Beruf(ung)

Nach einigem Zögern über die Sinnhaftigkeit meiner Frage stelle ich sie doch, weil mit dieser Frage möglicherweise Anderes, (für mich) Wichtiges, ans Tageslicht kommt *verschmilztgrins* …

Hier mal die Problemstellung:

Es soll Menschen geben, die ungewöhnlich lange Zeit (im Verhältnis der Dauer eines Menschenlebens) benötigen, um endlich zu wissen, was ihre berufliche Eignung ist. Auf die Frage, was sie denn als Hobby gern machen, können sie zwar einiges aufzählen, aber nichts konkret herauslösen, was sie gern täglich 8 Stunden tun würden. Oder gar ihr Leben lang.
Berufseignungs-Tests haben ergeben, dass viele Interessen und einige Begabungen vorhanden sind, und gezwungenermassen fängt man auch irgendwo an (meist eine Lehre, die halt momentan gute Aussichten hat).
Bis man draufkommt, dass es doch nicht das ist, was einen wirklich befriedigt.

Und hier meine Fragen dazu:

Wie kommt das?
Könnte das im vagen Zusammenhang mit einer/der Identitätsfrage stehen?
Oder dass man seinen „Platz“ in der Gesellschaft nicht erkennt/findet? Denn damit im Zusammenhang hört man oft die Phrase „für die Gesellschaft nützlich sein“.

Vielen Dank im Vorhinein für jegliche (also so genannt „fachliche“ als auch „unfachliche“ *gg*) gedankliche Anregungen *erwartungsvollerBlick*

Liebe Grüße,
profound

hi

Ich denke, daß es heutzutage ein sehr großes Problem ist, daß Menschen orintierungslos sind.

Beginnen wir mal ganz am Anfang, wenn ein Mensch begreift, seine Träume zu reduzieren:

  • Schon sehr kleiner Kinder merken bei z.B. sportlichen Aktivitäten, daß sie im Vergleich entweder gut/besser oder schlecht(-er) sind als andere. An dieser Stelle beginnt nun entweder die Verlagerung dieser Träume (natürlich geschieht dies unbewußt) auf andere Gebiete oder eben die Selbstförderung.

  • Nun muß man erwarten, daß im Laufe seiner Jugend, nachdem jeder mit genügend Bereichen konfrontiert worden ist, seine Bestimmung, in welcher auch die Erfüllung zu erwarten ist, findet. Schaut man sich jedoch die heutigen Jugendgruppen an, so sieht dies anders aus. Woran liegt das nun?

    • Es ist einfach zu sagen, wie lebten in einem Luxus-Staat, wo den Jugendlichen überordentlich viel geboten wird. Betrachtet man nun diesen Fall, so scheint dies zu stimmen: möchte Jemand Video-Spiele spielen, dann besorgt er sich die nötigen Geräte und spielt und findet hierin seine Erfüllung. Andere finden diese vielleicht in der Schule. Andere im Sport.
    • Nun haben wir ein Problem? Welcher Bereich gilt als richtigen und welcher als falsche Erfüllung? Gibt es überhaupt richtig oder falsch?
    • Ja die Gesellschaft hat diejenigen Bereich als richtige Bereiche definiert, wo Geld zu verdienen ist. Somit haben wir einen Fall, welcher falsch ist, nämlich der Vidospiel-Spieler. Aber wer ist daran schuld. Er für seinen Teil ist doch erfüllt? Nun ja, die Wirtschaft hat diesem durch Werbung und ähnlichen vorgemacht, erfüllt zu werden und diese Person füllt sich auch erfüllt!
      Aber zählen hierzu dann auch nicht Einrichtungen wie Disko, Kneipe…

Kehren wir aber nun zum Ausgang zurück, und zwar zum erwachsenen Menschen! Gibt es sowas wie Erfüllung im Beruf und im Leben?

  • Ja, diese gibt es, muß man sagen! Was ist aber die Voraussetzung hierfür? Nichts anderes, wie das vorher beschriebene! Der Prozess zum Finden seiner Bestimmung liegt im Prozess der Selbsterkenntnis und der Konfrontation mit möglichst vielen verschiedenen Bereichen, bis schließlichen eine Person sagen kann: Ja, das ist meine Niesche!

  • Nun, was könnten Störfaktoren sein? Ganz klar: Überschätzung, Neid, Selbstquälerei, Strebertum, Geldgier, Reichtum…

  • Somit sind wir bei der Aufgabe der Eltern: mit ihrem Leben das Prägen ihrer Kinder durch Vorbild, Streßbehandlung, Ärger, Unzufriedenheit, Weisung, Interessens-Weckung, Begeisterung…

Aber jedes einzelne Individuum darf nun nicht sagen, es sei die Elternschult, das wäre nämlich ein fataler Fehler, denn Eltern tun ihre Bestmögliches, das ist wohl kaum auszuschließen! Es muß somit, ein Selbstinteresse an Bestimmungs-/Erfüllungsfindung vorhanden sein…

tschüß
ali drin

Berufsfindung
Hallo,

ich habe neulich eine Sendung im Deutschlandfunk habe ich gehört, dass in D die durchschnittliche Berufsfindungsphase (Zeit zwischen Schulabschluss und Aufnahme der ersten beendeten Ausbildung) nach dem Abitur 2 1/2 Jahre beträgt.

Es soll Menschen geben, die ungewöhnlich lange Zeit (im
Verhältnis der Dauer eines Menschenlebens) benötigen, um
endlich zu wissen, was ihre berufliche Eignung ist.

Wenn es im Durchschnitt bereits 30 Monate dauert, ist das zu erwarten.

Berufseignungs-Tests haben ergeben, dass viele Interessen und
einige Begabungen vorhanden sind, und gezwungenermassen fängt
man auch irgendwo an (meist eine Lehre, die halt momentan gute
Aussichten hat).
Bis man draufkommt, dass es doch nicht das ist, was einen
wirklich befriedigt.

Das ist ein gar nicht so seltenes Schicksal. Aber an der Stelle eine Gegenfrage: Muss ein Beruf befriedigen?

Wie kommt das?
Könnte das im vagen Zusammenhang mit einer/der Identitätsfrage
stehen?
Oder dass man seinen „Platz“ in der Gesellschaft nicht
erkennt/findet? Denn damit im Zusammenhang hört man oft die
Phrase „für die Gesellschaft nützlich sein“.

