Aus Achtung vor dem Leben

Halle Forum,

was sagt ihr zu dem folgenden Artikel?

US-Richter gegen Verbot: Abtreibungärzte auf „Wanted-Liste“ im Netz

Fri 30 Mar 2001, 09:08

Eine Internetseite von radikalen Abtreibungsgegnern mit „Wanted“-Fotos von Ärzten, die als Babymörder bezeichnet werden, verstößt nicht gegen die US-Verfassung. Die Seite sei durch das Recht auf freie Meinungsäußerungen geschützt, urteilte ein Bundesberufungsgericht in San Francisco. Es revidierte damit eine Entscheidung einer unteren Instanz in Portland (Oregon), die Abtreibungskliniken und Ärzten vor zwei Jahren über hundert Millionen Dollar (113,1 Mill. Euro/1,56 Mrd. S) Schadensersatz zugesprochen hatte.

Befürworter des Rechts auf Abtreibungen hatten jahrelang versucht, gegen die Betreiber der Seite vorzugehen. Auf der Webseite wurden nicht nur die Namen von Abtreibungsärzten auf Gesucht- Hinweisen angegeben, sondern es wurden auch die Namen getöteter Ärzte mit einem Kreuz versehen. Kritiker erklärten, die Seite stelle eine Bedrohung von Ärzten in Form einer „Todesliste“ dar.

Nach Ansicht der Richter gab es aber keine eindeutige Drohung. Ein Sprecher eines Familienplanungszentrums in Portland zeigte sich entsetzt. Die Entscheidung schicke die falsche Nachricht an Abtreibungsgegner, die daran glaubten, das Recht in die eigene Hand zu nehmen.

Hallo Barbara,

was sagt ihr zu dem folgenden Artikel?

Auf der
Webseite wurden nicht nur die Namen von Abtreibungsärzten auf
Gesucht- Hinweisen angegeben, sondern es wurden auch die Namen
getöteter Ärzte mit einem Kreuz versehen. Kritiker erklärten,
die Seite stelle eine Bedrohung von Ärzten in Form einer
„Todesliste“ dar.

Nach Ansicht der Richter gab es aber keine eindeutige Drohung.
Ein Sprecher eines Familienplanungszentrums in Portland zeigte
sich entsetzt. Die Entscheidung schicke die falsche Nachricht
an Abtreibungsgegner, die daran glaubten, das Recht in die
eigene Hand zu nehmen.

Zwei Punkte.

  1. Die Amis sind im Punkte Meinungsfreiheit sowieso extrem. Das die Liste eine Aufforderung zu Straftaten ist, ist jeden klar.
    Aber solange nicht definitv drauf wann die abgebildeten Personen wie umzubringen und durch wen umzubringen sind, ist es halt Meinungsfreiheit.
    Nur wenns ums Geld geht (Urheberrechte,Napster), wird es ernst.

  2. Wer den Angehörigen einer Abtreibungsklinik umbringt, ist ein Mörder. Er tut nicht das Werk Gottes, sondern Satans. Dies trifft auch auf die Herausgeber der erwähnten Seite zu.

Man kann versuchen das Leben der Kinder zu retten indem man entsprechende materielle Voraussetzungen bietet, denn viele Kinder werden aus materiellen Gründen abgetrieben.

Aber hier gibt es eine Grenze. Ich muß hier an den Bericht denken, dass viele Mädchen (natürlich Mädchen) in Indien nach der Geburt von ihren Müttern umgebracht werden. Die Mütter bringen es nicht übers Herz ihr Kind in einem Heim abzuliefern!

Wieviele Mädchen und Frauen wären wohl bereit ihr Kind auzutragen und es dann in die Hände einer Pflegefamilie zu geben?

Gruß
Carlos

Hi Carlos,

  1. Die Amis sind im Punkte Meinungsfreiheit sowieso extrem.
    Das die Liste eine Aufforderung zu Straftaten ist, ist jeden
    klar.
    Aber solange nicht definitv drauf wann die abgebildeten
    Personen wie umzubringen und durch wen umzubringen sind, ist
    es halt Meinungsfreiheit.
    Nur wenns ums Geld geht (Urheberrechte,Napster), wird es
    ernst.

Da hast du leider Recht. (Du hast wohl auch fleißíg genapstert?)

