Beitragserhöhung BKKén

Moin,

zum 30.11. habe ich meine Krankenkasse gekündigt mit der Absicht, günstig bei der BKK Mobil-Öl einzusteigen. Nun gab es da ja diese Zwangsanpassungen und da war zu lesen, es solle in Zukunft keine Kassen mehr unter 12% Beitragssatz geben. Nun bin ich etwas verunsichert, für welche Kasse ich mich entscheiden soll, denn z.B. die BKK Henschel wirbt noch immer mit 11,8%.
Das alle teurer werden ist wohl klar nur was wäre jetzt wohl ratsam?

Gruß

Marc

hallo Marc,
100% genaues kann Dir niemand sagen. Du hast ja noch bis zum November Zeit.
Such mal in der Homepage die richtige BKK: http://www.softfair.de/gol/akt10/resources/golfs0001…
Wenn Du eine gefunden hast, rufe bei der an und frage nach der vorraussichtlichen Beitragsanpassung ab Januar.
Grüße
Raimund

Hallo Marc,

die Zwangsanpassung der BKK MO ist ein anderer Grund. Sie hat bewusst die Beiträge gering gelassen und riskiert, dass minus gemacht wird um so durch den Risikostrukturausgleich finanziert zu werden. Gewissermaßen war es eine Machtprobe.
Daraufhin wurde dann festgelegt, diese Kasse muss 12% nehmen. Dadurch sind ihre Kosten gedeckt.

Das ist also nur ein begrenzter Zwang, denn der RSA dient ja eigentlich nicht dem bewussten Verschulden, sondern dem zwanghaften Verschulden.

Gruß
Marco

ganz klar falsch!
Die BKK Mobil Oil bekommt aus dem Strukturausgleichstopf keinen Cent!
Im Gegenteil:
Sie soll derzeit zwei Drittel (!!) Ihrer Einnahmen in den Strukturausgleich zahlen.
Ohne dies hätte sie nach eigenen Angaben nur einen Beitragssatz von 4,1% !
Hier wird nichts künstlich niedrig gehalten, im Gegenteil! Der Risikostrukturausgleich ist dafür verantwortlich, dass der Beitragssatz so hoch ist wie er ist… Vergleichsweise aber immer noch günstig aufgrund der günstigeren Risikostruktur der Mitglieder und dem geringeren Wasserkopf, im Gegenteil zu vielen anderen Kassen, die sich genau diese unnützen Dinge durch den Strukturausgleich finanzieren lassen.
Schau mal ganz unten im Board, da ist das ausführlicher beschrieben.

???
In einem Thread weiter unten wurde unter anderem diese URL angegeben:

http://www.bkk-mobil-oil.de/medien/news_aktuell/news…

danach führt die BKK MO etwa 2/3 der Beiträge in den Risikoausgleich ab!

Grüße
Bruno

Hallo Werner,

hier ein kurzer Auszug von der BKK-Homepage:

Gigantische Umverteilung durch Finanzausgleich (RSA) Weg in eine überteuerte Einheitsversicherung?
Der Verwaltungsrat der BKK MOBIL OIL hat im September eine Beitragssatzanpassung von 11,2 auf 12,2 Prozent beschlossen. Ein zuvor eingereichtes Finanzkonzept mit einem allgemeinen Beitragssatz von 11,9 Prozent wurde vom Bundesversicherungsamt (BVA) aus „grundsätzlichen“ Erwägungen für „nicht genehmigungsfähig“ angesehen. Laut BVA wird es keine Krankenkassen mit einem Beitragssatz von unter 12,0 Prozent mehr geben.


Dieses Konzept der BKK sah vor, dass ein günstiger Beitragssatz genommen wird und dadurch weniger (in deren Kostenaufstellung habe ich nix von 2/3 errechnen können) in den RSA eingezahlt werden muss. Ich habe es jetzt allerdings nicht mehr ganz im Kopf, nur war man durch das Konstanthalten des Beitrages auf einen fast 0-Beitrag in den RSA gekommen. Und das ist dann nicht Sinn und Zweck des RSA.

Zudem stellt sich mir die bescheidene Frage, wenn keiner unter 12,0 haben darf und die 11,9 ausgereicht hätten… warum wird dann jetzt auf 12,2 erhöht?