Wieso sollte man für die Gesellschaft nützlich sein? Die Grundfunktion eines Jobs ist es, damit das Geld für das tägliche Brot zu verdienen. Wer nichts tut und sich vom Staat alimentieren lässt, hat bereits dieses elementare Ziel verfehlt (Ich meine damit die „vorsätzlich“ Arbeitslosen). Ob der Beruf nützlich ist oder nicht kommt viel später auf der „Berufsbedürfnispyramide“.

Also meine unfachliche Ansicht (bin kein Psychologe) ist die:
Es gibt mehrere Faktoren
(1) Die Schule vermittelt keinen Einblick in die Arbeitswelt. Woher soll also ein Schüler überhaupt wissen können, welche Möglichkeiten es gibt.
(2) Es gibt beim Übergang zwischen Schule und Ausbildung einen abrupten Übergang zwischen dem Schutzraum Schule und dem echtem Leben. Hier spielt auf einmal das Wollen eine Rolle (es wird einem nichts mehr hinterhergetragen)
(3) Es scheint auch einen geschlechtsspezifischen Unterschied zu geben. In meinem Bekanntenkreis sind es vornehmlich Frauen, die später den Beruf wechseln und noch eine Zweit- oder gar Drittausbildung noch anhängen. (Das hat übrigens nichts mit Nachwuchs zu tun! Klar, die Stichprobe ist klein, es ist aber auffallend, dass sich viele Frauen mit um die 30 in eine neue Ausbildung stürzen, während die Männer nach den Chefsesseln streben). Liegt es an der Sozialisation oder an der Erwartungshaltung? Ich weiss es nicht. Als Diskussionsgrundlage schlage ich folgende These vor: Wer Befriedigung in seinem Beruf sucht, wird häufig den Beruf wechseln. Wer dagegen nach einer bestimmten Funktion/Karriere strebt (egal welcher Job) und daraus seine Befriedigung zieht, wird „bei der Stange bleiben“.

So, das waren ein paar Denkanstöße
Grüße R.

Hallo, ali drin!

Ich denke, daß es heutzutage ein sehr großes Problem ist, daß
Menschen orientierungslos sind.

Hm, interessant, dass Du das Empfinden fehlender Berufseignung mit „orientierungslos“ verknüpfst *nachdenklichbin* …
*grübel* … wieso eigentlich?

Beginnen wir mal ganz am Anfang, wenn ein Mensch begreift,
seine Träume zu reduzieren:

  • Schon sehr kleiner Kinder merken bei z.B. sportlichen
    Aktivitäten, daß sie im Vergleich entweder gut/besser oder
    schlecht(-er) sind als andere. An dieser Stelle beginnt nun
    entweder die Verlagerung dieser Träume (natürlich geschieht
    dies unbewußt) auf andere Gebiete oder eben die
    Selbstförderung.

Ok …

  • Nun muß man erwarten, daß im Laufe seiner Jugend, nachdem
    jeder mit genügend Bereichen konfrontiert worden ist, seine
    Bestimmung, in welcher auch die Erfüllung zu erwarten ist,
    findet.

Das würde bedeuten, dass ein „berufswunsch-loser“ Mensch mit zu wenig verschiedenartigen Bereichen in seiner (früheren oder späteren *gg) Jugend konfrontiert wäre? *leichtskeptischdreinblick* … ich weiß nicht, ob es so ist. Kann’s nicht auch umgekehrt sein? Soll keine provokative Frage sein, ich weiß es einfach (noch) nicht.

    • Es ist einfach zu sagen, wie lebten in einem Luxus-Staat,
      wo den Jugendlichen überordentlich viel geboten wird.
      Betrachtet man nun diesen Fall, so scheint dies zu stimmen:
      möchte Jemand Video-Spiele spielen, dann besorgt er sich die
      nötigen Geräte und spielt und findet hierin seine Erfüllung.

Zwingend? Nein, aus eigener Erfahrung weiß ich das.

Also, ich hab’ mit dieser Pauschalisierung „heutige Jugendgruppen“ so meine Schwierigkeiten. Denn für mich persönlich trifft dies in keinster Weise zu. Ich war und bin immer anders als Andere, in fast jeder Hinsicht. Ich will auch gar nicht sein wie andere *grummel* …
Sorry, nimm’s nicht persönlich, ist nicht gegen Dich.
Ich werd’ nur immer und immer wieder völlig un-sinnigerweise mit diesen gesellschaftlichen Pauschal-Urteilen, -Ansichten und -Verhaltensweisen konfrontiert und oft wird ein andersartiges … „Wesen“ muss ich schon sagen … mir völlig unverständlicherweise ausgegrenzt, als „marsianisch“ oder sonstwie von einer anderen Galaxis kommene *etwassarkastischgemeint* betrachtet, mit dem man/frau nix anfangen kann außer Abstand zu demjenigen zu halten. *hm,michunverständlicherweisedrüberaufreg* … ja, ich weiß schon warum: Weil’s mich betrifft *grübel*
… *Wortesuchenmuss* … ich glaube, ich bin abgeschweift *überraschtdreinblick* …

*Fadenverlorenhab* … also weiter im Text:

    • Nun haben wir ein Problem? Welcher Bereich gilt als
      richtigen und welcher als falsche Erfüllung? Gibt es überhaupt
      richtig oder falsch?

Ja, das gibt es. Aber bloß subjektiv richtig und falsch. Denn was für mich richtig ist, kann für Dich grundfalsch sein. Oder umgekehrt. Das ist genau das selbe, wie die Realität nicht „wahr“ oder „unwahr“ sein kann, sie ist eben rein subjektive Wahrnehmung. Oder, oder, oder, da gibt’s jede Menge Beispiele.

    • Ja die Gesellschaft hat diejenigen Bereich als richtige
      Bereiche definiert, wo Geld zu verdienen ist.

Tja, gesellschaftliche Vorgaben waren für mich zu keinster Zeit verbindlich *sehremotionalesRufzeichen*!

[… Video-Spieler …] Er für seinen Teil ist doch
erfüllt?

Nun mal ehrlich, ali drin: Glaubst Du im Ernst, dass der Mensch sich wirklich zutiefst „erfüllt“ fühlt, nur weil ihm gesagt wird, wenn Du dies oder das tust, fühlst Du Dich erfüllt?? Sorry, aber da fehlt mir jegliche Fähigkeit, dies nachzuvollziehen … *perplexbin* …
Oder sollt’ ich da was falsch verstanden haben? Hm …

Nun ja, die Wirtschaft hat diesem durch Werbung und
ähnlichen vorgemacht, erfüllt zu werden und diese Person fühlt
sich auch erfüllt!

