Bei Depressionen Medikamente oder Beten?

Hallo,

mein Hausarzt hat mir jetzt empfohlen zu einem Psychiater zu gehen. Dort soll ich mir SSRI geben lassen.
Ich habe schon sehr sehr lange Probleme und mich immer vor der Alternative Psychologie oder Theologie gesehen.
Wenn ich von den Nebenwirkungen der Medikamente höre bin ich abgeneigt.
Deshalb meine Frage: Müssen Mediamente sein? Oder gibt es auch Wege eine Depression anders zu heilen?
Ich bin mittlerweile so weit, daß ich nicht mehr aus dem Haus will. Draußen ist herrliches Wetter…
Früher wollt ich alles alleine schaffen. Theologisch könnte man das als die Antwort auf die Überheblichkeit deuten oder nicht?
Dann müsste doch auch durch Gebet, Buße und Vegebung eine Heilung möglich sein ohne Medis, oder?

Bin dankbar für jede Antwort.
Ch12

Hallo,

religiöser Eifer wird dich nicht weiterbringen - wenn auch dein Glaube dich sicher unterstützen kann.

Eine Begleiterscheinung der Depression ist die Antriebslosigkeit. Da mag die Vorstellung, man müsse nur beten und alles wäre wieder gut, durchaus verlockend sein - bewahrt sie dich doch davor, dich selbst zu überwinden, dir in den eigenen Allerwertesten zu treten und denselben aus dem Haus und zu einem Psychotherapeuten zu bringen. Praktischerweise könnte das Gebet dann auch noch die Mühe einer Therapie überflüssig machen. Ich schätze, dass Gott solch bequeme Lösungen nicht akzeptiert.

Wenn du der Übezeugung bist, dass Gott dir diesen Zustand auferlegt hast, könntest du darüber nachdenken, was du dabei lernen sollst. Die Redensart „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott“ könnte dabei vielleicht einen Impuls liefern.

Deshalb: Beten UND Arbeiten. Heißt: Raff’ dich auf und geh zum Psychiater, besser: Zum medizinischen Psychotherapeuten. Das Medikament kann dir helfen, dich aus deiner Antriebslosigkeit zu befreien - gehen und dich bewegen musst du ohnehin selbst.

Die Nebenwirkungen vergehen weitestgehend nach einer Weile. Und wenn du dranbleibst und auch therapeutisch arbeitest, kannst du dich möglicherweise in nicht allzuferner Zukunft auch wieder von den Medikamenten verabschieden.

Wenn du ein gläubiger Mensch bist, bitte um Kraft, denn die wirst du brauchen können. Und wenn du dich mit göttlicher und ärztlicher Hilfe wieder ans Sonnenlicht gearbeitest hast, vergiss das Dankesagen nicht. Nach meiner Überzeugung ist das der bessere Weg, als in Straf- und Sühnegedanken zu versinken. Näher zu Gott bringen die dich nicht.

Buße - wenn du denn glaubst, dass du eine solche leisten musst - muss man leisten. Nicht aussitzen und auf ein Wunder warten. Und zum Abschluss:

Zwei Freunde gehen im Moor spazieren. Plötzlich sinkt einer bis zur Brust in den Morast. Schnell eilt der andere, die Feuerwehr zu holen, die auch prompt eintrifft und die Leiter ausfährt, um den Versinkenden zu retten. Dieser winkt aber ab: „Ich bin nun 50 Jahre Christ und immer treu und brav in die Kirche gegangen. Der Herr wird mich schon retten!“

Also trabt die Feuerwehr wieder ab. Nach einigen Stunden entscheidet der Feuerwehrchef, doch noch mal ins Moor auszurücken: „Der Mann geht ja drauf, dem müssen wir einfach helfen!“ Angekommen sehen sie, dass nur noch der Kopf herausguckt. Also Leiter raus, retten wollen! „Nix da“, sagt da der Versinkende, „Ich bin 50 Jahre Christ, habe auch immer meine Kirchensteuer bezahlt. Gott wird mich schon retten!“

Na ja, da muss die Feuerwehr wieder abziehen. Am kommenden Morgen kommen dem Feuerwehrchef aber doch wieder die Gedanken an den Mann in den Sinn und er lässt noch einmal ausrücken. Im Moor angekommen sehen sie aber nur noch, wie die letzten Haare versinken! Nix mehr zu machen!

Der gute Verstorbene kommt nun im Himmel an und ist stinksauer: „Sofort her mit dem Chef“, brüllt er Petrus an, der diesen auch sofort holt. Zu dem meint er: „50 Jahre bin ich nun Christ, immer habe ich brav meine Kirchensteuer gezahlt, keinen Gottesdienst habe ich versäumt - und nun so was! Hättest Du mir nicht ein wenig unter die Arme greifen können?“

„Was regst Du Dich auf, mein Sohn?“ spricht Gott. „Habe ich Dir nicht drei Mal die Feuerwehr geschickt!?!“

Ergreif’ die Leiter, die sich dir in Gestalt eines Psychotherapeuten bietet!

