Aufbauspritzen

Hallo miteinander,

mein Vater (Mitte 60) hat mir heute erzählt, dass er und meine Mutter sich jetzt Aufbauspritzen geben lassen. Beide hatten Infekte, fühlen sich geschwächt (sind allerdings schon immer beim kleinsten Schnupfen sterbenskrank *nerv*), und bekommen diese Spritzen von ihrer neuen Ärztin. Es handelt sich wohl um einen „Cocktail“ aus hochdosierten Vitaminen und irgendwelchen Mineralstoffen.

Ansonsten sind meine Eltern wohl völlig gesund, sagt die Ärztin nach ausführlichen Untersuchugen.

Ich bin etwas skeptisch, ob solche Spritzen wirklich etwas nützen. Meine Hausärztin bietet das auch an, aber ich weiß nicht so recht, ob das nicht nur eine gute Geldquelle und/oder die Beruhigung für etwas hypohondrisch veranlagte Patienten ist ? Ein bißchen Bewegung an der frischen Luft (und nicht nur im Cabrio sitzend *g*) und ab und zu echtes Obst würde meinen Eltern vermutlich genauso helfen, könnte ich mir vorstellen.

Was meint ihr Experten dazu ?

Vielen Dank und viele Grüße
Insel

hallo, ich bin überhaupt kein experte, hatte aber auch solche aufbauspritzten mal bekommen.
hinterher erst habe ich gefragt, was das eigentlich war und warum es so teuer war.
es war das medikament vita-sprint b 12,
oder nur vita sprint, dass ist ein hochdosiertes vitamin präperat mit besonders vielen b-vitaminen, die wohl auch gut fürs nervensystem sind. google mal , da findest du mehr.

dieses vita sprint ist frei verkäuflich in der apotheke.
meine meinung:
gesunde ernährung ( viel fisch, täglich obst, gemüse und gemüsesäfte und ein multi-v-saft zusammen mit frischer luft und ein bisschen bewegung müssten reichen !!!

das immunsystem erholt sich auch bei älteren menschen wieder, aber bleibt nur intakt durch eine dauerhaft gesunde lebensführung.

ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.

Mein Vater (Mitte 60) hat mir heute erzählt, dass er und meine
Mutter sich jetzt Aufbauspritzen geben lassen. Beide hatten
Infekte, fühlen sich geschwächt (sind allerdings schon immer
beim kleinsten Schnupfen sterbenskrank *nerv*), und bekommen
diese Spritzen von ihrer neuen Ärztin.
Ich bin etwas skeptisch, ob solche Spritzen wirklich etwas
nützen.

„Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind“ (Goethe). Wie willst Du als Kind Deine Eltern von ihrer Überzeugung abbringen ? So ein Infekt dauert ohne Aufbauspritzen eine Woche und mit Aufbauspritzen sieben Tage.
Udo Becker

„Das Wunder ist des Glaubens liebstes Kind“ (Goethe). Wie
willst Du als Kind Deine Eltern von ihrer Überzeugung
abbringen ? So ein Infekt dauert ohne Aufbauspritzen eine
Woche und mit Aufbauspritzen sieben Tage.
Udo Becker

*kicher*

Ich möchte meine Eltern gar nicht überzeugen. Der Infekt ist vorbei, sie glauben einfach, dass sie durch diese Spritzen schneller wieder ganz fit werden.

Hätte ja sein können, dass es doch stimmt :wink:

Meine Eltern können sich das locker leisten, das ist deren Sache.

Schwer zu sagen.

Normalerweise vertrete ich auch die Ansicht, das jeder, der sich einigermaßen vernünftig ernährt, alle Vitamine, Mineral- und sonstige Nährstoffe bekommt, die er braucht.

