Bei Depressionen Medikamente oder Beten?

Hallo Christoph,

Depressionen gehen nicht durch Beten weg.
Allein durch Medikamente aber wohl auch nicht. Gute (im therapeutischen Sinn) Gespräche müssen parallel dazu stattfinden.

Dein „früher wollte ich alles allein/ selber schaffen“ macht mich aber aufmerksam - warst Du damals übermäßig (also: unvernünftig) zuversichtlich? Viel zu fröhlich (=übersteigert)? Es gibt mitunter Menschen mit einem (mehr oder weniger regelmäßigen) Wechsel zwischen Manie und Depression - und für die eine außerordentlich wirksame Spezialtherapie.

Bitte erwarte NICHT von der Religion die Lösung dieser Fragen. Ein solcher Weg hat schon viele unglückliche Leben zur Folge gehabt.

Mit freundlichem Gruß, S.I.

Sehr merkwürdig, Dein Beitrag, Tom.
In der Bibel steht: „Bittet, so wird euch gegeben.“ Das Beten ist nicht allein dafür da, „Gott zu preisen“. Wir dürfen bitten. Und dafür werden wir von Gott nicht als berechnend runtergeputzt, so wie Du das andeutest. Und wie sonst wäre auch z.B. ein Gebet wie das „Vater unser“ zu verstehen.
Zwar denke ich nicht, daß man durch Gebete Depressionen wegbekommen könnte, aber Trost suchen im Gebet, das kann man, das darf man. Man darf sogar mit ihm hadern. In diesem Zusammenhang könnte ich Dir auch die Lektüre von Moses - Jakobs Kampf mit Gott - und des Buches Hiob empfehlen.
Jedenfalls scheint mir, Gott möchte unser Vater sein - nicht nur hauptsächlich unser angebeteter glorioser Held.
M.G., S.I.

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http://www.youtube.com/watch?v=pvRwOpvZp6g&feature=r…

!!!

Hallo ,

Depressionen gehen nicht durch Beten weg.

Das stimmt wahrscheinlich. Ich meinte eigentlich Religion allgemein.
Speziell die Katholische Kirche. Also den gesamten Ritus mit den Sakramenten, Eucharistie, Gemeinschaft, Gesänge, Feiern, Kirchenjahr,…

Allein durch Medikamente aber wohl auch nicht.

Medikamente können wohl nur einen „eingefahrenen, übersteigerten Zustand“, der sich auch im Hirn abzeichnet auch nur dort etwas hemmen/lindern.

Gute (im therapeutischen Sinn) Gespräche müssen parallel dazu
stattfinden.

Dort hat es eben gehakt. Ich hatte schon immer ein Problem mit Autoritäten. Das geht nicht absichtlich, aber wie sich der Mann über den Glauben geäußert hat, hat es für mich schwer gemacht.

Dein „früher wollte ich alles allein/ selber schaffen“ macht
mich aber aufmerksam - warst Du damals übermäßig (also:
unvernünftig) zuversichtlich?

Glaub schon.

Viel zu fröhlich

Das ist komisch, kann das nicht genau sagen.

(=übersteigert)?

Schon.

Es gibt mitunter Menschen mit einem (mehr
oder weniger regelmäßigen) Wechsel zwischen Manie und
Depression -

Das dachte ich auch schon mal. Aber ich habe dann nicht so spezifisch gedacht. 2 von 3 Psychologen, denen ich begegnet bin auch nicht. Wenn ich zum Therapeuten bin gings um konkrete Probleme.

Bitte erwarte NICHT von der Religion die Lösung dieser Fragen.

Warum denn nicht?
Dafür ist unsere Religion doch da? Für die Lösung (von egozentrischen Problemen).

Ein solcher Weg hat schon viele unglückliche Leben zur Folge
gehabt.

Wie kannst du das wissen? Wer kann sagen, daß solche Aussagen für Dritte verlässlich sind?
Die einen sind sekular geprägt, die andern religiös. Ich bin irgendwie beides und das ist auch hauptsächlich das Problem.

Bei Prof. Michael Linden aus Berlin (der mit den „Grundannahmen, der posttraumatischen Vebitterung und der Weisheitstherapie“…) hat das für mich gut ausgedrückt: zwischen 5 und 15 wird das „Hirn“ geprägt. Paff! Das „ist“ man dann, vom „Fundament“ her. Wer daran rüttelt oder da nicht fest sitzt - unabhängig von Moral - hat Probleme.

http://www.youtube.com/watch?v=qhRzvnkUrUs&feature=r…
24:22min: „Wer die Platte zwischen 5 und 15 beschreibt, hat gewonnen.“ :smile:

Danke für Deine Meinung. Und den Kommentar an anderer Stelle.

schöne Grüße
Christoph

Hallo,

Hat mich aber sehr gefreut, dass
ein Dialog zustande kam.

danke für Deine Antworten. Ich weiss, daß ich auch gestresst habe.

Im Gegenzug habe ich diese Links zum Thema (Religion &amp:wink:Therapie gefunden (die vielleicht informativ sein können):

Schöne Grüße
Christoph

Wegen Deiner Antworten auf „vielleicht übersteigerte Zuversicht (früher in meinem Leben)“ wäre es vielleicht sinnvoll, wenn Du mal einen qualifizierten Psychiater aufsuchtest, um eine manisch-depressive Erkrankung ausschließen oder abklären zu lassen. Läge eine solche vor, gäbe es eine weitgehend sichere Abhilfe medikamentöser Art dagegen. Ich schreibe nicht „Linderung“ oder „Besserung“, sondern „Abhilfe“.
Ein Psychologe ist i.d.R. in der Klärung schwererer psychiatrischer Erkrankungen nicht ausreichend ausgebildet, die aber beim Psychiater zur Standardausbildung gehören. Nur sind (leider) längst nicht alle Psychiater wirklich gut … deshalb soltest Du, wenn Du eine solche Klärung zu versuchen bereit wärest, erst nach einem mit wirklich gutem (solidem) Ruf suchen.
Menschen, die mit Hilfe der Religion Depressionen zu klären versuchen, geraten manchmal in eine schwierige Lage, weil sie sich von besonders charismatisch begabten Predigern angezogen fühlen, die ihnen zu helfen scheinen, es aber nicht tun, oft sogar das Gegenteil davon.
Auch von freiwillig zugelassenen Exorzismen habe ich erfahren (die von der RKK ja bis heute noch praktiziert werden).
Auch kommt es oft zu verfehlten Berufs- oder Lebensentscheidungen, die später bereut werden, wenn andere Wege aus Altersgründen versperrt sind; da treten die einen in Klöster ein, gehen andere in kirchliche Dienste; oder sie binden sich an Glaubensgemeinschaften, die die Lebensperspektiven einengen und die Regie des Privatlebens entscheidend lenken. Dann ist man nicht mehr einsam. Aber viel weniger allein als man je wollte …