- Moses 9
„Und Gott segnete Noah und seine Söhne und spach: Seid fruchtbar und
mehret euch undf füllet die Erde.“
9.2 „Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tiren auf Erden und
über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem, was auf dem Erboden
wimmelt, und über allen Fischen im Meer; in eure Hände seien sie
gegeben.“ Oh Gott! Was sagt denn eigentlich das Naturschutzgesetz zu
dieser göttlichen Order?
Hallo,
bin kein Bibelkenner, aber ich würde es in etwas so auslegen:
- Moses 9
„Und Gott segnete Noah und seine Söhne und spach: Seid
fruchtbar und mehret euch undf füllet die Erde.“
Ohne daß ein Wesen fruchtbar ist und sich mehrt, kann’s nicht existieren. Über einen sinnvollen „Füllstand“ ist hier nichts gesagt. Es ergibt sich aus dem gesunden Menschenverstand, daß eine seinerzeit recht menschenleere Welt bis über - seinerzeit - undenkbar weite Grenzen hin gefüllt werden konnte, und auch, daß es in einer endlichen Welt auch ein Überfüllung geben kann.
9.2 „Furcht und Schrecken vor euch sei über allen Tiren auf
Erden und über allen Vögeln unter dem Himmel, über allem,
was auf dem Erboden wimmelt, und über allen Fischen im Meer;
in eure Hände seien sie gegeben.“
Der Mensch hat die Fähigkeiten, das Vermögen, alles auf Erden nach seinem Willen zu gestalten und zu nutzen. Er kann jedes andere (tierische) Wesen als Nahrung ansehen und auch tatsächlich finden, jagen und erlegen. Ein Wesen tut gut daran, potenzielle Jäger zu fürchten.
Oh Gott! Was sagt denn eigentlich das
Naturschutzgesetz zu
dieser göttlichen Order?
Die Order mit der Vermehrung ist aus der damaligen Zeit durchaus sinnvoll. Wir dürfen diese Aufgabe heute wohl als erfüllt (hehe, doppeldeutig!) betrachten.
Daß Menschen Allesfresser sind ohne spezielles Beuteschema, dazu sehr effiziente Jäger, ist naturschutzrechtlich kein Problem. Die Frage ist, wie wie wir damit umgehen. Die zitierte Stelle scheint uns das Recht zu geben, alles Leben auf der Erde auszurotten. Da stimme ich als Mensch, Biologe und Naturschützer zu! Nochmal: JA, wir haben das Recht dazu (rein biologisch - weil: wir _können_ es ja). Die für uns interessante Frage ist aber, ob wir das _wollen_ bzw. ob wir in einer Welt ohne diese Tierarten leben wollen. Wir _können_ und wir _dürfen_ und die Erde zur Hölle machen, ja, wir dürfen sie auch unbewohnbar machen - für andere und für uns. Das ist in der Stelle angedeutet, denke ich. Nun müssen wir uns fragen: WAS WOLLEN WIR? Diese Ziele müssen wir uns setzen und so handeln, daß wir sie erreichen können.
Grüße,
Jochen
Der Mensch soll Macht haben, mehr als jedes Tier.
Vor allem das Macht hat, fürchtet man sich. Fürchten ist nebenbei nicht die genaue Übersetzung aus dem Urtext, aber sie trifft das Urtextwort am ehsten. Entsprechendes Wort hat aber nicht so einen negativen Beigeschmack im Urtzext.
Das man die Macht positiv anwenden soll, ist aus vielen Bibelstellen natürlich wichtig.
Gruss
beat
…weiterlesen…
Die zitierte Stelle scheint uns das Recht zu geben, alles Leben
auf der Erde auszurotten. Da stimme ich als Mensch, Biologe
und Naturschützer zu! Nochmal: JA, wir haben das Recht dazu
(rein biologisch - weil: wir _können_ es ja).
