Ballerspiele: Auslöser von Amokläufen?

Hallo!

Ich möchte gerne einen Zeitungsartikel über die positive und negative Sozialisierung von Computerspielen schreiben. Dabei lege Ich den Schwerpunkt auf die These, dass besonders Ballerspiele wie z.B. Counterstrike Gewalt auslösen und vielleicht auch zu Amokläufen führen. Gerüchte um einen Zusammenhang zwischen Computerspielen und den Amoklauf zweier JUgendlicher in Littleton vor zwei Jahren gab es; die Herstellerfirmen wurden verklagt. Wie ging dieser Prozess aus? Fallen einem noch mehr ähnliche aktuelle Beispiele ein?
Natürlich geht es mir auch darum Meinungen von anderen einzufangen, ob sie denn denken, dass Ballerspiele verantwortlich für Amokläufe oder ähnliche Gewaltakte sind.
Ich denke mal, dass es sicherlich schon öfters Zeitungsberichte über dieses Thema gab. Kann mir da einer weiterhelfen, wo ich solche finde?

Danke für euer Bemühen,

Christian

Hallo Christian,

ich habe dazu eine etwas abweichende Meinung.

Wenn man sagt, dass Ballerspiele Gewalt auslösen, dann behauptet man damit, dass die Spiele die Ursache für die Gewalt sind. Damit hat man dann anscheinend den Schuldigen gefunden, die Herstellerfirma, aber - das ist jetzt meine Meinung - dieses Argument ist nur ein scheinbares. Denn dieses Verhältnis kann genauso gut anders herum interpretiert werden: Diejenigen, die zur Gewalt schon vor dem Spielen bereit sind, greifen zu diesen Spielen erst, weil sich bei ihnen die Aggression schon so aufgestaut hat, dass sie dann die reale Gewalt zwar auslösen, möglicherweise aber nicht die eigentliche Ursache sind.

Mir geht es jetzt nicht darum, zu sagen, dass die eine Argumentation richtig und die andere falsch oder umgekehrt ist, sondern ich möchte die Behauptung aufstellen, dass die Behauptung eines ursächlichen Verhältnisses an dieser Stelle gar nicht aufgestellt werden kann, jedenfalls nicht, ohne noch mehr Informationen über die Einzelfälle zu haben.

Einige Psychologen sind mit dieser Art von „Begründung“ natürlich schnell bei der Hand, vielleicht weil sie sich damit bei den Vertretern dieser These beliebt machen können. Aber eigentlich vertretbar ist diese These - jedenfalls in den Formen, in denen sie mir begegnet ist - verantwortungsvoll eigentlich nicht.

Ich möchte dir eigentlich davon abraten, einen Zeitungsartikel zu schreiben, weil für so ein manchmal sehr komplexes Thema der Zeitungsartikel das denkbar schlecht geeigneteste Medium ist.

Wie die US-Prozesse ausgingen, weiß ich nicht, aber es dürfte eigentlich klar sein, in einem Rechtssystem, in dem die öffentliche Meinung so viel Gewicht hat. Aber die öffentliche Meinung hat halt nicht immer Recht, eigentlich in den wenigsten Fällen. Nach deiner Schreibe zu urteilen, entspricht das Alter in deiner ViKa sicher nicht deinem richtigen Alter - und für eine Meinungsbildung in so schwierigen Zusammenhängen muss man diese Phänomene lange studiert haben - und zusätzlich ganz genau wissen, was man sagen will, und andererseits auch, was man dann tatsächlich schreibt.

Ich hoffe, du nimmst mir diese Meinung nicht übel. Du hattest auch nach anderen Meinungen gefragt.

Herzliche Grüße

Thomas Miller

Hallo,
ich halte diese Art von Argumentation für Schwachsinn.
Ich denke, daß es eher anders herum ist. Wer gewaltbereit
ist, der wird wohl auch eher solche Spiele, Filme, Events
bevorzugen, die seiner inneren Einstellung entsprechen.

Ich glaube nicht, daß ein aggressives Computerspiel der Auslöser
zum anschließenden Amoklauf ist. Das trifft vielleicht noch
auf den Nachahmungstrieb von Kleinkindern zu, die die Folgen
ihrer Handlungen noch nicht beurteilen können.

