Beitrag auf Explosiv - gestern abend

Hallo Guido,

Ich weiß ehrlich nicht genau, was dran ist - aber ich habe mal
was gelesen von Wirbelsäulenschädigungen bei Schlägen auf das
Gesäß…

Nun, das ist sicher nicht ausgeschlossen. Aber dazu muß ich schon ausgesprochen brutal zuschlagen. Die hier zu Debatte stehenden „Klapse“ sind mit Sicherheit nicht geeignet, die Wirbelsäule zu schädigen.

Auch hier einmal die Reflektion ins Erwachsenenleben. Wenn ich
großen Mist baue, adnn komme ich in den Knast! Das hat mit
Gewaltanwendung erstmal nur sekundär etwas zu tun. Es ist die
logische Konsequenz meines Handelns (was ich zugegeben im
Gegensatz zu einem Kind WEISS!). Die Prügelstrafe würde ich
vielleicht vorziehen - sie ist schnell, schmerzhaft, aber bald
vorbei!

Bei der Reflektion ins Erwachsenenleben halte ich es für sinnvoller im zwischenmenschlichen Bereich zu bleiben (so wie unten - dort mehr) und staatliche Sanktionen auszublenden. Die müssen anderen Regeln folgen und sind in meinen Augen nicht vergleichbar.
Aber mir fällt ein anderes Beispiel dazu ein: wenn eine Frau verbal belästigt wird, nimmt es ihr doch auch Keiner übel, wenn sie als letztes Mittel dem Bedränger eine Ohrfeige gibt. Sicher, manche (viele - leg’ mich nicht fest) Frauen können solche Situationen auch verbal perfekt lösen - aber muß ich das dann auch von Jeder verlangen? Oder ist die, die sich nur noch mit einer Ohrfeige helfen konnte deswegen weniger liebenswert?

Du beantwortest Deine an mich gerichtete Frage doch selbst.
Ohne Gewalt kann ich einem Kind nicht deutlich machen, daß es
Grenzen überschritten hat.

STOPP! Wenn ich meinem Kind erkläre, dass es aufgrund seines
Verhaltens für ein oder zwei Tage nicht raus darf, sehe ich
dort keine Gewalt!

Doch, Freiheitsentzug ist eine Gewaltmaßnahme! Und wenn ein Kind verstehen kann, daß diese Gewaltmaßnahme aufgrund seines Verhaltens nötig wurde, kann es auch verstehen, daß der Gefühls- oder Gewaltausbruch nicht aus Aggresivität sondern aus Sorge und Erschrecken entstanden ist!

Mir kommt bei Deinem Vorschlag mein Neffe in den Sinn: Für ihn
ist „Stubenarrest“ eine der schlimmsten Strafen überhaupt. Er
liebt das Toben und Spielen an der frischen Luft über alles,
so daß meine Schwester einen Stubenarrest nur als allerletzte
Strafe (bislang einmal - er wird dieses Jahr 10) einsetzt.
Würde man ihn fragen bin ich mir absolut sicher, daß er einen
Klaps einem Stubenarrest vorziehen würde.

Was mich darin bestätigt, dass ein Klaps sinnlos ist!

Das verstehe ich nicht. Damit behaubtest Du doch, daß eine Strafe sinnlos wird, wenn sie im Vergleich zu einer noch härteren Bestrafung steht.
Um Dein Beispiel von oben doch noch mal aufzugreifen: Du hast nach einem Strafverfahren die Wahl zwischen einer Prügel- und einer Freiheitsstrafe. Du entscheidest Dich für die Prügelstrafe, weil es danach ausgestanden ist.
Wirst Du dann beim nächsten mal diese Straftat wieder begehen, weil Dich ja „nur“ eine Tracht Prügel erwartet?
Der Vergleich mit einer härteren Strafe macht die weniger harte doch nicht sinnlos.
Aber ich komme vom Thema ab. Diese Überlegungen setzten ja vorraus, daß körperliche Züchtigung systematisches Mittel der Erziehung wäre - das dürfen sie aber auch nach meiner Überzeugung nie sein! Deshalb stellt sich diese Alternative erst gar nicht, mich haben Deine Bemerkungen dazu aber etwas gestört.

Ein guter Freund von mir hat zum „Schutz“ vor solchen Gefahren
dauern Klapse verteilt - mit dem Erfolg, dass sein Sohn trotz
allem genau diese körperlichen Erfahrungen gemacht hat -
zusätzlich zu den Klapsen! Da spar ich mir doch lieber die
Klapse…

Völlig Richtig! Hier sind sie nicht nur sinnlos, sondern in meinen Augen auch verwerflich! Ich kann mein Kind nicht vor allen Gefahren schützen - irgendwann wird es diese Erfahrungen ja doch machen. Aber auch hier gilt: dies ist eine systematische Anwendung und die halte ich für falsch!

Jetzt noch einmal zum Erwachsenen - mit einem Beispiel, weil
es einfacher ist! Wenn ein Freund kurz davor ist, sich mit
einem Arnold-Schwarzenegger-Typen auf eine Prügelei
einzulassen - ist es dann „Gewalt“, wenn ich ihn durch
„Festhalten“ davon abhalte?
Das lässt sich sehr gut auf Kinder übertragen, finde ich.

Ja, es ist Gewalt, sogar körperliche! Aber sie ist positiv und sinnvoll! Versuche mal Deinen Freund in der Situation mit Argumenten von der Schlägerei abzuhalten…
Ich sehe, daß wir den Gewaltbegriff unterschiedlich weit fassen. Für mich ist jede Handlung gewaltsam, die jemanden unter psychischen Druck setzt, ihn einschüchtert, ihn an der Ausübung seines freien Willens hindert, die physischen Druck ausübt oder die jemanden körperlich beeinträchtigt oder schädigt.
Dies ist jedoch erst einmal eine wertfreie Definition. Gewalt ist hier nicht zwangsweise negativ zu sehen. Eine Wertung der Gewaltmaßnahme ergibt sich erst aus der konkreten Situation, aus der Art der Maßnahme und aus dem Adressaten. Ich kann nicht nur die Art der Gewaltmaßnahme beurteilen und dabei die Aspekte Adressat und konkrete Situation außen vor lassen.
Ich denke, hier liegt das Hauptproblem dieser Diskussion: Du verurteilst eine konkrete Gewaltform in absoluter Weise ohne die dazugehörigen Aspekte zu würdigen. Ich vermute zwar ernsthaft, daß Du in der Beurteilung einer konkreten Situation letztlich Deinen Absolutheitsanspruch nicht aufrechterhalten würdest (Du scheinst ja wirklich einfühlsam zu sein), aber Deine pauschale Verdammung wird hier immer wieder Widerspruch provozieren.

Das bringt mich zurück zum Beispiel Straße (ich nehme jetzt
mal das Beispiel von Userine): Beide Kinder haben körperlich
gespürt, daß sie sich falsch verhalten haben. Während der eine
dies nach einer relativ harmlosen Gewaltanwendung seiner
Mutter gelernt hat, mußte der andere die Erfahrung mit dem
Fahrzeug machen (die auch tödlich hätte enden können). Die
Frage ist jetzt zum einen ob ein Stubenarrest die gleiche
Wirkung gehabt hätte, und welche der zwei möglichen Strafen
(Arrest und Schlag) die leichter zu ertragende ist.

Beim Arrest wäre es schilcht nicht möglich gewesen, dass er
auf die Straße läuft!

Aber nur, solange der Arrest dauert…

Bei der ersten Frage bin ich sehr unsicher, da hier die Strafe
(und es ist eine erhebliche Strafe, da sie dem Kind seine
Freiheit entzieht) eben nicht mehr im direkten Zusammenhang
zum Fehlverhalten steht. Ich bezweifele, daß ein Fünfjähriger
nach ein oder zwei Tagen noch den direkten Bezug zu seinem
Fehlverhalten herstellt.

Du kannst mir glauben - mein Zwerg ist viereinhalb - sie
verstehen es! Besonders dann, wenn man ihnen das erklärt,
sprich: das Gespräch sucht!

Asche aufs Haupt - hier habe ich wirklich verquer, inkonsequent und letztlich falsch argumentiert :frowning:

Hausarrest muss nicht zwangsläufig eine Strafe sein! Wenn er
Kameraden zum Spielen empfangen kann (nur in der Wohnung!),
dann solle ein Kind einsehen können, dass da durchaus ein
Zusammenhang besteht und ich ihm nichts Böses will!

Nun, je nach Adressat kann er eben sehr wohl (auch bei „angenehmster“ Ausgestaltung) eine Strafe sein, die als nahezu unerträglich empfunden wird.

Klar gehen mir manchmal die Nerven durch! Aber ich kann mich
doch soweit kontrollieren, dass ich ein Kind nicht schlage!
Wie gesagt: Notfalls der Sandsack im Keller oder die
Wohnzimmerwand!

Ist das aber auch in jedem Fall sinnvoller? Kann nicht auch mal ein Gewitter die Luft reinigen? Wird dadurch die Agressivität des Kindes gefördert?
Diese Fragen beantworten wir wohl unterschiedlich…

Der besseren Lesbarkeit willen, habe ich hier einiges gelöscht. Meine Antwort bezieht sich aber natürlich nicht nur auf die paar Zeilen:

Spätestens wenn sie ihren „eigenen Kopf“ bekommen, wird es
schwierig, Dinge, die man selbst tut zu verbieten (aktuelles
Beispiel: Mein Sohn fragt mich JEDEN Abend, warum er schon ins
Bett muss und ich noch nicht!)!

Solange ich gute Argumente habe kann ich das meinem Kind doch auch erklären.
Genauso, wie ich einem Kind begreiflich machen kann, daß es mit seinen vier Jahren einfach aus biologischen Gründen sehr viel mehr Schlaf benötigt, begreift es auch den Unterschied zwischen dem Streit um ein Spielzeug und dem Gewaltausbruch nachdem es ein oft verbotenes und lebensgefährliches Verhalten zeigte!
Wir sind uns doch einig, daß Kinder sehr viel mehr begreifen, als manche Erwachsene ihnen offenbar zutrauen.

Euch ein schönes Wochenende (mein Sohn verlangt nach mir und die Mama braucht dringend eine Pause - außerdem wird es langsam Zeit sich ums Abendessen zu kümmern…)

Gruß Goosi

Hallo Sylvia!