Dennoch bekommen beispielsweise Profisportler von Ihren Vereinsärzten auch ständig solche hoch überdosierten Präparate, und auch in der Wissenschaft gibt es Menschen, die der Meinung sind, das hohe Gaben Vitamine das Leben verlängern können. Linus Pauling war einer der berühmtesten davon, der hat sich täglich Vitamin C in etwa der tausendfachen Menge der empfohlenen Tagesdosis gegeben (bei dem hat’s allerdings nicht funktioniert, der ist trozdem gestorben :wink:

Aber Schaden kann’s eigentlich auch nicht (solange kein Selen oder Fluor drin ist)

lg, mabuse

Ich möchte meine Eltern gar nicht überzeugen. Der Infekt ist
vorbei, sie glauben einfach, dass sie durch diese Spritzen
schneller wieder ganz fit werden.

Werden sie auch wahrscheinlich. Es ist allgemein bekannt, daß Obst und Gemüse heute kaum noch die Menge Vitamine und Mineralien enthalten, wie das früher vielleicht mal war. Dazu kommt, daß kaum einer soviel Grünzeug ißt, wie er müßte. desweiteren gibt es genug Dinge, die wir zu uns nehmen, welche uns Vitamine geradezu rauben, z.B. Alkohol, Nikotin, Kaffee, Zucker nur als Beispiele.

Gerade ältere Menschen ernähren sich nicht mehr vernünftig und haben auch schon mal aufgrund ihres Alters rein organisch öfter Probleme aus der Nahrung all das herauszuholen, was überhaupt noch drin ist. Insbesondere ein Mangel im Bereich der B-Vitamine tritt bei Älteren öfter auf. Von daher ist es gut und sinnvoll, sich möglichst regelmäßig Vitamine von außen zuzuführen. Es gibt eine Reihe von Präparaten hierzu, die in aller Regel i.m. gespritzt werden.

Ich finde es gut, daß sich Deine Eltern hier um sich selber kümmern und auch wenn Du und andere nicht glauben mögen, daß es ihnen hilft, so wird es ihnen jedenfalls kaum schaden.

Zwar verstehe ich gut, daß Du Dich, auch für Deine Eltern, informieren möchtest, aber mit den Vitaminen ist es da so wie mit der Homöopathie: gerade hier in diesem Forum wirst Du immer eher die Stimmen der Skeptiker hören, weil die anderen es leid sind, dagegen zu argumentieren. Aber dies nur am Rand.

Dir viele Grüße und Deinen Eltern viel Gesundheit!

Avera

Au Weia!

Es ist allgemein bekannt, daß Obst und Gemüse heute kaum
noch die Menge Vitamine und Mineralien enthalten, wie das
früher vielleicht mal war.

Sorry, aber das ist Unfug.
Obst und Gemüse enthält heute genausoviel Vitamine und Mineralstoffe wie vor 10, 30 oder 50 Jahren. Wenn überhaupt, dann wird heute auf mehr gezüchtet.

Im Übrigen finden wir heute Vitaminbomben in den Obst- und Gemüseregalen, die unsere Großeltern nicht zur Verfügung hatten - Kiwis beispielsweise.

Dazu kommt, daß kaum einer soviel Grünzeug ißt, wie er müßte.

Daran liegt’s!
Es gibt Vitamine etc. ohne Ende.
Aber die darf man natürlich nicht in Pizza, Döner und Pommes erwarten . . .

desweiteren gibt es genug Dinge, die wir zu uns nehmen, welche
uns Vitamine geradezu rauben, z.B. Alkohol, Nikotin, Kaffee,
Zucker nur als Beispiele.

Nikotin ja - der Rest nicht.
Und Raucher brauchen ein bischen mehr Vitamin C - und davon bekommen wir wirklich mehr als genug.

Insbesondere ein Mangel im Bereich
der B-Vitamine tritt bei Älteren öfter auf. Von daher ist es
gut und sinnvoll, sich möglichst regelmäßig Vitamine von außen
zuzuführen. Es gibt eine Reihe von Präparaten hierzu, die in
aller Regel i.m. gespritzt werden.