Für die Bibelexeges ist immer der Zusammenhang wichtig:
Vers 3+4: Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich’s euch alles gegeben. Allein esset das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben ist!
„…sei eure Speise“, d.h. so viel wie wir zum Leben benötigen. Dein ‚Universalausrottungsrecht‘ kann ich da nicht erkennen. Das Blut nicht essen, bedeutet Achtung vor dem Leben und dem Schöpfer.
Felix
Was sagt denn eigentlich das
Naturschutzgesetz zu
dieser göttlichen Order?
nichts. denn ein säkuläres gesetz bezieht sich nicht auf den inhalt von religiösen glaubenslehren.
gruß
datafox
Hallo
aber sie
trifft das Urtextwort am ehsten. Entsprechendes Wort hat aber
nicht so einen negativen Beigeschmack im Urtzext.
- in welcher Sprache ist der Urtext geschrieben?
- wie heisst das entsprechende Wort im Urtext?
- wieso weisst du, dass das entsprechende Wort im Urtext einen negativen Beigeschmack hat? Philologe?
Das man die Macht positiv anwenden soll, ist aus vielen
Bibelstellen natürlich wichtig.
Für diese Aussage hätte ich gerne die Belegsstellen
P.
- in welcher Sprache ist der Urtext geschrieben?
hebräisch.
- wie heisst das entsprechende Wort im Urtext?
furcht und schrecken. eben exakt das was da steht.
- wieso weisst du, dass das entsprechende Wort im Urtext einen
negativen Beigeschmack hat? Philologe?
es hat exakt diesen beigeschmack: furcht und schrecken.
bitte eines nicht vergessen: heute in unserer hochindustrialisierten zeit, wo die leute unsummen an geld dafür ausgeben um dünner (!) zu werden, weil sie zuviel zu essen haben und zu wenig körperliche arbeit, können wir uns den dekadenten luxus von „tierschutz“ und „naturschutz“ leisten.
wenn man bedenkt wann dieser text entstand und in welcher klimazone, dann sieht es schon anders aus: wenn du nichts zu fressen und zu trinken hast, jeden laib brot der erde abringen mußt, nach wasser graben mußt und tagein tagaus von wilden tieren bedroht bist, die entweder dich oder deine herde auffressen, dann ist es ein wahrer göttlicher segen, wenn du gesagt bekommst: „von nun an vermehrt euch, menschenkinder, und sterbt nicht mehr im alter von 5, von nun an seid IHR es, die die oberhand haben werdet über die feindliche natur.“ man denkt, es wäre gelungen. ist es das nicht? wir müssen nur aufpassen, daß es auch so bleibt.
gruß
datafox
Hi,
„…sei eure Speise“, d.h. so viel wie wir zum Leben
benötigen. Dein ‚Universalausrottungsrecht‘ kann ich da nicht
erkennen.
Ich verstehe deinen Punkt. Dennoch - ich sehe das weiter gefaßt.
Das Blut nicht essen, bedeutet Achtung vor dem Leben
und dem Schöpfer.
Da bin ich mir nicht so sicher. Kann es sein, daß Blut zu „vorchristlicher“ Zeit zu opfern war (und man es deswegen nicht selbst verzehren sollte) oder das Blut zu schnell verdarb bzw. nicht haltbar gemacht werden konnte wie Fleisch oder daß man sich mit dem Blut viele Infektionskrankheiten zuzog? Ich glaube eben, diese Aussage rührt vielleicht eher von älteren Brauchtümern oder Kenntnissen in das Gefahrenpotenzial.
Grüße,
Jochen
Allein esset das Fleisch nicht mit seinem Blute…
„Das Blut nicht essen, bedeutet Achtung vor dem Leben.“
Wie denn das? Es heißt doch, dass ach Gottes Befehl kein Blut
vergosen werden darf. Er verurteilt doch den Menschen damit
Vegetarier zu sein. Wie rechtfertigen wir denn nun unseren
Blutwurstverzehr? Da halten sich also die Juden und die Moslems viel
konequenter.
