Beim Dehnen / stretchen wippen

Hallo!
Eine Freundin sagte mir, das es nicht gut waere, sich beim dehnen, bzw. stretchen zu wippen, weiss jemand darueber bescheidt? Vielen Dank und lieben Gruss bycinderella

Hallo bycinderella,

zunächst ist es so, dass ein Trainingseffekt durch Stretching
immer noch nicht überzeugend nachgewiesen wurde,
und das nach ca. 20 Jahren Missionierens …

Na gut, wenns schon nicht hilft, so schadet es wenigstens nicht?
Doch, dynamisches Dehnen kann fehlentwickelte Gelenke und gedehnte Bänder
noch weiter ausleiern (entwickeln sich keineswegs zurück).

Das Wippen führt zu wiederholter Muskelanspannung und -dehnung,
der Muskel wird dabei allmählich kürzer - sicher nicht der Effekt,
der angestrebt wird :wink: Einfacher Versuch:
Mit gestreckten Beinen stehen und mit den Fingerspitzen wiederholt
die Füsse oder den Boden berühren, egal ob mit Wippen oder ohne -
die Reichweite wird immer kürzer.

Ganz „primitive“ Lockerungsübungen und Erwärmungen vor dem eigentlichen
Sporteln mit Schnell- und Maximalkraft und Lockerungen danach,
aber ohne statisches Stretching - hilft eh nicht gegen Muskelkater -
sind m.E. völlig ausreichend.

Will ja den Schweden nicht zu nahetreten, die das statische Stretching ca. 1980
propagiert haben, habs damals sofort in meine Trainer-Ausbildung mit übernommen,
allerdings nicht lange, da meine Trainer mit Schnellkraftsport befasst waren.
Aber bewiesen ist bis heute kein prophylaktischer oder therapeutischer Effekt.
Placebo-Effekt, o.k., lass ich für Hobby-Sportler gelten.

mfg:stuck_out_tongue:it

Hallo pitbull,

Einfacher Versuch:
Mit gestreckten Beinen stehen und mit den Fingerspitzen
wiederholt
die Füsse oder den Boden berühren, egal ob mit Wippen oder
ohne -
die Reichweite wird immer kürzer.

Das wurde bei mir ja dann bedeuten, das ich meine Fußspitzen nicht mehr berühren könnte, ist aber nicht der Fall.
Bin seit fast 20 Jahren Hobbyfussballspieler und oben genannte Übung gehört somit zum Standardmäßigen Warmmachen dazu. Oder verstehe ich da nur was falsch?

Ansonsten danke für die Bestätigung, hatte nämlich auch gehört das man beim Dehnen keinesfalls wippen sollte…

Gruß

Marcel

Hallo Marcel,

nicht (Gotzeidank nicht), weil Du 20 Jahre lang die Übung machst,
sondern, wenn Du das innerhalb von z.B. 5 Minuten 10 mal machst,
weil sich Muskel bzw. Antagonist schlicht verkürzen.
Die saubere Versuchsanordnung müsste ergeben,
dass sich die Amplitude um cm verkleinert.

Btw: Von den Fussballern wäre übrigens K-P Knebel
mit seiner „Funktionsgymnastik“ seinerzeit fast gelyncht worden,
weil er die traditionellen Erwärmungsübungen der Volkssportart
Fussball rigios hinterfragt hat;
z.B.Kopfkreisen, z.B. Partner über den Rücken ziehen usw usf
Dabei hat er nur den Stand der DDR-Krankengymnastik sauber rübergebracht :wink:
Will damit nur sagen, dass Vieles unbesehen und undurchdacht aus der
Tradition übernommen wird, und dass sportwissenschaftliche Erkenntnisse
nicht gerade schnell in Allgemeinwissen übergehen.