Klar - Chemie und Spritzen als Ersatz für eine halbwegs vernünftige Ernährung . . .

gerade hier in diesem Forum wirst Du immer eher die
Stimmen der Skeptiker hören, weil die anderen
es leid sind, dagegen zu argumentieren.

Eigentlich isses genau umgekehrt - mir vergeht so langsam die Lust, immer wieder gegen solch unausgegorenes Halbwissen zu argumentieren. Man fragt sich doch ernsthaft, wie es meine Großtante ohne Vitaminpräparate und -spritzen trotz 30 Zigaretten am Tag geschafft hat, 94 Jahre alt zu werden . . .

Deutschland ist kein Vitaminmangelland!
Wer sich hier auch nur einigermaßen vernünftig ernährt (Obst, Gemüse, Salat), der bekommt wlle Vitamine und Mineralstoffe, die er braucht.

http://www.5amtag.de/index1.php

Alles, was man wissen muss. Und es ist wirklich nicht allzu schwer . . .

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Hallo Mabuse,

das finde ich spannend. Wie bekommt man denn per Züchtung mehr Vitamine und Mineralstoffe in das Obst und Gemüse? Kombiniert man besonders reichhaltige Sorten miteinander? Aber woher bekommen die Ihre Inhalte? Licht, Wasser, Stoffe aus dem Boden, was brauchen Obst und Gemüse, um Vitamine und Minerastoffe herzustellen?

Endlich mal ein Lebensmittelchemiker hier…

Man fragt sich doch ernsthaft, wie es meine
Großtante ohne Vitaminpräparate und -spritzen trotz 30
Zigaretten am Tag geschafft hat, 94 Jahre alt zu werden . . .

Nun ja, so langsam findet man heraus, dass jeder unterschiedliche Dinge unterschiedlich ab kann. Vielleicht wäre sie ohne 30 Zigaretten nur 60 geworden, innerlich geräuchert, gut konserviert, oder sie wäre ohne sogar 100 geworden.

Deutschland ist kein Vitaminmangelland!

Kann ich nur in Bezug auf Bio-Gemüse und Anbau mit vernünftiger Fruchtfolge und vernünftigen Brachzeiten nachvollziehen.
Wie bekommt das Obst, oder das Gemüse gute Stoffe aus einem ausgelaugten Boden?

  • Wie ist es mit den Inhaltstoffen, wenn es zu unreif geerntet wird, dann weit transportiert wird, bis wir es gekauft und zubereitet haben. Können wir uns wirklich auf eine lückenlose Kühlkette verlassen? Ich musste schon zu oft etwas reklamieren, was vor Ablauf verdorben war. Kürbiskerne z.b. verdorben, falsch gelagert/transportiert, in Tüten, wie ist das dann erst beim Obst/Gemüse.

  • Weiß jeder, wie er was zubereiten muss, so daß er 1. nicht kaputt macht und 2. auch an alle Stoffe rankommt

  • Kauen alle so gut, dass sie wirklich an die Stoffe rankommen?

  • noch nicht mit einbezogen sind hier diejenigen, die es dem Darm unmöglich machen, vernünftig zu resorbieren, weil sie ihn ständig leicht reizen. Z.B. mit einer leichten Lactoseunverträglichkeit. Immer gerade so, dass die Darmschleimhaut gereizt ist, leichte Symptome, da kommts auch zu Mängeln.
    Oder schon mal über 4 Wochen einen Coxsackievirus gehabt?
    Immer leichten Durchfall, gerade so, dass man sich nicht zu krank fühlt, um zu hause zu bleiben, aber eben doch Durchfall. Kommt auch zu Mängeln. Coxsackie war letzten Winter/Herbst mal wieder verbreitet.
    Würmer u.a. Untermieter sind weiter verbreitet, als man so denkt, die ziehen auch einiges ab.

Wer sich hier auch nur einigermaßen vernünftig ernährt (Obst,
Gemüse, Salat), der bekommt wlle Vitamine und Mineralstoffe,
die er braucht.

