Bei den Ungebildeten ist alles unterbewusst

Andersrum wird eher in Schuh draus

Wobei aus meiner Sicht durchaus hier des Pudels Kern liegt.
Das heißt der Grund, warum dies nicht richtig in die
Alltagssprache diffundiert ist genau jenes elitäre
Elfenbeinturmgehabe.

Du verwechselst Diffrenzierung und Genauigkeit hier leider mit Elfenbeinturm"gehabe".
Auf deine übliche Entwertungstendenz (Balken im eigenen Auge) will ich diesmal erst gar nicht noch zusätzlich eingehen.

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Nein mein Lieber, das tue ich nicht.

Das Problem, was du da im Hintergrund ansprichst, ist, dass du dich grundsätzlich jeder Kritik erhaben fühlst, womit wir wieder beim Elfenbeinturm sind.

Der Begriff des Unbewussten ist ein Fachterminus noch nicht einmal der Psychologie, sonder speziell der Psychoanalyse. Eine Diskussion, die sich damit beschäftigt, warum ein solcher Terminus falsch in die Alltagsdiskussion diffundiert, ist völlig in Ordnung. Ebenso in Ordnung ist, wenn im Zuge dessen differenziert wird. Der Punkt ist hier auch nirgendwo kritisiert worden.

Was von mir und anderen kritisiert wird, ist, dass du die Kenntnis um diese Differenzierung 1:1 mit dem Gegensatzpaar Bildung und Unbildung verknüpfst.

Wenn aber jemand nicht mehr erfassen kann, dass es überzogen ist, zu erwarten, dass diese Fachterminologie zum allgemeinen Bildungsgut gehören muss, dann sitzt er im Elfenbeinturm.

Da hilft es auch nichts, dass du an verschiedenen Stellen versuchst, davon abzulenken.

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…dass du als
Gebildeter auf die große Masse der Ungebildeten runterblickst,
wobei eben alle, die sich mit der psychoanalytische
Fachterminologie nicht auskennen, in deinen Augen ungebildet
sind.

Deine Interpretationen sind wirklich nervtötend, weil du dir hier persönliche Analysen anmaßt, obwohl du mich garnicht kennst. Daher kommst du laufend zu Fehleinschätzungen, so auch diesmal.
Seien wir also abermals froh, dass/wenn du nicht mit Menschen therapeutisch arbeitest. Das wäre bei deiner ständigen Entwertung Anderer und dem Versuch, dauernd siegreich zu bleiben, wohl ein Desaster.

Wenn dich die eigentliche Fragestellung wirklich
interessieren würde, dann hättest du wieder das i samt Brot
erwähnt, noch wäre es nötig gewesen, hier vermeintliche
Bildung und Unbildung ins Spiel zu bringen.

Ich habe die anderen Beispiele spontan ins Spiel gebracht, weil ich mich zunächst zu oft über diese (vermeintlichen?) Oberflächlichkeiten geärgert habe.
Dass beim Beispiel „unterbewusst“ mehr dahinter stecken kann, wie wir jetzt sehen durch die konstruktiveren Beiträge hier, zeigt mir, wie relevant die Frage war.

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Meine Interpretation? Mal abgesehen davon, dass nicht nur ich das so interpretiert habe:

„Bei den Ungebildeten ist alles unterbewusst, was bei den Gebildeten unbewusst ist.“

Wie sonst ist dieser Satz den anders zu verstehen, als so, dass jene, die den Begriff unterbewusst im Alltagssprachgebrauch nicht Freudkonform verwenden, ungebildet sind?

Wer übrigens den Balken im eigenen Auge nicht siehst, bist ja wohl du. Du schaffst es nicht, wenn ein kritischer Beitrag auf deinen eigenen kommt, nicht persönlich entwertend zu antworten.

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Wie sonst ist dieser Satz den anders zu verstehen, als so,
dass jene, die den Begriff unterbewusst im
Alltagssprachgebrauch nicht Freudkonform verwenden, ungebildet
sind?