Glaub’ ich grundsätzlich nicht. Kann einfach nicht sein.

Aber zählen hierzu dann auch nicht Einrichtungen wie Disko,
Kneipe…

Hmmmm …

Gibt es sowas wie Erfüllung im Beruf und im Leben?

  • Ja, diese gibt es […]! Was ist aber die
    Voraussetzung hierfür? […]
    Der Prozess zum Finden seiner Bestimmung liegt
    im Prozess der Selbsterkenntnis

Also doch ein Zusammenhang *seeeeeeehrnachdenklichbin* …

  • Somit sind wir bei der Aufgabe der Eltern …

Das seh’ ich nicht so. Es ist ganz allein meine Aufgabe, meine Erfüllung im Leben zu finden, das kann niemand anders für mich machen, auch Eltern können dies nicht für ein Kind festlegen. Nicht einmal die Weichen dafür stellen. … Oder doch? …

Jetzt gibt es u.a. die Möglichkeit, ali drin, dass Du Deinen Beitrag im wahrsten Sinn des Wortes „zerpflückt“ siehst. Ich bitte Dich jedoch, dies nicht so zu sehen. Es ist einfach meine Art, mich mit einem Thema auseinander zu setzen. Sorry, geht nicht anders.

In diesem Sinne vorerst mal herzliche Grüße,
profound

Hallo Profound,

Darf ich mal anders rum fragen: Wieso muss ich mich
denn durch meine Berufswahl definieren? Die lange Findungs-
phase liegt vielleicht daran, weil man denkt, dass dies
eine Entscheidung ‚fuers Leben‘ ist und man Angst hat,
nicht mehr ‚rauszukoennen‘. Tatsache ist aber, dass unser
Leben sich aendert und mehrere unterschiedliche Berufswege
sich in unserem Leben mehr und mehr ueberlappen.

Es ist doch sowieso (gemessen am Weltstandard) totaler
Luxus, ein Hobby zu finden, dass man zum Beruf macht.
Die ueberwiegende Mehrheit arbeitet, um zu leben. Wenn
man die Arbeit gern macht, hat man unverschaemtes Glueck.

Gruesse, Elke

Hallo, eklastic!

… Wieso muss ich mich
denn durch meine Berufswahl definieren?

Ist es ein Definieren, wenn man nach seiner Eignung sucht?
So hab’ ich’s noch nicht gesehen, mal drüber nachdenken …

Die lange Findungs-
phase liegt vielleicht daran, weil man denkt, dass dies
eine Entscheidung ‚fuers Leben‘ ist

Naja, ich denke auch, dass sich durch die Änderung in einem drin sich auch das Drumherum ändert, sich also auch die Berufsrichtung.
Dennoch (ich weiß nicht wieso) bin ich ständig auf der Suche nach meiner Grund eignung, die viele Menschen in sich verspüren.

Es ist doch sowieso (gemessen am Weltstandard) totaler
Luxus, ein Hobby zu finden, dass man zum Beruf macht.
Die ueberwiegende Mehrheit arbeitet, um zu leben. Wenn
man die Arbeit gern macht, hat man unverschaemtes Glueck.

Da hast Du sehr Recht, Elke, aber das Finden der beruflichen Grundeignung (ich find’ leider keinen passenderen Ausdruck) heißt ja sowieso nicht, dass ich das auch beruflich auslebe. Es geht nur um’s erkennen dieser.

Sollte ich da einen Denkknoten haben??

Liebe Grüße,
profound

Hi, rOs!

… Gegenfrage: Muss ein Beruf befriedigen?

Treffende Frage … nein, aber ich mache einen Unterschied zwischen dem Wunschberuf (seiner beruflichen Grundeignung) und dem Beruf, den man (aufgrund der Möglichkeiten) ausüben kann (oder muss).

Wieso sollte man für die Gesellschaft nützlich sein?

Die Gesellschaft verlangt das. Und wenn man einen Job ausübt, den man einfach nicht mag, in dem man sich nicht wohl fühlt, kann man ihn auch nicht gut ausüben. Das führt in der Regel dazu, dass man viele kurze Jobs hintereinander hat, sich aber nirgendwo reinfinden kann. Was zu häufiger Arbeitslosigkeit (obwohl arbeitswillig) oder zu großer täglicher Frustration führt.

Ob der Beruf nützlich ist oder nicht kommt viel später auf der
„Berufsbedürfnispyramide“.

Naja, die Gesellschaft zeigt auf, dass jeder „nützlich“ ist, der arbeitet, im Grunde egal, was. So zumindest mein Eindruck.

Wer Befriedigung in seinem Beruf sucht, wird häufig den Beruf
wechseln.

*nachdenk* …

So, das waren ein paar Denkanstöße

In der Tat :wink:

Dankbare Grüße,
profound

Hallo,

imho kann es gleich eine ganze Menge an Gründen hierfür geben.

Was in den sogenannten Bewerbertrainings häufig auffällt, ist , dass die Teilnehmer auf die Frage: Was sind Ihre Stärken und was sind Ihre Schwächen, in der Regel mehr Schwächen aufzählen können, als Stärken.

Ein Großteil der Menschheit verbringt irrsinnig viel Zeit damit, die Schwächen zu „bearbeiten“ Sie machen nichts anderes als unbedingt, auf Teufel komm raus, das zu erlernen, wozu Ihnen nun jegliche „Begabung“ fehlt. Das hat ME zur Folge, dass Sie jede Menge Energie verschwenden. Ihre natürlichen, Ihnen gegebenen Stärken „verkümmern“ da Ihre gesamte Konzentration sich darauf legt, was sie nun gerade nicht können!