Eher wird es so sein, daß durch ein solches Spiel das
Gewaltpotential für eine Weile abgenbaut werden kann.
Und wenn die „virtuelle Realität“ noch so toll ist, wenn der
Kasten aus ist, schaue ich aus dem Fenster und da ist alles
so wie es immer ist.

Abgesehen davon, bin ich auch durchaus ein Fan von Actionfilmen.
Im normalen Leben habe ich deswegen noch lange nicht den Drang
Bruce Willis nachzumachen.

Das Amoklaufen ist ja auch keine Erfindung der Neuzeit und kann
nicht so einfach mit den „bösen neuen Medien“ begründet werden.
Nach meiner Kenntnis ist der Prozentsatz von Amokläufern
rel. unabhängig von Ort und Zeit.
Gruß Uwi

Hallo Christian,

meinen kompetenten Vorrednern möchte ich auch noch etwas hinzufügen:

Zuerst einmal: Vergiß andere Zeitungsartikel. Sie sind nahezu durchweg alle tendenziös, plakativ und schlecht recherchiert (Ich rede auch von TV-Beiträgen zum Thema.). Kauf Dir selber ein paar Ballerspiele, geh mal auf ne LAN-Party, rede mit den Leuten und arbeite Dich in die Materie ein, wenn Du einer der ersten sein willst, die kompetent darüber schreiben.

Der in den Medien vertretenen Meinung stehen ganz simple Überlegungen entgegen. Ich schätze, dass in meinem Jahrgang 80% aller Jungen damals Doom und Konsorten gespielt haben - mich eingeschlossen. Wir sind alle mit der Kettensäge durch die Levels gerannt und haben unsere Feinde zersägt. Und von allen diesen 80 Prozent ist bis jetzt noch keiner Amok gelaufen.

Um einen Amoklauf zu veranstalten, braucht es viel mehr als Shooter, wenn es überhaupt welche braucht. Es braucht eine pathologische Fehlveranlagung, ein kaputtes soziales Umfeld und vor allem einen Anlass. Anders gehts nicht.

Wir werden es nie herausfinden, weil es nicht möglich ist, denselben Menschen einmal mit und einmal ohne Shooter zu erziehen.

-) Gruss, Jens

Hallo

Um es mal klar, deutlich und unmißverständlich zu formulieren:

Ballerspiele lösen keine Gewalt und schon gar nicht Amokläufe aus. Dazu gehört weit mehr als ein Spiel wie Counterstrike, Quake, Doom et. Denn die Gewaltbereitschaft ist ja schon vorher da. Sie wird nicht erst durch das Spiel ausgelöst. Dazu kommt das bei Amokläufern noch eine ganze Menge anderer Faktoren mitspielen. Die Aussage das Computerspiele Kinder und Jugendliche erst gewalttätig machen ist meiner Meinung nach schlichtweg falsch. Und wenn Psychologen und andere Fachleute dieses sagen dann behaupte ich das sie bewußt lügen, denn gerade diese Leute sollten es besser wissen. Doch leider wird diese Aussage immer wieder gerne gebraucht, einfach weil sie Medienwirksam ist und zum anderen weil es das ist was die Mehrheit der Gesellschaft gerne glauben WILL. Die eigentliche Ursache der Gewaltbereitschaft wird sich meiner Meinung nach eher in der Kindheit finden lassen als in irgend einem Computerspiel, bei dem ich jemanden mit ner Kettensäge in Einzelteile zerlege. Und ich schließe mich dem Vorschlag eines meiner Vorredner an:

Geh mal zu ner LAN Party und rede mit den Jungen und Mädchen! dort, welche mit Vorliebe Ballerspiele spielen. Da wirst du dann wohl eher zu hören bekommen das mit solchen Spielen Aggressionen manchmal eher abgebaut werden als aufgebaut.

Bye
Michael

Hi
also bei mir ist das nicht so. Wenn ich von der Schule komme und in der letzten Stunde Latein bei meiner Horror Lehrerin hatte. Dann spiele ich erstmal Counterstrike und dann muss ich keinen Amoklauf mehr machen. Ist doch cool.

freak

Nein…
Schau Dir doch am Montag abend, 22:15h auf VOX den zweiten Teil der BBC-Dokumentation ‚Der Mörder in uns‘ an. Schau, ob Du den ersten Teil noch irgendwo auftreiben kannst.