  1. Wer den Angehörigen einer Abtreibungsklinik umbringt, ist
    ein Mörder. Er tut nicht das Werk Gottes, sondern Satans. Dies
    trifft auch auf die Herausgeber der erwähnten Seite zu.

Also der amerikanische Fundamentalist Paul Hill, der einen Arzt und eine Patientin auf offener straße erschossen hat, wird von den Fundis als Held und Märtyrer gefeiert.

Man kann versuchen das Leben der Kinder zu retten indem man
entsprechende materielle Voraussetzungen bietet, denn viele
Kinder werden aus materiellen Gründen abgetrieben.

Es gab hier in Österreich die (katholische) „Aktion Leben“, die sehr viel auf Beratung und materielle Hilfe setzte. Weil sie aber auch Empfängnisverhütung propagierte, wurde sie von der Kirche abgewürgt.

Aber hier gibt es eine Grenze. Ich muß hier an den Bericht
denken, dass viele Mädchen (natürlich Mädchen) in Indien nach
der Geburt von ihren Müttern umgebracht werden. Die Mütter
bringen es nicht übers Herz ihr Kind in einem Heim
abzuliefern!

Ich kann mir vorstellen, dass indische Waisenheime nicht gerade ideale Plätze sind …

Wieviele Mädchen und Frauen wären wohl bereit ihr Kind
auzutragen und es dann in die Hände einer Pflegefamilie zu
geben?

Das darf bei uns nicht die Frau entscheiden (ist ja sowieso zu blöd dafür …) sondern das Jugendamt bestimmt wo ein Kind hinkommt.
Der makabre Witz dabei ist, dass in Europa zahllose Ehepaare auf Kinder warten. Als mein Bruder und seine Frau noch dachten, sie könnten keine eigenen Kinder bekommen, haben sie nachgefragt; da wurde ihnen gesagt, die Wartezeit sei so lang, dass sie bis dahin zu alt sein würden ein Kind anzunehmen. Das geht nicht nur ihnen so. Viele Ehepaare besorgen sich dann illegal in der Dritten Welt Kinder, bestechen dort die Behörden und schmuggeln das Kind ein. Irgendwas muss das faul sein.
Den Pflegefamilien macht man hier auch das Leben schwer. Vielleicht hast du ja ähnliche Erfahrungen gemacht?

Im Übrigen ist es mir sehr verdächtig, dass gerade die extreme Rechte in der Kirche (den Kirchen) sich so für den „Lebensschutz“ engagiert. Ich habe das Gefühl denen geht es nicht um das Leben der Ungeborenen, sondern einfach darum, die Frauen weiterhin als Gebärmaschinen zu halten. Ansonsten (Krieg, Todesstrafe, Euthanasie) interessiert sie der Lebensschutz nämlich keinen Pfifferling.
gruß,
bb

hallo, Ihr beide,
erst mal: der zusätzliche Stern stammt von mir.
Ich bin zwar auch ein Gegner der Abtreibung, doch das geht zu weit! Aber, wie sagte Obelix: die spinnen die Amis!

Zum Adoptionsrecht:
leider haben die Behörden viel zu viel Gewalt in dieser Frage. Es stimmt zwar und ist richtig, dass hier eine Kontrolle her gehört. Es ist viel zu gefährlich, dass hier ein Geschäft daraus gemacht wird, oder dass das Kind eine Wegwerfware wird.

Doch dass jemand, der 5.000,- DM Brutto heimbringt, ungeeignet ist, halte ich für Willkür! Ebenso, dass jemand, der 40 jahre alt ist, fast 0-Chancen hat. Behördliche Ausnahme: das Einkommen liegt bei 500.000,- DM p.a.
Ich glaube fest daran, dass eine Familie, die 5.000,- DM Bruttoeinkommen hat und schon über 40 Jahre ist, mindestens genauso aufopfernd für das Kind sorgt, wie ein Prof. Dr. med Dr.hab. Dr. phil (und was er noch so alles gesammelt hat …und teilweise gekauft hat).
Viele der illegalen Adoptionen würde es nicht mehr geben.
Grüße
Raimund

Es ist die „Volksseuche Doppelmoral“, die besonders in den USA (aber wo eigentlich nicht) sehr verwunderliche und ärgerliche Blüten hervorbringt. Der amtierende Präsident George W. Bush alleine hat in seiner Amtszeit als Gouverneur von Texas die Ermordung von über 100 Menschen durch die Todesstrafe zu verantworten, denn in jedem einzelnen Fall hätte er die Hinrichtung verhindern können.
Natürlich ist die Doppelmoral auch ein kirchliches Problem, denn sie hat zur Tötung und Kriegführung Lehren aufgestellt, die mit dem Evangelium Jesu Christi unvereinbar sind. So gibt es zum Beispiel eine „Lehre vom gerechten Krieg“, doch müssten eigentlich alle Christen „Pazifisten“ sein, befolgten sie die Bergpredigt.

