Huhu Schnägge!
Ich hatte auch so meine Sorgen, wie das Leben denn mit Kind sein wird. Ich denke, darüber machen sich die meisten Gedanken, bevor sie Ernst machen. Und ich finde es auch ganz gut, denn man hat die Chance, schon vorher gewisse Dinge zu durchdenken und steht dann nicht hilflos davor. Ich denke da z.B. an Erziehungsgrundsätze, die man mit dem Partner schon vorher besprechen sollte, oder Dinge wie die Frage, ob das Kind im Elternschlafzimmer schlafen soll oder nicht.
Im Wesen habe ich mich sehr wohl verändert, aber zum positiven, finde ich. Ich trage nun viel mehr Verantwortung, gehe viele Dinge anders an. Ausserdem sind Muttergefühle für mich was ganz wunderbares 
Zeit für Zweisamkeit nimmt ab, je älter das Kind wird. Unser Sohn ist jetzt 20 Monate alt, ich kann also nur bis zu diesem Alter Aussagen treffen.
Aus unserer Zweisamkeit ist eine Dreisamkeit geworden
Wenn wir etwas unternehmen, ist eben noch einer mit dabei, der sich noch viel viel mehr drüber freut als wir! Wir sind schon vorher viel an kindgerechten Orten unterwegs gewesen (Zoo, Wildpark, Kirmes z.B.). Das hat jetzt nochmal an Reiz gewonnen.
Windeln wechseln und Essen zubereiten werden einfach zur Routine, das Wickeln macht man eben fix und damit isses getan. Essen ist anfangs etwas mehr Arbeit, aber unser Sohn kann mittlerweile sehr viele Sachen ganz alleine essen, so dass wir wieder mehr Zeit für die eigene Nahrungsaufnahme haben 
Das war in den ersten Monaten, in denen er mitgegessen hat, schon etwas anstrengend, weil der Job meistens mir zufiel und ich immer die war, die sowieso viel langsamer als alle anderen gegessen hatte.
Jetzt ist eher das Problem, dass der Kleine einem das Essen wegfuttert *lach*
Über Kinderdinge diskutieren ist sehr wichtig für Eltern, so hat man die Möglichkeit, andere Meinungen und Erfahrungen zu hören, aber auch selbst mal Tipps zu geben. Man sieht, dass andere ganz ähnliche Probleme haben oder merkt, dass man eigentlich ein sehr unkompliziertes Kind hat.
Aber, was willst Du auch sonst mit wildfremden Leuten bequasseln, die Du unterwegs triffst? Man hat ein gemeinsames Thema, und darüber entwickelt sich dann eben ein Gespräch. Seit mein Sohn da ist, rede ich viel mehr mit anderen Leuten, einfach weil man ein Thema hat! Im Supermarkt kennen uns so einige der Kassiererinnen, und jedes Mal haben sie ein strahlendes Lächeln und ein paar liebe Worte für den Kleinen übrig. Ein tolles Gefühl, dass die Leute noch Sinn und Kopf für sowas haben!
Die Beziehung ist bei uns tatsächlich schon auf so einige sehr harte Proben gestellt worden, seit wir Eltern sind. Das liegt aber an uns Eltern, nicht am Kind!
Ich finde es sehr wichtig, dass man vorher schon eine Aufgabenverteilung hat. Z.B. war bei uns im etwa ersten Jahr mein Mann derjenige, der sich ums Wickeln gekümmert hat, sobald er von der Arbeit heimkam. Ich war froh, wenn ich einfach ein paar Stunden am Tag nicht auf Abruf losrennen musste. Mein Baby schreien lassen, damit ich Ruhe habe, das wäre nie in Frage gekommen.
Das grösste Problem sind die Zeiten, in denen man Stress hat. Mein Mann macht neben der Arbeit noch eine Weiterbildung, die pro Woche sehr viele Stunden frisst. Er braucht zwischendurch Zeit und Ruhe, um mal abschalten zu können.
Ich arbeite auf 400E-Basis und bin ansonstn Vollzeit-Mutter. D.h. ich bin da, wenn der Kleine schreit, ich bin da, wenn er weint, wenn er Hunger/Durst/Langweile hat, wenn er müde ist und was nicht noch alles. Das kann auf die Dauer sehr zermürbend sein, weil man wie gesagt IMMER auf Abruf ist, auch nachts. Und wenn der Partner dann in der wenigen Zeit, die er zu Hause ist, auch seine Ruhe braucht, gerät man leicht in Streit. Den kann man aber, sofern beide den Willen dazu haben, auch aus dem Weg räumen.
Übrigens, Zeit für uns beide ganz alleine haben wir, wenn unser Sohn schläft. Abgeben, damit wir ohne ihn weggehen können, haben wir bisher zwei oder drei Mal gemacht. Aber es macht uns einfach auch keinen grossen Spass ohne ihn! Er gehört zu uns dazu, wir wollen unser Kind um uns haben 
Das muss aber jeder für sich selbst sehen. Wir haben wie schon gesagt auch davor kaum Dinge gemacht, die mit Kind nicht gehen. Nur der Gang ins Kino, der kommt zu kurz. DVD ausleihen geht auch nur dann, wenn der Kleine im Bett ist, er soll ja nicht jeden Film mit ansehen. Aber es geht durchaus!
Alles komplett nur toll, das geht nicht. Natürlich ist man manchmal einfach nur genervt, weils Kind einen schlechten Tag hat, viel weint und mit sich selbst nicht zufrieden ist. Kinder sind da nicht anders als Erwachsene, nur dass sie insgesamt viel fröhlicher sind und selten schlechte Tage haben 
Und, von wegen nur noch Kinderthemen…ich bleibe ich, egal ob Kind oder nicht! Ich hab gar keine Lust, immer nur über mein Kind zu reden, so viel gibts da auch gar nicht. Ich hab ein Leben drumherum, das auch zur Sprache kommt. Allerdings fragen viele Leute nur noch nach dem Kind, und dann erzähl ich eben davon. Ein schönes Thema ist es natürlich!
Bisschen Schwierigkeiten habe ich seitdem mit den Schwiegereltern, denn die haben nur noch Augen fürs Kind, wir Eltern sitzen relativ abgeschrieben daneben. Das ist auf Dauer ziemlich langweilig, mein Kind spielen seh ich zu Hause auch reichlich.
Das sind aber alles Dinge, die höchst individuell sind! Ich freue mich z.B., dass ich nicht mehr viel arbeiten muss, aber die zwei Tag ein der Woche liebe ich trotzdem. Wir haben die Grosseltern im Haus, Mehrgenerationenwohnen ist genial, aber trotzdem sind wir so gut wie nie ohne Kind unterwegs. Es kommt immer drauf an, was man draus macht!
Liebe Grüsse
Bine 