Barmer & Co: spinnen die denn komplett?

Sicher hat es inzwischen fast jeder mitbekommen:

Wer mit dem Rauchen aufhört oder ein Übergewicht reduziert, soll einen Bonus bekommen. Die Barmer fängt an, andere wollen ähnliche Modelle herausbringen. Deswegen wird es früher oder später auch mich betreffen.

Und, was hat der Popeye daran zu meckern? Ganz einfach: ich habe bis auf eine Handvoll Zigaretten in der Schulzeit niemals geraucht, und Übergewicht habe ich auch keines. Dumm gelaufen, denn dafür, schon länger gesund zu leben, gibt es natürlich KEINEN Bonus!

Ich empfinde das als Frechheit, und werde die Kasse wechseln, sobald meine mit so etwas anfängt. Fragt sich nur, ob ich dann eine finde, die bei solchem Blödsinn nicht mitspielt! Vielleicht eine, die auch die Tatsache honoriert, daß ich weder Ski laufe noch Bungee jumpe, und entsprechend ein deutlich geringeres Risiko habe, mir irgendwas zu brechen oder auszurenken.

Also ausgepasst, liebe Nichtraucher und Normalgewichtigen! Wenn eure Kasse mit euren Beiträgen denen einen Bonus zahlen will, wenn die billiger wegkommen sollen, die Jahre und Jahrzehnte durch Übergewicht und Zigaretten ihren Körper ruiniert haben, dann bereitet schon mal das Kündigungsschreiben vor!

Pop

Moin Spinatfresser :smile:,

ganz so habe ich es nicht verstanden. Ich denke das wird so ähnlich sein wie bei der Haftpflichtversicherung fürs Auto. Die Durchschnittsprämie ist 100% und je gesünder Du lebst um so günstiger wird sie. Wenn Du qualmst und säufst wird sie höher…

Warten wir´s ab.

Bye
Rolf

So hatte ich es mir zuerst auch gedacht… Und dann ein Interview mit einem Barmer-Fuzzi gehört, in dem extra nachgefragt wurde, ob es sein könne, daß dann die Leute, die schon lange gesund leben, benachteiligt werden. Antwort war, ja, das wäre so geplant, anders nicht finanzierbar! Na toll, dann sollen sie mal erleben, wie die Gesunden alle wechseln, und denen, die mal ein paar Wochen Diät halten oder nicht rauchen, dafür Prämien zahlen. Wird sicher sehr viel billiger…

Pop (der nie Spinat ißt…)

Ich empfinde das als Frechheit, und werde die Kasse wechseln,
sobald meine mit so etwas anfängt. Fragt sich nur, ob ich dann
eine finde, die bei solchem Blödsinn nicht mitspielt!

Ja, das wär echt der Hammer! Bleibt nur die Kündigung oder sofort mit dem Rauchen anfangen :wink:

hallo Ppeye,
ward´s ab, das wird ein Rohrkrepierer! Die Gesunden gehen, die Kranken und die schon geschädigten bleiben. Toll für eine Kasse!
Grüße
Raimund
Was findest Du so schlecht am Spinat? Ist eine meiner Leibspeisen!

Hallo

Vielleicht eine, die auch die Tatsache honoriert, daß ich
weder Ski laufe noch Bungee jumpe, und entsprechend ein
deutlich geringeres Risiko habe, mir irgendwas zu brechen oder
auszurenken.