Danke für die schöne Bananenflanke :wink:

mfg:stuck_out_tongue:it

Hallo Cinderella!
Über den Sinn und Unsinn des Dehnens ist schon viel diskutiert worden und soll auch hier nicht weiter von mir erörtert werden.
Fakt ist jedoch, dass durch Dehnen die Beweglichkeit verbessert wird. In der Regel verfährt man so, dass man sich nach dem Aufwärmen dynamisch (also federnd bzw. rhythmisch „wippend“) dehnt. Das hat zwei Gründe:

  1. Durch das Aufwärmtraining haben wir unsere Muskeln erwärmt, und durch dynamische Dehnen wird ein vorschnelles Erkalten derselbigen verhindert.
  2. Durch statisches (also gehaltenes) Dehnen wird die Spannung im Muskel reduziert. Dieser Effekt ist vor dem eigentlichen Training jedoch unerwünscht, denn ein statisch gedehnter Muskel macht langsam. Deshalb wird dynamisch gedehnt.

Nach dem Training wird indes statisch gedehnt. Zunächst empfiehlt sich jedoch ein lockeres cool-down, um z.B. Laktat abzubauen. Danach helfen statische Dehnübungen den Spannungszustand der Muskulatur wieder zu reduzieren.

Also: Aufwärmen – dynamisches Dehnen – Belastung – cool-down – statisches Dehnen.

Liebe Grüße
Blümchen

Hi pit,
Danke für die Aufklärung…

Danke für die schöne Bananenflanke :wink:

Gerne, ist auch eher meine Aufgabe als das Tor zu schießen :wink:

Gruß

Marcel

Allgemeiner Hinweis …
Hallo Leute,

auch ich will nicht eine Diskussion anzetteln.
Wer Fakten zu wissen glaubt, sei beglückwünscht,
ich jedenfalls lehne mich nicht aus dem Fenster :wink:

Verweisen will ich aber auf eine nette illustrierte Website
des Sportmedizinischen Institutes Frankfurt am Main e. V.
http://www.smi-frankfurt.de/Deutsch/Sportmedizin/Deh…
… dürfte anregend sein.

Was ich allerdings meinen Leuten immer verboten habe,
ist die Übung „Stretching für die Oberschenkelvorderseite“,
nach meiner Laienmeinung kann es nur zu Mikrotraumata am Meniskus führen,
wenn die Patella derartig dagegengepresst wird …

Btw: Wenn wir schon bei Mikrotraumnata sind -
die den Muskelkater verursachenden Winz-Verletzungen,
die ja erst 1/2 Tag später schmerzen,
wenn der Muskel durch Wasseraufnahme gedehnt wird -
diese Verletzungen können durch Stretching unmittelbar
nach dem Sport leider auch noch vergrössert werden.

Ich habe fertich:stuck_out_tongue:it
(Ehem.LSportler/Trainer/Ausbilder)

Hallo Pitbull,

Du postest hier einen Link, der Stretching mit Dehnen gleichsetzt. Das ist natürlich schon vom Ansatz her falsch, denn Stretching ist nicht gleich Dehnen, sondern gilt als Oberbegriff für sämtliche Dehntechniken – egal ob SS, DS, AED, AC, CR-AC oder was auch immer. Insofern ist schon der gesamte Inhalt dieses Links recht fragwürdig, zumal hier u.a. vom dynamischen Dehnen („wippen“) abgeraten wird. Jedoch bereits 1991 haben Wydra, Bös und Karisch nachgewiesen, dass dynamisches Dehnen vor der eigentlichen Trainingseinheit dem statischen Dehnen bzgl. der Verbesserung der Bewegungsreichweite haushoch überlegen ist. Das müsste dir bei der von dir aufgeführten Quali eigentlich bekannt sein – auch, dass man nicht deshalb dehnt, um einem Muskelkater vorzubeugen …

Mir liegt es fern, mich in die allgemeine Dehn-Diskussion einzumischen, zumal hier Spitzen- und Hobbysportler offensichtlich über einen Kamm geschert bzw. gedehnt werden. Die Muskulatur des Spitzensportlers verkraftet jedoch ganz andere Widerstände bzw. Reize als die des Breiten-/Freizeitsportlers.
Für mich und meine Leute gehört nach dem Warm-Up ein dynamisches (sanft federnd!) Dehnen und nach dem Cool-Down ein dosiertes, funktionelles statisches Dehnen einfach zu einer abgerundeten Trainingseinheit dazu. Und es hat bisher noch niemandem geschadet!

