Hallo Annika,
eines verstehe ich in Deiner Argumentation nicht:
Schulden sind meiner Meinung nach immer schlecht. Sie schrecken ab.
Was bitte ist der Unterschied zwischen einer Zahlungsverpflichtung, die Du „Schulden“ nennst und einer Zahlungsverpflichtung, die zwar aus einem aktuellen Studium erwächst aber angeblich keine Schulden sind? Modelle zum Schuldenerlass, wie Du sie vorgeschlagen hast, kann man auch beim ersteren einbauen. Ich sehe hier nur den Unterschied, dass ich im Falle von dem, was Du als „Schulden“ bezeichnest, gleich weiß, wieviel ich zu zahlen habe, im anderen Falle nicht wirklich. Mir wäre da der erste Fall lieber…
Deshalb sollte man eben gar keine direkten Studiengebühren
fordern, den Studenten keine Schulden aufhalsen, sondern eben
später prozentual vom Gehalt abzweigen.
Die Rückzahlung der Schulden gehen offensichtlich auch als ein gewisser Anteil (ob jetzt ein genauer Prozentsatz oder evtl. sogar von einer Mindestgrenze aufwärts beliebig schneller oder langsamer zahlbar, sehe ich nicht als so großen Unterschied) vom Gehalt (besser wohl vom Einkommen, sonst würden Selbständige und Beamte (diese erhalten Besoldung) bevorzugt.
In einem der Artikel habe ich gelesen, dass ein solches Modell
die Leute zu Niedriglohn-Arbeit verleitet. Mag sein, aber
längst nicht jeder wird auf ein gutes Gehalt verzichten, nur
um weniger zahlen zu müssen. Und wenn ich das richtig
verstanden habe, dann zahlen in diesem Australischen Modell
die Besserverdiener *wirklich* mehr, also nicht z.B. den
gleichen Prozentsatz des Gehaltes, sondern irgendeine höhere
Pauschalgebühr… oder so ähnlich…
Also, auch ein gleicher Prozensatz vom Gehalt ist bei Besserverdienenden ein höherer Absolutbetrag, und so habe ich das mit diesem Modell auch verstanden.
Nach meiner Ansicht ist ein ggf. auf unsere Verhältnisse angepasstes Modell dieser Art so ziemlich das, was Du vorschlägst. Und über den Begriff „Schulden“ würde ich nicht so heftig diskutieren…
Gruß, Karin