Eben: die Raucher und Übergewichtigen sind doch nur die Sollbruchstelle des Systems, weil man sich da die meiste Zustimmung erhofft - und über kurz oder lang wird man aus dem Bonus einen Zuschlag machen.

nicht ganz ernst gemeint: „wie sind eigentlich Deine Leberwerte?“ und was ist z.B. mit den Leuten, die wegen zu lauter Musik Gehörschäden davontragen, oder div. Krankheiten, die sich jemand holt, weil er entsprechende Schutzmaßnahmen missachtet. Hochleistungssport ist auch nicht unbedingt das Gesündeste. etc. etc.
Das Ganze läuft doch mittelfristig darauf hinaus, einen Katalog von beitragserhöhenden Risikofaktoren zu entwerfen, incl. erbbedingter Faktoren

Bin mal gespannt, wer die „risikoerhöhenden Lebensumstände“ dann kontrollieren darf

Gruß

Peter

bei eurer ganzen diskussion-
an den fakten kann keiner vorbeisehen:

die gesetzliche krankenversicherung ist in dieser form nicht mehr finanzierbar. man hat es in guten, fetten jahren versäumt, grundlegende änderungen herbeizuführen und rücklagen zu bilden. wie übrigens auch bei der rente- da ist es genau das gleiche.

leider werden jetzt vereinzelte vorstöße einiger kassen- ob tarif mit selbstbeiteiligung, normalgewicht- oder nichtraucher tarif-, die prinzipiell im ansatz eine gute idee sind, leider nicht durchführbar, weil sie immer nur einen ansatz haben, aber keine komplettlösung des problems bieten.

über kurz oder lang wird keiner daran vorbeikommen, die tarife der pkv zu kopieren. denn nur diese individualtarfie bieten maßgeschneiderten versicherungsschutz.

solange das versichertenkärtchen nur einmal „ratsch-ratsch“ macht, und sich keiner über die höhe der rechung gedanken machen muß, wird auch der „verbraucher“ nicht darüber nachdenken, ob er denn auch wirklich einen arzt aufsuchen muß.

schaut doch mal in ein wartezimmer eines allgemeinmediziners. ich möchte nicht die genaue prozentzahl der „patienten“ erfahren, die nur zur „unterhaltung“ ihren arzt aufsuchen.

gruß
oliver

Hallo Popey,
ich weiss, man muss hart im nehmen sein, wenn man
Mitarbeiter einer der grossen Ersatzkassen ist und sich
in dieses Brett wagt.
Als „Fuzzy“, wie Du den Kollegen von der Barmer betitelt hast,
würde ich Dich nie bezeichnen oder willst Du, dass man Dich hier
lächerlich macht ??
Zum Thema:
Die Vorschläge oder die Gedanken, die hier so kursieren haben
meines Erachtens folgenden praktsichen Nachteil.
Wer will das eigentlich kontrollieren mit den gesunden Lebenswandel
und warum werden nur die belohnt, die einen gesunden Lebenswandel
erst erreichen müssen ??
Das kann in der Praxis nicht funktionieren.
Ich hätte einen praktikablen Vorschlag.

1.) Die Krankenversichertenkarte muss neu konzipiert werden,
d.h. bei erstmaliger Benützung im Quartal wird sie gesperrt.
Ausgenommen ist die Spaerrung für folgende Facharztgruppen
Kinder, Frauen- und Augenärzte.
Alles andere geht nur auf Überweisung des Hausarztes.

  1. Es werden Vorsorgeuntersuchungen zu Lasten der Kasse
    für alle Versicherten festgelegt (Gesundheits-Check-up)
    wie es heute beim Zahnarzt auch geht (zweimal jährlich)
    Wer diese festgelegten Vorsorgeuntersuchungen nachweist,
    erhält einen betraglich festgelegten Bonus (wird allein
    durch die Kasse festgelegt wg. Wettbewerb) ausgezahlt.
    Wer bei Feststellung einer behandlungsbedürften Erkrankung
    (wobei Husten,Schnupfen usw. natürlich ausgenommen sind)
    keine Vorsorgeuntersuchung in den letzten zwei Jahren
    nachweisen kann muss einen Eigenanteil (Einkommensbezogen)
    an den Behandlungskosten leisten.

