Bei Depressionen Medikamente oder Beten?

Hallo,

Depression geht immer mit einer Stoffwechselstörung einher.

Eine nachweisbare körperliche Störung.

Warum sollte man nicht gegen die körperlichennn Störungen mit den entsprechenden Medis vorgehen?

Zusätzliches Beten kann die Sache aber sicherlich positiv beeinflussen, ob beteb allein hilft, wage ich zu bezweifeln.

Aber warum besprichst du das nicht mit dem Psychiater?

grüße miamei

Hallo,

Ich suche den Beistand, der mich nicht verlässt.

Was hindert dich daran das zu tun?

Z.B. ein Psychologe, der nicht an Gott glaubt. Wie meiner.

Und vor allem: was hindert
dich daran, das zusätzlich zu einer Therapie zu tun?

Der Widerspruch zwischen beiden hindert nicht, aber behinderte.

Weitestgehend. Ich habe von „irreparablem Libidoverlust“ gehört.

Das Problem haben Frauen unter der Pille auch. Nebst diversen
anderen Risiken für Leib und Leben. Interessanterweise
beunruhigt das kaum jemanden ernsthaft. Hier geht es wohl
insgesamt eher um die subjektive Abwägung von Nutzen und
Risiken.

Ja, klar. Aber weil sich andere schaden, muss ich das doch nicht auch. Ich habe schon genug Schaden.

Auch bin ich kein Mensch, über den du dich lustig machen musst.

Womit habe ich das getan?

Mit der „wieder-ans-Licht-und-dafür-danken“-Aussage. Aber ok.

Ich leide und sterbe vielleicht, damit andere leben können. Im gleichen Maß, wie ich Kraft verloren habe, hat mein Bruder gewonnen.

Diese Sichtweise halte ich nun wieder für ziemlich arrogant.

Wieso arrogant? Ich denke es ist eher das Gegenteil.

Warum solltest du dafür nötig sein? Allerdings ist das hier
nicht das richtige Brett für theologische Diskussionen.

Es ist wirklich nicht das richtige Brett. Aber ein Sündenbock erfüllt eine wichtige soziale Rolle. Siehe René Girards Opfertheorie.

Schöne Grüsse
Christoph

Hallo!

Weil es um die Seele geht. Und ich da materiell nicht beikomm.

Aber materiall würde doch u.U. auch heißen: „Mit Medikamenten“

Und ich da materiell NICHT beikomm.

Die Menschen beten schon lange, sehr lange.

Ja, hat ja auch suuuuper geholfen. Wenn ich mir die Welt so
anschaue . Tschuldigung, Anflug von heftigem Sarkasmus… :wink:

Ja, tatsächlich. Ein ganz wichtiger Punkt, der mich wieder beten lässt, IST daß ich nicht mehr viel verändern kann. Es hilft zu ertragen.

Siggi Freunds
Theorie ist keine 100 und schon hundertfach abgewandelt. ?

Das ist ja nur eine Art von Therapie, die ich jetzt für mich
nicht ausgesucht hätte. Kognitive Verhaltenstherapie z.B. ist
ganz was anderes.

Meine letzte Therapie ist eine Verhaltenstherapie. Auf der Reha habe ich auch mit der Therapeutin eine symbolische Handlung gemacht. Mein erster (Gruppen)therapeut hat uns das Schmusetier der Kindheit wieder näherbringen wollen. Daran finde ich nichts schlimm. Aber das war doch alles sehr individuell und die Leute waren sehr unsicher. Ich hatte den Eindruck da wird an mir rumgetestet.

Hast du da persönliche Erfahrung mit?

Ja, hat aber aus anderen Gründen nicht so durchschlagenden
Erfolg gebracht. Ist eine längere Geschichte. Aber die
Therapie habe ich begonnen und als der Therapeut mir sagt: „So
kommen wir nicht weiter.“ habe ich es eben mit „rosa Pillen“
versucht. Das ist doch legitim und nicht auf Dauer angelegt -
also warum Deine Angst davor?

Ich habe generell wenig Medikamente genommen. Und jetzt gleich die rosanen? Das ist ne harte Nuss.
Die Medis werden dann wieder abgesetzt, ja. Aber wenn Veränderungen bleiben? Auch wenn es nur der Eindruck ist, daß ich mit Pillen viel machen kann. Wenn Furcht, die ich überwinden sollte, einfach weggeknipst wird, nimmt mir das doch eine Handlungsmöglichkeit und gibt eine neue Abhängigkeit.

Das ist ja das Problem. Ich trau der Sache nicht mehr ganz.

Verstehe ich,

danke

ich hatte auch einen Arzt bzw. mehrere, die mir
die Sache als völlig nebenwirkungsfrei verkaufen wollten. Da
werd ich erst einmal skeptisch.

Das war bei mir auch so.

Zu Recht, wie ich festgestellt
habe. Mir wäre da Ehrlichkeit lieber: „Die Teile haben
Nebenwirkungen, aber der Nutzen ist größer als der Schaden,
deshalb rate ich dazu, diese in Kauf zu nehmen.“ Von einem
Arzt habe ich das auch so gehört, deshalb habe ich sie
schlußendlich auch genommen.

Und du hast die Medikamente dann erfolgreich abgesetzt?

Und ich soll Pillen schmeißen, damit das
Weltbild der Psychologen usw. wieder stimmt?

Nein. Zum Einen: Wer sagt, Du sollst sie nehmen? Den würde ich
fragen: „Warum?“. Ansonsten würde ich sagen: Wenn, dann
solltest Du sie nehmen mit dem Plan, dass das vorübergehend
ist und Du in der Zeit unter Medikamenten mit aller Kraft
daran arbeitest, auch ohne klar zu kommen. Wie Krücken.

Aber wieso dann erst damit anfangen?

Da geh ich lieber
wieder in die Kirche. Ich war schon mal in Lourdes. So viel
stranger ist das auch nicht.

Mal ganz trocken: Scheint ja nicht geholfen zu haben, oder?

Ich war dort nicht wegen meines jetzigen Leides. Ich sollte dort die Führungen in der Stadt mitübernehmen. Das was ich gesehen und erlebt habe aber schon. Das Leid gehört wohl zum Leben. Irgendwie, irgendwann.