In dieser Dokumentation wird berichtet, was die Wissenschaft heute über Mörder (auch Serien-Mörder) etc. weiss. Etwa dass ein zu hoher Testosteron-Spiegel für Gewaltausbrüche verantwortlich sein kann. Dass auch ein Mangel an Serotonin etwas damit zu tun hat.

Die Aussage, dass Ballerspiele oder auch Actionfilme Leute zu Amokläufen und anderer Gewalt anstiften, kann so nicht stimmen. Weltweit wurden von Halflife und anderen solchen Spielen Millionen Exemplare verkauft. Oder all die Millionen von Leuten, die sich Terminator und andere Filme anschauen. Da müsste die Quote derer, die ausrasten, viel höher sein.

Wenn ich am Wochenende mit Kollegen im LAN zocke, dann haben wir Spass daran, uns virtuell abzuknallen bzw. auf virtuelle Gegner zu schiessen. Aber eben nur virtuell. Ist das Spiel vorbei, dann machen wir etwas anderes. Es ist doch auch für Kinder normal, Indianer und Cowboy oder Räuber und Polizist zu spielen und auch mit den ‚Chäpsli‘-Pistolen aufeinander zu schiessen. Dennoch würde kaum ein Kind je auf die Idee kommen, plötzlich eine echte Waffe zu nehmen.

Aber guck Dir doch mal an, was da jeweils an Gewaltausbrüchen schuld sein soll. Einmal (speziell in den 70er Jahren) war es Heavy Metal-Musik. Dann sind es Horror-Filme wie Freitag der 13. Und heute sind es Computerspiele. Ich denke, bei vielen Erwachsenen kommt das zu einem grossen Teil auch schlicht aus der Angst, die sie vor dem ihnen unbekannten haben. Und statt, dass sie sich eingehend mit dem Thema befassen, bauen sie nur Vorurteile auf.

CU
Peter

Hallo Christian,
Das ist ein sehr schwieriges Thema, das schon lange kontrovers diskutiert wird. Die heftigsten Verteidiger der Ballerspiele sind natürlich diejenigen, die sich hier fleißig austoben und auf keinen Fall als gewalttätig gelten wollen.
Nach langjähriger pädagogischer Arbeit mit Jugendlichen sehe ich das Thema recht differenziert.
Ein Ballerspiel wird bei einem einigermaßen gesunden Menschen nie und nimmer einen Amoklauf auslösen können.
Meine Kritik an Quake & Co. ist, dass hier die Gefahr besteht, dass Hemmschwellen bezügl. Gewalt gesenkt werden. In diesen Spielen, die dank 3D sehr realistisch wirken, kann straflos gemordet und gemetzelt werden.Für Kids, die sich hier stundenlang
austoben kann die virtuelle Welt schnell zur Scheinrealität werden und die Hemmung bezüglich Gewalt gegenüber Mitmenschen kann sich deutlich verringern.
Dass Jugendliche heute gewalttätiger und brutaler als vor 10 oder 20 Jahren sind, ist kein Geheimnis. Ich will die Ballerspiele der Kategorie Quake etc. nicht allein hierfür veranwortlich machen, aber ich bin mir sicher, dass sie einen Anteil daran haben.

Hallo Crotalus,

Die heftigsten Verteidiger der Ballerspiele
sind natürlich diejenigen, die sich hier fleißig austoben und
auf keinen Fall als gewalttätig gelten wollen.

Das stimmt: Es ist erstaunlicherweise IMMER so, dass diejenigen, die solche Spiele verteidigen, Spieler oder ehemalige Spieler sind und diejenigen, die Quake und Co. angreifen, meist nur ein paar Mal zugesehen haben. Mir ist noch kein Spieler untergekommen, der gesagt hätte, das wäre nichts für Jugendliche. Erst so einem würde ich nämlich glauben, rein aus Kompetenzgründen. Und natürlich wollen alle Spieler beweisen, dass sie im normalen Leben nicht gewalttätig sind, weil sie es eben wirklich nicht sind. Sag mal einem unschuldig angeklagten, er solle sich schuldig bekennen.