Gruss

Günter

Hi, die Barmer war schon immer jenseits der Mitglieder,
wenn du schon wechselst, dann in ne andere Ersatzkass am besten Techniker oder so.
Tschüßße

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

solange das versichertenkärtchen nur einmal „ratsch-ratsch“
macht, und sich keiner über die höhe der rechung gedanken
machen muß, wird auch der „verbraucher“ nicht darüber
nachdenken, ob er denn auch wirklich einen arzt aufsuchen muß.
schaut doch mal in ein wartezimmer eines allgemeinmediziners.
ich möchte nicht die genaue prozentzahl der „patienten“
erfahren, die nur zur „unterhaltung“ ihren arzt aufsuchen.

Ist das eigentlich wirklich so? kann ich aus eigener erfahrung und von leuten die ich so kenne eigentlich nicht bestätigen. Hab eigentlich noch nie gehört, dass jemand zum Arzt geht nur weil er sonst nix besseres zu tun hat. Ich hab eher die Befürchtung, dass bei solchen Modellen die Leute selbst wenn sie krank sind auf einen Arzt verzichten und damit eine Verschlimmerung und viel höhere Kosten riskieren könnten.

Aber ich kenne keine Statistik über sowas und lasse mich gerne belehren.

Grüße
Bruno

hallo Bruno,
nein, zur Unterhaltung mit Sicherheit nicht. Denn als Kassenpatient wirst Du ruck-zuck durchgeschleusst. Besonders im November/Dezember.
Trotzdem gehen viele zum Arzt aus psychischen Gründen - ohne diesen Grund zu registrieren. Es fehlt heute der Kontakt zum Mitmenschen. Den gleicht der Körper aus durch Krankheit und den anschließenden Besuch beim Arzt (es beschäftigt sich jemand mit mir). Der Patient ist von seiner Krankheit überzeugt.
Es würde einiges an Kostensenkung bringen, wenn der Geschäftspartner des Arztes der Patient wäre (wie bei den Privaten) und die Kassen nur das, was sie ja eigentlich sind: Zahlunternehmen. Dann würden so manche Rechnungen niedriger ausfallen.
Und wenn eine Selbstbeteiligung nach Art der Privaten eingeführt würde. Z.B.: die ersten 100 € zahlt der Versicherte selbst. Was darüber ist zu 100 % die Kasse. Also keine Medikamentengebühr, keine Zuzahlung für das KH (ist sowieso Schwachsinn)…
Mit gewissen Ausnahmen: bis zum Einkommen von xxx.- € keine SB. Einer Oma mit 500 € Rente kann man schlecht so eine SB abverlangen.
Dazu noch eine Beitragsrückgewähr.
Eine Familienversicherung muss es weiter geben. Denn wenn es immer teurer wird, je mehr Kinder ich habe (5 Kinder = 500 € SB!!!), dann wird irgend wann eine Familie nur noch aus 3 Personen bestehen! Ob Deutsche oder Zuwanderer.
Dann bräuchten wir auch kein Zuwanderungsgesetz :smile:! Wer will schon als Hilfsarbeiter in ein Land, in dem ich mein Einkommen an die Ärzte, Kassen und Pharmaindustrie abliefern muss?
Grüße
Raimund

Hallo!

Bei den Modellen handelt es sich im Moment noch um ungelegte Eier. Es gibt schließlich viele Faktoren, die sich in der einen oder anderen Weise auf den langfristigen Gesundheitszustand auswirken. So ist z. B. regelmäßiger und guter Sex ganz bestimmt gesund, regelmäßiges ungeschütztes in-der-Gegend-Herumgepoppe ist hingegen mit einem erheblichen Risiko verbunden. Wer das in der Versicherungsprämie berücksichtigen möchte, muß auch verraten, wie die Sache hinsichtlich Kontrolle praktikabel zu gestalten ist, ohne einen neuen kostenträchtigen Apparat aufzubauen.