Ich habe im Hinterkopf noch eine Radiosendung, in der ging es
genau um das Thema: Religion, Glauben (auch Esoterik) und
Ärzte. War entweder Bayern2 oder Deutschlandfunk. U.a. wurde
da gesagt, dass es schwierig ist, Ärzte zu finden, die das
sachlich miteinbeziehen und mit nutzen, um den Patienten zu
helfen.

Der alte Widerspruch. Birne/Bauch.
Psychologen sind aber im Besonderen eine Konkurrenz zur Kirche. Das ist mir jetzt erst so richtig aufgegangen. Und es scheint absurd.

Das wäre das, was ich an Deiner Stelle suchen würde: Einen
Therapeuten oder Arzt, der Deinen Glauben ernst nimmt, aber
mindestens genauso viel von handfester Psychologie versteht.

Ja, da gibt es christlich geprägte Psychotherapie.

Könnte ja auch jemand aus der christlichen Seelsorge sein mit
entsprechender Weiterbildung. Dazu noch einen Arzt für die
Medikamente, dann könnte das was werden.

Guter Tip.

Danke.

Ich halte Dir die Daumen

Ich Dir auch.

Grüße
Christoph

Hallo,

Depression geht immer mit einer Stoffwechselstörung einher.

Eine nachweisbare körperliche Störung.

Warum sollte man nicht gegen die körperlichennn Störungen mit
den entsprechenden Medis vorgehen?

Körper beeinflusst den Geist und umgekehrt. Deshalb muss ich ja nicht zwingend Medikamente nehmen. Von den Nebenwirkungen abgesehen.

Aber warum besprichst du das nicht mit dem Psychiater?

Weil der nicht unbefangen ist und ich nicht wirklich hin will. Mein Hausarzt hat mir ja schon Tabletten empfohlen, obwohl er keine Zusatzausbildung psychologischer Art hat.
Psychiater ist doch noch mal was anderes als Psychotherapeut.

Gruß
Christoph

Hi!

… Und Antidepressiva können helfen.

Können? Müssen aber nicht? Ich mach mir zwar Gedanken über die
Nebenwirkungen, aber ich frag mich grundsätzlich, ob das der
richtige Weg ist.

Nun ja, willst du gesund werden oder einen Schönheitspreis gewinnen?

Depressionen zeichnen sich auch durch einen Mangel an bestimmten Neurotransmittern aus, soviel weißt du wohl.
Aber auch der kommt nicht als himmlische Strafe, sondern ist ein Produkt des früheren Verhaltens. Depressive sind nach meinen Erfahrungen überdurchschnittlich pflichtbewusst und perfektionistisch. An sich selbst denken sie zuletzt. Irgendwann ist dann das Reservoir an Glück erschöpft, weil es stets mühsam abgezweigt werden musste.

Und wenn du dann merkst, dass dringend was geändert werden muss, ist die Energie dazu nicht mehr da. Die Energie kommt aus der Erwartung zukünftigen Glücks - aus der Hoffnung, dass in der Zukunft noch schönes wartet. Wenn du depressiv bist, kannst du aber gerade das positive nicht mehr sehen.

Und da wir körperliche Wesen sind, hat jedes geistige auch eine körperliche Entsprechung. Sehen = Auge + Sehnerv + Sehrinde, Glück = Serotonin. Um’s vorwegzunehmen, ich bin Atheist, aber das kannst du auch als Christ glauben.

Medikamente heilen nicht, sie unterstützen. Heilung bringt
eine Änderung deiner Verhaltensweisen, unterstützt durch eine
Psychotherapie. Denn allein hast du’s ja schon probiert.

Ja, allein mit Psychologie. Gruppen- und Einzeltherapie. Zum
Glauben komm ich jetzt erst wieder zurück…

Ich würde dir empfehlen, mal Bilanz zu ziehen. Was hast du bisher gelernt?
Nicht jeder Therapeut ist der richtige für dich.

Und du
solltest dir selbst soviel wert sein, auf den Tisch zu hauen,
wenn man dir die Wurst vom Brot klaut.

Ich hab schon auf den Tisch gehauen, mich gewehrt. Das kam
dann aber oft zu spät und zu heftig. Hat eher geschadet als
geholfen.

Der Körper sendet ja Signale, die du zu deuten wieder lernen musst. Klar merkst du die bei den ersten Versuchen zu spät. Aber Übung macht den Meister.

Man muss sich melden, ja, sonst fällt man zurück. Ich hab nur
immer weniger Kraft, um mich zu wehren. Der Abbau geht schon
Jahre. Ich will die von dir erwähnte Änderung der
Verhaltensweis ja; mein Motto müsste sein: „Wehret den
Anfängen“. Aber ich kann einfach nicht so gegenhalten wie die
anderen. Das ist Fakt. Hab ich lang gebraucht das zu
akzeptieren.
Ich hab auch schon gerufen:„Ich lass mir nicht mehr die Wurst
vom Brot nehmen!“ Aber das blieb bei der Theorie.

Das Motto lautet ein mal mehr aufstehen als hinfallen. Hinfallen ist keine Schande, nur das Liegenbleiben. Hört sich leichter an als es ist. Aber hier kommen wir auf die Krücken des Lebens. Wenn’s ohne nicht mehr geht, nimm sie. Liegenbleiben ist das falscheste.

Dann müsste doch auch durch Gebet, Buße und Vegebung eine
Heilung möglich sein ohne Medis, oder?

„Immer mehr vom selben“ heißt dieses Denkmuster wohl. Anstatt
auf den Trichter zu kommen, dass Demut genau das falsche ist,
willst du deine Anstrengungen noch intensivieren. Unsere
Religion ebnet dieser falschen Taktik ja auch den Weg.

Aber wie kann man sie leben, ohne Operlamm zu werden? Was
wäre, wenn die sonst nachgeben beharren? Noch mehr Konflikt.

Du bist als Mensch mit einem Verstand gesegnet, der dem Lamm fehlt. Du weißt, dass es manchmal nötig ist, unangenehmes in Kauf zu nehmen. Um im Bild zu bleiben: Kau das Seil durch und wirf den Priester mit deinen Hörnern um. Dafür musst du dir anschließend dein Futter allein suchen.

Kleine Randbemerkung: Das Opfern ist eine sehr verbreitete religiöse Handlung!