Noch anschaulicher ist es im Koran formuliert: „Wer eines Menschen leben rettet, ist wie einer, der aller Menschen Leben rettet. Wer eines Menschen Leben tötet, ist wie einer, der aller Menschen Leben tötet.“ - Doch auch im Islam verfälschen bösartige „Gelehrte“ die Heiligen Schriften so weit, daß am Ende ein „Heiliger Krieg“ möglich ist.

Gruß
Raiko

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi Raiko,

Es ist die „Volksseuche Doppelmoral“, die besonders in den USA
(aber wo eigentlich nicht) sehr verwunderliche und ärgerliche
Blüten hervorbringt. Der amtierende Präsident George W. Bush
alleine hat in seiner Amtszeit als Gouverneur von Texas die
Ermordung von über 100 Menschen durch die Todesstrafe zu
verantworten, denn in jedem einzelnen Fall hätte er die
Hinrichtung verhindern können.

Dafür kämpft er jetzt gegen die Abtreibung. Natürlich könnte man argumentieren, dass es da auf der einen Seite um das Leben eines unschuldigen Babys und auf der anderen um das eines widerwärtigen Verbrechers geht, aber wenn man erst einmal anfängt Leben zu bewerten ist man sehr schnell beim lebensunwerten Leben angelangt. Diese „Lebensschützer“ haben bestimmten Ärzten das Recht auf Leben abgesprochen. Als nächstes veröffentlichen sie vielleicht Todeslisten von Schwulen, oder von Leuten, die in wilder Ehe leben, oder von ihrer Meinung nach Ungläubigen …
bb

Hallo Barbara,
lange nichts voneinander gehört und doch wieder erkannt :wink:
Die Amerikaner haben da eine für uns manchmal schwer zu verstehende Art, womit ich natürlich nichts rechtfertigen will. Bezeichnend dafür und mit dem von Dir genannten Vorgang in engem Zusammenhang ist ja auch wohl das Verbot der Evolutionslehre an Schulen, dafür dann die Schöpfungslehre. Damit werden wir wohl noch eine Weile leben müssen, da der neue US-Präsident auch in solchen Kategorien denkt und einer seiner Berater, Marvin Olasky, sich da besonders stark macht.
Zurück zur Abtreibung. Auch in D gibt es schon bemerkenswerte Sachen:
Ein Arzt, der für den katholischen Caritasverband arbeitete, unterschrieb einen Aufruf, in dem gegen Äußerungen von Dr. Holzgartner, CSU-Funktionär und Vorstandsmitglied der bayrischen Ärztekammer, protestiert wurde. Holzgartner hatte den legalen Schwangerschaftsabbruch mit den Massenmorden an den Juden in Ausschwitz verglichen. Dem Arzt wurde daraufhin von der Caritas gekündigt. Das Bundesverfassungsgericht wies die Klage des Arztes mit Verweis auf die Richtlinien des Caritasverbandes ab.
Ende des Zitats. Gelesen in „Was ich denke“ von Alfred Grosser, Ausgabe 1995.
Nebenbei: Man muss unseren Kanzler nicht mögen, aber was ist mit Politikern, die diesen auf „Wanted“-Fotos zeigen?
Gruss, Stucki

Hallo Stucki,

Die Amerikaner haben da eine für uns manchmal schwer zu
verstehende Art, womit ich natürlich nichts rechtfertigen
will.

Die Meinungsfreiheit steht hoch im Kurs, deswegen haben ja viele Nazis ihren Sitz in den Staaten. Ich denke, diese Seiten sollten eigentlich nicht von der Meinungsfreiheit geschützt sein. Gerade vor kurzem habe ich gelesen, das man Nazis wg. Aufruf zur Körperverletzung usw. mit Entschädigungszahlung in amerikanischer Höhe dran bekommen hat. Da geht das Urteil ja wieder in die entgegengesetzte Richtung, mal schauen, was die naechste Instanz dazu sagt.