Schöne Grüße,
Jule

Hallo Christoph,

Du würdest also nicht beten, um Gott zu preisen, sondern um Heilung zu erfahren oder doch mind. einen Tauschhandel: Gott preisen im Gebet, wenn im Gegenzug keine Depri ?!

Welche Religion bietet das (an)?

Für mich klingt es nach einer Ausflucht: Wasch´ mir den Pelz, aber mach´ mich nicht nass. Keine Medikamente nehmen, keine Rennerei zu Ärzten, nicht raus müssen und auf (im wahrsten Sinne) wundersame Weise geheilt.

Wenn das klappt, lass´ es patentieren. Obwohl ich befürchte, dass man dann bald nur noch auf Rezept beten darf und zu Risiken und Nebenwirkungen seinen Arzt oder Apotheker fragen soll . . .

Guten Tag!

SSRI
Wenn ich von den Nebenwirkungen der Medikamente höre bin ich
abgeneigt.
Deshalb meine Frage: Müssen Mediamente sein?

Depression ist nicht gleich Depression. Medikamente müssen sicherlich nicht in jedem Fall sein. Sie sind da unabdingbar, wo die Annahme psychotherapeutischer Hilfe ohne sie nicht möglich wäre.

Ich habe schon sehr sehr lange Probleme und mich immer vor der
Alternative Psychologie oder Theologie gesehen.

Manchmal lob ich mir mein Österreich.
Da könntest du nämlich diese ‚Alternative‘ einfach dadurch zerschlagen, indem du eine reguläre Psychotherapie bei einem ausgebildeten Theologen angehst.
In Deutschland ist diese Kombination wohl deutlich schwerer zu finden, weil nicht berufsrechtlich vorgesehen.

Vielleicht siehst du aber daran, dass da -wo es ihnen rechtlich möglich ist- Theologen Beten und Heilen durchaus nicht als Entweder-Oder auffassen, sondern ganz gezielt miteinander zu verbinden wissen.

E.T.

Das Phänomen, durch Beten und Betteln psychisch bedingte Symptome verschwinden zu lassen, kann man auf den sog. Placebo-Effekt zurückführen und mag sein, dass es Österreichs „Seelsorger“ in dieser Kunst besonders weit brachten. Wenn Du aber wirklich genesen willst - anstatt an Symptomen rumzupfuschen -, dann würde ich an Deiner Stelle mich selbst mit einem reparaturbedürftigen Auto vergleichen: Da erwartest Du vom Mechaniker doch auch, dass er eine fundierte Diagnose entwirft bevor er beginnt, konkrete Heilungsmassnahmen zu ergreifen, oder? Jedenfalls ist eine Maschine nicht empfänglich für Suggestionen…

Hallo,
Du wirst hier im Psychologie-Brett definitiv andere Antworten bekommen als im Religionsbrett.

Depression ist eine Krankheit und eine Krankheit kann behandelt werden. Die Frage ist nur wie. Ich gehe mal davon aus, dass Du geheilt werden möchstest. Anstatt Dich in ärztliche Obhut zu begeben, hast Du schon eine Diagnose gestellt und grübelst über welche Methode der Heilung am besten wäre.

Üblicherweise behandelt man eine (diagnostizierte) Depression in einer Kombination aus Medikament und Therapie. Die Antidepressiva werden Dir vom Psychiater verschrieben und entweder Du machst gleich bei diesem Arzt eine Therapie oder Du suchst Dir hierfür einen Psychologen.

Der Glaube und das Beten hat bisher bei Dir nicht funktioniert, also solltest Du die andere Möglichkeit ausprobieren. Das ist schlau, alles andere ist falscher Dogmatismus.

Wissenschaft und Religion müssen sich nicht ausschließen. Denk mal an die vielen konfessionellen Kliniken. Jeder Psychologe wird, wenn Du es ansprichst, auch den Glauben in die Therapie mit einfließen lassen. Dabei wird es irgendwann aber bestimmt darum gehen, ob der Glaube eine Genesung unterstützt oder blockiert.

Die Wege aus einer Depression sind vielfältig - Medikamente, Therapie und auch der Glaube und Beten. Ich selber sehe die Wirkung eher in der medizinisch / therapeutischen Lösung, dennoch habe ich es einmal erlebt, wie jemand durch beten und den göttlichen Glauben aus einer sehr schweren Depression in sehr kurzer Zeit herauskam (samt Verschwinden der psychosomatischen Beschwerden) - man kann es aber auch Willen nennen und ich denke, dass nicht jeder Mensch dazu in der Lage ist.

Es spricht auch nichts dagegen beides zu machen: medikamentös begleitete Therapie und beten.

Viele Grüße

Beten unter Medikamenten
Kommt irre gut!

Manchmal lob ich mir mein Österreich.
Da könntest du nämlich diese ‚Alternative‘ einfach dadurch
zerschlagen, indem du eine reguläre Psychotherapie bei einem
ausgebildeten Theologen angehst.

Hi,
aber wenn er anfängt, einen Dämon in dir zu diagnostizieren, dann solltest du eine zweite Meinung hinzuziehen.

