Hallo,
Meinst du hier, dass es schwieriger für die Kriegstreibenden
ist, die Kriege zu rechtfertigen? Wenn das der Fall ist, dann
frage ich mich, wie trotzdem Bush und Konsorten einen Krieg im
Namen der Demokratie so gut vertreten können. Natürlich
brauchten sie einen Vorwand (11.September), aber das kann
nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Begründung durch die
„Verteidigung der Demokratie“ gegeben wurde…Achso…
Hast du nicht oben selbst geschrieben, daß die religion
grundlage für unsere kulturellen- und wertvortsellungen sind?
(berichtige mich falls ich das falsch interpretiert habe)
Gerne, wenn du mir die Stelle angibst. Was ich geschrieben habe, ist dass wir keine Moralvorstellung haben können, ohne Religion. Vielleicht meintest du das? Du wirst schnell einsehen, dass es eine vollkommen andere Aussage ist, denn du unterstellst der Religion verantwortlich zu sein für alles, was sich der Mensch zur Kultur (oder Angewohnheit) macht. Dem ist nicht so, denn die Menschen wenden sich von der Religion ab.
Bush hat also nie von „unzivilisierten mächten“ gesprochen und
eine bedrohung für die christliche welt postuliert??? Dann
schaue ich andere nachrichten als du…
Darum geht es nicht. Genau dasselbe sagen ja auch Leute, die weniger „religiös“ sind und meinen doch allesamt dasselbe: „Wir haben Recht denjenigen umzubringen!“ Gott sei dank kann ich differenzieren und halte die Aussagen Bushs nicht für die Aussagen „der Christen“! Denn wollte man so argumentieren, käme man in Bedrängnis, wenn man sich die Aussagen des früheren Papstes anschaut, der strikt gegen den Krieg im Irak (bspw.) war. Wie erklärst du dir das??
Warum bloß spricht man in dem krieg, den bush führt, denn
immer wieder von islam und christlicher (westlicher) welt,
wenn es nicht um religion als rechtfertigungsgrund geht.
Natürlich geht es in einem krieg meist doch eher um macht,
land, öl etc. ABER halt unter dem deckmäntelchen der
verteidigung des glaubens…
Nicht auch um die Verteidigung der Demokratie? Ist die Anklage nicht oft genug, dass der Irak ein undemokratischen Land ist? Wenn es allein um Religion geht, warum ist Bush den Juden in Israel gutgesinnt?? Oder ist er im geheimen ein Jude???
GLAUBE ist eine sache; Religion ist ein machtmittel.
Natürlich ergiben sich aus dem kontrukt „religion“ unsere
wert- und moralvorstellungen; daraus wiederum ergibt sich aber
auch die politische bedeutung der religion.Als grundlage unserer werte ist es doch ein leichtes jeden
andersgläubigen als feind unserer kultur abzustempeln.Ja, aber genauso können wir jemanden als Anders und damit als
Gefahr kennzeichnen ohne die Religion zu Rate zu ziehen. Es
geht dabei allein um die gefühlte Gruppenzugehörigkeit. Also
Weiss gegen Schwarz, Bayer gegen Preusse, Briten gegen
Franzosen, Arier gegen den Rest der Welt und eben auch
Evangelen gegen Katholiken.Und das sind alles beispiele, die als kleinsten gemeinsamen
nenner eine andere kultur haben.
Nein, weiss und schwarz sind keine verschiedenen Kulturen. Bayern und Preussen lebten so dicht beieinander, sie hätten keine grundsätzlich verschiedenen Kulturen haben können, selbst wenn sie es versucht hätten!
Klar gibt die Kultur ein Gefühl der Zugehörigkeit. Aber wenn das nicht wäre, dann wäre es die Familie (oder Abstammung) oder die Augenfarbe oder oder oder…
Religionen sind keine aus dem himmel diktierten gesetze,
sondern doch vielmehr allegorien, die eine gewisse ethik und
moral vermitteln sollen. So habe ich ja auch deine anderen
postings interpretiert und gebe dir in diesem punkt auch
völlig recht…
Dann hast du mich falsch verstanden. Sind Religionen Entitäten für sich selbst, oder warum sollten sie sich darum scheren, uns „ethik und moral“ zu vermitteln? Ich glaube, dass uns Gott durch die Religion auch moralische Grundsätze zur intermenschlichen Beziehung mit auf den Weg gibt.
Als Zusatz: Die Kreuzzüge wurden von den höchsten religiösen
Instanzen des europäischen Christentums heraufbeschworen und
später mitgetragen. Deshalb werden die Kreuzzüge als religiöse
Kriege betrachtet (zu recht).Na, du hast in geschichte also auch aufgepasst…
[2. WK] Was es
mit dem zweiten Weltkrieg auf sich hat und wo da die
Verbindung zur Religion gegeben sein soll, kann ich ehrlich
gesagt nicht nachvollziehen.Das denke ich mir schon…
und?
Es stimmt, dass die Kirche
Nazideutschland mitunter unterstützt hat, aber sie war nicht
der Auslöser des Kriegs.Darum geht es auch gar nicht und das habe ich auch nicht
gesagt. Man darf nicht immer nach dem großen stempel
„RELIGION“ suchen; ABER er steckt in all diesen kriegen mit
drin.
Wie ich schon sagte: es handelt sich hier um den kleinsten
gemeinsamen nenner…
Der ist der Mensch, nicht mehr!
Aber eigentlich ist es positiv zu bewerten, daß du den
zusammenhang nicht erkennen kannst, denn so wärst du wohl
nicht gefährdet zum klassischen mitläufer zu werden, der durch
die angst vor dem untergang der eigenen kultur, den krieg
„mitträgt“…
Danke für deine positive Bewertung. Darf ich mir das Zeugnis aufhängen…
Dennoch: Ich habe nie behauptet, daß diese kriege (der erste
WW eh nicht) aus religiösen gründen geführt wurden…
In der rechtfertigenden propagandamaschinerie spielte aber die
kultur eine rolle und damit die religion…
Also ist die Religion schuld? Wie ich oben dargestellt habe: gäbe es die Religion nicht, würden wir mindestens genauso heftige und häufige Kriege haben. JEDER würde die Endlösung planen…
Natürlich ist kultur nicht gleich religion. Aber keine kultur
steht nicht irgendwie auf dem boden der jeweiligen religion.
Und sie wird meist positiv von der Religion beeinflusst.
Gruss, Omar Abo-Namous

