Beim Joggen Angst vor Hunden

Mit anderen Worten, ich habe mir das nur ausgedacht? Schön wär´s… Es freut mich für Dich, wenn Du noch nie von Hunden angegriffen wurdest. Gebissen wurde ich auch noch nicht, das habe ich bisher zu verhindern gewusst. Vielleicht bedarf das Wort „Angriff“ der Definition. Oder sagen wir so, ich habe keine Lust, zu warten, bis der Angriff, sprich Biss, stattgefunden hat. Wenn ein grosser Hund bellend auf mich zu kommt, fühle ich mich bedroht und mache von meinem Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch und verhindere einen unmittelbar bevorstehenden Angriff mit geeigneten Mitteln. Es ist nicht an mir, mich mit Hunden auszukennen und zu beurteilen, ob er mir was will oder nicht, es ist am Hundehalter, seinen Hund entsprechend zu erziehen und unter Kontrolle zu haben, damit sich niemand bedroht oder belästigt fühlt. Ich habe mehr als einmal festgestellt, das es den HH Vergnügen bereitet, wenn sie merken, das Passanten vor ihren Hunden Angst haben. Greife ich zum Spray, rufen sie ihren Hund. Warum nicht vorher???
Vielleicht ist das bei Dir anders, hier in Berlin gibt es leider `ne Menge Bekloppter Hundehalter.
In südlichen Ländern habe ich weitaus mehr Kontakt mit Hunden als hier, aber die sind allesamt friedlicher, da habe ich keine Probleme. Vielleicht liegt das ja u.a. daran, das in Grossstädten zu viele Leute mit zu wenig Zeit und zu wenig Kenntnissen einen zu grossen Hund in einer zu kleinen Wohnung halten und die einfach psychich gestört sind, was ja nicht verwunderlich wäre. Jedenfalls werde ich hier von Hundn auf der Strasse angebellt, in Spanien und Italien nie…
Ich liebe Tier und hätte selbst gern einen Hund, am liebsten einen Rottweiler. Aber ich wohne in der Grossstadt in einer Drei - Zimmer - Wohnung und habe keine Zeit für tägliche lange Spaziergänge und Erziehung und Hundeschule (für Hund und Herrchen), und deshalb verzichte ich dem Hund zu Liebe darauf, ihn hier zu halten.

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hallo myriam,

Warum Du das persönlich nimmst, ist mir unklar.

ich nehme es immer persönlich, wenn ich in eine schubalde gesteckt werde.

Ich habe
lediglich (schon bevor Du gepostet hast) darauf hingewiesen,

mmh, ok…aber ich suchte gerade den thread nach einem posting von dir und vor meinem danach ab…ohne erfolg.

Für jemanden, der irrationale Ängste vor Hunden hat ist ein
Pfefferspray einfach nicht das richtige.

naja, jetzt nicht mehr…will sagen, bei irrationalen ängsten - und die angst vor hunden ist ein grenzfall, weil eben nicht nur irrational* - können eben auch irrationale, also nicht zweckmässige mittel helfen so lange frau/man daran glaubt. zb. deswegen finde ich kampfkunstkurse für frauen die ein wo.ende dauern zwar nicht dienlich, um ggf. wirklich die nötigen reflexe drauf zu haben, wenn es frau aber die notwendige selbstsicherheit gibt: nur zu!

*ich gebe dir recht, ich habe immer ein scheissgefühl, an einem kalbsgrossen köter vorbeizujoggen, aber passiert ist mir ausser geifer auf den asics noch nix (das ist aber schon mehr als genug!)…trotzdem, ich halte derlei tierhaltung in der mehrheit der fälle für letztendlich tierquälerei und dass paranoide wesen unvorhersagbares verhalten zeigen soll auch schon vorgekommen sein.