Gruß
PW

1 „Gefällt mir“

Manchmal lob ich mir mein Österreich.
Da könntest du nämlich diese ‚Alternative‘ einfach dadurch
zerschlagen, indem du eine reguläre Psychotherapie bei einem
ausgebildeten Theologen angehst.

Hi,
aber wenn er anfängt, einen Dämon in dir zu diagnostizieren,
dann solltest du eine zweite Meinung hinzuziehen.

Vermutlich nichts anderes als ein Witz, nachdem der Joshua das aber auch schon offenbar falsch verstanden hat, muss ich dann doch einmal die Theologen unter den Psychotherapeuten in Schutz nehmen :wink:

Ich sprach von einem, der vollwertig ausgebildeter Theologe UND vollwertig ausgebildeter Psychotherapeut ist. Die gibts in Deutschland grundsätzlich auch, aber aus Gründen unterschiedlicher Psychotherapiegesetze (die die Ausbildungsformalien regeln) in Österreich sehr viel öfter.

Die schaffen es schon, den „Dämon“ nach allen Regeln der Heilkunst ein „stabiles inneres Objekt“ zu nennen. Keine Sorge :wink:

Gute Nacht!
E.T.

Hi Ernst,
trotzdem! Für mich ist es ein gewisser Widerspruch, wenn die Behandlung ausdrücklich als theologisch bezeichnet wird. Immerhin gehört es ja wohl zu den Essentials der Kirche, dass Menschen von Dämonen besetzt werden können.

Dass die Kirche auch neue Märkte erschliessen muss ist schon auch klar. Aber hier habe ich eben Probleme.

Hätte ich auch, wenn ein Arzt für HNO mit nächtlichen Tänzen im Wald bei Vollmond operieren würde … oder mit Homäopathie … oder so.

Laudetur Jesus Christus

Amen
PW

1 „Gefällt mir“

Hallo Christoph,

mein Hausarzt hat mir jetzt empfohlen zu einem Psychiater zu
gehen. Dort soll ich mir SSRI geben lassen.

der Psychiater wird sicher auch noch mit dir sprechen wollen. Eine zweite Meinung schadet nie. Und Antidepressiva können helfen.

Deshalb meine Frage: Müssen Mediamente sein? Oder gibt es auch
Wege eine Depression anders zu heilen?

Medikamente heilen nicht, sie unterstützen. Heilung bringt eine Änderung deiner Verhaltensweisen, unterstützt durch eine Psychotherapie. Denn allein hast du’s ja schon probiert.

Ich bin mittlerweile so weit, daß ich nicht mehr aus dem Haus
will. Draußen ist herrliches Wetter…
Früher wollt ich alles alleine schaffen. Theologisch könnte
man das als die Antwort auf die Überheblichkeit deuten oder
nicht?

Diese Denkweise ist - nach meiner bescheidenen Meinung - schon Teil deiner Krankheit. Du machst dich klein. So klein, dass du nicht mal würdig bist, dir helfen zu lassen. Außer von Gott vielleicht, der muss ja, weil er alle Menschen liebt.

DU bist es wert, dass deine Mitmenschen dir helfen. Und du solltest dir selbst soviel wert sein, auf den Tisch zu hauen, wenn man dir die Wurst vom Brot klaut.

Dann müsste doch auch durch Gebet, Buße und Vegebung eine
Heilung möglich sein ohne Medis, oder?

„Immer mehr vom selben“ heißt dieses Denkmuster wohl. Anstatt auf den Trichter zu kommen, dass Demut genau das falsche ist, willst du deine Anstrengungen noch intensivieren. Unsere Religion ebnet dieser falschen Taktik ja auch den Weg.

Bin dankbar für jede Antwort.

Auch wenn dir die Antwort momentan nicht passt: Pack deine Ellenbogen aus und schaff dir den Raum, den du zum Leben brauchst. Denn meiner Erfahrung ist allen Depressiven eines gemeinsam: Sie sorgen nicht gut genug für sich.

Wofür hat Gott uns denn Schmerz und Leiden gegeben? Damit wir uns drin suhlen, oder damit wir daraus lernen?

Gruß, Zoelomat

Hallo Jule,

danke für deine Meinung.

religiöser Eifer wird dich nicht weiterbringen - wenn auch
dein Glaube dich sicher unterstützen kann.

Wieso siehst du gleich einen Eiferer, wenn es ums Beten geht?

Eine Begleiterscheinung der Depression ist die
Antriebslosigkeit. Da mag die Vorstellung, man müsse nur beten
und alles wäre wieder gut, durchaus verlockend sein

Daß ich „nur bete und ALLES wird wieder gut“, habe ich nicht erwähnt.
Ich denke man kennt heute nicht mehr so die Vielzahl der Gebete. Mir waren sie auch zu lange unbekannt.
Ich meinte eigntlich den gesamten Ritus der Kirche mit eben Liedern, Gebeten, Abendmahl, Beichte, Gemeinschaft, Trost, Vergebung,…

  • bewahrt
    sie dich doch davor, dich selbst zu überwinden, dir in den
    eigenen Allerwertesten zu treten und denselben aus dem Haus
    und zu einem Psychotherapeuten zu bringen.