Ich habe damit niemanden persönlich angegriffn, sondern mich gefragt, wie dieser Umstand in die Welt kam.
Du hingegen greifst mich ständig persönlich an. Du wirst deine Gründe haben.

Wer übrigens den Balken im eigenen Auge nicht siehst, bist ja
wohl du. Du schaffst es nicht, wenn ein kritischer Beitrag auf
deinen eigenen kommt, nicht persönlich entwertend zu
antworten.

Es nützt wenig, wenn du den Spieß umdrehen willst. Lies dir doch einfach deine Beiträge, deine Antworten an mich hier alle noch einmal durch.

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Hi

erlebst du das nicht tagtäglich , ohne das einer das Wort Ciabatta falsch ausspricht ?
fällt dir das nicht jeden Tag im alltäglichen Leben auf , in der Werbung , im Alltagsverhalten , in der Tagespresse um Musikgeschmacxk usw usw usw .

Alltägliches Beispiel : Das Radio dudelt vor sich hin , der song " I need a Dollar " läuft und man singt den Refrain locker mit .
kein Mensch hört sich den Text wirklich an , man singt einfach mit.
das hier etwas ganz was anderes gemeint ist , das es hier um den Bankensturz in den USA ging vor 2 Jahren , das hier ein Banker gemeint ist , der vorher in Luxus lebte , anderer Leute Ihr Geld verprasste , hört keiner .
Werbung der Bin doch nicht blöd Märkte , Billig billig , wir sind doch nicht Blöd ist der Werbeslogan , doch z.b. ein HDMI kabel kostet dort 39,- euro , wo es überall wo anderst 5,90 kostet , im Grosshandel sogar weniger 2,- euro , aber alle rennen dort hin…
ich könnte diese Beispiele aus allen Lebenslagen bis zum sprengen des Webspaces weiterführen , Das fang an wie Auto , ATU wieder ein Top Beispiel , alle denken billig billig billig und hier im selben Forum in der Rubrik 4 und Mehr Rädern werden Tatsachen dargestellt , ATU will für eine Xenon Lampe 90,- Euro , überall wo anderst kostet das Set ( 2 Stk ) 60,- Euro und geht über E wie Einkauf über U wie Urlaub bis hin zum Zahnarzt in allen Lebenslagen .

Ein Teil davon kommt wohl auch aus der Schulbildung .
in einigen Regional unterschiedlichen Schulen kann man inzwischen englisch als Unterrichtsfach abwählen und aus der erfahrungen meines Patenkindes , das die 2 Klasse besucht , sehe ich , das 7 Jährige noch nicht in der Lage sind ein Doppelwort , wie Schlafsack , oder Butterbrot zu schreiben , noch nicht einmal einen einfachen Satz wie : der Ball ist Bunt , kann sie schreiben .

Ich frage mich ob die Deutschen mit der Zeit dümmer werden , der Lehrplan es so vorsieht , das es alles viiiieeeel langsamer geht und demzufolge nach Schulabschluss einiges fehlt .

Ich vergleiche nur mal eben die Fahrschule PKW ( alte Klasse 3 ) im Jahre 1981 .
damals gehörte zur Ausbildung : 10 Theorie , 14 Praktische Fahrstunden , sowie 2 Technikstunden , wo gezeigt wurde wie man Öl und Wasser prüft und defekte Birnen austauscht , sowie das in der Theorie auch das Theme Druckluftbremse und Fahrtenschreiber erlernt wurde .
heute ist die doppelte Zeit Pflicht , die Technikstunden gibt es gar nicht mehr und das es Fahrtenschreiber ab 3,5 to gibt , wird noch nicht einmal erwähnt .

Ein Bekannter von mir aus Metz ( Fr ) sagte mal , wenn ich mit meinem Deutsch nicht weiterkomme , suche ich mir Personen zwischen 35 und 50 Jahren , die können das beste englisch .
Ich staunte , eigentlich müssten das anfang 20 Jährige sein , Leute die gerade ihr Abi hinter sich haben , deren Schulkenntnisse noch frisch sind , nein es sind ältere Personen , die 15 Jahre und länger kein englisch gesprochen haben.
kann das einer erklären , ich kann es mir nur denken…

Toni

Guten Tag!