Wir sind noch in der Phase des Brainstormings. Alle möglichen Leute werfen Brocken in die Diskussion. Neu ist aber, daß überhaupt laut in Richtung Eigenverantwortlichkeit des Patienten gedacht wird. Bisher waren solche Ansätze ein Sakrileg. Sofort war von 2-Klassen-Medizin die Rede und die kranke Oma mußte herhalten, weil sie beim Marathon-Fitness-Programm aus der Puste gerät. Natürlich fehlten auch nie die Bedenken, daß dann die Leute ihre Krankheiten verschleppen. Diese Leute hatten nicht begriffen, daß es um eigenverantwortliches Handeln geht, das denkende Menschen voraussetzt.

So richtig haben die Krankenkassen auch noch nicht begriffen, mit welchen Beträgen eine spürbare Verhaltensänderung des an Rundumsorglostarife gewöhnten Menschen zu erreichen ist. Für den durchschnittlichen Arbeitnehmer sind viele tausend Euro p. a. an Beiträgen zu bezahlen. Da nehmen sich Vorteile in der Größenordnung von 200 Euro p. a. etwas lächerlich aus.

Die Diskussion ist wenigstens in Gang gekommen. Noch vor wenigen Wochen wären solche Ansätze im Keim erstickt worden. So hielten z. B. die Gewerkschaften allesamt ihre Mitglieder für zu meschugge, selbst zu entscheiden, ob und wann der Gang zum Doc fällig ist. Na gut, vielleicht lagen die ja auch richtig, weil ein Gewerkschaftsmitglied nur deshalb ein solches ist, weil es wegen der Trillerpfeife im Mund nicht für sich selbst sprechen kann :smile:.

Gruß
Wolfgang

Hi Guenter,

Als „Fuzzy“, wie Du den Kollegen von der Barmer betitelt hast,
würde ich Dich nie bezeichnen oder willst Du, dass man Dich
hier lächerlich macht ??

Immerhin hast du mir ein e geklaut… :wink:

Der Fuzzi entspringt meiner Verärgerung über dieses Interview. Solchen Leuten ist anscheinend gar nicht klar, was sie da eigentlich planen und sagen. Warum also halten sie nicht den Mund, bis ein sinnvoller und durchdachter Vorschlag existiert?

Zum Thema:
Die Vorschläge oder die Gedanken, die hier so kursieren haben
meines Erachtens folgenden praktischen Nachteil.
Wer will das eigentlich kontrollieren mit den gesunden
Lebenswandel
und warum werden nur die belohnt, die einen gesunden
Lebenswandel
erst erreichen müssen ??
Das kann in der Praxis nicht funktionieren.

Eben, meine Rede! Außerdem: was ist mit dem Nichtrauchenden Versicherungsnehmer, dessen gesamte Sippschaft aber qualmt wie die Schlote? Darüber hat scheinbar noch niemand nachgedacht.

Ich hätte einen praktikablen Vorschlag.

1.) Die Krankenversichertenkarte muss neu konzipiert werden,
d.h. bei erstmaliger Benützung im Quartal wird sie
gesperrt.
Ausgenommen ist die Spaerrung für folgende Facharztgruppen
Kinder, Frauen- und Augenärzte.
Alles andere geht nur auf Überweisung des Hausarztes.

Jein. Auch der Hausarzt bekommt schließlich Geld für Untersuchung und Überweisung, also wieso soll ich nicht direkt zum Chirurgen latschen, wenn an meinem Bauch ein Muttermal seine Form verändert? Wegschneiden lasse ich es eh… Nur so als Beispiel.

  1. Es werden Vorsorgeuntersuchungen zu Lasten der Kasse
    für alle Versicherten festgelegt (Gesundheits-Check-up)
    wie es heute beim Zahnarzt auch geht (zweimal jährlich)
    Wer diese festgelegten Vorsorgeuntersuchungen nachweist,
    erhält einen betraglich festgelegten Bonus (wird allein
    durch die Kasse festgelegt wg. Wettbewerb) ausgezahlt.
    Wer bei Feststellung einer behandlungsbedürften Erkrankung
    (wobei Husten,Schnupfen usw. natürlich ausgenommen sind)
    keine Vorsorgeuntersuchung in den letzten zwei Jahren
    nachweisen kann muss einen Eigenanteil (Einkommensbezogen)
    an den Behandlungskosten leisten.

