Kunden und ihre Vorstellungen
Hallo Tanja,
ich komme gerade von der Deutschen Bank, war bis vor kurzem
noch Kunde jetzt habe ich Hausverbot. „Scheiss Kapitalisten“
konnte ich mir beim rausgehen nicht verkneifen. Haben mir 3
Jahre lang Gebühren berechnet (bin Student, daher eigentlich
alles Kostenlos), mir Kreditkarten angedreht (mit
missverständlichen Versicherungsdienstleistungen), und
teilweise einfache Bitten (Tan Block zuschicken!) einfach
nicht gemacht.
was sich da im einzelnen abgespielt hat, läßt sich von hier aus nicht beurteilen. Ich habe schon Kunden erlebt, die Überweisungen im Umschlag außerhalb der Kassenzeiten unter die Fußmatte gelegt haben, die ihre Anfragen bzgl. private Baufinanzierung (was wir damals eh nicht gemacht haben) per Email an den Gruppenbriefkasten des Firmenkundenbereichs geschickt haben oder Lastschriften als Überweisungen bezeichneten.
Jetzt frag ich mal ganz naiv und unerfahren: Gibt es das
irgendwo alles komplett kostenlos? Keine Gebühren für
Überweisungen usw.???
Und am Ende wunderst Du Dich, daß Du mit einem Hotlinemenschen sprichst, der keine Ahnung von nichts hat, weil er erst vor drei Wochen seine gutbezahlte Stelle als Hundefriseur hingeschmissen und sich einfach mal völlig neu orientiert hat. Allerdings darfst Du mit dem erst sprechen, nachdem Du via Tastatur fünf mal bestätigt hast, daß Du wirklich nicht mit dem Servicecomputer sprechen willst, und Dir ausführliche Infomationen über die Bonussuperduperrisikolosanleihe von Burkina Faso angehört hast, die man gerade günstig abzugeben hätte.
Und darüber wirst Du Dich genauso wundern, wie neulich über den Aushilfsverkäufer bei Mediamarktzacasaturn, der Dir sagte, daß die zum Scanner mitgelieferte Schrifterkennungssoftware „pdf“ heißteund als Antwort auf die Frage, welcher Drucker den ein Papierfach hätte, einmal durch den ganzen Laden läuft und dabei interessiert die Typenschilder studiert. Oder wie damals, als Du den neuen Wäschetrockner bei Karstadt kaufen wolltest, und dem jungen Mann als einziger Unterschied zwischen den beiden Wäschetrocknern, die 399 und 599 kosten sollten, einfiel, daß der eine die Restlaufzeit anzeigt. Nachdem Du ihm dann noch vier weitere Modelle zeigtest, von denen er bis dahin gar nichts wußte und zu denen er natürlich nicht mehr sagen konnte, als daß die von verschiedenen Herstellern waren, hast Du enttäuscht den Laden verlassen.
Ich benötige keinerlei Fillialenservice, was ja die meisten
Kosten verursacht!?
Der höchste Aufwandsblock – abgesehen von den Zinsen – sind die Aufwendungen fürs Personal. Da es in Deutschland immer noch deutlich zu viele Banken gibt, ist der Margendruck wieder erheblich, nachdem sich die Lage vor ca. drei kurzfristig zu entspannen schien. In Zeiten von Automaten-, Telephon- und Internetbanking suggerieren viele Banken ihren Kunden, daß der Preis das entscheidende Kriterium ist. Während es vor noch zehn Jahren hieß, daß die Deutschen eher ihren Ehepartner als ihre Bankverbindung wechseln, ist heute das Bankhopping en vogue. Kurzfristige Lockangebote erfüllen ihren Zweck auf erstaunliche Art und Weise, wie sich auch hier immer wieder zu lesen läßt.
Da das Geld irgendwo herkommen muß, sparen die „traditionellen“ Banken ein, wo sie nur können. Dies geht vor allem beim Personal, so daß die gesamte Branche in den letzten zehn Jahren rd. 100.000 Stellen, was in etwa einem Viertel entspricht, abgebaut hat. Im Bankensektor waren die Betriebszugehörigkeiten immer schon überdurchschnittlich, so daß man die Leute vor allem (und unter Mitwirkung der Sozialkassen) über Vorruhestandsverträge abgewickelt hat, was natürlich entsprechend gekostet hat bzw. immer noch kostet.
Und so muß man weiter sparen und sparen und setzt daher die wenigen verbliebenen teuren, erfahrenen Mitarbeiter in Bereichen ein, wo es noch was zu verdienen gibt und der Kundenkontakt im Privatkundengeschäft (in dem man eben nichts verdient) wird zum überwiegenden Teil den jungen Nachwuchskräfen überlassen, die schon damit überfordert sind, ohne Computer Zinsgutschriften nachzurechnen.
Und Du bist schuld 
Nein, im Ernst: Jeder soll machen, was er will, muß aber auch wissen, was er tut. Was nichts kostet, ist im Zweifel auch nicht viel wert, was aber nicht heißen muß, daß kostenpflichtige Dienstleistungen immer sofort und perfekt ausgeführt werden. Fehler passieren überall mal, aber erfahrungsgemäß ist die Quote bei kostenlosen oder sehr günstigen Angeboten deutlich höher.
Bisher nur gute Erfahrungen habe ich mit der http://www.1822direkt.de gemacht, die relativ günstig sind und auch Sondertarife für Menschen unter 27 haben https://www.1822direkt.com/1822central/cms/109.jsp
Gruß,
Christian