Ich habe schon oft versucht „mich zu überwinden“. Zuerst falsch verstandene „Nachfolge Christi“. War in Lourdes…
Später habe ich aber auch eine Gruppentherapie gemacht. Habe gegen einige Widerstände noch eine Einzeltherapie gemacht.
Gelernt habe ich, daß das nicht der richtige Weg ist, wenn er ohne „Gott“ stattfinden soll.

Praktischerweise
könnte das Gebet dann auch noch die Mühe einer Therapie
überflüssig machen. Ich schätze, dass Gott solch bequeme
Lösungen nicht akzeptiert.

Das wäre ja dann „wegbeten“, eher ein Zauber als Beistand.
Ich habe schon erlebt "befreit zu sein IN meiner „Zelle“.

Wenn du der Übezeugung bist, dass Gott dir diesen Zustand
auferlegt hast, könntest du darüber nachdenken, was du dabei
lernen sollst.

Davon bin ich nicht überzeugt. Wenn Gott der gelangweilte Schuljunge mit sadistischer Ader wäre, der seine Ameisen quält, möchte ich nicht eine davon sein.
Ich suche den Beistand, der mich nicht verlässt. Wie die Stammväter und Propheten schon. Und alle Leidgeprüften. Dabei ist es glaub ich die Kunst daran, eben nicht diesen Gott mit dem eigenen Alter-Ego zu verwechseln und trotzdem „jemanden“ zu haben, der „größer“ ist als mein sterbliches Ich.

Die Redensart „Hilf dir selbst, dann hilft dir
Gott“ könnte dabei vielleicht einen Impuls liefern.

Deshalb: Beten UND Arbeiten. Heißt: Raff’ dich auf und geh zum
Psychiater, besser: Zum medizinischen Psychotherapeuten. Das
Medikament kann dir helfen, dich aus deiner Antriebslosigkeit
zu befreien - gehen und dich bewegen musst du ohnehin selbst.

Ja, es gibt tatsächlich wohl „nichts Gutes ausser man tut es“.

Die Nebenwirkungen vergehen weitestgehend nach einer Weile.

Weitestgehend. Ich habe von „irreparablem Libidoverlust“ gehört.
Aber der Pabst ist ja auch ein asexueller Mensch. :frowning:

Wenn du ein gläubiger Mensch bist, bitte um Kraft, denn die
wirst du brauchen können. Und wenn du dich mit göttlicher und
ärztlicher Hilfe wieder ans Sonnenlicht gearbeitest hast,
vergiss das Dankesagen nicht.

Ich würde mich nicht als „gläubiger Mensch“ bezeichnen. Was soll das sein? Jeder, der eimal „beten“ gesagt hat? Ich bin genau so verloren in eigener Eitlekeit und „Logik“ wie viele andere.
Auch bin ich kein Mensch, über den du dich lustig machen musst. Ich leide und sterbe vielleicht, damit andere leben können. Im gleichen Maß, wie ich Kraft verloren habe, hat mein Bruder gewonnen.
Das klingt für die „aufgeklärte“ Welt irre, ich weiß. Vergleiche zu dem Thema aber mal René Girards „Opfertheorie“. Er ist gläubiger Katholik.
Seit ich das verstanden habe, kann ich den „Opfertod“ Jesu besser annehmen. Dagegen hab ich mich lange gewehrt, daß Jesus „für mich“ gestorben sei. Das wollt ich nicht.
Es steht symbolhaft für die eigenen Ambitionen, die „den Nächsten“ eher übervorteilen, wenn ich mich versuche „ans Sonnenlicht zu arbeiten“.

Nach meiner Überzeugung ist das
der bessere Weg, als in Straf- und Sühnegedanken zu versinken.

Ich versinke nicht in irgendwelchen Wahnvorstellungen, daß Gott mich straft. Der Mensch straft sich selbst - und andere - durch seine Abwege. Das „Gesetz“ bleibt.

Näher zu Gott bringen die dich nicht.

Du scheinst dir ziemlich sicher zu sein. Ich glaube hier ist mit „Gott“ mehr das erfüllte Leben gemeint. Aber wo wären wir, wenn Leute wie (der historische) Jesus, Geschwister Scholl, Stauffenberg,…oder jede Mutter… auch nur auf ihren Vorteil geschaut hätten?

Buße - wenn du denn glaubst, dass du eine solche leisten musst

  • muss man leisten. Nicht aussitzen und auf ein Wunder warten.