Tolle Wurst… Ich breche mir ein Bein, und zahle Aufschlag, weil ich nicht zur Vorsorge war? Wenn, dann ja wohl nur dann, wenn die Krankheit durch eine Vorsorgeuntersuchung früher erkanntworden wäre. Das trifft dann vielleicht auf 1% der Fälle zu, und ist in 0,1% auch beweisbar.

Mein Vorschlag: Ärzte stellen grundsätzlich immer, auch allen Kassenpatienten, die Leistung in Rechnung, und zwar in verständlichem Deutsch. Muß ich in meinem Beruf schließlich auch. Ebenso schreiben Krankenhäuser Rechnungen. Die Rechnung wird vom Versicherten abgezeichnet und an die Krankenkasse weitergegeben. Was meinst du, wie viele Leute sich heute wundern würden, wie oft sie angeblich untersucht wurden, und was da alles gemacht wurde! „Guten Tag Herr Popeye, wie gehts denn? Alles beim alten? Hier Ihr gewohntes Rezept!“ Und schon wieder eine ausführliche Untersuchung inklusive Ultraschall und EKG abgerechnet…

Pop

hallo Wolfgang,
der augenblickliche Selbstbeiligungbetrag bei den kassen liegt ca. bei 150 - 200 € im Jahr.
Selbstbeteiligung?
Klar: Zuzahlung bei Medikamenten, Heilmittel, Hilfsmittel, Transport, KH,…
Warum nicht gleich eine SB von 200 €?
Oder eine 20 % SB bis zu einer Gesamt-SB von 200 €?
Wobei das erste das bessere ist. Und warum keine Beitragsrückerstattung?
Bei den Privaten funktioniert es doch auch!
Oder sind das andere Wesen?
Grüße
Raimund

hallo Günter,
ein paar gute Ideen.
sag sie nicht so laut, sonst musst Du beim chef antanzen! :smile:
Aber auch die Betrügereien einiger Ärzte muss unterbunden werden. So sollte jeder Versicherte eine Rechnung erhalten, die er abzeichnen muss. Macht er das nicht (die meisten würden ja ohne Zwang das Papier in den Mülleimer werfen), muss er 20 € monatlich mehr bezahlen. Das deckt Euren Mehrverwaltungsaufwand und animieret den Kunden.
Grüße
Raimund

Hallo,

Es würde einiges an Kostensenkung bringen, wenn der
Geschäftspartner des Arztes der Patient wäre (wie bei den
Privaten) und die Kassen nur das, was sie ja eigentlich sind:
Zahlunternehmen. Dann würden so manche Rechnungen niedriger
ausfallen.

…und somit der Patient auch mal die Rechnung sehen würde einschl. der Kosten, die er verursacht. So manches altes Mütterchen (und natürlich auch etliche andere Leute) würden sich dabei erheblich erschrecken.

Und wenn eine Selbstbeteiligung nach Art der Privaten
eingeführt würde. Z.B.: die ersten 100 € zahlt der Versicherte
selbst. Was darüber ist zu 100 % die Kasse. Also keine
Medikamentengebühr, keine Zuzahlung für das KH (ist sowieso
Schwachsinn)…

Sehe ich auch so. Allerdings würden die Leute dann nicht zur Vorsorge gehen (z.B. Zahnarzt). Das halte ich z.B. auch für eine Schwäche bei den Privaten (bin selbst dort). Durch die Selbstbeteiligung geht man am Besten in einem Jahr im Januar und im Dezember zum Zahnarzt, im anderen Jahr dafür gar nicht…

Mit gewissen Ausnahmen: bis zum Einkommen von xxx.- € keine
SB. Einer Oma mit 500 € Rente kann man schlecht so eine SB
abverlangen.

