Bald 500 euro studiengebÜhren!

Hallo Camilla!

Deine Aussagen zum Studium in Italien kann ich vollstens bestätigen. Ich bin momentan dabei, ein paar Infos für meinen Bruder zu sammeln, der demnächst die Schule in Brixen abschliessen wird.
Es gibt verschiedenste Stipendien, oft auch verknüpft mit etwas Vitamin B, aber weshalb sollte man Leute für ihre gesunde Bezihungspflege verurteilen?
Die Gebühren sind äußerst unterschiedlich, in Padova jedoch kommt man mit 300 € pro Semester klar.
Und die kann sich ausnahmslos jeder Mensch mit zwei Beinen dazuverdienen. So anstrengend und zeitaufwändig ist kein Studium, als dass das nicht ginge.

Übrigens, in Italien sind nicht alle „dottori“ (—> so
darf sich jemand nennen, der ein abgeschlossenes Studium hat):
laut letzter Volkszählung (1991) sind es weniger als 5% der
Bevölkerung.

…was mich hingegen wundert, denn meine Erfahrung ist, dass jeder mit grauem Haar und Anzug (ausser Busfahrer und Museumswärter…) in Italien mit „dottore“ angesprochen wird.
Selbst bei mir geht das schon los.
Allerdings bin ich 31 und habe nur eine (wirklich ganz) keline graue Strähne… :wink:

Cari Italiani, bitte lasst das!!

Viele Grüße nach Augsburg,

Mathias

Fairness
Hallo,

Heute habe ich dann eine Mitstudentin in der U-Bahn getoffen:
sie hat ihr erstes Studium nicht abgeschlossen, weil zwei
Kinder dazwischen kamen, und studiert jetzt etwas anderes. Da
sie bereits Urlaubssemester für die Kinder hatte, bekommt sie
keine weiteren Vergünstigungen. Die anderthalbfache
Regelstudienzeit hat sie mit diesem Semester voll. Also ab
nächstem Semester: zahlen. 650 Mäuse im Semester. Wie soll man
das als Mutter finanzieren können!? Welchen Sinn hat diese
tolle Regelung da noch? In gewisser Hinsicht hat der Staat
schon eine Menge Geld in sie gesteckt und jetzt kommt nichts
dabei rum, weil sie den Restanteil nicht zahlen kann. Und: man
wird für’s Kinderkriegen bestraft. Na super.

Einzelfallbetrachtungen helfen auch hier - wie so oft - nicht weiter. Man wird immer einen Härtefaöll ausgraben können, der gegen eine neue Regelung bzw. für die Abschaffung einer alten Regelung spricht.

Mathias hat vollkommen recht: Die Anzahl der Studienplätze je Uni berechnet sich nach einem komplizierten Schlüssel aus der Anzahl der Stellen, Computerarbeitsplätze usw. Wer da lange studiert (oder im konkreten Fall die Möglichkeit eines Urlaubssemesters nicht nutzt), blockiert einen Studienplatz für andere und vielleicht sogar für jemanden, der mit dem Studium schneller durch ist, als der Dauerstudent. Ist das fair?

Gruß,
Christian

vom Bittsteller zum zahlenden Kunden
Hallo,

die Debatten gab es zu meiner Zeit schon. Die gleichen, die damals gegen Studiengebühren demonstrierten, waren dann die, die sich mittags vor dem Prüfungsamt oder in der Bibliothek die Füße plattstanden und sich im Zweifel noch anmaulen lassen mußten, wenn sie sich beschwerten, daß es vier Stunden dauerte, ein Buch aus dem Archiv zu bekommen.

Der zahlende Student ist kein nutzloser Nassauer mehr, sondern ein Kunde, der eine Leistung erbringt und dafür eine Gegenleistung mit einer gewissen Qualität erwarten kann. Bei einer kostenlosen Leistung kann man sich nur schlecht beschweren, als zahlender Kunde sieht das ein bißchen anders aus.

Komischerweise hatten das bei uns die BWL-Studenten verstanden, auch die, die kaum mit ihrem Bafög auskamen. Die paar Leute, die ich an der Phil-Fak kannte und die allesamt (im Gegensatz zu mir) morgens/mittags mit dem eigenen Auto zur Uni kamen und auch sonst auf einigermaßen großem Fuß standen, haben lieber in der Eiseskälte demonstriert und stehen wahrscheinlich heute noch vorm Prüfungsamt, wobei: Heute geht ja nicht, das Prüfungsamt hat nur Mo, Di, Do. jeweils 2 Stunden abzgl. Zigarettenpausen geöffnet.

Gruß,
Christian

Der Kunde wird König… wers glaubt…

Hallo,

die Debatten gab es zu meiner Zeit schon.