Ein weiterer Grund könnte sein, dass (nicht alle) Menschen die Möglichkeit haben, Situationen zu erleben, in denen Ihnen verdeutlicht wird, wozu sie eigentlich „berufen“ sein könnten.
Wer nie ins Wasser fällt- wird auch nicht schwimmen können. Du verstehst was ich meine?
Der Zufall entdeckt viele Begabungen- und wer nichts ausprobiert und nicht neugierig darauf ist, wen die Aufgabe nicht reizt, wer kein Risiko wagt- dem bleibt eben vieles verborgen- unter Umständen auch die Begabung, oder „Berufung“

Eltern und Lehrer stehen in der Verantwortung, wenn es darum geht die Kinder zu fördern. Bei unserem Schulsystem- wo jedes Kind am Besten alles können muss- beinahe unmöglich.
Im Berufsleben ist es ja heute nicht anders. Jemand der gut zupacken konnte war früher schlicht ein „Lagerarbeiter“. Willst Du heute in dieser Position arbeiten, musst Du kaufmännische Kenntnisse haben, möglichst zwei Fremdsprachen sprechen- EDV sowieso, einen Führerschein blablabla… Du musst in fast jedem Beruf ein „Alleskönner“ sein. So wird es gefordert. So bleiben die wirklichen Stärken „verborgen“

Nur mit Konzentration auf Deine Begabung- Deine Stärke- wirst Du den Spaß und die Freude haben. Das ist schlecht möglich, wenn Du ein „Alleskönner“ sein musst.
Vielen bleibt es verwehrt diese Begabung „auszuleben“ (zumindest im Beruf)

Die freie Berufswahl haben wir schon lange nicht mehr. Heute musst Du nehmen was kommt, um Deine Existenz zu sichern. Das macht viele unzufrieden, unglücklich. Wenn also keine Perspektive besteht, warum soll ich dann nach meinen Stärken Ausschau halten- ist doch eh für die Katz’. So denken anscheinend viele.

Unternehmer und Arbeitgeber die damit geizen Ihre Mitarbeiter für Ihre Leistungen und Stärken zu loben und vernünftig zu entlohnen, dürfen auch nicht die Erwartung haben, dass „Experten“ geboren werden. Wer keine Anerkennung bekommt, wird auch nicht darauf aus sein, seine Begabung zu fördern. Das ist doch recht simpel!

Das gilt für die "Erwachsenen- Welt UND die Kinderwelt.

Eine Gesellschaft, die uns nicht die Möglichkeit gibt, sich frei zu entfalten, die überall Grenzen und Barrieren baut, damit Menschen möglichst nicht das tun dürfen, was Ihnen liegt, braucht sich nicht zu wundern, dass die Menschen lethargisch vor sich hin leben.

Der Traumberuf bleibt zeitlebens den meisten Menschen versagt.
Denjenigen wäre vielleicht zu raten, auf anderem Wege (als auf dem Berufsweg) Ihr Glück zu finden.
Ich verdiene mein Geld auch nicht mit meinen Stärken.

Fazit: Erziehung, Prägung, Gesellschaft, Umfeld, Förderung und noch jede Menge andere Dinge spielen eine Rolle!

Ein lieber Gruß

Frank

Hallo

ich bin immer noch in der Findugsphase, da ich alles das was mich interessieren
würde nicht auf anhieb machen kann, weil ich nur Fachabi habe.
In meinen jetzigen Beruf bin ich mehr oder weniger reingerutscht, jetzt arbeite
ich halt, würde schon gerne was anderes machen, aber wie gesagt, da steht das abi
im Weg und man wird ja nicht jünger.

Einige meiner Freunde studieren zwar, aber ich glaube nicht, das die Mehrheit von
ihnen den Beruf machen wird, den sie gelrent haben.

Woran das liegt?
Im Laufe des Lebens hat man unterschiedliche Interessen, als ich 7 war, war mein
Berufsziel „Feine Dame“, mit 16 Hebamme, mit 18 Sozialpädagogin, und jetzt weiss
ich es nicht.
Laut Arbeitsamteignungstest hätte ich übrigens katholische Kirchenmusikerin oder
Gärtnerin werden sollen. Ich spiele noch nicht mal ein Instrument.

Wirklich aufgehen in seinem Beruf ist wohl eher die Aussnahme, die meisten gehen
wohl den Weg des geringsten Übels, bzw des vorhandenen Arbeitsplatzes.

Der Beruf den Gegenpapstes wäre noch zu haben, da gabs einige im Mittelalter
sozusagen eine aussterbende Berufsgruppe.

Julia

Hallo, Julia!

ich bin immer noch in der Findugsphase

Naja, bei Dir ist das auch voll ok - Du bist ja schießlich noch sehr jung :wink:

… würde schon gerne was anderes machen

Das ist genau der Punkt, Julia. Du weisst , was Du gern machen würdest. Find’ ich ehrlich beneidenswert, sag’ ich Dir ganz offen.

Im Laufe des Lebens hat man unterschiedliche Interessen, als
ich 7 war, war mein Berufsziel „Feine Dame“, mit 16 Hebamme, mit 18
Sozialpädagogin, und jetzt weiss ich es nicht.
[…]
Laut Arbeitsamteignungstest hätte ich übrigens katholische
Kirchenmusikerin oder Gärtnerin werden sollen. Ich spiele noch
nicht mal ein Instrument.

Na, das ist ja eine witzige Kombination *sehramüsiertbin* … noch dazu in Verbindung mit Deinen Jugendinteressen *nochmehramüsiertlachenmuss*

Der Beruf den Gegenpapstes wäre noch zu haben, da gabs einige
im Mittelalter sozusagen eine aussterbende Berufsgruppe.

*michzerkugl* … ich hab’ mir eben vorgestellt, wie ich dem Papst gegenüberstehe *michendloszerwutzl*

*räusperräusper* *wiederversuch,ernstzusein* *gg*
also noch eine Frage: Was würdest Du denn gern anderes machen?

Mit vielen erfrischend-amüsierten Grüßen,
profound

Hallo, Frank!

Was in den sogenannten Bewerbertrainings häufig auffällt, ist,
dass die Teilnehmer auf die Frage: Was sind Ihre Stärken und
was sind Ihre Schwächen, in der Regel mehr Schwächen aufzählen
können, als Stärken.

Ja, das weiß ich von mir, liegt aber schon hinter mir *leichtstolzaufmichbin* *gg*

Ein Großteil der Menschheit verbringt irrsinnig viel Zeit
damit, die Schwächen zu „bearbeiten“. Sie machen nichts anderes
als unbedingt, auf Teufel komm raus, das zu erlernen, wozu
Ihnen nun jegliche „Begabung“ fehlt. Das hat ME zur Folge,
dass Sie jede Menge Energie verschwenden. Ihre natürlichen,
Ihnen gegebenen Stärken „verkümmern“ da Ihre gesamte
Konzentration sich darauf legt, was sie nun gerade nicht
können!