Doch, könnte man, dafür eben auf niedrigem Niveau bzw. einfach die Streichung der Beitragsrückgewähr.

Eine Familienversicherung muss es weiter geben. Denn
wenn es immer teurer wird, je mehr Kinder ich habe (5 Kinder =
500 € SB!!!), dann wird irgend wann eine Familie nur noch aus
3 Personen bestehen! Ob Deutsche oder Zuwanderer.

Yep, da gebe ich Dir recht, ist ja auch einer der Hauptkritikpunkte bei den Privaten.

Grüsse

Sven

Du hast Günter vollkommen falsch verstanden!
hallo Popeye

1.) Die Krankenversichertenkarte muss neu konzipiert werden,
d.h. bei erstmaliger Benützung im Quartal wird sie
gesperrt.
Ausgenommen ist die Spaerrung für folgende Facharztgruppen
Kinder, Frauen- und Augenärzte.
Alles andere geht nur auf Überweisung des Hausarztes.

Jein. Auch der Hausarzt bekommt schließlich Geld für
Untersuchung und Überweisung, also wieso soll ich nicht direkt
zum Chirurgen latschen, wenn an meinem Bauch ein Muttermal
seine Form verändert? Wegschneiden lasse ich es eh… Nur so
als Beispiel.

Es geht hier nicht nur um Dein Muttermal. Es gibt leider enorm viel Versicherte, die latschen wegen einem Schnittchen im kleinen Fingerchen zum Internisten. Das haben auch die Privaten erkannt. deswegen haben sie das Primärarztprinzip eingeführt (gerade für die besonders günstigen Tarife). Was meinst Du, wieviele Krankheiten vom Hausarzt genauso gut geheilt werden kann, wie vom sog. Facharzt?! Mir ist es auch schon passiert, dass ich schmerzen in der Nierengegend hatte und glaubte, dass ich mir dieses organ kräftig verkühlt hätte. der Hausarzt sah sich das an, fragte vershiedenes, Ultraschall… und was war´s? Die Wirbelsäule! Wäre ich gleich zum Facharzt gerannt, wäre ich beim falschen gelandet.

Tolle Wurst… Ich breche mir ein Bein, und zahle Aufschlag,
weil ich nicht zur Vorsorge war?

Das war wohl etwas daneben, meinst Du nicht? Klar sind Unfälle hier nicht gemeint.

Wenn, dann ja wohl nur dann,
wenn die Krankheit durch eine Vorsorgeuntersuchung früher
erkanntworden wäre. Das trifft dann vielleicht auf 1% der
Fälle zu, und ist in 0,1% auch beweisbar.

Auch hier täuscht Du Dich! Grauer Star ist durch Vorsorge sehr viel früher erkennbar, Prostatakrebs ist diese Früherkennen PSA die Entscheidung über Weiterleben oder Tod. Brustuntersuchungen bei Frauen ebenso.

Mein Vorschlag: Ärzte stellen grundsätzlich immer, auch allen
Kassenpatienten, die Leistung in Rechnung, und zwar in
verständlichem Deutsch. Muß ich in meinem Beruf schließlich
auch. Ebenso schreiben Krankenhäuser Rechnungen. Die Rechnung
wird vom Versicherten abgezeichnet und an die Krankenkasse
weitergegeben. Was meinst du, wie viele Leute sich heute
wundern würden, wie oft sie angeblich untersucht wurden, und
was da alles gemacht wurde! „Guten Tag Herr Popeye, wie gehts
denn? Alles beim alten? Hier Ihr gewohntes Rezept!“ Und schon
wieder eine ausführliche Untersuchung inklusive Ultraschall
und EKG abgerechnet…

Genau das ist der Grund, warum ich das seit langem fordere. Die Ärzte wehren sich mit Händen und Füße dagegen.
ebenso sollte die Kopfprämie abgeschaft werden. der Arzt soll meinetwegen statt 1,5 GOÄ lieber 2 GOÄ erhalten. Aber weg mit der Kopfprämie.
Grüße
Raimund