Diese Bemerkung bestärkt genau das, was ich der
Ursprungsfragestellering beschrieben habe: Beißattacken kommen
nur sehr selten draußen von wildfremden, unkontrollierten
Hunden.

ja, das ist auffällig. aber inwieweit das stat. relevant ist? will sagen: hund hält sich vorzugesweise in seinem heim-bereich auf, daher sind allein von der statistik her die hauptbetroffenen die menschen die täglich mit ihm zu tun haben.

so long,

stefan

Mit anderen Worten, ich habe mir das nur ausgedacht?

Nein, aber siehe unten.

Gebissen wurde ich auch noch nicht, das
habe ich bisher zu verhindern gewusst. Vielleicht bedarf das
Wort „Angriff“ der Definition. Oder sagen wir so, ich habe
keine Lust, zu warten, bis der Angriff, sprich Biss,
stattgefunden hat. Wenn ein grosser Hund bellend auf mich zu
kommt, fühle ich mich bedroht und mache von meinem Recht auf
Selbstverteidigung Gebrauch und verhindere einen unmittelbar
bevorstehenden Angriff mit geeigneten Mitteln.

Ich glaube Dir, dass schon mal ein großer Hund bellend auf dich zugekommen ist. Das ist mir auch schon gelegentlich passiert (nicht oft). Aber wenn ein großer Mann auf mich zugelaufen kommt und laut in einer mir unbekannten Sprache ruft, vermute ich da gleich einen Massenmörder? Evtl ruft er ja nur „Hallo, kennen wir uns nicht von irgendwoher?“ oder „Vorsicht, gleich fällt Ihnen ein Ast auf den Kopf!“. Ohne Wertung: Ich denke, es gibt da von Deiner Seite aus schon eine gewisse negative Grundhaltung gegenüber Hunden, die Du als gefährlich einstufst (genau so wie meine Grundhaltung fast allen Hunden gegenüber positiv ist).

Es ist nicht an
mir, mich mit Hunden auszukennen und zu beurteilen, ob er mir
was will oder nicht, es ist am Hundehalter, seinen Hund
entsprechend zu erziehen und unter Kontrolle zu haben, damit
sich niemand bedroht oder belästigt fühlt.

Da stimme ich prinzipiell mit Dir überein. Nun sind Hunde keine Roboter, und auch mein recht wohlerzogener uralter Spitzmix läuft gelegentlich mal unkontrollierbar auf jemanden zu (meist, weil sie ihn senilerweise mit jemand Bekanntem/Angenehmem verwechselt).

Ich finde lediglich die Reaktion „Pfefferspray“ unangemessen. Sowas mag angehen, wenn man im Sicherheitsdienst oder so arbeitet und Kontakt mit Gesocks mit mannscharfem Hund hat, aber für Otto-Normaljogger ist es nix.

Ich habe mehr als
einmal festgestellt, das es den HH Vergnügen bereitet, wenn
sie merken, das Passanten vor ihren Hunden Angst haben.

Das kann ich nicht bestätigen. Ich fühle mich von Hundehassern, unhöflichen Prolls und Leuten mit irrationaler Hundeangst eher genervt, daher versuche ich sie nicht zu provozieren, damit mir noch mehr Gezetere erspart bleibt.

Solltest Du Dir wirklich eines Tages einen Rottweiler anschaffen, dann wirst Du Dich lächelnd an unseren Austausch hier erinnern. Leute werden die Straßenseite wechseln, wenn Du mit dem Hund ankommst. Bellt er in ihrer Gegenwart (Grund egal), wird mit Anzeigen gedroht oder nach dem Pfefferspray gekramt.

Gruß,

Myriam

Ich habe
lediglich (schon bevor Du gepostet hast) darauf hingewiesen,

mmh, ok…aber ich suchte gerade den thread nach einem posting
von dir und vor meinem danach ab…ohne erfolg.

17.11., 11:54
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

ja, das ist auffällig. aber inwieweit das stat. relevant ist?
will sagen: hund hält sich vorzugesweise in seinem
heim-bereich auf, daher sind allein von der statistik her die
hauptbetroffenen die menschen die täglich mit ihm zu tun
haben.