Ja, das glaube ich. Die Menschen lassen es dich schon spüren, wenn du „den rechten Weg“ verlässt. Sturheit hat mich darauf nur nicht hören lassen. Das „büße“ ich jetzt.
Aussitzen ist dabei, ja. Aber mein Wille ist weg. Und ich glaub das ist auch grad die „Lektion“. Lange hab ich meinen Willen durchgesetzt…

Und zum Abschluss:

Zwei Freunde gehen im Moor spazieren. Plötzlich sinkt einer
bis zur Brust in den Morast. Schnell eilt der andere, die
Feuerwehr zu holen, die auch prompt eintrifft und die Leiter
ausfährt, um den Versinkenden zu retten. Dieser winkt aber ab:
„Ich bin nun 50 Jahre Christ und immer treu und brav in die
Kirche gegangen. Der Herr wird mich schon retten!“

Also trabt die Feuerwehr wieder ab. Nach einigen Stunden
entscheidet der Feuerwehrchef, doch noch mal ins Moor
auszurücken: „Der Mann geht ja drauf, dem müssen wir einfach
helfen!“ Angekommen sehen sie, dass nur noch der Kopf
herausguckt. Also Leiter raus, retten wollen! „Nix da“, sagt
da der Versinkende, „Ich bin 50 Jahre Christ, habe auch immer
meine Kirchensteuer bezahlt. Gott wird mich schon retten!“

Na ja, da muss die Feuerwehr wieder abziehen. Am kommenden
Morgen kommen dem Feuerwehrchef aber doch wieder die Gedanken
an den Mann in den Sinn und er lässt noch einmal ausrücken. Im
Moor angekommen sehen sie aber nur noch, wie die letzten Haare
versinken! Nix mehr zu machen!

Der gute Verstorbene kommt nun im Himmel an und ist
stinksauer: „Sofort her mit dem Chef“, brüllt er Petrus an,
der diesen auch sofort holt. Zu dem meint er: „50 Jahre bin
ich nun Christ, immer habe ich brav meine Kirchensteuer
gezahlt, keinen Gottesdienst habe ich versäumt - und nun so
was! Hättest Du mir nicht ein wenig unter die Arme greifen
können?“

„Was regst Du Dich auf, mein Sohn?“ spricht Gott. „Habe ich
Dir nicht drei Mal die Feuerwehr geschickt!?!“

Ergreif’ die Leiter, die sich dir in Gestalt eines
Psychotherapeuten bietet!

Aber wie konnte Abraham wissen, daß die drei Besucher in seinem Zelt „Engel“ sind? Nur durch Glauben…oder Vertrauen.
Da hab ich auch eine Geschichte. Gestern erst gesehen, vom Prof. Lütz aus Köln:
(wieder) Zwei im Flugzeug. Der eine reicht dem andern einen Fallschirm. „Ist der richtig gepackt?“. „Ich glaube schon.“ „-“.

Der dritte und der vierte im Flugzeug…gleiche Geste, selbe Frage:„Ist der sicher gepackt?“ Sein Freund sagt: „Ja, du kannst mir glauben (vertrauen).“

Soll die doppeldeutigkeit von „glauben“ im Deutschen zeigen.
Ähnliches Problem übriges mit „Opfer“. Meistens wird es doch negativ verstanden. Victim nicht sacrifice…

Ich weiss einfach nicht, ob ich diese Tabletten nehmen soll. Gott ist in Menschengestalt zu uns gekommen, sagen Christen. Aber nicht alle Menschen meinen es immer gut mit einem. Das am schwersten zu Ertragende war und ist für mich, daß diese Leute es grösstenteils auch noch unwissend tun. Und mir nichts anderes übrig bleit als ihnen vergeben zu müssen, um nicht das selbe zu tun.

Die „Psychologie-Bewegung“ ist doch im Grunde gegen die Gottesvorstellung. Das ist mir jetzt erst klar geworden. Ich will einfach nicht nochmal Opfer eines „falschen Propheten“ werden, der beweisen will Probleme ohne Gott zu lösen. Mein erster Psychologe hat im Kirchenchor gesungen. Aber geoutet hat er sich nicht. Aber andere sollten es? Er erzählte von ganz harten Kerlen, die dann in tränen vor ihm lagen. Ok, die Eiche bricht im Sturm der Grashalm nicht. Schon klar. Aber wenn man das nicht will vor 10 fast fremden Leuten?
Mein jetziger Therapeut ist oberflächlich und „gottlos“. Und hat selbst gesagt, daß er mir nicht so helfen kann, wie ich es bräuchte. Ich hab das Gefühl er sammelt nur Infos für sein nächstes Buch…

Mein Wunsch wäre ein gläubiger Psychologe, aber das gibt es in meiner Nähe nicht (daß ich wüsste).
Ist es nicht das, was man seit Jahrhunderten Beichtvater nennt?
Muss ich nicht aufpassen, daß ich nicht zwischen die Fronten von gläubigen und „ungläubigen“ Seelsorgern gerate? Ich denke ja.

Seit Anfang an bin ich zwischen dieser Kampflinie. Beide Seiten habe ich als erbarmungslos dem andern gegenüber erlebt. Ich wünsch mir die Verbindung.
Und ich denke die ist mit dem Glauben besser zu machen, da der sich mit „Umkehr“, „Buße“ usw. schon lange beschäftigt. Die Pfade sind oft erprobt.
Zu meinem Therapeuten muss ich alleine gehen. Natürlich nur mit Überweisung und auf den Termin habe ich Monate gewartet. Wirklich! Wenn ich dann die 50 Minuten bekomme, findet Gott keinen Platz und ich werde manipuliert. Je nach dem wie das Gespräch war bekomme ich dann früher oder später Termine…Das kann es nicht sein.

