Hallo, Frank!
Weißt Du, Begabungen gibt’s ja viele, aber von keiner könnt’
ich sagen: DAS ist es, was ich jetzt wirklich
machen will! So was erwarte ich mir ehrlich gesagt schon.
und da wäre dann die Frage, ob Du nicht ZUVIEL erwartest?
und da wäre dann die Frage, ob Du nicht ZUVIEL VON DIR
VERLANGST.
Wie kommst Du darauf? *überraschtdreinschau*
Meine Arbeit in der Drogenberatung macht mir einen
Riesenspass. Es ist meine Berufung.
Siehst Du, Du weisst Deine Berufung doch auch, warum sollte ich also zuviel von mir verlangen, wenn ich erwarte, auch meine zu (er-)kennen? *vieleFragezeichenhab*
… habe ich mich entschlossen nur
noch halbe Tage zu arbeiten, damit ich genügend Zeit habe, das
zu tun was mir MEHR Spass macht.
Das find’ ich echt toll! Ich freu’ mich aufrichtig für Dich! Vielleicht kann ich das eines Tages auch sagen … warum auch nicht?
Es ist für mich eine Horrorvorstellungen etwas 8 STUNDEN
TÄGLICH!!! tun zu müssen, was eigentlich NICHT meine Berufung
ist. Rechne das mal hoch auf 40 Jahre: 8 STUNDEN TÄGLICH!!
Jaja, Frank, ich kann Dir sagen, dass ich mir das sehr gut vorstellen kann, und ich bin davon überzeugt, dass es davon sehr, sehr viele Menschen gibt, die da mitreden können 
Nun gibt es Leute die behaupten, sie „definieren“ sich nicht
über den Beruf. Eine schöne Formulierung. Aber worüber tun sie
es dann …
Wow, welch schwerwiegende Frage *inSphärenschweb* … Du hast mir eben den Stoff für eine neue Frage hier im Forum gegeben *herzlichlachenmuss* … das ist nämlich eine meiner unbeantworteten Fragen … *spitzgrins*
Jeder sollte für sich einen VERTRÄGLICHEN Weg finden.
Nein. Schlicht und einfach NEIN! Wieso einen „nur“ verträglichen Weg finden, wenn einer möglich ist, der zutiefst befriedigend ist? Wenn es anderen Menschen möglich ist, warum soll es mir nicht möglich sein? Neinnein, mit „verträglich“ geb’ ich mich nicht zufrieden, das ist zu wenig … *bisschenunwilligbin* …
Hm, sollte ich wirklich ZUVIEL erwarten bzw. verlangen? *kurztiefnachdenk* …
Nein. Denk’ ich nicht. Punkt.
Deine Zeilen erwecken bei mir den Eindruck, dass Du nach einer
„OPTIMALEN“ Lösung suchst,(die gibt es meines Wissens nicht)
so ungefähr: Das muss mir auch die nächsten dreißig Jahre lang
8 Stunden täglich Freude bereiten.
Dann wird es schwer DAS zu finden.
Da hast Du absolut Recht. So was werd’ ich auch nicht finden. Das einzige, was ich finden möchte, ist, heraus zu finden, was mich so tief erfüllt, dass ich es als meine „Berufung“ empfinde. So wie eben Du, wenn Du sagst "MeineArbeit in der Drogenberatung macht mir einen Riesenspass. Es ist meine Berufung. Du verstehst?
Wie wäre es denn mit der Einstellung: jetzt mach ich das, was
mir Spass macht. Morgen schaun wir neu. Interessen verändern
sich. Was mir heute noch Spass gemacht hat kann in ein, zwei
Jahren UNINTERESSANT geworden sein- dann kann ich mich doch
neu orientieren? Also wo ist das Problem.
*autsch*
Für Dich ist das kein’s, ich weiß das. Du weisst ja, was Dir durch und durch Spaß macht 
Durch AUSPROBIEREN und EXPERIMENTIEREN. Ich wiederhole mich,
die Voraussetzungen: Neugier, Wagnis, ERLEBNISHUNGER.
Oh, Du kannst mir glauben, DAVON hab’ ich jede Menge *seeehramüsiertgrins* …
Neben dem eigenen GESPÜR für DAS was einem liegt, wissen oft
die Menschen, die uns nahe stehen, was wir besonders gut
machen- wo wir ein Talent besitzen- also der Austausch mit den
Mitmenschen wäre auch schon wichtig.
Du hast Recht mit dieser Aussage, aber nur insofern, als dass es eine relativ vage Hilfe ist. Wenn Du fünf Menschen fragst, wozu sie Dich für geeignet halten, erhältst Du ziemlich sicher mindestens vier Meinungen, die u.U. sehr different sind
Kennst Du das nicht aus eigener Erfahrung?
Aber ich werd’ in Zukunft mehr darauf achten, denk’ ich mal.
Für mich habe ich eine ganz simple Lösung gefunden: Ich mache
grundsätzlich nur noch Dinge die mir HEUTE WIRKLICH Freude
bereiten.
Ja, damit hab’ ich auch angefangen. Ist aber gar nicht so einfach zu verwirklichen, wenn man nicht herausfinden kann, was einem WIRKLICH Freude macht - oder wenn einem ALLES nur EIN BISSCHEN Freude macht. Ich weiß, durchaus nicht normal. Aber so ist es eben *nichtganzpositiveGefühlehab*
Warum müssen wir das Leben immer so kompliziert machen, wo
doch alles so einfach ist?
Nur weil es für Dich einfach ist, ist es tatsächlich einfach? Meinst Du das wirklich genau so, wie es sich hier an"hört"?
Kann ich nicht glauben, sorry *autsch*
Aber ich versteh’s. Ich weiß, wie nervraubend es sein kann, wenn das Gegenüber Dinge, die für einen selbst absolut keine Frage sind, so unendlich verkompliziert. Manche Menschen nehmen diese Gelegenheit wahr, um ihre Empathie zu fördern 
Tja, damit trotz allem verständnisvolle Grüße,
Silvia