Belege ans Finanzamt übermitteln - welche? wie?

Hallo zusammen,

seit neuestem soll man die Steuererklärung doch per Elster machen. Und bei der Umsatzsteuererklärung wird das sogar erwartet und man darf sie, soweit ich das verstanden habe, nur in außergewöhnlichen Fällen überhaupt noch auf Papier machen.

Nun ist es so. Frau Steuerplanlos hat sich da ein schlaues Programm gekauft, mit dem sie die Steuererklärung erstellen und per Elster ans Finanzamt übermitteln könnte.

Dabei gibt es zwei Probleme:

  1. Die Jahresbestätigungen der Banken. Die möchte das Finanzamt ja auf alle Fälle im Original haben, oder? (Frau Steuerplanlos hat Zinseinnahmen von mehr als EUR 800,- pro Jahr.)

  2. Frau Steuerplanlos war in Amerika, und zwar um dort mit Zeitzeugen zu sprechen, die das Dritte Reich erlebt (überlebt) haben. Diese Reise möchte sie gerne von der Steuer absetzen. Frau Steuerplanlos hat vor, später mal ein Buch über dieses Thema zu schreiben, hat aber Bedenken, dass das Finanzamt die weiten Reisen (es wird eine Reise nach New York folgen, eine nach Theresienstadt und nach Israel verschlägt es Frau Steuerplanlos bestimmt auch bald mal …) irgendwann nicht mehr anerkennt. Daher möchte Frau Steuerplanlos, was diese Reisen angeht, bei der Steuererklärung gerne alles richtig machen. Frau Steuerplanlos setzt seit zwei Jahren Bücher und DVDs bzw. Videos zu dem Thema von der Steuer ab, aber mit den Reisen geht es jetzt erst los.

Frau Steuerplanlos weiß nun schon, dass sie eine Reise, bei der sie z.B. 10 Tage unterwegs war und davon z.B. 2 Tage nur zur Erholung genutzt hat, zu 8/10 von der Steuer absetzen kann. Ist das so zu verstehen, dass einfach alle Unkosten (Flug, Hotel, U-Bahn-Ticket) addiert werden und man davon 8/10 nimmt?

Außerdem hat der Steuerberater der Frau Steuerplanlos geraten, die Reise nach Amerika sowie den Zweck der Reise zu dokumentieren. Das ist nicht so ganz einfach, da man für das Holocaust Memorial Museum keinen Eintritt zahlt und Frau Steuerplanlos daher auch keine Eintrittskarte hat. Was erkennt das Finanzamt denn in dem Fall an? Kreditkartenbelege über den Kauf von Büchern im Museum? Ein „Autogramm“ eines Zeitzeugen? Einen Eigenbeleg? Ein Protokoll über das Gespräch mit den Zeitzeugen?

Die Frage ist außerdem, ob die Frau Steuerplanlos diesen ganzen Packen jetzt einfach ans Finanzamt schicken soll und parallel dazu die Steuererklärung per Elster übermitteln soll. Oder sollte die Frau Steuerplanlos warten, bis sich das Finanzamt meldet?

Und wie ist es mit den Steuerbescheinigungen der Banken? Braucht die das Finanzamt auf alle Fälle per Original, oder nur wenn man die Steuererklärung nicht per Elster macht?

Die anderen Rechnungen (z.B. für Bücher, Büromaterial, etc.) muss die Frau Steuerplanlos dem Finanzamt ja nicht schicken, weil sie die Steuererklärung per Elster übermittelt, oder?

Ich hoffe, es kann jemand helfen.

Schöne Grüße

Petra

Außerdem hat der Steuerberater der Frau Steuerplanlos geraten,

Ich hoffe, es kann jemand helfen.

Da ist doch offenbar ein StB involviert, warum wird der nicht gefragt ?

Ich verrrate Dir trotzdem, wie ich es mache:

Alle Belege, die zur Geschäftsbuchhaltung gehören, schicke ich nicht ans FA, sondern bewahre sie für eine evt. Steuerprüfung auf. Alles, was in die Einkommenssteuer gehört (Belege für Anlage KAP, Anlage AUS, Anlage AV, Anlage V, Belege für die Sonderausgaben) schicke ich mit. Bisher hat sich bei mir noch kein Sachbearbeiter beschwert (4 FAs in 11 Jahren).

