Bedeutung von und Umgang mit Büchern

Hallo Hendrik,

schön erzählt. :smile:

Zuletzt noch - Lieblingsbücher. Von denen (es sind sehr wenige

  • Tolkien, LeGuin, Calvino und ein Armvoll mehr) habe ich
    meist mehrere Exemplare, ein kleineres für unterwegs (das darf
    auch zerschlissen sein), eines in der Originalsprache (falls
    ich die lesen kann), vielleicht noch eine Edelausgabe, weil
    die so schöne Illustrationen hat.

Ohja, gut! Beim Herrn der Ringe habe ich die (völlig zerfledderte) grüne Taschenbuchausgabe), dann die Bücher im Original (auch Taschenbuch), dann die wunderschöne rote (alles in einem Band, die mit dem Ring auf dem Cover und den köstlichen dünnen Blättern, die sich wie Seide anfühlen), und dann die Schuberausgabe, in der asuch das Silmarrilion enthalten ist… eine davon weggeben? Niemals! :smile:

In den letzten Jahren habe ich begonnen, mehr und mehr Bücher
auszusortieren, weil ich zu der Überzeugung gelangt bin, das
ich dann besser würdigen kann, was ich bewußt behalte. Ich bin
sehr gespannt, bei welchen 10 oder 50 oder 100 Büchern ich
zuletzt verweile.

Oooh… ob Du das schaffts? Schließlich sind ja alle in gute Hände abzugeben, nicht wahr? Ich habe ca. 2000… die in Kisten nicht mitgezählt… und keinerlei Absichten, Platz zu schaffen. Also, Absichten vielleicht schon. Aber ich weiß, da habe ich ohnehin keine Chance.

Ja, auf Widerlesen! Hat mich gefreut.
Nike

Mir kommt es auf die Sinnlichkeit eines Buches an - wer jemals
in der linken Hand einen Band der „Anderen Bibliothek“ und in
der rechten Hand ein Bastei Lübbe-Taschenbuch vergleichgefühlt
hat, wird wissen, was ich meine. Lesen ist auch ein haptischer
Vorgang, und ich möchte mir die Freude, ein wirklich gutes
Buch immer wieder neu erwandern zu dürfen, nicht durch Macken
verderben.

Schöne Bücher (weiter unten hab ich sie in meine Kategorie „Freunde“ eingeordnet) sind mit vier Sinnen zu erfassen. Schmecken laß ich außen vor. Aber ein schön in Leder gebundenes Buch riecht gut, fühlt sich einmalig an (da kann nur noch die Haut meiner Frau und der Kinder mithalten) und das Blättern darin klingt wunderbar. Wie gesagt schmecken geht nicht (wegen der Spuren!!!)

Für mich sind geliebte Bücher (der Lord of the Rings ist ein
gutes Beispiel) Orte, die ich immer wieder aufsuche. Darin
darf sich so nach und nach ein Trampelpfad bilden (übersetzt:
wenn das Buch nach und nach ein wenig abgegriffen ist, macht
es nix), aber die Speisereste vom letzten Picknick (übersetzt:
Kritzeleien, Knicke, Fettflecken) möchte ich bei der
Wiederkehr ungern darin finden.

Gelesene ( nicht zerlesene!!) Bücher sind mir die liebsten. Bücher nur zu kaufen um sie ins Regal zu stellen finde ich einfach gemein (dem Buch gegeüber), obwohl ich auch viele solcher Exemplare habe.

Ähnlich ist ein Lexikon oder Fachbuch für mich einer Werkstatt
ähnlich: man darf sehen, daß dort gearbeitet wird, aber allzu
unaufgeräumt sollte es dort nicht sein.

Wirklich schön gesagt. Ettliche meiner viel benutzten Lexika haben deutliche Gebrauchspuren, aber wenn sie solide gefertigt sind, machen solche Spuren (in Maßen!) ein Buch nur schöner. Genauso finde ich Hände von alten Menschen, die ein Leben lang körperlich gearbeitet haben unvergleichlich schön.