Dem komme ich aber nicht bei, in dem ich
schon die Betrachtung an sich geradezu eingepanzert in
Standesdünkel vornehmen und das ganze auch noch paare mit der
Unterstellung, dass alle, die dieser Fachdiskussion nicht
folgen können als ungebildet bezeichne!

D’accord.

Wobei aus meiner Sicht durchaus hier des Pudels Kern liegt.
Das heißt der Grund, warum dies nicht richtig in die
Alltagssprache diffundiert ist genau jenes elitäre
Elfenbeinturmgehabe.

Nicht d’accord, denn das ist mir eine viel zu einfache Erklärung.

Ich bleibe daher trotzig bei der von mir vorgebrachten/angedeuteten Erklärung, dass sich „unterbewusst“ eher durchsetzen konnte als „unbewusst“, weil auch die Freudschen Psychoanalyse selbst in ihrer Metaphorik und dergleichen das „unter-“ ständig suggeriert, quasi als Subtext, der ständig den eigentlichen Text untergräbt.

Zum zweiten denke ich -in Einklang mit Freuds Gedanken/Arbeiten zum ‚Widerstand gegen die Analyse‘- dass das UNbewusste viel unbehaglicher ist als das UNTERbewusstsein, welches wunderbar korrespondiert mit dem Alltagsbiologismus, welcher das Biologische ja auch problemlos als ‚unterliegende‘ Basis des Bewusstseins versteht.

Das weit komplexere Verhältnis des Bewusstseins zum UNbewussten dagegen ist dem Alltagsbewusstsein viel zu „gspinnert“, alternativ ausgedrückt: zu akademisch, zu jüdisch, zu weltfremd, zu spekulativ.

E.T.

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Ich habe damit niemanden persönlich angegriffn,

Die Feststellung, dass alle, die den Begriff Unterbewusstsein gemäß Alltagssprachgebrauch benützen, ungebildet sind, ist ein Angriff auf eben diese Zielgruppe.

Du hingegen greifst mich ständig persönlich an. Du wirst
deine Gründe haben.

Du bist derjenige, der hier zuerst persönlich wurde! Oder siehst du in dem Ausdruck „lehrerinnenhafte Pose“ ein Kompliment?

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Wobei aus meiner Sicht durchaus hier des Pudels Kern liegt.
Das heißt der Grund, warum dies nicht richtig in die
Alltagssprache diffundiert ist genau jenes elitäre
Elfenbeinturmgehabe.

Nicht d’accord, denn das ist mir eine viel zu einfache
Erklärung.

Achtung im Vorgriff auf das Kommende: Ich sehe einen Unterschied zwischen dem Umstand, dass sich „unbewusst“ nicht richtig durchsetzt und „unterbewusst(sein)“ sich durchgesetzt hat.

Zum zweiten denke ich -in Einklang mit Freuds
Gedanken/Arbeiten zum ‚Widerstand gegen die Analyse‘- dass das
UNbewusste viel unbehaglicher ist als das UNTERbewusstsein,
welches wunderbar korrespondiert mit dem Alltagsbiologismus,
welcher das Biologische ja auch problemlos als ‚unterliegende‘
Basis des Bewusstseins versteht.

Da bin ich bei dir. Wobei ich auch noch in die trivialere Richtung gehen würde: Kopf = oben, Bauch = unten. Etwas aus dem Bauch heraus tun ist dann etwas, was ich unter-bewusst tue. Das würde ich eher noch vorschalten vor den Effekt, dass die Vorsilbe un- per se negativ besetzt ist.

Wenn du auf die Basis ansprichst, die dem innewohnt, dann ist es wohl eher das Unterbewusst-Sein, als das Unter-Bewusstsein, was Auschlaggebend ist.

Hallo,

ohne mich nun an der Diskussion von „unterbewusst“ und"unbewusst" zu beteiligen- dafür bin ich in der Richtung zu ungebildet :wink:- mal meine Meinung zu dem falschen Aussprechen von Worten.