Bezeichnend dafür und mit dem von Dir genannten Vorgang
in engem Zusammenhang ist ja auch wohl das Verbot der
Evolutionslehre an Schulen, dafür dann die Schöpfungslehre.

Wo ist der Zusammenhang?

Damit werden wir wohl noch eine Weile leben müssen, da der
neue US-Präsident auch in solchen Kategorien denkt und einer
seiner Berater, Marvin Olasky, sich da besonders stark macht.

Schullehrpläne sind kommunale Sache bzw. sache der Schul-Bezirke (countys)

Zurück zur Abtreibung. Auch in D gibt es schon bemerkenswerte
Sachen:
Ein Arzt, der für den katholischen Caritasverband arbeitete,
unterschrieb einen Aufruf, in dem gegen Äußerungen von Dr.
Holzgartner, CSU-Funktionär und Vorstandsmitglied der
bayrischen Ärztekammer, protestiert wurde. Holzgartner hatte
den legalen Schwangerschaftsabbruch mit den Massenmorden an
den Juden in Ausschwitz verglichen. Dem Arzt wurde daraufhin
von der Caritas gekündigt. Das Bundesverfassungsgericht wies
die Klage des Arztes mit Verweis auf die Richtlinien des
Caritasverbandes ab.

Die Caritas ist ein Bekenntnisbetrieb und wenn ein Mitarbeiter nicht der (hier religöse) Meinung, kann der Betrieb deswegen kündigen.

Ende des Zitats. Gelesen in „Was ich denke“ von Alfred
Grosser, Ausgabe 1995.
Nebenbei: Man muss unseren Kanzler nicht mögen, aber was ist
mit Politikern, die diesen auf „Wanted“-Fotos zeigen?

Und was ist mit stigmatisierenden ‚Neonazi‘-Vergleichen ?

Tschuess Marco.

Hallo stucki,

lange nichts voneinander gehört und doch wieder erkannt :wink:

Qualität ist eben unverwechselbar …

Nebenbei: Man muss unseren Kanzler nicht mögen, aber was ist
mit Politikern, die diesen auf „Wanted“-Fotos zeigen?

Hier in Österreich skandierten Anti-Regierungsdemonstranten:
„Widerstand, Widerstand,
Schüssel, Haider an die Wand!“
Das gab auch eine Menge Empörung.
Es ist schon recht schwierig festzustellen, wo die legitimen „harten Bandagen“ enden und die Verhetzung beginnt. Allerdings muss man wohl auch den Hintergrund sehen. In Deutschland wird doch wohl kaum jemand ernsthaft erwägen Schröder zu entsorgen, weil er als Krimineller abgebildet ist, und auch in Österreich wird kaum ein Politiker erschossen werden. In den USA allerdings ist ernsthaft damit zu rechnen, dass diese Ärzte tatsächlich ermordet werden, was ja schließlich schon passiert auch; auch Bomben wurden gegen Abtreibungskliniken geworfen.
gruß,
bb

Die Grundfrage

Ich denke bei Diskussionen bezueglich Abtreibung muss zunaechst eine Grundfrage geklaert werden? Ist ein Embryo ein menschliches Leben? Die Antwort lautet JA! Dies ist nicht meine Definition allein, sonder wird auch von der Medizin so gesehen. Frage dazu einen Embryologen! Also keine Ansichtssache.

Welch Folgerungen ergeben sich daraus? Jede beabsichtigte Toetung des Embryos ist Mord. Der Embryo hat genauso viel Recht auf Leben wie ich und Du. Insofern ist es auch gerechtfertigt das dritte versuchen den Embryo vor seinen Moerdern(z.B. Aertze)zu schuetzen. Das Gesetz erlaubt dies Eindeutig(siehe Paragraphen bezueglich Notwehr). Die Notwehr erlaubt es alle Massnahmen einzuleiten um das Verbrechen zu verhindern, dazu gehoert auch Totschlag, wenn der Angreifer nicht anders zu stoppen ist.