[Es gibt kein Leben ohne Schuld. Die Bibel sagt „Wer von euch …“. Der Volksmund „Wo gehobelt wird, …“. Aber es gibt auch „… wie auch wir vergeben …“ bzw. „Schwamm drüber“.]

… Aber wenn alle kämpfen und die Ellenbogen

ausfahren, werden auch immer welche zurückfallen. Und die
müssen sich wiederum Gedanken machen, wie sie das managen.
Einfach auf den nächst Schwächeren warten führt in die Schuld,
die wiederum nach Vergebung sucht.

Etwas paranoid, oder? Du sollst dir nur den Platz schaffen, der dir zusteht. Und wenn dir jemand dabei im Weg steht, ist das (ziemlich) sicher keiner, der auch seinen Platz sucht, sondern einer, der sich zu breit gemacht hat. Und wenn wirklich mal ein Missgeschick passiert: Sag ihm, was du gerade machst, er könnte deinen Tipp dankbar annehmen.

Du redest von Gott ohne Scheu, das ist gut. Genauso von
Psychopharmaka. Hast du persönliche Erfahrungen damit? Was
hälst du von christlicher Psychotherapie? Eigentlich ein
Widerspruch in sich, oder?

Mit Antidepressiva habe ich Erfahrung, fahre sie gerade runter. Sie haben mir geholfen.

Und zu Gott: Man macht sich auch als Atheist so seine Gedanken. Wer hat eigentlich die Deutungshoheit, was Gott von dir erwartet? M.M. nach haben die Religionen viel Wissen über den Menschen, nutztes dieses Wissen aber hauptsächlich zur Unterdrückung.

Und es klappt ja bei dir prima. Du denkst sofort an die noch kleineren, wenn du dich groß machen willst. Als wärst du schuld.

Noch was aus meiner Erfahrung:
Mir ist erst nach langer Zeit klar geworden, dass hinter meiner Krankheit auch ein geheimer Masterplan steckte. Als ich mein Schneckenhaus verließ, habe ich mir nicht nur Freunde gemacht. Aber in einer Gruppe von 10 Menschen 3 Freunde zu gewinnen und 5 zu verprellen ist allemal besser als 10 Leute zurückzulassen, die nur sagen:
Zoelomat? Wer war das noch gleich? Der hat doch nie was gesagt.

Gruß, und viel Mut, Zoelomat

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Dann müsste doch auch durch Gebet, Buße und Vegebung eine Heilung möglich sein ohne Medis, oder?

Hi Christoph,
Wenn du den Eindruck hast dass Gott dich bestraft solltest du dir seelsorgerischen Beistand holen, oder? Und dich mit dem Menschen auseinandersetzen denen du geschadet hast und sie um Vergebung bitten?
Soweit ich weiss hilft das Beten im stillen Kämmerlein nicht wenn man sich nicht gleichzeitig aktiv bemüht des Unrecht wieder gut zu machen.
FALLS deine Depression ihre Ursachen auch in von dir wirklich begangenen oder auch nur eingebildeten Sünden hat wäre es sicher hilfreich wenn du das aufarbeitest.
Ich bin aber auch der Meinung dass du jetzt medizinische Hilfe brauchst. Wenn deine Depression fortschreitet - und das wird sie wenn du keine Medikamente nimmst - wirst du handlungsunfähig und bleibst in deiner Gedankenspirale gefangen.

viele Grüße
Susanne

Hallo,

Depressionen zeichnen sich auch durch einen Mangel an
bestimmten Neurotransmittern aus, soviel weißt du wohl.

Schon.

Aber auch der kommt nicht als himmlische Strafe, sondern ist
ein Produkt des früheren Verhaltens.

„Produkt des früheren Verhaltens“. Das seh ich auch so. Das ist doch die sekulare Beschreibung von leiden unter seinen Sünden.
Ausserdem sehe ich das nicht als Strafe. Die Sünde an sich ist schon die Strafe.

Depressive sind nach
meinen Erfahrungen überdurchschnittlich pflichtbewusst und
perfektionistisch. An sich selbst denken sie zuletzt.

!

Irgendwann ist dann das Reservoir an Glück erschöpft, weil es
stets mühsam abgezweigt werden musste.

Ausgeburnt.

Und da wir körperliche Wesen sind, hat jedes geistige auch
eine körperliche Entsprechung. Sehen = Auge + Sehnerv +
Sehrinde, Glück = Serotonin. Um’s vorwegzunehmen, ich bin
Atheist, aber das kannst du auch als Christ glauben.

Ja, kann man denk ich.

Ich würde dir empfehlen, mal Bilanz zu ziehen. Was hast du
bisher gelernt?

Daß die Psychologie unberechtigt viel Raum einnimmt.

Der Körper sendet ja Signale, die du zu deuten wieder lernen
musst. Klar merkst du die bei den ersten Versuchen zu spät.
Aber Übung macht den Meister.

Das kenn ich, daß man zu spät bemerkt was los ist. Was meinst du mit Versuchen? Interaktion per trial & error?

Aber hier kommen wir auf die Krücken
des Lebens. Wenn’s ohne nicht mehr geht, nimm sie.

Deine Überzeugung ist schon fast katholisch. :smile:
Aber woher nimmst du die? Es ist doch auch ein Glaube…

Aber wie kann man sie leben, ohne Operlamm zu werden? Was
wäre, wenn die sonst nachgeben beharren? Noch mehr Konflikt.

Du bist als Mensch mit einem Verstand gesegnet, der dem Lamm
fehlt.

Ich meinte eigentlich ein menschliches „Opferlamm“. Und das ist weit verbreitet. Durch das sogenannte „Mobbing“ kehrt der Opferritus wieder in unsere Gesellschaft zurück. Gerade da wo wir glauben besonders erhaben darüber zu sein.
Ich hab da selbst Erfahrung mit. Das Gruppenverhalten von „aufgeklärten“ Erwachsenen kann man dann nur mit „Stammesritual“ beschreiben. Schau dir mal René Girards „0pfertheorie“. Das liest sich wie meine Biografie. Der Witz ist ich kann mich nicht entziehen.

Kau das Seil durch und
wirf den Priester mit deinen Hörnern um.

Das hab ich schon gemacht. Ist falsch.
So wird der Ritus wieder zum Sündenbock.