Aber kann es nicht sein, dass diejenigen, die damals mit Castle Wolfenstein und Doom usw. angefangen haben (1995 etwa), mittlerweile bewiesen haben, das sie nicht gewalttätig sind? Dass sie erwachsen geworden sind, Frau und Kinder genießen, ihren Beruf ausüben und einfach ihr ganz normales Leben führen (so wie ich)?

Mir drängt sich genau wie Peter Möckli weiter unten der Verdacht auf, dass sämtliche Kritiker (Du eingeschlossen) nach der alten, einfach gestrickten Bauernregel handeln: Was der Bauer nicht kennt, das frißt er nicht.

Und noch zu Deinen Beispielen:

Die Sache mit dem Nachspielen von Videospielen bezog sich damals, glaube ich, auf ein paar Kinder, die testen wollten, ob sie auch drei Leben haben so wie Super Mario. Und die Sache mit dem *Mal gucken, wie das ist, jemanden umzubringen.* würde ich in die Ära der Verteufelung der Horror- und Actionfilme einordnen wollen (von denen redet heute keiner mehr).

-) Gruss, Jens

Der Bauer kennt es

Mir drängt sich genau wie Peter Möckli weiter unten der
Verdacht auf, dass sämtliche Kritiker (Du eingeschlossen) nach
der alten, einfach gestrickten Bauernregel handeln: Was der
Bauer nicht kennt, das frißt er nicht.

Das stimmt nicht ganz. Ich habe die Demos von Quake einige Male getestet und das hat mir dann aber auch gereicht und ich kann es nun mal nicht nachvollziehen, was daran so unterhaltsam sein soll, wenn man hier menschliche Gestalten zefetzt und die blutigen Teile dann am Boden liegen. Für mich ist das extrem pervers.

Wenn du meinen Text aufmerksam gelesen hast, dann weist du auch, dass ich NICHT der Meinung bin, das solche Computerspiele allein
für gewalttätiges Verhalten verantwortlich sind. Ich kann aber auch denen nicht zustimmen, die versuchen, die Wirkung auf junge Menschen zu negieren oder zu verharmlosen.
Gruß
Crotalus

Hi Peter

Du sagtest das du auf einer LAN viel Spass daran hast deine Freunde virtuell abzuknallen (kann ich gut verstehen ich bin auch des öfteren auf einer LAN). Aber ich denk mal das du so weit denken kannst das es eine Grenze gibt zwischen der Realität und der virtuellen Spielwelt. Ich könnte mir vorstellen das die Amokläufer nicht so weit denken konnten. Die Amokläufer wurden natürlich nicht allein durch „Gewaltspiele“ zu Amokläufern; da muss es noch einen anderen Grund geben, wie z.B. ein gestörtes Soziales Umfeld oder einfach die falschen Freunde oder ein zerstörtes Elternhaus… es könnte hunderte verschiedenee Gründe geben. Aber meiner Meinung nach waren diese Menschen einfach nicht klar im Kopf. Irgendetwas muss sie ja dazu gebracht haben, aber auf keinen Fall nur PC-Spiele.

MFG WARDOG

Hallo,

Das stimmt nicht ganz. Ich habe die Demos von Quake einige
Male getestet

Dann bist Du kompetenter als viele, die über das Thema schreiben. Trotzdem ist das m.E. noch zu wenig Wissen.

Ernsthaft: Geh einfach mal völlig unbedarft auf eine LAN-Party in Deiner Nähe. Termine und Orte findest Du z.B. auf http://www.giga.de im LAN-Plan. Schau Dir die Leute dort an, bilde Dir eine Meinung. Ich sage Dir eines: Du wirst einen fairen und sportlichen Wettkampf mit dem Computer als Sportgerät erleben.

und das hat mir dann aber auch gereicht und ich
kann es nun mal nicht nachvollziehen, was daran so
unterhaltsam sein soll, wenn man hier menschliche Gestalten
zefetzt und die blutigen Teile dann am Boden liegen.