Sprache wird überwiegend durch Hören verbreitet und setzt für eine korrekte Aussprache oder Schreiben voraus, daß das Wort richtig gelesen wurde- zT auch bewusst den Hintergrund mal lernen (das es nur einen Einzigen geben kann,zB).

Dazu gehört halt manchmal auch, daß man sich in Fremdsprachen zumindest ein wenig auskennt!

Es hat also letztlich wirklich mit Bildung zu tun.

Wer nicht weiss, wie man ciabatta lesen muss…weil sich niemals mit Italienisch befasst- kann sonstwas draus machen.
Man hört tschabatta…und so wird es eben weitergetragen…es wird doch kaum einer auch nur die Verpackung genau ansehen- „kann man eh nicht wirklch lesen“.

Nicht anders ist es doch auch bei vielen anderen Worten…
Nehmen wir den berühmten Woolworth…Einkaufsgeschäft…- wir müssten wuulwörs sagen- dazu noch mit lispel-s am Ende…und was ist der Laden in Deutschland??- der Wollwort!

Viele Menschen wissen es einfach nicht anders und übernehmen es halt einfach.
Ich hab mal mit einer Frau gesprochen, die ganz offensichtlich sehr begeistert von dem Wort „permanent“ war…und so floss dieses Wort dann in jedem Satz ein…allerdings kam dann permanent das Wort „permament“ :wink:

Man versucht halt zu vereinfachen- das Beispiel mit dem Mitsingen von Liedern ist sehr gut-- was da für Texte zT erfunden werden! *gg*

Und solange man verstanden wird…ist doch alles richtig gesagt!

kitty

Du bist derjenige, der hier zuerst persönlich wurde! Oder
siehst du in dem Ausdruck „lehrerinnenhafte Pose“ ein
Kompliment?

Soll das jetzt ein Witz sein? Dieser Ausdruck bezieht sich auf deine dauerhaften Angriff meiner Person - willst du uns im Ernst weismachen, das sei dir entgangen?

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Du sprichst mir aus der Seele
Moin

erlebst du das nicht tagtäglich , ohne das einer das Wort
Ciabatta falsch ausspricht ?

Eben! Und weil ich es so bemerkenswert finde, dass die falschen Wörter häufiger kommen als die korrekten, deshalb habe hier diesen Thread eröffnet.
Gruß,
Branden

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Ich sehe einen
Unterschied zwischen dem Umstand, dass sich „unbewusst“ nicht
richtig durchsetzt und „unterbewusst(sein)“ sich durchgesetzt
hat.

überzeugt mich

Wobei ich auch noch in die trivialere
Richtung gehen würde: Kopf = oben, Bauch = unten.

überzeugt mich auch

Etwas aus
dem Bauch heraus tun ist dann etwas, was ich unter-bewusst
tue.

Neben dem Bauch kommt natürlich gerade bei der Psychoanalyse auch noch die ganze Geschichte mit dem Unterbauch dazu, die -in verzerrter Form- ganz besonders in die Allgemeinheit eingedrungen [schechtes Wortspiel] ist.

E.T.

Eisberg-Modell
Hallo E.T.

Verstehe ich dich falsch, oder deutest du tatsächlich an, der Terminus „Unterbewusstsein“, sei direkt von Janet her in die Alltagssprache diffundiert, und die Allgemeinheit würde gar nicht das Freudsche „Unbewusste“ meinen, wenn sie vom „Unterbewusstsein“ spricht?

ich denke, „mißverstanden“ nicht direkt. Ich sehe eine Akkumulation mehrerer Hintergründe:

  1. Janets „Geisteszustand der Hysterischen“ (orig. Paris 1993, dt. Übersetzung Wien 1994), wo er den Begriff „subconscient“ einführt (und zwar in topografisch-räumlich-metaphorischen Sinn, hatte eine enorme Verbreitung. Auf den Einfluß auf Freud hast du ja in deinen Artikeln in diesem Thread auch deutlich hingewiesen. Nach seinem USA-Aufenthalt dann auch ebendort. Im englischsprachigen Raum ist „subconscious“ auch, wie mir scheint, viel mehr in die Alltagssprache eingegangen.