Du bist zwar etwas vom Thema abgekommen, aber ich möchte Dir trotzdem antworten.
In unserem KiGa werden Elternfragen sehr ernst genommen. Wenn die sogenannten „Tür-und-Angelgespräche“ nicht ausreichen, wird ein Termin mit der Erzieherin gemacht. Dieses Gespräch findet in einer entspannten, gemütlichen Atmosphäre statt. Meistens sind die beiden Kräfte der Gruppe zugegen.
Seitdem ich selbst ein Kind habe, kann ich natürlich sehr viel besser auf die Nöte und Sorgen der Eltern eingehen - ich verstehe sie einfach besser, weil ich mich besser einfühlen kann.
Das mit der „Wochenende-Vergnügungssucht“ kann ich so eigentlich nicht bestätigen, auch nicht den diesbezüglichen Konkurenzkampf, der von Dir angesprochen wurde. Und das, obgleich der KiGa in einer „sehr gehobenen“ sozialen Gegend liegt!
Klar machen die Familien am Wochenende mehr besondere Sachen und Unternehmungen als in der Woche - sie haben ja auch mehr Zeit! Aber dss dies so ausufert, konnte ich noch nicht feststellen!
Was ich mit steigender Besorgnis sehe, ist die verplante Zeit der Kinder innerhalb der Woche! Reiten, Ballett, Judo, Schwimmkurs, Kunst- oder Musikschule… - da kommt bei einigen Kindern so viel zusammen, dass man sich fragt, wann sie mal freie Zeit zum Spielen und Träumen haben!
Mit Wertungen halte ich mich übrigens prinzipiell zurück! Mein Sohn spricht auch nicht immer auf pädagogisch einwandfreies Handeln an, und ich bin „auch nur ein Mensch“ - trotz beruflicher Qualifikation. Auch ein zweites Kind würde ich niemals schlagen wollen! Dass man auf jedes kleine Individuum anders eingehen muss, halte ich für selbstverständlich!

Grüße
Birgit

Hi Goosi!

Nun, das ist sicher nicht ausgeschlossen. Aber dazu muß ich
schon ausgesprochen brutal zuschlagen. Die hier zu Debatte
stehenden „Klapse“ sind mit Sicherheit nicht geeignet, die
Wirbelsäule zu schädigen.

…weshalb ich es ja auch etwas in Frage stellte…

Bei der Reflektion ins Erwachsenenleben halte ich es für
sinnvoller im zwischenmenschlichen Bereich zu bleiben (so wie
unten - dort mehr) und staatliche Sanktionen auszublenden. Die
müssen anderen Regeln folgen und sind in meinen Augen nicht
vergleichbar.

War vielleicht etwas unglücklich, aber etwas besseres fiel mir gerade nicht ein! Ich wollte nur den Versuch unternehmen, meine Denkweise zu verdeutlichen!

Aber mir fällt ein anderes Beispiel dazu ein: wenn eine Frau
verbal belästigt wird, nimmt es ihr doch auch Keiner übel,
wenn sie als letztes Mittel dem Bedränger eine Ohrfeige gibt.
Sicher, manche (viele - leg’ mich nicht fest) Frauen können
solche Situationen auch verbal perfekt lösen - aber muß ich
das dann auch von Jeder verlangen? Oder ist die, die sich nur
noch mit einer Ohrfeige helfen konnte deswegen weniger
liebenswert?

Touché! Nur, dass der Belästiger sich seines Tuns (im Normalfall) bewusst ist und eine solche Reaktion provoziert…

Doch, Freiheitsentzug ist eine Gewaltmaßnahme! Und wenn ein
Kind verstehen kann, daß diese Gewaltmaßnahme aufgrund seines
Verhaltens nötig wurde, kann es auch verstehen, daß der
Gefühls- oder Gewaltausbruch nicht aus Aggresivität sondern
aus Sorge und Erschrecken entstanden ist!

Einzig der konkrete Zusammenhang fehlt mir da! Wenn ich meinem Kind erklären kann, dass es nicht eaus darf, weil es sich dort nicht vernünftig den Verkehrsregeln anpasst, und ich versuche, eine solche Gefahr mit dieser Maßnahme zu verhindern, sehe ich einen Zusammenhang! Wenn mir die Hand ausrutscht, mag das aus Sorge passieren, aber der Zusammenhang fehlt mir! Das einzige, was ich hier im Endeffekt schüre, ist Angst! Und das Schlimmste, was ich mir vorstellen kann, ist, dass mein Kind Angst vor mir hat!

Was mich darin bestätigt, dass ein Klaps sinnlos ist!

Das verstehe ich nicht. Damit behaubtest Du doch, daß eine
Strafe sinnlos wird, wenn sie im Vergleich zu einer noch
härteren Bestrafung steht.
Um Dein Beispiel von oben doch noch mal aufzugreifen: Du hast
nach einem Strafverfahren die Wahl zwischen einer Prügel- und
einer Freiheitsstrafe. Du entscheidest Dich für die
Prügelstrafe, weil es danach ausgestanden ist.
Wirst Du dann beim nächsten mal diese Straftat wieder begehen,
weil Dich ja „nur“ eine Tracht Prügel erwartet?
Der Vergleich mit einer härteren Strafe macht die weniger
harte doch nicht sinnlos.
Aber ich komme vom Thema ab. Diese Überlegungen setzten ja
vorraus, daß körperliche Züchtigung systematisches Mittel der
Erziehung wäre - das dürfen sie aber auch nach meiner
Überzeugung nie sein!

Genau an diesem Punkt erübrigt sich eine Antwort meinerseits…

Mein Gedankengang war: Bei einer Tracht Prügel hätte ich zwar Angst, würde mit der Zeit aber abstumpfen! Wenn man es mir für eine gewisse Zeit (durch Einsperren) die Möglichkeit nähme, Mist zu bauen, wäre ich lernbereit! Wobei ich hier noch einmal für Kindererziehung anmerken möchte: Bitte keine Strafen, sondern Konsequenzen!

Deshalb stellt sich diese Alternative
erst gar nicht, mich haben Deine Bemerkungen dazu aber etwas
gestört.

Zugegeben - es war ein wenig unglücklich!

Jetzt noch einmal zum Erwachsenen - mit einem Beispiel, weil
es einfacher ist! Wenn ein Freund kurz davor ist, sich mit
einem Arnold-Schwarzenegger-Typen auf eine Prügelei
einzulassen - ist es dann „Gewalt“, wenn ich ihn durch
„Festhalten“ davon abhalte?
Das lässt sich sehr gut auf Kinder übertragen, finde ich.

Ja, es ist Gewalt, sogar körperliche! Aber sie ist positiv und
sinnvoll! Versuche mal Deinen Freund in der Situation mit
Argumenten von der Schlägerei abzuhalten…
Ich sehe, daß wir den Gewaltbegriff unterschiedlich weit
fassen. Für mich ist jede Handlung gewaltsam, die jemanden
unter psychischen Druck setzt, ihn einschüchtert, ihn an der
Ausübung seines freien Willens hindert, die physischen Druck
ausübt oder die jemanden körperlich beeinträchtigt oder
schädigt.

Da unterscheidet sich unsere Definition! Ich sehe Gewalt als körperliche (oder seelische) Anwendung von Kraft, die zur Folge hat, dass der passive Teil körperliche oder seelische Schmerzen davon trägt…
Wenn ich meinen Freund durch festhalten davon abhalte, einen Schaden zu nehmen, wende ich zwar auch Kraft an - allerdings keine Gewalt!

Aber eigentlich sind wir da einer Meinung - nur dass Du zwischen positiver und negativer Gewalt unterscheidest!

Dies ist jedoch erst einmal eine wertfreie Definition. Gewalt
ist hier nicht zwangsweise negativ zu sehen. Eine Wertung der
Gewaltmaßnahme ergibt sich erst aus der konkreten Situation,
aus der Art der Maßnahme und aus dem Adressaten. Ich kann
nicht nur die Art der Gewaltmaßnahme beurteilen und dabei die
Aspekte Adressat und konkrete Situation außen vor lassen.
Ich denke, hier liegt das Hauptproblem dieser Diskussion: Du
verurteilst eine konkrete Gewaltform in absoluter Weise ohne
die dazugehörigen Aspekte zu würdigen. Ich vermute zwar
ernsthaft, daß Du in der Beurteilung einer konkreten Situation
letztlich Deinen Absolutheitsanspruch nicht aufrechterhalten
würdest

Im Falle von Kindern schon!

(Du scheinst ja wirklich einfühlsam zu sein)

Danke! Ich tue mein bestes

, aber
Deine pauschale Verdammung wird hier immer wieder Widerspruch
provozieren.

Das habe ich gemerkt! Leider reagiert nicht jeder hier so sachlich wie Du!

Beim Arrest wäre es schilcht nicht möglich gewesen, dass er
auf die Straße läuft!

Aber nur, solange der Arrest dauert…

Aber gehört es denn da nicht zu meinen Pflichten, meinem Kind „hinterherzuspionieren“, um zu kontrollieren, ob es was gebracht hat?

Du kannst mir glauben - mein Zwerg ist viereinhalb - sie
verstehen es! Besonders dann, wenn man ihnen das erklärt,
sprich: das Gespräch sucht!

Asche aufs Haupt - hier habe ich wirklich verquer,
inkonsequent und letztlich falsch argumentiert :frowning:

Schon ok!

Nun, je nach Adressat kann er eben sehr wohl (auch bei
„angenehmster“ Ausgestaltung) eine Strafe sein, die als nahezu
unerträglich empfunden wird.

Wie gesagt: REDEN hilft hier! Und wenn es unerträglich ist (muss ja nicht über Wochen gehen), dann wird mein Kind daraus lernen!N Und ein Zusammenhang ist da!

Ist das aber auch in jedem Fall sinnvoller? Kann nicht auch
mal ein Gewitter die Luft reinigen? Wird dadurch die
Agressivität des Kindes gefördert?
Diese Fragen beantworten wir wohl unterschiedlich…

Ich weiß es nicht! Ich sehe in meinem Bekanntenkreis, dass die Kinder, welche geschlagen werden nicht besser erzogen sind als mein Sohn! Und insofern gibt mir mein Prinzip, nicht zu schlagen, Recht!

Solange ich gute Argumente habe kann ich das meinem Kind doch
auch erklären.

Mal ehrlich: Ist es ein Argument zu sagen: Weil ich schon groß bin und nicht so viel Schlaf brauche?! Letztendlich bekomme ich meinen Zwerg immer ins Bett - mit 10-minütiger Verspätung - aber ein sinnvolles Argument fehlt mir noch!

Genauso, wie ich einem Kind begreiflich machen kann, daß es
mit seinen vier Jahren einfach aus biologischen Gründen sehr
viel mehr Schlaf benötigt, begreift es auch den Unterschied
zwischen dem Streit um ein Spielzeug und dem Gewaltausbruch
nachdem es ein oft verbotenes und lebensgefährliches Verhalten
zeigte!
Wir sind uns doch einig, daß Kinder sehr viel mehr begreifen,
als manche Erwachsene ihnen offenbar zutrauen.