Zu meiner irgendwie auch schon… blos sind die „Leistungen“ noch schlechter geworden, da immer mehr Stellen gestrichen werden.

Die gleichen, die
damals gegen Studiengebühren demonstrierten, waren dann die,
die sich mittags vor dem Prüfungsamt oder in der Bibliothek
die Füße plattstanden und sich im Zweifel noch anmaulen lassen
mußten, wenn sie sich beschwerten, daß es vier Stunden
dauerte, ein Buch aus dem Archiv zu bekommen.

Dafür wollte man ja auch wirklich NIX zahlen. Also bitte mal :smile:

Der zahlende Student ist kein nutzloser Nassauer mehr, sondern
ein Kunde, der eine Leistung erbringt und dafür eine
Gegenleistung mit einer gewissen Qualität erwarten kann. Bei
einer kostenlosen Leistung kann man sich nur schlecht
beschweren, als zahlender Kunde sieht das ein bißchen anders
aus.

Der Haken ist folgender: Selbst wenn die Studiengebühren kommen, wird sich NIX ändern, denn die so an die Unis fliessenden Mittel werden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder beim „Staatszuschuss“ = den Steuermitteln, welche ja bekanntlich der Bürger so aufwendet, wieder eingespart. Es wird also ganz einfach umverteilt. Mehr Stellen kannst Du dir da in die Haare schmieren!
Ebenso sind ja alle festangestellten Professoren und festen Dozenten real oder de facto verbeamtet… und einen deutschen Professor wegen Unfähigkeit aus dem Amt zu entfernen dürfte ein Ding der Unmöglichkeit sein. Ansosnten werden weiter Zeitstellen gestrichen…
Einen netten nebeneffekt gibt es dann auch noch: Durch die Studiengebühren werden weniger Leute studieren. Also kann man den Staatszuschuss noch weiter absenken, sind ja weniger Studenten… Bei uns laufen bereits signifikante Anteile des Lehrbetriebes über Drittmittelfinanzierte Stellen! (also eigentlich Stellen, die nicht speziell für die Lehre vorgesehen sind)

Sprich: Es ändert sich NIX! GAR NIX! im Unibetrieb! Weil die Leute fehlen, um die Bibliotheken länger zu öffnen, weil das Geld fehlt um Betreuer für Grundpraktika zu zahlen usw usw usw usw…
Die Studenten können sich gerne beschweren, aber wie heisst es so schön: Wo nix is, geht nix.
Das ist übrigens der Grund, warum sich auch die Unis gegen die Studiengebühren wehren… Wenn die Kohlen zusätzlich den Unis zufliessen würden, jaaaaa dann… Aber dass das passiert… da gewinnt eher die PDS die absolute Mehrheit im Bundestag.

Ausser irgendjemand klagt das mal bis zum Bundeswasweissichgericht durch.

Was nötig wäre: der „kämpfenden Truppe“ also denen, die in der Lehre und Forschung tatsächlich was tun, den ganzen Verwaltungsquatsch, der uns wie ein Klotz am Bein und ein Mühlstein um den Hals hängt, endlich mal abzunehmen. Das würde einen Haufen Geld sparen und zusätzliche Resourcen freisetzen…
Aber in D eine Verwaltung abzubauen, ist ungefähr genauso leicht wie ein Schwert aus einem Stein zu ziehen…
Über die Möglichkeit Faule Säcke aus ihren breitgesessenen Amtssesseln und Leerstühlen (kein Tippfehler) zu entfernen mag ich gar nicht nachdenken, die Realität ist zu deprimierend…

Grüssle
Mike

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Hallo A:stuck_out_tongue::smile:,

ich kann dazu eigentlich nur folgendes sagen:

Nur Güter, die etwas kosten, werden wertgeschätzt. Bildung ist ein zu wertvolles Gut, als dass es verschwendet werden dürfte. Dies geschieht aber meiner Erfahrung nach heute unter den Stichworten „Selbstverwirklichung“, „Erfahrungsgewinnung“, „Ausprobieren“ etc. Persönlich sicher sinnvoll, aber nichts, wofür die Allgemeinheit aufkommen müsste…
Aus diesem Grund befürworte ich eigentlich ganz klar eine Selbstbeteiligung (denn mehr ist es derzeit nicht) der Studierenden, auch wenn es mich persönlich nächstes Semester mit meinem Zweitstudium in NRW ebenfalls erwischt.

Fraglich ist in der Tat für mich nur die Art und Weise der Einführung.
Langzeitstudierende und Zweitstudierende zu schröpfen ist absolut OK für mich, denn es hat für mich jeder
a) nur das Anrecht, maximal eine komplette Ausbildung kostenfrei zu erhalten und
b) die Verantwortung, ressourcenschonend mit unserer Gesellschaft umzugehen, d.h. effektiv und effizient zu studieren

Ich kann mir aber auch eine generelle Einführung durchaus vorstellen!