Wenn ich aber die Medis nehme, was mir nicht total abwegig erscheint, sollte ja eine begleitende Psychotherapie stattfinden.

Danke für die Möglichkeit hier (so lange! :smile:) zu schreiben.

Schöne Grüße
Christoph

1 „Gefällt mir“

Hallo!

Hätte ich auch, wenn ein Arzt für HNO mit nächtlichen Tänzen
im Wald bei Vollmond operieren würde

Vor einigen Jahren habe ich ein Buch über moderne Hexerei gelese. Berschrieben waren darin diverse Rituale und Beschwörungen der eigenen Seele, die man so in einem Hexenzirkel durchführen kann. Fast alles, was dort beschrieben wurde, kannte ich vom Prinzip her aus dem Psychologie-Studium - da nannte es sich allerdings „gruppentherapeutische Übung“ und kam mit etwas weniger Drumherum aus. :smile:

Ähnliche Verbindungen gibt es durchaus auch zwischen Theologie und Psychologie. Beide beschäftigen sich mit dem Heil der menschlichen Seele. Und über die Theologie findet der Therapeut einen Zugang zu dem Menschen, den er über die Psychologie nicht hat.

Gruß,
Max

1 „Gefällt mir“

Ein kurzer Vergleich
Hi!

Nichts gegen Glauben und Religion, das vorweg.

Aber wenn Du ein gebrochenes Bein hättest, würdest Du annehmen, man könne es durch beten allein heilen? Ich nehme doch an, Du würdest zum Arzt gehen und wenn er Dir z.B. gegen eine Infektion Antibiotikum verschreiben würde, würdest Du es nehmen. Und hinterher zur Physiotherapie.

Warum denkst Du, mit Depressionen wäre das anders zu lösen?

Ich bin kein Befürworter von „Medikamente, sofort und in jedem Fall“, aber die Dinger können Dir wirklich helfen, z.B. eine Psychotherapie erfolgreich durchzuführen. Suche Dir einen Arzt, dem Du vertraust, der Dich gut beraten kann.

Grüße
kernig

Hallo Zoelomat,

mein Hausarzt hat mir jetzt empfohlen zu einem Psychiater zu
gehen. Dort soll ich mir SSRI geben lassen.

der Psychiater wird sicher auch noch mit dir sprechen wollen.
Eine zweite Meinung schadet nie. Und Antidepressiva können
helfen.

Können? Müssen aber nicht? Ich mach mir zwar Gedanken über die Nebenwirkungen, aber ich frag mich grundsätzlich, ob das der richtige Weg ist.

Deshalb meine Frage: Müssen Mediamente sein? Oder gibt es auch
Wege eine Depression anders zu heilen?

Medikamente heilen nicht, sie unterstützen. Heilung bringt
eine Änderung deiner Verhaltensweisen, unterstützt durch eine
Psychotherapie. Denn allein hast du’s ja schon probiert.

Ja, allein mit Psychologie. Gruppen- und Einzeltherapie. Zum Glauben komm ich jetzt erst wieder zurück…

Früher wollt ich alles alleine schaffen. Theologisch könnte
man das als die Antwort auf die Überheblichkeit deuten oder
nicht?

Diese Denkweise ist - nach meiner bescheidenen Meinung - schon
Teil deiner Krankheit. Du machst dich klein. So klein, dass du
nicht mal würdig bist, dir helfen zu lassen. Außer von Gott
vielleicht, der muss ja, weil er alle Menschen liebt.

Ich seh ehr mich unter Druck als Gott. :smile:

DU bist es wert, dass deine Mitmenschen dir helfen.

Danke.

Und du
solltest dir selbst soviel wert sein, auf den Tisch zu hauen,
wenn man dir die Wurst vom Brot klaut.

Ich hab schon auf den Tisch gehauen, mich gewehrt. Das kam dann aber oft zu spät und zu heftig. Hat eher geschadet als geholfen.
Man muss sich melden, ja, sonst fällt man zurück. Ich hab nur immer weniger Kraft, um mich zu wehren. Der Abbau geht schon Jahre. Ich will die von dir erwähnte Änderung der Verhaltensweis ja; mein Motto müsste sein: „Wehret den Anfängen“. Aber ich kann einfach nicht so gegenhalten wie die anderen. Das ist Fakt. Hab ich lang gebraucht das zu akzeptieren.
Ich hab auch schon gerufen:„Ich lass mir nicht mehr die Wurst vom Brot nehmen!“ Aber das blieb bei der Theorie.

Dann müsste doch auch durch Gebet, Buße und Vegebung eine
Heilung möglich sein ohne Medis, oder?

„Immer mehr vom selben“ heißt dieses Denkmuster wohl. Anstatt
auf den Trichter zu kommen, dass Demut genau das falsche ist,
willst du deine Anstrengungen noch intensivieren. Unsere
Religion ebnet dieser falschen Taktik ja auch den Weg.