Da geb’ ich Dir Recht. Nach harter Anstrengung, mir dessen bewußt zu werden (und Du kannst die „harte Anstrengung“ wörtlich verstehen), hab’ ich meine Energie von dieser unergiebigen Richtung in eine andere … hm, wenn ich ehrlich bin, keine Ahnung, in welche *schwerverlegengrins* … verlagert. Könnte tatsächlich „richtungslos“, oder so wie ali drin es bezeichnet, „orientierungslos“ sein ---- *Denkfaltenkrieg*

Ein weiterer Grund könnte sein, dass (nicht alle) Menschen die
Möglichkeit haben, Situationen zu erleben , in denen Ihnen
verdeutlicht wird, wozu sie eigentlich „berufen“ sein könnten.
Wer nie ins Wasser fällt- wird auch nicht schwimmen können. Du
verstehst was ich meine?

Absolut. Und das find’ ich hochinteressant. Nämlich das Detail, „Situationen zu erleben“, nicht nur „mit den verschiedensten Bereichen konfrontiert werden“ (ali drin) oder sinngemäss „die Schule vermittelt zu wenig Einblick in die Arbeitswelt“ (rOs). Ali drin und rOs, bitte versteht das nicht als Kritik, es ist bloß ein Zugeben meinerseits, dass ich es entweder zu wenig ordentlich gelesen oder zu wenig drüber nachgedacht hab’! Manchmal brauch’ ich eben ein wenig länger *etwasverlegenrotwerd*

Der Zufall entdeckt viele Begabungen- und wer nichts
ausprobiert und nicht neugierig darauf ist, wen die Aufgabe
nicht reizt, wer kein Risiko wagt- dem bleibt eben vieles
verborgen- unter Umständen auch die Begabung, oder „Berufung“

Weißt Du, Begabungen gibt’s ja viele, aber von keiner könnt’ ich sagen: DAS ist es, was ich jetzt wirklich machen will! So was erwarte ich mir ehrlich gesagt schon.

Eltern und Lehrer stehen in der Verantwortung, wenn es darum
geht die Kinder zu fördern. Bei unserem Schulsystem- wo jedes
Kind am Besten alles können muss- beinahe unmöglich.

Nicht nur das Schulsystem verlangt das, auch das Eltern-„System“ *leichtätzendgesagt*

Vielen bleibt es verwehrt diese Begabung „auszuleben“

Leider.
Na gut, jetzt eine andere Frage: Wie findet man/frau die berufliche Begabung/Eignung heraus? Ungeachtet dessen, ob man das jetzt ausüben kann oder nicht.

Eine Gesellschaft, die uns nicht die Möglichkeit gibt, sich
frei zu entfalten, die überall Grenzen und Barrieren baut,
damit Menschen möglichst nicht das tun dürfen, was Ihnen
liegt, braucht sich nicht zu wundern, dass die Menschen
lethargisch vor sich hin leben.

Dagegen wehre ich mich sowieso, so zu handeln, wie mir vorgeschrieben wird *Schmollmundmach*

Naja, vielleicht ist ja das ein essentielles Problem in der Frage nach der persönlichen beruflichen Eignung? … *nachdenklichMundverzieh*
Kann das sein??

Grübelnde, aber liebe Grüße,
profound

Hallo Silvia,

Weißt Du, Begabungen gibt’s ja viele, aber von keiner könnt’
ich sagen: DAS ist es, was ich jetzt wirklich
machen will! So was erwarte ich mir ehrlich gesagt schon.

und da wäre dann die Frage, ob Du nicht ZUVIEL erwartest?
und da wäre dann die Frage, ob Du nicht ZUVIEL VON DIR VERLANGST.

Meine Arbeit in der Drogenberatung macht mir einen Riesenspass. Es ist meine Berufung. Mit Menschen zu arbeiten macht mir eine sehr große Freude und ich investiere sehr viel Zeit darin. Es ist für mich keine „Arbeit“, es ist ein Hobby. Nun gut- weil der Staat seine Einsparungen immer bei den Schwächsten macht, werden hier die Stellen gestrichen. Keine Zuschüsse mehr von Land und Stadt.

Mein Geld muss ich als Sekretär verdienen. Es ist schöne, saubere Arbeit- es ist auch o.k. und ich bin damit absolut zufrieden, aber ich sprühe nicht vor BEGEISTERUNG und weil das nun mal das kleinere Übel ist, habe ich mich entschlossen nur noch halbe Tage zu arbeiten, damit ich genügend Zeit habe, das zu tun was mir MEHR Spass macht.

Es ist für mich eine Horrorvorstellungen etwas 8 STUNDEN TÄGLICH!!! tun zu müssen, was eigentlich NICHT meine Berufung ist. Rechne das mal hoch auf 40 Jahre: 8 STUNDEN TÄGLICH!!

Nun gibt es Leute die behaupten, sie „definieren“ sich nicht über den Beruf. Eine schöne Formulierung. Aber worüber tun sie es dann, wofür bleibt denn dann noch Zeit??, wenn man mal die ganz alltäglichen Arbeiten in der Wohnung, waschen, putzen, einkaufen, kochen miteinbezieht und die Verpflichtungen die man sonst noch so hat, bleibt nicht viel. Traurig.
Was ich sagen will, ist: Jeder sollte für sich einen VERTRÄGLICHEN Weg finden.

Deine Zeilen erwecken bei mir den Eindruck, dass Du nach einer „OPTIMALEN“ Lösung suchst,(die gibt es meines Wissens nicht) so ungefähr: Das muss mir auch die nächsten dreißig Jahre lang 8 Stunden täglich Freude bereiten.
Dann wird es schwer DAS zu finden.

Wie wäre es denn mit der Einstellung: jetzt mach ich das, was mir Spass macht. Morgen schaun wir neu. Interessen verändern sich. Was mir heute noch Spass gemacht hat kann in ein, zwei Jahren UNINTERESSANT geworden sein- dann kann ich mich doch neu orientieren? Also wo ist das Problem. Ich brauche doch nichts EIN LEBEN LANG tun. Das schöne ist doch, dass ich jeden Tag die freie Entscheidung habe aufzustehen und zu arbeiten, oder einfach liegen zu bleiben, weil ich keinen Bock mehr habe.

Na gut, jetzt eine andere Frage: Wie findet man/frau die
berufliche Begabung/Eignung heraus? Ungeachtet dessen, ob man
das jetzt ausüben kann oder nicht.