Dafür muss jeder aber auch das Recht haben, auf eine effektive und effiziente Ausbildung zugreifen zu können.

Und eben dies ist derzeit nicht in Planung. In NRW kommen die jetzt eingeführten Gebühren nicht einmal den Hochschulen zu Gute (erst ich glaube 06), sondern versacken im Länderhaushalt zum Löcherstopfen.
Professoren werden weiterhin verbeamtet, der akad. Mittelbau ausgedünnt, die Evaluierung der Lehre hinkt oder ist konsequenzenlos, Berufungsverfahren sind weiter bestenfalls undurchsichtig und häufig rein an der Forschung orientiert, den Hochschulen sind Auswahlverfahren häufig weiterhin untersagt…

Und nur aus diesen Gründen lehne ich eine generelle Einführung der Studiengebühren derzeit ab, da eben keine von Christian beschriebene Kundenorientierung abzusehen ist.

Grüße
Jürgen

Hallo Matthias,

So sehe ich das auch.
Zumal man auch die Frage stellen sollte, ob die Betreffende
nach ihrem Studienabschluss einen Job suchen und Steuern
bezahlen wird, da sie doch zwei Kinder hat.

Vermutlich schon, denn so lustig ist das Studieren mit Kindern auch nicht, dass man es zum Zeitvertreib macht.

Hier stelle ich die Frage, ob nicht beide besser einen Jo´b
suchen und der Allgemeinheit überhaupt nicht auf der Tasche
liegen sollten.

Alos, ich bin der Ansicht, dass auch studieren ein Job ist, leider ein unbezahlter. Aber viel wichtiger ist:

Aber das ist natürlich sarkastisch, infam und
realitätsfremd…

Wo sind denn die ausreichenden Kinderbetreuungsplätze? Mit Studium kann man die Belegungen noch gerade so hindrehen, dass man sein Kind (seine Kinder) zu den Zeiten bringt/holt, die allgemein angeboten werden. In Lohn und Brot ist das mit kleineren Kindern fast nicht machbar, die sollten dann schon eher älter sein.

Was im übrigen dafür spricht, dass man mit Kindern studiert, damit die später zu Jobzeiten aus dem Grösten heraus sind.

Karin

PS: Ich habe studiert (Elektrotechnik), als meine Tochter 3 bis 10 Jahre alt war. Seitdem bin ich in Lohn und Brot, d.h. ich weiß, wovon ich schreibe.

Hallo,

und hier meine 2 Cent

Ich bin für Studiengebühren für ein Zweitstudium und ein deutliches Überschreiten der Regelstudienzeit.

Beispiel gegen Dein Beispiel?

Eine Bekannte aus früheren Tagen:

Zuerst: Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin (weil Papa nur Geld rüberrückt, wenn was getan wird und Sprachen sind das einzige, was ihr einigermaßen leicht zufällt).

Ausbildung fertig - auweia - Arbeit droht.

Also Kind, geplant! - ups, kann man nicht arbeiten!

Damit Papa weiter das leben finanziert, sucht man sich jetzt nen tollen Studiengang aus - Politologie mit Spanisch. Man hat ja nebenbei noch die kostenlose Fahrkarte, verbillige Versicherung und und und.

Dann Kind Nr. 2 und keine Ahnung - sie studiert immer noch (ach ja - wir sind gleich alt, ich arbeite seit 18 Jahren…)

Fall 2:

Jurastudium, 2 oder 3 mal durch die Prüfung gefallen (jedenfalls durfte sie nicht mehr wiederholen), dann ein Kind als Trost, jetzt ein soziales Studienfach. Und ein Platz in der studentischen Kinderkrippe. Ach ja, und sie will Stadträtin bei den Grünen werden, da hat man als Frau die besten Chancen auf den aussichtsreichen Listenplatz.

Du wirst immer arme Seelen finden, für die es eine unzumutbare Härte ist, ein Studium erfolgreich abzuschließen und dann einfach zu arbeiten.

Ganz ehrlich: Ein Studium, daß die Allgemeinheit letztendlich durch Steuern finanziert, sollte auch im Endeffekt der Allgemeinheit durch Arbeitsleistung wieder zugute kommen. Was darüber hinausgeht ist wirklich Selbstverwirklichung und Privatvergnügen. Kann jeder machen -aber er soll es auch bezahlen.

Wenn ich mich heute weiterbilden will, muß ich auch bezahlen - egal ob ich Volkshochschule mache oder nen Sprachkurs belege!