Dafür musst du dir
anschließend dein Futter allein suchen.

Das mache ich jetzt schon fast 10 Jahre. Und bin es leid.

Kleine Randbemerkung: Das Opfern ist eine sehr verbreitete
religiöse Handlung!

In welchem Sinn. Sacrifice oder victim?

[Es gibt kein Leben ohne Schuld. Die Bibel sagt „Wer von euch
…“. Der Volksmund „Wo gehobelt wird, …“. Aber es gibt auch
„… wie auch wir vergeben …“ bzw. „Schwamm drüber“.]

Bester Teil, wieso Klammern?
…und führe uns IN DER Versuchung und erlöse und von…(Ruth Lapide)

… Aber wenn alle kämpfen und die Ellenbogen

ausfahren, werden auch immer welche zurückfallen. Und die
müssen sich wiederum Gedanken machen, wie sie das managen.
Einfach auf den nächst Schwächeren warten führt in die Schuld,
die wiederum nach Vergebung sucht.

Etwas paranoid, oder?

Verfolgungswahn? Die „Sünde“ verfolgt einen überall hin. Ohne Schutz und Erlösung würde das in den Wahnsinn führen, glaub ich.

Mit Antidepressiva habe ich Erfahrung, fahre sie gerade
runter. Sie haben mir geholfen.

Wie lange hast Du sie nehmen müssen? Hast Du sie zum ersten Mal genommen?

Und zu Gott: Man macht sich auch als Atheist so seine
Gedanken. Wer hat eigentlich die Deutungshoheit, was Gott von
dir erwartet?

Ja, bei mir war es auch ein leidvoller Weg, bis ich einiges durchschaut habe. Eitelkeiten und Intrigen auch von Leuten, die ich fest im Glauben gesehen habe waren schwer zu verarbeiten.
…zu Deutungshoheit:
-YouTube/The Prince of Egypt - the Burning Bush

  • 2.Mose 33,18-23
    Für mich zwei der schönsten Stellen.

M.M. nach haben die Religionen viel Wissen über
den Menschen, nutztes dieses Wissen aber hauptsächlich zur
Unterdrückung.

Die wahre Hure Babylon (Bernhard Bueb bei Anne Will).
Ja, auch. Das 3-gliedrige Schulsystem steht in ähnlicher Tradition.
Aber heute hast Du den Zugang.
Soll ich mir den Glauben nehmen lassen, weil Menschen sündigen?
Der Glaube ist doch (mühsam) entwickelt worden, WEIL alle Sünder sind.

Und es klappt ja bei dir prima. Du denkst sofort an die noch
kleineren, wenn du dich groß machen willst. Als wärst du
schuld.

Ich denke so falsch ist das nicht. Oder wollen wir immer mehr Rücksichtslosigkeit züchten?
Auch die Demokratie bemüht sich ganz weltlich Konzentration von Macht zu verhindern.

Noch was aus meiner Erfahrung:
Mir ist erst nach langer Zeit klar geworden, dass hinter
meiner Krankheit auch ein geheimer Masterplan steckte. Als ich
mein Schneckenhaus verließ, habe ich mir nicht nur Freunde
gemacht.

Das kenn ich gut. „Die Menschen ham uns gern berechenbar.“

Aber in einer Gruppe von 10 Menschen 3 Freunde zu
gewinnen und 5 zu verprellen ist allemal besser als 10 Leute
zurückzulassen, die nur sagen:
Zoelomat? Wer war das noch gleich? Der hat doch nie was
gesagt.

Absolut.

Gruß
Ch12

Hi Susanne,

danke für Deine Meinung.

Wenn du den Eindruck hast dass Gott dich bestraft solltest du
dir seelsorgerischen Beistand holen, oder?

Ja, bin ich dabei.

Ich bin aber auch der Meinung dass du jetzt medizinische Hilfe
brauchst. Wenn deine Depression fortschreitet - und das wird
sie wenn du keine Medikamente nimmst - wirst du
handlungsunfähig und bleibst in deiner Gedankenspirale
gefangen.

Was macht dich da so sicher, daß da nur Madikamente helfen können?

Grüsse
Christoph

Hi,
weil sich deine Gedanken jetzt schon im Kreis drehen.
Du machst nicht den Eindruck als ob du dich aus dem von dir selbst gebastelten gedanklichen System lösen kannst oder andere Optionen wirklich durchdenkst.
Du hast hier eine Menge Vorschläge bekommen und deine Antwort darauf ist im Grunde immer die selbe nämlich „ich will aber keine Antidepressiva nehmen“.
Irgendwie hängst du in deinen „Krankheit als Strafe“ Gedanken fest und kommst da nicht mehr weg. Er kommt mir fast so vor als ob du die Depression gar nicht loswerden willst weil du davon überzeugt bist, dass du sie verdienst.
Wie gesagt - wenn du schon nicht zum Psychiater willst sprich wenigstens mit einem Seelsorger. Es wäre interessant was der zur Einnahme von Antidepressiva sagt.

viele Grüße
Susanne

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Hallo Christoph,

Wie bist du denn zu deiner Depression gekommen?
Hast du dir gedacht: „ich will eine Depression, lieber Gott, schick mir doch eine Depression!“?

Wenn dem so ist, hilft dir sicherlich auch wieder beten, um die depression zu überwinden.

Und warum unterstellt du dem Therapeuten dieselben Absichten wie deinem Hausarzt?

grüße
miamei

Hi,

ich würde das Wort oder durch das Wort und ersetzen. Medikamente können begleitend eingesetzt werden. Oft dauert es einige Zeit bis sie helfen. Nebenwirkungen sind immer relativ. Wenn trotz Nebenwirkungen Dein Gesamtzustand besser wird sind sie vielleicht sogar okay.

Ich vermute, daß Du gäubig bist. Die richtige Kombination aus psychologischer Therapie, Medikamneten und Deinem Glauben wird Dich bal auf den Weg zu einem wieder frohem Leben führen.

Viel Erfolg und die kraftvolle Energie des Universums
ausgefuchsterfrank

Hi nochmal!

Weil es um die Seele geht. Und ich da materiell nicht beikomm.

Aber materiall würde doch u.U. auch heißen: „Mit Medikamenten“

Und ich da materiell NICHT beikomm.