Alexander
Bibel für die Subtropen
Na, ganz wasserdicht ist deine Auslegung auch nicht. Als Franke und
Bayer leben wir unter anderen Bedingungen, als im Gelobten Land.
Ratlos gemacht haben mich deine Gedanken über Tier- und Umweltschutz.
Wenn wir das Land, in das uns Gott nach dem Sündenfall vertrieben
hat, weiterhin so erbarmungslos ausbeuten, die Tiere weiterhin so
schamlos ausbeuten, dann werden wir auf dem Müllhaufen der Evolution
landen.
Alexander
- Mose 9,6
nichts. denn ein säkuläres gesetz bezieht sich nicht auf den
inhalt von religiösen glaubenslehren.
- Mose 9,6
Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen
vergossen werden…" Ist das eine Begründung zur Blutrache?
Alexander
Als Franke und Bayer leben wir unter anderen Bedingungen
der text stammt aber nicht aus bayern.
Wenn wir das Land, in das uns Gott nach dem Sündenfall
vertrieben
hat, weiterhin so erbarmungslos ausbeuten, die Tiere weiterhin
so
schamlos ausbeuten, dann werden wir auf dem Müllhaufen der
Evolution
landen.
das ist die einstellung eines überflußmenschen, für den die natur keine bedrohung mehr darstellt (oder er glaubt das zumindest). der einschlägige text hat die hintergrunde einer zeit von vor ein paar tausend jahren. damals gab es keine fitnessstudios für fette leute, keine milchseen und fleischberge. die leute mußten zusehen, daß sie über die runden kamen. tiere dienten der nahrung, pflanzen ebenfalls. die forderung die natur zu schützen ist ein hohn vor diesem hintergrund. nur heute sehen wir das anders, sitzen vor unseren computern und ordern eine pizza, machen den kühlschrank auf und trinken cola. und fordern „tierschutz“, „naturschutz“. das ist eine völlig andere sache und kann in keinen zusammenhang mit einem tausendejahre alten text gebracht werden. (im prinzip hat sich jedoch ohnehin nichts geändert. die natur ist nach wie vor der größte feind des menschen. die „hauptwaffe“ nennt sich übrigens medizin. wir müssen nach wie vor zusehen, daß wir die oberhand haben. heute sind es halt viren, meteoriteneinschäge u.a.)
gruß
datafox
- Mose 9,6
Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch
Menschen
vergossen werden…" Ist das eine Begründung zur Blutrache?
nein, aber für die todesstrafe, die in besagter zeit eine selbstverständlichkeit war.
gruß
datafox
Vers 3+4: Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise;
wie das grüne Kraut habe ich’s euch alles gegeben. Allein
esset das Fleisch nicht mit seinem Blut, in dem sein Leben
Das Blut nicht essen, bedeutet Achtung vor dem Leben
und dem Schöpfer.
Felix
Moin, moin Felix,
Dazu kannst Du noch 3. Mose 17, 11 nehmen: „Denn das Leben des Leibe ist im Blut; und ich habe es euch für den Altar gegeben, daß man für euch selbst damit Sühne wirke; denn das Blut - durch das Leben darin wirkt es Sühne“.
Das Verbot des Blutgenusses aus 1. Mose 9 wird hier noch verschärft, denn das Blut wurde in Israel als der Sitz des Lebens und der Seele angesehen. Das Blut wurde bei den Opfern an den Altar gesprengt; nur dazu durfte es verwendet werden.
Daher stammt die Vorschrift, die Tiere zu schächten, also ausbluten zu lassen, bevor man das Fleisch verzehrt.
Diese Vorschrift hat also keinerlei hygienische oder nahrungsmitteltechnische Gründe.
