Hallo,
da habe ich ja eine tolle Diskussion ausgelöst.
Warum auch nicht, denn Schicksal und eigene Meinung dürften mittlerweile doch recht viele Mitbürger zusammenführen.
Also vielleicht sind hier doch etwas mehr Infos nötig:
Dem Verlauf des Threads entsprechend: gerne zur Entkräftung mancher schwacher Argumentation gesehen…
)
Wobei ich nun auch auf der Seite " Pro " argumentieren möchte:
Befristung sei zulässig, da es heute leider immer weniger Berufe / Sparten mit sogenannter " Beschäftigungsgarantie " gibt…
( anderes Thema … )
P ist ein von allen Kollengen sehr geschätzter, fleißiger
Mitarbeiter. Erfolge sind deutlich durch Statistiken
nachgewiesen. Er arbeitet sogar weitaus mehr als er
vertraglich sollte und ist -auch wenn er eigentlich
Urlaub/Freizeit hat- immer erreichbar, was auch oft genutzt
wird Ps Telefon klingelt auch im Urlaub mindestens 1 mal pro
Tag.
So ein ähnlicher Charakter ist mir durchaus bekannt.
- Urlaub notfalls verschoben
- Freiwillig und gerne an Revisionsarbeiten beteiligt gewesen, die meistens an Wochenenden / Feiertagen eingeplant waren.
- In einer 24h- Produktion fiel der Hammer erst, wenn ein gravierendes Problem absolut zeitnah zu beheben war…( M.A. identifizierte sich bereits mit seiner Aufgabe )
- Dadurch kamen viele Stunden Mehrarbeit p.A. zusammen.
- Eigene Ideen und Optimierungen wurden zahlreich entwickelt und
meist von Vorgesetzten als " gut und direkt umsetzbar " von Vorgesetzten in praktischen Auftrag gegeben.
- M.A. war auch in der Produktion ein gern gesehener Kollege.
Ps Vorgesetzter und dessen Vorgesetzter WOLLEN P übernehmen
und haben ihm sogar den Tip gegeben, daß er sich evtl
einklagen könnte. Natürlich hinter vorgehaltener Hand.
Ebenfalls bekannt, aber Einklagen dürfte einerseits einem künftigem Arbeitsklima wenig zuträglich sein, andererseits mußte im bekannten Fall letztlich relativ nüchtern via " Sozialplan " entschieden werden, welche M.A. ( selbst schwerem Herzens ) entlassen werden mußten, respektive deren befristete Verträge nicht verlängert werden konnten.
Neben der akuten Wirtschaftskrise kamen noch betriebliche Umstrukturierungen dazu, die hier aber nicht näher diskutiert werden.
Soweit
zu Ps Arbeitsweise und der Vermutung daß „das Unternehmen“ ihn
nichtmehr haben will. Das Unternehmen schon, die
Personalpolitik des Unternehmens schaut leider etwas anders
aus.
Das wäre mitunter als Begründung bei vielen Entlassungen diverser Gewerke anführbar.
In dem Unternehmen gibt es eine gewisse Vertragsart, die es
sonst (soweit mir bekannt) nicht oder nur selten gibt: P ist
freier Mitarbeiter, der jedoch nicht selbständig tätig ist.
KV, RV, PV etc laufen wie bei einem „normalen Angestellten“.
Lasse ich jetzt mal ohne erfahrenem Kommentar.
( nicht selber in dieser Konstellation miterlebt )
In dem Unternehmen gibt es eine bestimmte Anzahl an festen
Stellen, die momentan alle besetzt sind. Die anderen Stellen
werden mit diesen fest/freien Mitarbeitern besetzt (und nach 2
Jahren eben neu besetzt, komme was wolle).
So eine Einstellungspolitik könnte bei rigider Ausführung ( seitens der Geschäftsführung ) zu recht als tendenziell " Unsozial " diskutiert werden.
Wäre eine feste
Stelle frei, wäre P der erste, der sie bekommt. Leider wird
die nächste Stelle erst in 2 Jahren frei. Was P leider nicht
viel bringt, weil er ja JETZT gerne dort bleiben würde, weil
er
a) gut ist, in dem was er tut
b) mit Kollegen/Vorgesetzten/Kunden/Geschäftspartnern bestens
zurechkommt und von ihnen wirklich sehr geschätzt wird
c)ihm sein Job einfach unglaublich viel Freude bereitet.
So geht es neben Dir und mir vielen Mitbürgern.
Warum ist das so ( gerne AN - Meinungen )
Hat u.a. auch zunehmend ein Verlust an Verantwortungsbewusstsein bei einigen AG damit zu tun ?
Produkt soll nahe 100 % Güte / Qualität aufweisen, kein Interesse mehr, damit auch für festangestelltes Personal weiterhin Verantwortung übernehmen zu wollen ?
Zunehmende Leiharbeit kann als Druckmittel auf Festpersonal / Lohngestaltung und " Ersetzbarkeit " des A.N. eingesetzt werden.
( Dieses " Geschwür " des Arbeitsmarktes dürfte aber auch einer anderen Diskussion zugeordnet sein )
So, es darf weiter diskutiert werden ;o)
Es wäre meiner Meinung nach soweit gut, direkte Einstellungen auch weiterhin zunächst zu befristen, denn alleine die wirtschaftliche Stabilität / künftige Auftragslage der Unternehmen werden immer schlechter vorraussehbar.
Nur bitte kein Lohndumping und Austauschbarkeit der Arbeitskraft durch weitere Zunahme / Druckmittel auf Stammbelegschaft durch zunehmende Beschäftigungen von Leiharbeitern forcieren.
Leiharbeit = Gleiche Arbeit / Arbeitsbedingungen für gleichen Lohn des Stammpersonals. ( Miner Meinung nach müßte Leihpersonal doch gesetzlich / gewerkschaftlich dem festangestellem Personal zumindest gleichgestellt oder sogar noch etwas höhergestellt werden…diese Menschen haben keinerlei Sicherheiten bezüglich des Arbeitsplatzes… )
An der anfangs befristeten Direkteinstellung möchte ich nicht rütteln, aber dann muss Leiharbeit für den AN. so dotiert werden, das dieses Instrument der Vermittlung eher mal wider die Verantwortungsbereitschaft der Unternehmen fördert, anstatt dies Art der Beschäftigungsform dazu zu nutzen,sich nicht mehr selber Verpflichten zu müssen. ( respektive Lohndumping über dieses Druckmittel auf Angestellte nutzen zu können … Stichwort Lohndumping )
Wie groß wäre das Gejammer derer, die sich als langjährige Angestellte kurz vor einer " sicheren " Rente wähnten, aber Ausbeutung " externer Arbeitskollegen " einerseits mit Argwohn betrachten, aber deutlich niedrigere Löhne derer stillschweigend tolerieren.
Die gehen als 1., können nicht wie das Festpersonal gleichermaßen in die Sozialsysteme einzahlen und haben keinerlei wirkliche Zukunftsperspektiven.
Wo wäre der Fehler, wenn künftig mal alle Beschäftigungsformen in einer Berufssparte zumindest in der Rente auf durchschnittlichen Einzahlungen beruhen würden ?
( Wenn man sich mal vorstellt, das gut ausgebildete L.A.N. trotz Vollzeit in ihrem Beruf kaum mehr das Einkommen haben, was in direkter Einstellung die Helfer der jeweiligen Berufssparte mal hatten.)
mfg
nutzlos