Spätestens nach dem 25. „WARUM?“ wirst Du das in Frage stellen (obwohl Du genau weißt, DASS sie verstanden haben!) :wink:

Euch ein schönes Wochenende (mein Sohn verlangt nach mir und
die Mama braucht dringend eine Pause - außerdem wird es
langsam Zeit sich ums Abendessen zu kümmern…)

Ebenso! Ich muss jetzt mit meinem Sohn - er sitzt in der Wanne - Schiffe versenken spielen!

Liebe Grüße
Guido

Hallo Guido,

Beim Arrest wäre es schilcht nicht möglich gewesen, dass er
auf die Straße läuft!

Das ist richtig! Während des Arrestes nicht, aber anschließend immer und immer wieder. Wie oft haben die Beiden deswegen Hausarrest bekommen und es hat nichts, rein garnichts bewirkt. Sie haben anschließend lustig weiter gemacht. Beide waren zu dem Zeitpunkt neun Jahre alt und hätten unsere Erklärungen verstehen müssen. Aber sie wollten es einfach nicht begreifen - ganz im Gegenteil, sie fanden es toll und mutig!

Ich fand die Klapse auch nicht toll, aber im Nachhinein betrachtet haben sie meinem Sohn vielleicht das Leben gerettet und das allein finde ich wichtig uns somit auch vertretbar.

Hausarrest muss nicht zwangsläufig eine Strafe sein! Wenn er
Kameraden zum Spielen empfangen kann (nur in der Wohnung!),
dann solle ein Kind einsehen können, dass da durchaus ein
Zusammenhang besteht und ich ihm nichts Böses will!

Wenn man Hausarrest „verabreicht“, dann sollte dies eine wirkliche Strafe sein. Und es ist wohl kaum eine Strafe, wenn die Freunde ins Haus kommen dürfen und sie sich eben im Haus vergnügen.
Wenn man straft, dann konsequent. Denn alles andere macht den Erwachsenen vor den Augen der Kinder unglaubwürdig und es gibt keine lächerlichere Figur, als einen unglaubwürdigen Erwachsenen (bitte nicht persönlich nehmen, ich beziehe das nicht auf dich).

Was Kindererziehung anbelangt, so wird es nie „die Eine“ Methode geben, wie man erziehen sollte. Manche Eltern haben Nerven wie Drahtseile, andere setzen die Grenzen eng.
Jede Generation hat ihre Art zu Erziehen und die kommenden Generationen werden auch ihre eigenen Erziehungsmethoden haben.
Wichtig ist, dass man sein Kind liebt, dass man Zeit hat, dass man zuhört, dass man mit ihm und nicht neben ihm lebt.

Liebe Grüße

Userine

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Hallo Guido,

Fällt Dir nix Besseres ein, als jetzt absolut billig polemisch
zu werden? Ich habe nie von meiner Unfehlbarkeit geredet!

Du hast gesagt, Du würdest NIE Dein Kind schlagen. Ich habe das übrigens auch einmal gesagt und weitestgehend eingehalten, auch wenn ich in Deinen Augen eine schlagende Mutter bin, die Hilfe braucht. DU bist ein Vater, der auf deutlich weniger eigene Erfahrung zurückblicken kann. Es wird sicher noch genügend Situationen geben, in denen Deine Erziehungsgrundsätze - das beschränke ich jetzt nicht auf Schlagen oder nicht Schlagen - ins Wanken kommen werden.

Ich habe gewisse Probleme mit diesem kategorischen NIE. Ich würde NIE morden, aber - wenn jemand meine Kinder angreifen würde und ich hätte eine Waffe… ? Es gab damals, als Kriegsdienstverweigerer noch mit strengsten Prüfungen auf ihre Friedfertigkeit geprüft wurden, ganz schön heftige Fragen im Prüfungskatalog.

Abgesehen
davon, dass es da so ein anscheinend völlig irrelevantes
Gesetz gibt…

In meinem ersten Posting habe ich auf dieses Gesetz hingewiesen…

Aber: Wer Hilfe sucht (ernsthaft!), wird sie auch finden!

Aber er wird sich abschrecken lassen, wenn er gleich Ablehnung und Verurteilung für bisher geschehenes erlebt.

Wer
einmal schlägt, schlägt immer wieder – so sagst Du. Wer als
schlagender Elternteil dies glaubt, sieht ja kein Land mehr.

Ich greife Dich jetzt ganz bewusst persönlich an: Du gibst
selbst zu, dass es Dir dreimal passiert ist! Nicht einmal -
dreimal!

Dreimal in sieben Jahren - das beweist ja wohl klar, dass ich Klapse nicht als Erziehungsmittel anwende. Ich habe ja wohl auch deutlich gemacht, dass es sich jeweils um extreme Situationen handelte.

Es ist absolut unmöglich, sich vorher zu überlegen, ob man die
Nerven für Kinder hat.

Das halte ich für eine absolut unbewiesene Theorie! Natürlich
kann man sich VORHER Gedanken machen! Ich gebe Dir Recht, wenn
Du sagt, es sei unmöglich, alles vorherzusehen! Aber
wer gedankenlos Kinder in die Welt setzt, handelt imho
verantwortungslos.

Das sehe ich anders. Natürlich sollte man sich vorher viele Gedanken machen, aber man weiß einfach vorher nie, in was für Situationen man mit Kindern kommt.

Niemand kann sich als Kinderloser das
Leben mit Nachwuchs vorstellen.

Ich glaube, Du unterschätzt das Vorstellungsvermögen unserer
Spezies!

Dann wußtest Du schon vor der Zeugung, wie das Leben mit Kindern ist ? Das wage ich zu bezweifeln.

Wie bitte schafft es ein Zweijähriger, sich in Lebensgefahr zu
bringen? Nicht, dass ich das prinzipiell für unmöglich halte -
ich suche hier nur ein wenig das Verantwortungsbewusstsein der
Eltern!

Beispiele: Er überwindet die Steckdosensicherung im Bad, steckt den Föhn ein und macht den Wasserhahn auf. Natürlich wissen wir das jetzt und haben den Föhn unerreichbar untergebracht, aber vorher kommt man ja nun eher nicht auf diese Idee.

Oder: Er schnallt sich im Auto ab, während ich den Schulranzen der Großen aus dem Kofferraum hole, steigt über die Fahrerseite, wo es eben keine Kindersicherung gibt, aus dem Auto - richtig, direkt auf die Fahrbahn.

In beiden Fällen wurde er nicht gehauen, es ging mir nur um die Unberechenbarkeit von Situationen.

!

Du schreibst, dass Du berufstätig bist. Somit hast Du ungefähr
8 Stunden am Tag kinderfrei. Das ist nicht vergleichbar mit
einer Rund-um-die-Uhr-Versorgung, da kann man(n) sehr viel
leichter ruhig blieben.

Ist das so? Ich sehe das etwas anders! Gehen Deine Kinder
nicht in den Kindergarten oder in die Schule? Wie ich aus
Deinem Antwortposting auf meine Frau gelesen habe, ist das
doch sehr wohl der Fall! Was erzählst Du also von
24/7-Versorgung?

Mein Jüngster geht noch nicht in den Kindergarten, ich habe tatsächlich seit 7 Jahren mindestens ein Kleinkind zu versorgen, ohne Oma übrigens. Das mache ich gerne, aber es kostet sehr viel Kraft, vor allem, da ich fast nie Abstand habe. So geht es vielen Eltern. Das ist nicht vergleichbar mit der Situation als Feierabendpapa.

Ist Dir schon mal der Gedanke gekommen, dass eine
Dreifach-Belastung (Vater, Beruf, Schule - abends, nachdem der
Kleine im Bett ist) nur bedingt stressfrei ist? Nicht, dass
ich meine Vaterrolle als Belastung sehe - anstrengend ist sie
dennoch!

Das weiß ich wohl, sie ist nur anders.

Auch halte ich es für völlig falsch, das Schlagen, Klapsen,
Ohrfeigen von Kindern in den Zusammenhang der „Kreise“, in
denen man sich bewegt, zu stellen. Meine klapsende Freundin
und ihr Mann sind Akademiker, sie sehen, genauso wie ich,
keine Sendungen wie „Explosiv“.

Sorry, ist ein wenig off topic: Was bitte hat das Anschauen
von Fernsehsendungen mit dem erzieherischen Verhalten einer
Person zu tun? Wo bitte ist da ein Zusammenhang?

Es gab in einer anderen Antwort die Aussage, in „unseren“ Kreisen ist dies nicht üblich.

Dafür aber haben sie sehr hohe
Erwartungen an perfekte Manieren, so dass ein umgefallener
Becher beim Essen gleich großen Ärger gibt.

What for? Es gibt doch Lappen, Wasser und Reinigungsmittel!

Sage ich auch immer.

Mein Ideal ist eine Welt, in der Kinder überhaupt nicht
geschlagen UND auch psychisch nicht misshandelt werden. Davon
sind wir noch meilenweit entfernt. Im Gegenteil, wenn die
gestresste Mutter im Supermarkt ihrem tobenden Kleinkind eine
auf den Hintern schlägt, bekommt sie eher nickende Zustimmung,
als wenn sie abwartet, bis das Kind sich wieder einkriegt.

Das sehe ich fast jede Woche - nachvollziehen, verstehen oder
gar billigen kann ich es trotzdem nicht!

Ich billige es in keinster Weise, ich möchte nur aufzeigen, dass eine Änderung der Verhältnisse umso schwerer ist, als dass Schlagen noch immer kein gesellschaftliches Tabu ist.

Poste doch testhalber mal bei www.eltern.de im Forum „Eltern
raten Eltern“, da outen sich dann massenhaft die Eltern…

Was hat das mit der Richtigkeit des falschen Tuns zu tun?

Ich habe nirgendwo behauptet, dass das richtig ist, es bezog sich auf die herrschenden Verhältnisse.

Ändern lässt sich diese Grundeinstellung meiner Meinung nach
nur schrittweise. Man muß den betroffenen Eltern Alternativen
aufzeigen, darf sie keinesfalls gleich niedermachen. Es sollte
selbstverständlicher sein, einer gestressten Mutter (oder
Vater) beim Einkaufen mal die Tür für den Kinderwagen
aufzuhalten, statt sie blöd anzumachen, weil das Kind im Wagen
lästig quengelt.

Wieder: Was hat das mit dem Verlust der eigenen
Selbstkontrolle zu tun?