Gebühren für die Lehre sind etwas anderes, denn da bekommt man eine produktive Leistung bezahlt - so werden in Autohäusern Auszubildende ab dem 2. Ausbildungsjahr durchaus mit richtiger ARBEIT betraut - sie müssen nicht so produktiv sein wie Ausgelernte, aber doch arbeiten. Und das wird bezahlt - und auch verrechnet. Guck mal ne Installateurrechnung an - ein AZUBI wird verrechnet - billiger, aber er bringt auch Geld ein. Und ein Azubi zahlt Steuern, Krankenversicherung, Arbeitslosengeld usw.

Grüße von jemandem aus der Volksgruppe der unstudierten arbeitenden Bevölkerung

Wendy

Weitverbreiteter Irrtum
Hallo Heiner

Diejenigen, die tatsächlich ihr Studium abschließen (60 %
??)verdienen i.d.R. wesentlich mehr Geld als jede andere
Bildungsschicht; auch die Arbeitlosenquote unter Akademiker

und das ja wohl zu Recht. Aber wenn Du die Steuern abziehst und dann einmal die Lebenseinkommen von Akademiker und Handwerker, der bereits mit 16 oder 17 in das Erwerbsleben als Lehrling einsteigt, vergleichst, wirst Du herausfinden, dass sich ein Studium nur fuer eine Minderheit finanziell wirklich lohnt. Es ist einfach zu billig, zu behaupten, Akademiker verdienen spaeter viel mehr und koennen deshalb gemolken werden. Sie brauchen meist auch 8 bis 10 Jahre laenger, bis sie eine erste Anstellung (und das oft als schlechtbezahlter Doktorand) aufnehmen.
Es ist eine grosse Errungenschaft dieses Landes - und das wird auch ausserhalb Deutschlands so gesehen -, dass Bildung bei uns ziemlich wenig kostet (kostenfrei ist sie ohnehin nicht mehr).

bezahlt. Ab sofort: nur noch Jahresverträge, deren
Verlängerung (auch) von der (positiven) Bewertung durch die
Studierenden abhängt. (Ich nenne hier bewußt nur einen
Kritikpunkt; es ließe sich eine lange Liste von Schwachstellen
erstellen: hier mag der Hinweis auf die Ergebnisse der
PISA-Studie genügen).

Die Verbeamtung auf Lebenszeit wird doch ohnehin schon abgeschafft, oder?

Viel Erfolg bei den Demos und bei der Erstellung eines guten
Konzeptes. Tipp: Ein junger Abgeordneter der Grünen hat vor
Jahren ein - wie ich erinnere - gutes Konzept vorgelegt.

Ich kann hier keinen neuen Gesichtspunkt erkennen!?

Gruesse aus Oxford,

Henning.

Hallo Gandalf!

Wenn ich die Vorschläge bisher richtig mitbekommen habe,
sollen ja wohl allgemeine Studiengebühren nicht erhoben
werden, also die für ein Erststudium in vorgesehener Dauer,
sondern nur für Zweit-, Rentner- und Bummelstudien.

das ist (bisher!) soweit richtig, aber es ist
allgemeine Erfahrung, daß, wenn erst mal der Fuß in der Tür
ist, weitergemacht wird.
Leute wie der Kollege Mertz denken heute schon ziemlich laut
darüber nach, höhere Bildung allgemein mit Kosten zu belegen.
Alles was über die 10. Klasse hinausgeht, soll kosten.

Dann ist es ein kleiner Schritt von den Kosten für
Bummelstudenten auf allgemeine Bezahlung.

Das finde ich einen falschen Ansatz. Es ist prinzipiell Unsinn, eine gute Idee nicht zu verwirklichen aus Angst davor, dass irgendjemand aufbauend auf die gute Idee schlechte Ideen vorschlägt.

Wenn tatsächlich Studiengebühren für Zweitstudiengänge eingeführt werden und dann Politiker vorschlagen, weitergehende Abgaben zu installieren, erst dann ist es richtig (und notwendig!) dagegen auf die Barrikaden zu gehen.

Sachlich magst Du recht haben: Über den Sinn und Zweck der 500 Euro lässt sich streiten. Meiner Ansicht nach gibt es ohnehin relativ viele Studenten, deren primäres Ziel nicht die Wissensaneignung und Weiterbildung ist, sondern die Bequemlichkeit, nicht arbeiten zu müssen. In Erststudiengängen ist es in der Tat unmöglich, objektive Massstäbe über die Studienmotivation anzulegen, und so förderungswürdige von nicht förderungswürdigen Studenten zu unterscheiden, daher bin auch ich gegen Studiengebühren im Erststudiengang. Auch wenn dann ein paar „Bildungsschmarotzer“ dabei durchgefüttert werden müssen - dieses Päckchen hat ein Sozialstaat nun mal zu tragen. Aber in Zweitstudiengängen ist es durchaus möglich, objektive Kriterien zu finden, da dort die Studenten bereits voll ausgebildet sind.

