Bald 500 euro studiengebÜhren!

Hallo Alex,

alles klar.

Liebe Karin, falls Du bereits per Mail geantwortet hattest, bitte sende mir das nochmal, ich hatte heute 200 Spam Mails im Kasten und habe bei meiner Löschungsaktion evtl. auch sinnvolles gelöscht.

Grüße,

Mathias

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Alexander,

ich bitte euch, eure Privatdiskussion per e-mail fortzusetzen,
dies würde sonst der einzige thread des Brettes werden.

für mich war die Diskussion sowieso beendet.

Gruß, Karin

Hi!

Ich will nicht viel sagen, nur eine kurze Frage:

Warum kann man nicht einfach erst *nach* dem Studium kassieren?

Z.B. müsste man dann soundsoviel Prozent seines Gehaltes an seine alte Uni ableiten, und zwar fuer genauso viele Jahre/Halbjahre wie man Semester studiert hat. Härtefälle müssten natürlich genauso berücksichtigt werden, wie jetzt vorgesehen ist. Wer nach dem Studium arbeitslos ist müsste erstmal nicht zahlen, aber könnte sich erst nach soundsoviel Jahren Langzeitarbeitslosigkeit komplett vor den Gebühren drücken.

Dieses Modell würde die Studenten vom Druck befreien, während des Studiums jobben zu müssen, und gleichzeitig möglichst schnell fertig zu werden (mit den neuen B.A./M.A. Studiengängen hat man eh keine Zeit mehr zum Arbeiten) - man hätte trotzdem einen Ansporn, das Studium schnell zu beenden - das Geld käme direkt den Unis zugute, und nicht zuletzt würde man dann wirklich nur mehr zahlen, wenn man tatsächlich einen von diesen toll bezahlten Akademikerjobs bekäme (anstatt als Taxifahrer zu enden).

Warum nicht so? Was spricht dagegen? Warum die Studenten von vornherein verschrecken? Ich jedenfalls hab große Angst vor meiner finanziellen Zukunft, selbst schon ohne Studiengebühren (die ich hoffentlich nicht mehr zahlen muss, möglicherweise aber doch)…

Gruß und frohe Weihnachten
Annika

Hallo,

(mit den neuen B.A./M.A. Studiengängen hat man eh keine Zeit mehr zum :Arbeiten)

Die Zeit zum Arbeiten hat man während des Studiums nie. Auch nicht, wenn man ein Diplom- oder Magisterstudium macht. Man nimmt sich diese Zeit, weil man eben nicht von Luft alleine leben kann. Darum ist das Studium einfach gestreckt. Netto gleiche Zeit. Wird aber jetzt als „Bummelstudium“ krass mit Gebühren belegt.

Gebühren, die – wie bereits mehrfach erwähnt – obendrein nicht den Hochschulen, sondern dem allgemeinen Haushalt zu Gute kommen. Die Hochschulen bekommen trotz Gebühren WENIGER Geld. Prima Plan! Damit wird bestimmt alles schlagartig besser und alle fühlen sich wie in Harvard.

Gruß

Fritze

Hallo Annika,

also ich finde den Vorschlag eigentlich gar nicht so schlecht. Das
ganze würde zwar nicht dazu führen, dass man während des Semesters
nicht mehr arbeiten muss, aber man müsste zumindest nicht mehr
jobben, als jetzt. Ich sehe zumindest jetzt keinen richtigen Nachteil
in dem System. Die Unis hätten was davon, die Studenten einen Ansporn
möglichst kurz zu studieren und keine zusätzliche Belastung.
Die einzige Frage die sich mir dabei noch stellt, wäre, wie das
rechtlich durchführbar wäre und wie es mit dem Verwaltungsaufwand
steht, aber ich bin ja kein Jurist :smile:
Auf jeden Fall IMO die beste Lösung, die ich zum Thema Einführung von
Studiengebühren bis jetzt gehört hab.

mfg
deconstruct

Hallo Annika,

diese Form von Studiengebühren ist in der Diskussion als das sog. „Australische Modell“ im Gespräch.

Warum kann man nicht einfach erst *nach* dem Studium
kassieren?

Zwar nicht in Prozent des Gehalts, soweit ich mitgekriegt habe, aber dieser Einwurf zeigt in meinen Augen deutlich, dass hier viele mitdiskutieren, die den Stand der öffentlichen Diskussion überhaupt nicht kennen.

Gruß, Karin

Hallo Karin!

