Bandscheibenvorfall

Hallo, ich heiße Sabine bin im Februar 1996 an der Bandscheibe L5/S1 operiert worden. Danach ging es mir verhältnismäßig gut. Ich habe eine Reha und auch Sport gemacht.

Seit ca. einem dreiviertel Jahr geht bei mir so gut wie gar nichts mehr. Sobald ich Staub sauge oder auch nur ein Fenster putze kann ich mich hinterher nicht mehr bewegen.

Nun wurde bei mir ein Kernspintomogramm gemacht wobei festgestellt wurde, dass der Rest des Bandscheibenkernes sich vorgewölbt hat und in den einzelnen Bandscheiben zu viel Spiel ist -sie wackeln also hin und her - ich stelle es mir so ähnlich wie ein zick-zack vor. Er sagte es kann operiert werden indem der Bandscheibenkern ausgetauscht und der Rest versteift wird. Er selber hält aber nichts von der OP. Verschrieb mir also 8 mal Krankengymnastik diese 1-2 mal die Woche stattfinden soll.

Ach ja zur Info ich bin 40 Jahre und sehe es nicht, dass ich den Rest meiner Tage - evtl. 30 - 40 Jahre - mit Schmerzen verbringen soll. Seine Aussage war - Sie müssen sich arrangieren - heißt also mit den Schmerzen leben. Dafür finde ich bin ich etwas zu jung.

Wer hat Erfahrungen mit einer solchen OP oder kann mir egal in welcher Weise auch immer nützliche Tipps geben?

Vielen Dank im voraus

Sabine

Hallo,

habe Deine Anfrage imallgemeineen Forumgelesen und michhierhin verirrt.

Es ist unmöglich so ein spezifisches Problem medizinisch gerecht zu beantworten. Ich antworte als „betroffener Laie“ Ich habe äußertst viel rechechiert nach meinem eigenen Vorfall und fast ohne Ärzte auf Reha gesetzt.Bei mir ist es gut gegangen, aber die Ärzte die zu meiner Entscheidung passten musste ich - vorsichtig ausgedrückt - sehr suchen. Als allgemeinen Rat kannich nur sagen, dass der der nicht auf Operation drängt, auf jeden Fall eher der seriöse Orthopäde ist. Ich bin von allen Orthopäden zur OP gedrängt worden. Junge Ärzte, dazu zählen auch 40ig jährige Orthopäden müssen meistens noch ihre Praxen abzahlen, ein nicht zu vernachlässigender Aspekt und raten zu Operationen. Ich weiß nicht wieviel seriöse jüngere Orthopäden die auf dem letzten Stand der Technik sind, noch übrig bleiben, wenn man die abzieht, die Ihre Praxen oder Klinikbeteiligungen abzahlen müssen.
Darum würde ich mir die Aussage Deines Orthopäden ziemlich genau anschauen und von da aus nach anderen sanfteren Lösungen suchen. Es gibt im Selbsthilfebereich Gruppen die über einiges Insiderwissen verfügen und auch Krankengymnasten kennen sich oft extrem gut aus mit Krankengeschichten und haben sehr viel Erfahrungen mit unliebsamen Operationsfolgen, da diese BErufsgruppe das sozusagen dann unter seinen Händen hat.Vielleicht rät Dein Arzt aufgrund der Spezifik der vorangegangenen Operation so, wie er es tut. Analysier seine Begründungen so genau wie es Dir möglich ist, gegebenenfalls mit einer solchen Selbsthilfegruppe, die es gibt, aber den Kontakt hab ich jetzt nicht mehr. Google mal bei „ALexandertechnik“, das AUsbildungszentrum ist in Freiburg. Der einzige Nachteil…, das ist alles nur auf Privatrechnung zu haben, aber das beste was m.Ansicht nach auf dem alternativen Sektor zu haben ist. Ich will nicht aufschneiden,aber ich glaube ich kenne alles was es alternativ zur OP im Bereich HWS Therapie gibt. Natürlich ist es immer „individuell“ aber langfristig geht es darum, sich natürlich zu bewegen und nicht immer von einen Schmerz weg in einen anderen Schmerz hinein. Das kann nur die ALexandertechnik leisten. Bei Schmerzen will man oft eine schnelle Lösung, aber da muß man trotzdem versuchen langfristige vielleicht zeitaufwendigere und sanfte Lösungen zu überlegen.
So long, informiert Dich sehr gut, bevor Du dich den operationswilligen Orthopäden überlässt… Aber vielleicht findest DU im Forum noch jemanden mit einer ähnlichen spezifischen Erfahrung und vielleicht mit OP LÖsungen. Mit einem Neurologen kann man auch relativ entspannt über OP oder nicht reden, weil der nix dran verdient.
Die Funktion eines Neurologen bei HWS undBWS PRobelmen kennst Du sicher…
Staubsaugen und Fensterputzen sind bewegugnstechnisch auch ziemlich extreme Dinger. Bei der Beurteilung der Schwere eiens Bandscheibenprobleme geht es eher darum, wie Du mit dem Sitzen und gehen, stehen zurechtkommst.

