Och komm! Fällt Dir nix Besseres ein?
Hi Sylvia!
Reaktionen wie Deine auf mein Posting tragen leider nicht zur
Verbesserung der Lage geschlagener Kinder bei. Gerade dieses
Schwarz-Weiss-Sehen,
Ich sehe nicht nur schwarz-weiß! Ich sehe mindestens in 16 Graustufen! Aber es gibt halt Dinge, die sollte man einfach nur als schwarz-weiß erkennen! Entweder etwas ist richtig, oder es ist falsch! Und ICH halte Gewalt schlicht für - genau - FALSCH!
das Bestehen auf die eigene Unfehlbarkeit
Fällt Dir nix Besseres ein, als jetzt absolut billig polemisch zu werden? Ich habe nie von meiner Unfehlbarkeit geredet! Wäre ich unfehlbar oder - wie Du unten anmerkst, perfekt - würde ich nicht hier postn, sondern nur über Euch Würmer die Nase rümpfen (Achtung: Das war Sarkasmus!) Ich habe lediglich meinen ganz persönlichen Standpunkt klargemacht! Abgesehen davon, dass es da so ein anscheinend völlig irrelevantes Gesetz gibt…
bei dieser Thematik schreckt diejenigen Eltern, die noch
Lösungen suchen, die sozusagen noch „bekehrbar“ sind, ab.
Wenn jemand nach dem ersten Mal (hört sich hier irgendwie blöde an) zur Besinnung kommt, dann bleibt mir persönlich gar nichts anderes übrig, als den Versuch zu unternehmen, das zu akzeptieren! Was nichts daran ändert, dass ich auch dieses eine Mal verurteile (schwarz-weiß halt!)
Aber: Wer Hilfe sucht (ernsthaft!), wird sie auch finden!
Wer
einmal schlägt, schlägt immer wieder – so sagst Du. Wer als
schlagender Elternteil dies glaubt, sieht ja kein Land mehr.
Ich greife Dich jetzt ganz bewusst persönlich an: Du gibst selbst zu, dass es Dir dreimal passiert ist! Nicht einmal - dreimal!
In meinem Fall liegst Du ziemlich daneben. Allerhöchstens drei
Miniklapse (insgesamt !), verteilt auf sieben Jahre als
Mutter, und dann noch bei drei Kindern – da kann ich gut dazu
stehen. Jeder Klaps war ein Fehler, da stimme ich Dir zu, aber
im Gegensatz zu Dir bin ich leider nicht perfekt 
Auf die Polemik hatte ich Dich schon angesprochen, oder?
Es ist absolut unmöglich, sich vorher zu überlegen, ob man die
Nerven für Kinder hat.
Das halte ich für eine absolut unbewiesene Theorie! Natürlich kann man sich VORHER Gedanken machen! Ich gebe Dir Recht, wenn Du sagt, es sei unmöglich, alles vorherzusehen! Aber wer gedankenlos Kinder in die Welt setzt, handelt imho verantwortungslos.
Niemand kann sich als Kinderloser das
Leben mit Nachwuchs vorstellen.
Ich glaube, Du unterschätzt das Vorstellungsvermögen unserer Spezies!
Ich behaupte sogar, dass
selbst Menschen mit Kindern andere Eltern nur ganz bedingt
beurteilen können. Beispiel: Unsere Älteste war ein
superpflegeleichtes Musterbaby und –Kleinkind. Ich konnte nie
verstehen, wie es zu den bekannten Szenen mit brüllenden
Trotzzwergen und gestressten Müttern (selten Vätern) kommen
kann. MEIN Kind tat so etwas nie, ICH hatte ja von Anfang an
klare Grenzen gesetzt, war liebevoll, aber konsequent. Dachte
ich damals *schäm*.
Ich habe ein Kind, was durchaus gewaltige Trotzanfälle mit heftigen Schreiereien bekommt. Und?
Unsere Mittlere und ganz besonders unser Jüngster sind dagegen
äußerst anstrengend. Er kann sich wunderbar brüllend auf den
Boden werfen. Er hat sich schon mehrfach in Lebensgefahr
gebracht, mit seinen gerade mal 2 Jahren.
Wie bitte schafft es ein Zweijähriger, sich in Lebensgefahr zu bringen? Nicht, dass ich das prinzipiell für unmöglich halte - ich suche hier nur ein wenig das Verantwortungsbewusstsein der Eltern!
Er kostet sehr viele
Nerven, und die meisten Dinge, die er so bringt, kann man sich
nicht vorher ausmalen. Hätte ich das vorher wissen müssen ?
Du hättest zumindest die Möglichkeit in Betracht ziehen müssen - nur meine Meinung!
Du schreibst, dass Du berufstätig bist. Somit hast Du ungefähr
8 Stunden am Tag kinderfrei. Das ist nicht vergleichbar mit
einer Rund-um-die-Uhr-Versorgung, da kann man(n) sehr viel
leichter ruhig blieben.