Der Spass an diesen Spielen liegt nicht in den zerfetzten, blutigen Teilen, die rumliegen oder im Töten. Das wird von irgendwelchen Halbstarken in Internetforen immer nur vorgeschoben, um cool zu wirken, ich persönlich finde diese Gore-Elemente auch aufgesetzt und unnötig. Der wirkliche Spass liegt im Erleben eines Einzelkämpfer- oder Teamkampfeinsatzes in realistischer Umgebung mit einem Kick, der im wirklichen Leben nicht zu erreichen ist. Für meinen Sohn wäre mir diese Form des Kicks lieber als wenn er sich später mal mit einem Rucksack von einem Hochhaus stürzt.

Wenn man sich mal die Spiele von vor 10 Jahren ansieht, dann ahnt man, warum eine realistische 3D-Umgebung so viel Spass machen kann. Und dieser Drang nach Realismus ist es, der die Bluteffekte letzten Endes hervorbringt. Krieg und Tod sind nunmal nicht grün und schön, um das zu wissen, kann ich mir auch die RTL-Nachrichten ansehen.

Für mich ist das extrem pervers.

Pervers? War das nicht immer sexuell abartig?

Wenn du meinen Text aufmerksam gelesen hast, dann weist du
auch, dass ich NICHT der Meinung bin, das solche
Computerspiele allein
für gewalttätiges Verhalten verantwortlich sind. Ich kann aber
auch denen nicht zustimmen, die versuchen, die Wirkung auf
junge Menschen zu negieren oder zu verharmlosen.

Gut, für ein Zugeständnis bin ich bereit: Für junge Menschen, die psychisch gefährdet sind, bspw. durch Veranlagung oder ein kaputtes soziales Umfeld, können solche Spiele ein Katalysator unter vielen sein, was letzten Endes zum Kollaps führen kann.
Aber Du wirst mir zugestehen müssen: Für einen Feldzug gegen oder gar ein Verbot dieser Spiele reicht das niemals aus.

-) Gruss, Jens

P.S. Ich persönlich halte es für viel schlimmer, z.B. unvorbereitete junge Menschen für ein Jahr zum Zivildienst in Krankenhäuser und Pflegeheime zu stecken. Ich selbst habe 72mal reell sehen müssen, dass der Tod verdammt nochmal nicht schön ist. Da ist mir jeder nicht reelle Bluteffekt lieber.

N’abend

Ob jemand nun Gewalttätig ist/wird entscheidet sich in der Kindheit. Und ich glaube nicht, das 6jährige Return to Castle Wolfenstein, Unreal Tournament etc. oder ein anderes Computerspiel spielen außer vielleicht Lernspielen für Kinder.
Probleme zwischen Realität und Traum zu unterscheiden entstehen im Kopf…dazu braucht es keine Virtuelle Realität durch Computerspiele. Desweiteren glaube ich das die meisten Leute die Probleme mit der Unterscheidung zwischen Traum und Wirklichkeit haben sich ihre ganz eigene Realität schaffen und zwar durch ihre eigenen Phantasien im Kopf. Und wenn solche Leute dann Computerspiele spielen…dann war der „Schaden“ schon zuvor da und kam nicht erst mit den Computerspielen.

Bye
Michael der nach der weitläufig akzeptierten These das Computerspiele für Gewaltausbrüche bei Jugendlichen verantwortlich sind schon seit mindestens 9 Jahren im Knast oder der Psychatrie sein müsste.

Du sagtest das du auf einer LAN viel Spass daran hast deine
Freunde virtuell abzuknallen (kann ich gut verstehen ich bin
auch des öfteren auf einer LAN). Aber ich denk mal das du so
weit denken kannst das es eine Grenze gibt zwischen der
Realität und der virtuellen Spielwelt.

Ich sagte ja: Aber nur virtuell. Denn da ballere ich ja nur auf Pixel. Oder mit Texturen überzogene Vektoren.

Irgendetwas muss sie ja dazu gebracht haben, aber auf keinen
Fall nur PC-Spiele.

Genau. Es spielen jeweils mehrere Faktoren zusammen. Das angedeutete ‚zerrüttete‘ Elternhaus ist, gemäss dem erwähnten Bericht auf VOX, ein Grund für einen Serotonin-Mangel im Gehirn. Und das wiederum kann ein mörderisches Verhalten begünstigen.