Ich verstehe da nur: „Ich will nicht“

Die Menschen beten schon lange, sehr lange.

Ja, hat ja auch suuuuper geholfen. Wenn ich mir die Welt so
anschaue . Tschuldigung, Anflug von heftigem Sarkasmus… :wink:

Ja, tatsächlich. Ein ganz wichtiger Punkt, der mich wieder
beten lässt, IST daß ich nicht mehr viel verändern kann. Es
hilft zu ertragen.

Puh, naja. Hat bei mir eher das Gegenteil verfestigt. Aber jedem das seine.

Meine letzte Therapie ist eine Verhaltenstherapie. Auf der
Reha habe ich auch mit der Therapeutin eine symbolische
Handlung gemacht. Mein erster (Gruppen)therapeut hat uns das
Schmusetier der Kindheit wieder näherbringen wollen. Daran
finde ich nichts schlimm. Aber das war doch alles sehr
individuell und die Leute waren sehr unsicher. Ich hatte den
Eindruck da wird an mir rumgetestet.

Der Eindruck ist wahrscheinlich gar nicht so verkehrt. Die werden verschiedene Dinge angeboten, quasi testweise. Was Dir hilft und welchen Weg Du da gehst, das kann man ja nur experimentell herausfinden. Dem einen hilft sein Kuscheltier, der andere braucht autogenes Training, wieder ein anderer findet den Halt im naturerleben oder sonstwas.

Ich habe generell wenig Medikamente genommen. Und jetzt gleich
die rosanen? Das ist ne harte Nuss.

Wenn es hilft.

Die Medis werden dann wieder abgesetzt, ja. Aber wenn
Veränderungen bleiben?

Ja hoffentlich! Du willst doch Veränderung, Du willst doch gesund werden.

Wenn Furcht, die ich
überwinden sollte, einfach weggeknipst wird, nimmt mir das
doch eine Handlungsmöglichkeit und gibt eine neue
Abhängigkeit.

Es gibt Dir eine neue Handlungsmöglichkeit, die dir evtl. vorher durch die Furcht verstellt war.

Zu Recht, wie ich festgestellt
habe. Mir wäre da Ehrlichkeit lieber: „Die Teile haben
Nebenwirkungen, aber der Nutzen ist größer als der Schaden,
deshalb rate ich dazu, diese in Kauf zu nehmen.“ Von einem
Arzt habe ich das auch so gehört, deshalb habe ich sie
schlußendlich auch genommen.

Und du hast die Medikamente dann erfolgreich abgesetzt?

Ja, wobei ich keine hohe Dosierung hatte. Aber ich habe 2 Wochen mit Schwindel gekämpft, den mir der Arzt nicht glauben wollte. Es wäre ja wahrscheinlich eher ein „seelischer Schwindel“. Naja, ich bin sie auf jeden Fall wieder los. Die Depressionen leider nicht auf Dauer und nicht ganz, aber wie gesagt, dafür gibt es eine ganze Handvoll anderer Gründe. Rückblickend finde ich, dass es den Versuch auf jeden Fall wert war. Wenn es mir wieder schlechter ginge und ich ein Rundum-Hilfspaket organisiert bekäme, würde ich noch einen Anlauf starten.

Und ich soll Pillen schmeißen, damit das
Weltbild der Psychologen usw. wieder stimmt?

Nein. Zum Einen: Wer sagt, Du sollst sie nehmen? Den würde ich
fragen: „Warum?“. Ansonsten würde ich sagen: Wenn, dann
solltest Du sie nehmen mit dem Plan, dass das vorübergehend
ist und Du in der Zeit unter Medikamenten mit aller Kraft
daran arbeitest, auch ohne klar zu kommen. Wie Krücken.

Aber wieso dann erst damit anfangen?

Aus dem gleichen Grund, aus dem man Krücken benutzt, wenn man ein verletzte Bein hat.

Da geh ich lieber
wieder in die Kirche. Ich war schon mal in Lourdes. So viel
stranger ist das auch nicht.

Mal ganz trocken: Scheint ja nicht geholfen zu haben, oder?

Ich war dort nicht wegen meines jetzigen Leides. Ich sollte
dort die Führungen in der Stadt mitübernehmen. Das was ich
gesehen und erlebt habe aber schon. Das Leid gehört wohl zum
Leben. Irgendwie, irgendwann.

Ja, man kann auch Duldung üben und alles hinnehmen. Nur, was hat man davon? In diesem einen Leben, das wir haben, hielte ich es für sinnvoller die Dinge in die Hand zu nehmen und zu ändern.

Grüße
kernig

Totaler Durchblicksstrudel
Hi Christoph,

es wird Zeit für einen gewissen Sakasmus. Der Titel ist übrigens eine Errungenschaft des Buches „Per Anhalter durch die Galaxis“.

Und eine Anspielung auf dein Verhalten. Die Diskussion dreht sich im Kreis, wie Sue schon anmerkte. Aber auch das immer schnellere Kreisen eines Strudels verzögert nur das unvermeidliche: Runter in den Ausguss. Abgesehen davon ist rein physikalisch gerade dieser Strudel ein effektiver Weg nach unten.

Depressionen zeichnen sich auch durch einen Mangel an
bestimmten Neurotransmittern aus, soviel weißt du wohl.

Schon.

Aber auch der kommt nicht als himmlische Strafe, sondern ist
ein Produkt des früheren Verhaltens.

„Produkt des früheren Verhaltens“. Das seh ich auch so. Das
ist doch die sekulare Beschreibung von leiden unter seinen
Sünden.
Ausserdem sehe ich das nicht als Strafe. Die Sünde an sich ist
schon die Strafe.

Ob sekulär oder nicht, das ist hier gar nicht die Frage. Was hast du denn schlimmes angestellt? Im Suff ein Kind totgefahren. Selbst dann ist es dein Recht, und im christlichen Sinn auch deine Pflicht, aus deiner Zukunft das beste zu machen.

Auch ist (tätige) Reue was anderes als Selbstzerfleischung und ständige Zerknirschung. Da wird dir auch ein gläubiger Christ nichts anderes sagen.