Viele Grüße
PEtra

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Hallo Sabine -

bin auch nur interessierter Laie…

Ich hab zwar keine Ahnung wie sportlich du bist, aber ich hätte ein Problem damit, wenn einige Wirbelverbindungen versteift werden müssten (deine Beweglichkeit wird doch eingeschränkt), bzw. die restliche Wirbelsäule muss mehr „abfangen“.

Ich würde mir die „Krankengymnastik“ auf jeden Fall mal anschauen, und sprich dort mit deinem Therapeuten. Die haben meist sehr viel Ahnung.

Und - zum Thempa „sportlich“ - wahrscheinlich solltest du ein gezieltes Aufbautraining für deinen Stützapparat machen, wird dir dein Therapeut wahrscheinlich ohnehin empfehlen. Nur solltest du dir Übungen absolut richtig machen (sonst schadest du dir wieder), und die Übungen vor allem nach der Therapie weiter machen. Mit einem brauchbaren Muskelkorsett, das deine Wirbel unterstützt, bist du sicher wesentlich besser dran, als mit einer post-operativen „Versteifung“.

lg. Christine

Hallo Sabine!

Ich bin auch betroffener Laie und schließe mit meinen Vorrednern an. Vor ein paar Jahren bin ich auch Opfer eines Bandscheibenvorfalls (LWS) geworden, der sich 2 oder 3 Mal, nachdem ich zwischenzeitlich fast keine Beschwerden mehr hatte, wiederholte.Auch mein Orthopäde hat gesagt „das müssen wir operieren“.

Mein Hausarzt hat mir dringend davon abgeraten aus folgendem Grund: Bei einer OP würde das überstehende Material der Bandscheibe entfernt - und was einmal entfernt wird, das fehlt halt dann irgendwie. Das würde sich so auswirken, dass die Wirbelsäule im betroffenen Bereich nicht mehr so beweglich bzw. sogar versteift wäre. Als Folge würde die Belastung, die die betroffene Bandscheibe auffangen würde, zusätzlich an die darüber und darunter liegende übertragen. Diese wären daher zusätzlich beansprucht und wenn die Rückenmuskulatur nicht in der Lage ist, die Belastungen aufzufangen, wäre das der Beginn eines Jojo-Effekts, nämlich ein weiterer Bandscheibenvorfall, drüber oder drunter. Den könnte man wieder operieren usw. usw. - bis du dich gar nicht mehr rühren kannst.

Ich muß sagen, diese Erklärung fand ich sehr einleuchtend und eine OP war kein Thema mehr für mich.
Statt dessen habe ich auch Krankengymnastik gemacht, versucht, mich mehr zu bewegen, nicht so viel zu sitzen, zwischendrin immer wieder aufzustehen. Meine Beschwerden habe ich damit einigermaßen in den Griff bekommen, wobei nicht jeder Tag wie der andere ist. Seit neuestem betreibe ich auch Nordic Walking und ich stelle fest, dass dieses Bewegungstrainig meinem Rücken außerordentlich gut tut.

Viele Grüße

Walter

Hallo Sabine,

als betroffener Partner, kann ich Dir nur raten eine
zweite Meinung einzuholen, am besten von einem Facharzt für Physiotherapie/Orthopädie.
Diese Art der OP ist die allerletzte Maßnahme, wenn gar nichts
anderes mehr geht. Gut, dass wir darauf gehört haben.
Zusätzliche Akupunktur kann manchmal Wunder wirken!
Alles Gute und viel Glück wünscht Iso.Osi

Hallo Sabine,

Sie sollten sich auch mit dem Thema Beckenschiefstand beschäftigen - dieser ist meist Ursache der von Ihnen beschriebenen Beschwerden.
Empfehlung: www.beckenschiefstand.de
Grüße

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