Da sich Hunde täglich mindestens 1 Stunde draußen aufhalten, müsste meiner Ansicht nach der Anteil an „Fremdbeißen“ größer sein. Leider gibt es keine verwertbaren neutralen Statistiken zum Thema. Von den „Draußenbissen“ sind nämlich sicherlich auch noch ein großer Teil auf Eingreifen des Halters in eine Auseinandersetzung zweier Hunde zurückzuführen. Dies verringert den Anteil an „Hund fiel harmlosen Jogger an“ noch weiter.

Gruß,

Myriam

Hallo!

Ich glaube Dir, dass schon mal ein großer Hund bellend auf
dich zugekommen ist. Das ist mir auch schon gelegentlich
passiert (nicht oft). Aber wenn ein großer Mann auf mich
zugelaufen kommt und laut in einer mir unbekannten Sprache
ruft, vermute ich da gleich einen Massenmörder? Evtl ruft er
ja nur „Hallo, kennen wir uns nicht von irgendwoher?“ oder
„Vorsicht, gleich fällt Ihnen ein Ast auf den Kopf!“. Ohne
Wertung: Ich denke, es gibt da von Deiner Seite aus schon eine
gewisse negative Grundhaltung gegenüber Hunden, die Du als
gefährlich einstufst (genau so wie meine Grundhaltung fast
allen Hunden gegenüber positiv ist).

Wenn ein großer Mann auf jemanden zugelaufen kommt und in unbekannter Sprache herumschreit, ist keinesfalls zu erwarten, dass er unerwünschten Körperkontakt aufnimmt - ganz im Gegensatz zum Hund.

Hunde sind völlig ungeniert, springen fremde Leute an und manchmal schnuppern sie an den unmöglichsten Stellen. Nicht jeder Mensch mag Körperkontakt mit fremden Lebewesen. Würde mich ein Mensch in dieser Form belästigen, würde ich mich dagegen wehren. Auch wenn er sagt, er will doch nur spielen! Mit wem ich spiele, möchte ich selbst entscheiden.

Hunde haben ein stärkeres Gebiss als Menschen, dass in seiner Wirkung fast einem Messer gleichkommen kann. Ist es da ein Wunder, wenn ein verängstigter Mensch mit einer fast gleichwertigen Waffe (Pfefferspray) versucht, sich zu verteidigen?

Da stimme ich prinzipiell mit Dir überein. Nun sind Hunde
keine Roboter, und auch mein recht wohlerzogener uralter
Spitzmix läuft gelegentlich mal unkontrollierbar auf jemanden
zu (meist, weil sie ihn senilerweise mit jemand
Bekanntem/Angenehmem verwechselt).

Das kann derjenige aber nicht wissen. Wenn der Hund senil ist, gehört er an die Leine. Demente Menschen dürfen meist auch nicht unkontrolliert in der Gegend herumlaufen. Auf die wird auch geachtet.

Ich finde lediglich die Reaktion „Pfefferspray“ unangemessen.
Sowas mag angehen, wenn man im Sicherheitsdienst oder so
arbeitet und Kontakt mit Gesocks mit mannscharfem Hund hat,
aber für Otto-Normaljogger ist es nix.

Leute, die Angst vor bestimmten Tieren haben, reagieren manchmal etwas übertrieben. Wenn ich da nur an die Spinnen-Phobiker erinnern darf, die die Anwesenheit einer Spinne gleich mit dem Tod durch Staubsauger bestrafen. Im Gegensatz zur heimischen Spinne, geht von Hunden aber tatsächlich eine reelle Gefahr aus. Der Hund wird schließlich vom Pfefferspray nicht getötet, sondern nur außer Gefecht gesetzt. So unangemessen finde ich die Reaktion nicht - besonders wenn nicht direkt gesprüht, sondern erst mal die Sprühdose dem Tierhalter vorgeführt wird.