Und wenn du nichts wirklich schlimmes verbrochen hast, wie ich annehme: Diese Schuldgefühle sind einfach ein Krankheitssymptom. Das wird dir jeder Betroffene sagen. Und sie kommen heutzutage selten im religiösen Gewand. Dass du das Ganze auf die religiöse Schiene stellst ändert daran nichts. Vielmehr gibt es deinem Tun einen Anflug von Exotik und macht dich unangtreifbar (wer würgt schon ein theologische Diskussionen ab).

Ich traue mich. Du nutzt die Religion dafür, dich weiter in deinem Schlecht-Fühlen (nicht -Sein) zu suhlen. Andere werden aggressiv. Die meisten, die ich kenne, nehmen Hinweise aber dankend an, und schaffen es nach und nach, ihre Schuldgefühle abzulegen und fühlen sich gut dabei.

Und noch was: Mit Resultat des früheren Verhaltens meinte ich nicht die Sünden, die begeht jeder, sondern die mangelnde Fürsorge für dich. Du musst dich gut behandeln, damit du wächst und gedeihst. Wenn dein Gott da anderer Meinung ist, würde ich mal darüber nachdenken, woher dein Gottesbild stammt.

Ich würde dir empfehlen, mal Bilanz zu ziehen. Was hast du
bisher gelernt?

Daß die Psychologie unberechtigt viel Raum einnimmt.

Ein netter Allgemeinplatz, verwoben mit einem milden Angriff auf die Sekularität. Und was verbirgt sich dahinter? Nun ja, ich habe nur einen Verdacht. Wenn du dich in den Therapien - und den Menschen gegenüber, die dich auf den rechten Weg bringen wollen - ähnlich widerspenstig verhältst wie hier, kann auch nichts dabei rauskommen.

Was du machst, nennt sich Rationalisierung. Du flüchtest vor dem Nachdenken über deine Person in Sachdiskussionen. Sehr beliebt und gern genommen.

Der Körper sendet ja Signale, die du zu deuten wieder lernen
musst. Klar merkst du die bei den ersten Versuchen zu spät.
Aber Übung macht den Meister.

Das kenn ich, daß man zu spät bemerkt was los ist. Was meinst
du mit Versuchen? Interaktion per trial & error?

Nein. Du merkst irgendwann, dass wieder was typisches ab(schief)gelaufen ist. Meinetwegen hat dir jemand die Wurst vom Brot geklaut. Diesmal meckerst du, was du früher nicht getan hast. Ein Fortschritt. Aaaaber, die Reaktion ist noch nicht die ursprüngliche, gesunde. Die wäre nämlich, dem Dieb auf die Finger zu hauen, bevor er zugreift. Beim nächsten oder übernächsten Mal kannst du auch das.

[Es gibt kein Leben ohne Schuld. Die Bibel sagt „Wer von euch
…“. Der Volksmund „Wo gehobelt wird, …“. Aber es gibt auch
„… wie auch wir vergeben …“ bzw. „Schwamm drüber“.]

Bester Teil, wieso Klammern?

Die Klammern deswegen, weil es sich um einen Exkurs in die Theorie handelt, wo sich Bibel und Volksmund einig sind, weil’s ja auch 'ne Binsenwahrheit ist.

Aber dir hilft Theorie nicht weiter. DU musst DEINE Schuldgefühle endlich ablegen. Und die Hilfe auch annehmen PUNKT

Ohne Schutz und Erlösung würde das in den Wahnsinn führen, glaub
ich.

Nicht jeder hat halt den rechten Glauben. Im Ernst, das ist Paramoia in Reinform. Im ürsprünglichen Wortsinn, von Danebendenken.

Lass dir also helfen oder lass es. Diese endlosen Diskussionen, die zu nichts führen, sind auch nur passiv-aggressives Verhalten.

Gruß, Zoelomat

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Hallo Miamei,

Wie bist du denn zu deiner Depression gekommen?

Eigentlich durch den Hausarzt, der hat es als erster so benannt. Vor 5 Jahren in der Gruppentherapie wollte auch keiner irgendwelche Namen nennen. Auf Reha bekam ich zwei verschiedene „Diagnosen“. In Einzeltherapie auch kein Benennen.
Kürzlich bin ich zum Hausarzt mit Burn-out-Symptomen. Der gab mir eine Broschüre zu „Depressionen“. Daher.
Komm mir vor wie bei Geb. Grimm: Ach, wie gut, daß niemand weiss…
Die Alexander´sche Lösung vom Gordischen Knoten drängt sich auf.
Mein Neffe hat jetzt den Stempel ADS bekommen. Jetzt ham alle ADS…
Babylonische Sprachverwirrung und keiner von diesen Gott-Erklärern kann mehr zugeben, daß sie mindestens genauso verirrt sind. Im Gegenteil sie definieren andere als „irre“.

http://www.heilungundbefreiung.de/html/christliche_p…

Grüße
Christoph

Hi,

sprich
wenigstens mit einem Seelsorger. Es wäre interessant was der
zur Einnahme von Antidepressiva sagt.

Danke für den guten Tip.

viele Grüße
Christoph12

Hi nochmal!

Ein ganz wichtiger Punkt, der mich wieder
beten lässt, IST daß ich nicht mehr viel verändern kann. Es
hilft zu ertragen.

Puh, naja. Hat bei mir eher das Gegenteil verfestigt. Aber
jedem das seine.

Das hört sich enttäuscht an.
Irgendwie sind wir auf der Gegenspur: Zwischen „Gebet“ und „Anpacken“. Der eine kommt da her, wo der andere hintendiert…
Ich denke nicht die schlechteste Idee ist es individuell Maß zu halten, zwischen beiden „Extremen“.
„Vertrau auf Gott, aber binden dein Kamel an!“ :smile:

Ich hatte den
Eindruck da wird an mir rumgetestet.

Der Eindruck ist wahrscheinlich gar nicht so verkehrt. Die
werden verschiedene Dinge angeboten, quasi testweise.

testweise

Was Dir
hilft und welchen Weg Du da gehst, das kann man ja nur
experimentell

experimentell

herausfinden. Dem einen hilft sein Kuscheltier,
der andere braucht autogenes Training, wieder ein anderer
findet den Halt im naturerleben oder sonstwas.