Oftmals sind auch noch Drogen irgendwelcher Art im Spiel…

CU
Peter

Auch noch was…
Hi

Die These, dass speziell Computerspiele Gewalt verursachen und auslösen, ist so nicht haltbar. das Phänomen des Serienkillers und des Amokläufers war bereits lange vor dem Auftreten derartiger Computerspiele weit verbreitet.

Was nun zu „schwer gewaltbereiten“ Jugnedlichen führt, damit kann man wohl Bibliotheken füllen. Computerspiele, Actionfilme, Reisserische Zeitungsberichte bewirken meineserachtens höchstens, dass Gewaltphantasien in eine spezifische Richtung gebracht werden. Die Gewalt an sich würde so oder so zum Ausbruch kommen.
dann würden die sich wohl nicht Doom oder irgendwelche Gewaltmangas, sondern einfache Zeitungsartikel über Gewaltverbrechen zum Vorbild nehmen.
Die normalen Nachrichten schlagen ja so manches indiziertes Computerspiel an Gewalt um Längen…

Die Gefahr stellt die Unfähigkeit der betreffenden Täter dar, zwischen Phantasie und der Realität zu unterscheiden!

Gruß
Mike

Hi

Die heftigsten Verteidiger der Ballerspiele
sind natürlich diejenigen, die sich hier fleißig austoben und
auf keinen Fall als gewalttätig gelten wollen.

Wie erstaunlich . Als in Bayern der Senat abgeschafft werden sollte haben sich auch die Senatoren als einzige darüber aufgeregt. Könnte das eventuell daran liegen das sie direkt betroffen sind?

Nach langjähriger pädagogischer Arbeit mit Jugendlichen sehe
ich das Thema recht differenziert.
Ein Ballerspiel wird bei einem einigermaßen gesunden Menschen
nie und nimmer einen Amoklauf auslösen können.

Richtig.

Meine Kritik an Quake & Co. ist, dass hier die Gefahr besteht,
dass Hemmschwellen bezügl. Gewalt gesenkt werden.

Wieso sollte sie denn das? Werde ich durch das Spielen von SimCity wirtschaftlich kompetenter? Kann ich wenn ich länger Fifa spiele meine kondition verbessern?

In diesen
Spielen, die dank 3D sehr realistisch wirken, kann straflos
gemordet und gemetzelt werden.

Ist es Mord wenn ich auf jemanden in dem Wissen schiesse dass ich im Falle eines Treffer einen Punkt bekomme und er woanders wieder unversehrt abgesetzt wird?

Für Kids, die sich hier
stundenlang
austoben kann die virtuelle Welt schnell zur Scheinrealität
werden und die Hemmung bezüglich Gewalt gegenüber Mitmenschen
kann sich deutlich verringern.

Jemand der sich in einem solchen Stadium der Verwirrung befindet dürfte dann wohl auch keine Zeitungsberichte über Kriegerische Handlungen mitverfolgen ,da diese genau den selben Effekt mit sich bringen würden.

Dass Jugendliche heute gewalttätiger und brutaler als vor 10
oder 20 Jahren sind, ist kein Geheimnis. Ich will die
Ballerspiele der Kategorie Quake etc. nicht allein hierfür
veranwortlich machen, aber ich bin mir sicher, dass sie einen
Anteil daran haben.

Fakt 1 : Die Jugend von heute ist brutaler als die von vor 50 Jahren (Genaue Zahlen??)
Fakt 2 : Die Jugend von heute nimmt wesentlich aktiverr (Mofas , Auto schon mit 18 etc.) am Strassenverkehr teil.
Folgerung??? : Durch das aggressive Verhalten vieler im Strasssenverkehr wird gewalttätiges verhalten gefördert .

Ich bitte dich…

Fazit: Der Wahnsinnige findet einen Grund Amok zu laufen ob mit oder ohne FPS.