Durch AUSPROBIEREN und EXPERIMENTIEREN. Ich wiederhole mich, die Voraussetzungen: Neugier, Wagnis, ERLEBNISHUNGER.
Neben dem eigenen GESPÜR für DAS was einem liegt, wissen oft die Menschen, die uns nahe stehen, was wir besonders gut machen- wo wir ein Talent besitzen- also der Austausch mit den Mitmenschen wäre auch schon wichtig. Nicht in Form von: Ich sag Dir alles was Du NICHT kannst- sondern ich lobe Dich für all die Dinge die Du täglich mit Bravour machst.

Nenne mir Deine drei größten Stärken. Beantworte die gleiche Frage in drei Monaten noch mal. Bei den wenigsten Menschen ist die Antwort die gleiche. Schwächen und Stärken ändern sich mit dem Lauf des Lebens.

Für mich habe ich eine ganz simple Lösung gefunden: Ich mache grundsätzlich nur noch Dinge die mir HEUTE WIRKLICH Freude bereiten.
Warum müssen wir das Leben immer so kompliziert machen, wo doch alles so einfach ist?

Liebe Grüße

Frank

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*räusperräusper* *wiederversuch,ernstzusein* *gg*
also noch eine Frage: Was würdest Du denn gern anderes machen?

Mit vielen erfrischend-amüsierten Grüßen,
profound

Hi Profound

also wenn ich wirklich das machen könnte was ich wollte, würde ich erst mal einen
Haufen Sachen studieren. Alles was mich wirklich interessiert.
Das wäre:
-Archäologie
-Medizin vet/ med
-Theologie
-vergleichende Religionswissenschaften
-Ägyptologie
-Ethnologie
-und den Studiengang von dem ich nicht weiss wie er heisst, irgendwie
Sumerololgie, also altes Mesopotamien.

In der realen Welt müsste ich mich wohl für ein, zwei Entscheiden und davor noch
das Abitur nachmachen.

Also vieleicht doch Gegenpapst? Oder gleich ne Sekte gründen?

Lg

Julia

Gesellschaft
Grüße,

Du sprichst damit eines meiner „Lieblingsthemen“ an *G*

Ich komme leider oft nur zu der Erkenntnis, dass unsere „Gesellschaft“ uns zu viele Zwänge auferlegt hat. Bzw. wir durch Erziehung und gesellschaftliche Konditionierung nicht in der Lage sind uns ein Bild zu machen.

Ein Bild der Welt in der wir leben …
Ein Bild von den Dingen die wir vollbringen können …
Ein Bild unserer Existenz und Aufgaben …
Ein Bild der Fähigkeiten die wir niemals entdecken werden …

Diese Liste könnte ich fast unendlich erweitern, aber die Lösungsansätze sind oft nicht mit der Gesellsdchaft, Religion, Familie etc. zu vereinbaren.

Ein Lösungsweg für mich, besteht darin, ALLES ausser mir auszublenden, dann die „fremden“ Informationen (das „Fremdgelernte“) auszublenden … bis nur das übrig bleibt, was ich ALLEINE „gelernt“ bzw. erlebt habe.

Diese Befreiung ist ein Gefühl das je nach Bewusstseinszustand stark variieren kann. Angelehnt eine tiefe Meditation oder Ruhephase kann hierduch eine Menge an neuer Kraft gewonnen werden.

Allerdings muss hier jeder Mensch seine eigenen Erfahrungen verarbieten und sich selbst bewerten - wie ich festgestellt habe, neigen die Menschen eher dazu alles als gegeben hinzunehmen.

Der Übergang zur Esoterik oder zum Übersinnlichen ist somit gegeben. Eine Disskussion somit m.M. nach abhängig vom betrachteten Individuum.

Grüße
Stalker

Hi!

Ein Lösungsweg für mich, besteht darin, ALLES ausser mir
auszublenden, dann die „fremden“ Informationen (das
„Fremdgelernte“) auszublenden … bis nur das übrig bleibt,
was ich ALLEINE „gelernt“ bzw. erlebt habe.

Das gefällt mir ausgezeichnet!
Mit anderen Worten: Ich bin ganz nah bei mir.
Und weit weg von den Erwartungen anderer. Kompliment!

Leider gibt es nur einige, wenige Menschen die sich auch „ganz nah bei sich selbst“ ERTRAGEN können!

Gruß
Frank

Hallo Silvia

aufzählen, aber nichts konkret herauslösen, was sie

gern täglich 8 Stunden tun würden. Oder gar ihr Leben lang.
Bis man draufkommt, dass es doch nicht das ist, was einen
wirklich befriedigt.

Liebe Grüße,
profound

Ich habe zwar nicht 25 Jahre, Psychologie stukadiert, aber Deine Frage kann sogar ich beantworten.
Den Frauen von heute wird es immer schwerer gemacht, sich selbst zu finden.
Noch vor ein paar Jahren, wußte die Frau, was ihre Berufung ist.
In der Küche stehen und für den Mann, was schönes Kochen.
Wie ist es heute, Mann kommt fix und fertig aus der Kneipe, nach Hause, hat Hunger, auf dem Küchentisch liegt ein Zettel, Essen steht in der Mikrowelle.
Das gleiche betrifft, die Aufzucht des Nachwuchses, die Kinder von heute, sagen doch schon zur Kita-Tante, Mama, weil sie gar nicht mehr wissen, wie ihre leibliche Mutter aussieht.
Wo sind wir heute hingekommen ?
Die Frauen haben Selbstfindungsprobleme, wissen nicht ob sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließen sollen, vielleicht hilft ein Töpferkurs, man könnte auch Yoga erlernen.
Es sind leider, die gesellschaftlichen Begleidumstände, von Industriestaaten, die euch Frauen zu schaffen machen, im gegensatz zur dritten Welt, da weiss die Frau noch was ihre Berufung ist.

Mit lieben Grüßen von Iwan

Wunschberuf
Hi,

Treffende Frage … nein, aber ich mache einen Unterschied
zwischen dem Wunschberuf (seiner beruflichen Grundeignung) und
dem Beruf, den man (aufgrund der Möglichkeiten) ausüben kann
(oder muss).

