Hi!
Da ich Eckard nur voll und ganz beipflichten kann, möchte ich zu Deiner Meinung noch meinen Senf hinzugeben…
Es wird immer irgenwelche extremen Einzelfälle geben, welche ungerecht erscheinen und eine generell sinnvolle Regel hart erscheinen lassen.
In diesem fall hier liegt m.E´. jedoch kein derartiger Härtefall vor, denn:
Hallo, Hanna,
das Leben ist hart, aber ungerecht.
Jaja. Der Spruch hat hier in der Debatte noch gefehlt.
…das ist die bittere Wahrheit, v.a. für diehjenigen, die in diesem Land noch wirklich Steuern bezahlen…
Oder um es knallhart zu formulieren: Der Kommilitonin war
offenbar das Kinderkriegen wichtiger, als der Abschluß ihres
Studiums. Das hätte man sicher auch andersrum planen können.
Außerdem, warum hat sie dann nicht auf dem aufgebaut, was sie
schon hatte?
Kinder werden nicht immer fein säuberlich geplant.
Insbesondere in jungen Jahren.
Von einer jungen Dame mit höherem Schulabschluss kann man im 21. Jahrhundert durchaus erwarten, dass sie das mit den Bienen und den Blumen verstanden hat.
Beides sind persönliche Entscheidungen, die ich in keiner
Weise bewerten will, deren Konsequenzen aber dem Steuerzahler
aufzubürden ich denn doch für etwas unverfroren halte.
So sehe ich das auch.
Zumal man auch die Frage stellen sollte, ob die Betreffende nach ihrem Studienabschluss einen Job suchen und Steuern bezahlen wird, da sie doch zwei Kinder hat.
Ein Studium ist kein generelles Anrecht ohne Pflicht in meinen Augen, sondern ein Kredit der Gesellschaft an den Studierenden, welchen er später im Arbeitsleben über seine Steuerleistung zurückbezahlen sollte.
Jezt will ich aber endlich mal wissen, in wie fern ein
Student, der die besuchten Lehrveranstaltungen streckt (also
anstatt 4 pro Semester nur eine oder zwei) dem Steuerzahler so
ungeheuer viel stärker auf der Tasche liegt, als ein
dalli-dalli Student.
Ganz einfach: je mehr Studenten (und dieser Student ist nach der Regelstudienzeit ein „mehr“), desto mehr Kosten für Räumlichkeiten, ggf. Lehrmittel und Verwaltung sowie nicht zuletzt Professuren sind nötig.
Ein langsames Auto nutzt die Strasse nun mal auch…
Außerdem würden mich die nackten Zahlen interessieren, was den
Steuerzahler ein Nichtbesuch einer Lehrveranstaltung kostet.
Na dann forsche und rechne.
Die Verwaltungskosten pro Immatrikulationsvorgang können nicht
besonders hoch sein.
Die Frage muss lauten, ob die Kosten bei 1.500 Vorgängen pro Mitarbeiter niedriger wären, als bei 2.500. Und dem ist so, denn man könnte z.B. Verwaltungspersonal einsparen.
Im übrigen finde ich, eine alleinerziehende Mutter, die ein
Studium absolvieren möchte, verdient die Unterstützung der
Allgemeinheit genauso, wie die alleinerziehende Arbeitslose
Mutter, die von der Sozialhilfe leben muss.
Hier stelle ich die Frage, ob nicht beide besser einen Jo´b suchen und der Allgemeinheit überhaupt nicht auf der Tasche liegen sollten.
Aber das ist natürlich sarkastisch, infam und realitätsfremd…
Zum Leben gehört es auch, Verantwortung für sich selbst zu
übernehmen und die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen
selbst zu tragen.
So sieht es leider aus. Und je früher man das lernt, desto leichter wird´s später.
Zu einer vernünftigen Gesellschaft gehört vor allem Mitgefühl
und Hilfsbereitschaft den Schwächeren gegenüber. Etwas, das in
unserer Zeit leider überhaupt nicht mehr funktioniert.
