Hallo Katze,
ich finde, dass man die Entlohnungen auch mal auf den Boden der Tatsachen sehen muss und in unserem Land da eh egrade eine ganz eigenartige Philosophie gefahren wird - viel Geld bekommen für keine/kaum Gegenleistung bringen etc…
Als Personaler beschäftige ich mich etwas häufiger mit dem Thema Lohngerechtigkeit und ein Lohn hat eben immer mehrere Komponenten - einen Anwesenheitslohn, einen Teil des Lohnes, welche der Schwere der Arbeit oder die Verantwortung bewertet und eben auch die Qualifikation und natürlich dann noch persönliche Komponenten wie Alter, familiärer Status etc.
…und nach meinem Empfinden kann es eigentlich nicht sein, dass jemand der keine Qualifikation vorzuweisen hat, sehr jung ist(immerhin muss es ja auch im Leben noch Steigerungen geben), keine finanziellen Verpflichtungen gegenüber einer eigenen Familie, keine große Verantwortung trägt (empfinde ich z.B. im Vergleich Tagesmutter-Babysitter als sehr viel geringer), die Belastung der Tätigkeit sehr gering ist (da leisten Bauarbeiter, Krankenschwestern etc. mehr sowohl körperlich als auch mental) genauso viel oder mehr verdient als z.B. eine Krankenschwester im Ambulanten Bereich, oder eine Reinigungskraft oder Erzieher …such sie Dir aus, die Berufe in denen qualifizierte, hart arbeitende Leute versuchen ihren Lebensunterhalt zu verdienen sind mannigfaltig…
und es ist eben nur!!! eine Aufbesserung des Taschengeldes und kein Job.
Und jetzt mal ganz wirtschaftlich gesehen - dem gegenüber steht auch immer noch die Komponente der Person, die den Job bezahlen können muss und da muss dann eben auch der Nutzen, den mir der Babysitter bringt dem Gezahlten entsprechen, wobei wir hier beim Thema Nutzentheorie wären. Ab einem gewissen Gehalt stimmt eben die Relation nicht mehr. …und das nicht nur beim Babysitten.
…ich bin ein Verfechter von Angebot und Nachfrage und halte überhaupt nichts von Mindestlöhnen und Gewerkschaften -es ist ihr ja frei gestellt zu versuchen einen höheren Stundensatz zu verhandeln - das habe ich ihr ja auch nahe gelegt. Vielleicht hat sie ja Glück. Wenn nicht, muss sie sich eben überlegen, ob sie zum angebotenen Preis arbeiten will - es zwingt sie ja keiner - dann muss sie halt auf einmal Kino mehr verzichten oder was man sich sonst so leisten möchte.
Lieben Gruß,
Alexandra
*die in dem Alter durchaus auch für 5-10 DM!!! ihr Taschengeld aufgebessert hat dafür aber in der Gastronomie ganz schön knüppeln musste und vielleicht die Lohngestaltung seit sie eine eigene Firma hat etwas anders betrachtet, da einem erst mal bewusst ist, was noch für Nebenkosten für einen Arbeitsplatz anfallen und was ein Mitarbeiter dann erwirtschaften muss, um diese Kosten auch alle decken zu können - und was einem selbst bei einem gigantisch wirkenden Stundenlohn dann tatsächlich netto übrig bleibt und das obwohl man die komplette Verantwortung für alles hat und das komplette Lebensrisiko alleine trägt*