Womit wir bei einem wichtigen Punkt angekommen sind: Um den Wunschberuf ergreifen zu können, muss man ihn erst einmal kennen. Oft sieht es so aus, dass junge Menschen einen Beruf ergreifen, zu dem sie von der Umwelt gedrängt/geraten/empfohlen (je nach Abstufung) werden. Nach einiger Zeit stellt man dann fest, dass der Beruf ja gar nicht der eigene Wunschberuf war, sondern der des Lehrers/Beraters/Vater/Mutter usw. Nun ist eine Umorientierung angesagt und ein „eigener“ Wunschberuf wird ausgewählt. Manchem gelingt die Wahl, mancher begeht den nächsten (und entscheidenden) Fehler und informiert sich nicht richtig und sitzt seinen eigenen Wunschvorstellungen auf (Ich kenne einige traurige Beispiele). Nach einiger Zeit im neuen Beruf stellt man dann wieder fest, dass der Wunschberuf gar keiner ist. Was nun? Jetzt wird es schwierig, denn man ist zu diesem Zeitpunkt kein Jugendlicher mehr. Bis etwa 30 gilt man als jemand der Potential und Talente hat. Zwischen 30 und 40 sollte man zeigen, was man kann und entsprechende „Spuren“ hinterlassen (Das kann positiv sein, Fehler in dieser Phase haben aber die entsprechenden negativen Auswirkungen). Wer sich in diesem Alter in eine neue Ausbildung begibt, erzeugt den Eindruck, dass er/sie die Phase der Vorschusslorbeeren verlängern will und die Zeit der Bewährung weiter verschieben will. Es sind aber eben oft der Wunsch nach Gestaltungsspielräumen, Kreativität und selbstbestimmtem Arbeiten die entscheidenden Motivationen für einen Berufswechsel. Gerade hier droht aber eine herbe Enttäuschung, da man dann wieder ein Berufsanfänger ist, dem obendrein noch nicht einmal viel zugetraut wird. Ein leichter Weg ist das deshalb nicht. Es ist vielmehr leichter erneut den Beruf zu wechseln.
Du siehst den Teufelskreis?

Insofern denke ich, dass das Leben ab einem gewissen Punkt die Weichen gestellt hat. Wenn man dann beruflich etwas ändern will, bedarf es großer Anstrengungen.

Die Gesellschaft verlangt das. Und wenn man einen Job ausübt,
den man einfach nicht mag, in dem man sich nicht wohl fühlt,
kann man ihn auch nicht gut ausüben. Das führt in der Regel
dazu, dass man viele kurze Jobs hintereinander hat, sich aber
nirgendwo reinfinden kann.

Auf lange Sicht führt das in die Langzeitarbeitslosigkeit. Die Faustregel in technischen Berufen lautet: Erster Arbeitgeberwechsel frühestens nach zwei Jahren, später alle 5 Jahre oder eine entsprechende Beförderung. Wer aus diesem Raster herausfällt erhält vielleicht eine zweite Chance, aber keine dritte.

Naja, die Gesellschaft zeigt auf, dass jeder „nützlich“ ist,
der arbeitet, im Grunde egal, was. So zumindest mein Eindruck.

Ehrlich gesagt sehe ich das auch so (das muss übrigens kein Job gegen Bezahlung sein.) Ausnahmen sind vielleicht Berufe wie Abzocker, Zuhälter, Drogendealer o.ä.

Ciao R.

Hallo, Frank!

Weißt Du, Begabungen gibt’s ja viele, aber von keiner könnt’
ich sagen: DAS ist es, was ich jetzt wirklich
machen will! So was erwarte ich mir ehrlich gesagt schon.

und da wäre dann die Frage, ob Du nicht ZUVIEL erwartest?
und da wäre dann die Frage, ob Du nicht ZUVIEL VON DIR
VERLANGST.

Wie kommst Du darauf? *überraschtdreinschau*

Meine Arbeit in der Drogenberatung macht mir einen
Riesenspass. Es ist meine Berufung.

Siehst Du, Du weisst Deine Berufung doch auch, warum sollte ich also zuviel von mir verlangen, wenn ich erwarte, auch meine zu (er-)kennen? *vieleFragezeichenhab*

… habe ich mich entschlossen nur
noch halbe Tage zu arbeiten, damit ich genügend Zeit habe, das
zu tun was mir MEHR Spass macht.

Das find’ ich echt toll! Ich freu’ mich aufrichtig für Dich! Vielleicht kann ich das eines Tages auch sagen … warum auch nicht?

Es ist für mich eine Horrorvorstellungen etwas 8 STUNDEN
TÄGLICH!!! tun zu müssen, was eigentlich NICHT meine Berufung
ist. Rechne das mal hoch auf 40 Jahre: 8 STUNDEN TÄGLICH!!

Jaja, Frank, ich kann Dir sagen, dass ich mir das sehr gut vorstellen kann, und ich bin davon überzeugt, dass es davon sehr, sehr viele Menschen gibt, die da mitreden können :wink:

Nun gibt es Leute die behaupten, sie „definieren“ sich nicht
über den Beruf. Eine schöne Formulierung. Aber worüber tun sie
es dann …

Wow, welch schwerwiegende Frage *inSphärenschweb* … Du hast mir eben den Stoff für eine neue Frage hier im Forum gegeben *herzlichlachenmuss* … das ist nämlich eine meiner unbeantworteten Fragen … *spitzgrins*

Jeder sollte für sich einen VERTRÄGLICHEN Weg finden.

Nein. Schlicht und einfach NEIN! Wieso einen „nur“ verträglichen Weg finden, wenn einer möglich ist, der zutiefst befriedigend ist? Wenn es anderen Menschen möglich ist, warum soll es mir nicht möglich sein? Neinnein, mit „verträglich“ geb’ ich mich nicht zufrieden, das ist zu wenig … *bisschenunwilligbin* …


Hm, sollte ich wirklich ZUVIEL erwarten bzw. verlangen? *kurztiefnachdenk* …

Nein. Denk’ ich nicht. Punkt.

Deine Zeilen erwecken bei mir den Eindruck, dass Du nach einer
„OPTIMALEN“ Lösung suchst,(die gibt es meines Wissens nicht)
so ungefähr: Das muss mir auch die nächsten dreißig Jahre lang
8 Stunden täglich Freude bereiten.
Dann wird es schwer DAS zu finden.

Da hast Du absolut Recht. So was werd’ ich auch nicht finden. Das einzige, was ich finden möchte, ist, heraus zu finden, was mich so tief erfüllt, dass ich es als meine „Berufung“ empfinde. So wie eben Du, wenn Du sagst "MeineArbeit in der Drogenberatung macht mir einen Riesenspass. Es ist meine Berufung. Du verstehst?