Aber wie kann man sie leben, ohne Operlamm zu werden? Was wäre, wenn die sonst nachgeben beharren? Noch mehr Konflikt.

Bin dankbar für jede Antwort.

Auch wenn dir die Antwort momentan nicht passt: Pack deine
Ellenbogen aus und schaff dir den Raum, den du zum Leben
brauchst. Denn meiner Erfahrung ist allen Depressiven eines
gemeinsam: Sie sorgen nicht gut genug für sich.

Da liegst du nicht weit daneben. Aber ich kann Selbstverneinung von Bequemlichkeit nicht mehr richtig trennen.

Wofür hat Gott uns denn Schmerz und Leiden gegeben? Damit wir
uns drin suhlen, oder damit wir daraus lernen?

Letzteres wohl. Aber wenn alle kämpfen und die Ellenbogen ausfahren, werden auch immer welche zurückfallen. Und die müssen sich wiederum Gedanken machen, wie sie das managen. Einfach auf den nächst Schwächeren warten führt in die Schuld, die wiederum nach Vergebung sucht.
Du redest von Gott ohne Scheu, das ist gut. Genauso von Psychopharmaka. Hast du persönliche Erfahrungen damit? Was hälst du von christlicher Psychotherapie? Eigentlich ein Widerspruch in sich, oder?

Danke.

Gruß
Christoph

Hi!

Warum denkst Du, mit Depressionen wäre das anders zu lösen?

Weil es um die Seele geht. Und ich da materiell nicht beikomm. Die Menschen beten schon lange, sehr lange. Siggi Freunds Theorie ist keine 100 und schon hundertfach abgewandelt. ?

Ich bin kein Befürworter von „Medikamente, sofort und in jedem
Fall“, aber die Dinger können Dir wirklich helfen, z.B. eine
Psychotherapie erfolgreich durchzuführen.

Hast du da persönliche Erfahrung mit?

Suche Dir einen
Arzt, dem Du vertraust, der Dich gut beraten kann.

Das ist ja das Problem. Ich trau der Sache nicht mehr ganz. Da wird ne Menge Geld mit verdient und unideologisch scheint es mir auch nicht mehr. Und ich soll Pillen schmeißen, damit das Weltbild der Psychologen usw. wieder stimmt? Da geh ich lieber wieder in die Kirche. Ich war schon mal in Lourdes. So viel stranger ist das auch nicht.

Grüsse
ch12

Hallo Ch12,

ohne selbst betroffen zu sein, beschäftige ich mich seit langem interessenhalber mit diversen Wegen des geistigen Heilens. Dort habe ich nicht nur sehr Erstaunliches gelesen, sondern auch diverse Zeigenossen sehr positiv darüber berichten hören - teilweise auch solche, die schon „austherapiert“ waren, physich und psychisch. Wahre Wunder, wenn man materielle Maßstäbe anlegen würde :wink:

LG
sine

Hallo Christoph,

wenn ich mich heute noch einmal entscheiden müsste, dann würde ich zunächst beten wählen in Verbindung mit Vertrauen zu den Menschen, die bereit sind mir zu helfen.

Ich würde darum bitten (beten) das mir Menschen begegnen, die mir um meiner selbst willen zu helfen bereit sind. Außerdem würde ich darum bitten das es mir gelingt, diese Menschen auch zu erkennen und die mir angebotene Hilfe in Demut und Dankbarkeit anzunehmen.

Für mich ist Gott nicht irgendein Konstrukt außerhalb der Erdatmosphäre. Gott ist in mir. Wenn ich Gott vertraue, dann vertraue ich mir. Wenn ich mir vertraue, dann vertraue ich Gott.

Die Medis haben bei mir Wirkungen gezeigt, nicht nur eine, sondern viele. Welche, kannst du in der Packungsbeilage oder in den Berichten von Patienten nachlesen. Unberechenbare Wirkungen, die sie auch dann noch hatten, als ich sie bereits abgesetzt hatte (begleitet durch einen Psychiater!). Die Narbe an meinem Handgelenk wird mich immer an Doluxetin erinnern.

Gruß Ralf

Hallo,

Wieso siehst du gleich einen Eiferer, wenn es ums Beten geht?

Nicht im Beten - eher in diesem Schuld-und Sühne-Denken.

Ich suche den Beistand, der mich nicht verlässt.

Was hindert dich daran das zu tun? Und vor allem: was hindert dich daran, das zusätzlich zu einer Therapie zu tun?

Weitestgehend. Ich habe von „irreparablem Libidoverlust“ gehört.

Das Problem haben Frauen unter der Pille auch. Nebst diversen anderen Risiken für Leib und Leben. Interessanterweise beunruhigt das kaum jemanden ernsthaft. Hier geht es wohl insgesamt eher um die subjektive Abwägung von Nutzen und Risiken.

Ich würde mich nicht als „gläubiger Mensch“ bezeichnen. Was soll das sein? Jeder, der eimal „beten“ gesagt hat?