Gruß
Marco

Hallo Bruno,

siehe Antwort zu Werner…

Gruß
Marco

wenn Du den Bericht bis zu Ende gelesen hättest
dann hättest Du folgendes gelesen (Zitat):

„Der größte Belastungsfaktor für die effizient geführte BKK MOBIL OIL sind jedoch die jährlichen Subventionslasten für den Risikostrukturausgleich (RSA) – seit 1994. Inzwischen werden 65 PROZENT der Beitragseinnahmen in diesen Finanzausgleich abgeführt, der überwiegend den finanzschwächeren Ortskrankenkassen (wie der AOK „Gesundheitskasse“ – mit einem selbst zu verantwortenden überproportionalen Verwaltungskostenanteil) zufließt.
Ohne diese Zahlungen läge der allgemeine Beitragssatz der BKK MOBIL OIL bei 4,1 Prozent!“

-Zitat Ende-

Nun weißt Du, warum die BKK dieses Jahr gezwungen ist, die Beiträge anzuheben. Es ist der bekloppte Risiko-Strukturausgleich, der zwei Drittel der Einnahmen der BKK auffrisst.

Warum es allerdings nun 12,2 statt 11,9 sein sollen - ok, das ist auch mir ein Rätsel. Ist letztendlich aber nur Kosmetik…

MfG
Werner

Hallo Werner,

dann hättest Du folgendes gelesen (Zitat):

Das habe ich in der Tat überlesen, da vergessen und übersehen, dass es ein „mehr“ gibt.

Ohne diese Zahlungen läge der allgemeine Beitragssatz der BKK
MOBIL OIL bei 4,1 Prozent!"

Komische Rechnung… oder ich bin im Dreisatz nicht mehr so ganz fürchterlich fit…

Okay… wir haben 11,2% - 65 % = 7,28% Wie kommt man da auf max. 4,1%?

Nun weißt Du, warum die BKK dieses Jahr gezwungen ist, die
Beiträge anzuheben. Es ist der bekloppte
Risiko-Strukturausgleich, der zwei Drittel der Einnahmen der
BKK auffrisst.

Ich habe nicht gesagt, dass er nicht existiert. Aber ich habe gesagt (besser geschrieben), dass es diesen aus gewissen Gründen gibt.

Warum es allerdings nun 12,2 statt 11,9 sein sollen - ok, das
ist auch mir ein Rätsel. Ist letztendlich aber nur Kosmetik…

Und dazu noch die komische Rechnung.

„Dazu auch dieser Satz: Im August zeichnete sich ab, dass das Geschäfts-/ Rechnungsergebnis 2002 der BKK MOBIL OIL keinen Überschuss der Einnahmen ausweisen würde.“

Gruß
Marco

rechnen sollte man schon können/ die BKK hat recht
11,2% Beitragssatz.
Davon werden 65% für den Strukturausgleich ausgegeben.
Bleiben 35%, die als Leistungen wieder an die eigenen Mitglieder fließen.
35% von 11,2% sind etwa 4%. Dies wäre somit der notwendige Beitragssatz OHNE Risikostrukturausgleich.

Insofern stimmt das ziemlich genau, was die BKK errechnet hat.

MfG
Werner

Hallo Werner

da Dein Wissen offenbar aus erster Hand ist (ich bin „leider“
nur Geschäftsführer einer Krankenkasse die du da so
angreifst), was ist eigentlich deine Meinung zu dem
Thema - die jungen, gesunden und gut verdienenden Menschen
sollen auch in die beitragsgünstige Kasse wechseln und die
alten, kranken und pflegebedürftigen Menschen sollen
bei der grossen Kassen verbleiben ??
Tatsache ist, dass einige dieser ach so billigen Kassen
sich „schlechter Risiken“ entledigen, in dem Sie Leistungs-
zahlungen verzögern oder erstmal ablehnen um so Ärger bei den
Betreffenden zu erzeugen, die dann als Konsequenz wieder die
Kasse wechseln.
Eine Schweinerei - wenn ich das so sagen darf.

Gruss

Günter

Hallo Werner
noch eine Frage - weisst du auch warum eine Kasse in den
RSA einzahlt und die andere bekommt ?
Hast du schon mal von DMP gehört in Verbindung mit dem RSA ?

Gruss Günter

Hallo Werner,

wir drehen uns im Kreis. Die BKK wollte erhöhen auf 11,9%. Warum, wenn sie doch nichts braucht? Okay… also unter 12 darf keiner bleiben…

Nur warum 11,9? Muss sie mehr in den RSA zahlen? Wohl eher nicht. Nur die Verwaltung ist sicherlich nicht der sogenannte Wasserkopf.

Es sind die Alten, die kaum einzahlen, den Berater vor Ort brauchen/wollen und dennoch die meisten Leistunen benötigen. Deswegen gibt es den RSA.