Und bei Salat noch die ganzen leckeren Keime dazu! HM, lecker.
Ansonsten enthält der nicht viel.

All diese Gedanken kommen mir dabei, hast Du Ideen dazu?
Was wäre, wenn ein Mangel sich nicht immer in den Symptomen äußert, die wir kennen. Wenn er feinere und andere Symptome macht, weil es eben kein so starker Mangel ist, wie in Entwicklungsländern. Was wäre, wenn wir ihn deswegen schlecht erkennen/erfassen können?

In Amerika werden Schulkindern versuchsweise Vitamine und Minerale gegeben, weil man festgestellt hat, dass sich sowohl Depression, als auch Aggressivität darüber beeinflussen lassen.
Wäre ja schöner, wenn die das essen würden. Aber interessant finde ich es auch so.

Interessierten Gruß
Kathy

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Hallo Kathy,

das finde ich spannend. Wie bekommt man denn per Züchtung mehr
Vitamine und Mineralstoffe in das Obst und Gemüse? Kombiniert
man besonders reichhaltige Sorten miteinander?

Jep. Das wäre die herkömmliche Methode. Ist natürlich unglaublich langwierig, viel vom Zufall abhängig und nicht immer von Erfolg gekrönt.

Natürlich könnte ein cleverer Biochemiker auch die Gensequenzen, die bei der Kiwi oder der Zitrone für die Vitamin-C-Produkton verantwortlich sind, in den genetischen Code eines Apfel einbauen.
Wenn es klappt, dann sofort (und nicht erst viele Generationen später) und dürfte eine eine derbe Steigerung des Vitamin-C Gehaltes bewirken und nicht nur ein bischen . . . aber dann geht sofort das Geschrei wieder los . . .

Aber woher bekommen die Ihre Inhalte? Licht, Wasser, Stoffe
aus dem Boden, was brauchen Obst und Gemüse, um Vitamine und
Minerastoffe herzustellen?

Genau. Licht, Wasser, CO2 und ein paar Stoffe aus dem Boden.
Vitamine werden von der Pflanze produziert.
Mineralstoffe sind chemische Elemente, die man nicht herstellen kann (außer durch nukleare Reaktionen). Die werden einfach nur aus dem Boden aufgenommen.

Nun ja, so langsam findet man heraus, dass jeder
unterschiedliche Dinge unterschiedlich ab kann. Vielleicht
wäre sie ohne 30 Zigaretten nur 60 geworden, innerlich
geräuchert, gut konserviert, oder sie wäre ohne sogar 100 geworden.

Korrekt.
Ich vermute da auch eine genetische Veranlagung, denn in meiner Familie rauchen alle wie die Dampflokomotiven (einschließlich meinereiner), Krebsfälle gibt’s keine und mein Großvater ist mit 78 als einer der Jüngsten abgetreten . . . (vieleicht hätte er das Rauchen mit 72 nicht aufgeben sollen )

Deutschland ist kein Vitaminmangelland!

Kann ich nur in Bezug auf Bio-Gemüse und Anbau mit
vernünftiger Fruchtfolge und vernünftigen Brachzeiten
nachvollziehen.

Das hat damit nix zu tun.
Bio-Gemüse mag ökologisch schonender für die Natur sein, von den Inhaltststoffen her ist es nicht wirklich anders als „normale“ Ware.

Aber wir leben in einer Zeit, in der durch weltweiten Handel jederzeit vitaminreiche Lebensmittel zur Verfügung stehen. Unsere Großeltern konnten Äpfel nur im Herbst essen, wir immer.
Und die richtigen Vitaminbomben, Südfrüchte, Kiwis etc. gab’s früher - wenn überhaupt - nur zu Weihnachten. Heute jeden Tag im Supermarkt.

Nimm dazu die modernen Konservierungsmethoden (und damit meine ich nicht Chemie, sondern trickreiche Lagerung, s.u.), und es sollte völlig einsichtig sein, das Vitaminversorgung heute wirklich kein Problem mehr sein sollte - wenn man die entsprechenden Produkte auch ißt!