Das ist Vorbeugung ! Besagte Mutter aus dem Beispiel bekommt positive Rückenmeldung, ist weniger genervt, wird also potentiell nicht schlagen. Mault sie jemand wegen des quengelnden Kindes an, steigt ihr Stress und somit die Gefahr der ausrutschenden Hand (die ja anerkannt ist - siehe oben) noch mehr.

Wenn
ich als Elternteil blöde angemacht werde, habe ich doch ein
perfektes Ventil gefunden, um meine Agressionen loszuwerden -
natürlich nicht, indem ich ein passendes Ziel für meine Faust
gefunden habe…

Faust ? Du wirst polemisch…

Ein verständnisvolles Lächeln würde auch viel
bringen. Das gesamte Klima sollte kinderfreundlicher werden,
denn dann würde von Eltern auch etwas Druck genommen.

Erneut: Was hat das mit dem Verlust der Selbstkontrolle zu
tun?!

Das habe ich oben erläutert.

P.S. Wenn Du Hilfe brauchst - es gibt städtische
Einrichtungen, die durchaus bereit sind, zu helfen!

Danke, ich brauche ganz sicher keine Hilfe. Du vielleicht - wenn Du irgendwann mit Deiner speziellen Art bei Deinem Kind nicht mehr weiterkommst - und das bezieht sich jetzt keineswegs auf das Thema Schlagen.

Gruß, Sylvia

2 „Gefällt mir“

Ich halte STRAFEN an Kinder für überflüssig!
Hi!

Das ist richtig! Während des Arrestes nicht, aber
anschließend immer und immer wieder. Wie oft haben die Beiden
deswegen Hausarrest bekommen und es hat nichts, rein
garnichts bewirkt. Sie haben anschließend lustig weiter
gemacht. Beide waren zu dem Zeitpunkt neun Jahre alt und
hätten unsere Erklärungen verstehen müssen. Aber sie wollten
es einfach nicht begreifen - ganz im Gegenteil, sie fanden es
toll und mutig!

Dazu habe ich zwei Postings weiter unten Stellung genommen!

Ich fand die Klapse auch nicht toll, aber im Nachhinein
betrachtet haben sie meinem Sohn vielleicht das Leben gerettet
und das allein finde ich wichtig uns somit auch vertretbar.

Schön, dass Du schreibst: Vielleicht! Vielleicht aber auch nicht?! Vielleicht waren es nicht die Klapse?

Wenn man Hausarrest „verabreicht“, dann sollte dies eine
wirkliche Strafe sein. Und es ist wohl kaum eine Strafe, wenn
die Freunde ins Haus kommen dürfen und sie sich eben im Haus
vergnügen.
Wenn man straft, dann konsequent. Denn alles andere macht den
Erwachsenen vor den Augen der Kinder unglaubwürdig und es gibt
keine lächerlichere Figur, als einen unglaubwürdigen
Erwachsenen (bitte nicht persönlich nehmen, ich beziehe das
nicht auf dich).

Entschuldige bitte, aber ich strafe nicht! NIE! Ich zeige meinem Kind Kosequenzen, wenn er Grenzen, die er kennt überschreitet!

Vielleicht zur Verdeutlichung: Er rennt auf die Straße, und ich gebe ihm Fernsehverbot. Das wäre ein Strafe, weil absolut kein Zusammenhang mit seinem Fehlverhalten besteht!
Stecke ich ihn für ein paar Tage in sein Zimmer, dann kann ich ihm schon einen Zusammenhabng erklären!

Was Kindererziehung anbelangt, so wird es nie „die Eine“
Methode geben, wie man erziehen sollte. Manche Eltern haben
Nerven wie Drahtseile, andere setzen die Grenzen eng.
Jede Generation hat ihre Art zu Erziehen und die kommenden
Generationen werden auch ihre eigenen Erziehungsmethoden
haben.

Es gibt Erziehungsmethoden und Züchtigungsmethoden! Vom ersten halte ich viel, vom zweiten nichts! Mir konnte immer noch niemand hier EIN Argument FÜR körperliche Gewalt geben - und damit habe ich ein echtes Problem! Ich sehe im Erfolg der Erziehung (in meinem erweiterten Bekanntenkreis) tatsächlich keine positive Differenz im Verhalten der Kinder, die geschlagen weden und meinem Sohn! Und mein Sohn ist alles andere als einfach und leicht zu handeln, das kannst Du mir glauben! Und solange ich dort keinen Nachteil sehe, kann ich nicht nachvollziehen, warum jemand seine Kinder schlägt - DOCH: In der Tat ist es der einfachere Weg (für die Eltern!).

Wichtig ist, dass man sein Kind liebt, dass man Zeit hat, dass
man zuhört, dass man mit ihm und nicht neben ihm lebt.

Da gehe ich mit Dir konform! Nur kann ich nicht nachvollziehen, dass man züchtigt und von Liebe spricht!

Wenn mir hier jemand EIN Argument bringen kann (Rolf hat es im Ansatz getan), dann bin ich vielleicht bereit, mein Denken zu überarbeiten! Aber solange das nicht der Fall ist, bleibt für mich jeder, der ein Kind schlägt, ein potenziell Krimineller - sorry!

Liebe Grüße
Guido

Hallo Guido,

weisst du, eine straffreie Erziehung hatten wir schon einmal. Damals nannte man diese Erziehung Antiautoritär. Diese hat sich später als denkbar ungeeignet herausgestellt.

Es ist Schade, dass du jeden Klapser als Kriminellen abstempelst. Vielleicht solltest du dir den Unterschied zwischen einem Klaps und einem Schlag mal durch den Kopf gehen lassen.

Die meisten in dieser Diskussion haben zugegeben, dass man schon einmal geklapst hat und dass sie das im nachhinein nicht für gut empfanden. Diese Menschen empfinde ich als offen und lernfähig, denn nur wer „verzeihbare“ Fehler begeht hat die Möglichkeit dazuzulernen. Du hingegen verurteilst jeden Einzelnen, stellst dich ohne Fehler oder Makel dar und das macht dich verbohrt.

Ich wünsche dir, dass dir dein Kind niemals Probleme bereitet, denen du ohne Strafe unmöglich beikommen kannst (und davon gibt es eine Unmenge!). Ich wünsche dir, dass dir niemals ein Erziehungsfehler unterläuft, der nicht in dein Denken passt und vor allem wünsche ich dir, dass du deine Hand behälst.

Ich möchte hier keine Endlosdebatte führen, aber wir können eine weitere Debatte gerne per Mail austragen.

Liebe Grüße

Userine

3 „Gefällt mir“

Hallo Sylvia!!

Du hast gesagt, Du würdest NIE Dein Kind schlagen. Ich habe
das übrigens auch einmal gesagt und weitestgehend eingehalten,
auch wenn ich in Deinen Augen eine schlagende Mutter bin, die
Hilfe braucht.

Das habe ich nicht behauptet! Du hast angefangen von Hilfe zu reden! Ich bin eher der Meinung, Deine Kinder brauchen Hilfe, da Du Dich hier dauernd für Deine körperlichen Angriffe rechtfertigst!

DU bist ein Vater, der auf deutlich weniger
eigene Erfahrung zurückblicken kann. Es wird sicher noch
genügend Situationen geben, in denen Deine
Erziehungsgrundsätze - das beschränke ich jetzt nicht auf
Schlagen oder nicht Schlagen - ins Wanken kommen werden.

Polemik an
Schön, dass Du mit hellseherischen Fähigkeiten gesegnet bist
Polemik aus

Ernsthaft: Man kann sich durchaus frei von Agressionen machen! Meditation oder autogenes Training sollen sehr hilfreich sein für Personen, die es anders nicht können!

Ich habe gewisse Probleme mit diesem kategorischen NIE. Ich
würde NIE morden, aber - wenn jemand meine Kinder angreifen
würde und ich hätte eine Waffe… ?

Ich habe NIE gesagt, dass ich nicht morden würde - wobei ein Mord die Planung der Tat ein- und den Affekt ausschließt, aber das ist ein anderes Thema!

Es gab damals, als
Kriegsdienstverweigerer noch mit strengsten Prüfungen auf ihre
Friedfertigkeit geprüft wurden, ganz schön heftige Fragen im
Prüfungskatalog.

Ich kenne diesen Katalog - ich wurde 1987 abgelehnt!

In meinem ersten Posting habe ich auf dieses Gesetz
hingewiesen…

Ich habe es mitbekommen - hier wurde ich ein wenig polemisch! Ich finde es nur befremdlich, dass das irgendwie fast jedem egal zu sein scheint!

Aber er wird sich abschrecken lassen, wenn er gleich Ablehnung
und Verurteilung für bisher geschehenes erlebt.

Moment! ICH bin nicht für derartige Hilfe verantwortlich! Mir fehlt die entsprehende Ausbildung, und - ja - mir würde das Verständnis fehlen! Aber wer sich an fachkundige Helfer wendet, wird vermutlich NICHT niedergemacht!

Dreimal in sieben Jahren - das beweist ja wohl klar, dass ich
Klapse nicht als Erziehungsmittel anwende.

Für mich beweist es, dass Du - verzeihe mir das Wort, mir fällt gerade kein besseres ein - ein Wiederholungstäter bist!
Ich verstehe nicht, dass Du mehr als ein Kind bekommen konntest, nachdem Du offensichtlich gemerkt hast, dass Dir - wenn auch nur in Extremsituationen - die nötigen Nerven fehlen!

Ich habe ja wohl
auch deutlich gemacht, dass es sich jeweils um extreme
Situationen handelte.

Keine Situation kann so extrem sein!

Dann wußtest Du schon vor der Zeugung, wie das Leben mit
Kindern ist ? Das wage ich zu bezweifeln.

Natürlich nicht! Aber ich habe mich sehr wohl mit etlichen Eltern unterhalten, Informationen gesammelt, ausgewertet und mir einige Jahre überlegt, ob ich reif genug für ein Kind bin!

Beispiele: Er überwindet die Steckdosensicherung im Bad,
steckt den Föhn ein und macht den Wasserhahn auf. Natürlich
wissen wir das jetzt und haben den Föhn unerreichbar
untergebracht, aber vorher kommt man ja nun eher nicht auf
diese Idee.

Schön, dass Du das anmerkt! Was hat ein Zweijähriger alleine im Bad an einer unzureichen gesicherten Steckdose mit einem Fön zu suchen? NATÜRLICH kommt man vorher auf solche Ideen!!! Entschuldige, aber selbst wenn die Steckdose und der Fön nicht gewesen wären - schon mal daran gedacht, dass ein Kind auch in einer Toilette ertrinken könnte?

Oder: Er schnallt sich im Auto ab, während ich den Schulranzen
der Großen aus dem Kofferraum hole, steigt über die
Fahrerseite, wo es eben keine Kindersicherung gibt, aus dem
Auto - richtig, direkt auf die Fahrbahn.