Elster Belege
Hallo,

  1. Die Jahresbestätigungen der Banken. Die möchte das
    Finanzamt ja auf alle Fälle im Original haben, oder? (Frau
    Steuerplanlos hat Zinseinnahmen von mehr als EUR 800,- pro
    Jahr.)

ja, die ist zwingend vorzulegen
Bei Elster übermittelt man die Daten und bekommt noch 2 komprimierte Datensätze ausgedruckt. Einen zum Aufheben und einen zum ans Finanzamt unterschrieben schicken. Diesem kann man die notwendigen Belege beilegen.
http://209.85.129.104/search?q=cache:stuck_out_tongue:8GJNi22234J:ht…

(Original ist eine pdf Datei, zu finden bei google mit „Elster Beleg“)

  1. Frau Steuerplanlos war in Amerika, und zwar um dort mit

Frau Steuerplanlos weiß nun schon, dass sie eine Reise, bei
der sie z.B. 10 Tage unterwegs war und davon z.B. 2 Tage nur
zur Erholung genutzt hat, zu 8/10 von der Steuer absetzen
kann.

Dazu ist noch die Revision VI R 94/01 offen. Es ist also noch nicht geklärt.
http://www.steuerlinks.de/bfh-vir-94-01.html

Außerdem hat der Steuerberater der Frau Steuerplanlos geraten,
die Reise nach Amerika sowie den Zweck der Reise zu
dokumentieren. Das ist nicht so ganz einfach, da man für das
Holocaust Memorial Museum keinen Eintritt zahlt und Frau
Steuerplanlos daher auch keine Eintrittskarte hat. Was erkennt
das Finanzamt denn in dem Fall an? Kreditkartenbelege über den
Kauf von Büchern im Museum? Ein „Autogramm“ eines Zeitzeugen?
Einen Eigenbeleg? Ein Protokoll über das Gespräch mit den
Zeitzeugen?

Das ist alles besser als nichts. Also mitschicken. Und ein Begleitschreiben, was der Zweck der Reise ist.

Die Frage ist außerdem, ob die Frau Steuerplanlos diesen
ganzen Packen jetzt einfach ans Finanzamt schicken soll und
parallel dazu die Steuererklärung per Elster übermitteln soll.

ja, siehe oben

Oder sollte die Frau Steuerplanlos warten, bis sich das
Finanzamt meldet?

ist nicht so gut, da dies gutgehen kann, aber eher wahrscheinlich ist, dass dann nichts ohne Beleg anerkannt wird.

Und wie ist es mit den Steuerbescheinigungen der Banken?
Braucht die das Finanzamt auf alle Fälle per Original, oder
nur wenn man die Steuererklärung nicht per Elster macht?

immer im Original

Die anderen Rechnungen (z.B. für Bücher, Büromaterial, etc.)
muss die Frau Steuerplanlos dem Finanzamt ja nicht schicken,
weil sie die Steuererklärung per Elster übermittelt, oder?

nach amtlicher Anweisung muss man es nicht mehr schicken, aber siehe
/t/elster-keinen-steuerbescheid-erhalten/3090775

Ich würde alles mitschicken, das irgendwie nicht „null8fünfzehn“ ist und von der Höhe her etwas höher, also mehr als 500€ (nur gefühlter Betrag, ich selbst schicke ab 200€).

Schöne Grüße
C.

Ich würde alles mitschicken, das irgendwie nicht
„null8fünfzehn“ ist und von der Höhe her etwas höher, also
mehr als 500€ (nur gefühlter Betrag, ich selbst schicke ab
200€).

In solchen Fällen habe ich gute Erfahrungen damit gemacht, das Ganze persönlich abzugeben:
a) Vieles wird von Sachbearbeiter gleich abgehakt und man bekommt die entsprechenden
Belege (vor allem, wenn man sie schön aufgelistet hat) sofort zurück.
b) Man kann die meisten offenen Fragen sofort im Gespräch klären.

Schöne Grüße
JoKu

Vielen Dank!
Hallo Cirwalda,

vielen Dank für diese ausführliche Antwort. Ich wusste noch nicht, dass man sich bei Elster irgendwas ausdrucken kann. Letztes Jahr hatte ich Probleme mit meinem Steuerprogramm und habe daher alles ausgedruckt und in Papierform eingereicht.

Am besten wird wohl sein, die Frau Steuerplanlos wird alle Belege beim Finanzamt einreichen. Dann ist das Finanzamt beschäftigt und die Frau Steuerplanlos muss nicht entscheiden, was sie nun einreichen soll und was nicht. (Wozu sortieren, wenn man’s auch einfach alles wegschicken kann.)

Ich werde es der Frau Steuerplanlos so mitteilen, wenn ich sie das nächste Mal treffe.

Schöne Grüße

Petra