Hallo,
Bei den Jüngeren Leuten, wie sie ja in Berlin-Ost zuhaufe die
PDS gewählt hatten, könnte sich eine Diskussion und Aufklärung
evtl. noch lohnen.
Na, das ist doch ein Ansatz 
Das klingt in meinen Ohren besser, als Verdammung und Missachtung.
Die Partei verbieten und nur noch demokratische Parteien zu
den Wahlen zulassen. Dann werden sie sich zwangsläufig eine
Alternative suchen, oder eben zuhause bleiben.
Das würde ich ebenfalls unterstützen. Für das Verbot wäre ich allerdings nur, wenn mir jemand mehr und konkreteres bietet, als ich bisher von dir gehört habe.
Natürlich. Jeder kann sich in einer Demokratie auch
undemokratisch verhalten, solange er seine Mitmenschen damit
nicht beeinträchtigt.
Das stimmt im Prinzip.
Womit wir den Zirkelschluß zur PDS und ihrer Symphatisanten
hätten: ihnen wird es erlaubt, sich undemokratisch zu
verhalten und Millionen von Mitbürgern zu beeinträchtigen.
Wenn ich feststelle, dass mir noch keine konkreten Fakten bekannt sind, die eine Verfassungsfeindlichkeit belegen, dann sehe ich im Großen und Ganzen nicht, wo sich die PDS-Sympathisanten undemokratisch verhielten.
Sie wählen eine zugelassene Partei in einer demokratischen und geheimen Wahl.
Wenn der politische Gegner nicht würdig ist, sich mit ihm
auseinanderzusetzen, dann kann man wirklich nur abwarten (und
darauf hoffen, dass es andere tun).
Richtig.
Ich hoffe, du setzt hier nicht wirklich nur auf den politischen Kampf anderer gegen die PDS sondern beteiligst dich auch.
Wir brauchen jeden Mann! 
Allerdings könntest du diesem Kampf durch zu krasse Thesen schaden, in dem du die Leute, die heute noch PDS wählen, so vor den Kopf stößt, dass sie allein aus Trotz weitermachen.
Aber dein Wissen aus zweiter Hand wiegt mehr, als das aus
erster Hand bzw. eigener Erfahrung?
Nein, aber ich habe die Info von mehreren Personen erhalten,
die ich gut kenne und deren Background ein sehr respektabler
ist.
ok, akzeptiert
Verstehe mich nicht falsch, ich möchte Dich hiermit nicht
beleidigen. Aber ich kenne Dich nicht, weiß nicht was Du
machst, wie Du ausgebildet bist.
Daher wiegt für mich natürlich die Ansicht derer, die ich
kenne, schwerer.
Gut, ich habe mich nicht beleidigt gefühlt. Vielleicht hat sich dieser Punkt im Eifer des Gefechtes auch etwas zu sehr zugespitzt.
Und da du über Sachen sprichst, die ich zum Teil selbst erlebt
habe, da du über Menschen verurteilend sprichst, die mit mir
zusammen betroffen waren, äußere ich meinerseits meine
Bedenken.
Das ist ja auch in Ordnung.
Wir haben hier, und genau das ist ja den Genossen von der PDS
ebenfalls nach wie vor ein Dorn im Auge, Meinungsfreiheit.
Denke also, was Du willst. Es ist o.k. für mich.
Ich weiß nicht genau wem die Meinungsfreiheit ein Dorn im Auge ist, aber du hast natürlich Recht: Dass es sie (noch) gibt, ist ein gutes Zeichen.
Allerdings, und dass halte ich für fast genauso wichtig, wie die Freiheit eine Meinung zu äußern: Es muss auch immer die sachliche Auseinandersetzung mit anderen Meinungen gesucht werden. Und bei diesem Punkt hatte ich anfänglich das Gefühl, dass du sie durch Verurteilungen und Verdammungen behinderst.
Unser langer Disput spricht natürlich jetzt dagegen.
Hier scheinst du aufgefordert, noch einmal nachzulesen.
Ausgegangen sind wir von deiner Vermutung, unter den
PDS-Mitgliedern würde Zwang hinsichtlich der Stimmabgabe
herrschen.
Das hat ja wohl nichts damit zu tun „daß ein Parteimitglied
‚seine‘ Partei auch wählt“.
Wo ist der Unterschied?
Stimme ich gegen das Programm meiner Partei, ist meine
Mitgliedschaft obsolet.