Wie bekommt das Obst, oder das Gemüse gute Stoffe aus einem
ausgelaugten Boden?

Düngen!
Eine Pflanze besteht - wie wir auch - im wesentlichen (>99%) aud Wasserstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff. Dafür reicht Luft (CO2) und Wasser. Und Sonnenlicht als Energie-Quelle für die Photosynthese.
Daneben braucht’s noch ein bischen Phosphat und eine Stickstoffquelle. Und ganz kleine Mengen verschiedener Mineralien für die steuernden Enzyme.

Kann man auf natürlichem Wege (Drei-Felder-Wirtschaft), auf „halb-natürlichem“ Wege (Gülle) oder halt aus dem Sack auf’s Feld bringen. Letztlich sind alles nur chemische Verbindungen, im Gegensatz zur natürlichen Methode kann man Kunstdünger aber in der Zusammensetzung so optimieren, das hauptsächlich die gewünschten Pflanzen wachsen und Unkraut es schwerer hat - wodurch man weniger „Schweine-Chemie“ braucht. Oder halt die Erträge steigert.

Letzteres ist auch für die gute Versorgungslage verantwortlich. Denn auch bei Obst und Gemüse gilt Marktwirtschaft: Wenn’s viel gibt, sind die Preise niedrig. Gesunde Lebensmittel sind ja nicht viel wert, wenn sie sich nicht jeder leisten kann.

  • Wie ist es mit den Inhaltstoffen, wenn es zu unreif geerntet
    wird, dann weit transportiert wird, bis wir es gekauft und
    zubereitet haben. Können wir uns wirklich auf eine lückenlose
    Kühlkette verlassen?

Im Prinizp ja.
Ein kleines Experiment für dich zuhause:
Kauf beim nächsten Supermarkt-Besuch zwei grüne Bananen - richtig grün! - und einen Apfel. Zuhause legst du eine Banane auf den Tisch, die andere kommt zusammen mit dem Apfel in eine Plastiktüte und die wird zugeknotet. Nach vier Stunden -> Tüte auf.
Die eine Banane ist immer noch grün, die aus der Tüte ist gelb und kann sofort gegessen werden.

Der Reifeprozess wird - wie eigentlich alle biochemischen Prozesse bei Pflanzen, Tieren und Menschen - durch Hormone gesteuert. Der Reife-Prozess bei Bananen beispielsweise durch Ethylen, einer ganz einfachen, gasförmigen Verbindung. Äpfel haun das Zeug in Massen raus,
darum wirkt es hier als Reifebeschleuniger. Man hätte auch was aus der Gasflasche in die Tüte blasen können, hätte genauso gewirkt.

Und das ist auch schon der wesentliche Trick: Bananen kommen nach der Ernte im unreifen Zustand schnellstmöglichst in einen luftdicht verschlossenen Container, in dem es eine Luftwasch-Anlage gibt, die jedes bischen Ethylen aus der Luft herausholt. Und ohne dieses Reifehormon verharren die Bananen wochen- und monatelang im unreifen Zustand. Wenn sie hier ankommen, wird der Container geöffnet, Ethylen bildet sich von alleine (auch Bananen produzieren diesen Stoff, aber viel langsamer) oder wird künstlich hinzugesetzt - und die Bananen sind genau richtig, wenn sie in die Regale geräumt werden.

Und so gibt es hochoptimierte Methoden für jede einzelne Frucht, die über längere Strecken transportiert werden muss. Kühlung hilft dabei auch ein wenig, aber das Wesentliche ist eine kontrollierte Atmosphäre.

Und bitte:
Überall, wo man Geld verdienen kann, gibt es Menschen, die mit weniger Aufwand mehr verdienen wollen. In der Lebensmittelbranche gelten genau die gleichen Regeln wie - sagen wir mal - bei Waschmaschinenreparaturen. Aber während Schlamperei bei Handwerkern bestenfalls mal für einen kleinen Beitrag in einem Verbrauchermagazin gut ist, der auch sofort wieder vergessen wird, landet eine Schlamperei bei Lebensmittel gleich auf der Titelseite der Bild-Zeitung und wird zum Skandal hochgepusht . . .