Vielen Dank fuer diesen Hinweis, ich habe tatsächlich in letzter Zeit nur sehr wenig von der Diskussion mitgekriegt, da ich momentan in Schweden studiere (wo es mir viel besser gefällt, als in Deutschland…).
Ich habe mir jetzt mal ein paar Artikel zu diesem Australischen Modell durchgelesen - das war sehr hilfreich, denn nun kann ich tatsächlich auch einige Schwachpunkte erkennen. Allerdings gibt es ja wohl in diesem Modell dennoch direkte Studiengebühren, die durch einen haushohen Kredit getilgt werden, den man dann früher oder später und anteilsmäßig nach Gehaltshöhe wieder abzahlen muss. Schulden sind meiner Meinung nach immer schlecht. Sie schrecken ab. Deshalb sollte man eben gar keine direkten Studiengebühren fordern, den Studenten keine Schulden aufhalsen, sondern eben später prozentual vom Gehalt abzweigen.
In einem der Artikel habe ich gelesen, dass ein solches Modell die Leute zu Niedriglohn-Arbeit verleitet. Mag sein, aber längst nicht jeder wird auf ein gutes Gehalt verzichten, nur um weniger zahlen zu müssen. Und wenn ich das richtig verstanden habe, dann zahlen in diesem Australischen Modell die Besserverdiener *wirklich* mehr, also nicht z.B. den gleichen Prozentsatz des Gehaltes, sondern irgendeine höhere Pauschalgebühr… oder so ähnlich… jedenfalls sollte es meiner Meinung nach eigentlich kein Problem sein, wenn alle den gleichen Prozentsatz zahlen. Aber andererseits hab ich echt überhaupt keine handfeste Ahnung von solchen Dingen. Bin kein Mathe- und Staatswesen-Genie.
Wie auch immer, ich denke, ein Nachzahl-System sollte ganz gut klappen, wenn man…
a) nicht sofort anfängt zu kassieren (vielleicht erst 10 Jahre nach dem Abschluss) - denn im A.M. wurde auch kritisiert, dass junge Familien jeden Cent brauchen. Außerdem muss man ja auch erstmal einen Job finden, und eine gewisse Gehaltsgrenze erreichen.
b) niemandem Schulden aufhalst, die sich psychologisch einfach schlecht auswirken.
c) die Unis dermaßen gestaltet, dass man als ehemaliger Student *gerne* zahlt
d) faire Konditionen für jedermann hat.
e) usw… da gäbe es sicher noch einiges zu bedenken.

Möglicherweise, bzw höchstwahrscheinlich käme bei diesem Modell nicht so viel Geld raus wie bei dem jetzt geplanten System. Aber immerhin besser als gar nichts (wie’s bisher war).

Ciao
Annika

Hallo Annika,

eines verstehe ich in Deiner Argumentation nicht:

Schulden sind meiner Meinung nach immer schlecht. Sie schrecken ab.

Was bitte ist der Unterschied zwischen einer Zahlungsverpflichtung, die Du „Schulden“ nennst und einer Zahlungsverpflichtung, die zwar aus einem aktuellen Studium erwächst aber angeblich keine Schulden sind? Modelle zum Schuldenerlass, wie Du sie vorgeschlagen hast, kann man auch beim ersteren einbauen. Ich sehe hier nur den Unterschied, dass ich im Falle von dem, was Du als „Schulden“ bezeichnest, gleich weiß, wieviel ich zu zahlen habe, im anderen Falle nicht wirklich. Mir wäre da der erste Fall lieber…

Deshalb sollte man eben gar keine direkten Studiengebühren
fordern, den Studenten keine Schulden aufhalsen, sondern eben
später prozentual vom Gehalt abzweigen.

Die Rückzahlung der Schulden gehen offensichtlich auch als ein gewisser Anteil (ob jetzt ein genauer Prozentsatz oder evtl. sogar von einer Mindestgrenze aufwärts beliebig schneller oder langsamer zahlbar, sehe ich nicht als so großen Unterschied) vom Gehalt (besser wohl vom Einkommen, sonst würden Selbständige und Beamte (diese erhalten Besoldung) bevorzugt.

In einem der Artikel habe ich gelesen, dass ein solches Modell
die Leute zu Niedriglohn-Arbeit verleitet. Mag sein, aber
längst nicht jeder wird auf ein gutes Gehalt verzichten, nur
um weniger zahlen zu müssen. Und wenn ich das richtig
verstanden habe, dann zahlen in diesem Australischen Modell
die Besserverdiener *wirklich* mehr, also nicht z.B. den
gleichen Prozentsatz des Gehaltes, sondern irgendeine höhere
Pauschalgebühr… oder so ähnlich…

Also, auch ein gleicher Prozensatz vom Gehalt ist bei Besserverdienenden ein höherer Absolutbetrag, und so habe ich das mit diesem Modell auch verstanden.

Nach meiner Ansicht ist ein ggf. auf unsere Verhältnisse angepasstes Modell dieser Art so ziemlich das, was Du vorschlägst. Und über den Begriff „Schulden“ würde ich nicht so heftig diskutieren…

Gruß, Karin