Was Deine Argumentation bezüglich Siebprüfungen und Mittelvergabe an die Unis angeht, magst Du recht haben, das kann ich so global nicht beurteilen. Nichtsdestotrotz ist das allerdings ein anderes Problem, das behoben werden muss. Im Gleichschritt mit Studiengebühren müssen dann auch die Mittelvergabe sowie die Studienordnungen reformiert werden. Aber schlechtes Universitätsmanagement ist kein Argument gegen Studiengebühren.

Ciao Christoph C>

Fall 3
Hallo,

Finanziell unabhängiges Studieren war geplant, deswegen als Grundlage eine Ausbildung begonnen, die zu einem FH-Studium erweitert (ausbildungsbegleitend) und beides abgeschlossen.
Neues, eigentlich gewolltes Studium (kein Aufbau~) nun begonnen, zur Finanzierung nebenbei Arbeit in genau dem Bereich der Ausbildung/Studium 1, also wie geplant.

Keine Pausen, Kinder oder sonstiges. Kein sponsored by Mutti, auch kein Anspruch auf Bafög oder sonstige Beihilfe, weil im 1. Studium ‚zuviel‘ verdient und nun, weil es der zweite Bildungsweg ist.

Ja, ich habe mich bemüht, so zu handeln, dass mir solche ‚Vorwürfe‘ erspart bleiben. Ich zahle auch jetzt als Arbeitnehmer die entsprechenden Steuern und alles drumherum (die Krankenversicherung sogar komplett), hab auch als Azubi und nach der Ausbildung als Angestellter (noch während Studium 1) eingezahlt.

Ich glaube kaum, dass die Einführungen der Gebühren auch rückwirkend stattfinden, so dass mich das hoffentlich nicht betreffen wird. Sonst kann ich die Bücher zuklappen. Die Höhe von 500 EUR käme nahezu einem Verbot des Zweitstudiums gleich. Einer Schuld bin ich mir aber nicht bewusst, leiste ich mir meinen Weg nun selbst oder wird der mir bezahlt von der Allgemeinheit?

Na, jedenfalls gibt es auch Fälle, wo Deine Argumente nicht so greifen.

Und man könnte auch noch mehr Aspekte mit diskutieren:

  • wer weiss mit 18, was er will?
  • freie Persönlichkeitsentfaltung?
  • Recht auf (Weiter-?)Bildung?
  • Staatswillkür: Gebühren nur wegen Pleite?
  • Was ist mit den Politikern, die das beschliessen, haben die nicht auch alle mindestend den zweiten Weg eingeschlagen?
  • wieviel geht durch unmotivierte Arbeiter verloren?

Grüße,
Daniel

Hallo Hanna,

normalerweise sind Härtefälle von der Studiengebüh befreit. Härtefall ist z.B. Kinder unter 6 Jahre oder mit Behinderung… zumindest in BW ist das so. Daher wundert mich das!

Gruß Julia

Hallo,

ich will es mal Deinem hohen Alter zuschreiben, daß Du so etwas ernsthaft verbreitest.

Der Kommilitonin war
offenbar das Kinderkriegen wichtiger, als der Abschluß ihres
Studiums. Das hätte man sicher auch andersrum planen können.

Mal abgesehen davon, daß derartige Äußerungen frauenfeindlich sind. Sind sie auch noch völlig überholt. Deutschland wird es sich nicht lange mehr leisten können bei rückläufigen Bevölkerungswachstum die Hälfte der Bevölkerung links liegen zu lassen.

Schade für Dich außerdem, daß genau in diesem Härtefall keine Studiengebühr gezahlt werden muß… nämlich dann, wenn man Kinder unter 6 Jahren hat.

Gruß Juhe

Ja, Du hast sowas von RECHT!

Es wird alles teurer, aber nicht im geringsten besser. Darum werden meine Kinder auch, wenn sie überhaupt studieren wollen, die Möglichkeit erhalten, dass im Ausland zu tun. Wenn ich schon Studiengebühren berappen muss, dann aber an einer Uni, bei der man dafür auch was geboten bekommt. Und zwar nicht Steinkohlesubventionen und höhere Deiche an der Elbe.

Auch ich möchte diesem Land lieber heute als morgen den Rücken kehren und arbeite gerade daran, mittelfristig zum „Ex-Pat“ zu werden.