Ganz unter uns Pastorentöchtern:
Daran sind wir alle selber Schuld!
Die Abstimmung über die Qualität unserer Lebensmittel findet jeden Tag an der Supermarktkasse statt. Auch wenn uns die Werbung etwas anderes glauben machen möchte: Qualität hat ihren Preis! Wen wir alle immer nur billig, billig, billig kaufen, dann zwingen wir die Hersteller dazu billig, billig, billig zu produzieren.
Und dann ist sowas:

Ich musste schon zu oft etwas reklamieren, was vor Ablauf
verdorben war. Kürbiskerne z.b. verdorben,

eigentlich unvermeidlich.
Wobei das meiste davon wohl auf reine Schusseligkeit zurückzuführen ist. Eine richtige Ausbildung auf ihrem Gebiet haben die Plattenschubser in den Supermärkten wohl eher selten genossen (das ist jetzt nicht abwertend gegenüber den „Plattenschubsern“ gemeint, sondern als Kritik an einem System, in dem aus Kostengründen an einer vernünftigen Ausbildung gespart wird. Wodran - wie gesagt - wir alle mit unserem Kaufverhalten Schuld sind).

Ganz brutal:
Wer allen Ernstes glaubt, das ein halbes Kilo Frikadellen für’n Euro zwanzich aus’m Supermarkt irgendeine dolle Qualität sein können, der hat nichts besseres verdient als Scheisse zu fressen.
Un dich weiss, wovon ich da spreche, ich hatte vor Jahren mal ein Vorstellungsgespräch bei einer Frikadellenschmiede, die auf erstklassige Qualität Wert legte. Die hatten sogar eine Maschine, die kleinste Knorpelstückchen aus der Fleischmasse aussortierte. Das Problem: dadurch waren die Frikadellen ungefähr 20 Pfennig teurer (wie gesagt, ist schon was her). Ich hab deren Frikadellen Monate später mal in einem Supermarkt gesehen und bin ein paar Minuten daneben stehen geblieben. Die Dinger lagen wie Blei in den Regalen, weil der Pöbel lieber zu denen daneben, die halt 20 Pfennig billiger waren, gegriffen hat.

  • Weiß jeder, wie er was zubereiten muss, so daß er 1. nicht
    kaputt macht

Sooo empfindlich sind Vitamine nun auch wieder nicht. Natürlich gibt es beim kochen Verluste, aber das ist heute ja nicht anders als bei Großmutter. Und uns stehen ja auch schonendere Verfahren zur Verfügung (Mikrowelle, Dampfkochtopf).
Und Obst und Salat ißt man ja auch roh . . .

und 2. auch an alle Stoffe rankommt

  • Kauen alle so gut, dass sie wirklich an die Stoffe rankommen?

Das managt unser Körper schon selber . . . ;D

  • noch nicht mit einbezogen sind hier diejenigen, die es dem
    Darm unmöglich machen, vernünftig zu resorbieren, weil sie ihn
    ständig leicht reizen. Z.B. mit einer leichten
    Lactoseunverträglichkeit. Immer gerade so, dass die
    Darmschleimhaut gereizt ist, leichte Symptome, da kommts auch
    zu Mängeln.

Das ist dann ein medizinisches Problem.
Da sollte man den Arzt aufsuchen und nicht auf Ratschläge eines Boards hören.
Alles was ich sage, gilt für normal gesunde Menschen, ich werd den Teufel tun und hier einem Mediziner ins Handwerk pfuschen . . .

Und bei Salat noch die ganzen leckeren Keime dazu! HM, lecker.
Ansonsten enthält der nicht viel.