Wie bitte kann er sich abschnallen? Dafür gibt es für ein paar Mark, sorry Euro Sicherungen!

In beiden Fällen wurde er nicht gehauen, es ging mir nur um
die Unberechenbarkeit von Situationen.

Wäre ja auch noch schöner: Ich schlage mein Kind für den Mist den ich gebaut habe!

Mein Jüngster geht noch nicht in den Kindergarten, ich habe
tatsächlich seit 7 Jahren mindestens ein Kleinkind zu
versorgen, ohne Oma übrigens. Das mache ich gerne, aber es
kostet sehr viel Kraft, vor allem, da ich fast nie Abstand
habe. So geht es vielen Eltern. Das ist nicht vergleichbar mit
der Situation als Feierabendpapa.

Hey, da fällt mir meine Frau ein! Die hat auch den ganzen Tag mit unserem Zwerg - hat sie ihn nicht, dann hat sie 25 andere Kinder, ohne dass sie ihn jemals geschlagen hätte! Und soll ich Dir etwas sagen? Ich beneide sie darum!
Nur: Nochmal meine Frage: Wenn Dich das sooo sehr stresst, warum hast Du dann noch ein zweites und drittes Kind?!

Das weiß ich wohl, sie ist nur anders.

Woher möchtest Du als Fulltime-Mutter das wissen?

Es gab in einer anderen Antwort die Aussage, in „unseren“
Kreisen ist dies nicht üblich.

Mag ja sein - aber nicht von mir!

What for? Es gibt doch Lappen, Wasser und Reinigungsmittel!

Sage ich auch immer.

Hey - wir sind mal einer Meinung :wink:

Ich billige es in keinster Weise, ich möchte nur aufzeigen,
dass eine Änderung der Verhältnisse umso schwerer ist, als
dass Schlagen noch immer kein gesellschaftliches Tabu ist.

Wie sollte es auch zum Tabu werden, wenn anscheinend fast alle ihre Kids schlagen und das alles dann auch noch verniedlichen?

Ohne mich jetzt zu beweihräuchern (bin eh nicht mehr gläubig): Wenn ein paar Leute mehr meine Meinung in dieser Konsequenz vertreten würden - ohne dieses dauernde „Ja, aber“ - gäbe es vielleicht eine CHance dafür! Oder wenn unser Gesetzgeber endlich mal vernünftige Strafen erlassen würde…

Ich habe nirgendwo behauptet, dass das richtig ist, es bezog
sich auf die herrschenden Verhältnisse.

Sei mir nicht böse, aber das alles klingt so unglaublich nach Rechtfertigung…

Das ist Vorbeugung ! Besagte Mutter aus dem Beispiel bekommt
positive Rückenmeldung, ist weniger genervt, wird also
potentiell nicht schlagen. Mault sie jemand wegen des
quengelnden Kindes an, steigt ihr Stress und somit die Gefahr
der ausrutschenden Hand (die ja anerkannt ist - siehe oben)
noch mehr.

Und wenn sie keine Mutter ist, trotzdem im Dauerstress, und sie wird von jemandem angerempelt, wobei ihr die Einkaufstüte aus der Hand fällt, sie den ganzen Ausgang blockiert, deshalb angemault wird…wen schlägt sie dann? Natürlich nur potenziell…
Auch das mag polemisch klingen, ist aber absolut ernsthaft gemeint!

Faust ? Du wirst polemisch…

Was ist daran polemisch, wenn ich körperliche Gewalt einfach mal ausklammer?

Danke, ich brauche ganz sicher keine Hilfe. Du vielleicht -
wenn Du irgendwann mit Deiner speziellen Art bei Deinem Kind
nicht mehr weiterkommst - und das bezieht sich jetzt
keineswegs auf das Thema Schlagen.

Schön, dass Du Dir um meine Zukunft Sorgen machst! Nur habe ich mein Kind bislang nicht geschlagen und ich WERDE es nicht tun! So einfach ist das! Ich habe keine Ahnung wo ich hier igendwann meine „spezielle Art“ (was immer Du damit meinst) mal erläutert habe…
Wäre nett, wenn Du mal den Vorhang lüften würdest und sagst, was Du hier speziell denkst!

Ich finde es angenehm, wenn mein Sohn mich fragt: „Papa! Was ist denn Arsch vollhauen?“ (tatsächlich mal geschehen)
Und ich sehe auch nach Deinem jetzigen Posting keinerlei Argument, dass einen Schlag rechtfertigt - allenfalls Rechtfertigungsversuche, was mich in meiner Überzeugung nur bestätigt!

Liebe Grüße
Guido

Keine Strafen! Aber Konsequenzen!
Hallo Userine!

weisst du, eine straffreie Erziehung hatten wir schon einmal.
Damals nannte man diese Erziehung Antiautoritär. Diese hat
sich später als denkbar ungeeignet herausgestellt.

Falsch! Antiautoritär heißt ohne Konsequenz! Ich habe mehrfach versucht, den Unterschied zwischen Strafe und Konsequenz zu erklären!

Es ist Schade, dass du jeden Klapser als Kriminellen
abstempelst. Vielleicht solltest du dir den Unterschied
zwischen einem Klaps und einem Schlag mal durch den Kopf gehen
lassen.

De facto IST es so! Wer sein Kind schlägt, begeht eine Straftat!
Ich weiß sehr wohl den Unterschied zwischen Schlag und Klaps einzuordnen! Aber stelle Dir mal folgende Situation vor: Eine Kante von 2,60 gibt Dir das, was er als Klaps bezeichnet!
Mir hat mal ein Schwergewichtsboxer freundlich auf die Schulter geklopft - ich dachte, die wäre ernsthaft beschädigt…

Die meisten in dieser Diskussion haben zugegeben, dass man
schon einmal geklapst hat und dass sie das im nachhinein nicht
für gut empfanden. Diese Menschen empfinde ich als offen und
lernfähig, denn nur wer „verzeihbare“ Fehler begeht hat die
Möglichkeit dazuzulernen.

Merkwürdig ist nur, dass alle das MEHR als nur einmal getan haben! So weit kann es mit der „Lernfähigkeit“ also nicht sein!

Du hingegen verurteilst jeden
Einzelnen

Nochmal: Wenn jemand sich nach einem ersten Ausrutscher ändert, bleibt mir nichts anderes, als den Versuch zu unternehmen, dies zu akzeptieren!

, stellst dich ohne Fehler oder Makel dar und das
macht dich verbohrt.

Das tue ich nicht! In keinem Posting, in keinem Absatz, in keinem Satz und in keinem Wort! Ich sage lediglich, dass ich mein Kind nicht schlagen werde! Und ich begreife nicht, dass ich dafür stelenweise angegriffen werde! Wenn es den Leuten nicht möglich ist, sich seelisch derart auszugleichen und ein Gleichgewicht zu finden, warum halten diese Leute das für generell unmöglich?

Ich wünsche dir, dass dir dein Kind niemals Probleme bereitet,
denen du ohne Strafe unmöglich beikommen kannst (und davon
gibt es eine Unmenge!).

Nochmals: Ich strafe nicht, aber mein Kind muss mit erklärbaren Konsequenzen leben! Es mag sein, dass da vielen Leuten der Intellekt fehlt, dies zu unterscheiden, aber das ist nicht mein Problem!

Ich wünsche dir, dass dir niemals ein
Erziehungsfehler unterläuft, der nicht in dein Denken passt

Mir SIND schon einige Fehler unterlaufen, die (eigentlich) nicht in mein Denken passen. Wo bitte ist das Problem, diese Fehler danach abzustellen?

und vor allem wünsche ich dir, dass du deine Hand behälst.

Danke, aber da mache ich mir keine Sorgen!

Ich möchte hier keine Endlosdebatte führen, aber wir können
eine weitere Debatte gerne per Mail austragen.

Dann bekämen es die anderen ja nicht mehr mit!

Dass ich so eine extreme Einstellung habe mag daran liegen, dass mir einmal einer erwachsenen Person gegenüber nicht nur die Hand ausgerutscht ist, und ich heute noch meinen Tribut dafür zolle. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich im Recht war! Ebenso WEISS ich aber, dass der Weg ein eindeutig falscher war!
Ich habe damals gemerkt, was es heißt, die Kontrolle zu verlieren (und zwar gänzlich). Meine Angst davor, dass es noch einmal geschehen könnte, hat nicht nur meine Denkweise geändert.

Liebe Grüße
Guido

Hallo Guido,

Falsch! Antiautoritär heißt ohne Konsequenz! Ich habe mehrfach
versucht, den Unterschied zwischen Strafe und Konsequenz zu
erklären!

Nein, keineswegs falsch. Antiautoritär = autoritäre Normen ablehnend! Diese Erziehungsmethode schloss Strafen und Konsequenzen für nicht richtiges Tun/Verhalten aus. Eltern die diese Erziehungsmethode praktizierten, redeten sich den Mund an ihren Kindern fusselig. Das Ergebnis waren Kinder ohne jegwelche Erziehung, die häufig als Erwachsene therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen mussten, da sie mit den gesellschaftlichen Normen nicht klar kamen und sie von der Gesellschaft abgelehnt wurden!

De facto IST es so! Wer sein Kind schlägt, begeht eine
Straftat!

Und wer sein Kind totredet, ist nicht viel besser.
Tut mir leid, aber wenn ich Szenen beobachte, wie Eltern mit ihren brüllenden Kindern durch die Regale ziehen, sich von ihren Kindern schlagen und an den Haaren ziehen lassen, Kinder die ihren Eltern Ausdrücke an den Kopf werfen, in ihren Wutanfällen nach anderen Leuten treten, nicht selten sogar Dinge beschädigen und die Eltern reden, reden und reden, ohne Erfolg, da kommt mir dann die Galle hoch!
Wenn mein Kind Mist baut, sich übelst benimmt, Verbote oder Regeln ignoriert, dann soll es von vorne herein wissen, dass sein Verhalten Konsequenzen „nämlich eine Strafe“ nach sich zieht.
Alles andere ist kalter Kaffee und hat mit Konsequenzen nichts mehr zu tun!

Ich weiß sehr wohl den Unterschied zwischen Schlag und Klaps
einzuordnen! Aber stelle Dir mal folgende Situation vor: Eine
Kante von 2,60 gibt Dir das, was er als Klaps bezeichnet!
Mir hat mal ein Schwergewichtsboxer freundlich auf die
Schulter geklopft - ich dachte, die wäre ernsthaft
beschädigt…

Hier sollte dir eigentlich der Unterschied zwischen einem Klaps und einem Schlag selber bewußt geworden sein.
Wenn du einen Klaps mit der Stärke deines Vergleiches ausführst, dann verstehe ich deine Definition von Schlagen, aber in dem Moment hast du ein Problem!