Insofern kann ich die Wanted Liste nur befuerworten, obwohl eigentlich noch viel konkretere Massnahmen ebenso gerechtfertigt waeren(Massnahmen die Abtreibungen verhindern). Das Christen davor zurueckscheuen liegt an Feigheit, Menschenfurcht fehlendem Unterscheidungsvermoegen.

Bitte bedenke bevor Du jetzt empoert antwortest, das die obigen Aussagen Konsequenzen aus der Grundfrage sind. Also bitte ich die Diskussion dorthin zu verlagern: ist der Embryo ein menschliches Leben oder nicht? Eine Frage die eigentlich schon von der Medizin beantwortet wurde, aber bitte, alles ist Diskutabel…

Allein in den USA werden jaehrlich 10 Millionen Menschen durch Abtreibung ermordet. In Europa sind meher Menschen dadurch ermordet worden als im gesamten 2.Weltkrieg.

sich entsetzt. Die Entscheidung schicke die falsche Nachricht
an Abtreibungsgegner, die daran glaubten, das Recht in die
eigene Hand zu nehmen.

Nun, der Notwehrparagraph gestattet nunmal das Recht in die eigene Hand zu nehmen wenn keine Alternative vorhanden ist. Wir wollen doch nicht den Notwehrparagraphen abschaffen oder?

Gruss Abe…

Hi Abe,

Ich denke bei Diskussionen bezueglich Abtreibung muss
zunaechst eine Grundfrage geklaert werden? Ist ein Embryo ein
menschliches Leben? Die Antwort lautet JA! Dies ist nicht
meine Definition allein, sonder wird auch von der Medizin so
gesehen. Frage dazu einen Embryologen! Also keine
Ansichtssache.

Okay. Fragen wir weiter: Ist ein Soldat menschliches Leben? Ist ein Verbrecher menschliches Leben? Ist eine Mutter, die durch eine komplizierte Schwangerschaft in äußerste Lebensgefahr gerät, menschliches Leben? Ist eine Ehefrau menschliches Leben? Sind Kinder menschliches Leben?

Die christlichen Kirchen erheben keine grundsätzlichen Einwände dagegen, dass ihre Mitglieder als Soldaten andere Soldaten töten. (Lassen wir die Frage nach gerechten Kriegen etc. jetzt ausgeklammert). Die christlichen Kirchen erheben keine grundsätzlichen Einwände gegen die Todesstrafe. Die kathoilische Kirche zumindest steht auf dem Standpunkt, dass das Leben einer Mutter weniger wert ist als das des Ungeborenen, sie also im Fall einer Entscheidung zuerst zu opfern ist. Zumindest die katholische Kirche steht auf dem Standpunkt, dass es keine Sünde ist, wenn ein Ehemann das im Bordell erworbene AIDS durch ungeschützten Verkehr auf seine Ehefrau überträgt und ihr damit einen qualvollen Tod beschert. Zumindest die katholische Kirche und die protestantischen Fundamentalisten (von anderen weiß ich´s nicht genau) stehen auf dem Standpunkt, dass es christlicher ist Kinder zu kriegen und diese dann verhungern zu lassen als sie erst gar nicht zu kriegen. Und manche Christen stehen auf dem Standpunkt, dass die Ausrottung ganzer Völker nicht weiter schlimm ist, wenn es sich bei diesen um Nichtchristen handelt - das ist nur „so etwas wie Unkrautausraufen“. Übrigens: Der Fall der Atombomben auf Hirsohima und Nagasaki wurde mit Gebeten begleitet.
Vor diesem Hintergrund habe ich den Verdacht, dass sich die „Lebensschützer“, die sich in militanter Form ja vorwiegend am rechten Rand der Kirchen sammeln, im Grunde einen Dreck um Leben scheren, sei es geboren oder ungeboren, sondern nur erreichen wollen, dass die Frauen nichts mitzureden haben.

Welch Folgerungen ergeben sich daraus? Jede beabsichtigte
Toetung des Embryos ist Mord.