Nana - das hängt vom Salat und der Hygiene der Weiterverarbeiter ab.
Ich hab einen der ganz großen auf diesem Gebiet als regelmäßigen Kunden, die Keimbelastung ist bei guter Herstellung kein Problem.

Im Übrigen halte ich diese totale Angst vor Keimen auch für übertrieben. Das Immunsystem des Menschen ist eine Funktion, die genauso trainiert werden muss, wie das Gehirn oder die Muskeln. Wer sich nur keimarm ernährt und möglichst seine Wohnung täglich mit Sagrotan desinfiziert, dessen Immunsystem verkümmert und er wird anfälliger. Oder das Immunsystem beschäftigt sich „aus Langeweile“ mit anderen Stoffen. Das nennt man dann eine Allergie.

Versteh mich nicht falsch, Sauberkeit und Hygiene müssen sein. Bei der Lebensmittelproduktion genauso wie zuhause. Aber man kann’s auch übertreiben. Schließlich sind Keime schon seid Anbeginn der Zeit Begleiter des Menschen gewesen. Mit den paar Tierchen, die auf einem Salatblatt hausen, wird unser Immunsystem spielend fertig.

Und es soll ja auch Leute geben, die ein Heidengeld für kleine Milchfläschen, die künstlich mit Keimen angereichert werden, ausgeben. Siehe ein paar Beiträge weiter oben . . .

All diese Gedanken kommen mir dabei, hast Du Ideen dazu?
Was wäre, wenn ein Mangel sich nicht immer in den Symptomen
äußert, die wir kennen. Wenn er feinere und andere Symptome
macht, weil es eben kein so starker Mangel ist, wie in
Entwicklungsländern. Was wäre, wenn wir ihn deswegen schlecht
erkennen/erfassen können?

Tja, was wäre wenn . . .
Was wäre, wenn wir alle 150 Jahre alt werden könnten, wenn wir seit dem Tag unserer Geburt täglich winzigste Mengen Salmonellen bekommen hätten, um unser Immunsystem zu stärken?
Du siehst an diesem völlig idiotischen Beispiel, das alles ein könnte. Man weiss es halt nicht. Wir können uns nur an dem orientieren, was wir bis jetzt wissen. Aber die Forschung geht ja auch ständig weiter: neben dem, was wir jetzt so Vitamine nennen gibt’s noch hundert und mehr weitere Stoffe in Pflanzen, die wir genauso brauchen, die sich mit dem gleichen Recht wie die bekannten Substanzen Vitamine nennen dürften. Man hat halt nur irgendwann aufgehört, denen alle Namen und Buchstaben zu geben und fasst die heute unter „sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe“ zusammen. Wie gesagt, bei halbwegs normaler Ernährung alles kein Problem.

In Amerika werden Schulkindern versuchsweise Vitamine und
Minerale gegeben, weil man festgestellt hat, dass sich sowohl
Depression, als auch Aggressivität darüber beeinflussen lassen.

Typisch für das Land der Burger und HotDogs.
Obst für die Pause würde das gleiche bringen.

Wenn ich mir mein ganzes Geschwätz jetzt nochmal so durchlese, dann könnte man den Eindruck erhalten, das ich völlig Pro Industrie und gegen Öko eingestellt bin.

Lasst mich euch versichern, das dem nicht so ist. Auch in der Industrie gibt es Dinge, die man verbessern kann. Auch tut, aber hin und wieder halt nicht schnell genug (Standard-Spruch: Das haben wir immer schon so gemacht . . . ).
Aber ich erkenne eben auch an, das die moderne Ernährungsindustrie erst unsere derzeit ausgesprochen gute und bezahlbare Versorgungslage möglich gemacht hat. Ohne geht’s einfach nicht.