Wo ist das so? Bei der PDS? Werden dort Mitglieder ausgeschlossen, die gegen das Parteiprogramm stimmen? Hast du dafür Quellen?
(…) Hierzu kann ich nur sagen, daß es auch keine Literatur
über Hitler´s Konzentrationslager gab. Einige kannten die
Wahrheit.
Andere haben versucht, sie durch fadenscheinige Argumente zu
vertuschen oder vor sich selbst zu ignorieren. Am
fürchterlichen Ergebnis hat das nichts geändert…
Einen Unterschied gibt es aber: Die PDS und ihre politische
Tätigkeit ist aktuell noch vorhanden. Wenn man es versuchte,
könnte man sehr wohl die Chance haben, Belege zu finden.
Der erste und wichtigste Beleg ist die geistige, ideologische
Basis dieser Partei.
Das ist mir leider zu diffus, aber lassen wir das.
Sie basiert auf der Führungsebene eines Mörderregimes.
Was würde wohl passieren, wenn ich heute die „3. Reich Revival
Partei“ o.ä. gründen wollte?
Auch hier möchte ich widersprechen. Den Vergleich halte ich auf Grund dessen, was ich weiß für übertrieben. (Zumindest, wenn man über die DDR spricht.)
Aber darüber könnten wir sicher auch noch trefflich und lange diskutieren. Das sollten wir aber - damit die Übersicht noch einigermaßen erhalten bleibt - bei Gelegenheit in einem neuen Thread (schreibt man das so?) machen.
99% der Bevölkerung würden das kategorisch ablehnen.
Komischerweise gab und gibt es gegen die PDS und ihre
Protagonisten keinen Volksaufstand. Ich vberstehe die Welt
nicht mehr.
Ich denke, viele (auch im Osten) sehen zwar die zweifelhafte moralische Basis dieser Partei, nur wenige sehen das aber so extrem wie du. (Nur vorbeugend: Hier ist nichts Beleidigendes gemeint!)
Es ist für mich persönlich einfach vollkommen unfassbar, wie
auch nur ein einziger Mensch der lesen und schreiben kann
diese Partei auch nur für legitim halten bzw. sie dann auch
noch wählen kann!
Na, wenn das kein guter Abschluss ist! Hier kann ich dir voll und ganz zustimmen. Auch ich bin über die Wahlerfolge der PDS entsetzt. Ich kann mir zwar denken, wie sie dazu kommen, ihr Kreuz bei denen zu machen. Dass Menschen in ihrem Wahlverhalten aber so kurzsichtig (in beide Richtungen: Vergangenheit und Zukunft) sind, ist leider (siehe Herrn Koch in Hessen) wohl Tatsache.
Ich weiß noch, wie ich in den letzten Tagen der NVA abkommandiert wurde, um den Parteitag einer der Mutationen dieser Partei (damals nannten sie sich SED-PDS) zu bewachen.
Allein die Tatsache, dass so etwas befohlen werden konnte, fand ich (angesichts der angebrochenen Freiheit im Land) unglaublich.
Übrigens: Kurz danach habe ich (mit einem Mitsoldaten) den Streik in unserer Kompanie organisiert. Das war mein erstes Erlebnis von Freiheit, bei dem ich selbst als Handelnder aktiv war.
Zeit für eine kleine Anekdote?
Als der Streik - es ging gegen ein Manöver mit den Russen im Februar oder März 1990 - einige Tage andauerte, kam dann auch die Presse aus dem Westen. Ergebnis war, dass mein Mitstreiter und ich als Organisatoren des Streiks interviewt wurden.
Ich weiß noch, dass es ein ARD-Journalist war, habe die Sendung danach auch gesehen, aber leider den Namen dieser Sendung vergessen.
Wir haben uns auf das Interview vorbereitet und wollten nur 2 Punkte bringen:
- Wir streiken gegen ein Manöver mit den Russen, weil wir das Ende des kalten Krieges als Anlass sahen, an solchen Militärgroßveranstaltungen (die ja noch eindeutig den Feind im Westen sahen) nicht mehr teilzunehmen.
- Wir rufen auch die Bundeswehrsoldaten zum Streik auf, damit ein Zeichen gegen die militärische Konfrontation zwischen Ost und West gesetzt wird.
Beide Punkte habe ich so vorgetragen.
Rate mal, welchen Punkt die ARD-Leute rausgeschnitten haben…
Gruß,
Salzmann