  2. In der späteren Zeit, d.h. nach 1974, ist ganz sicher
    Ruch & Zimbardo: Lehrbuch der Psychologie. Eine Einführung für Studenten der Psychologie, Medizin und Pädagogik.
    als Auslöser anzusehen. Dort verwenden die Autoren das erwähnte Eisberg-Modell zur Erläuterung der Begriffe „unbewußt“ und „vorbewußt“. Dieses Buch hatte weite Verbreitung auch in pädagogischen und anderen sozialpsychologischen Ausbildungskursen, bis heute.

Das Eisbergbild wird auch fast immer als Begründung angebracht, wenn man Leute, die von „Unterbewußtsein“ sprechen, fragt, was sie damit meinen (was ich sehr häufig getan habe und zu tun pflege). Sie meinen dann allerdings, dieses Bild(!) sei von Freud selbst, wissen also nicht, daß es gar nicht von ihm kommt. Aber die Vorstellung, daß „unter der Oberfläche“ des bewußten Denkens ein Agens sei, das sich der bewußten Kontrolle entzieht, sich aber dennoch „unwillkürlich“ einmische, findest du fast immer als „Erklärung“, wenn du diese Leute nach ihrem Wortgebrauch fragst.

  1. Wie ich am Ende meines Artikels oben erwähnte, gibt es darüber hinaus noch eine Vermeidung der Verwechslung des Ausdrucks „unbewußt“ mit den beiden Synonymen: „unbewußt“ = „bewußtlos“ und = „Materie oder Lebendes ohne Bewußtsein“. Gerade im englischen Sprachraum hat „unconscious“ auch vorwiegend gerade diese Konnotationen.

Das rekurriert definitiv, wenn auch falsch, auf das Freudsche Unbewusste

Ja, oder viel eher noch auf das Jungsche Unbewußte. Aber nur für den, der Freuds (oder Jungs) Terminus als Basisbegriff einer ganz speziellen Theorie kennt. Der erwähnte Sprecher kennt ihn aber nicht , sonst würdes er doch eben nicht den falschen Ausdruck wählen. Vielmehr meint er das Eisbermodell oder etwas Analoges!

Freundlichen Gruß
Metapher

Deutungshoheit
Hallo Branden!

dass die falschen Wörter häufiger kommen als die korrekten

Die Frage, welche Wörter falsch sind und welche richtig, ist aber alles andere als trivial und lässt sich nicht so einfach beantworten.

„Tschiabatta“ ist nur bei sehr oberflächlicher und simplifizierender Sprachbetrachtung eindeutig falsch - betrachtet man das Wort sprachwissenschaftlich, gibt es genügend Argumente, warum man diese Aussprache im Deutschen auch als richtig betrachten kann.

Wenn jemand die Deutungshoheit über die „richtige“ oder „falsche“ Benutzung eines Wortes für sich beansprucht, beweist er eigentlich nur, daß er von Sprache in ihrer Tiefe gar keine Ahnung hat. Ein gutes Beispiel dafür ist Bastian Sick. ALs Sprachwissenschaftler könnte man also fast sagen: Nur dem (sprachwissenschaftlich) Ungebildeten gilt „Tschibatta“ eindeutig als falsch. :smile:

Gruß,
Max

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schizophren und borderline

Das bestreite ich entschieden. Es schwingt seit Jahrzehnten immer auch eine (unbewusste) Abwehr ds Freud’schen Denkens mit, habe ich das sichere Gefühl. Vielleicht ligt hier sogar in Schlüssel für das so häufig benutzte Wort „unterbewusst“.

Ah! Das wäre ein ganz neuer Typus von Abwehrmechanismus. Unbewußte Vermeidung eines Wortgebrauchs, dessen Bedeutung der Sprecher gar nicht kennt, die sich aber dennoch genau auf diese Bedeutung bezieht? Wir reden doch von Sprechen, die mit dem Freudschen speziellen Terminus eben nicht vertraut sind!