Gruß - Rolf
Hallo Alexander.
nichts. denn ein säkuläres gesetz bezieht sich nicht auf den
inhalt von religiösen glaubenslehren.
- Mose 9,6
Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch
Menschen
vergossen werden…" Ist das eine Begründung zur Blutrache?
Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht ganz, warum du diese Frage nun an datafox stellst. Soll die Blutrache jetzt ein sekuläres Gesetz sein, welches sich auf Inhalte einer Glaubenslehre bezieht? Und wenn ja, wo? Oder ist es umgekehrt?
Oder wolltest Du nur datafox Auslegung von diesem Passuk wissen, dann aber die Frage warum ausgerechnet von ihr?
Fragen über Fragen oder darf auch ich etwas zu dem Passuk sagen bzw. Blutrache sagen?
Hallo Alexander,
Du mußt den Text schon im Kontext lesen.
Gerade sind Noah und seine Familie der Arche entstiegen. Dort haben sie ca. 1 Jahr mit allen Tieren dieser Erde zugebracht. Denkst Du, die Tiere hatten Angst vor Noah?
Vor der Flut ernährten sich die Menschen vom „Kraut des Feldes“.
Deshalb hatten die Tiere keine Angst vor den Menschen.
Jetzt war plötzlich alles anders. Die Tiere wurden zur Nahrung für die Menschen, da ist es doch logisch, dass sie Angst bekommen.
Gruss Harald
PS.: Das Tierschutzgesetz ist eine Erfindung der Neuzeit. Und nur deshalb nötig geworden, weil der Mensch die natürliche Einstellung zum Tier verloren hat.
ICH
kann Dich GUT verstehen datafox !!
Einst stand ich auch in einem südlichen Land, immer im existenziellen
Notstand , mit einem Karabiner im Anschlag , um meine mühsam ,
mit Opfern , Schweiß und Blut aufgezogenen Ziegen und Küken gegen
verwilderte Hunde und Katzen zu verteidigen.
Und dabei war ich einst ein fast militanter Tierschützer !!
Damals wurde mir klar, wie sich so mancher Blickwinkel mit
der Qualität und Quantität in der Futterschüssel verschieben kann.
Gruß
Merkur
Ehrlich gesagt, verstehe ich nicht ganz, warum du diese Frage nun an
datafox stellst.
datafox: nichts. denn ein säkuläres gesetz bezieht sich nicht auf den
inhalt von religiösen glaubenslehren.
Me: datafox hat doch explizit erklärt, dass es religiöse
glaubenslehren und säkuläre gesetze gibt. Jetzt bin ich verunsichert,
dass du mir vorwirfst, dass ich in dem Bibelwort eine religiöse
Rechtfertigung für die Blutrache sehe. Hast du denn ihre Antwort
nicht gelesen?
You:
…darf auch ich etwas zu dem Passuk sagen bzw. Blutrache sagen?
Zuerst me: Ich halte die Blutrache für eine höchst verwerfliche
Folklore. Aber das müssen Juden und Moslems miteinander ausmachen.
Nur: Ich bin auf das äußerste betrübt, wenn eine Attentäterin sich
mit vielen unschuldigen Kindern, Frauen und Männer in die Luft
sprengt. Passuk, lieber Elimelech, ist ein abscheuliches Verbrechen.
Und die Todesstrafe, liebe datafox, müsste längst abgeschaft werden.
Alexander
Hallo Alexander,
Passuk, lieber Elimelech, ist ein abscheuliches
Verbrechen.
Ist sich die Kasche: Wie kann eine Schriftstelle ein abscheuliches Verbrechen sein?
Ist doch der Teruz: Nu, kann sie?
(konnte das leider nicht verkneifen…)
Schöne Grüße
MM
Hallo Felix, hallo Rolf,
Rolf hat es perfekt erklärt, interessanterweise gilt das Verbot des Blut essen/trinken auch für Christen. (Apostelgeschichte 20:28,29)
Gruß
Carlos