziehen). Oder wenn man befürchtet, dass schlechte Nachrichten die Gründe für die ursprüngliche Kaufentscheidung radikal vernichten, während man in Mallorca liegt und sich sonnt.

Grüße,
Sebastian

die vermögensverwalter,experten wie du,hatten nur indexzertifikate–da kann nix passieren,das ist ja nicht so wie ne einzelaktie,die abstürzen kann–40% minus war dabei heraus gekommen.

Wer sagt, dass das Kapital tot ist? Also ohne Kenntnis des
Werts, in dem der Vorposter investiert ist, kann man ja wohl
nicht sagen, wie gut die Chancen auf eine künftige
Kapitalvermehrung stehen.

Na wenn man so fundemantal daran glaubt, könnte man ihn ja nach realisierten Verlusten, noch deutlich billiger wieder kaufen.

Wenn man einen Wert gekauft hat,
weil man fundamental/langfristig an ihn glaubt und diese
Kaufgründe nach dem Kurssturz immer noch zutreffen, warum
sollte man verkaufen?

Was hindert einen daran,den wert billiger wieder zu kaufen, anstatt erst das Geld zu vernichten und dann auf einen langen Anlagehorizont zu hoffen?
Fährt derjenige schlechter, der verkauft und güsntig wieder einsteigt, weil es sich „fundamental“ nichts eändert hat (btw: keine seriöse Aktie verliert innerhalb weniger Tage über 50% wenn sich fundamental nicht etwas geändert hat)

Man müsste ja die gleiche
Kaufentscheidung wieder treffen und ihn zurückkaufen.

ja und?

Daher bin ich ein Freund des Stopp-Loss - sofern der Titel
nicht u eng dafür ist.

Ich bin kein Freund. Ich finde, Stop Loss Limit macht nur in
wenigen Fällen Sinn. Etwa wenn man mehr oder weniger sowieso
verkaufen will und aber hofft, dass ein Aufwärtstrend noch ein
wenig anhält (Stop Loss nachziehen).

Du musst ja kein Freund davon sein, aber diese Aussage zeigt, dass du denn Sinn des Stopp-Loss nicht verstanden hast.

Aber das ist ja das tolle am Privatanleger - da er nichts bilanzieren und publizieren muss, kann er so was durchaus alternativ dazu auch aussitzen.

Oder wenn man befürchtet,
dass schlechte Nachrichten die Gründe für die ursprüngliche
Kaufentscheidung radikal vernichten, während man in Mallorca
liegt und sich sonnt.

Auch während man zuhause ist…

Gruss Ivo

Na wenn man so fundemantal daran glaubt, könnte man ihn ja
nach realisierten Verlusten, noch deutlich billiger wieder
kaufen.

Nicht, wennn die Aktie nach realisiertem Verlust wieder steigt… dann kann man nämlich auch teuerer nachkaufen als man verkauft hat. Market timing funktioniert ja bekanntlich nicht sehr gut.

Was hindert einen daran,den wert billiger wieder zu kaufen,
anstatt erst das Geld zu vernichten und dann auf einen langen
Anlagehorizont zu hoffen?

Die Tatsache, dass er nicht unbedingt billiger zu haben sein wird?

Fährt derjenige schlechter, der verkauft und güsntig wieder
einsteigt, weil es sich „fundamental“ nichts eändert hat (btw:
keine seriöse Aktie verliert innerhalb weniger Tage über 50%
wenn sich fundamental nicht etwas geändert hat)

Nein, aber warum soll die Wahrscheinlichkeit größer sein, dass die Aktie zum Wiedereinstiegszeitpunkt billiger ist, als die, dass sie teurer ist? Ohne Betrachtung der Fundamentaldaten ist beides genausogut möglich, und unter Einschluss der letzteren würde ich gemäß meiner Annahme eher einen Anstieg als einen Abfall vermuten.

Man müsste ja die gleiche
Kaufentscheidung wieder treffen und ihn zurückkaufen.

ja und?

Also wozu 2x Gebühren und das hin und her?

Du musst ja kein Freund davon sein, aber diese Aussage zeigt,
dass du denn Sinn des Stopp-Loss nicht verstanden hast.

Was ist denn der Sinn des Stop-Loss, den ich nicht verstehe? Ich gebe zu, dass ich damit bisher so meine Probleme habe.

Aber das ist ja das tolle am Privatanleger - da er nichts
bilanzieren und publizieren muss, kann er so was durchaus
alternativ dazu auch aussitzen.

Genau. Diese Freiheit zu besitzen wünschen sich derzeit wohl viele Banken, deren Conduits Papiere weit unter Wert notverkaufen müssen.

Oder wenn man befürchtet,
dass schlechte Nachrichten die Gründe für die ursprüngliche
Kaufentscheidung radikal vernichten, während man in Mallorca
liegt und sich sonnt.

Auch während man zuhause ist…

Oder das :smile:.

Grüße,
Sebastian

die vermögensverwalter,experten wie du,hatten nur
indexzertifikate–da kann nix passieren,das ist ja nicht so
wie ne einzelaktie,die abstürzen kann–40% minus war dabei
heraus gekommen.

Mein lieber hansgress,

was ist das für eine Vermögensveraltung von der du hier redest?
Von welchen Beträgen reden wir?
Sind es doch Summen, bei denen ich wie schon oft von mir geschrieben, keine wirklich aktive Vermögesverwaltung betrieben werden kann?