Ich verstehe unter einem gläubigen Menschen jemanden, der an die Existenz eines Gottes glaubt und an dessen Fähigkeit, ihm beizustehen.

Auch bin ich kein Mensch, über den du dich lustig machen musst.

Womit habe ich das getan?

Ich leide und sterbe vielleicht, damit andere leben können. Im gleichen Maß, wie ich Kraft verloren habe, hat mein Bruder gewonnen.

Diese Sichtweise halte ich nun wieder für ziemlich arrogant. Warum solltest du dafür nötig sein? Allerdings ist das hier nicht das richtige Brett für theologische Diskussionen.

Aber mein Wille ist weg. Und ich glaub das ist auch grad die „Lektion“. Lange hab ich meinen Willen durchgesetzt…

Nun ja. Das ändert nichts an der Tatsache, dass dieser Zustand Depressive ganz unabhängig davon betrifft, ob sie vorher dominant und laut oder still und zurückhaltend durchs Leben gegangen sind.

Natürlich nur mit Überweisung und auf den Termin habe ich Monate gewartet.

Tja, da unterscheiden sich Krankheiten des Leibes und die der Seele leider nicht voneinander. Wenn es nicht um Leben und Tod geht, muss man Geduld haben. Auch mit sich selbst.

Schöne Grüße,
Jule

1 „Gefällt mir“

Hallo!

Warum denkst Du, mit Depressionen wäre das anders zu lösen?

Weil es um die Seele geht. Und ich da materiell nicht beikomm.

Aber materiall würde doch u.U. auch heißen: „Mit Medikamenten“

Die Menschen beten schon lange, sehr lange.

Ja, hat ja auch suuuuper geholfen. Wenn ich mir die Welt so anschaue . Tschuldigung, Anflug von heftigem Sarkasmus… :wink:

Siggi Freunds
Theorie ist keine 100 und schon hundertfach abgewandelt. ?

Das ist ja nur eine Art von Therapie, die ich jetzt für mich nicht ausgesucht hätte. Kognitive Verhaltenstherapie z.B. ist ganz was anderes.

Ich bin kein Befürworter von „Medikamente, sofort und in jedem
Fall“, aber die Dinger können Dir wirklich helfen, z.B. eine
Psychotherapie erfolgreich durchzuführen.

Hast du da persönliche Erfahrung mit?

Ja, hat aber aus anderen Gründen nicht so durchschlagenden Erfolg gebracht. Ist eine längere Geschichte. Aber die Therapie habe ich begonnen und als der Therapeut mir sagt: „So kommen wir nicht weiter.“ habe ich es eben mit „rosa Pillen“ versucht. Das ist doch legitim und nicht auf Dauer angelegt - also warum Deine Angst davor?

Suche Dir einen
Arzt, dem Du vertraust, der Dich gut beraten kann.

Das ist ja das Problem. Ich trau der Sache nicht mehr ganz.

Verstehe ich, ich hatte auch einen Arzt bzw. mehrere, die mir die Sache als völlig nebenwirkungsfrei verkaufen wollten. Da werd ich erst einmal skeptisch. Zu Recht, wie ich festgestellt habe. Mir wäre da Ehrlichkeit lieber: „Die Teile haben Nebenwirkungen, aber der Nutzen ist größer als der Schaden, deshalb rate ich dazu, diese in Kauf zu nehmen.“ Von einem Arzt habe ich das auch so gehört, deshalb habe ich sie schlußendlich auch genommen.

wird ne Menge Geld mit verdient und unideologisch scheint es
mir auch nicht mehr.

Sicher spielt beides eine Rolle.

Und ich soll Pillen schmeißen, damit das
Weltbild der Psychologen usw. wieder stimmt?

Nein. Zum Einen: Wer sagt, Du sollst sie nehmen? Den würde ich fragen: „Warum?“. Ansonsten würde ich sagen: Wenn, dann solltest Du sie nehmen mit dem Plan, dass das vorübergehend ist und Du in der Zeit unter Medikamenten mit aller Kraft daran arbeitest, auch ohne klar zu kommen. Wie Krücken.

Da geh ich lieber
wieder in die Kirche. Ich war schon mal in Lourdes. So viel
stranger ist das auch nicht.

Mal ganz trocken: Scheint ja nicht geholfen zu haben, oder?

Ich habe im Hinterkopf noch eine Radiosendung, in der ging es genau um das Thema: Religion, Glauben (auch Esoterik) und Ärzte. War entweder Bayern2 oder Deutschlandfunk. U.a. wurde da gesagt, dass es schwierig ist, Ärzte zu finden, die das sachlich miteinbeziehen und mit nutzen, um den Patienten zu helfen.

Das wäre das, was ich an Deiner Stelle suchen würde: Einen Therapeuten oder Arzt, der Deinen Glauben ernst nimmt, aber mindestens genauso viel von handfester Psychologie versteht. Könnte ja auch jemand aus der christlichen Seelsorge sein mit entsprechender Weiterbildung. Dazu noch einen Arzt für die Medikamente, dann könnte das was werden.

Ich halte Dir die Daumen

Grüße
kernig

1 „Gefällt mir“