Merkwürdig ist nur, dass alle das MEHR als nur einmal getan
haben! So weit kann es mit der „Lernfähigkeit“ also nicht
sein!

Nein, es ist nicht merkwürdig, es ist lebensnah.

Das tue ich nicht! In keinem Posting, in keinem Absatz, in
keinem Satz und in keinem Wort! Ich sage lediglich, dass ich
mein Kind nicht schlagen werde! Und ich begreife nicht, dass
ich dafür stelenweise angegriffen werde! Wenn es den Leuten
nicht möglich ist, sich seelisch derart auszugleichen und ein
Gleichgewicht zu finden, warum halten diese Leute das für
generell unmöglich?

Ich habe jedes Posting gelesen, doch ich konnte keinen Angriff auf deine Person finden.
Dass du deinem Kind niemals einen Klaps geben wirst, darüber sollten wir in ein paar Jahren nochmals diskutieren. Die meisten Eltern, die erwachsene Kinder haben (und dazu gehöre ich auch), werden dir bestätigen, dass es Situationen gab, auf die sie nicht vorbereitet waren, die sie sich einfach nicht vorstellen konnten. Und aus diesem Grund kannst du niemals nie sagen, in keiner Lebenssituation!
Was ist für dich seelische Ausgeglichenheit?

Nochmals: Ich strafe nicht, aber mein Kind muss mit
erklärbaren Konsequenzen leben! Es mag sein, dass da vielen
Leuten der Intellekt fehlt, dies zu unterscheiden, aber das
ist nicht mein Problem!

Was sind für dich erklärbare Konsequenzen?
Hier möchte ich gerne ein Beispiel aus einem Posting nehmen. Die Mutter hat dir die Situation mit der Steckdose geschildert. Du hast diese Situation als abwägig hingestellt. Nun, das ist sie leider nicht.
Was meinst du, wieviele solcher tragischen Unglücke schon geschehen sind, ohne dass man den Eltern die Schuld hätte geben können?
Was wirst du tun, wenn dein Sohn das tut? Reden, reden, reden und ihm erklären, was geschieht, wenn er das wieder tut? Dein Kind wird nicht verstehen, dass es sich in tödliche Gefahr begibt, denn dein Kind denkt, handelt und erlebt alles in anderen Dimensionen als ein Erwachsener.
Nein - wirklich nicht. Tut mein Kind das immer und immer wieder, trotz Erklärungen und Reden, bekommt mein Kind lieber einen Klaps auf die Finger. Er wird die tödliche Gefahr zwar immer noch nicht verstehen, aber er weiss deutlich, was geschehen kann, wenn Mama oder Papa ihn dabei erwischen. Lieber etwas Sorge wegen einem Klaps, als ein totes Kind!

Mir SIND schon einige Fehler unterlaufen, die (eigentlich)
nicht in mein Denken passen. Wo bitte ist das Problem, diese
Fehler danach abzustellen?

Kann ich mir beinahe nicht vorstellen (Ironie!).

Dann bekämen es die anderen ja nicht mehr mit!

Wäre das so tragisch für dich? Bedarf es der öffentlichen Aufmerksamkeit wenn du eine Diskussion führst?

Dass ich so eine extreme Einstellung habe mag daran liegen,
dass mir einmal einer erwachsenen Person gegenüber nicht nur
die Hand ausgerutscht ist, und ich heute noch meinen Tribut
dafür zolle. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich im
Recht war! Ebenso WEISS ich aber, dass der Weg ein eindeutig
falscher war!
Ich habe damals gemerkt, was es heißt, die Kontrolle zu
verlieren (und zwar gänzlich). Meine Angst davor, dass es noch
einmal geschehen könnte, hat nicht nur meine Denkweise
geändert.

Nun, dann würde ich sagen, dass du keinesfalls eine seelische Ausgeglichenheit besitzt, denn wer Angst hat, die Kontrolle über sich verlieren zu können, der kann von Ausgeglichenheit nun wirklich nicht sprechen. Zur seelischen Ausgeglichenheit gehört auch, nicht immer und überall auf sein Recht bestehen zu müssen.
Zudem widerspricht sich die Aussage, dass du im Recht warst, nur der Weg falsch war. Du hast doch gesagt, wir Menschen können denken und müssen keine Gewalt anwenden, dann hättest du es ja vermeiden können, so wie du das von den Müttern und Vätern hier auch erwartest.

Liebe Grüße

Userine

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Wer lesen kann, ist klar im Vorteil? :wink:
Hi Userine!

Falsch! Antiautoritär heißt ohne Konsequenz! Ich habe mehrfach
versucht, den Unterschied zwischen Strafe und Konsequenz zu
erklären!

Nein, keineswegs falsch.

DOCH! Genau das, was Du schreibst, sage ich!

Antiautoritär = autoritäre Normen
ablehnend! Diese Erziehungsmethode schloss Strafen und
Konsequenzen

Eben! Strafen UND Konsequenzen! Ohne Strafen = ja
Ohne Konsequenzen = Nein -> also nicht antiautoritär!

für nicht richtiges Tun/Verhalten aus. Eltern die
diese Erziehungsmethode praktizierten, redeten sich den Mund
an ihren Kindern fusselig. Das Ergebnis waren Kinder ohne
jegwelche Erziehung, die häufig als Erwachsene therapeutische
Hilfe in Anspruch nehmen mussten, da sie mit den
gesellschaftlichen Normen nicht klar kamen und sie von der
Gesellschaft abgelehnt wurden!

Dahin will ich nicht, dahin werde ich auch nicht kommen! Aber das ist auch nicht das, was ich propagiere!

Und wer sein Kind totredet, ist nicht viel besser.

Ich glaube nicht, dass ein Kind schon mal durch zu viele Worte gestorben ist! Durch zu viele schläge dagegen schon - auch, wenn das hier eigentlich nicht das Theman ist…

Tut mir leid, aber wenn ich Szenen beobachte, wie Eltern mit
ihren brüllenden Kindern durch die Regale ziehen, sich von
ihren Kindern schlagen und an den Haaren ziehen lassen, Kinder
die ihren Eltern Ausdrücke an den Kopf werfen, in ihren
Wutanfällen nach anderen Leuten treten, nicht selten sogar
Dinge beschädigen und die Eltern reden, reden und reden, ohne
Erfolg, da kommt mir dann die Galle hoch!

Ist mir noch nicht passiert! Meiner Frau auch noch nicht! Und mein Sohn macht nicht den Eindruck auf mich, als wolle er sich so benehmen!

Wenn mein Kind Mist baut, sich übelst benimmt, Verbote oder
Regeln ignoriert, dann soll es von vorne herein wissen, dass
sein Verhalten Konsequenzen „nämlich eine Strafe“ nach sich
zieht.

Ich erläutere jetzt nicht NOCH EINMAL den Unterschied zwischen einer tatnahen Konsequenz und einer plumpen Strafe! Lies Dir doch BITTE mal mein letztes Posting zu diesem Thema noch einmal durch!

Ich weiß sehr wohl den Unterschied zwischen Schlag und Klaps
einzuordnen! Aber stelle Dir mal folgende Situation vor: Eine
Kante von 2,60 gibt Dir das, was er als Klaps bezeichnet!
Mir hat mal ein Schwergewichtsboxer freundlich auf die
Schulter geklopft - ich dachte, die wäre ernsthaft
beschädigt…

Hier sollte dir eigentlich der Unterschied zwischen einem
Klaps und einem Schlag selber bewußt geworden sein.
Wenn du einen Klaps mit der Stärke deines Vergleiches
ausführst, dann verstehe ich deine Definition von Schlagen,
aber in dem Moment hast du ein Problem!

Denke Dir mal den letzten Satz von mir weg! Und dann stelle Dir WIRKLICH mal vor, dass eine Person, die 2 - 2,5 mal so groß ist wie Du, Dir das gibt, was er als Klaps bezeichnet! Dann hast Du einen Vergleich, der durchaus passt!

Nein, es ist nicht merkwürdig, es ist lebensnah.

Es ist lebensnah, wenn ich etwas bereuhe und falsch finde, dieses aber trotzdem wiederhole? Sorry, aber da kome ich nicht mit!

Ich habe jedes Posting gelesen, doch ich konnte keinen Angriff
auf deine Person finden.

Hmm - jetzt wo Du das sagst, muss ich Dir sogar zustimmen! Da war ich wohl emotional etwas zu empfindlich!
Trotz allem finde ich es merkwürdig, dass mir Dinge unterstellt werden (Probleme, die ich mal haben werde - sorry, aber das klingt mir so sehr nach: Ich habe jetzt schon ein Problem, Du wirst auch welche bekommen, wenn Du nicht schlägst), die einfach nur an den Haaren herbeigezogen sind.

Dass du deinem Kind niemals einen Klaps geben wirst, darüber
sollten wir in ein paar Jahren nochmals diskutieren.

Können wir dann gerne tun - mit dem gleichen Ergebnis!

Die
meisten Eltern, die erwachsene Kinder haben (und dazu gehöre
ich auch), werden dir bestätigen, dass es Situationen gab, auf
die sie nicht vorbereitet waren, die sie sich einfach nicht
vorstellen konnten.

Das will ich nicht ausschließen!

Und aus diesem Grund kannst du niemals nie
sagen, in keiner Lebenssituation!

Doch! Was dieses Thema betrifft, kann ich das!
Ich verstehe hier etwas nicht: Hätte ich oben geschrieben: Wie kann ein Mann nur eine Frau schlagen?, hätten mir alle zugestimmt… Eine Frau kann sich verdammt besser wehren als ein Kind! By the way: Frauen schlage ich natürlich auch nicht!

Was ist für dich seelische Ausgeglichenheit?

Mich selbst in jeder Situation so weit unter Kontrolle zu haben, dass ich Ausraster harmlos verarbeiten kann!

Was sind für dich erklärbare Konsequenzen?

Nö! Bitte nicht noch einmal! Aber siehe oben!

Hier möchte ich gerne ein Beispiel aus einem Posting nehmen.
Die Mutter hat dir die Situation mit der Steckdose
geschildert. Du hast diese Situation als abwägig hingestellt.
Nun, das ist sie leider nicht.

Ich habe diese Situation eben NICHT als abwägig dargestellt! Ich habe nur die Schuld bei den Eltern gesucht! Unser war im Alter von zwei nie alleine im Bad oder in der Küche - einfachste Hilfsmittel konnten das verhindern!

Was meinst du, wieviele solcher tragischen Unglücke schon
geschehen sind, ohne dass man den Eltern die Schuld hätte
geben können?