(Zugegeben: Man findet den falschen hier und da auch in z.B. sozialpsychologischen Lehrtexten. Von Autoren also, die es eigentlich besser wissen müßten. Aber denen würde ich eher Blödheit als einen bisher unbekannten Typ von defence mechanism unterstellen)

Wie ich im Artikel und in der Antwort an E.T. erwähnte, halte ich Ruch/Zenardo mit ihrem topografisch anschaulichen Eisbergbild für den eigentlichen Übeltäter. Hier legt das „unter der Oberfläche des Bewußtseins“ das „unterbewußte“ doch griffbereit auf den Tisch!

Ein viel deutlicheres Beispiel für den rein bildlich gemeinten (aber falschen) Alltags-Wortgebrauch von fachlichen Laien ist:

  1. „das ist doch schizophren!“: Gemeint ist sowas wie „da widerspricht ein Teil des Bewußtseins einem anderen Teil und mithin ist das Bewußtsein gespalten“, was mit Schizophrenie nichts zu tun hat.
    Und seit wenigen Jahrzehnten auch
  2. „das ist doch bordeline!“: Gemeint ist sowas wie „grenzwertig“ oder „grenzüberschreitend“, was aber ebenfalls mit dem Grund für Kernbergs Wortwahl nichts zu tun hat.

Es ist einfach die Übernahme bloß vermeintlich anschaulicher Begriffe in die Alltagssprache, übernommen von Personen, die mit der fachlichen Terminologie nicht vertraut sind. Dies übrigens auch von Menschen, denen man sehr wohl in anderer Hinsicht Gebildetheit zurechnen kann.

Gruß
Metapher

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Hi

Ich schliesse mich da aber eigentlich dem Thread Eröffner an.
wenn ein Wort das aus einer anderen Sprache stammt genutzt wird , dann sollte man es auch so aussprechen wie es ursprünglich in der Sprache ausgesprochen wird und nicht eingedeutscht .

Man muss kein Hype daraus machen und keine Streitaufhänger , doch sehe ich als richtig an , was in der original Sprache so ist und nicht wie sich ein Deutscher , der dieser Sprache nicht mächtig ist , denkt .

selbiges gilt z.B. für die Santander Benk , eine spanische Bank , eine Romanische Sprache . in romanischen Sprachen wird der 2 Konsonant betont .
Deutsche sagen "sAntandr " richtig ausgesprochen in Spanisch : „santaandeeer“ .

es gibt so vieles , wo gedenglischt wurde , und die Wörter einfach ohne nachzudenken als Englisch bezeichnet werden , aber im englischen ganz was anderes bedeuten , oder es die Wörter im englischen gar nicht gibt .
so verwenden wir tagtäglich das „englische“ Wort Handy , verwenden diesen Begriff aber als Telefon , im englischen bedeutet Handy aber Papiertaschentuch , bei uns unter dem Begriff Tempo geläufig .
Das Wort Oldtimer gibt es in der englischen Sprache gar nicht , macht auch übersetzt keinen Sinn , eine reine Erfimdung aus Deutschland usw usw usw .

Ich spreche 2 Sprachen fliessend , eine dritte Sprache , das es für den Urlaub reicht und noch knappe Grundkenntnisse einer vierten Sprache und ich muss mir ab und an Sätze an hören , von denen Jemand überzeugt ist , das es gutes deutsches - englisch ist und ich ihn dann frage , was er wollte , weil ich das nicht verstanden hatte .
es sei denn ich hätte die Wörter wirklich einzeln übersetzt und zusammengefügt und dann einen AHA effekt gehabt.
So in etwa : My Englisch makes me nobody after ( mein englisch macht mir keiner nach ) wenn es soweit kommt , das man falsch ausgesprochene Wörter und Satzbauten als richtig akzeptiert , dann reden wir bald wie die Kfz-Afrika Verschiffer : Iche kaufe wolle deine Auto , du mache Preis , mache gute Preis…

Toni

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wenn ein Wort das aus einer anderen Sprache stammt genutzt
wird , dann sollte man es auch so aussprechen wie es
ursprünglich in der Sprache ausgesprochen wird und nicht
eingedeutscht .