Grüße
Red

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Hi Blümchen,

genau so wird es bei uns im Sportverein und auch im Fitness-Club gehandhabt. Und da wir alles Hobbysportler sind, ist diese Form des Dehnens auch durchaus ausreichend und vertretbar.

Gruß von Pegasus

Hi Cinderella,

Deine Freundin hat nur zum Teil Recht. Vor dem Training dynamisch und nach dem Training statisch dehnen!
Allerdings sträube ich mich etwas gegen das Wort WIPPEN. Das hört sich so hart und ruckhaft an, so nach zerren und reißen. Dynamisches Dehnen ist aber eine sanfte, pulsierende Bewegung. Die inter- und intramuskuläre Muskulatur wird geschult, die lokale Durchblutung des Muskels wird vermehrt und somit der Aufwärmeffekt erhöht. Deshalb: Vor dem Training dynamisch dehnen!

Gruß von Pegasus

So nicht …
Hallo Redscorpion,
etwas lustlos reagiere ich auf Deine Unterstellungen:

Du postest hier einen Link, der Stretching mit Dehnen
gleichsetzt. Das ist natürlich schon vom Ansatz her falsch,
denn Stretching ist nicht gleich Dehnen, sondern gilt als
Oberbegriff für sämtliche Dehntechniken – egal ob SS, DS, AED,
AC, CR-AC oder was auch immer.

Und nu? Wenn Stretching ein Oberbegriff für z.B. Statisches Dehnen,
Post-Isometrisches Dehnen, Dynamisches Dehnen ist, worin liegt der Widerspruch?

Insofern ist schon der gesamte Inhalt dieses Links recht fragwürdig,

Wie bitte? Nee, nä?

zumal hier u.a. vom dynamischen Dehnen („wippen“) abgeraten wird.

Da kommen wir Deinem Anliegen schon näher, ist mir aber wurscht :wink:
Kannst aber Deine Bedenken direkt weitergeben: [email protected]

Jedoch bereits 1991 haben Wydra, Bös und Karisch nachgewiesen, dass
dynamisches Dehnen vor der eigentlichen Trainingseinheit dem
statischen Dehnen bzgl. der Verbesserung der Bewegungsreichweite haushoch überlegen ist.

Es hat sich viel untersucht in den letzten 15 Jahren :wink:
Stand der Wissenschaft: Alle Stretching/Dehnungsmethoden sind
bezüglich der Bewegungs-Amplitude bis auf unsignifikate Messwerte
als ziemlich gleichrangig zu erachten.

Das müsste dir bei der von dir aufgeführten Quali eigentlich bekannt sein –

Ich kenne noch viel mehr wiss. Untersuchungen :wink:

auch, dass man nicht deshalb dehnt, um einem Muskelkater vorzubeugen

Axo, Du hast meinen Satz nicht verstanden, na, dann nochmal:
Ein möglicher Muskelkater kann durch Dehnen erheblich verschärft werden.

Und es hat bisher noch niemandem geschadet!

So einen Satz würde ich mich nie zu formulieren getrauen.
Hast Du alle orthopädischen Daten der Fitness- oder Mucki-Leute,
Befunde der Bänder, Muskulatur, Rückgrat usw, bevor sie bei Dir trainieren?
Und die Langzeit-Beobachtung dazu? Glaub ich weniger.
Was schadet und was nicht, erweist sich im Sport erst nach 10 - 20 Jahren.
Was der eine Sportler locker wegsteckt,
kann für den anderen schon im Ansatz schlecht sein.

mfg:stuck_out_tongue:it
(Aktiver ExtremSofaSitzer)