Hallo Nike,
Dir leih ich kein Buch … ;o)
Oh, bei geliehenen bin ich gaaanz brav… aber ich mag mir keine Bücher leihen. ich will sie haben! 
Ein gut geschriebenes Buch überzeugt mich davon, dass es das
alles wirklich gibt, die Leute, das Leben - und ich darf
teilhaben daran. Freue mich, leide mit … und bei einigen
wenigen Büchern habe ich bis in die frühen Morgenstunden
durchgelesen und arg gegen den Schlaf gekämpft, weil ich
wissen musste wie es weiter geht.
Das ging mir auch schon so. Ein richtig gutes Buch macht mich zu einem Teil von sich, zieht mich in seine Welt hinein, verschlingt mich genau so, wie ich es verschlinge… und manche Bücher gestatten keine Pause… 
Ich mag Bücher haben.
Bücher leihen mag ich nicht gern, wohl weil ich mich unter
Druck gesetzt fühle, etwas jetzt lesen zu müssen (was absurd
ist, denn in der Regel steckt keinerlei Druck dahinter).
Bibliotheken fallen daher für mich flach. Mir ist es -
abgesehen vom Abgabetermin - auch nicht angenehm, ein Buch das
durch viele Hände gegangen ist, zu lesen. Genau festmachen,
woran das liegt, kann ich nicht. Es liegt nicht nur daran,
dass es vielleicht abgegriffen oder zerfleddert ist …
sondern auch irgendwie dran, dass es abgelesen ist. Und das
mein ich jetzt im gedanklichen Sinn. Vielleicht auch an den
vorherigen-Leser-Energien … :o)
Komisch, das geht mir ganz genauso. Bei einem Buch bin ich viiieeel eifersüchtiger als bei einem Mann. Ein Buch, das ist ganz und gar MEINS. Jedes Blatt, jeder Buchstabe. Es gibt unter meinen Büchern solche (ich sammele alte Bücher, die sehr fragil sind), die möchte ich andere noch nicht mal anfassen lassen… 
Meine Bücher behandle ich absolut pfleglich. Ich bin
untröstlich, wenn ich versehentlich ein Eselsohr rein mache
oder (Gott bewahre!) mir ein Kaffeefleck draufkommt. Und auf
keinen Fall von Klappe zu Klappe umknicken …
Hmjaschäääm… da bin ich nun ganz anders. 
Als Teenager hab ich viel reingemalt und unterstrichen und
angemerkt. Das war mir später allerdings nicht angenehm, weil
ich beim Wiederlesen gemerkt habe, dass es mich stört.
Plötzlich waren mir ganz andere Dinge wichtig als die, die
mich früher so beeindruckt haben.
Komisch, gerade das mag ich. Es gibt eine Faust-Version (wir haben ihn, glaube ich 5mal im Haus…), die früher meiner Mutter gehörte. Sie hat zwei mal reingekritzelt, einmal als Teenager (damals war das ein Backfisch *g*), dann als Erwachsene. Ich habe das Buch mindestens fünf mal gelesen, und jedes mal Spuren hinterlassen. Das finde ich wunderschön. Es freut mich, wenn mich eine Notiz an etwas früher aus dem Text gezogenes erinnert. Auch, oder gerade, dann, wenn ich das heute anders sehe. Das zeugt von Wachstum, alles verankert in diesem einen Buch. Toll!
… und natürlich bin ich auch ein Anhänger von: Bücher
schmeißt man nicht in den Müll! Weitergeben, weiterschenken,
Flohmarkt, was-auch-immer. Aber ja nicht in den Mülleimer.*
OHJA! Sehr, sehr wahr.
So, jetzt weißt Du’s
Toll, danke Dir. Das war spannend. 
* Tipp für Leute, die Bücher loswerden wollen: Bibliotheken
sind begeistert über Bücherspenden!
Guter Tip - aber nix für mich. 
Liebe Grüße, Nike