Das kann doch bestefalls nur Trost sein. Halt ist für mich was ganz anderes. Halt find ich nur bei Menschen. In Gemeinschaft, Gemeinde, Gruppe. Und die muss sich auf einen (kleinen) gemeinsamen Nenner einigen. Sonst ist sie keine Gruppe. Und ich rede nicht theoretisch, ich habe erlebt wie Gemeinschaft zerbricht. Auch unter dem Vorzeichen „Toleranz“. Tatsächlich ist es Beliebigkeit. Jeder endet wieder in seinem eigenen Kopf.
Ist das die nächste ultimative Auflösungserscheinung?

Ich habe generell wenig Medikamente genommen. Und jetzt gleich
die rosanen? Das ist ne harte Nuss.

Wenn es hilft.

„Naja, ich bin sie auf jeden Fall wieder los. Die
Depressionen leider nicht auf Dauer und nicht ganz“

Wenn Furcht, die ich
überwinden sollte, einfach weggeknipst wird, nimmt mir das
doch eine Handlungsmöglichkeit und gibt eine neue
Abhängigkeit.

Es gibt Dir eine neue Handlungsmöglichkeit, die dir evtl.
vorher durch die Furcht verstellt war.

Ja, das könnte sein.

Und du hast die Medikamente dann erfolgreich abgesetzt?

Ja, wobei ich keine hohe Dosierung hatte. Aber ich habe 2
Wochen mit Schwindel gekämpft, den mir der Arzt nicht glauben
wollte.

Der ließe sich problemlos in die Reihe meiner Medizinmänner einordnen.

Es wäre ja wahrscheinlich eher ein „seelischer
Schwindel“.

„Wahrscheinlich“, „Seelischer Schwindel“ Nomen est omen. Fragt sich, wer hier schwindelt.

Rückblickend finde ich, dass es den Versuch auf jeden Fall
wert war.

Was genau? Der Schwindel, das Nicht-ernst-genommen-werden oder daß es nicht geholfen hat?

Wenn es mir wieder schlechter ginge und ich ein
Rundum-Hilfspaket organisiert bekäme,

Was meinst du damit?

Ja, man kann auch Duldung üben und alles hinnehmen.

Von „Allem“ war nicht die Rede. Nur das was ich nicht ändern kann.
Und das wird faktisch bei jedem immer mehr, bis ich mich am Ende übergeben muss (also nicht im Sinne von Kotzen). :smile:

Nur, was
hat man davon?

Nicht mehr den Dauerstress alles alleine knicken zu müssen.
Moses wird doch getragen… „I´ll b with U, Moses, when you go to the pharao.“…

In diesem einen Leben, das wir haben, hielte
ich es für sinnvoller die Dinge in die Hand zu nehmen und zu
ändern.

Ok, aber warum dann im Konjunktiv?

Das soll kein Überzeugungs-Kampf sein. Du hast mir etwas die Angst genommen und ich hab was erzählt. Die Überzeugung ist nicht in mir, sondern in den Zitaten. Das könnte ja das Vorbild sein.

Schön´n Gruß
Christoph

Hi Zoelomat,

es wird Zeit für einen gewissen Sakasmus.

Versteh ich. Wenn Pedanten etwas genau wissen wollen,… :smile:

Und eine Anspielung auf dein Verhalten. Die Diskussion dreht
sich im Kreis, wie Sue schon anmerkte.

Wo schließt der sich. Ich seh das so: Wir diskutieren. Ich bin dankbar für Eure Erfahrungen. Und ich habe nur geantwortet auf Fragen.

Was
hast du denn schlimmes angestellt?

Weglaufen, Konfliktscheu, jahrelang. Macht immer kleiner.
Ich wollte nur wissen, wie die Leute dem begegnen.
Wenn Medis eben negative Gedanken relativieren, die Vorstellung Gott stehe einem ausnahmslos bei auch, ist die Frage nicht abwegig.
Wir müssen nur aufpassen, daß sie nicht in Überzeugungskämpfen mündet.

Durch den Austausch hier erkenne ich mehr und mehr meinen Standpunkt.
Dafür danke ich Euch.

Und wenn du nichts wirklich schlimmes verbrochen hast, wie ich
annehme: Diese Schuldgefühle sind einfach ein
Krankheitssymptom.

Das seh ich doch auch so.

Das wird dir jeder Betroffene sagen. Und
sie kommen heutzutage selten im religiösen Gewand.

Das sehe ich nicht so. Die Mehrheit in Deutschland (2/3) ist konfessionell und wird Probleme auch wenigstes davon „gefärbt“ angehen. Und das ist nur die sogenannt „Insel der Unseeligen“.

Dass du das
Ganze auf die religiöse Schiene stellst ändert daran nichts.

Ist das wirklich wahr?

Vielmehr gibt es deinem Tun einen Anflug von Exotik

Ich würde eine Berufung auf eine abrahamitische Religion, der vorsichtig gesagt die hälfte der im Augenblick! lebenden Menschheit auf irgendeine Art und Weise verbunden sind, nicht als exotisch bezeichnen.

und macht
dich unangtreifbar

Das ist doch der Sinn der Sache.

Andere werden
aggressiv. Die meisten, die ich kenne, nehmen Hinweise aber
dankend an, und schaffen es nach und nach, ihre Schuldgefühle
abzulegen und fühlen sich gut dabei.

Ich nehme Deine Hinweise auch dankend an.

Daß die Psychologie unberechtigt viel Raum einnimmt.

Ein netter Allgemeinplatz,

Das ist meine Meinung nach 6 Jahren direkter Auseinandersetzung.

verwoben mit einem milden Angriff
auf die Sekularität. Und was verbirgt sich dahinter? Nun ja,
ich habe nur einen Verdacht. Wenn du dich in den Therapien -
und den Menschen gegenüber, die dich auf den rechten Weg
bringen wollen - ähnlich widerspenstig verhältst wie hier,
kann auch nichts dabei rauskommen.

Ich hab nicht behauptet, daß irgendeiner der falsche Weg ist. Geschweige denn der richtige. Deshalb bin ich ja hier. Sost würd ich mich ja gar nicht interessieren.

Was du machst, nennt sich Rationalisierung.

Das aber angeblich auch, psychologisch gesprochen.

Du flüchtest vor

dem Nachdenken über deine Person in Sachdiskussionen. Sehr
beliebt und gern genommen.

Woher glaubst du das zu wissen? Glaubst du alle meine Gedanken sind hier niedergeschrieben?