SAN

P.S. Ich persönlich halte es für viel schlimmer, z.B.
unvorbereitete junge Menschen für ein Jahr zum Zivildienst in
Krankenhäuser und Pflegeheime zu stecken. Ich selbst habe
72mal reell sehen müssen, dass der Tod verdammt nochmal nicht
schön ist. Da ist mir jeder nicht reelle Bluteffekt lieber.

Hallo Jens,
Das kann ich jetzt aber gar nicht nachvollziehen.
Ich habe in jungen Jahren auch im Krankenhaus gearbeitet und bin dort mit dem realen Leid, Tod und Sterben konfrontiert worden.
Diese Erlebnisse haben mich sehr beeindruckt und hatten eher eine positive Wirkung auf mich. Wenn dir Begriffe wie Mitgefühl und Ehrfurcht vor dem Leben nicht unbekannt sind, dann weisst du vielleicht, was ich meine.
Gruß
Crotalus

Mir drängt sich genau wie Peter Möckli weiter unten der
Verdacht auf, dass sämtliche Kritiker (Du eingeschlossen) nach
der alten, einfach gestrickten Bauernregel handeln: Was der
Bauer nicht kennt, das frißt er nicht.

Das stimmt nicht ganz. Ich habe die Demos von Quake einige
Male getestet und das hat mir dann aber auch gereicht und ich
kann es nun mal nicht nachvollziehen, was daran so
unterhaltsam sein soll, wenn man hier menschliche Gestalten
zefetzt und die blutigen Teile dann am Boden liegen. Für mich
ist das extrem pervers.

Ach was. Ich finde es viel perverser, per Knopfdruck ganze Landstriche in Schutt und Asche zu legen und das dann noch per Nachtvideoaufnahme stolz in den Nachrichten zu präsentieren.

Quake & Co. sind auch nicht schlimmer oder weniger schlimm als Cowboy spielen. Und das haben wir doch als Kinder alle gemacht, oder? Spielerischer Umgang mit krass überzogener Gewalt ist in meinen Augen völlig in Ordnung.

Das einzige negative daran ist vielleicht, dass die Kinder dadurch eben nicht mehr so viel draußen Cowboy spielen. Das führt zu krassem Bewegungsmangel. Teilweise sind die Kinder heutzutage überhaupt nicht mehr mit der Leistungsfähigkeit ihrer Körper vertraut und können so einfach Sachen wie Bälle fangen nicht mehr gut koordinieren.

Hinwiederum frage ich mich in Hamburg, wo denn die Kinder aber auch spielen sollen. Überall Beton und Autos. Oder viel zu viele Erwachsene (Stadtpark etc.), um entspannt spielen zu können.

Ich bin froh, dass ich ein „Landei“ bin. Allerdings aber kein Bauer.

Gruß

Fritze

reh: langer text (mit link)

Ich möchte gerne einen Zeitungsartikel über die positive und
negative Sozialisierung von Computerspielen schreiben. Dabei
lege Ich den Schwerpunkt auf die These, dass besonders
Ballerspiele wie z.B. Counterstrike Gewalt auslösen und
vielleicht auch zu Amokläufen führen. Gerüchte um einen

das klingt ja wie „ich spiele selbst am rechner und habe das an mir beoachtet (das amoklaufen) deshalb will ich darüber schreiben“

jetzt mal ernsthaft … möchtest du wirklich zu dieser gerüchteerzeugenden diskussion beitragen??
qualifiziert dich irgendetwas speziell über dieses (oder jedes andere) thema zu schreiben?? hast du insider informationen oder erfahrung mit einem von beiden themen um zusammenhänge dazu öffentlich zu beschreiben??

sachen wie: es könnte eventuell vielleicht… kann jeder hirnie schreiben … das ist aber keine berichterstattung sondern panikmache bei allen wirklich aussenstehnden!

Zusammenhang zwischen Computerspielen und den Amoklauf zweier

WELCHER zusammenhang nur?? das beides zusammen in den medien erschien??