Gruß

Fritze

Hallo,

und hier meine 2 Cent

Mehr ist es auch auf keinen Fall wert :smile:

Ich bin für Studiengebühren für ein Zweitstudium und ein
deutliches Überschreiten der Regelstudienzeit.

Na dann schaun wir mal:

Eine Bekannte aus früheren Tagen:

Zuerst: Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin (weil Papa
nur Geld rüberrückt, wenn was getan wird und Sprachen sind das
einzige, was ihr einigermaßen leicht zufällt).

Papa zahlt also. Abgesehen von Deinem offensichtlichen Neid, wo ist da die ach so hohe Belastung des Steuerzahlers? Ist „Papa“ die Allgemeinheit, oder was?

Ausbildung fertig - auweia - Arbeit droht.

Also Kind, geplant! - ups, kann man nicht arbeiten!

Ob man nicht kann, weiss ich nicht. Aber dass man sich lieber um seine Kinder kümmert, als zu arbeiten, das kann ich vollkommen verstehen. Es soll übrigens Frauen geben, die behaupten, Kindererziehung müsse genauso ernst genommen werden, wie Schokoladenweihnachtsmänner herstellen (und daher konsequenterweise auch bei den Rentenzahlungen berücksichtigt werden). Aber das ist hier nicht das Thema.

Damit Papa weiter das leben finanziert, sucht man sich jetzt
nen tollen Studiengang aus - Politologie mit Spanisch. Man hat
ja nebenbei noch die kostenlose Fahrkarte, verbillige
Versicherung und und und.

Wieder Papa, nicht die „Allgemeinheit“. Die Fahrkarte ist nicht kostenlos, sondern lediglich (mehr oder weniger stark) verbilligt. Mit der verbilligten Versicherung ist es ab einer bestimmten Altersgrenze auch vorbei. Von welchem „und und und“ Du sprichst, ist mir nicht klar. Mehr Vergünstigungen sind nämlich nicht drin. Mal abgesehen davon, dass ein Studium auch nicht mehr auf die Rente angerechnet wird (früher wenigstens noch ein paar Jahre).

Dann Kind Nr. 2 und keine Ahnung - sie studiert immer noch
(ach ja - wir sind gleich alt, ich arbeite seit 18 Jahren…)

Ja und? Nur weil Du zu dumm oder zu faul oder zu eitel zum studieren warst, sollen es die anderen auch nicht dürfen? Wenn das „Papa“ finanziert, ist es doch vollkommen in Ordnung. Förderung nach BAFöG ist bereits stark beschränkt, so dass in den meisten Fällen allerdings nicht „Papa“ sondern „Studi selbst“ für sein Einkommen sorgen muss. Und zwar mit entsprechenden Jobs. Da werden dann (wie bei jedem anderen Arbeitnehmner) alle Abgaben fällig und gemäß den ganz normalen Regeln abgezogen. Studenten kommen bei ihren Tätigkeiten selten über die Beitragsbemessungsgrenze.

Fall 2:

Jurastudium, 2 oder 3 mal durch die Prüfung gefallen
(jedenfalls durfte sie nicht mehr wiederholen), dann ein Kind
als Trost, jetzt ein soziales Studienfach. Und ein Platz in
der studentischen Kinderkrippe. Ach ja, und sie will
Stadträtin bei den Grünen werden, da hat man als Frau die
besten Chancen auf den aussichtsreichen Listenplatz.

Ja, da wäre sie nicht die erste, die ihren Frauenstatus für die Karriere nutzt. Wieso auch nicht? Wenn’s geht. Wie finanziert die Dame denn ihr Studium? Ganz sicher nicht durch öffentliche (BAFöG) Förderung.

[…]

Ganz ehrlich: Ein Studium, daß die Allgemeinheit letztendlich
durch Steuern finanziert, sollte auch im Endeffekt der
Allgemeinheit durch Arbeitsleistung wieder zugute kommen.

Kann man natürlich drüber streiten, in wie fern wir etwas von Stadträtinnen im allgemeinen und welche von den Grünen im besonderen haben. Gemeinhin wird eine gute Ausbildung aber schon an und für sich als positiv betrachtet. Also unabhängig von der hinterher bekleideten Position und dem Einkommen. Darum finde ich die Diskussion „Elektrotechnik ist mehr wert, als Byzantinistik“ so hochgradig beschämend.

[…]

Wenn ich mich heute weiterbilden will, muß ich auch bezahlen -
egal ob ich Volkshochschule mache oder nen Sprachkurs belege!

Schlimm genug. Aber soweit ich weiss, kannst Du das voll steuerlich geltend machen. Unterhalte Dich mal mit einem Steuerberater.