Nein. Du merkst irgendwann, dass wieder was typisches
ab(schief)gelaufen ist. Meinetwegen hat dir jemand die Wurst
vom Brot geklaut. Diesmal meckerst du, was du früher nicht
getan hast. Ein Fortschritt. Aaaaber, die Reaktion ist noch
nicht die ursprüngliche, gesunde. Die wäre nämlich, dem Dieb
auf die Finger zu hauen, bevor er zugreift. Beim nächsten oder
übernächsten Mal kannst du auch das.

Danke für Deinen Zuspruch.

[Es gibt kein Leben ohne Schuld. Die Bibel sagt „Wer von euch
…“. Der Volksmund „Wo gehobelt wird, …“. Aber es gibt auch
„… wie auch wir vergeben …“ bzw. „Schwamm drüber“.]

Bester Teil, wieso Klammern?

Die Klammern deswegen, weil es sich um einen Exkurs in die
Theorie handelt, wo sich Bibel und Volksmund einig sind,
weil’s ja auch 'ne Binsenwahrheit ist.

„Wer von euch ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“ und das Vater-Unser würd ich nicht als Binsenweisheit bezeichnen.

Aber dir hilft Theorie nicht weiter. DU musst DEINE
Schuldgefühle endlich ablegen. Und die Hilfe auch annehmen
PUNKT

Ja, ich werd Hilfe annehmen. Ich überleg ja nur noch mit oder ohne…

Danke für die Hilfe.

Gruß
Christoph

Hallo!

Das hört sich enttäuscht an.

Desillusioniert

testweise
experimentell
Das kann doch bestefalls nur Trost sein.

Nein, es gibt eben keine Patentrezepte. Da muss man eben probieren, was einem hilft. Ein Stück weit scheinst Du das ja auch zu wissen. Nur fehlt eben noch etwas, das musst Du suchen und finden möglichst auch.

Halt ist für mich was
ganz anderes. Halt find ich nur bei Menschen. In Gemeinschaft,
Gemeinde, Gruppe. Und die muss sich auf einen (kleinen)
gemeinsamen Nenner einigen. Sonst ist sie keine Gruppe. Und
ich rede nicht theoretisch, ich habe erlebt wie Gemeinschaft
zerbricht. Auch unter dem Vorzeichen „Toleranz“. Tatsächlich
ist es Beliebigkeit. Jeder endet wieder in seinem eigenen
Kopf.
Ist das die nächste ultimative Auflösungserscheinung?

Nö, so ist das Leben.
Und das Gemeinsame kann ja auch der größtmögliche Multiplikator sein statt des kleinsten gemeinsamen Nenners…

Ich habe generell wenig Medikamente genommen. Und jetzt gleich
die rosanen? Das ist ne harte Nuss.

Wenn es hilft.

„Naja, ich bin sie auf jeden Fall wieder los. Die
Depressionen leider nicht auf Dauer und nicht ganz“

Aber in dem Moment, in dem ich die Entscheidung dazu getroffen habe, war sie richtig.

Rückblickend finde ich, dass es den Versuch auf jeden Fall
wert war.

Was genau? Der Schwindel, das Nicht-ernst-genommen-werden oder
daß es nicht geholfen hat?

Dass es nicht dauerhaft hilft, wusste ich doch vorher nicht. Hätte ja auch anders sein können. Aber das habe ich u.a. immerhin herausgefunden.

Wenn es mir wieder schlechter ginge und ich ein
Rundum-Hilfspaket organisiert bekäme,

Was meinst du damit?

Wenn mir jemand die Arztbesuche abnähme, wenn ich nicht wieder und wieder immer das selbe erzählen müsste, was ich schon zig Leuten immer und immer wieder erzählt habe, die jetzt aber nicht mehr verfügbar sind (wegen Umzügen). Wenn einfach jemand (also ein mir zusagender Therapeut) sagen würde: Kommen Sie jede Woche Dienstag um 18:00 Uhr zu mir und wir sprechen über Ihr Leben und Ihren Alltag.

In diesem einen Leben, das wir haben, hielte
ich es für sinnvoller die Dinge in die Hand zu nehmen und zu
ändern.

Ok, aber warum dann im Konjunktiv?

Weil ich weiß, wie theoretisch das ist und wie schwer umsetzbar. Ich schaffe es selber nicht, weiß aber, wie wichtig das wäre.

Das soll kein Überzeugungs-Kampf sein.

Nö, das geht ja gar nicht. Hat mich aber sehr gefreut, dass ein Dialog zustande kam.

Schöne Grüße
kernig

Hallo einmal.

Ich würde sagen, das niemand hier sagen wird, ja bete man lieber, dann brauchst Du auch keine Pillen.

Ich vermute aber, Du hast einfach ein unwohles Gefühl vor dem Arztbesuch und versuchst es so zu beschreiben.
Ich vermute außerdem, das Du selbst weißt, das göttliche Hilfe nicht unbedingt erreichbar ist. Und büßen kannst Du auch lange, aber was, wenn Du nichts angestellt (im religiösen Sinne nicht gesündigt) hast?

Tatsache ist sicher auch die etwas hilflose Abhängigkeit von den Ärzten und Tabletten haben manchmal auch Nebenwirkungen usw…

Also ich sage erstmal, keine Angst, geh ruhig zum Facharzt.
Je besser die Diagnose, um so besser kann die Behandlung sein.
Das beten steht ja jedem frei und wenn es Dir hilft, warum nicht.
Vielleicht kannst Du damit ja den Schweregrad der Erkrankung beeinflussen.

Außer beten bieten sich für die „ergänzende Selbstbehandlung“ u.a. eine gesunde Ernährung an. Essentielle Aminosäuren in abwechslungreicher Nahrung stehen dabei nach meiner Meinung im Vordergrund.(Peptid bzw. eiweißreiche und vitaminhaltige Ernährung)
Etwas anderes ist es, eine andere innere Einstellung zu finden und auch durchzusetzen. Vielleicht hilft ja dabei der Seelendoc.
Oder man kann eine genaue Ursache für die Erkrankung ausmachen, was natürlich optimal wäre.

Ich hoffe, ich konnte etwas Hilfe beitragen.

MfG

Hallo,

Ich hoffe, ich konnte etwas Hilfe beitragen.

Ja, danke dafür.

Schöne Grüsse
Ch12