Gruß
Marco

hallo Günter,
schon richtig, dass das vorkommt. Doch zum Glück immer noch die Ausnahme!
Klar hängt Ihr das an die große Glocke. Würde ich auch machen.
Trotzdem bleiben es Ausnahmen.
grüße
Raimund

Hallo Werner,

wir drehen uns im Kreis. Die BKK wollte erhöhen auf 11,9%.
Warum, wenn sie doch nichts braucht? Okay… also unter 12
darf keiner bleiben…

Wer sagt denn dass sie NICHTS braucht? Die Ausgaben (und dazu zählt auch der große Batzen Risikostrukturausgleich) sind sicher - wie bei den anderen Kassen auch - mehr gestiegen als die Einnahmen, wie bei allen anderen Kassen auch. Nur eben auf deutlich geringerem Gesamtniveau.

Nur warum 11,9? Muss sie mehr in den RSA zahlen? Wohl eher
nicht. Nur die Verwaltung ist sicherlich nicht der sogenannte
Wasserkopf.

Es sind die Alten, die kaum einzahlen, den Berater vor Ort
brauchen/wollen und dennoch die meisten Leistunen benötigen.
Deswegen gibt es den RSA.

Es gibt so viele einfache Mittel und Wege, mit einer Krankenkasse ohne Außenstellen zu kommunizieren: Telefon, Fax, Email. Und das funktioniert zumindest bei der BKK Mobil Oil, abgesehen von einer Übergangsphase wo sie erst mal dem Ansturm Herr werden mussten, recht gut. Wer hingegen unbedingt die persönliche Beratung/Betreuung vor Ort braucht, sollte sie auch bezahlen mit höheren Beiträgen. Das sollte man aber nicht durch die anderen finanzieren lassen, denen eine „Direktkasse“ ausreicht.
Ich habe ich kürzlich gelesen (leider habe ich die Quelle nicht mehr zur Hand), dass die BKK Mobil Oil einen Verwaltungsaufwand von 2% hat; im Gegensatz dazu AOK + Co. mit 6%, was im Vergleich nicht gerade effizient ist, oder?

MfG
Werner

Gruß
Marco

und wenn sie nicht gestorben sind…
Hallo Guenter,

da Dein Wissen offenbar aus erster Hand

als Mitglied einer BKK zumindest von der anderen Seite „erste Hand“

Tatsache ist, dass einige dieser ach so billigen Kassen
sich „schlechter Risiken“ entledigen, in dem Sie Leistungs-
zahlungen verzögern oder erstmal ablehnen um so Ärger bei den
Betreffenden zu erzeugen, die dann als Konsequenz wieder die
Kasse wechseln.
Eine Schweinerei - wenn ich das so sagen darf.

Schlecht, wenn es so wäre.
Wie gesagt, zumindest als indirekt Betroffener (ich habe Bekannte, die sich auf meinen Rat hin eine preiswerte BKK gesucht haben - diese sind im Gegensatz zu mir ein gruseliges Risiko für die Kassen) kam so etwas noch nie vor. Im Gegenteil, da ich für diese einiges erledige, kann ich Dir sagen, das es jetzt viel unkomplizierter geht als vorher mit DAK und AOK. Die betreffende BKK kommt also augenscheinlich bei 11,9% auch mit schlechten Risiken gut klar.

Was allerdings bei meinem Kassenwechsel vorkam war ein Berater der TK, der mir erklärte, das Maßnahmen wie z.B. die Bereitstellung eines Beatmungsgerätes nach einem Unfall bei BKKs tagelang dauert, dagegen die TK schon am nächsten Arbeitstag entscheidet! Auf meine Frage hin (nach kurzer Überlegung, ob der mich jetzt verscheißern will - aber der meinte das ernsthaft), wie lange er die Luft anhalten kann und ob das bis zum nächsten Arbeitstag ginge wusste er keine wirklich intelligente Antwort.
So lange Mitarbeiter der teuren großen Kassen (scheidenden) Mitgliedern so einen Unsinn erzählen, stehe ich den Aussagen auch leitender Kräfte einer solchen Kasse, die Gruselmärchen über die BKKs betreffend, sehr skeptisch gegenüber.
Zumal, wenn ich sie trotz Erfahrungen aus erster hand nicht nachvollziehen kann.

Gruß
Micha

Hallo Jaku,

ich hatte eigentlich „Werner“ gefragt, aber macht nix.
Ich habe ja auch gesagt, dass es einige BKKén gibt, die, wenn
ans zahlen geht aufeinmal garnicht mehr so kundenfreundlich
sind.
Mir stinkt nur, dass bei Krankenkasse zuerst immer nur
das Geld gesehen wird und das Solidarprinzip immer mehr
ausgehöhlt wird.
Wenn dies so weitergeht, dann wird es unweigerlich zu folgendem
Szenario kommen

  1. Es gibt keine Krankenversicherungspflicht mehr, sondern nur
    noch die Pflicht zur Krankenversicherung, d.h. jeder
    wird gewissermaßen zum Privatpatienten und erhält von seinem
    Arzt, Zahnarzt Krankenhaus usw. eine Privatrechnung, die er
    dann seiner Kasse einreicht.
    Je nach dem, was für einen Tarif er irgendwann mal gewählt
    hat, erhält er seine Leistung.