Gebühren für die Lehre sind etwas anderes, denn da bekommt man
eine produktive Leistung bezahlt - so werden in Autohäusern
Auszubildende ab dem 2. Ausbildungsjahr durchaus mit richtiger
ARBEIT betraut - sie müssen nicht so produktiv sein wie
Ausgelernte, aber doch arbeiten. Und das wird bezahlt - und
auch verrechnet. Guck mal ne Installateurrechnung an - ein
AZUBI wird verrechnet - billiger, aber er bringt auch Geld
ein. Und ein Azubi zahlt Steuern, Krankenversicherung,
Arbeitslosengeld usw.

Ein Student, der einer Arbeit nachgeht, zahlt auch Steuern, Krankenversicherung, Sozialabgaben, etc. Aber noch schöner ist, dass er (je nach Tätigkeit und Studienfach) die gleiche Arbeit, wie ein fertig ausgebildeter Ingenieur/Redakteur/etc. leistet und von vielen Firmen AUCH GENAU SO ABGERECHNET wird. Bezahlt bekommt er natürlich 10 EUR/Stunde wenn er Glück hat. In der Regel weniger. Bei einem so geringen Einkommen ist natürlich die Steuer- und Abgabenbelastung relativ gering, aber das hat nichts mit dem Studentenstatus zu tun, sondern gilt für alle anderen Arbeitnehmer in Deutschland ganz genauso.

Grüße von jemandem aus der Volksgruppe der unstudierten
arbeitenden Bevölkerung

Gruß zurück

Fritze

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Hi Heiner,

Im bisherigen System bieten wir Millionen (derzeit sind es 2
Millionen eingeschriebene Studierenden (ich lasse hier aussen
vor, wieviel davon tatsächlich studieren)) auf Kosten der
Allgemeinheit einen hohen Bildungsabschluß zu erlangen.

wenn man D im internationalen Vergleich betrachtet, liegt es im unteren Mittelfeld, was die Zahl der Abiturienten (bzw. vergleichbare Abschlüsse) und Studenten betrifft.

Diejenigen, die tatsächlich ihr Studium abschließen (60 %
??)verdienen i.d.R. wesentlich mehr Geld als jede andere
Bildungsschicht;

Zahlen entsprechend auch mehr Steuern, erbringen eine höhere Wertschöpfung (Erfindungen, Entwicklungen…) und ‚lohnen‘ sich für die Wirtschaft mehr als weniger ausgebildete.

auch die Arbeitlosenquote unter Akademiker
liegt seit Jahren deutlich niedriger als die anderer
Berufsgruppen.

Das hängt aber auch von der Berufsparte ab. Im Sozialbereich ist die Akademikerarbeitslosigkeit sicher höher als bei EDV-Menchen mit ‚nur‘ einer Berufausbildung.

Daraus resultiert eine weitere Überlegung: Für
die Bezahlung der Studiengebühren werden Bildungskredite
vergeben, die nach Abschluß des Studiums zurückzuzahlen sind.
(Hier könnte eine ähnliche Regelung wie beim BAFÖG greifen).

Das ergibt wiederum einen Verwaltungsaufwand, der nicht zu unterschätzen ist.

Insgesamt wäre es sinnvoll, die Studiengebühren mit einer
Reform der Hochschulen zu verbinden. Es ist unglaublich,
welche Verschwendung an (einigen?) deutschen Hochschulen
stattfindet.

Dann bitte Nägel mit Köpfen. Dann sollte in einem Rutsch die gesamte öffentliche Verwaltung reformiert werden. Aber das wird wohl zu meinen Lebzeiten nicht mehr passieren.

Zudem sind die pfiffigen Profs schon vor einiger Zeit auf den Trichter gekommen, sich selber Mittel aus der Industrie und anderen externen Töpfen zu holen. Denen geht es gut, während es den Kappesköpfen qua Mittelkürzungen immer schlechter geht.

Ab sofort: nur noch Jahresverträge, deren
Verlängerung (auch) von der (positiven) Bewertung durch die
Studierenden abhängt.

Solche Bewertungen halte ich für sehr fragwürdig. Damit lassen sich trefflich unangenehme Zeitgenossen kaltstellen, egal ob gut oder nicht. Wenn Du jetzt einwendest, da ließen sich diverse Kontrollen einbauen, machst Du das System wieder träge und weniger effektiv. Solche Systeme mögen in der grauen Theorie funktionieren, in der Praxis werden sie aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Hose gehen.

Es gibt viel zu tun.
Und: die Studierenden sind mitverantwortlich.

Das tun sie Momentan doch, ich weiß gar nicht, was Du willst!
wenn Du Dich mal ein wenig mit den Sachen befasst, wirst Du feststellen, daß dort durchaus durchdachte Vorschläge gemacht werden.
Hab jetzt leider keinen Link zur Hand, aber ich hab vor einigen Tagen ein Gespräch mit einem Studi gehört, der da einige bedenkenswerte Sachen zum besten gegeben hat.