Und ich will auch niemandem ausreden, seine Vitamine zusätzlich zu nehmen.
Aber dann lasst euch keine Spritzen geben (solange es nicht einen medizinischen Grund dafür gibt, versteht sich), und kauft nicht das völlig überteuerte Zeug aus der Apotheke, sondern beispielsweise Vitamin-Brausetabletten von Feinkost Albrecht.
Die schmecken ganz gut, sind recht günstig (unterm Strich billiger als ein Glas Limonade) und die Vitamine dadrin sind auch keine anderen als aus der Apotheke - und reichlich sind auch drin.

In diesem Sinne: Guten Appetit :wink:
mabuse

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Hallo Mabuse,

endlich mal eine schöne, spannende Antwort. Abfesehen von nem Sternchen, werd ich mir die gleich mal kopieren und in Ruhe noch mal lesen.

Schöne Woche

Kathy

IGeL-Leistung
Hallo,

meine Schwiegermutter fühlte sich nie recht „wohl“. Als sie sich vor einigen Jahren ihre Vitamin B-Spritzen, die sie „Aufbauspritzen“ nannte, bei der Heilpraktikerin kaufte, für den Schwiegervater gleich mit (der Hausarzt hatte chronisch zu wenig Zeit), wurde ich stutzig, da sich meine Schwiegereltern schließlich gesund ernährten und auch nicht den Fleischverzehr (von wegen der Vitamine der B Gruppe) vernachlässigten.

Ich hatte mir zwar eine Meinung gemacht, trotzdem fragte ich einen unserer Ärzte:
Bringen diese Spritzen denn irgend etwas?
Antwort: Die schaden nicht! (grins)
Ich: Aber die helfen auch nicht?
Antwort: Doch, - dem Doktor!
Schließlich muss der Doktor auch leben. Er muss heute auch zusehen, dass sein „Geschäft“ weiter läuft. Die Praxis ist schließlich ein Wirtschaftsunternehmen. -

Dabei sind die IGEL-Leistungen recht hilfreich.
„Individuelle Gesundheitsleistungen“ zahlt patient schließlich aus eigener Tasche.
Manche IGeL sind sinnvoll, andere eher nicht, bzw. nicht bei jedem Patienten.

Es gibt Schulungen für Arzthelferinnen, die vorweg den Patienten bestimmte „Leistungen“ schmackhaft machen sollen.

Im 2. Winter meinte meine Schwiegermutter: Diese Spritzen helfen auch nicht mehr so richtig und gab es damit auf.

Wie war das noch?
Placebo wirkt. Es wirkt in Tablettenform, je teurer, je besser. Aber als Spritze oder gar Infusion hilft Placebo noch besser! Das belegen etliche Studien.

Als mein Vater nun auch noch diese Spritzen kaufte, fragte ich ihn, wozu er das macht?
Er hatte gerade eine langwierige Ischiasschmerzbehandlung, einschl. Akupunktur hinter sich und verspürte schon Besserung. In der Praxis empfahl man ihm dann Aufbauspritzen -.
Nach der 2. oder 3. Aufbauspritze, die ihm von der Praxishelferin verabreicht wurde, ging dann die volle Schmerzproblematik des Ischias wieder von vorn los, weil das Volumen der Spritzenflüssigkeit innerhalb des Gewebes diesen Nerv unter Druck setzte, sodass mein Vater sofort Abstand von der Fortführung dieser Spritzentherapie nahm.

Man darf nicht vergessen, zu erwähnen, dass Patienten, die durch chron. entzündliche Darmerkrankungen oder nach anderen schwerwiegenden Erkrankungen des Verdauungstraktes, die mit hohem Gewichtsverlust und Mangelernährung einhergehen, nicht immer ausreichend mit B-Vitaminen versorgt sind.
Aber wir sprechen in dieser Diskussion ja von diesbezüglich gesunden Patienten.

Wer sich ausreichend gut ernährt muss sicher nicht gleich per Spritze B-Vitamine substituieren, bzw. dann kann er auch gleich noch alle Mineralstoffe und die restlichen Vitamine substituieren. Ja, und wo bleiben dann die strengen Vegetarier? Dann müssten die ja noch eher …

Soviel von mir zu diesem Thema.

Gruß, Renate