Ist das so? Ich sehe das etwas anders! Gehen Deine Kinder nicht in den Kindergarten oder in die Schule? Wie ich aus Deinem Antwortposting auf meine Frau gelesen habe, ist das doch sehr wohl der Fall! Was erzählst Du also von 24/7-Versorgung?
Ist Dir schon mal der Gedanke gekommen, dass eine Dreifach-Belastung (Vater, Beruf, Schule - abends, nachdem der Kleine im Bett ist) nur bedingt stressfrei ist? Nicht, dass ich meine Vaterrolle als Belastung sehe - anstrengend ist sie dennoch!
Auch halte ich es für völlig falsch, das Schlagen, Klapsen,
Ohrfeigen von Kindern in den Zusammenhang der „Kreise“, in
denen man sich bewegt, zu stellen. Meine klapsende Freundin
und ihr Mann sind Akademiker, sie sehen, genauso wie ich,
keine Sendungen wie „Explosiv“.
Sorry, ist ein wenig off topic: Was bitte hat das Anschauen von Fernsehsendungen mit dem erzieherischen Verhalten einer Person zu tun? Wo bitte ist da ein Zusammenhang? Mein geistig zurückgebliebener Cousin hat fünf Kinder und ist Hausmann - die Frau arbeitet! Er hat fünf Kinder und die Kleinen noch NIE geschlagen - ich glaube nicht, dass es da irgendeinen zwingenden Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Gewalt gibt (es kommt allerdings offensichtlich im niedrigeren Niveau häufiger vor…)!
Dafür aber haben sie sehr hohe
Erwartungen an perfekte Manieren, so dass ein umgefallener
Becher beim Essen gleich großen Ärger gibt.
What for? Es gibt doch Lappen, Wasser und Reinigungsmittel!
Mein Ideal ist eine Welt, in der Kinder überhaupt nicht
geschlagen UND auch psychisch nicht misshandelt werden. Davon
sind wir noch meilenweit entfernt. Im Gegenteil, wenn die
gestresste Mutter im Supermarkt ihrem tobenden Kleinkind eine
auf den Hintern schlägt, bekommt sie eher nickende Zustimmung,
als wenn sie abwartet, bis das Kind sich wieder einkriegt.
Das sehe ich fast jede Woche - nachvollziehen, verstehen oder gar billigen kann ich es trotzdem nicht! Wilst Du darauf hinaus, dass Wölfe, die einfach nur mitheulen nunmal entschuldigt sind? Wenn ich nicht aus der Reihe tanzen würde (und wenn ich mir die Postings hier so ansehe, tue ich das wohl), wäre ich als Lemming geboren…
Poste doch testhalber mal bei www.eltern.de im Forum „Eltern
raten Eltern“, da outen sich dann massenhaft die Eltern…
Was hat das mit der Richtigkeit des falschen Tuns zu tun?
Ändern lässt sich diese Grundeinstellung meiner Meinung nach
nur schrittweise. Man muß den betroffenen Eltern Alternativen
aufzeigen, darf sie keinesfalls gleich niedermachen. Es sollte
selbstverständlicher sein, einer gestressten Mutter (oder
Vater) beim Einkaufen mal die Tür für den Kinderwagen
aufzuhalten, statt sie blöd anzumachen, weil das Kind im Wagen
lästig quengelt.
Wieder: Was hat das mit dem Verlust der eigenen Selbstkontrolle zu tun? Ich halte in der Regel „gehandicapten“ Leuten die Türe auf, oder biete ihnen im Bus (wenn ich denn mal Öffentliche Verkehrsmittel nutze) meinen Platz an. Da bin ich aber auch keine Ausnahme - speziell bei Jugendlichen ist mir so etwas in letzter Zeit immer häufiger aufgefallen! Wenn ich als Elternteil blöde angemacht werde, habe ich doch ein perfektes Ventil gefunden, um meine Agressionen loszuwerden - natürlich nicht, indem ich ein passendes Ziel für meine Faust gefunden habe…
Ein verständnisvolles Lächeln würde auch viel
bringen. Das gesamte Klima sollte kinderfreundlicher werden,
denn dann würde von Eltern auch etwas Druck genommen.
Erneut: Was hat das mit dem Verlust der Selbstkontrolle zu tun?!
Leider tragen Perfektionisten, die die „schlechten“ Eltern nur
anklagen, nicht viel dazu bei.
Ich nehme mal an, dass Du mich damit meinst - und wieder bleibt mir nur, Dich auf Polemik hinzuweisen!
Grüße
Guido
P.S. Wenn Du Hilfe brauchst - es gibt städtische Einrichtungen, die durchaus bereit sind, zu helfen!
Auch der Besuch eines Kampfkunstvereins hilft, Agressionen abzubauen! Nicht, dass man unbedingt lernt, sich selbst besser unter Kontrolle zu haben (ist nur bedingt der Fall) - aber man BAUT seine Agressionen ab