Moin,
Moin moin,
Gerade die „Bummelstudenten“ tragen damit enorme Kosten. Warum
sollen gerade sie jetzt noch einmal bestraft werden?
gerade weil sie bummeln. Kaum jemand regt sich darüber auf,
daß ein Film mit drei Stunden Laufzeit im Kino teuerer ist als
ein Film mit 90 Minuten Laufzeit.
Die „Bummler“ (die sich selbst übrigens nur zu sehr geringem Teil selbst als solche bezeichnen würden, weil sie nicht „bummeln“ sondern aufgrund äußerer Zwänge einfach weniger Lehrveranstaltungen pro Semester besuchen, dafür aber mehr Semester brauchen) jammern auch gar nicht über die Opportunitätskosten. Die sind aber äußerst reell und werden von den meisten Studenten bewusst in Kauf genommen.
Und wieso sollten Studenten und Schüler Anrechnungszeiten bei
der Rentenversicherung bekommen und dann noch in Höhe des
Durchschnitteinkommens?
Genau aus dem gleichen Grund, weshalb Studiengebühren abzulehnen sind. Sie machen das Studium für Menschen, die nicht das Glück hatten, mit dem goldenen Löffel im Mund geboren zu werden, erheblich schwieriger wenn nicht gar unmöglich. Die Opportunitätskosten sind gerade gestiegen. Denn schneller studieren geht nicht. Also mehr arbeiten, um für die Studiengebühren anschaffen zu gehen. Resultat: Das Studium dauert noch länger.
Jeder soll selbst entscheiden, was er will: Sofortigen
Berufseinstieg oder 4-6 Jahre Studium mit folgenden 10-15
Jahren Aufholzeit für die entgangenen Einnahmen aus der
Studienzeit. Das aber hat das Individuum zu entscheiden und zu
verantworten und nicht die Allgemeinheit.
Wozu brauchen wir dann eine Rentenversicherung und eine Krankenversicherung und eine Sozialversicherung? Da hat bitteschön dann auch jedes Individuum für sich zu entscheiden, und nicht die Allgemeinheit.
Wozu soll die Allgemeinheit für Dinge wie Straßen, Krankenhäuser, Stromversorgung, eine Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste, Parkanlagen, Kirchen, Kindergärten, Schulen und auch Universitäten aufkommen? Könnte das nicht mit der gleichen Begründung in die Verantwortung des Individuums gestellt, vulgo „privatisiert“, werden?
Wozu also eine Solidargemeinschaft?
Ganz einfach: Die Allgemeinheit soll dafür zahlen, weil die Allgemeinheit auch enorm davon profitiert. Es mag wegen der zur Zeit recht großen Studentenzahl eine komische Frage sein, aber meinst Du nicht auch, dass Deutschland eher mehr als weniger qualifizierte Wissenschaftler braucht?
Die Bundesrepublik gibt anteilig ohnehin jetzt schon weniger öffentliche Gelder für Universitäten aus, als die USA!
Warum wird hierzulande immer nur darüber nachgedacht, Randgruppen auszugrenzen, zu stigmatisieren und zu bestrafen? Korrekterweise müsste man doch vielmehr fragen, warum hier viele Studenten so lange brauchen und wie man ihnen helfen kann, damit es schneller klappt. Das wird in anderen, vornehmlich kleineren Volkswirtschaften auch konsequent gemacht. In Finland ist man sich z.B. sehr darüber im klaren, dass man es sich einfach nicht leisten kann, auch nur einen einzigen Jugendlichen nicht bestmöglich zu fördern. Auch und gerade, wenn er Probleme hat.
Prüfungsangst, Finanzsorgen, Krankheit, falsche Lerntechnik, Ärger mit Dozenten, usw, usf. Der Gründe gibt es viele. Die Lösung: Wir würgen ihnen mal richtig einen rein, dann werden sie sich schon berappeln. Pfui deiwel. Ich möchte nicht Teil einer Gesellschaft sein, die sich solche „Lösungen“ ausdenkt.
Gruß
Fritze