Wenn ich mir dieses Beispiel nehmen: KEIN EINZIGES! Ich halte DIESES Beispiel schlicht für extrem verantwortungslos!

Was wirst du tun, wenn dein Sohn das tut? Reden, reden, reden
und ihm erklären, was geschieht, wenn er das wieder tut?

Nun ja - er ist zum einen keine 2 mehr - kann also in diese Situation nicht kommen!
Ansonsten: Ja! REDEN! Er ist durchaus in der Lage, meinen Worten folgen zu können! Das mag daran liegen, dass wir immer sehr viel mit ihm geredet haben - ich weiß es nicht! Aber als er letztens im Planschbecken spielte und ein Gewitter aufzog, konnte ich ihn mit nur ein paar Worten dazu bewegen, selbiges zu verlassen!

Dein
Kind wird nicht verstehen, dass es sich in tödliche Gefahr
begibt,

Ich finde Eure Mutmaßungen einfach nur lächerlich! Speziell im Planschbecken-Beispiel hat er es begriffen. Vielleicht weil er weiß, was Tod bedeutet, da mein Vater erst vor nicht allzu langer Zeit starb… vielleicht auch einfach nur, weil ich bei Gesprächen it meinem Kind keine Tabuthemen kenne. Ehrlich: Den Grund kene ich nicht!

denn dein Kind denkt, handelt und erlebt alles in
anderen Dimensionen als ein Erwachsener.
Nein - wirklich nicht. Tut mein Kind das immer und immer
wieder, trotz Erklärungen und Reden, bekommt mein Kind lieber
einen Klaps auf die Finger.

Na super! Es ist ja auch viel zu lästig einem Kind etwas notfalls 200 mal zu erklären…
Weißt Du übrigens, wie verletzbar Finger, speziell die Mittelhand ist? Wenn Du Dich mal intensiv und ernsthaft mit Kampfkünsten auseinandersetzt, erfährst Du , dass es sich hierbei um Pukte handelt, die man als erstes angreift - weil sie extrem schmerzempfindlich und verletzbar sind!

Wäre das so tragisch für dich? Bedarf es der öffentlichen
Aufmerksamkeit wenn du eine Diskussion führst?

Nein, so mittelpunktgeil bin ich nicht! Allerdings weiß ich von drei Leuten, die das Ganze hier interessiert mitverfolgen!

Nun, dann würde ich sagen, dass du keinesfalls eine seelische
Ausgeglichenheit besitzt, denn wer Angst hat, die Kontrolle
über sich verlieren zu können, der kann von Ausgeglichenheit
nun wirklich nicht sprechen. Zur seelischen Ausgeglichenheit
gehört auch, nicht immer und überall auf sein Recht bestehen
zu müssen.

Wer lesen kann ist klar im Vorteil! Ich habe geschrieben, dass mich die Angst zum Umdenken trieb! Das schließt nich automatisch mit ein, dass ich immernoch Angst habe! Diesen Punkt habe ich überwunden! Vielleicht hätte ich sagen sollen, dass das Ganze 14 Jahre her ist…

Zudem widerspricht sich die Aussage, dass du im Recht warst,
nur der Weg falsch war.

Nein! Ich habe verhindert, dass einem Menschen etwas sehr aschlimmes angetan wird! Das war richtig! Die Tatsache, dass ich bei einem gewissen Punkt hätte aufhören müssen und das nicht getan habe, war der falsche Weg!

Du hast doch gesagt, wir Menschen
können denken und müssen keine Gewalt anwenden, dann hättest
du es ja vermeiden können, so wie du das von den Müttern und
Vätern hier auch erwartest.

Damals war ich noch nicht so weit! Genausowenig hätte ich damals ein Kind in die Welt gesetzt! Aber ich nehme für mich in Anspruch, mich geändert zu haben!

Liebe Grüße
Guido

Hallo, Guido, Userine,
ich will jetzt gar nicht auf die „antiautoritär“-Diskussion eingehen - m.E. nicht relevant.
Allerdings geschieht es gelegentlich, das ein Kind sich jenseits der verbalen Zugänglichkeit befindet, sich z.B. in der von Userine beschriebenen Weise in Wut gebrüllt hat. Eine andere Situation ist dann gegeben, wenn einfach keine Zeit zur verbalen Kommunikation bleibt, um Schaden zu verhüten.

Im ersten Fall wird ein „Klaps“ durchaus den Erfolg haben, die Kommunikationsfähigkeit des Kindes wiederherzustellen. Zum anderen muß manchmal einem Kind auch „handgreiflich“ deutlich gemacht werden, dass sein Handeln anderen Schmerz zufügt.

Im zweiten Fall wird man wohl sicher auch erst handeln müssen, u.U. auch grob, ehe man lange diskutiert.

Es wurde ja auch bereits des längeren diskutiert, dass auch mit Worten und Gesten Gewalt ausgeübt werden kann und wird. Da ist manchmal der Klaps die angemessenere Art der Zuwendung.

Erziehung ist immer in irgendeiner Weise Anwendung von Gewalt, denn man bringt einen anderen Menschen dazu, sich in einer Weise zu verhalten, die er ursprünglich nicht beabsichtigt. Daher kann es in dieser Diskussion eigentlich nur um den Grad der angewendeten Gewalt gehen. Dass diese ausgewogen, überlegt und dem „Erziehungsobjekt“ zugeneigt und in Liebe erfolgen muss, versteht sich von selbst.

Im Übrigen sollte nicht vergessen werden, dass zwar das Beispiel der Beziehungspersonen stets die wichtigste Erziehungsmethode ist, aber da nicht immer nur die wünschenswerten Verhaltensbeispiele nachgeahmt werden, muß dem Kind eben leider auch vermittelt werden, dass sein Verhalten unangepasst oder inakzeptabel ist.

Neben der Verstärkung gewünschten Verhaltens durch Lob ist daher auch der Tadel unerwünschten Verhaltens erforderlich.

Die Sanktionierung unerwünschten Verhaltens durch Tadel oder „Strafen“ muß aber stets im Verhältnis zum Fehlverhalten stehen, sowohl in seiner Art als auch in seiner Stärke.

Grüße
Eckard.

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Hallo Birgit,

wie sprichst du mir aus der Seele.

Wir waren gestern auf dem 75. Geburtstag meiner Mutter in einem Lokal.

Dabei auch meine 9jährige Nichte. Wir wusste, dass sie ein schwieriges Kind ist. Was wir aber gestern erlebten, sprengt jeden Rahmen.

Das Kind musste dauernd im Mittelpunt stehen. Krabbelte auf und unter Tischen herum, lehnte sich, auf dem Fensterbrett stehend, so weit aus dem Fenster, dass mir mehrmals das Herz stehen blieb, drängte sich, als meiner schwer kranken Mutter um Mitternacht gratuliert wurde, und eben durch diese Krankheit eine rührend liebevolle Atmosphäre entstand, zwischen jeden Gratulanten und der Jubilarin mit Störungen.

Wie die Eltern reagierten??? Gar nicht!!! Sie taten, als wären sie nicht anwesend.

So habe ich gestern das Paradebeispiel dessen erlebt, was du schilderst. So wird ein Kind, das keine Grenzen kennt.

Liebe Grüße
Gisela

Noch 'n Kommentar - etwas lang
Hai again, Guido,

mir sind zwei Situation eingefallen, in ich schonmal Kinder „geschlagen“ habe, sogar ZWEI, und nur eins kannte ich:
Situation 1: ein Sitting-Baby von mir hat mit ca. 3 1/2 ausprobiert, wie weit es bei verschiedenen Erwachsenen gehen kann; es hat gehauen und gebissen (und zwar heftig und gerne auch mit Gegenständen). Mama hat’s dann vollgetextet - mit dem Erfolg, daß Mama regelmäßig blaue Flecken davontrug. Papa hat dem Gör eine ziemlich heftige Ohrfeige verpasst - OK, Papa wurde nicht mehr gehauen, allerdings hatte der Kleene danach wochenlang Angst vor dem Vater. Beide Lösungen halte ich für falsch. Ich hab, als der Zwerg das mit mir versucht hat, beim ersten Mal klar gesagt, daß mir das wehtut und, wenn er es nochmal täte, ich mit gleicher Münze heimzahlen würde. Das hat sich für ihn offenbar angehört, wie das Gelaber von Mama und prompt hab ich den Bauklotz an den Schädel gekriegt. Also Bauklotz weggenommen und zurückgehauen (natürlich nicht an den Kopf sondern auf den Arm und gerade so doll, daß es wehtat). Danach hat er es mit Beissen versucht - eine Warnung, dann zurückgebissen. Das Kind wusste ab dem Tag, daß ich es so meine, wenn ich sage, daß ich mich wehren würde und hat weder mich, noch irgendjemand anderen in meiner Gegenward geschlagen oder gebissen.
Der zweite Fall war ähnlich, betraf jedoch ein mir völlig unbekanntes Kind in der U-Bahn: der Bengel war ca. 5 Jahre und kletterte als erstes neben mir auf die Sitzbank (mit verschlammten Schuhen), meine Frage an die Mutter, ob das denn sein müsse, wurde von ihr ignoriert. Nunja. Zwei Stationen weiter tritt die Kröte plötzlich nach mir! Mit voller Kraft seitlich gegen den Oberschenkel! Reaktion der Mutter: „Du bist aber heute wild.“ mit einem liebevollen Lächeln. Und was macht die Kröte? Grinst Mama stolz an und holt aus zum zweiten Tritt. Es tat mir zwar eigentlich leid, daß das Kind die Unfähigkeit der Mutter ausbaden musste, aber wenn die Eltern es nicht tun, müssen eben die Umstände, in diesem Fall personifiziert durch mich, die Erziehung übernehmen. Also hab ich dem Gör einen, mit Sicherheit schmerzhaften, Knubbi auf den Oberschenkel verpasst, mit dem Kommentar, daß er mir wehgetan hat („Tritts Du mich,dann hau ich Dich“). Der, natürlich furchtbar empörten, Mutter hab ich dann lautstark und wortreich was erzählt (obwohl ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, sie schlagen zu müssen).
Fazit: zurück hauen halte ich für eine angemessene Reaktion. Wie gesagt, angemessen der Tat, nicht völlig die Kontrolle verlieren und das Kind grün und blau prügeln. „Mit dem Kind reden“ hilft manchmal einfach nix und warten, bis mir der Kragen platzt, ist auch nicht empfehlenswert. Und, ganz ehrlich, ich lass mich von niemanden schlagen (nicht mehr, seit ich mich das erste Mal gegen meinen Vater gewehrt habe), auch nicht von einem Kind.
Klar, wären beide Kinder „gut“ erzogen gewesen, wäre es schlicht nicht notwendig geworden, sie zu hauen, aber die Realität war eben anders.
Übrigens, noch ein Beispiel aus meiner ferneren Verwandschaft, warum ich für Zurückhauen plädiere, wenn man einem Kind mit vielen Worten nicht klarmachen kann, daß Schlagen nicht akzeptabel ist: eine um-ein-paar-Ecken-Nichte hat ihre Mutter mit dreizehn Jahren krankenhausreif geprügelt. Sie hat ihr Kind nie geschlagen, eben auch nicht zurück- und das Ende vom Lied war dann, daß ein Onkel der „Kleinen“ (Schmied) dann das Problem beseitigte - hat sie gegenüber irgendjemand die Hand erhoben, hat er sie, im wahrsten Sinne des Wortes, verdroschen. Statt also als kleines Kind einmal kurz zu erleben, daß Hauen schmerzhafte Konsequenzen hat, hat sie über ein Jahr lang regelmäßig böse Dresche bezogen, bis sie’s endlich kapiert hatte (vorher hatten zwei Psychologen sie per Polizei aus der Therapie entfernen lassen, weil sie mal eine Sprechstundenhilfe und mal den Psychologen verprügelt hatte). Inzwischen ist sie 18, hat gelernt, ihre Aggressionen mit Kampfsport abzubauen (vom selben Onkel) und ist jetzt ein gern gesehener Gast in der ganzen Familie, was vorher nicht der Fall war.
Ich gebe zu, daß es sich um einen Extrem-Fall handelt, aber genau dieser Fall zeigt, meiner Meinung nach, genau auf, was passieren kann, wenn man einem Kind nicht rechtzeitig fühlbare Grenzen setzt.
Nochmal zur Klarstellung: ich bin NICHT der Meinung, daß körperliche Züchtigung ein probates Mittel zur Erziehung ist. Schlagen ist schlicht kein Mittel, um auf den alltäglichen Stress mit Kindern (umgeworfene Gläser, kaputte Scheiben, Tob-Anfälle, zu spät nach Hause kommen) zu reagieren. Ich will hier eigentlich nur aufzeigen, daß es Situationen gibt, in denen man hart reagiert oder damit Leben muß, daß das Kind später wesentlich größeren Problemen gegenübersteht.
Ich hoffe, ich habe verständlich gemacht, was ich meine.