Dazu Folgendes: Ein Kind - es wäre mein Bruder geworden - starb kurz vor der Geburt an einer Nabelschnurumschlingung. Es war voll ausgereift und praktisch bereits im Verlauf der Geburt. Als meine - natürlich zutiefst getroffene - Mutter in dem kirchlichen Spital, in dem sie lag, fragte, ob man das tote Kind nicht einsegnen würde, bekam sie die Antwort: „Das is doch nix.“ Die Kirche weigerte sich, diesem Kind - das schon weitaus mehr war als eine befruchtete Eizelle - ein kirchliches Begräbnis zuteil werden zu lassen. Meine Mutter sagte später oft unter Tränen: „Die Roten (die sozialdemokratische Stadt Wien) hat mein Kind zu Grabe getragen, für die Kirche war es nix wert.“
Würde die Kirche jeden Embryo als vollgültiges Leben betrachten, so müsste sie auch jeden Embryo, ja jede befruchtete Eizelle als Menschen mit allen seinen Rechten behandeln.
gruß,
bb

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Wieso ablenken?

Die christlichen Kirchen erheben keine grundsätzlichen

nun wieso jetzt auf Kirche ablenken und auf andere Tatsachen die doch mit der jetzigen Diskussion nichts zu tun haben? Hier geht es nicht um Kirche sondern was du und ich denken…

Vor diesem Hintergrund habe ich den Verdacht, dass sich die
„Lebensschützer“, die sich in militanter Form ja vorwiegend am
rechten Rand der Kirchen sammeln, im Grunde einen Dreck um
Leben scheren, sei es geboren oder ungeboren, sondern nur
erreichen wollen, dass die Frauen nichts mitzureden haben.

Offenbar siehst du alles gerne durch die Feministische Brille…

sagte später oft unter Tränen: „Die Roten (die
sozialdemokratische Stadt Wien) hat mein Kind zu Grabe
getragen, für die Kirche war es nix wert.“

Immer wieder Kirche, Kirche, Kirche…offenbar scheint Dir die Kirche viel zu bedeuten. Das ist ein merkwuerdiges Paradoxon dass ich bei vielen Unglaeubigen feststelle. Die Kirche hat fuer solche Leute einen besonderen Stellenwert.
Wie waers Du gehst auf meinen Artikel ein?

Gruss Abe…

…nana, unterlassen wir doch hier bitte die Rechtsverdreherei…

Wenn man sich auf einen Paragraphen unseres Rechtsstaates beruft,

btw:

_§ 32 Notwehr
(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden._

sollte man gemäß dieser Logik die Verfolgung der benannten Personen (hier: „Abtreibungsärzte“) ebendiesem Staat überlassen, und keiner Horde wildgewordener Missionare, die sich anmaßen, zur Selbstjustiz zu greifen und nach der äußerst antiquierten Maxime „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ Menschen wie Freiwild zu behandeln.

Think twice!

Hi Abe,

nun wieso jetzt auf Kirche ablenken und auf andere Tatsachen
die doch mit der jetzigen Diskussion nichts zu tun haben?

Ich bin durchaus der Meinung, dass die von mir angeführten Tatsachen etwas damit zu tun haben. Die militanten Lebensschützer stammen aus dem christlichen Raum, also ist es doch wohl interessant zu sehen wie das Christentum es ansonsten mit der Achtung vor dem Leben hält.

Offenbar siehst du alles gerne durch die Feministische
Brille…

Es hat sich so ergeben, dass ich eine Frau bin und mich sehr wohl von der Frage betroffen fühle, wie ich eigentlich reagieren würde, wenn ich z.B. vergewaltigt würde oder wüsste, dass das Kind schwerst behindert sein wird. Wenn du das als feministische Brille betrachtest, meinetwegen.

Immer wieder Kirche, Kirche, Kirche…offenbar scheint Dir die
Kirche viel zu bedeuten. Das ist ein merkwuerdiges Paradoxon
dass ich bei vielen Unglaeubigen feststelle. Die Kirche hat
fuer solche Leute einen besonderen Stellenwert.

Erstens - siehe oben - rede ich von den christlichen Kirchen, weil die militanten Lebensschützer aus ihnen kommen. Zweitens deshalb, weil ich mich dem Christentum verpflichtet fühle, und das ist ja auch der Grund warum ich hier poste.

Wie waers Du gehst auf meinen Artikel ein?