Zur Ordnung: zwar führe ich Kartei über meine Bücher (muß ich
auch, weil’s ca. 5000 Stück sind), aber in den Regalen stehen
sie eher nach anderen Kriterien: wie oft ich sie brauche, was
zusammenpaßt & hübsch aussieht - denn meine Wohnung wird immer
noch von mir und nicht von Büchern bewohnt (obgleich ich ihnen
gerne viel Platz überlasse - ein Zimmer ohne Bücher ist für
mich irgendwie nicht eingerichtet); und die Platznot tut auch
ein übriges. Ein bißchen gewachsenes Durcheinander ist
heimelig, solange es nicht in Chaos ausartet.

Karteikarten habich mal angefangen, aber aus Trägheit wieder sein gelassen. Daher weis ich auch nicht genau wie viele ich besitze (ändert sich schließlich ständig). Vor etwa 10 Jahren hat ein Freund mir die Frage nach der Anzahl gestellt und war verwundert, daß ich sie nicht beantworten konnte. Er hat sich damals drangegeben und gezählt; er ist damals auf ca. 1500 gekommen. Heute sind es wohl gut doppelt so viele.

In den letzten Jahren habe ich begonnen, mehr und mehr Bücher
auszusortieren, weil ich zu der Überzeugung gelangt bin, das
ich dann besser würdigen kann, was ich bewußt behalte. Ich bin
sehr gespannt, bei welchen 10 oder 50 oder 100 Büchern ich
zuletzt verweile.

Das hab ich ein mal gemacht, als ich umgezogen bin. Die Dame der Stadtbücherei hat ganz schön verwundert geschaut, als ich mit drei großen Umzugkartons ankam. Aber ein schlechtes Gewissen hatte ich schon, wer setzt denn Kinder aus? Die Gefahr, daß ich irgendwann mal nur 100 oder weniger Bücher besitzen werde, sehe ich eher nicht. Obschon ich mir des öfteren die Inselfrage gestellt habe, welche 3 (10 oder 100) Bücher ich mitnehmen würde. Aber die Antwort ändert sich auch im Laufe der Zeit.

Gandalf

Hallo Vanessa,

das interessiert mich nun auch. Meine Sammlung besteht zu 99% aus Sachbüchern, die ich grob nach den Autoren sortiere, nur habe ich in meiner kleinen Wohnung das Problem des Platzmangels. Wohin mit den Büchern? Drei oder vier Kartons stapeln sich bereits im Keller - warum müssen diese Dinge bloss sooo schwer sein! -, aber wenn ich den überwiegenden Teil auch noch dorthin verfrachten würde, hätte ich ständig das Gefühl, ausgerechnet jetzt dieses oder jenes Buch brauchen zu müssen, um wegen einer Quelle oder eines Zitates nachzuschauen. Wohin noch damit?

Marco

Huhu Marco!

(…)aber wenn ich den überwiegenden
Teil auch noch dorthin verfrachten würde, hätte ich ständig
das Gefühl, ausgerechnet jetzt dieses oder jenes Buch brauchen
zu müssen, um wegen einer Quelle oder eines Zitates
nachzuschauen.

Das wäre wahrscheinlich…

Wohin noch damit?

Ich kann es dir beim besten Willen nicht sagen! :frowning:

Bye, Vanessa

Hallo Gandalf,

Deine Anmerkungen klingen nach jemanden, dem ich ein Buch leihen würde.

Behutsam zerl(i)ebte Bücher wie die schönen Hände alter Menschen - gefällt mir.

Best wishes from here to there.

Pengoblin

Nachtrag zum LOTR
Hallo Nike!