Wie wäre es denn mit der Einstellung: jetzt mach ich das, was
mir Spass macht. Morgen schaun wir neu. Interessen verändern
sich. Was mir heute noch Spass gemacht hat kann in ein, zwei
Jahren UNINTERESSANT geworden sein- dann kann ich mich doch
neu orientieren? Also wo ist das Problem.

*autsch*
Für Dich ist das kein’s, ich weiß das. Du weisst ja, was Dir durch und durch Spaß macht :wink:

Durch AUSPROBIEREN und EXPERIMENTIEREN. Ich wiederhole mich,
die Voraussetzungen: Neugier, Wagnis, ERLEBNISHUNGER.

Oh, Du kannst mir glauben, DAVON hab’ ich jede Menge *seeehramüsiertgrins* …

Neben dem eigenen GESPÜR für DAS was einem liegt, wissen oft
die Menschen, die uns nahe stehen, was wir besonders gut
machen- wo wir ein Talent besitzen- also der Austausch mit den
Mitmenschen wäre auch schon wichtig.

Du hast Recht mit dieser Aussage, aber nur insofern, als dass es eine relativ vage Hilfe ist. Wenn Du fünf Menschen fragst, wozu sie Dich für geeignet halten, erhältst Du ziemlich sicher mindestens vier Meinungen, die u.U. sehr different sind :wink: Kennst Du das nicht aus eigener Erfahrung?
Aber ich werd’ in Zukunft mehr darauf achten, denk’ ich mal.

Für mich habe ich eine ganz simple Lösung gefunden: Ich mache
grundsätzlich nur noch Dinge die mir HEUTE WIRKLICH Freude
bereiten.

Ja, damit hab’ ich auch angefangen. Ist aber gar nicht so einfach zu verwirklichen, wenn man nicht herausfinden kann, was einem WIRKLICH Freude macht - oder wenn einem ALLES nur EIN BISSCHEN Freude macht. Ich weiß, durchaus nicht normal. Aber so ist es eben *nichtganzpositiveGefühlehab*

Warum müssen wir das Leben immer so kompliziert machen, wo
doch alles so einfach ist?

Nur weil es für Dich einfach ist, ist es tatsächlich einfach? Meinst Du das wirklich genau so, wie es sich hier an"hört"?
Kann ich nicht glauben, sorry *autsch*

Aber ich versteh’s. Ich weiß, wie nervraubend es sein kann, wenn das Gegenüber Dinge, die für einen selbst absolut keine Frage sind, so unendlich verkompliziert. Manche Menschen nehmen diese Gelegenheit wahr, um ihre Empathie zu fördern :wink:

Tja, damit trotz allem verständnisvolle Grüße,
Silvia

hallo julia,
du bist auf dem richtigen weg!

*räusperräusper* *wiederversuch,ernstzusein* *gg*
also noch eine Frage: Was würdest Du denn gern anderes machen?

Mit vielen erfrischend-amüsierten Grüßen,
profound

Hi Profound

also wenn ich wirklich das machen könnte was ich wollte, würde
ich erst mal einen
Haufen Sachen studieren. Alles was mich wirklich interessiert.
Das wäre:
-Archäologie
-Medizin vet/ med
-Theologie
-vergleichende Religionswissenschaften
-Ägyptologie
-Ethnologie
-und den Studiengang von dem ich nicht weiss wie er heisst,
irgendwie
Sumerololgie, also altes Mesopotamien.

studiere diese ganzen sachen oder zumindest ein teil davon; was hält dich ab? „nur Fach-Abi“ lass ich nicht als Ausrede gelten…

und dann bewirb dich in den diplomatischen dienst. dort werden immer leute gesucht, die sich über „jedes thema“ unterhalten können… und dann kannst du auch feine Dame spielen!

Als Kinder sind wir noch ganz rein und wissen schon sehr genau was wir wollen. im „sozialisationsprozess“ werden wir dann leider verdorben, denn wir lernen, wie wir uns selbst barrieren aufbauen!

also, ab an die uni!

gruß aus münchen
harry

In der realen Welt müsste ich mich wohl für ein, zwei
Entscheiden und davor noch
das Abitur nachmachen.

Also vieleicht doch Gegenpapst? Oder gleich ne Sekte gründen?

Lg

Julia

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Du siehst den Teufelskreis?

Oh ja, rOs. Besser gesagt: ich verspüre ihn :wink:

Insofern denke ich, dass das Leben ab einem gewissen Punkt die
Weichen gestellt hat. Wenn man dann beruflich etwas ändern
will, bedarf es großer Anstrengungen.

Weißt Du, was ich absolut und überhaupt nicht verstehe?
Dass man für die „Gesellschaft“ (diesen Ausdruck jetzt allgemein verwendet) nur dann jemand ist, wenn man einen gut bezahlten Job hat, wenn man bei einer gut klingenden Firma arbeitet, als großartig geltende Aufgaben wahrnimmt, viel Verantwortung (am Besten über Andere) hat, uns so weiter und so fort. Ein solcher kann menschlich ein halbes Ekel sein, familiär hart und fordernd und was weiß ich noch alles. Und trotzdem, der ist ja ein Doktor oder hat ist „ein Studierter“ oder ist leitender Angestellter von dieser Bank oder der Firma …
Andererseits kann jemand menschlich sehr angenehm sein, viel in den Herzen anderer bewegen (ich weiß, das klingt jetzt irgendwie komisch, kann’s aber nicht treffender sagen), anderen in ihrem Leben eine Hilfe sein … ABER wer is’ das schon? Der hat ja nix studiert, hat nicht mal einen Beruf gelernt (igitt, ein Schmarotzer!), hat nie in seinem Leben bei einer „ordentlichen“ Firma gearbeitet …

Du kennst Dich aus?

Meine Meinung dazu? Unmenschlich - um nicht zu sagen „menschenverachtend“, aber das kommt mir gar so hart vor, ungerecht, unproduktiv, einengend … ach, da könnt’ ich jede Menge Beschreibungen aufzählen. Ist aber nicht positiv … sorry.

Tja, offensichtlich hab’ ich hier ein echtes Problem - nämlich mit der Gesellschaft.
Dem muss ich wohl auf den Grund gehen *bisschenentmutigtbin* …

Jedenfalls dank’ ich Dir für den Gedankenweg, den Du mir dadurch geebnet hast *mitgemischtenGefühlengrinsend*

Mit lieben Grüßen,
profound