Gandalf

Ganz einfach…
Hallo Fritze,
„Bummelstudenten“ sind deshalb so schlimm, da diese den „jüngeren Semestern“ die Seminarplätze wegnehmen. Ist ein Seminar nämlich überfüllt, haben die „älteren Semester“ im Normall das Vorrecht auf das Seminar. Ob sie dann später den Schein auch machen (wollen), ist dabei nicht relevant.

Gruß Alex

Hallo,

Ich fände es schön, wenn Du mir mal erklären könntest, in
wiefern Gebühren oder ein dalli-dalli Studium die Qualität
verbessern. Also: Warum ist ein schnelles Studium qualitativ
höher, als ein langsameres?

Ich habe so etwas NIE behauptet. Ich habe nur gesagt: Wer studiert und dafür Gebühren zahlen muss, nimmt die Sache ernster.

Camilla

Hallo Fritze,
„Bummelstudenten“ sind deshalb so schlimm, da diese den
„jüngeren Semestern“ die Seminarplätze wegnehmen. Ist ein
Seminar nämlich überfüllt, haben die „älteren Semester“ im
Normall das Vorrecht auf das Seminar. Ob sie dann später den
Schein auch machen (wollen), ist dabei nicht relevant.

Ähm, also die „Bummelstudenten“, die ich so kenne (sind einige), besuchen einfach viel weniger Seminare pro Semester. Sie nehmen also keinem jüngeren Studenten einen Platz weg. Sie besuchen auch über die längere Zeit gesehen nicht unbedingt mehr Seminare (es sei denn, sie fallen mal durch, aber das passiert auch den dalli-dalli Studenten), als vorgesehen. Sie strecken es einfach auf einen längeren Zeitraum, aus welchen Gründen auch immer.

Einfach nur eingeschrieben sein (sog. „Scheinstudenten“) bedeutet ja nicht, dass man auch für alle Seminare angemeldet ist. Ganz und gar nicht. Also ist auch diese (kleine) Gruppe keine wirkliche Belastung.

Daher verstehe ich die Aufregung nicht. Wenn man schon Gebühren einführen möchte, dann nicht so dumm nach einer bestimmten Anzahl von Semestern, sondern bei einer bestimmten Überschreitung der vorgesehenen Anzahl von Vorlesungen/Seminaren/Praktika etc.

So könnte man das Problem der „ich mach den Schein noch 100 mal wenn’s sein muss“ unelegant lösen. Viel eleganter wäre es, fachlich ungeeignete Studenten nach spätestens zwei Semestern wieder aus dem Betrieb zu haben. Also entweder in andere Fächer versorgt, die ihnen mehr zusagen, oder ganz aus dem Studienbetrieb heraus. Am allerbesten wären da Zulassungs-Gespräche mit den Professoren. Nach einer halben Stunde wissen die in der Regel recht gut, ob ein Kandidat geeignet ist, oder nicht.

Das würde allerdings bedeuten, mit dem Abitur nicht automatisch die Zulassung zum Studium zu bekommen. Ausserdem könnte man dann nicht so schön abkassieren. Daher lieber (wie so oft) die dämlichst mögliche, ungerechte Lösung.

Gruß

Fritze

Hallo Fritze,

und hier meine 2 Cent

Mehr ist es auch auf keinen Fall wert :smile:

Eine Bekannte aus früheren Tagen:
Zuerst: Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin (weil Papa
nur Geld rüberrückt, wenn was getan wird und Sprachen sind das
einzige, was ihr einigermaßen leicht zufällt).

Papa zahlt also. Abgesehen von Deinem offensichtlichen Neid,
wo ist da die ach so hohe Belastung des Steuerzahlers? Ist
„Papa“ die Allgemeinheit, oder was?

Oh - ich habe nicht behauptet, daß sie mit der ersten Ausbildung der Allgemeinheit zur last fiel. Aber das Studium ist ja gratis… auch das Zweitstudium derzeit noch…

Sorry - es ist nicht der Neid der Besitzlosen, und ich bin durchaus eine Verfechterin, daß Bildung allgemein zugänglich sein muß, auch ein Erststudium soll jeder kostenlos machen können. Bei Zweitstudien - auch wenn Du mich für dumm, eitel und neidisch hälst - finde ich, das ist Privatvergnügen und von jedem durch Studiengebühren zu finanzieren.

Wendy

Hessen!
Hallo Julia,

in Hesen zählen nur Kinder unter 3 Jahren.
Es wird anscheinend von Land zu Land entschieden wie anstrengend Kinder sind…

lg.

m.

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