Das ist hier nicht der Punkt, wobei ich der Ansicht bin, dass es ausgesprochen bezeichnend für die Hilfsbereitschaft der Deutschen ist, dass der Sozialetat der größte Posten des Bundeshaushaltes ist…
Das mag im Einzelfall hart sein oder auch bitter, aber keine
Solidargemeinschaft kann es sich auf Dauer leisten, Teile
seiner Mitglieder in Watte zu packen, und den Rest dafür
buckeln zu lassen.
Ganz recht. Denn die starken Tedile der Gesellschaft haben eine Belastungsgrenze, nach deren Überschreitung die Leistung stark nachlässt.
Die Steueraufkommenskurve von Schweden im 20. Jahrhundert dürfte den Damen und Herren Kritikern der Steuerpolitik, die pro Leistungsprinzhip steht, Aufklärunmg bringen.
Als Abiturient/STudent sollte man diese Kurve eigentlich interpretieren können.
Es kommt aber auf jeden Einzelfall an! Lieber „Wenn jeder an
sich selbst denkt, ist an alle gedacht.“ Ganz abgesehen davon,
dass wir – wenn ich mir den Haushalt von Bund und Ländern so
anschaue – für ganz andere Sachen buckeln, aber nur zu einem
beschämend kleinen Anteil für die Ausbildung der zukünftigen
Generationen.
…nun dann sollten wir alle zusammen, auch die StudentInnen, das ändern und seinen Teil dazu beitragen, nicht wahr?
Eins ist klar: Studenten lassen sich fast genauso einfach über
den Löffel barbieren, wie Arbeitslose und
Sozialhilfeempfänger. Sie haben keine Lobby.
Das liegt lediglich an den schwachen Alumni-Organisationen. Solcherlei Aktivitäten sichern in den USA beispielsweise einen sehr hohen Standard an manchen Unis und bezahlen auch Stipendien für sozial schwächere, aber leistungsbereite junge Leute.
Nach mehr Staat zu rufen wird hier nichts helfen, denn Deutschland ist pleite.
Das ist ein Fakt und man sollte sich sehr schnell damit abfinden und Verantwortung für sich selbst übernehmen.
Ganz im Gegensatz
zu SIEMENS & Co. Wie praktisch, dass man dann mit ein paar
Stammtischparolen und einer Neiddebatte (wann kommt endlich
die erste BILD Geschichte über einen Bummelstudenten, der sein
DAAD Stipendium am Strand von Honolulu versäuft?) wieder eine
wehrlose Gruppe mehr gefunden hat, der man einen Teil der
Schuld an der Misere in die Schuhe schieben kann.
Ich sehe das etwas anders: die Misere unserer Studenten und Absolventen ist, dass viele sehr gute Leute die teure Ausbildung hier geniessen und sich dann sofort ins Ausland verdrücken und somit für den deutschen Fiskus nicht mehr erreichbar. Die „Schlechteren“ bleiben, schließen aber oft nicht ab bzw. haben irgendein Käsefach studiert, mit dem sie keine Anstellung finden.
Wieviel Prozent der Frischlinge schliessen denn ein Studium erfolgreich ab und arbeiten dann in einem sinnvollen Job in Deutschland? Lasst es 25% sein, wobei ich das schon für sehr optimistisch halte.
Und um dem nun zwangsweise folgenden Argument gleich vorzugreifen: wer etwas ordentliches gelernt hat und bei Studienabschluss nicht 35 oder schwanger ist, findet immer einen Job. Die Konjunktur kann hier nicht als Entschuldigung für alles herhalten.
Pisa, miese Lehrer und Professoren, Unis die aus allen Nähten
platzen, Ausstattung wie vor dem Krieg, das sind alles die
elenden Bummel- und Scheinstudenten!
Das ist die eine Seite.
Ich persönlich habe an einer Lehranstalt mit nagelneuer Ausstattung, topqualifizierten Professoren und einem Sitzplatz für alle studiert.
Gut, es war „nur“ eine FH (Hof / Saale), aber meine Jahrgangskollegen und ich haben alle gute Jobs und viele auch Kinder…
Grüße,
Mathias