Das kann ich nicht bestätigen. Ich fühle mich von
Hundehassern, unhöflichen Prolls und Leuten mit irrationaler
Hundeangst eher genervt, daher versuche ich sie nicht zu
provozieren, damit mir noch mehr Gezetere erspart bleibt.

Dann sorge doch dafür, dass der Hund auf privatem Grund bleibt und nicht bellt - dann gibt es auch kein Ärger mit Hundehassern und Leuten mit Hundeangst.

Bei der ganzen Situation sollte man nicht vergessen, dass die Mehrzahl der Hunde nur zum Privatvergnügen ihrer Besitzer gehalten werden. Warum sollten andere Leute sich in ihrem Privatvergnügen einschränken lassen? Nur weil die Hundehalter zu bequem sind, ihre Hunde davon abzuhalten, fremde Leute zu belästigen?

Darum geht es nämlich letztendlich: Die Hunde belästigen Leute, die vor ihnen Angst haben!

Angemessen wäre es, die Leute zu fragen: Sind sie damit einverstanden, wenn mein Hund mit Ihnen Kontakt aufnimmt? Hundehalter erwarten das von Menschen, die ihren Hund streicheln wollen doch oft auch. Nicht jeder Halter schätzt es, wenn fremde Leute auf den Hund zustürmen und ihn streicheln oder an Ohren und Schwanz zupfen. Mich würde es jedenfalls nicht wundern, wenn ein dermaßen überfallener Hund auch mal zuschnappt. Diese Reaktion entspricht genau der des überfallenen Menschen, der sein Pfefferspray zückt.

Viele Grüße

Anne

Hallo Anne,

ich akzeptiere Deine Meinung, teile sie aber in keiner Weise. Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass ein bestimmter Anteil der Mitmenschen (mit oder ohne Hund) nicht bereit ist, auf den anderen Teil irgendeine Rücksicht zu nehmen.

Die rücksichtslosen Nichthundebesitzer sagen sich „Hundehaltung ist das Privatvergnügen anderer Leute, die sollen mich bloß nicht damit belästigen“ und erwarten von Hundehaltern, dass sie ihren Hund möglichst nicht vom Privatgrundstück lassen, höchstens an kurzer Leine und mit Maulkorb.

Die rücksichtslosen Hundebesitzer hingegen scheren sich nicht darum, ob ihr ungezogener Fiffi jeden anspringt oder ankläfft.

Meine Meinung ist, dass Hunde zu unserer Gesellschaft gehören. Sie sind nicht so außergewöhnlich und bedrohlich, dass ein Hundehalter zu jedem Gassigang massive Sicherheitsvorkehrungen treffen müsste, um ja niemanden zu stören. Vorausschauendes Handeln, Sachkunde und Rücksicht sind ausreichend. Im Gegenzug wünsche ich mir von „Hundegegnern“ auch etwas Rücksichtname. Es gibt heutzutage nur noch wenige Gebiete, in denen Hunde abgeleint werden dürfen. Muss der Hundefeind gerade da spazieren gehen oder joggen? Muss man mit dem Fahrrad ohne zu klingeln durch eine Gruppe von Gassigängern preschen, denn die blöden Köter haben ja gefälligst aus dem Weg zu gehen?

Gruß,

Myriam

Hallo Myriam,

um es klarzustellen: Generell hasse ich die Hunde nicht - ab und zu streichle ich sie sogar. Viel mehr hasse ich das Joggen :wink:.

Aber ich hasse es, wenn ein mir fremdes Lebewesen (Mensch, Hund und auch andere) mich ungefragt angrabbelt. Das finde ich unmöglich und erwarte, dass meine Privatsphäre unberührt bleibt.