friedliebenden Gruß
Sibylle

Und noch’n paar Versuche der Rechtfertigung…
Hi!

Ganz kurz: 2 Dinge!

  1. Man muss ein Kind auch in einer solchen Situation nicht schlagen, man könnte es auch festhalten oder ins Zimmer schicken!

  2. Wenn ich einem Kind von vornherein keine Grenzen zeige, dann soll es vorkommen, dass es sich derart verhält.

Liebe Grüße
guido

Hiho,

in diesem Zusammenhang erinnere ich mich an einen Vortrag von einem bekannten Kinderarzt (Dr. Zebisch, Memmingen): Er vertrat die Meinung dass Strafe bei Kindern nur Sinn macht wenn Sie innerhalb von einer Minute (glaube ich) nach dem Fehltritt des Kindes erfolgen müsste da das Kind sonst den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung nicht mehr erkennt und die Strafe als ungerecht empfindet.

bye
Rolf

1 „Gefällt mir“

Nochmal Hai,

  1. Man muss ein Kind auch in einer solchen Situation nicht
    schlagen, man könnte es auch festhalten oder ins Zimmer
    schicken!

Hat die Mutter meines Sitting-Babys versucht - irgendwann kam er ja wieder raus und dann hat sie eben ein Auto abgekriegt. Festhalten war für ihn zu dem Zeitpunkt nur ein lustiges Raufspiel, kaum hat man losgelassen, hat er wieder geschlagen oder gebissen. Wie gesagt (nee - geschrieben), die sanfte Methode ist bei Flo ja ohne Ergebnis versucht worden. Inclusive so Sachen wie, wenn Du mich haust, spiel ich nicht mehr mit Dir…

  1. Wenn ich einem Kind von vornherein keine Grenzen zeige,
    dann soll es vorkommen, dass es sich derart verhält.

Sach ich doch - nur was tu ich, als Baby-Sitter, wenn die Eltern den richtigen Augenblick verpasst haben? Mich halt prügeln lassen? Das Kind nie wieder sitten? Es aus der vorhandenen Spielgemeinschaft ausschließen (meiner Meinung nach wäre das, gerade für Flo, eine unangemessen schwere Bestrafung, ja sogar seelische Grausamkeit, gewesen)? Abwarten, bis er so aus dem Ruder läuft, wie meine Um-die-Ecken-Nichte? Nee, nee, mein gutes Gewissen, nie ein Kind geschlagen zu haben, ist mir nicht die Zukunft eines Kindes wert.
Man muss immer das einzelne Kind sehen, und was bei einem Kind eine wirksame Methode ist, kann bei einem anderen Kind vertane Liebesmüh sein. Bei seinen Geschwistern hat es ausgereicht, schlicht AUA zu sagen, bei ihm eben nicht. Offensichtlich musste Flo selbst erfahren, daß gebissen oder gehauen werden wehtut. Übrigens funktionierte auch positives Feedback bei dem Jungen nur, wenn man dem körperlichen Ausdruck gab, also statt „Das hast Du aber schön gemacht“, kam bei ihm nur heftiges geschmust und geknuddelt werden als Lob an…

Aber ich schätze, daß das eine Erfahrung ist, die Dir (glücklicherweise) schlicht fehlt und ich wünsch Dir auch nicht, jemals in die Situation zu geraten, in der Du wählen musst zwischen Deinen Grundsätzen und der Realität - es macht eindeutig keinen Spaß, einem Kind gegenüber seine körperliche Überlegenheit ausspielen zu müssen, um ihm Grenzen zu setzen.
Und nochmal: ich will kein Kind schlagen und tue es üblicherweise auch nicht, ich hab nur eben die Erfahrung machen müsen, daß mein Willen manchmal nicht zählt.

Gruß
Sibylle

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Hallo Sibylle

Bin ganz Deiner Meinung - Du sprichst mir aus dem Herzen! Obwohl ich (noch) nicht Mutter bin, habe ich mit Kindern meiner Kollegen und/oder fremden Kindern auch schon solche Situationen erlebt: Ich halte es wie Du: Erstmal warnen, wenn’s nichts nützt, mit gleicher Münze „heimzahlen“. Das wirkt anscheinend immer bei den Kleinen. Auch als ich mal im Supermarkt einkaufen war, sass ein Dreikäsehoch im Einkaufswagen, die Mutter weit und breit nicht zu sehen, und der Kleine schrie aus Leibeskräften, einfach, dass geschrien wurde (nicht aus Angst oder so, sondern der war wirklich auf’s Provozieren aus). Das habe ich ca. 2 Min. beobachtet - und dummerweise schlug der Kleine eine solche Tonlage an, dass es mir in den Ohren wehtat. Die Leute, die vorbeigingen, schauten erst verdutzt, dann verärgert und suchten die Mutter. Ich also hin zu dem Kleinen, stelle mich vor den Einkaufswagen, bücke mich, um etwa auf Augenhöhe mit dem Racker zu sein und schreie ihn in der gleichen Tonlage und Lautstärke an. Ups, plötzlich war Ruhe! Der Kleine hat mich ganz verdattert angeguckt, etwa im Stil von: Oha, die kann das ja auch! Tja, vom Kleinen haste dann nichts mehr gehört und ich bin grinsend weitergegangen …

Ich bin auch nicht fürs Schlagen, so wie’s im Bericht gezeigt worden ist, das ist schlicht und einfach Kindesmisshandlung. Aber nach zweimal warnen finde ich, ist eine entsprechende Reaktion angebracht.

Grüsse
Moni :smile:

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hmmm
Hi!

Hat die Mutter meines Sitting-Babys versucht - irgendwann kam
er ja wieder raus und dann hat sie eben ein Auto abgekriegt.
Festhalten war für ihn zu dem Zeitpunkt nur ein lustiges
Raufspiel, kaum hat man losgelassen, hat er wieder geschlagen
oder gebissen. Wie gesagt (nee - geschrieben), die sanfte
Methode ist bei Flo ja ohne Ergebnis versucht worden.
Inclusive so Sachen wie, wenn Du mich haust, spiel ich nicht
mehr mit Dir…

Hat sie vielleicht etwas spät angefangen, ihr Kind zu erziehen?!
OK - das schließt Du ja selbst nicht aus…

Sach ich doch - nur was tu ich, als Baby-Sitter, wenn die
Eltern den richtigen Augenblick verpasst haben? Mich halt
prügeln lassen? Das Kind nie wieder sitten? Es aus der
vorhandenen Spielgemeinschaft ausschließen (meiner Meinung
nach wäre das, gerade für Flo, eine unangemessen schwere
Bestrafung, ja sogar seelische Grausamkeit, gewesen)?
Abwarten, bis er so aus dem Ruder läuft, wie meine
Um-die-Ecken-Nichte?

Was fremde Kids betrifft, kann ich Dir hier leider keine Antwort geben! Da müsstest Du eine Erzieherin fragen, die sich solchen Situationen täglich gegenüber sieht…

JA, Du liest richtig: Ich habe KEINE Ahnung! Allerdings ist das auch der Grund, warum ich ohne meine Frau nicht auf „fremde“ Kinder aufpasse…

Aber ich schätze, daß das eine Erfahrung ist, die Dir
(glücklicherweise) schlicht fehlt

Stimmt! Ich habe mein Kind zumindest derart gut erzogen, dass es mich nicht schlägt (außer beim Raufen aus Versehen, aber das zählt nicht)

und ich wünsch Dir auch
nicht, jemals in die Situation zu geraten, in der Du wählen
musst zwischen Deinen Grundsätzen und der Realität

Meine Grundsätze SIND DURCHAUS realistisch!

es macht
eindeutig keinen Spaß, einem Kind gegenüber seine körperliche
Überlegenheit ausspielen zu müssen, um ihm Grenzen zu setzen.
Und nochmal: ich will kein Kind schlagen und tue es
üblicherweise auch nicht, ich hab nur eben die Erfahrung
machen müsen, daß mein Willen manchmal nicht zählt.

Ich zitiere hier jetzt einfach mal eine uralte Weisheit:
Einzig Dein Wille entscheidet über Dein Tun!

Liebe Grüße
Guido

Geht doch…
Hi!

Ungewöhnlich, aber wirksam! Und ganz ohne Schläge…
(und solange ich nicht ins Ohr bölke und so Schäden verursache…)

Grüße
Guido