Hallo,
und hier meine 2 Cent
Mehr ist es auch auf keinen Fall wert 
Ich bin für Studiengebühren für ein Zweitstudium und ein
deutliches Überschreiten der Regelstudienzeit.
Na dann schaun wir mal:
Eine Bekannte aus früheren Tagen:
Zuerst: Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin (weil Papa
nur Geld rüberrückt, wenn was getan wird und Sprachen sind das
einzige, was ihr einigermaßen leicht zufällt).
Papa zahlt also. Abgesehen von Deinem offensichtlichen Neid, wo ist da die ach so hohe Belastung des Steuerzahlers? Ist „Papa“ die Allgemeinheit, oder was?
Ausbildung fertig - auweia - Arbeit droht.
Also Kind, geplant! - ups, kann man nicht arbeiten!
Ob man nicht kann, weiss ich nicht. Aber dass man sich lieber um seine Kinder kümmert, als zu arbeiten, das kann ich vollkommen verstehen. Es soll übrigens Frauen geben, die behaupten, Kindererziehung müsse genauso ernst genommen werden, wie Schokoladenweihnachtsmänner herstellen (und daher konsequenterweise auch bei den Rentenzahlungen berücksichtigt werden). Aber das ist hier nicht das Thema.
Damit Papa weiter das leben finanziert, sucht man sich jetzt
nen tollen Studiengang aus - Politologie mit Spanisch. Man hat
ja nebenbei noch die kostenlose Fahrkarte, verbillige
Versicherung und und und.
Wieder Papa, nicht die „Allgemeinheit“. Die Fahrkarte ist nicht kostenlos, sondern lediglich (mehr oder weniger stark) verbilligt. Mit der verbilligten Versicherung ist es ab einer bestimmten Altersgrenze auch vorbei. Von welchem „und und und“ Du sprichst, ist mir nicht klar. Mehr Vergünstigungen sind nämlich nicht drin. Mal abgesehen davon, dass ein Studium auch nicht mehr auf die Rente angerechnet wird (früher wenigstens noch ein paar Jahre).
Dann Kind Nr. 2 und keine Ahnung - sie studiert immer noch
(ach ja - wir sind gleich alt, ich arbeite seit 18 Jahren…)
Ja und? Nur weil Du zu dumm oder zu faul oder zu eitel zum studieren warst, sollen es die anderen auch nicht dürfen? Wenn das „Papa“ finanziert, ist es doch vollkommen in Ordnung. Förderung nach BAFöG ist bereits stark beschränkt, so dass in den meisten Fällen allerdings nicht „Papa“ sondern „Studi selbst“ für sein Einkommen sorgen muss. Und zwar mit entsprechenden Jobs. Da werden dann (wie bei jedem anderen Arbeitnehmner) alle Abgaben fällig und gemäß den ganz normalen Regeln abgezogen. Studenten kommen bei ihren Tätigkeiten selten über die Beitragsbemessungsgrenze.
Fall 2:
Jurastudium, 2 oder 3 mal durch die Prüfung gefallen
(jedenfalls durfte sie nicht mehr wiederholen), dann ein Kind
als Trost, jetzt ein soziales Studienfach. Und ein Platz in
der studentischen Kinderkrippe. Ach ja, und sie will
Stadträtin bei den Grünen werden, da hat man als Frau die
besten Chancen auf den aussichtsreichen Listenplatz.
Ja, da wäre sie nicht die erste, die ihren Frauenstatus für die Karriere nutzt. Wieso auch nicht? Wenn’s geht. Wie finanziert die Dame denn ihr Studium? Ganz sicher nicht durch öffentliche (BAFöG) Förderung.
[…]
Ganz ehrlich: Ein Studium, daß die Allgemeinheit letztendlich
durch Steuern finanziert, sollte auch im Endeffekt der
Allgemeinheit durch Arbeitsleistung wieder zugute kommen.
Kann man natürlich drüber streiten, in wie fern wir etwas von Stadträtinnen im allgemeinen und welche von den Grünen im besonderen haben. Gemeinhin wird eine gute Ausbildung aber schon an und für sich als positiv betrachtet. Also unabhängig von der hinterher bekleideten Position und dem Einkommen. Darum finde ich die Diskussion „Elektrotechnik ist mehr wert, als Byzantinistik“ so hochgradig beschämend.
[…]
Wenn ich mich heute weiterbilden will, muß ich auch bezahlen -
egal ob ich Volkshochschule mache oder nen Sprachkurs belege!
Schlimm genug. Aber soweit ich weiss, kannst Du das voll steuerlich geltend machen. Unterhalte Dich mal mit einem Steuerberater.
Gebühren für die Lehre sind etwas anderes, denn da bekommt man
eine produktive Leistung bezahlt - so werden in Autohäusern
Auszubildende ab dem 2. Ausbildungsjahr durchaus mit richtiger
ARBEIT betraut - sie müssen nicht so produktiv sein wie
Ausgelernte, aber doch arbeiten. Und das wird bezahlt - und
auch verrechnet. Guck mal ne Installateurrechnung an - ein
AZUBI wird verrechnet - billiger, aber er bringt auch Geld
ein. Und ein Azubi zahlt Steuern, Krankenversicherung,
Arbeitslosengeld usw.
Ein Student, der einer Arbeit nachgeht, zahlt auch Steuern, Krankenversicherung, Sozialabgaben, etc. Aber noch schöner ist, dass er (je nach Tätigkeit und Studienfach) die gleiche Arbeit, wie ein fertig ausgebildeter Ingenieur/Redakteur/etc. leistet und von vielen Firmen AUCH GENAU SO ABGERECHNET wird. Bezahlt bekommt er natürlich 10 EUR/Stunde wenn er Glück hat. In der Regel weniger. Bei einem so geringen Einkommen ist natürlich die Steuer- und Abgabenbelastung relativ gering, aber das hat nichts mit dem Studentenstatus zu tun, sondern gilt für alle anderen Arbeitnehmer in Deutschland ganz genauso.
Grüße von jemandem aus der Volksgruppe der unstudierten
arbeitenden Bevölkerung
Gruß zurück
Fritze