Gebiete, in denen Hunde auch mal unangeleint laufen dürfen sind häufig ruhigere Verbindungswege zwischen Stadtteilen oder Ortschaften. Sie sind für Radfahrer wichtige Verbindungsstrecken. Es gibt tatsächlich Leute, die solche Strecken nutzen, um umweltfreundlich von A nach B zu kommen und haben u.U. auch Termine oder möchten etwas für ihre Fitness tun. Wenn einem dabei alle Naslang ein Hund den Weg versperrt, macht das nur noch wenig Spaß und u.U. kann man nicht mehr pünktlich ankommen. Besonders nett sind in dem Zusammenhang auch quer gespannte Hundeleinen, die man oft erst sieht, wenn sie sich schon im Schutzblech verfangen haben oder Hundehalter (oder andere Fußgänger) mit Kopfhörern, die nichtshörend von einer Seite des Weges zur anderen dümpeln.

Begegnet einem dann bei dem Weg zu einem solchen Termin mal ein Hund, bremst man kurz ab und setzt den Weg dann fort. Leider bleibt es dabei oft nicht bei einem Hund. Und kein Radfahrer liebt es, auf seinem Weg dutzende Male wegen „andrer Leut’s Köter“ abzubremsen und wieder zu beschleunigen. Dabei macht Radfahren nur noch wenig Spaß und den Termin kann man auch vergessen. Und mit Tempo 20 in eine fast unsichtbare Hundeleine zu fahren ist auch kein Spaß.

Da kann es schon vorkommen, dass so ein Radfahrer auf den letzten Hund ziemlich sauer reagiert. Kein Radfahrer liebt Vollbremsungen aus Tempo 20-30, nur weil ein Hund plötzlich eine Kehrtwende macht und in voller Länge quer auf dem Weg steht. Damit ist auch die Gefahr verbunden, den Abflug über den Lenker zu machen. Das ist einfach gefährlich!

Oft sieht er den Hund erst dann, wenn es zu spät ist. Man denkt, es gäbe nur einen einsamen Spaziergänger, weil der Hund gerade hinter einem Busch schnüffelt. Dann rennt der plötzlich auf den Weg und der Radfahrer erschreckt sich zu Tode. Was erwartest Du dann? Eine Entschuldigung des Radfahrers? Aber doch sicher nicht!! Und Rücksicht kann man nur auf etwas nehmen, das sichtbar ist.

Ich plädiere deshalb dafür, Hunde auf dafür vorgesehenen Wiesen freilaufen zu lassen. Auf Wegen kommen sie einfach zu oft anderen Leuten ins Gehege. Dort sollten sie an einer kürzeren Leine laufen. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit (für beide) sollte immer über dem Recht auf abgeleintes Laufen für den Hund stehen.

Und nochwas: Ängste sind oft irrational, aber man muss auch dafür Verständnis haben. Einem Hund sieht man auch nach, wenn er vor der Silvesterknallerei Angst hat und sucht ein ruhiges Plätzchen für ihn. Genauso kann ein Jogger Angst vor Hunden haben und es ist sein gutes Recht, von ihnen in Frieden gelassen zu werden. Und ich finde es unfair, ihnen das Joggen zu vermiesen. Wenn manche Hundehalter das nicht einsehen wollen, müssen sie sich im Extremfall mal um einen Hund kümmern, der eine Ladung Pfefferspray abbekommen hat. Vielleicht lernen Hund und Halter etwas daraus.

Viele Grüße

Anne

Aber ich hasse es, wenn ein mir fremdes Lebewesen (Mensch,
Hund und auch andere) mich ungefragt angrabbelt. Das finde ich
unmöglich und erwarte, dass meine Privatsphäre unberührt
bleibt.

Im Bezug auf Deinen Hund ist diese Erwartung aber irrational. Genausogut könntest Du erwarten, dass er anfängt zu sprechen. Wenn Du von einem Hund erwartest, dass er Dich nicht belästigt, musst Du Dich auch entsprechend verhalten und ihn nicht (aus seiner Sicht) anlocken. Du bist das vernunftbegabte Wesen, nicht er.