Ohja, gut! Beim Herrn der Ringe habe ich die (völlig
zerfledderte) grüne Taschenbuchausgabe), dann die Bücher im
Original (auch Taschenbuch), dann die wunderschöne rote (alles
in einem Band, die mit dem Ring auf dem Cover und den
köstlichen dünnen Blättern, die sich wie Seide anfühlen), und
dann die Schuberausgabe, in der asuch das Silmarrilion
enthalten ist… eine davon weggeben? Niemals! :smile:

Meine Lieblingsausgabe ist die gebundene Jubiläumsausgabe von 1991, die mit den ca. 20 Illustrationen von Alan Lee drin. Seltsamerweise steuert mein zweijähriges Patenkind bei jedem Besuch zielsicher genau dieses Stück an (was meine Reflexe unglaublich beschleunigt…). Ich mag die Kleine: sie weiß, was gut ist…

Best wishes

Pengoblin

Hallo Nike (und alle anderen Büchernarren)

lesen habe ich ganz normal in der Schule gelernt, aber einen Büchereiausweis hatte ich schon vorher und saß stundenlang über der Kinderbücherkiste. Und später hab ich altdeutsch lesen gelernt, weil da so ein Märchenbuch stand, das ich erstmal als „Sauffs Märchen“ identifiziert habe, bis ich es besser wußte. Und als ich dann mal lesen konnte, stellte sich heraus, ich war nicht mehr wegzubringen. In meiner Schulzeit bekam ich dann das Gebot auferlegt, wöchentlich nicht mehr als 10 Büchereibücher auszuleihen (woraufhin ich meine Schätze überall versteckt hielt).

Heute besitze ich keine Handtasche, in der nicht mindestens ein Taschenbuch Platz hat und ich werde panisch, wenn ich merke, daß mir eine längere Fahrt bevorsteht und mein Buch zu Ende geht. Ich glaube, ich leide unter akuter Lesesucht (eine Freundin und ich haben festgestellt, daß wir beide sogar in der U-Bahn die Werbung lesen, vor lauter Lesesucht - sogar das kleingedruckte).

Eigentlich sollten wir den Anonymen Lesenden beitreten, nur wollen wir ja nicht geheilt werden…

Letztes Wochenende war ich endlich bei Ikea und habe deckenhoch 2,20 x 2,20 m Billy gekauft, damit etliche der Stapel eine richtige Wohnung finden. Und dabei gebe ich regelmäßig unserer notorisch armen Bücherei gelesene und nicht ganz meinen Geschmack treffende Bücher ab (eigentlich jedes Jahr ca. 1 Umzugskarton voll). Aber überall stapelt es sich, Schreibtisch, Nachttisch, etc. etc.

Und mein Freund liest auch - anderes als ich - wir hatten so gut wie keine Doppelexemplare, als wir zusammengezogen sind.

Ich bin übrigens die, die den Flug nach Neuseeland danach ausgesucht hat, wo sie mehr Freigepäck für Bücher hat (grins) - es ging also über USA… mit 14 Büchern im Gepäck…

Antje

Ach ja, wie sortiere ich:

Bildbände der Größe wegen separat und unten. Romane etc. streng nach Autorenalphabet.

Meine geliebte Reiseführersammlung (ich war doch 9 Jahre im Reisebüro) nach Ländern und natürlich ganz oben Ägypten und Zypern am Ende des Regals…

Antje

Hallo Antje,

Heute besitze ich keine Handtasche, in der nicht mindestens
ein Taschenbuch Platz hat

Stimmt! Ich besitze gar keine Handtaschen, sondern nur große Taschen! :smile:

(eine Freundin und ich haben festgestellt, daß wir beide sogar
in der U-Bahn die Werbung lesen, vor lauter Lesesucht - sogar
das kleingedruckte).

Spannend, daß Du das sagst… denn jetzt fällt mir auf: Das tue ich auch! Ich lese auch am Frühstück die Infos auf der Cornflakespackung… und zwar bis ins kleinste Detail. Natürlich nur, wenn ich nicht gerade ein Buch oder eine Zeitung zur Hand habe. *g* Wie gut, daß wir den AL nicht beitreten wollen… :smile:)

Liebe Grüße, Nike