Auf den bin ich eingegangen, soweit er es wert ist. Der Rest ist entweder bloße inhaltsleere Provokation oder aber du stehst in einer geistigen Ecke, mit der ich mich prinzipiell nicht unterhalte.
gruß,
bb

Hallo Abraham,

Welch Folgerungen ergeben sich daraus? Jede beabsichtigte
Toetung des Embryos ist Mord. Der Embryo hat genauso viel
Recht auf Leben wie ich und Du. Insofern ist es auch
gerechtfertigt das dritte versuchen den Embryo vor seinen
Moerdern(z.B. Aertze)zu schuetzen. Das Gesetz erlaubt dies
Eindeutig(siehe Paragraphen bezueglich Notwehr). Die Notwehr
erlaubt es alle Massnahmen einzuleiten um das Verbrechen zu
verhindern, dazu gehoert auch Totschlag, wenn der Angreifer
nicht anders zu stoppen ist.

Die Tötung eines ungeborenen Menschen ist meiner Meinung nach auch Mord. Aber welche Konsequenz ziehst du daraus?

Wirst du als Christ selber eine Waffe in die Hand nehmen, um einen anderen Menschen zu töten, wenn es deiner Meinung nach gerechtfertigt ist?
Wirst du als Christ andere Christen dazu anleiten Menschen zu töten?

Als Christ ist man kein Teil der Welt. Um uns herum geschehen die furchtbarsten Sünden. Aber als Christ hält man sich daraus.
Wirst du nun versuchen gottes Maßstäben in diesem system zu verwirklichen? Vielleicht sogar mit der Waffe?

Gruß
Carlos

Holla

Ich denke bei Diskussionen bezueglich Abtreibung muss
zunaechst eine Grundfrage geklaert werden? Ist ein Embryo ein
menschliches Leben? Die Antwort lautet JA! Dies ist nicht
meine Definition allein, sonder wird auch von der Medizin so
gesehen. Frage dazu einen Embryologen! Also keine
Ansichtssache.

Definiert „die Medizin“, was Leben ist? Waere mir nicht so recht, dann lieber irgendeine „Ethik-Gruppe“

Welch Folgerungen ergeben sich daraus? Jede beabsichtigte
Toetung des Embryos ist Mord.

Noe, Absicht ist was anderes aus Ausfuehrung.
Mord ist genau vom Gesetzgeber definiert, wenn du so auf Definitionen pochst, dann sprich von Toetung.

Der Embryo hat genauso viel

Recht auf Leben wie ich und Du. Insofern ist es auch
gerechtfertigt das dritte versuchen den Embryo vor seinen
Moerdern(z.B. Aertze)zu schuetzen. Das Gesetz erlaubt dies
Eindeutig(siehe Paragraphen bezueglich Notwehr). Die Notwehr
erlaubt es alle Massnahmen einzuleiten um das Verbrechen zu
verhindern, dazu gehoert auch Totschlag, wenn der Angreifer
nicht anders zu stoppen ist.

Bruch in der Argumentationskette!
Einmal kommst du mit Gesetz (Notwehr) und dann bestimmst DU allein, was Mord ist und uebergehst das Gesetz.

Nun, der Notwehrparagraph gestattet nunmal das Recht in die
eigene Hand zu nehmen wenn keine Alternative vorhanden ist.

Aeh, der Notwehrparagraph erlaubt genau das, was der Name aussagt, und nicht mehr, was du machst/willst ist Selbstjustiz (da gibt es auch noch deutlichere Bezeichnungen fuer…)

Wir wollen doch nicht den Notwehrparagraphen abschaffen oder?

Wir wollen doch nicht den Notwehrparagraphen nach eigenem Gusto auslegen oder?

Entweder argumentiert du mit den Gesetzen, dann aber bitte auch mit allen, oder du gehst auf die ethisch-moralische Schiene; nicht nur einfach die Sachen rauspicken, die dir gefallen…

Gruss, Lutz

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logisch weiterdenken…

Wenn man sich auf einen Paragraphen unseres Rechtsstaates
beruft,

btw:

_§ 32 Notwehr
(1) Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr geboten ist,
handelt nicht rechtswidrig.

(2) Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um
einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem
anderen abzuwenden._

sollte man gemäß dieser Logik die Verfolgung der benannten
Personen (hier: „Abtreibungsärzte“) ebendiesem Staat
überlassen, und keiner Horde wildgewordener Missionare, die

Nun, wie dein Selbstzitierter Paragraph aussagt, raeumt der Staat einem ja ausdruecklich das Recht ein, selbst taetig zu werden um einen rechtswidrigen Angriff abzuwenden! Und insofern mordende Aertzte von staatlicher Seite gebilligt werden, sind hier alle Voraussetzungen fuer die Notwehr geschaffen, d.h. es gibt das Recht hier selbst aktiv zu werden…

Think twice!