So wie Portmonnaie, Pommes, Bungalow, Champagner, New Orleans (in vieler Hinsicht in dieser Diskussion bedeutsam), Alkohol, Kaffee, Agent, um nur einige zu nennen, die aus verschiedensten Sprachen ins Deutsche gekommen sind.

Man muss kein Hype daraus machen und keine Streitaufhänger ,
doch sehe ich als richtig an , was in der original Sprache so
ist und nicht wie sich ein Deutscher , der dieser Sprache
nicht mächtig ist , denkt .

Das hat nichts mit gelebter Sprache und/oder Sprachwissenschaft zu tun.

Das Wort Oldtimer gibt es in der englischen Sprache gar nicht
, macht auch übersetzt keinen Sinn , eine reine Erfimdung aus
Deutschland usw usw usw .

Natürlich gibt es im Englischen das Wort „old timer“. Es heißt nur etwas anderes als im Deutschen.

So in etwa : My Englisch makes me nobody after ( mein
englisch macht mir keiner nach ) wenn es soweit kommt , das
man falsch ausgesprochene Wörter und Satzbauten als richtig
akzeptiert , dann reden wir bald wie die Kfz-Afrika
Verschiffer : Iche kaufe wolle deine Auto , du mache Preis ,
mache gute Preis…

Das ist ein ganz anderes Thema.

Sangoma

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Hallo!

wenn ein Wort das aus einer anderen Sprache stammt genutzt
wird , dann sollte man es auch so aussprechen wie es
ursprünglich in der Sprache ausgesprochen wird und nicht
eingedeutscht .

Sagst Du „fenestra“ oder „Fenster“? „Murus“ oder „Mauer“? Bestellst Du in England „Cidre“ oder „Cider“? All das waren mal Worte, die aus einer Fremdsprache gekommen sind. Gerade in der Fähigkeit, solche Elemente zu integrieren, liegt die Qualität und damit auch Stärke einer Sprache.

Man muss kein Hype daraus machen und keine Streitaufhänger ,
doch sehe ich als richtig an , was in der original Sprache so
ist und nicht wie sich ein Deutscher , der dieser Sprache
nicht mächtig ist , denkt.

Die Meinung sei dir unbenommen. Aber es ist halt die Meinung eines sprachwissenschaftlichen Laien. Wer sich mit dem Fachgebiet nicht auskennt, der macht halt manchmal Aussagen, die fachlich nicht fundiert sind. Eben genau wie der, der vom „Unterbewusstsein“ spricht, weil er keine Ahnung von Psychoanalyse hat.

Für mich als Sprachwissenschaftler ist die Aussage, daß „Tschiabatta“ falsch ist, ebenso dilletantisch wie für Branden als Psychonalytiker die Aussage, das da irgendetwas „unterbewusst“ sein. Und da rege ich an, einfach mal darüber nachzudenken.

Gruß,
Max

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Guten Abend!

Im Großen und Ganzen pflichte ich deinen Erklärungen bei.

Das Eisbergbild wird auch fast immer als Begründung
angebracht, wenn man Leute, die von „Unterbewußtsein“
sprechen, fragt

Ja, ganz genau.
Aber das Eisbergmodell und Ähnliches ist doch eben das Produkt einer (verfälschenden) Popularisierung FREUDS und nicht JANETS, deshalb …

Aus dem französischen „subconscient“ hat sich der Begriff,
[„unterbewusst“] eben wegen seiner topografisch-räumlichen :::Metaphorik (wie er bei Janet gemeint war) dann in den allgemeinen
Sprachgebrauch eingepflanzt.

… hat der Begriff „unterbewusst“ eben infolge der (Popularisierung der) Theorie FREUDS diese immense Diffundierung in die Alltagssprache erfahren.

Ich nehme wohl zurecht an, dass Janet auch nicht der Urheber des Begriffs ist, sondern bestenfalls der erste, der den Begriff aus der Alltagssprache in die Fachsprache einführte. In unserer Diskussion gehts aber um die umgekehrte Richtung. Janets Breitenwirkung ist minimal im Vergleich zu der Freuds.

E.T.

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