  2. Die Kassenlandschaft wird sich verändern - es wird
    nämlich keine gesetzlichen Krankenkassen mehr geben

  3. Die Arbeitgeberanteile werden eingefroren und dazu noch
    dem Beschäftigten mit dem Gehalt/Lohn ausgezahlt

  4. Das ganze wird sich natürlich auch auf die Renten-
    und Arbeitslosenversicherung erstrecken
    Ein Horro-Szenario ??? aber, sicher !!

Warum, weil die Politik seit Jahren (egal ob schwarz oder
rot) in diesem Bereich total versagt hat.

Das war erst mal

Gruss

Günter

Hallo Micha,

der Punkt ist der… ein alter Mann ruft nicht bei der AOK an und schickt alles ein. Die heutige Generation wird dies vielleicht künftig machen. Aber die heute alten (über 55, ca. 45% der Bevölkerung) machen es nicht. sie wollen gleich den Stempel haben und die Sicherheit, dass alles glatt geht.

Daher brauchen die großen Kassen ihre Außenstellen. Leider.
Und das geht nicht so einfach zu ändern. Daher auch RSA. Neben dem Kostenausgleich.

Gruß
Marco

Hallo Günter,

ich hatte eigentlich „Werner“ gefragt, aber macht nix.

stimmt :wink:

Mir stinkt nur, dass bei Krankenkasse zuerst immer nur
das Geld gesehen wird und das Solidarprinzip immer mehr
ausgehöhlt wird.

solange dieses „Solidarprinzip“ nur für Leute mit kleinem und mittlerem Einkommen gilt, ist es keins - alle oder keiner!

  1. Es gibt keine Krankenversicherungspflicht mehr, sondern
    nur noch die Pflicht zur Krankenversicherung, d.h. jeder
    wird gewissermaßen zum Privatpatienten und erhält von
    seinem
    Arzt, Zahnarzt Krankenhaus usw. eine Privatrechnung, die
    er
    dann seiner Kasse einreicht.

bin ich sehr dafür!

Je nach dem, was für einen Tarif er irgendwann mal gewählt
hat, erhält er seine Leistung.

auch da bin ich sehr dafür!

  1. Die Kassenlandschaft wird sich verändern - es wird
    nämlich keine gesetzlichen Krankenkassen mehr geben

wie gesagt, alle oder keiner - sofern nicht „alle“ bin ich auch da sehr dafür!

  1. Die Arbeitgeberanteile werden eingefroren und dazu noch
    dem Beschäftigten mit dem Gehalt/Lohn ausgezahlt

hat nicht zwingend was mit den anderen Punkten zu tun, aber warum nicht. Wenn das sofort eingeführt würde und der Durchschnitt der gesetzl. Kassen als Festbetrag stünde, könnte ich ordentlich gewinnen. Solange ich in (gezwungenermaßen) anderer Leute Fitneßstudio mitbezahle, bin ich für jeden Einschnitt in diesem Bereich zu haben.

  1. Das ganze wird sich natürlich auch auf die Renten-
    und Arbeitslosenversicherung erstrecken

auch hier findest Du bei mit niemanden, der da schreiend wegläuft

Ein Horror-Szenario ??? aber, sicher !!

kann ich nicht erkennen, die Leute müssten sich nur eben selbst ein wenig mehr kümmern.

Warum, weil die Politik seit Jahren (egal ob schwarz oder
rot) in diesem Bereich total versagt hat.

da sind wir uns mal rundweg einig :wink: - warscheinlich meinen wir aber verschiedene Richtungen :wink:

Gruß
Micha

Hallo Micha,

der Punkt ist der… ein alter Mann ruft nicht bei der AOK an
und schickt alles ein. Die heutige Generation wird dies
vielleicht künftig machen. Aber die heute alten (über 55, ca.
45% der Bevölkerung) machen es nicht. sie wollen gleich den
Stempel haben und die Sicherheit, dass alles glatt geht.

Wenn dem so ist, dann sollen sie es aber auch bezahlen.
An jeder anderen Stelle ist es ähnlich, will ich mehr Sicherheit, ist es teurer. Das kann aber kein Grund sein, es die Gemeinschaft mitfinanzieren zu lassen. Das sind nämlich alles keine Dinge, die zur „Zweiklassenmedizin“ führen, sie dienen der Bequemlichkeit der Leute - meiner Meinung nach unabhängig von jung und alt.

Gruß,
Micha