Nicht nur denken sondern auch nachdenken!

Gruss Abe…

Hallo Abe,

meines Wissens heißt Notwehr, sich selbst schützen. Das tun die radikalen Abtreibungsgegner nicht. Sie töten andere, weil sie der Überzeugung sind, richtig zu handeln.

Für mich ist das verlogenste Haufen pseudochristlicher Fundamentalisten, der in den letzten Jahren für Furore gesorgt hat. Und das sage ich bewusst so polemisch. Wer selbst bereit ist zu töten (Abtreibung ist auch für mich eine Tötung-aber kein Mord), sollte mal ganz stille sein. Die Ärzte tun nichts, was die Frauen nicht wollen.

Beste Grüße,

Barbara

Ps. Wer Frauen aus christlichen Motiven von Abtreibung abhalten will, soll das gefälligst mit christlichen Mitteln tun. Du sollst nicht töten gilt auch für Christen!!!Vergiß das bitte nicht.

PPs In diesem Punkt habe ich übrigends gegenüber den Zeugen Jehovas immer hohe Achtung, die sind da wenigstens konsequent. Und auch so konsequent, dass sie für diese Einsicht als sog. „Bibelforscher“ ins KZ gegangen sind.

Oops sorry Abe
Hi Abe,

hab mir mein Schreiben von gestern noch einmal durchgedacht und gefunden, dass ich doch ein Totschlage-Argument gegen dich verwendet habe, also hier noch einmal nach reiflicher Überlegung von vorne.

Hier

geht es nicht um Kirche sondern was du und ich denken…

also, was ich denke:Ich stehe in der jüdisch-christlichen Tradition, also ist mein Denken naturgemäß von dieser beeinflusst.
Zu deinem Argument der Notwehr: Ich würde es durchaus als einen Akt der Notwehr sehen, wenn einer Frau - wie im Bosnienkrieg geschehen - mit brutaler Gewalt ein Kind gemacht wird in der Absicht sie zu erniedrigen und zu schänden und sie sich weigert dieses Kind auszutragen.
Notwehr ist im Übrigen nur dann anwendbar, wenn eine unmittelbare Bedrohung besteht. Das heißt, ich darf einen nicht deswegen erschlagen, weil er irgendwann etwas getan hat oder in Zukunft etwas tun wird, das mir oder anderen schadet. Ich dürfte also einen Skinhead erschießen, wenn er mit erhobenem Baseballschläger auf mich zukommt. Aber ich dürfte keinen erschießen, bloß weil er ein Skinhead ist oder weil er in der Vergangenheit gewalttätig war oder es in Zukunft sein könnte.
Und um dein Argument zu Emde zu spinnen: Ein Arzt, der abtreibt, ist also ein Mörder. Du bringst ihn daher um. Jetzt bist du ein Mörder. Und wer darf dich jetzt umbringen?
gruß,
bb

ganz vorsichtig jetzt…

Nun, wie dein Selbstzitierter Paragraph aussagt, raeumt der
Staat einem ja ausdruecklich das Recht ein, selbst taetig zu
werden um einen rechtswidrigen Angriff abzuwenden!

Korrekt: rechtswidrig.

Das lasse man sich mal auf der Zunge zergehen:

(1)

Und insofern mordende Aertzte von staatlicher Seite gebilligt
werden,

(2)

sind hier alle Voraussetzungen fuer die Notwehr
geschaffen,

(3)

d.h. es gibt das Recht hier selbst aktiv zu
werden…

Du unterstellst dem Staat, rechtswidrig zu handeln. (1)

Deiner These zufolge erlaubt die Billigung rechtswidriger Methoden seitens des Staates dem Bürger, selber aktiv zu werden,(3)

da es sich ja um Notwehr handelt. (2)

wohlgemerkt: laut Buchstabe des Gesetzes!

Das sind RAF-Methoden, mein Lieber: Wenn die Gesetzes des Staates nicht ausreichen, greife ich eben selbst zur Waffe und setze das Recht durch, von dem ich glaube, daß es dem Wohle der Menschheit dient.

Du solltest selber verdammt gut nachdenken, bevor Du den Mund aufmachst. Und konsequent zuende denken.

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