Reicht es ins „Core Affluent“ Segment oder sind wir selbst da noch drunter?

In Deutschland reden sehr viele von Vermögensverwaltung - und das mit Summen, deren Betreuung sich in keinster Weise lohnt und daher auch eher schlecht als recht gemanaget werden.

Ich behaupte ja gar nicht, dass man sich nicht selber drum kümmern sollte - ich frage ja nur ob es in manchen Fällen nicht besser wäre, die Verluste früher zu realisieren…

Gruss Ivo

Hallo Sebastian,

deiner Begründung nach müsste ich bei jedem Kursverlust nicht nur nicht verkaufen, sondern massiv nachkaufen. Klingt für mich nach dem Turbodyne-Phenomen.

Das Problem warum so viele Privat-Personen ein Problem mit dem Stopp-Loss haben, ist, dass Sie dieses zu eng an den Kus setzen, so dass es im Rahmen einer normalen Volatilität ausgelöst wird und sich die Leute in den Hintern beissen weil Ihre Papere verkauft werden.

Letztendlich ist ein Stopp-Los so zu setzen, dass es eigentlich nur ausgelöst wird, wenn es fundamental mit der Aktie zu tun hat.
Dann ist die Anlageentscheidung als solches sowieso auf Richtigkeit zu überprüfen und zu überdenken.

In sofern ist es genau das Element mit dem sich Verluste begrenzen und Gewinne sichern lassen.

Ich sage dazu: Bei engen Werten ist es nicht wirklich brauchbar.

Gruss Ivo

Hallo Sebastian,

deiner Begründung nach müsste ich bei jedem Kursverlust nicht
nur nicht verkaufen, sondern massiv nachkaufen. Klingt für
mich nach dem Turbodyne-Phenomen.

Was ist denn das Turbodyne-Phänomen?

Der Grund, aus dem man vielleicht nicht nachkaufen möchte, ist der Diversifikationsverlust. Man exponiert sich zu stark gegenüber dem unternehmerischen Riskiko eines einzelnen Unternehmens. Schließlich ist man ja niemals sicher, dass das Investment stimmt, man hält es nur für wahrscheinlich.

Interessanterweise stehe ich gerade vor einer solchen Frage… ich bin eine Position auf ein Unternehmen eingegangen, das ich für günstig bewertet halte, und seitdem ist der Kurs im Lauf mehrerer Wochen bei positiven Nachrichten inkl. einer Kaufempfehlung um über 20% zurückgegangen (im Zuge der allgemeinen Finanzmarktkrise). Nun erwäge ich einen Nachkauf, aber leider würde dadurch die Position einen unangemessen großen Anteil meines Portfolios ausmachen.

Das Problem warum so viele Privat-Personen ein Problem mit dem
Stopp-Loss haben, ist, dass Sie dieses zu eng an den Kus
setzen, so dass es im Rahmen einer normalen Volatilität
ausgelöst wird und sich die Leute in den Hintern beissen weil
Ihre Papere verkauft werden.

Letztendlich ist ein Stopp-Los so zu setzen, dass es
eigentlich nur ausgelöst wird, wenn es fundamental mit der
Aktie zu tun hat.

Hmm… ich finde es schwierig, dass eine einzelne Zahl fundamental veranlasste von fluktuativen Kursverlusten trennen soll. Selbst nach einer fundamental schlechten Nachricht kann doch der Stop-Loss genausogut auf der psychologischen Talsohle ausgelöst werden, von der aus eine Erholung zu einem angemesseneren Preis einsetzt.

Ausserdem ist, wenn ein Unternehmen wegen einer Katastrophennachricht binnen eines Tages massiv einbricht, sowieso die Frage, zu welchem Preis meine stop-loss-ausgelöste market order befriedigt werden kann. Wenn sie überhaupt mal irgendwann zum Zug kommt.

Dann ist die Anlageentscheidung als solches sowieso auf
Richtigkeit zu überprüfen und zu überdenken.

Bei Eintreffen von Nachrichten: vielleicht ja. Aber vielleicht ist das Unternehmen zum neuen Preis (also tiefer als zum Kaufkurs) wieder fair bewertet und ein Ausstieg unnötig, im Rahmen der schlechten Stimmung womöglich kontraproduktiv (selling on bad news)?

In sofern ist es genau das Element mit dem sich Verluste
begrenzen und Gewinne sichern lassen.
Ich sage dazu: Bei engen Werten ist es nicht wirklich
brauchbar.

Nach welchen Kriterien setzt du Stop-Loss-Orders? Wie oft änderst du sie? Wenn ein Wert gefährlich nahe an die Order kommt, ohne dass es (nach eigener Ansicht) fundamental begründet ist, stornierst du sie dannrechtzeitig? Musst man dafür nicht höllisch aufpassen? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich Stop Loss sinnvoll einsetzen sollte, ausser in den Szenarien, die ich in meinem ersten Posting erwähnt habe.

Hast du vielleicht eine Quelle, wo jemand den Sinn des Einsatzes von Stop Loss untersucht hat? Durch Backtests o.ä.? Das würde mich sehr interessieren… bisher bin ich nicht überzeugt.

Grüße,
Sebastian