Davon unberührt bleibt natürlich die Notwendigkeit, dass der Besitzer den Hund erzieht. Aber wenn Passanten den Hund fixieren, panisch mit den Händen fuchteln, aus Nervosität den Hund ansprechen („Das ist aber ein süßer Hund *Angstschweiß*“), dann müssen sie sich nicht wundern, wenn er auf sie zugeht, obwohl er sie vorher vielleicht ignoriert hat.

Gebiete, in denen Hunde auch mal unangeleint laufen dürfen
sind häufig ruhigere Verbindungswege zwischen Stadtteilen oder
Ortschaften. Sie sind für Radfahrer wichtige
Verbindungsstrecken.

An Straßen und auf Wegen an Wasserläufen ist Leinenpflicht. Wenn Dein „Verbindungsweg“ ein Feldweg ist: dumm gelaufen für Dich.

Wenn einem dabei alle Naslang ein Hund den Weg
versperrt, macht das nur noch wenig Spaß und u.U. kann man
nicht mehr pünktlich ankommen.

Wo ist der Unterschied, ob es ein Hund mit Herrchen oder ein Spaziergänger ohne Hund ist? Der Hundeführer hat den Hund zu sich zu rufen. Der Radfahrer hat im Gegenzug eine besondere Sorgfaltspflicht, da es sich (nach Deiner Beschreibung) um einen kombinierten Rad/Fußgängerweg handelt. Ist es denn so schwer, rechtzeitig zu klingeln, damit ich meinen Hund zu mir rufen kann? Muss man denn fast geräuschlos von hinten angefahren kommen?

Besonders nett sind in dem
Zusammenhang auch quer gespannte Hundeleinen, die man oft erst
sieht, wenn sie sich schon im Schutzblech verfangen haben oder
Hundehalter (oder andere Fußgänger) mit Kopfhörern, die
nichtshörend von einer Seite des Weges zur anderen dümpeln.

So soll es natürlich nicht sein. Ich biete aber im Gegenzug zig Radfahrer, die ohne Beleuchtung, ohne Klingeln usw. rücksichtslos drauflos brausen.

Begegnet einem dann bei dem Weg zu einem solchen Termin mal
ein Hund, bremst man kurz ab und setzt den Weg dann fort.
Leider bleibt es dabei oft nicht bei einem Hund.

Sorry, aber es ist nicht mein Problem, dass auf Deinem Weg auch mal andere Passanten sind. Zum Thema „Wie sich Radfahrer auf kombiniertem Fuß/Radweg zu verhalten haben“ hier ein Link:
http://www.juraforum.de/jura/service/article/f/114/i…

Sorge einfach dafür, dass Dich der Hundeführer rechtzeitig bemerkt. Die Idioten, die ihren Köter dann nicht zu sich rufen oder sonstwie dafür sorgen, dass er nicht im Weg ist, darfst Du dann problemlos anraunzen.

Ich plädiere deshalb dafür, Hunde auf dafür vorgesehenen
Wiesen freilaufen zu lassen. Auf Wegen kommen sie einfach zu
oft anderen Leuten ins Gehege. Dort sollten sie an einer
kürzeren Leine laufen.

Aber irgendwie muss man doch zu den Wiesen gelangen, oder? Abgesehen davon, dass ich das Argument für überflüssig halte, denn auf vielbefahrenen Wegen herrscht sowieso bereits Leinenpflicht.

Wie gesagt: der Hundehalter erzieht seinen Hund, sorgt dafür, dass er im Dunkeln zu sehen ist, spannt keine Leinen über den Weg und ruft das Viech zu sich, wenn ein Passant oder Radfahrer vorbeikommt. Im Gegenzug machen sich Radfahrer rechtzeitig bemerkbar und verringern die Geschwindigkeit, so dass der Hundeführer auch eine Chance zum Reagieren hat. Fußgänger, die keinen Hundekontakt wünschen, ignorieren das Biest und verkneifen sich hysterische Reaktionen. Und schon sind wir dem harmonischen Zusammenleben einen großen Schritt näher gekommen.

Gruß,

Myriam