JUgendlicher in Littleton vor zwei Jahren gab es; die
Herstellerfirmen wurden verklagt. Wie ging dieser Prozess aus?

die 2. „helden“ haben sich selbst auch erschossen… mehr konnte ich nicht finden. man wird wohl kaum jemand anderes persönlich verantwortlich machen können (ausser nat. die leute von denen sie die waffen etc. hatten)
http://www.rz.uni-frankfurt.de/~guelk/amok.html

(allgeneiner tipp: suchmaschine nehmen … von hier oder ausm amiland und mal nach: littleton und amok suchen!!)

hier noch meine meinung:

man hört immer zu erst von den amoklaufenden leuten und danach die vermutung oder bestätigung das sie tatsächlich auch mit „solchen“ computerspielen zu tun hatten (das klingt wie drogenkonsum :smile:

jedenfalls ist doch die reihenfolge immer die falsche. so wie nicht alle pc-spieler zu amokläufern werden sind nicht alle amokläufer mit pc-spielen vertraut sind (immerhin gibts die games erst seit ein paar jahren)
genausogut könnte man vermutungen darüber aufstellen wieviele von den amokläufern eine militärische ausbildung hatten oder in der freizeit an scharfe waffen rangekommen sind - das wäre wenigstens ein offensichtlicherer zusammenhang.
aber VERMUTUNGEN sind trotzdem nutzlos … man sollte DIESE leute befragen bzw. deren gesamte vergangenheit (kindheit, ausbildung, hobbys) öffentlichen aufdecken … das wäre deutlich hilfreicher für (äh gegen) die nächsten amokläufer.

alles andere sind subjektive einschätzungen. also nichts was es wert ist zeitungen breitgetreten zu werden.

und das man bei den amis durch verklagen von großen firmen REICH werden kann, ist ja kein großen geheimnis. das kommt also auch wieder erst hinterher -> also gibts da auch keinen sachlichen zusammenhang.

STK

www.counter-strike.de

wer mal eine echte waffe (fertiggeladen und entsichert) in der hand hatte und sich überlegt SICH SELBST damit zu töten, der weiss was es für eine (natürliche) überwindung kostet … auf andere zu schiessen braucht die selbe überwindung … sowas kann man nicht mit CS oder Quake trainieren - da braucht es schon eine bessere VR … die Matrix z.b. B-)

Gotcha is eigentlich noch VIEL gefährlicher … und ich hab mal gehört, dass …

Mir ist
noch kein Spieler untergekommen, der gesagt hätte, das wäre
nichts für Jugendliche.

Dann bin ich der erste. IMHO sind Spiele wie Quake, Doom etc. für Kinder bis zu einem gewissen Alter wirklich ungeeignet. Die Altersabstufung mittels FSK finde ich an sich gut. Und dass dann eben die blutigeren Spiele nur ab 18 Jahren erhältlich sind. Wie die Umsetzung aussieht, ist eine andere Frage.

Aber kann es nicht sein, dass diejenigen, die damals mit
Castle Wolfenstein und Doom usw. angefangen haben (1995 etwa),
mittlerweile bewiesen haben, das sie nicht gewalttätig sind?
Dass sie erwachsen geworden sind, Frau und Kinder genießen,
ihren Beruf ausüben und einfach ihr ganz normales Leben führen
(so wie ich)?

Heute bin ich im TV erneut über etwas gestolpert. Und zwar hat Frank Elstner (ich weiss nicht, wie die Sendung genau heisst und welcher Kanal das war…) einen Professor interviewt, der eine umfassende Studie zum Thema Amokläufer verfasst hat. Er erläuterte noch andere interessante Beobachtungen:

Amokläufer werden selten wirklich von heute auf morgen dazu. Das ist ein Prozess, der über Jahre stattfindet. Ein Amokläufer plant seinen Amoklauf in der Regel bis ins Detail und rechnet eigentlich auch mit seinem eigenen Tod. Es sind verschiedene Einflüsse, etwa wiederholtes Versagen bei Dingen (Beruf, Familie etc.), die er sich selber aufzubauen versucht. Es braucht dann im finalen Stadium nur noch einen bestimmten Auslöser, etwa wenn der Amokläufer zum wiederholten Mal einen Zusammenschiss bekommt oder so, um das Fass zum Überlaufen zu bringen.

Und noch ein TV-Tip: In wenigen Minuten auf RTL wird in ‚SpiegelTV‘ ebenfalls über einen Amokläufer und seine Tat berichtet. Vielleicht wirds ja interessant.

CU
Peter