Hallo Sven,
es gibt auch Private, die Vorsorgeuntersuchungen trotz SB voll (100%) bezahlen. Und das ohne Anrechnung auf die BRE.
Wie ich finde, eine kluge Entscheidung der Versicherung. außerdem Investition in die Zukunft. Krankheiten werden schneller erkannt unjd kostengünstiger geheilt.
Ebenso gibt es immer mehr Private, die Reiseimpfungen und Profilaxe auch bezahlen. Schließlich ist eine verhinderte Malartia günstiger, als eine alljährliche stationäre Malariabehandlung. Denn einmal Malaria = immer Malaria. Sagt mein Freund, der sich in seinen Afrikajahren so was zugelegt hat. Einmal jährlich packt ihn das Tropenfieber und dann liegt er im Bett und ist zu nichts mehr fähig. In die Klinik geht er nicht. Er sagt, dass die auch nichts anderes machen können.
Grüße
Raimund

Hallo Pop,

es ist schon vergnüglich Deinen Beitrag zu lesen. Das Thema ist es leider nicht. Die vielen Reaktionen zeigen, daß Du einen wunden Punkt getroffen hast.

Warum sollen die Sprecher der Krankenkassen sich anders verhalten als Politiker? Von denen kommen seit langem auch nur unausgegorene, hohle und geistlose Phrasen. Mit dem Denken haben die derzeit Verantwortlichen ihre Schwierigkeiten, bzw. sie nehmen es nicht mehr so genau damit.

Der Arbeitgeberverband fordert seit Jahr und Tag fast genau das, was jetzt die Barmer mangels eigener Kreativität ins Gespräch bringt. Es ist also ein alter Hut. Die Herren werden sich allerdings gewundert haben, daß eine Krankenkasse ihre Gedanken aufgreift. Denn, realisierbar sind sie nicht.

Die Barmer würde dann z.B. zu einer Nichtraucherkasse, denn wie will mich mein armer Hausarzt kontrollieren, wenn ich weiterhin qualme, aber den Bonus einstreiche?

Den Grund, warum die Karre an die Wand gefahren wurde, warum es also so nicht weiter gehen kann, wirst Du lieber Pop sicher wissen. Das ist ein anderes Thema, vielleicht äußerst Du Dich auch einmal darüber.

Nach Jahrzehnten, in denen die Kassen die oft unglaublichsten Dinge bezahlten, werden die Leistungen kontinuierlich verringert.
Die Vollkasko-Mentalität ohne SB, ist aber bei vielen Mitgliedern immer noch vorhanden.

Wir brauchen ein abgestuftes Leistungssystem wo jeder seine Pflichtversicherung nach eigener Entscheidung verbessern kann. Die sehr verehrte Frau Gesundheitsministerin hat aber dem (allerdings nicht ausgereiften!) Vorhaben der TK gleich einen Riegel vorgeschoben. Da waren, wie in letzter Zeit so oft, wohl die Gewerkschaften am Zug. Die kramen mangels Substanz immer häufiger in der Mottenkiste des Klassenkampfes. Das aber nur nebenbei.

Es gäbe niemals eine Zweiklassengesellschaft, Sozialhilfeempfänger haben ohnehin darunter nicht zu leiden. Hier kann der Onkel Doktor wie in guten, alten Zeiten immer noch so richtig in die Vollen gehen.

Es ist aber so wie der Raimund bereits sagte, noch ist nichts entschieden. Hoffen wir also, daß ein wenig „gesunder Menschenverstand“ den derzeitigen Schwachsinn ablöst.

Ich grüße Dich

Michael H.

Hi, eigentlich sitzen heutzutage in den Wartezimmern echt nur Kranke, bis auf n paar Ausnahmen wie Omis mit Langeweile u.s.w.
die werden dann ratz fatz wieder rauskomplementiert.
Tschüß und guten rutsch
ich